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Moderne Religion gesucht

Hugo Stamm am Samstag den 1. Dezember 2007

Die traditionellen Religionen und Glaubensgemeinschaften sind vor 1500 und mehr Jahren entstanden. Zu einer Zeit also, als das Wissen von der Welt bescheiden war. Kenntnisse von andern Kulturen waren kaum vorhanden, das Weltbild war entsprechend beschränkt. Eine Vorstellung von den Dimensionen des Weltalls hatten die Menschen damals ohnehin nicht. Sie konnten sich noch als das Zentrum der Welt betrachten.

Die rasante Entwicklung der Menschheit auf allen Gebieten ist für die traditionsreichen Glaubensgemeinschaften eine Hypothek. Wenn die Hindus den Affengot Hanuman, den Elefantengott Ganesh und den Stier Nandi Bull anbeten, ist das für aufgeklärte Menschen eine eindrückliche Zeremonie, aus religiöser Sicht aber eher seltsam.

Auch Islam, Judentum und Christentum sind nicht frei von kuriosen Glaubensvortstellungen und Mythen. Diese zeigen – was logisch ist – das beschränkte Weltbild aus der Zeit, als die Heilslehren entstanden sind. Sie atmen den Geist und die Erkenntnisse jener Epochen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Menschen kräftig mitgeholfen haben, die Glaubensvorstellungen zu entwickeln.

Erstaunlich ist aber, dass auch die jüngeren Glaubensgemeinschaften keine Heilslehre entwickelt haben, welche den modernen Erkenntnissen nur halbwegs entsprechen. Entweder berufen sie sich auf die traditionellen Glaubenswurzeln alt hergebrachter Gemeinschaften, oder sie verspekulieren sich tüchtig .

Dazu zwei Beispiele. Die Raelianer glauben, dass wir Menschen das Abfallprodukt von Klonversuchen der ausserirdischen Elohims sind. Diese Wesen würden nun mit Hilfe der auserwählten Raelisten ihre Schandtat von damals korrigieren. Deshalb versuchen sich die Sektenanhänger im Klonen.

Die Scientologen glauben, sie könnten einen Atomkrieg überleben, wenn sie täglich bis zu fünf Stunden in der Sauna sitzen und riesige Mengen Niacin (Vitamin B-Präparat) schlucken. Das war Hubbards Wissensstand in den 1950er Jahren. Dass dies Nonsens ist, wissen wir heute.

Warum gibt es keine modernen Religionen, die den aktuellen Wissensstand in ihre Heilslehre integrieren?

Göttliche Geldgier

Hugo Stamm am Donnerstag den 22. November 2007

Was ist eine Sekte?

Wenn wir ein Problem haben, fragen wir den Insider. Er kennt sein Fachgebiet aus der Innenansicht und hat die meisten Kenntnisse.

Bei Glaubensgemeinschaften funktioniert dieses Prinzip nur bedingt. Wenn ich Auskunft über die Zeugen Jehovas, über Scientology, die Universale Kirche oder sonst eine Sekte haben möchte, wende ich mich nicht an die Gemeinschaft. Der Grund leuchtet ein: Kein Gläubiger sagt ein kritisches Wort über seine Religion.

Hier liegt der grosse Unterschied zu den Grosskirchen. In halbwegs toleranten Glaubensgemeinschaften kracht das Gebäude nicht zusammen, wenn Kritik von innen laut wird. In sektenhaften Gruppen wird hingegen ein riesiger Kontrollaufwand betrieben, damit ja keine unbotmässigen Fragen gestellt werden.

Allein diese Tatsache müsste Sektenmitglieder stutzig machen. Wenn Glaubensgemeinschaften viel Energie darauf verwenden, Kritik abzuwehren, dann haben sie etwas zu verbergen. Diese simple Weisheit findet sich im Bewusstsein von Sektenanhängern nicht. Nicht mehr. Sie wurde ihnen systematisch ausgetrieben mit Hilfe der Indoktrination. Dazu zählen die Informationskontrolle, die Sehnsucht, die Angst, die Suggestion, die Bewusstseinkontrolle usw.

Ein weiteres Merkmal ist der Drang – oder wohl eher „göttliche Auftrag“ – zum Missionieren. Einem liberalen Katholiken oder Protestanten käme es nicht im Traum in den Sinn, seine Nachbarn zu bekehren. Fromme aus Freikirchen fühlen sich hingegen dazu verpflichtet – der Pastor und die Bibel haben es ihnen aufgetragen.

Nicht anders verhält es sich bei den Mormonen, Zeugen Jehovas, Scientologen, Hare Krishna und und und.

