Kulturstattgen

Roland Fischer am Donnerstag, den 15. Februar 2018 um 12:29 Uhr

Liebe KSB-Gemeinde, wir müssen jetzt sehr stark sein. Weil Houston, we have a pretty obvious Problem. Allerdings wissen wir nicht genau, in welchem Detail der Teufel steckt, das macht die Sache nicht eben einfacher. Und vielleicht sind wir auch noch selber schuld. Vielleicht.

#Wetoo

Wäre ja auch kein schlechter App-Name. Aber es geht um ganz andere Disruptionen, nämlich um ungute Zustände gesellschaftlicher Art und ihre womögliche Überwindung. Und die Freiheit der Kunst. Und metaphorische Schützengräben. Und das Zerfleischen des Zerfleischens und das Entschuldigen des Entschuldigens. So etwa könnte man den gestrigen Gränni-Abend BRÜSTEBEINEARSCHGESICHT zusammenfassen. Wem das jetzt nicht wirklich weiterhilft: So ging es den Beteiligten gestern auch. Und sie waren auch noch selber schuld. Vielleicht.

Auf der Bühne die halbe KSB-Belegschaft und dazu noch Emanuel Elia Bundi,
Marguerite Meyer und Geneva Moser. Jessica Jurassica war für den digitalen Kommentar zuständig, Lisa Christ war allzu moderat. Die vorgetragenen Kurztexte dafür disparat. Assoziation und Analyse. Mal sehr luzid und mal nicht sehr lustig.

defensives Fotokonzept (Recht am eigenen Bild: auch noch ein Streitpunkt gestern)

Dann Rauchpause (unser Schwab hatte endlich seinen Skandal), dann Diskussion. Irgendwann stand dann mal die Frage nach dem Gesprächs-Geschlechterverhältnis im Raum – geht das Thema vielleicht nur die Frauen an? Der KSB-Veteran erinnert sich noch an Zeiten, als wetoo über Frauenquoten stritten beim Rekrutieren (how 20th century). Aber um Gleichberechtigung ging es gestern ja nicht, sondern um offensichtlichere Missbräuche der Machtstrukturen. Oder ist das etwa dasselbe Problem? Schliesslich wollte man ja nicht über Einzelfälle, sondern über das grosse Ganze reden. Bis zu dem Moment wenigstens, als ein emotionales Votum aus dem Publikum forderte, man solle endlich aufhören, die Vorschläge abzuklemmen, was man denn konkret in Momenten des Machtmissbrauchs tun könne. Mann selbst hätte da gern erwidert: Doch bitte, abklemmen (man darf auch gern ein freundlicheres Wort copypasten – unweigerlich wurde Sprache übrigens noch zu einem weiteren Kampfplatz, als wäre die Sachlage nicht schon unübersichtlich genug), schliesslich war zu einem literarischen Abend geladen worden und nicht zu einem Wie-helfe-ich-mir-selbst-und-damit-auch-der-Welt-Workshop. Freiheit der Kunst eben und ihre Aufgabe bei unübersichtlichen Sachlagen. Aber da war man wohl selber schuld.

Es ging dann aber doch noch um Kultur: Um Skripts im Umgang miteinander, wie es einmal schön genannt wurde auf dem Podium. Tief eingeschriebene Skripts, aber eben: geschrieben, nicht geprägt. Die kann man also umschreiben, im Prinzip. Warum sie sich trotzdem so eisern halten: Das wäre auch eine interessante Frage gewesen. Und auch ein bisschen Psychoanalyse hätte nicht geschadet und die Frage, warum uns dieses Problem bloss so fertig macht. Von wegen klare Verhältnisse – in der Filterbubble wurde munter gestritten. Mitunter fühlte es sich so an, als wäre der einzige gemeinsame Nenner, dass man vom selben Gegner bös in die Mangel genommen wird. Eben: Wetoo. Wir müssen bessere Lieder singen. Und hoffen dass möglichst viele einstimmen. Wobei: Ich persönlich habe nie gern im Chor gesungen.

Bern auf Probe: Literatur gehört auf die Bühne!

