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Kann das bitte bitte weg?

Miko Hucko am Donnerstag den 27. Juni 2013

«Ist das Kunst oder kann das weg?» Dieser Satz hat sich irgendwie als halbironisches Statement eingebürgert, das abgegeben wird, sobald wir einem Objekt begegnen, mit dem wir nicht umzugehen wissen. Insbesondere im öffentlichen Raum bergen solche Sachen hohes Potential dazu, unsere Alltagswahrnehmung zu irritieren oder zu durchbrechen.

Gerade in der Schweiz kommen hier oft der Staat und das gesellschaftlich verankerte Bedürfnis nach einer sauberen, glatten und nicht zu komplizierten Mitwelt zum Zuge. An der Art Basel ist vorletzte Woche vor lauter Irritaion gar die Polizei gerufen worden, in Bern hat sich der Verein Casa Blanca mit dem Versprechen einen Namen gemacht, innerhalb von 24 – 48 Stunden Sprayereien und Graffittis zu entfernen. Auch sonst wird mit den lieben Kunstwerken nicht gerade zimperlich umgegangen, so zum Beispiel mit Berns Space Invader: Schon zu einer Fratze geknübelt, das nette Mosaik an der Nydeggbrücke.

Ich finde, das spricht durchaus für Kunstwerke, wenn sie die Menschen derart berühren aufregen verführen und zerstört werden müssen. Dadurch wird vielleicht das Irritationsmoment noch grösser, und die Gesellschaft wird wieder einmal dazu angehalten, über ihren Reinlichkeitsfimmel nachzudenken. Die Aktion Casa Blanca im Übrigen plant jetzt, sich auch ins bisher ziemlich unbehelligte Nordquartier auszubreiten: Die Säuberung der Lorraine steht an.

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Ein Kommentar zu “Kann das bitte bitte weg?”

  1. Superspruch: «Ist das Kunst oder kann das weg?»