Der Zwillingsbruder der Mission ist der Opferzwang. Wo missioniert wird, wird auch auf alle erdenkliche und unmögliche Art Geld gefordert und eingetrieben. Skrupel entwickeln dabei die wenigsten Glaubensgemeinschaften und Sekten. Sie tun es ja für Gott oder ihren Guru, sind sie überzeugt. Und das sind heilige Zwecke. Da müssen auch keine Fragen gestellt werden.

Oft artet der Drang, Geld einzutreiben, in Gier aus. Dabei werden alle Skrupel über Bord geworfen.

Ein Beispiel erlebte ich kürzlich wieder bei einer Freikirche. Ein Pastor bearbeitete einen über 90-jährigen Gläubigen dazu, sein Millionenvermögen in Form einer Stiftung der Kirche zu vermachen. Der Köder: Das Himmelstor werde sich weit öffnen, wenn er sein Vermögen dem Herrgott vermache. Die Familienmitglieder wurden nicht gefragt nach ihrer Meinung gefragt.

Blackout bei Glaubensfragen

Hugo Stamm am Mittwoch den 14. November 2007

Manchmal erleben Menschen in Glaubensfragen einen geistigen Ausfall. Würden sie im Alltag so kopflos reagieren, wären sie kaum lebensfähig.

Ein paar Beispiele sollen dieses Phänomen veranschaulichen.

Scientologen glauben, ein böser Fürst namens Xenu habe vor 75 Millionen Jahren eine Wasserstoffbombe gezündet und den menschlichen „Geist“ (Thetan, scientologische Seele) auf alle Zeiten beschädigt. Seither sollen wir nicht mehr fähig sein, uns an die früheren Leben zu erinnern. Das sei der Grund für die dramatische Dekadenz. (Abhilfe kann da nur Scientology leisten – mit sündhaft teuren Kursen. Sie holen angeblich die verschütteten Erinnerungen zurück und machen den Menschen zum „Genie“.)

Die Anhänger von Guru Marshall Applewhite glaubten, sie müssten sich umbringen, um ihre Seele in ein Raumschiff zu beamen, das im Schweif des Kometes Hale-Bopp flog. 39 mehrheitlich junge Menschen tranken das tödliche Gift und stülpten sich einen Plastiksack über den Kopf. Gleichzeitig waren sie überzeugt, dass ihre Reisetaschen in der ursprünglichen Form ins Raumschiff transportiert würden. Und dass sie in den kosmischen Sphären Dollar brauchten.

Die Hare Krishna-Anhänger glaubten jahrzehntelang, dass nur Nonnen und Mönche erlöst werden, welche zölibatär leben. Als mehr und mehr Anhänger nach jahrelanger Askese abgesprungen waren, weil sie dem Reiz des andern Geschlechts erlagen und sich ihre Zentren entvölkerten, wurde die Keuschheitsregel abgeschafft. Heute darf auch ein Mönch mit der Erleuchtung rechnen, der ein Kind gezeugt hat. Hatte sich Guru Prabhupada geirrt oder ist es den Göttern inzwischen egal, ob sich Nonnen und Mönche vergnügen? (In den Kinderheimen der Hare Krishnas wurden unzählige Kinder sexuell missbraucht.)

Vergangene Woche ist eine 22-jährige Zeugin Jehovas bei der Geburt ihrer Zwillinge gestorben, weil sie sich geweigerte hatte, fremdes Blut bekommen. Die Wachtturm-Gesellschaft begründet ihre Blutdoktrin, die schon Dutzenden Gläubigen das Leben gekostet hat, mit der Bibel. Diese verbietet den Gläubigen, Blut zu sich zu nehmen. Dies war wahrscheinlich eine Hygienefrage: Da Blut ein Biotop für Krankheitserreger ist – es gab vor 2000 und mehr Jahren noch keine Kühlschränke -, war der Körpersaft Auslöser vieler gefährlicher Vergiftungen. Ausserdem: Vor 2000 Jahren gab es noch keine Bluttransfusionen. Wieso soll der biblische Ratschlag, kein Blut zu sich zu nehmen, auch für die Transfusion gelten? Ein weiterer tödlicher Aberglaube.

Esoteriker glauben, Geistwesen würden in nächtlicher Arbeit ein Metallgitter um unseren Planeten bauen. Der Grund: Da wir im Übergang vom Fische- zum Wassermannzeitalter spirituelle Wesen würden, müssten die Schwingungen auf der Erde erhöht werden. Das Netz könne dies bewerkstelligen. Gleichzeitig helfe das Gitter, physische Veränderungen auszulösen. Damit wir erleuchtet werden können , so die Esoteriker, müssen wir uns in Zukunft von kosmischem Licht ernähren. Dies ist nur möglich, wenn sich die Hirnanhangdrüse entwickelt und die DNA (Genstruktur) erweitert. Dem Gitter sei Dank. Fragt sich nur, weshalb wir es nicht mit unseren Teleskopen sehen können. Oder weshalb Satelliten darin nicht hängen bleiben.

