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Idiotengeflügel und Urban Gardening

Milena Krstic am Dienstag den 28. Juni 2016

Vor zwei Jahren gab es die erste, nun ist die zweite Ausgabe des Dislike, dem Magazin für Unmutsbekundung erschienen. Das Mag kommt aus Bern und versammelt Texte, die trotz ungemütlicher Themen Spass machen zum Lesen.

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Illustration von Eva Rust zum Text «Predigt zur wunderbaren Geldvermehrung» von Michael Ende.

KSB hat vor zwei Jahren bereits über den Erstling berichtet und das war noch die Zeit, in der gab es nur den Like-Button auf Facebook. Heute können wir mittels Emoticons spezifizieren, wie wir unser Like verstanden haben möchten (mit Härzli, einem grimmigen Gesicht, Sie wissen schon, oder nutzen Sie kein Facebook? Falls nicht: Sie Glückliche/r).

Wie dem auch sei: Die drei Bernerinnen Rebekka Gerber, Sarah Pia und Katja Zellweger haben beschlossen, eine zweite Ausgabe ihres Magazins herauszubringen. Dieses Mal aber sei der Fokus auf Autorinnen und Autoren gelegen, die nicht eigentlich Journalistinnen oder Literaten seien, sondern SpezialistenInnen auf einem bestimmten Themengebiet.

So gibt es etwa einen Beitrag von Stephan Bernard, einem Anwalt aus Zürich, der sich in seinem Text mit dem Titel «Justiz- und Rechtskritik von lechts und rinks» über die Unschlüssigkeit der Linken ärgert und ein herrliches Fazit liefert: «Rebellion kommt heute meist von rechts. Bissigen Linken bleibt letztlich meist wenig anderes als der Exodus aus der Realpolitik übrig, in die oft ebenso humorfreie wie politisch irrelevante Zone linksaussen, ins Urban Gardening, in die politische Einsamkeit oder in den Poetry Slam.» LOL

Zu lesen gibt es auch einen Text von Mark Twain, der im Jahr 1905 über die Tücken des Erlernens der deutschen Sprache wettert. Er macht das so zynisch und bitter, dass es ein Schmaus ist.

Ärgern kann mensch sich aber auch über Frischhaltefolien, Wahlslogans und «Intakte Landschaften» (ein wunderbarer Text von Res Hofmann, einem Botaniker, der über seine Arbeit als Inspektor für die Erhaltung wertvoller Lebensräume schreibt).

Küre hat beim Betrachten des adretten Magazins etwas Schlaues gesagt: «Von einem Heft, das Unmut bekundet, erwarte ich eigentlich, dass es hässlich aussieht und nicht so schick daherkommt.» Auch eine Idee, find ich. Vielleicht für die nächste Ausgabe?

Und falls Sie wissen möchten, was es mit dem «Idiotengeflügel» (einer Konstruktion der Künstlerin Pinar Yoldas) auf sich hat: Das Dislike können Sie hier bestellen, oder in der Münstergass Buchhandlung und im Lehrerzimmer beim Progr direkt erwerben. 

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