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Momente im Kulturjahr 2012: Meine Favoriten

Benedikt Sartorius am Dienstag den 25. Dezember 2012

Mein Kulturjahr 2012? Das war etwa so: Ich erinnere mich an den immer länger werdenden Festivalsommer mit endlosen Sonnenuntergängen und dem goldigsten Kilbi-Licht aller Zeiten. Ich erinnere mich an die erste Nachtdemo, damals, als die Lichter der Reitschule urplötzlich ausgingen und eine aufgekratzte Fröhlichkeit den Ton einer unvergesslichen Nacht anstimmte. Und als der Regen kam, zottelte man zufrieden nach Hause.

Ich erinnere mich natürlich auch an die vorübergehend besten Kinder der Welt, die in «Before your very Eyes» heranwuchsen und an die Animal Collective-Konzertfahrten, die meine liebsten Drogen überhaupt sind.

Konflikte? Ja, die gab es natürlich auch in der Kulturstadt – und gar viele, muss man sagen. Hier in Erinnerung, neben dem Dauerbrenner Nachtleben: Das Leitungstheater in der Dampfzentrale und die Familiensaga in Rubigen.

Besonders schön bleiben mir aber die folgenden drei Berner Abende in Erinnerung. Ich habe diese Abende gewählt, da mich diese unvorbereitet überwältigt haben. Here we go:

Das Constellation-Festival in der Reitschule: Die Tickets für das Geburtstagsfestival des kanadischen Labels Constellation wurden vor allem im Ausland abgesetzt. Und so versammelte sich eine weither angereiste Fantumschaft zu den Konzerten von Godspeed You! Black Emperor, Sandro Perri und weiteren LabelmusikerInnen – und zauberte eine in dieser Art noch nie erlebte, bewegende Stimmung in den Dachstock. Unvergesslich.

«Der Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen» in den Vidmarhallen: Ohne Ahnung, was mich an diesem Abend erwartet, pilgerte ich in die immer noch seltsam charmefreien Vidmarhallen und wurde überwältigt von all dem Experten-Wissen, das im Raum und über den Äther flottierte. Und gemeinsam Plattenhören? Ja, das ist immer noch eine der tollsten Beschäftigung überhaupt.

Züri West am Reitschulefest: Keine Nostalgie, keine Bärte, obwohl man gut von früher, vom damals hätte erzählen können: Das war das Konzert am Reitschulfest von Kuno Lauener und seinen Gefährten, die nur wenig an ihrer gewohnten Setlist rumschraubten und mich dennoch seltsam berührten. Und als Lennons totgespieltes «Imagine» aus dem Off erklang, sang man mit, und alles war sehr sehr schön in diesem Moment im Jahr 2012.

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Ein Kommentar zu “Momente im Kulturjahr 2012: Meine Favoriten”

  1. […] Highlights 2012 denke, springen mir als erstes einige Erinnerungen aus dem Ausland in den Kopf. Wie Herr Sartorius, hatte auch ich einen tollen Festivalsommer – allerdings einen Theaterfestivalsommer. […]