Als Paul Meintjies verstarb, erklärte der südafrikanische christliche Prophet David Francis, der Tote werde nach wenigen Tagen auferstehen. Also wurde Meintjies in Kühlhaus gelagert. Nach mehreren Monaten ordneten die Behörden eine Zwangsbeisetzung an – unter Protest der Anhänger des Propheten. Sie weigern sich, die Rechnung für die Lagerung und Bestattung zu zahlen und warten weiter auf die Auferstehung.

Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Hätten Menschen im Alltag auch solche Blackouts, würden sie Waschmittel in die Suppe streuen, einen Mixer kaufen, um den Teppich zu saugen und mit den Wasserski am Skilift stehen. Was macht der Glaube mit manchen Menschen, dass sie nicht erkennen können, wenn unsere geistige Autonomie oder gar unser Leben in Gefahr ist? Was geht im Hirn oder Geist vor, dass der Mensch nicht mehr merkt, wenn der Glaube zerstörerisch wirkt? Warum herrschen in Glaubensfragen oft Ausnahmesituationen?

Betrug an den Gläubigen

Hugo Stamm am Montag den 5. November 2007

Die Ansprüche der Glaubensgemeinschaften an ihre Heilslehre sind hoch. Es gehört zum Wesen von Religionen, Ausschliesslichkeit zu reklamieren. Es gibt in den Augen von Gläubigen nur einen wahren Gott und nur einen richtigen Glauben.

Dieser Absolutheitsanspruch führt zwangsläufig zu hohen Anforderungen an die Gläubigen. Die auserwählten Rechtgläubigen wähnen sich im Besitz der vorbildlichen ethischen und moralischen Normen. Sie glauben auch, in der Gunst des einzig wahren Gottes zu stehen und von diesem geführt zu werden. Auch wenn viele Gläubige es nicht direkt aussprechen, zählen sie sich zur geistigen Elite. Und als besondere Wesen, die die wahren Werte verfolgen und wissen, wie sie ihr Leben gestalten müssen, um vorbildlich zu wirken. Ihr Glaubensbewusstsein erheischt einen Exklusivanspruch.

Sind Gläubige aber wirklich die besseren Menschen?

Sicher ist, dass sie es sein möchten. Ich streite auch nicht ab, dass sie sich besonders Mühe geben. Ein Blick in die Geschichte vieler Glaubensgemeinschaften und Alltagsbeobachtungen wecken aber nicht den Eindruck, dass Gläubige ihren eigenen Ansprüchen in hohem Masse zu genügen vermögen. Es gibt auch keine signifikanten Anzeichen, dass Gläubige durch besonderes ethischen oder moralisches Verhalten auffallen.

Ich respektiere, dass Gläubige hohe Ansprüche an sich und ihre Lebensführung stellen. Ich erwarte aber nicht, dass sie die besseren Menschen sind als Agnostiker oder Atheisten. Moralische und ethische Normen können auch „Ungläubige“ entwickeln.

Von den geistlichen Führern und „Profis“, die ihr Leben ihrem Gott und ihrem Glauben gewidmet haben, sollte man allerdings erwarten können, dass sie halbwegs ihre Ideale umzusetzen versuchen und nicht mit vollem Bewusstsein gegen die eigenen Normen verstossen.

Ein Blick in die „Sündenregister“ mancher Würdenträger lässt aber zweifeln, dass Geistliche die besseren Gläubigen sind. Das Leben vieler Päpste ist gepflastert mit Hurerei, Mord, Despotismus. Selbst in der Neuzeit macht der Vatikan nicht immer eine gute Falle, wie der mysteriöse Tod des „33-Tage-Papstes“ oder die Ungereimtheiten um die Vatikanbank zeigen. Auch heute fallen viele katholische Geistliche durch sexuelle Übergriffe und Pädophilie auf, wie die kürzlichen Zahlungen der katholischen Kirche von 660 Mio Dollar in den USA zeigen. Von den vielen unehelichen Kindern katholischer Priester ganz zu schweigen. (Dies sind geradezu lässliche Sünden, wenn da die eigenen Ansprüche und das Gelübte auf das Zölibat nicht wären. Und viele Kinder ohne Vater aufwachsen müssten.)

Besonders bedenklich wird die Sache, wenn die Gläubigen im Namen Gottes betrogen oder auf den falschen Gottespfad geführt werden. Die Wunder vieler Wahlfahrtsorte entpuppen sich bei näheren Untersuchungen als bewusste Fälschung. Besonders dreist sind die Wundmale, die der italienische Geistliche Padre Pio präsentierte und damit ganze Pilgerströme auslöste. Die Gläubigen verehrten ihn als Nationalheiligen. Nun ist ausgekommen, dass er sich seine Stigmata mit Karbolsäure selbst zugefügt hat.

