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Schniedel-Kunst

Gisela Feuz am Dienstag den 13. März 2012

Mich beschäftigt etwas, werte Leser und Leserinnen. Und zwar sind das Schniedel. Also besser gesagt Zeichnungen von Schniedeln, mit denen man in Backstage-Räumen von Rock’n’Roll-Clubs zwangsläufig konfrontiert wird. Mal gross mal klein, mit oder ohne Haare und Kronjuwelen, gehört der Schniedel definitiv zu den am meisten dargestellten Symbolen im Rockzirkus. Tatsächlich kann sich die Schreiberin nicht erinnern, auch nur einen Backstage-Raum ohne Schniedel-Zeichnung gesehen zu haben.

Weswegen Mann diesen Markierungs-Drang verspürt, konnte mir bis anhin noch niemand schlüssig erklären. Unser Herr Schlagzeuger meinte, dass es vielleicht damit zu tun habe, dass man zwangsläufig auf das geistige Niveau eines Teenagers sinke, wenn man mit einer Rock’n’Roll-Band längere Zeit unterwegs sei (was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann), oder dass Rock’n’Roll als solches halt schon eine ziemlich archaische Angelegenheit sei. «Ich Liane, du Jane», öppen so. Damit wird er wohl nicht unrecht haben, denn dass ein Jazz-Musiker oder ein klassischer Pianist im Backstage Schniedel an die Wand malt, kann man sich irgendwie nicht so recht vorstellen.

Andersrum könnte man sich ja nun fragen, weswegen die Rock’n’Rollerinnen nicht mit Stolz ihre primären Geschlechtsteile an irgendwelche Wände pinseln. «Weil sie wahrscheinlich nicht zeichnen können», so die Antwort unseres Herren Gitarristen. So wird’s sein. Ähem.

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14 Kommentare zu “Schniedel-Kunst”

  1. Jürgen Kohler sagt:

    Ein Deppen-Leerschlag im Titel? Na sowas!

  2. Herr Sartorius sagt:

    Ich habe den Leerschlag nun eliminiert, bevor es hier zu persönlich wird. Frohe Mittagszeit.

  3. Alleswisser sagt:

    Guten Tag

    da mich FCB-FCB heute nicht interessiert, habe ich mich vom RL hierhin verirrt.
    Ihre Schniedel-Kunst ist nun aber meine Sache auch nicht wirklich. Sorry.
    Wünsche trotzdem noch einen schönen Tag!

  4. Herr Sartorius sagt:

    Guten Tag Herr Alleswisser,

    Eventuell interessiert Sie das «Hoch!Hoch!»-Bauen in dieser Stadt mehr.

  5. Güggu sagt:

    efentwell lassen sich rückschlüsse aus der hoch!hoch!-diskussion ziehen. der rock’n’roll kontext wird im schniedelzusammenhang wohl überbewertet, besteht doch seitens der herren offensichtlich ein unbändiges bedürfnis sich zu phallischen symbolen zu äussern oder gar solche zu bauen resp. an die wand zu kritzeln. ich persönlich freu mich über jeden, der kleiner ist als der meine und wage zu behaupten, wer kritzelt, lässt wahre grösse vermissen. aus zeitgründen habe ich darauf verzichtet die neufeldtunneldiskussion auf weibliche beiträge zu filtern. ne dose im backstage schreibe ich in zukunft unverhohlen ihnen, frau feuz, zu. hoch!hoch!achtungsvoll

  6. professor palermo, fachbereich männlichkeitsforschung sagt:

    übrigens, ich hätte da noch eine schöne seminararbeit zu vergeben mit dem arbeitstitel “einander an den sack gehen: zur verfestigung männlicher geschlechteridentität durch exkludierende transgression. rockmusik und fussball im vergleich”. interessent/innen sollen sich doch bitte bei mir melden. merci.

  7. passiver attacker sagt:

    gut, mann könnte natürlich auch noch architektur in den vergleich einbeziehen.

  8. professor palermo, fachbereich männlichkeitsforschung sagt:

    sie haben interesse, herr attacker? natürlich dürfen sie das thema frei ausgestalten.

  9. passiver attacker sagt:

    aber klar, herr professor palermo.

  10. professor palermo, fachbereich männlichkeitsforschung sagt:

    sie können übrigens gerne auch die fussballarchitektur und ihre aneigung durch die rockmusik näher betrachten, das wäre sicher ein fruchtbares thema. robbie williams’ verstreute bemerkungen zum wankdorf anlässlich seines ebendortigen konzerts vor ein paar jahren würden sicherlich einen schönen exkurs oder ein nettes unterkapitel hergeben.

  11. Frau Feuz sagt:

    offensichtlich ein unbändiges bedürfnis sich zu phallischen symbolen zu äussern

    wo sie recht haben, haben sie recht, herr güggu. was ich mir im bandraum schon alles für diskussionen hab anhören müssen, geht auf keine vorkuhhaut.
    melden sie sich, herr passiver attacker, wenn sie jemanden für statistische erhebungen brauchen!

  12. passiver attacker sagt:

    robbie? da hab ich sogar beobachtend teilgenommen, das trifft sich gut.
    mit der hilfe von frau feuz wird das sicherlich eine klasse arbeit.

    nun muss ich aber auf weisswürste fokussieren.

  13. JimBobIII sagt:

    was ich mir im bandraum schon alles für diskussionen hab anhören müssen, geht auf keine vorkuhhaut.

    Ich habe mich in 35 jahren Musikantentum in Übungsräume, auf Bühnen, und aber auch in Backstagebereiche noch nie mit irgend öpper über irgendwelche Schniedel unterhalten, und auch nie einen gezeichnet. Bin ich jetzt uncool, oder hatte ich bloss die falschen BandkollegInnen?

  14. Frau Feuz sagt:

    Sie sind halt eben so ein Intellekto-Polka-Musiker, Herr JimBoobIII