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Alle Jahre wieder

Daniel Gaberell am Samstag den 4. November 2006

SCOOP, der diesjährige Woody Allen Film, ist durchschnittlich. Und dies auch nur dank Woody Allen und Scarlett Johannson. Sie sind ein gutes und gegensätzliches Team, die zwei, und zum Glück erkor der 71-jährige Filmer seine junge Schönheit nicht, wie sonst üblich, zu seiner Liebhaberin. Langsam dürfte wohl auch Woody Allen seinem Alter ein wenig Rechnung tragen.

ws Der Film erinnerte mich irgendwie an Allens letztjährigen MATCH POINT. Und zwar nicht nur wegen Scarlett, sondern auch weil die Hauptgeschichte wiederum ein Gemisch von Psychokrimi und Lovestory ist.

Allerdings: weil Woody Allen himself eine Hauptrolle übernimmt, verliert SCOOP unweigerlich die Spannung! Der Typ ist einfach nur schwer auszuhalten. Schon lustig, irgendwie, aber Filme von und mit Woody Allen sind einfach ganz anders als Filme von und ohne Woody Allen.

In Anbetracht des momentanen (dürftigen) Kinoangebots, geht dieser Film in Ordnung. Mehr aber nicht.

Und sagen Sie jetzt bitte nicht, KulturStattBern sollte in KinoStadtBern umbenennt werden. Vielen Dank.

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11 Kommentare zu “Alle Jahre wieder”

  1. Und sagen Sie jetzt bitte nicht, sagt:

    KulturStattBern sollte in KinoStadtBern umbenennt werden. Vielen Dank.

  2. Herr Pegi sagt:

    Sie haben schon Recht, der Mann könnte mal ein Jahr keinen Film machen. Schliesslich ist Filme machen keine buchhalterische Aktivität. Hingegen ist interessant wie die NZZ Filmkritik daher kommt: Scoop

    «Scoop» («Knüller») wäre ein klassischer Murder-Mystery, wären da nicht Sid und Sondra, Woody Allen und seine ideale Partnerin Scarlett Johansson, die sich als angebliches Vater-und-Tochter-Paar zusammentun, um in der feinen englischen Gesellschaft einem Serienkiller auf die Spur zu kommen. Es ist Woody Allens lustigster Film seit langem, auch wenn er keinen Kalauer auslässt. Als linkshändiger Magier verbreitet der bald 71-Jährige so viel altmodischen Charme, dass man die vielen schwergängigen Allen-Filme der vergangenen Jahre mit ihrer aufgesetzten Erotik – den letzten, den brillanten “Match Point” natürlich ausgenommen – schnell wieder vergisst. (maf.)

    “Match Point” muss wirklich ein schlechter Film gewesen sein.

  3. hmm sagt:

    herr pegi,
    sie kennen also weder match point (der übrigens wirklich brillant ist) noch scoop (der übrigens wirklich der lustigste allen-film seit langem, sogar einer der lustigsten überhaupt ist)? schön, dass sie ihre meinung trotzdem kundtun. schön ist aber auch, dass allen jedes jahr einen neuen film macht. vor allem, wenn er so intelligent, unerwartet, spannend, lustig und kalauerhaft ist wie scoop. i.e.: die nzz bringt es für einmal auf den .

  4. fään sagt:

    herr gnos, lieber

    so schön das bad bonn auch ist, holen sie doch ein paar der folgenden bands/musiker mal ins kairo:

    – asobi seksu
    – belong
    – the blow
    – fennesz
    – herman düne
    – the islands
    – jeffrey lewis
    – junior boys
    – kimya dawson
    – love is all
    – mates of state
    – max richter
    – of montreal
    – shogun kunitoki
    – sodastream
    – sunset rubdown
    – why?

    danke!

  5. Herr Pegi sagt:

    nachdem ich mein Velocyped wieder habe, stehen die Chancen gut, dass Pegi den Weg in’s Kino wieder findet. Aber zuerst muss ich noch abwaschen

  6. Herr Gnos sagt:

    lieber fään, vielen dank für die anregungen. ich werde mich bei gelegenheit daran machen, die liste durchzuarbeiten. trotzdem: nächsten freitag würde sich eine reise ins bad bonn ein weiteres mal lohnen. (mademoiselle k ist die erste franzosenband, von der ich mir eine cd gekauft hab…)

  7. lizamazo sagt:

    also mir gefällt sonst auch der wildheuerfilm. es lief zwar – wie schon berner vor mir wussten – das meiste im publikum. es war aber für diesmal nicht störend sondern eher rührend. die dame hinter mir z. b. kuckt wohl auch nicht so viel fern oder kino. auf jeden fall hat sie vernehmbar kommentiert und mitgefiebert. ganz nett, wirklich und das käme mir persönlich schon noch vor w.a. in den sinn, programmmässig.
    und wisset. wenn die ameisen nicht ordentlich arbeiten, sondern “nu a so deummachaibit”, wirds am nachmittag wüst.

  8. Noz sagt:

    die erste franzosenband, von der ich mir eine cd gekauft hab

    Sie haben nicht mal Les Rita Mitsouko, oller Gnos? Tsts.

  9. Herr Gnos sagt:

    nein, herr noz, lediglich eine gebrannte noir désir. (ausser man zählt die young gods zu den franzosenbands…)

  10. newfield sagt:

    nicht so schlimm, Herr Gnos, sie können meine rita mitsouko haben. die halbwertszeit ist kürzer als bei atomaren abfällen.

  11. Fearless Freak sagt:

    Ich ergänze die sehr ehrenwerte Fään-Liste mit Grizzly Bear, die mich gestern Abend mit dem vermeintlichen Konzert des Jahres beglückten. So gut waren die im nicht eben grossen El Lokal zu Zürich, dass auch die anfänglich desinteressierten Trinker an der Bar ehrfürchtig erstarrten und geradezu euphorisch applaudierten. So gut ist diese Band aus New York, dass sich die vier Musiker nicht zu schade sind, ihre vielschichtigen Lieder am Konzert neu zu interpretieren und diese zu suitenhafter Grösse ausbauen. Was bleibt, ist die ebenso grosse CD “Yellow House”, die nach diesem seligen Konzert in neuem Glanz erscheint. Was bleibt ist aber wiedereinmal das alte Lied: Wieso wurde diese Gruppe nicht nach Bern eingeladen?? Düdingen (bereits im Mai), St. Gallen, Zürich und Basel lassen grüssen…