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Ein Hoch auf den schönsten Brunnen

Frau Götti am Montag den 3. Juli 2006

Brunnen Moosumwuchert steht er da, tagaus, tagein, und tröpfelt vor sich hin und wird viel zu wenig beachtet. Nicht erinnert mehr an die Empörung, die der Meret-Oppenheim-Brunnen in Bern in den Sandsteinköpfen der Traditionalisten nach seiner Errichtung 1983 auslöste.

Wer unterwegs ist zur neuen Ausstellung im Kunstmuseum, sollte unbedingt unterwegs wieder mal einen Zwischenhalt beim Brunnen von Frau Oppenheim einlegen.

Besonders schön ist der Brunnen jetzt im Sommer, wenn einem keine kitschigen Eiszapfen die Sicht verstellen und wenn das Moos einem so richtig obszön und fleischig den Gegensatz von kruder Natur und gestelzter Kultur zeigt. Die Säulen ganz oben und wir ganz unten.

Das gibt es eben auch in dieser Stadt der Kreiselbären. Zum Glück.

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13 Kommentare zu “Ein Hoch auf den schönsten Brunnen”

  1. Monsieur Gaberell sagt:

    Oder einfach seitlich darunter liegen und sich abkühlen – Meret hätte da bestimmt nichts dagegen…

  2. the visitor sagt:

    wahrlich ein meisterliches geschwür, das da auf dem waisenhausplatz steht! ich freu mich jedes mal, wenn ich daran vorbeiradle. auch im winter, wenn rund um den brunnen absperrungen aufgestellt werden müssen, weil ein kleines eisfeld entstanden ist.

  3. newfield sagt:

    auch ich beachte ihn zur genüge und zu meiner vollen zufriedenheit. ungefähr 4x die woche. sollte von der krankenkasse bezahlt werden.

  4. Herr Gnos sagt:

    fürwahr, herr newfield, solch seelenbalsam hält gesund. vermutlich mehr, als erzwungendes spinning im fitnesscenter und qualvolles joggen an der aare.

  5. meine güte sagt:

    aber nein, bitte. diese brunnen litanei haben wir doch schon hundert mal durchgesungen. ok, nicht jede generation war damals mitdabei. aber müssen wir das jetzt wirklich alle jahre wieder durchkauen? liebe frau götti, es gibt einfach spannenderes in dieser stadt – als nächstes beginnen sie wohl noch mit dem lauben-blues. meine güte…

  6. Frau Göttis Assistent sagt:

    ach wissen sie, herr/frau meine güte, manchmal ist auch ein klassiker nicht zu verachten. aber trotzdem würds mich ungemein interessieren, was sie zu den spannendsten kulturtaten berns zählen.

    (die liebe frau götti ist zurzeit ferienhalber zu gast bei freunden. deshalb antworte ich an ihrer statt, herr/frau meine güte. ich hoffe, das geht in ordnung so.)

  7. meine güte... sagt:

    tja, lieber götti-assistent, es gäbe da zum beispiel eine neue kulturstrategie, die momentan auf der bestseller-liste der kulturtaten auf nummer 1 steht. warum diskutieren wir nicht darüber… (kann runtergeladen werden auf bern.ch). schliesslich ist dies eine grundlage für kulturattentäter. um aber auch ein bauwerk anzuhängen, so möchte ich die kleine singende fussgängerbrücke in der lorraine, neben der gewerbeschule, erwähnen. meiner meinung nach ein traum von idee und poesie – vor allem hier in bern… als stadtteil könnte man wieder einmal über den sanierten matte-teil reden, ein symbol von bern, unterspühlt von der erhabenheit der oberen altstadt, phantastisch rekonstruiert die frage stellt sich natürlich auch, ob es hier um kultur oder kunst dreht. das ist nun mal nicht dasselbe. leider werden in bern beide themen etwas anerkennungslos bedient. es fehlt an kommunikation und natürlichem stolz. meine güte…

  8. Der Götti-Assistent meint es gütig; und der “meine Güte” möchte mal wieder nicht immer den Kochlöffel in einer alten Suppe rühren… Nun – als Ploudertäsche kann ich natürlich über alles reden – sowohl über Merets Oppenheim-Ausstellung im Kunstmuseum die ich – auch um eine Bildungslücke endlich zu schliessen – begeistert besucht habe; und natürlich fällts mir auch nicht schwer, über den sanierten Matteteil zu sprechen – morgen bin ich in der Cinématte, weil aus diesem Anlass ein Umtrunk gestartet wird. Später darf ich dann mal auf den Mund sitzen und das Ploudern einstellen, denn dann hat Monsieur Hulot seinen Auftritt… Geniessen Sie also, geschätzter Herr Assistent von Frau Götti und Sie, Herrjemineh – äh “meine Güte” den friedlichen Sommer. Es grüsst, die Ploudertäsche

  9. meine güte... sagt:

    das finde ich jetzt ein ehrliches und sinnvolles statement. übringes bin ich traditionalistin und nicht nur am neuen, des neuen wegens interessiert. auffallen tut mir, was intensität hat, kraft, durch sich selber zu expandieren. das ensuite (kulturheftli) hat mal so schön gesagt: kultur sei der soziale leim einer gesellschaft. ich schliesse mich dem an…

  10. Frau Göttis Assistent sagt:

    @ ploudertäsche: was um himmels willen meinen sie mit “gütig”? gütigkeit überlasse ich gerne den kirchenobrigen…

    @ meine güte: danke für ihre tipps. wir werden uns sicher dem einen oder anderen thema annehmen in nächster zeit.

    aber jetzt mach ich mich auf den heimweg – über die klanginstallations-brücke in der lorraine, notabene.

  11. meine güte... sagt:

    …ach, mir rinnt der schweiss beim gedanken…

  12. laura sagt:

    ein tipp aus den büros des kunstmuseums:

    es gibt einen event über die kontroverse und die vegetation des oppenheim-brunnens im rahmen der oppenheim-ausstellung!

    fr, 25.8.06, 18h, waisenhausplatz.
    meret oppenheim-brunnen: ein expertengespräch
    mit matthias frehner, direktor kunstmuseum bern (über die “verankerung” des brunnens im übrigen werk der künstlerin), klaus ammann, ehem. direktor des botanischen gartens bern (über die vegetation des brunnens), ralph gentner, architekt, atelier 5 (über die konstruktion und baulichen aspekte)

    http://www.kunstmuseumbern.ch

  13. […] verlassen den Progr-Innenhof und steuern nach links. Weiter vorne liegt der Waisenhausplatz mit dem Oppenheim-Brunnen, der Sie aber im Moment nicht interessiert. Vielmehr schauen Sie auf die andere Strassenseite und […]