Doch nicht nur in der katholischen Kirche werden die Gläubigen hinter das Licht geführt. Islamisten rufen ihre Gläubigen mit dem Koran in der Hand zum heiligen Krieg auf und interpretieren die Schrift fahrlässig um. Die Folge kennen wir: Selbstmordattentate im Namen Allahs.

Ein krasses Beispiel lieferte auch die Begründerin der Theosophie, H. P. Blavatsky. Sie behauptete, die göttlichen Avatare würden ihr authentische Botschaften in schriftlicher Form überliefern. Ihre Schüler fanden jeweils am Morgen in einem verschlossenen Schrank, dessen Schlüssen sie hüteten, schriftliche Botschaften der aufgestiegenen Meister vor. In Wirklichkeit hatte Blavatsky einen kleinen Schlitz in die Rückwand gesägt und nachts die Briefe mit den „göttlichen Botschaften“ nachts im Schrank deponiert.

So glauben auch heute noch viele Esoteriker und spirituelle Sucher an die göttlichen Leitsätze, die auf menschlichem Betrug basieren.

Es liessen sich endlos viele Beispiele anfügen. Sie verstärken das Vertrauen in Religionen und ihre Heilslehren nicht sonderlich.

Lebensfeindlicher Glaube ist sektenhaft

Hugo Stamm am Montag den 29. Oktober 2007

These: Eine Glaubensgemeinschaft ist sektenhaft, wenn sie mit unsinnigen säkularen Verhaltensregeln und weltanschaulichen Ansichten in den Alltag seiner Gläubigen eingreift.

Glaubensgemeinschaften sind für den Glauben und das Seelenleben der Gläubigen zuständig. Deshalb sollten Religionen selbst für eine sinnvolle Trennung von Glauben und weltlichem Alltag besorgt sein. Wenn der Glaube auch das säkulare Bewusstsein dominiert, kommt es zur Indoktrination, Bewusstseinskontrolle und Abhängigkeit.

Unsere gesellschaftliche Realität ist nach dem Prinzip der Selbstverantwortung aufgebaut. Das Individuum muss sich in einem Emanzipationsprozess ein Bild der Welt entwerfen und die Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Nur so funktioniert das Zusammenleben in pluralistischen und rechtsstaatlichen Gesellschaften. Deshalb müssen Glaubensgemeinschaften Zurückhaltung üben, wenn es um Weltbild und Ausgestaltung des Alltags der Gläubigen geht.

Viele Glaubensgemeinschaften tun sich aber schwer damit. Sie möchten das Denken, Handeln und Fühlen der Gläubigen prägen oder konditionieren. Durch die Kontrolle im Alltag nehmen sie Einfluss und stellen sicher, dass sich ihre Schäfchen nicht von der Glaubensgemeinschaft entfernen. Damit werden das selbständige Denken und die Abhängigkeit gefördert.

Ein paar Beispiele. Scientologen befragen ihre Mitglieder regelmässig über private Angelegenheiten: Zum Gesundheitszustand, zur Medikamenteneinnahme, zu Psychotherapien, finanziellen Belangen, zum Verhältnis zum Partner, zu den Eltern und Grosseltern. Sogar über Krankheiten wollen sie Bescheid wissen. Die Befragungen werden meist mit Hilfe des E-Meters, einem Hautwiderstandssmesser, eine Art Lügendetektor, vorgenommen. Wer schummelt, wird bestraft. Scientologen üben sogar in weltlichen Belangen eine Art richterliche Funktion aus. Sie greifen in den Alltag der Gläubigen ein.

Hindus erklären Kühe als heilig. Sie dürfen nicht geschlachtet werden. In kargen Gegenden könnten Kühe das Überleben der Menschen sichern. Diese verhungern lieber, als Kühe zu töten. Das ist ein lebensfeindliches Dogma, das mit dem Glauben nichts zu tun hat. Wieso soll ich ein Huhn töten und essen dürfen, nicht aber eine Kuh? Kommt hinzu, dass es den heiligen Kühen in den Städten schlecht geht, weil sie kein Grünfutter finden und gefährliche Abfälle (viel Plastik) fressen. Alle leiden wegen einer unsinnigen religiösen Vorstellung.

Ähnlich ist es bei den Moslems. Es ist nicht ersichtlich, weshalb sie kein Schweinefleisch essen sollen. Besonders Krass ist die Scharia bei den Islamisten. Hier werden Glaubensvorstellungen zum weltlichen Gesetz, geistliche „Würden“träger zu Richtern. Frauen, die fremd gehen, werden gesteinigt. Männer hingegen prahlen mit ihren Eroberungen in den Kaffees.

