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Persönliche Fahndung

Daniel Gaberell am Montag den 19. Januar 2009

FG Vor zwei Wochen schrieb «Der Bund» darüber, wie via Facebook nach Schlägertypen gefahndet wurde. Eine Auseinandersetzung an Silvester im Berner Rosengarten endete blutig, worauf das Opfer auf Facebook ein Kopfgeld für Hinweise auf die Täterschaft aussetzte.

Es gibt aber noch andere Verwendungszwecke für Facebook: Tote können wiederauferstehen. Unter meinen Freunden beispielsweise findet sich ein gewisser Friedrich Glauser. Und zwar ist das nicht irgendein Friedrich Glauser, nein, es handelt sich um DEN Friedrich Glauser. Unser Schweizer Schriftsteller also. Seine Angaben – ich habs überprüft – stimmen allesamt mit dem Original überein, er muss es also sein. Einzig unter dem Geburtsdatum steht das Todesdatum des Verstorbenen Glauser, aber ich denke, das muss wohl so sein, bei einer Wiedergeburt.

Übers Wochenende startete ich nun meine ganz persönliche Fahndungsabsicht: Diesen neuzeitlichen Glauser ein wenig aus der Reserve zu locken, um dann mit der Gewissheit weiterzuleben, dass er mich und die anderen FacebooklerInnen nicht reinlegt und nur so tut als ob. Er blieb stumm.

Für sachdienstliche Kommentare verschenkt der Autor einen Gutschein von Fr. 130.- für Ihren nächsten Langstreckenflug mit der Lufthansa.

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11 Kommentare zu “Persönliche Fahndung”

  1. Herr Sartorius sagt:

    Also ich spende auch so einen Lufthansa-Gutschein.

  2. Monsieur Gaberell sagt:

    Auch andere, suspekte Gestalten, tummeln sich auf Facebook: Ein gewisser RONALDO LIMA oder der HUND BENI zum Beispiel, aber ich denke, zuerst wollen wir diesem Glauser auf die Schliche kommen.

  3. Herr Sartorius sagt:

    Ich würde mich bei der Suche ja schon beteiligen, Herr Gaberell, allerdings fehlt mir da noch immer das Facebook-Konto. Glücklicherweise, wie ich meine.

    Das war bei diesen Natels allerdings ähnlich.

  4. JimBobIII sagt:

    Ich hab kein Handy, keine My Space-Seite und besitze kein Facebook-Konto, kann darum leider nicht mitreden.

  5. Herr Gnos sagt:

    das war ja auch nicht anders zu erwarten, werter jimbobIII. sie spielen ja auch ständig diese musik aus der zeit, als jfk noch nicht mal erschossen worden war und die mondlandung noch ein zukunftstraum war. wie ist das eigentlich passiert, dass sie sich einen computer zugelegt haben? also nicht, dass ich etwas dagegen hätte. ganz und gar nicht! sie wären ja sonst nie hier aufgetaucht und das wäre ein vorweggenommener verlust, wenn ich so sagen darf. aber irgendwie passt so ein pc nicht in ihre sonstige technikenthaltsamkeit.

  6. JBIII, Teilzeit-Eremit sagt:

    Das Kompi hilft mir beim Retrosound recherchieren, meneer Gnos.

    Und im Gegensatz zum Telefon gibt der mit dem Kompi ermöglichte Email-Verkehr einem die Möglichkeit, sich zuerst etwas gut zu überlegen vor das man antwortet. Das ist vor allem bei der Austausch zwischen verfeindete Fraktionen, wie z.B. Ex-Partnern, von grossem Vorteil, wenn Sie wissen worüber ich rede.
    Unerreichbarkeit ist ein Menschenrecht, denke ich.
    Darum ist auch mein Festnetztelefon meistens ausgesteckt, der Beantworter dafür immer angeschaltet. Auch so kann ich mich Zeit lassen zu reagieren auf sowohl Böses als auch Gutes aus der Aussenwelt.
    Und nein, ich bin nicht einsam, sondern einfach sehr gerne alleine, nicht nur, aber auch weil ich halt noch verdammt viel zu tun habe und nicht mehr ewig leben werde bei meinem Lebensstil.

    Cheers.

  7. Lars L sagt:

    Fiktive Gestalten, die sich auf Facebook tummeln? Kann ich mir nicht vorstellen…

  8. Herr Gnos sagt:

    hilft mir beim Retrosound recherchieren

    alleine schon deswegen ist das internet ein segen! (jedenfalls für alle, die das trio from hell zusammen mit mister casino im helsinki erlebt haben und/oder noch erleben werden.)

    und ja, das ist ein menschenrecht. auch für menschen mit handy, was aber von manchen gar nicht geschätzt wird…

  9. Herr Sartorius sagt:

    Ich hab mir gestern diese Antony gekauft, tauschte meine zweite CD dieses Jahres aber im Verlauf des Abends wieder gegen die erste aus. Was allerdings noch nichts zu bedeuten hat.

  10. Herr Sartorius sagt:

    Ah, da war ich ja im falschen Beitrag drin, entschuldigen Sie bitte.

  11. Friedrich Glauser via facebook sagt:

    Gewiss, ihre Schilderung beschwört eine Wiedergeburt herauf die ich hier gar nicht dramatisieren möchte, weil sie schon so alltäglich geworden ist (die Reinkarnation). Sie ist wie sie ist. Schenken sie den Zahlen und Fakten bei Facebook weniger Vertrauen. Seien sie einfach dabei! Lassen sie sich ein! Den Studer, den vergessen sie mal. Was weiss ich wie lange ich den schon nicht mehr geschrieben geschweige denn gelesen habe. Verstaubt bis in alle Vergänglichkeit hineingeschraubt bin ich jetzt ganz bei ihnen und kann doch nur so tun als ob ich ein lustiges Foto gefunden hätte von einem, dem ich niemals zugetraut hätte mich zu erkennen. So ganz. Und gar. Ihre Nase möchte ich haben Herr Gaberell, dann wäre mir schon ganz wohler. Ich hoffe ihnen mit dieser Antwort gedient zu haben und setze mir eine Blume ins Knopfloch und einen Schuss daneben. Habe die Ehre.