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Das kurze Leben des Stuart Shorter

Grazia Pergoletti am Sonntag den 25. Juni 2006

Ich liebe ja das “Paradiesli”, das Frauenabteil im Marzili! Während einem die Sonne auf das blutte Füdli scheint, kann man sich erstklassige Gedanken machen zu Themen, wie: Weiblichkeit, Alter, Tatoos: Ja/Nein, oder soll-ich-mir-jetzt-auch-sone-ganz-Gesichts-abdeckende-trendy-Riesensonnenbrille-kaufen?

Eine weitere Frage ist dann auch immer: Was lese ich in der Badi? Es muss etwas sein, in das man sich mit Elan und Spass reinschmeisst, und lohnen soll es sich auch. Mein Tip: “Das kurze Leben des Stuart Shorter” von Alexander Masters. Unterhaltsam, interessant, authentisch und alles andere als belanglos!

Alexander Masters ist in New York geboren und lebt in Cambridge, wo er Physik und Mathematik studiert hat. Danach arbeitete er bei der Odachlosenhilfe und lernte dort Stuart Shorter kennen, einen chaotischen, zuweilen gewalttätigen Obdachlosen. Während die beiden grundverschiedenen Männer gemeinsam für eine Kampagne arbeiten, die zwei Sozialarbeiter aus dem Gefängnis befreien soll, erzählt Stuart Alexander sein Leben.

Mit Witz und Mitgefühl (auch mit Wut) arbeitet sich Masters durch Postüberfälle und Gefängniskrawalle zurück bis exakt zu dem Tag, an dem Stuart die Gewalt für sich entdeckt – um zu begreifen, warum sich ein fröhlicher kleiner Junge in eine drogen- und alkoholsüchtige Dr.Jekyll-und-Mr.Hide-Persönlichkeit verwandelt hat.
Sunday Telegraph

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, es ist witzig und verzweifelt und lässt weitere brennende Badi-Fragen zu Themen wie Hautalterung oder ist-Heidi-Klum-wirklich-schwanger nur so dahinschmelzen.

“Das kurze Leben des Stuart Shorter” von Alexander Masters, erschienen im Kunstmann-Verlag

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5 Kommentare zu “Das kurze Leben des Stuart Shorter”

  1. the visitor sagt:

    diesen tipp werde ich mir merken, bis ich wieder etwas mehr zeit zum lesen habe. eignet sich denn das buch auch für männer, die in bern nicht ernsthaft die möglichkeit haben, den allerwertesten nackt in die sonne zu legen?

  2. pauli sagt:

    Liebe Grazia

    Bin ja berufshalber Nachbar vom Paradiesli, allerdings habe ich das erst vor ein paar Tagen so richtig realisiert. Musste nämlich aufs Dach klettern, um zu schauen, wo wir die Fassadenkletterei am nächsten Samstag anlässlich unseres – Achtung Werbung! – grossartigen Hausfestes abhalten wollen. Und dann, ja dann, schweifte mein Blick in die Umgegebung, u.a. in das Geviert, das Du so schön beschreibst. Natürlich habe ich sofort wieder weg geschaut… ein bisschen neidisch bin ich schon, weil die nackten Typen haben es weder im Marzili noch im Lorraine-Bad so schön wie ihr Weiber.

    In diesem Sinne: Geniesse das Sonnenbad. Und komme ans Hausfest nächsten Samstag.

    Pauli

  3. signora pergoletti sagt:

    @ the visitor: ja, es eignet sich auch sehr für männer. insbesondere für männer in badehose.

    @ pauli: jaja, “..erst vor ein paar tagen so richtig realisiert”… gibs zu, du hast den job doch nur deswegen angenommen! darüber sprechen wir noch! am hausfest!

    @ beide: tut euch zusammen und wehrt euch! auch männer haben das recht auf einen braunen po.

  4. lizamazo sagt:

    also, ehm, letzten sommer musste ich mal den getürmten erstgeborenen aus dem männerabteil des lorrainebades zurückholen. natürlich habe ich auch nicht hingeschaut (…) aber trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass dort der eine oder andere sitzlederkrebs gezüchtet werden könnte.

  5. the visitor sagt:

    das paradiesli soll aber viel schöner sein als das männerabteil im lorrainebad, frau(?) lizamazo. jedenfalls hat mir das meine gemahlin versichert.