Unsinnig ist auch das religiös begründete Schächten bei den Juden. Fragwürdig auch das koschere Zubereiten der Nahrungsmittel.

Auch fromme Christen kennen solche religiösen Dogmen für säkulare Belange. Sex vor der Ehe ist Sünde, Homosexualität ebenfalls. Auch der Kreationismus ist ein unhaltbares religiöses Relikt. Dass die Welt älter als etwa 6000 Jahre ist, ist auch für Laien offensichtlich und wird von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen bestätigt. (Selbst wenn die Evolutionstheorie nicht stimmen sollte, ist offensichtlich, dass die Erde Millionen von Jahren alt sein muss.)

Fazit: Ich vergifte mein Bewusstsein, wenn ich aus religiösen Gründen eine Weltsicht entwickeln muss, die bar jeder Plausibilität ist. Und die offenkundig unbestrittenen Erfahrungen und Erkenntnissen widerspricht. Dann muss ich Verstand und Vernunft ausschalten, weil ich sonst in einen Gewissenskonflikt gerate.

In diesem Fall beherrscht der Glaube mein Denken, Handeln und Fühlen, und ich verliere die geistige Unabhängigkeit. Diese ist aber zwingend notwendig, wenn ich ein Leben in Würde, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung führen will.

Nur die grössten Kälber…

Hugo Stamm am Montag den 22. Oktober 2007

Die Schlacht ist geschlagen. Oder sollte ich eher schreiben: Wir sind geschlagen?

Die populistischen Schlagworte haben gewirkt. Die Strategie von Blocher und seinen Mannen ist aufgegangen. Die Reduktion der Weltsicht auf einfache Schlagworte hat verfangen. Fast wie bei Sekten, bin ich beinahe gewillt zu sagen. Immer schön eine Bedrohung stipulieren, einen angeblichen Feind an die Wand malen, die Angst nach aussen projizieren und die wichtigen Fragen ausklammern. Und dann mit Millionenkampagnen einen Heilsbringer präsentieren. („Wer Blocher stärken will, wählt SVP.“)

Die SVP legte auf alle Seiten Fallen. Bleiben die übrigen Parteien im engen Kreis stehen, sind sie gefangen. Machen sie einen Schritt, schnappen die Fallen zu.

Sicher, die übrigen Parteien haben nicht sonderlich geschickt operiert. Doch ihr Spielraum war wesentlich enger, als viele Kommentatoren glauben. Wer skrupellos taktiert und sich nicht scheut, unsaubere Methoden anzuwenden, punktet immer in unserer undifferenzierten Gesellschaft. Sachliche Argumente gehen in unserer lauten Welt unter. Viele nehmen in unserer Reizüberflutung nur die lauten Signale wahr. Und diese kommen immer von den Populisten, denen die Macht wichtiger ist als der Inhalt.

Dramatisch ist, dass die SVP vor allem bei den Schwachen und Unterprivilegierten Stimmen holen konnte. Das mangelnde Bewusstsein für die politischen Zusammenhänge trieb diese Wählerschichten in die Arme der Volkspartei. Diese profitierte von der Abneigung gegenüber Ausländern. Unterprivilegierte neigen dazu, die Ursache ihrer Probleme bei den noch Schwächeren zu orten. Der Tenor: Die Ausländer schmarotzen, nehmen uns die Jobs weg, vergewaltigen unsere Frauen, sind kriminell usw. Dass dies eine einseitige und verzerrte Wahrnehmung ist, kümmert sie nicht. Hauptsache, es gibt noch eine tiefere Unterschicht, auf die man eindreschen und auf deren Kosten man seinen Frust kompensieren kann.

Viele unterprivilegierte SVP-Wähler realisieren nicht, dass die Volkspartei eigentlich eine Bonzenpartei ist. Sie will Steuersenkungen für Reiche, die Wirtschaft einseitig begünstigen, den Abbau von Sozialleistungen durchdrücken, die Aufhebung des Krankenkassenobligatoriums vorantreiben, die Heraufsetzung des Rentenalters durchsetzen usw. Das sind alles Postulate, die Reiche auf Kosten der Armen privilegieren.

Geknüttelt wurde die SP, die sich für die Unterprivilegierten einsetzt. Die Gewerkschaften – Verbündete der SP – kämpfen für Gesamtarbeitsverträge, Lohnerhöhungen, Reduktion der Arbeitszeit. Die SP kämpft für die AHV, die Sozialwerke, Renten usw. Alles Anliegen, die im ureigensten Interesse der Unterprivilegierten liegen müssten.

Auch dies ist ein Sektenphänomen: Die SVP-Gläubigen erhoffen sich die grosse Freiheit, handeln aber gegen die eigenen Interessen.