Anna Papst am Mittwoch, den 14. Februar 2018 um 7:20 Uhr

Ursina Greuel las 2014 in der Zeitschrift Theater der Zeit ein Interview mit Melinda Nadj Abonji. Die Autorin äusserte sich darin nach einer unglücklichen Uraufführung ihres inzwischen unter dem Titel „Schildkrötensoldat“ erschienen Romans wie folgt: „Literatur, die literarische Sprache erscheint mir geradezu unvereinbar mit dem Theater zu sein, das ich als Ort der Überbelichtung empfinde, der ohne Tricks und (mediale) Effekte nicht mehr auskommt.“ Dieser Satz provozierte die Regisseurin Ursina Greuel, die auch den Stücktext gelesen und Gefallen daran gefunden hatte, so sehr, dass sie Kontakt zu Nadj Abonji aufnahm. Die beiden Frauen lernten sich kennen und die Regisseurin wollte der Autorin gerne beweisen, dass ihr Roman und die Bühne sehr wohl zusammenpassen. Nadj Abonji war sehr zurückhaltend, ihr war die Lust auf Theater zeitweilig vergangen und auch die Arbeit am Roman wollte sie vorerst beiseite legen. Greuel wartete, bis drei Jahre später der Roman beendet und die Lust auf eine szenische Umsetzung zurückgekehrt war.

“Dumm wie Brot” scheint Zoli seinen groben Mitmenschen. Er schweigt – und bäckt. “Soldat Kertész!” ist ab 22. Februar im Schlachthaus Theater zu sehen.

Es ist kein Zufall, dass sich Greuel herausgefordert sah, zu beweisen, dass zeitgenössisches Theater und literarische Sprache miteinander einher gehen können. Seit dem Ende ihres Studiums beschäftigt sich die Regisseurin mit Stücken, bei denen die Sprache im Zentrum steht. Wenn sämtliche Effekte, „Verzierungen“, wie sie es nennt, wegfallen, bleiben nur die Schauspieler*innen und die Sprache übrig. Das reiche, um Theater zu machen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Spass mit Schund

Gisela Feuz am Dienstag, den 13. Februar 2018 um 6:28 Uhr

Man solle doch bitte beim Verlassen des Saales ein paar Löffel mitnehmen, weil jetzt komme dann das normale Kinopublikum. Die Ansage des Kultmoviegang-Chefs am Sonntag nach der Vorführung von The Room im Ciné Club Bern machte deutlich: bei den Screenings dieser Gang ist alles ein bisschen anders.

Während bei gewöhnlichen Filmvorführungen jeder Mucks und jedes Rascheln mit der Popcorntüte mit einem giftigen Seitenblick quittiert wird, ist bei den Screenings der Kulturmoviegang explizit mitmachen gefragt. So fliegen am Sonntag haufenweise Plastiklöffel und aufblasbare Rugbybälle durch die Luft, Dialoge werden mitgesprochen und Charaktere bei deren Auftritten euphorisch begrüsst. Es wird gesungen, gejohlt, kommentiert und vor Allem sehr viel gelacht. Anders lässt sich The Room auch kaum ertragen, denn dieser gehört definitiv zum Schlechtesten, was die Filmwelt je gesehen hat. Plot? Jenseits. Schauspielerische Leistungen? Unter aller Sau. Dialoge? Sinnbefreit. Logik? Vergessen Sie’s.

Es gehört zum Konzept der Kultmoviegang, dass diese Filme zeigt, die einem normalerweise Instant-Augenkrebs bescheren. Im Kollektiv ist der Spass am Schund gross, weil richtig schlechte Filme sind halt auch schampar unterhaltsam. Selber davon überzeugen können Sie sich in Bälde bei Predator, Hands of Steel, Top Gun, For Y’ur Hight Only oder Street Fighter *winsel*.

Mit The Disaster Artist läuft zur Zeit ein Film im regulären Kinoprogramm, welcher die Entstehung von The Room nacherzählt. Nachdem Tommy Wiseau als Schauspieler nur Absagen einfuhr, entschied er sich, seinen eigenen Film zu drehen. Wiseau fungierte dabei als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Schauspieler. Sein Film The Room erlangte Kultstatus, zumal er von Kritikern zum schlechtesten Streifen aller Zeit ernannt wurde. 

