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Stadttheater – Karneval

Miko Hucko am Sonntag den 25. August 2013

Die Spielzeiteröffnung des KonzertTheaterBern, gestern Abend, als grosses Fest für die Stadt angedacht. Und als solches durchgeführt: Das Symphonieorchester spielte auf dem Bundesplatz vor vollem Haus. Zum Abschluss sogar noch den Berner Marsch. Ein Anbiederungsversuch an neue Publikumsschichten? Gelungen jedenfalls. Auch gelungen der guggenmusikähnliche Umzug der Bläser von Bundesplatz bis zum Stadttheater selbst, ein Einzug der Kunst in das Gebäude.

Im Stadttheaterfoyer dann: Ein leerer Dancefloor. Ich suche nach den Leuten und finde sie im Stadttheater selbst, im altehrwürdigen (scheint’s renovationsbedürtigen) grossen Saal: zum Bersten voll. Die Leute stehen gar in den Türen! Da muss was los sein. Ich quetsche mich in die vorderen Reihen, es klatscht und grölt, und auf einmal kommt ein Schlager aus den Lautsprechern: “alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei”. Die Leute klatschen mit, auf der Bühne machen sich Leute zum Huhn:

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Es handelt sich also um eine Kochshow! Ganz nach dem Prinzip von Unterschichtsfernsehen treten verschiedene Gruppen gegeneinander an, und wer die meisten Witze unter der Gürtellinie macht, erhält Lob von der Jury. Die Jury besteht aus einem Schauspieler, einem Sänger und einer Tänzerin und ist überhaupt ganz damit beschäftigt, so jurylike wie irgend möglich zu sein. Soviel zum beschreibenden Teil. Diese Koch-Casting-Show ist wahrscheinlich ironisch gemeint und soll sich über solche Shows lustig machen. Was aber tatsächlich auf der Bühne zu sehen war, war eher ein billiger Abklatsch einer solchen Sendung, eine live-Version quasi, und hat bei mir zu einigen Fremdschäm-Momenten geführt. Dementsprechend früh bin ich dann wieder nach Hause, und falls die Sause später noch grossartig wurde, habe ich es nicht mitgekriegt.

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