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Cumbia Cumbia

Miko Hucko am Sonntag den 7. Juni 2015

Ja, diese Musikdiktatur kündigt sich schon seit einer Weile an. In Berlin jedenfalls ist sie schon total angekommen – Diskotheken haben jetzt auch Cumbia-Dancefloors eingerichtet. Um genau zu sein: Digital Cumbia. Und der letzte, auf dem ich war, der war also ziemlich voll mit ziemlich begeisterten Leuten.

Und wie ich da so vor mich hin getänzelt bin in einer entspannt langsamen Mengenmusik, da dachte ich mir: Ist Cumbia vielleicht der Reggae unserer Generation? Gemeinsamkeiten sind deren viele: Beide stammen aus Mittel-/Südamerika, zeichnen sich aus durch einen eher langsamen Grundbeat und stammen vornehmlich von der schwarzen dortigen Bevölkerung.

Auf dem Dancefloor hingegen waren nur “wir” zu sehen, also weisse junge (wahrscheinlich kreativ tätige) Europäer_innen. Das erinnert mich schon grad ein bisschen daran, wie der Reggae damals und bis heute noch Jugendliche mit blonden, geraden Haaren dazu animiert, sich die Haare zu dreadlockisieren. Aller Anfänge sind diese, dass auf einmal dieser Musikstil hier zu einer Ausgrenzung genau des Bevölkerungsteils, dessen Musik das ist, genutzt werden kann. Da sagt mensch immer, Musik, die universelle verbindende Sprache – aber auch der Diskobesuch ist eine Zugehörigkeitsfrage.

Was würde zum Beispiel passieren, wenn der Cumbia auf dem Vorplatz gespielt würde?

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3 Kommentare zu “Cumbia Cumbia”

  1. jazzmin sagt:

    Ist schon passiert:-) Los Vacíos de Charly …und was da passiert ist…na, was immer passiert, wenn in Bern Cumbia gespielt wird: Ansammlung aller sogenannten Latinos aus Bern und Umgebung

  2. Ricardo sagt:

    Hier ein Link von Los Vacios de Charly, Live Cumbia in der Turn Halle Bern:

    https://www.youtube.com/watch?v=0ZaAhyHt6qk