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We are all alone! Alone, alone!

Grazia Pergoletti am Montag den 19. Januar 2009

Coldplay haben deutsche Brüder bekommen: Schon der Bandname Polarkreis 18 lässt eine gewisse Nähe der Temperatur erahnen. Die Dresdner Band ist in ihrer Heimatstadt übrigens auch schon am renommierten Schauspielhaus aufgetreten, aber wen wundert sowas in einer Zeit, wo «Die Toten Hosen» ins Wiener Burgtheater geladen werden.

Ihr Gassenhauer Allein, Allein ist eine Art tiefgefrorene Version von Baschis «Chum bring en hei» – die beiden Chorusse (endlich erfüllt dieses Wort sein Versprechen) lassen sich übrigens ganz prima austauschen. Ich habe ihn erstmals in Jena um sechs Uhr in der Früh nach einer Party im Taxi gehört und mich auf Anhieb gefragt, ob der Band die Ironie bewusst ist, die es hat, wenn Tausende von Menschen gemeinsam im Chor: «Allein, allein! – Wir sind allein!» singen.

Etwa so, wie wenn in Monty Pythons «Life of Brian» der Titelheld aus dem Fenster ruft: «You are all individuals!», worauf ihm ein riesiger Chor antwortet: «We are all individuals!»

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8 Kommentare zu “We are all alone! Alone, alone!”

  1. Herr Gnos sagt:

    wetten, dass sie sich dessen nicht bewusst ist? erschreckend sowas… und dann diese weissen anzüge. tschudder!

  2. zuffi sagt:

    Sie glauben ja nicht ernsthaft, dass die derart doof sind und das nicht merken, oder? Das Thema “Trotz Masse (an Mitzuhörern, Miterlebern, virtuellen Freunden, …) einsam” ist ja nicht wirklich neu und, wie ich finde, mit diesem Chor eigentlich sehr schön umgesetzt.
    Aber ich will Polarkreis 18 hier nicht zu sehr verteidigen, haben sie doch nach einem ersten, gelungenen Album einen unangenehmen Schwenk vollzogen.

  3. Natischer sagt:

    Seit dem unerträglichstmöglichen Anthony neulich sind mir Musikhinweis in diesem Blog zimmli supekt.

  4. signora pergoletti sagt:

    Das war kein Tipp, bloss eine kleine Geschichte, werte Natischer.

    Und Sie haben natürlich recht, werter Zuffi, dass man sich in einer Masse bestens allein fühlen kann. Ich fands trotzdem bemerkenswert. Kann gut sein, dass die Band dieses Mittel absolut bewusst einsetzt. Ich kannte die Combo bisher nicht und beim ersten Hören im Taxi klang es wie ein Zufall an einem Livekonzert. In dem Sinne wohl ganz gut gemacht.

    Und ja, Anthony. Irgendwie ein klasse Typ, finde ich, aber sein Gesang zog mir bis anhin auch die Schuhe aus. Das Anhören der neuen Platte steht allerdings noch aus.

  5. Herr Gnos sagt:

    sein Gesang zog mir bis anhin auch die Schuhe aus

    wie der schibler in der sonntagszeitung jeweils schreibt: wir bestellen das bild dazu!

    @ natischer: keine angst, herr natischer. wir werden sicher bald auch wieder etwas für ihr gemüt dabei haben!

  6. signora pergoletti sagt:

    öh…HERR Natischer, klar, schuldichung.

    Das mit dem Bild, naja, Sie wissen ja Herr Gnos, bei einer so grandiosen Fotografin wie mir, dauert das vielleicht einen Moment….

    ah. voilà:

  7. Herr Gnos sagt:

    ha, sehr schön, liebe signora! und auch noch passend zum heutigen tag.

    ich hätt dann gern noch das bild zum kommentartitel im heutigen «bund»: Die Innenstadt atmet auf

  8. Natischer sagt:

    Keine Bange, werter Herr Gnos! Sie hatten erst neulich mit dem Hinweis auf Herrn Stahlbergers Auftritte in dem löblichen Etablissement in der Lorraine einen mir zusagendenstmöglichen Hinweis.