Die neue Angst vor der Freiheit

Hugo Stamm am Montag den 15. Oktober 2007

Freiheitsliebende Menschen mussten während Jahrhunderten für die Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht des Individuums kämpfen. Von der Antike über das Christentum bis ins Mittelalter herrschten Feudalsysteme mit Leibeigenen und Sklaven. Despoten, religiöse Würdenträger, Könige und Kaiser unterdrückten die Massen und verteidigten ihre Macht und Privilegien mit dem Schwert.

Rückblickend können sich die Unterdrücker nicht mit dem Argument verteidigen, damals habe es noch kein Bewusstsein für die Idee der Freiheit gegeben. Die antiken Philosophen, allen voran die griechischen Denker (Aristoteles, Platon, Heraklit, Epikuros, Sokrates usw.) haben die grundlegenden philosophischen Fragen abgehandelt und auf eine Weise beantwortet, wie sie auch heute noch weitgehend Gültigkeit haben.

Die Machthaber haben aber das Volk unterdrückt, in dem es Bildung und Wissen nur den Privilegierten zukommen liessen. So ist es kein Zufall, dass im Mittelalter nur Geistliche die Bibel lesen durften. Sie erkannten damals schon: Wissen ist Macht. Wissen wurde gezielt monopolisiert.

Erst die Aufklärung riss die geistigen Schranken nieder, welche die weltlichen und religiösen Despoten – meist im Gleichschritt – errichtet hatten. Und die Französische Revolution kämpfte für die Gleichheit der Menschen.

Die Aufklärung war das Signal für die Entwicklung der Menschheit auf allen Gebieten. Die geistige Freiheit führte zur Forschung und Entwicklung. Sie brachten Fortschritt auf allen Ebenen und Wohlstand. Darüber sind sich wohl alle einig.

Doch nun schlägt das Pendel zurück. Plötzlich erfasst die Angst vor der Freiheit breite Kreise. Die Freiheit überfordert verunsicherte Menschen. Das geistige Durchdringen der Welt machte deutlich, dass sie komplexer ist, als uns religiöse Konzepte und Heilslehren weis machen wollen. Viele fürchten sich vor der Vielfalt und den Wahlmöglichkeiten. Sie erkennen, dass die Freiheit ein permanenter geistiger Kampf bedeutet. Sie fühlen sich überfordert und sehnen sich nach einer überschaubaren Welt zurück.

Diese Angst vor der Freiheit führt zu seltsamen Auswüchsen. Der Aberglaube grassiert wie nie zuvor. Man vertraut lieber den Sternen als den eigenen Erkenntnissen. Man liefert sich lieber einem spirituellen Meister aus, als die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

Die Angst vor der Freiheit führt zu einer neuen Autoritätsgläubigkeit und zu dogmatischen oder fundamentalistischen Verhaltensweisen. Man sehnt sich wieder nach Führern, welche die Richtung angeben. Und diese Führer entwickeln ein Sendungsbewusstsein, das nicht vereinbar ist mit dem aufklärerischen Gedankengut und der geistigen Autonomie des Individuum. Bush und Blocher sind Phänomene dafür. Bush in doppeltem Sinn, da er auch ein Vertreter des aufkeimenden christlichen Fundamentalismus ist.

Auch der grassierende Kreationismus ist ein Hinweis darauf, dass wir geistig regredieren. Und die fundamentalistischen Entwicklungen in vielen islamischen Ländern sind Ausdruck der Angst vor der Freiheit.

Es gibt viele Gründe für diese Entwicklung. Soziale, politische, anthropologische, ökonomische usw. Der Hauptgrund liegt meiner Meinung aber darin, dass die Mehrheit Angst hat vor der geistigen Auseinandersetzung mit den zentralen philosophischen Fragen.

Plädoyer für die Sterbehilfe

Hugo Stamm am Montag den 8. Oktober 2007

Die verstörende Odyssee der Sterbehilfeorganisation Dignitas bringt die Sterbebegleitung in Verruf. Generalsekretär – so nennt er sich! – Ludwig A. Minelli empfängt seine ausländischen Kunden im Wohnquartier, bei sich zu Hause, im Hotel, in einer Fabrikhalle usw. Das ist grotesk. Doch dabei geht vergessen, dass Minelli für viele Todkranke und Behinderte wie ein Engel erscheint. Er erlöst sie von unsäglichen Qualen oder einem unwürdigen Dasein.

Die Sterbehilfe gibt dem Menschen Würde und geistige Autonomie. Er ist nicht mehr auf Gedeih und Verderben der Medizin ausgeliefert, sondern kann selbst bestimmen, wann sein Leben den Punkt erreicht hat, bei dem er die Würde verliert.

Sicher: Würde ist ein relativer Begriff. Gerade deshalb soll jeder und jede selbst bestimmen können, wann für ihn das Leben keinen Sinn mehr macht und er die Würde verloren hat.