Kulturbeutel 07/18

Milena Krstic am Montag, den 12. Februar 2018 um 5:33 Uhr

Die Krstic zitiert:
«Sag mir nicht, du kannst nicht singen». So heisst der Spielfilm der Berner Schauspielerin Sabine Timoteo. Es ist ihr erstes Werk als Regisseurin und feiert am Samstag, um 11 Uhr, Premiere im Kino Rex. Es geht um Claire und Carla, um Tod und Wiedergeburt. Am Sonntag wird der Streifen noch einmal gezeigt, um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Trailer habe ich keinen gefunden, aber die Filmstill-Fotos lassen auf einen poetischen, sorgfältig produzierten Film schliessen. Ich bin gespannt.

Schwab wirtschaftet mit den Cousinen und Cousins:
Die KSB-Gang rückt teilweise aus zum literarischen Diskussionsplausch im Gränni! Emanuel Bundi, Marguerite Meyer, Geneva Moser, Anna Papst, Bongoboi Urs und ich lesen Texte und reden uns um Kopf u. Kragen. Jessica Jurassica und Lisa Christ moderieren. Es geht um Sexismus. «Lass über diesdas reden, über #metoo, das Patriarchat, schlechten Sex und gute Vorbilder. Über Macht, Ntre und Nrtr, deine Mutter und wie wir leben wollen. Sechs Gäste von den Extrempolen des genderfluiden Kontinuums bringen Selbstgeschriebenes, dann wird diskutiert. Es gibt Wein.»

Vielleicht sollte ich mal noch einen Text schreiben.

Fischer empfiehlt:
Ein undogmatischer Dogmatiker: Trummer hat sich feste Regeln auferlegt beim Schreiben seines neuen Albums, um sie live dann doch wieder über den Haufen zu werfen. Davon überzeugen kann man sich an der Plattentaufe in der Dampfzentrale, am Samstag.

Der Urs wirtschaftet höchstens mit Vetterli empfiehlt:
Veranstalten ist immer auch mal hart und aber auch hart prätentiös und meistens je aufgeblasener, desto kleiner der Eigenfinanzierungsgrad. Darum gilt gerade diesen Bühnen Respekt, welche auch mal richtig was auf eigene Pelle riskieren.
Zum Beispiel der schon im Lenz zu stehen scheinenden INTERNATIONALE SPARDRUCK CLUB, reisst er doch kurzerhand in einer stinknormalen Februarwoche ein dreitägiges, internationales Festival an. Mit Namen wie: PEACH PIT, GUS DAPPERTON, EGOPUSHER, TRIO HEINZ HERBERT, MAVI PHOENIX und ÚLFUR ÚLFUR. Von Röhrenjeans über Wollpulli bis hin zu Hoodie alles vertreten – und ich zieh meinen filzigen Bogart.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Samstag sind in der Turnhalle des Progr die Icon Poeten am Start. Das Spiel funktioniert so, dass jeweils drei Minuten Zeit zur Verfügung stehen, um mit fünf zufällig gewürfelten Icons eine Geschichte zusammenzustifeln. Das ist lustig, für die Beteiligten allerdings auch ordeli adrenalinig. Frau Feuz weiss es, die tut nämlich mit zusammen mit Patti Basler, Raphael Urweider und Paul Steinmann. Am Anschluss pilgern Sie dann ins Punto hinauf, dort bieten J&L Defer musikalischen Eskapismus in Form von feingliedrig-experimentellem Frickel-Rock.

jessica jurassica #3

Milena Krstic am Sonntag, den 11. Februar 2018 um 11:39 Uhr

Yallah Kulturbürger*innen! Damit hätten Sie nicht gerechnet, als Sie eben Ihren ABO+-Tagespass gelöst haben: Gastautorin Jessica Jurassica nimmt Sie mit auf Tour de Lowlife, Mittelstandsverwahrlosung shady side up. 

am bühnenrand beim ausverkauften konzert in der arena wien / ich seh die fan girls in der front row fainten wenn ER auf die bühne kommt / die gesamte pubertäre energie nur für diesen einen boy on stage / verziehe mich ins backstage ans buffet die jungs geben draussen autogramme und halten ihre gesichter für fotos hin / irritiert von den abstrahierten auswüchsen des konkret verdienten erfolges in form von herzemojis und mädchentränen und #SMA18 pflastersteinen steck ich mir snacks für später ein / und bin plötzlich genervt von boy bands und attraktiven männern auf stages und von uns girls die wir da sind um unseren home oder lover boys naherholungsgebiet zu sein // wieder zurück in der schweiz und überwunden den kater zieh ich mir das neue tocotronic album rein aber auch bei white boy dirk hör ich nur wieder dieselben boy on stage projektionen raus: ‚alles was ich immer wollte war alles / alles was ich immer hatte warst du’

Jessica Jurassica ist unsere neue Gastautorin, die in unregelmässigen Abständen aus dem bernischen Prekariat berichtet. Zur Erinnerung: Rockboy Schwab hat hier ausführlich introduced.

