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Hope lives!

Roland Fischer am Mittwoch den 6. Januar 2016

Schönes Format in Zürich: Winterreden aus dem Erkerfenster Karls des Grossen, unweit des Grossmünsters (ja, hier ist alles gross). Glühwein nehmen und zwanzig Minuten in der Kälte ausharren, während sich vom ersten Stock herunter eine Persönlichkeit Gedanken zur Lage der Welt macht. Ein guter Test für die rhetorischen Fähigkeiten der Redner: gemütlich machen geht nicht, die Zuhörer müssen bei der Stange gehalten werden. Und ein bisschen warm ums Herz schadet natürlich auch nicht.

winterreden

Den Anfang der prominenten Rednerreihe macht Bern: gestern die US-Botschafterin Suzi LeVine und heute Pedro Lenz. Schöner Kontrast – da die Silicon Valley-Optimistin, die von der hohen Warte der amerikanischen Oberschicht herab sprach und mutig und mit Nachdruck die beste aller Welten und Zeiten behauptete, dort dann der offizielle Sprecher des Malochertums, der mit Vorliebe denen eine Stimme gibt, die den Optimismus eher nicht gepachtet haben. Und sich trotzdem nicht unterkriegen lassen. Da die Hoffnung als Leitmotiv, dort eher als Kampfansage. Hoffnung lebt! predigte Suzi LeVine. Verreckt zuletzt! mögen Pedros Helden entgegnen.

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