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Angriff aus dem Untergrund

Ruth Kofmel am Freitag den 6. April 2012

Das bekannte Phänomen: ein Trend der Strasse wird ruckzuck von der Geschäftswelt absorbiert.

Manchmal hat das durchaus sympathische Züge, wie in diesem Fall: Unter hunderten von Pflanzensamenbriefchen findet sich im Gartencenter auch die passende Waffe für den unerfahrenen Guerillagärtner.

Damit dem Pflanzen-Novizen nicht der verheerende Fehler passiert, seine Samenbomben mit falscher Munition zu bestücken, also beispielsweise für ein schattiges, feuchtes Plätzchen den Lavendel als Wurfgeschoss wählt, hat die Wyss Samen und Pflanzen AG mit Sitz in Zuchwil-Solothurn die passende Grundausrüstung ins Sortiment aufgenommen: Die Guerilla-Blumenmischung «Flower-Power».

Das Briefchen zu zwei Franken und vierzig Rappen – ein fairer Preis für ein paar unvermutete Blümchen in den grauen Strassenschluchten von Bern – muss man die Samen nach Erwerb nur noch mit «tonhaltiger Erde vermischen und genau da hin werfen, wo die bunten Blumen wachsen sollen».

Ein leichter Dämper kommt dann doch noch unter dem Stichwort «Standort: Sonnig und warm mit magerer Erde» – also doch nichts für blutige Anfänger und das mit dem «genau da hin werfen» nichts für Werf-Spastikerinnen, wie ich es eine bin.

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