Unsere Gesellschaft ist heuchlerisch, wenn sie von zerfallenden Menschen verlangt, aus ethischen oder religiösen Motiven heraus weiter zu leben. Wir halten Werte wie Kraft, Potenz, ewige Jugendlichkeit, Freiheit, Selbstbestimmung hoch. Erfolg und Belohnung sind die Eckpfeiler unserer gesellschaftlichen Moral. Leistung wird belohnt, Einsatz bewundert.

Doch im Alter werden die Werte auf den Kopf gestellt. Beim Sterben ist plötzlich alles anders. Statt eine Belohnung für das erfolgreiche Meistern des oft mühseligen Lebens zu erhalten, werden wir bestraft. Wir zerfallen körperlich und geistig, im Extremfall werden wir entmenschlicht, in dem wir jede Kontrolle verlieren. Wir werden in der Demenz aggressiv, unser Hirn zerbröselt bei der Alzheimer-Krankheit, wir erkennen unsere Kinder nicht mehr, scheissen täglich in die Hosen, können nicht mehr essen usw.

Das ist der Lauf des Lebens: Alles zerfällt. Doch unsere gesellschaftlichen Normen blenden dieses Szenario aus. Der Tod wird verklärt. Und der christliche Glaube streut uns Sand in die Augen. Gott bestimmt, wann und wie jemand stirbt. Und niemand darf in Gottes Handwerk pfuschen. Der Widerspruch ist offensichtlich, die Doppelmoral auch.

Der Dank des Lebens ist in den meisten Fällen ein langes Leiden, denn Zerfall ist immer mit Leiden verbunden. Das ist das Gesetz der gnadenlosen Natur. Wer dies mit moralischen oder religiösen Argumenten beschönigt, belügt sich selbst.

Deshalb ist die Sterbehilfe ein Akt, bei dem ich im Extremfall die Würde und geistige Freiheit behalten kann. Denn es ist unwürdig, mich notfalls in den Wald zu schleppen und mir eine Kugel in den Kopf zu schiessen. Oder mich an einem Baum aufzuhängen – wenn ich denn dazu noch in der Lage bin. Bei der Sterbehilfe kann ich in meiner gewohnten Umgebung und im Beisein meiner Angehörigen sterben. Das ist Würde.

Spielt es denn eine Rolle, ob ich 85 Jahre alt werde oder 85 Jahre und drei Monate? Nein. Aber es spielt eine Rolle, ob ich drei Monate sinnlos leiden muss. Und es ist für mich wichtig, würdig zu leben. Bis zum letzten Tag. Wenn ich Schmerzen habe, mich das Morphin in einen permanenten Dämmerzustand versetzt, mein Gehirn nur noch Fehler produziert und ich meine Kinder nicht mehr erkenne, dann ist es Zeit zu gehen. Zum Nutzen von allen.

Eines dürfen wir nicht vergessen: Es werden auch in Zukunft nur wenige die Sterbebegleitung benutzen. Denn es braucht viel Kraft, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Nur eine verschwindende Minderheit ist dazu fähig.

Das süsse Gift der Macht

Hugo Stamm am Mittwoch den 3. Oktober 2007

Die Politik bietet uns momentan wieder eindrücklichen Anschauungsunterricht, weshalb wir aus der Geschichte nicht lernen können und uns endlos im Kreis drehen. Die Sucht nach Macht blockiert eine humane Entwicklung im Sinn der Aufklärung und eines evolutionären Humanismus. Russland, Burma, Nordkorea demonstrieren es auf tragische Weise. Tendenzen in dieser Richtung sind aber auch bei uns zu beobachten: Die stärkste Partei der Schweiz ist zu einer Blocher-AG verkommen.

Beginnen wir im Ausland. Die feigen Generäle in Burma, die bis auf die Knochen abergläubisch sind und sich im Urwald verstecken (Verlegung der Hauptstadt ins Niemandsland), schicken die Soldaten in die Pagoden, um Mönche zu verhaften, niederzuknüppeln oder zu erschiessen. Und die autoritätsgläubigen Soldaten lassen sich zu willfähriger Vollstrecker der Generäle degradieren. Einziges Motiv für die Verbrechen im Namen der Politik: Machtdrang und Machterhalt.

In Russland erleben wir momentan ein ähnliches Schauspiel, wenn auch weniger blutig. Putin kann nicht abtreten, wie es die Verfassung eigentlich verlangt. Mit einem Trick übernimmt er eine andere Funktion, behält aber die Macht uneingeschränkt. Und zeitlich unbegrenzt. Ein ehemaliger Geheimdienstler kann die Macht nicht abgeben und knebelt das Volk, um seine Sucht weiter frönen zu können.