Chunnt guet

Milena Krstic am Samstag, den 10. Februar 2018 um 14:20 Uhr

Monumental Men ist eine Berner Band, zusammengesetzt aus Männern, die sich alle schon ihre musikalische Sporen abverdient haben: Christoph Haller alias DJ Biru Bee als eine Hälfte der Round Table Knights und Mitgründer des Bonsoir Clubs, DJ Mel Mercury, der seit einer gefühlten Ewigkeit die Clubszene mitprägt und Roman Bühlmann alias Patrick Bischop, der damals im Jahr 2013 mit seinem Debüt «Minor Lakes» aufgefallen ist.

Nun treten die drei gemeinsam aufs Parkett, um als Monumental Men eine Mischung aus Clubsound und solidem Liedermacherhandwerk zu vereinen.

Ich bin nicht hier, um eine Wertung abzugeben, sondern nur, um zu sagen: So schön, dieses «Enemy». Chunnt guet.

Clip ab und alles gute zum EP Release, liebe Monumental Men.

EP Taufe ist am Freitag, 9. März 2018, im Dachstock.

Alles Pisse

Urs Rihs am Mittwoch, den 7. Februar 2018 um 2:00 Uhr

Gestern, ein Höhepunkt der Dringlichkeit im I nternational S styler C lub – Pisse aus Hoyerswerda war da. Wer da?
Pisse!

Müde von diskurskritikdreschenden MisepeterInnen komm ich aus dem Sitzungszimmer, knall mir den ersten Korn Appenzeller hinter die Binde und verscheisspiss mich zu Scheisse Pisse ins ISC –

Ein konzeptuell konzeptzerreissendes Postneuewelle-Viergespann aus grossem Nachbars Osten, welches seit seiner Gründung im Zwölf alles bezüglich Indiemusikschmutztbusinesstechnischem so hart konsequent an die Wand fährt, dass es jeder allesdurchdringenderverwertungslogikkritischen Persona eine scheiss pisse Freude sein muss. Und trotzdem oder gerade desswegen sind sie hype.

«Alle machen einen schönen Spagat zwischen Karriere hier und Abfuck dort. Die Generation ˓Soliparty˒ hat sich hier im wahrscheinlich sichersten Land der Erde in die Depression gefeiert und draußen ersaufen die Menschen im Mittelmeer. Syrien, der ganze nahe Osten, Ukraine, Afrika…alles im Arsch. In ganz Europa marschieren neue Rechte… Griechenland und so weiter und so fort…alles im Arsch…. und wir kaufen uns Second-Hand-Schuhe für 100€ und spülen unsere vegane Pizza mit handgemachter Fairtrade-Rhabarberpisse in den Hals.»

(Das Zitat ein Auszug aus einem der selten aus erster/m Hand Mund geführten Interviews des Quartetts)

110 Dezibel in live – ich fass mir beim Konzert nicht an die Ohren und stopf mir auch nichts in ihre Vorgänge, aus Respekt vor der Kraft durch Freude, obwohl es gesundheitsprophylaktisch wohl zu empfehlen gewesen wäre. Aber «Empfehlenswert» ist ohnehin linksliberale Spiesserkackepisse.

Und darum nur eins noch, wenn du in Zukunft das Glück hast diesen Namen in deiner Nähe spielen pissen zu hören, geh hin und stell dich!

Veränderung passiert nicht aufgrund aufgeblasener Phrasen oder nur Attitüde, sondern aufgrund von Überzeugung und der konsequenten Auseinandersetzung mit Widersprüchen.
Darum wird’s von Pisse zur Wahrung der Hoffnung auch nie breitbrüstige Parolen ab der Bühnenfront geben, sondern höchstens Zitate derselben in Form gelbgrünroter Wimpel im Bühnenhintergrund.

Bella Ciao und natürlich alles Pisse!

Wie sieht man denn aus, wenn man performende Menschen per digitalem Klotz während der Show festzuhalten sucht? Respektlos! Darum hier anstelle, das wunderbare Konzertposter.

 

Suppe, Brot und so ein Käse

Roland Fischer am Dienstag, den 6. Februar 2018 um 15:12 Uhr

Medienmisere, die Zweite. Echt jetzt, Berner Zeitung?

Und dazu ein Artikel vom Kulturredaktor persönlich, der kleinlich die Finanzen eines einzelnen von der städtischen Kulturabteilung geschmissenen Abends durchrechnet. Ein Müsterchen:

Warum die Stadt für einen «Vernetzungsanlass» die teuerste Band der Stadt engagieren muss, bleibt offen. Gesichert ist hingegen die Information, dass die Stadt bei der Verpflegung der Gäste weit knausriger war. Der Apéro war offeriert, danach waren Getränke und Essen kostenpflichtig. «Suppe, Brot und Käse gab es für 6 Franken.»

Und dem Bund fällt nichts besseres ein als nachzulegen und gelangweilte Politiker abzutelefonieren, um weitere routiniert-empörte Stimmen einzuholen. Merci, können wir dann weitermachen und über Kultur reden? Und darüber, wie viel sie wo kosten darf und soll? Es gäbe da ein paar wichtige Fragen zu klären, glaubs.

Kulturbeutel 06/18

Milena Krstic am Montag, den 5. Februar 2018 um 9:24 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Dass sich die Geige sehr wohl auch im experimentellen Jazz gut macht, beweist die Bernerin Laura Schuler auf ihrem Album «Kronikor». Darauf verbindet sie Sperriges mit Sinnlichem und lässt die Geige so erklingen, wie sie üblicherweise nicht zu hören ist. Am Donnerstag tauft sie gemeinsam mit ihrer Band das Album im BeJazz Club.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Dienstag sind im ISC «Präzisionsschrottverwerter» zu Gast, sprich: Eine aus der deutschen Metropole Hoyerswerda stammende Punk-Kombo mit dem klingenden Namen Pisse. Dank Songtexten wie «Ich bin der schönste Mann in der Nervenheilanstalt» sind die Mannen hoch gehandelte Anwärter für den Pulitzer-Preis. Oder auch nicht. Am Donnerstag gehen Sie dann zur fantastischen Madame Ariane von Graffenried ins Tojo der Reitschule, wo die Spoken-Word-Poetin Texte aus ihrem neusten Werk «Babylon» vorträgt. Und am Freitag läuft im Kino Rex  Fraktus, ein Dokumentarfilm über die Urväter des deutschen Techno. Oder auch nicht.

Der Urs empfiehlt:
IDLES

«The best way to scare a Tory is to read and get rich!»
Am Donnerstag im Stall.
Pflichtlektüre.

Fischer empfiehlt:
Das Mutterschiff hat sich des Gewalts-Films von Dieter Fahrer schon ausführlich anlässlich der Solothurn-Premiere angenommen, nun kommt er auch in die Berner Kinos. Am Mittwoch ist Vorpremiere, die Crew wird da sein und es wird wohl einiges zu Diskutieren geben.

jessica jurassica #2

Milena Krstic am Sonntag, den 4. Februar 2018 um 5:36 Uhr

Yallah Kulturbürger*innen! Damit hätten Sie nicht gerechnet, als Sie eben Ihren ABO+-Tagespass gelöst haben: Gastautorin Jessica Jurassica nimmt Sie mit auf Tour de Lowlife, Mittelstandsverwahrlosung shady side up. 

auf den berner strassen mal wieder polizisten die täglich junkies und papierlose verprügeln / in den lokalen zeitungen immer noch die alten chauvinistas am start / im internet virtuelle fackelzüge für die töchter europas / und das 7ner tram hat aufgrund technischer störungen am bärenplatz verspätung dabei will ich doch nur raus an den stadtrand um für einen nachmittag den urbanen horror und die ohnmacht zu vergessen / weil man kann nichts tun / nur die kamera drauf halten und wütend ins www raus schreien in der hoffnung lauter zu sein als #120db

Jessica Jurassica ist unsere neue Gastautorin, die in unregelmässigen Abständen aus dem bernischen Prekariat berichtet. Zur Erinnerung: Rockboy Schwab hat hier ausführlich introduced.