Ähnliches erleben wir in Nordkorea. Die Bilder von den Paraden des koreanischen Gipfeltreffens sprechen für sich. Auch hier sehen sich psychisch auffällige Gestalten in ihrer Verblendung als Heilsbringer. Wahrnehmungsverschiebungen und Realitätsverlust einzelner Polit-Zampanos stürzen ganze Völker ins Unglück.

Auch bei uns wirkt sich der Machtdrang eines Mannes unheilvoll aus, auch wenn sich das Beispiel nicht mit den Vorgängen in Burma, Russland oder Nordkorea vergleichen lässt. Trotzdem: Der Wahlkampf zeigt, dass „Mister Schweiz“ die Relationen verloren hat. Und dass sich eine ganze Partei in den Dienst dieses Mannes stellt.

1. Die SVP hat sich zur Blocher-Partei reduzieren lassen. In vorauseilendem Gehorsam verkündet sie, dass sie Bern den „Krieg“ ansagt, falls Blocher nicht wieder gewählt werden sollte. Und dies selbst dann, wenn an Stelle von Blocher ein anderer SVP-Mann (eine Frau wohl kaum) gewählt werden sollte.

2. Blocher selbst tritt als Heilsbringer auf. Er verhält sich so, als sei die Schweiz verloren, wenn er nicht mehr im Bundesrat vertreten sei. Mit seinen abstrusen Komplott-Theorien zeigt er Ansätze von Verfolgungsängsten und Realitätsverlust. Wie das bei Machtsüchtigen oft zu beobachten ist.

Bedenklich dabei ist, dass sich das Parlament erpressen und Blocher im Dezember wieder wählen wird.

Solang sich die Welt nicht von Machtmenschen, die sich als Heilsbringer verstehen, befreien kann, wird die Freiheit für viele ein Traum bleiben.

Sinn und Sinnlichkeit

Hugo Stamm am Dienstag den 18. September 2007

Religionen und Glaubensgemeinschaften vermitteln den Sinn des Lebens, den höheren Sinn. Das ist ihr Kerngeschäft. Sinn kommt auch von Sinnlichkeit. Radikale Gruppen sind aber sinnesfeindlich. Wie geht das?

Für streng Gläubige sind die Sinne eine Bedrohung. Dabei vergessen sie, dass es ohne Sinne keine Empathie, kein Einfühlungsvermögen gibt. Die Sinne sind der Motor menschlichen (auch menschlich wertvollen) Handelns. Wer die Sinne verteufelt, läuft Gefahr, sich zu entmenschlichen.

Weshalb werden die Sinne mit dem Teufel in Verbindung gebracht? Weshalb verstecken Islamisten ihre Frauen hinter Schleiern? (Eigenartig nur: Der Märtyrer erhält nach seiner mörderischen Tat 77 Jungfrauen, aber erst im Jenseits. Was bedeutet, dass die Sinne erst im Jenseits bedient werden dürfen.)

Die Sinne binden ans Diesseits, an das Hier und Jetzt. Sie erzeugen Glücksgefühle und sind Ausdruck der Lebensfreude. Radikale Gläubige richten ihre Sinne aber vorwiegend auf das Jenseits aus – und unterdrücken sie im Diesseits. Sinnlichkeit bedeutet für sie Versuchung, deshalb suchen sie das Übersinnliche.

Doch wer seine Sinne unterdrückt, verdrängt einen wichtigen Teil seiner Identität und seines Bewusstseins. Er misstraut seinen Sinnen – und somit seiner wichtigsten Triebfeder für menschliches Handeln. Und letztlich sich selbst. Und er handelt sich dauernd Schuldgefühle ein, weil niemand seine Sinne ungestraft unterdrücken kann. Im schlimmsten Fall muss er mit psychischen Auffälligkeiten rechnen.

Für die Gesellschaft sind Gläubige, die ihre Sinne verleugnen, eine Hypothek. Wer ihnen nicht traut, ist manipulierbar. Er hat sich von sich entfremdet und Wertnormen verinnerlicht, die gegen das Leben gerichtet sind. Deshalb orientieren sie sich gern an Autoritätspersonen, die ihnen sagen, was sie zu fühlen und zu denken haben. Es ist denn auch kein Zufall, dass radikale und sektenhafte Glaubensgemeinschaften autoritäre Strukturen aufweisen und von den Mitgliedern bedingungslosen Gehorsam verlangen.

Sinn hat viel mit Sinnlichkeit zu tun. Mit verantwortungsvoller und erfüllender Sinnlichkeit, die von Empathie geleitet ist.

Wer seine Sinne richtig wahrnimmt und ihnen den gebührenden Raum gibt, wird nicht masslos oder hedonistisch, sondern bescheiden und genügsam. Denn er weiss, dass Gier unglücklich macht. Soziale Gerechtigkeit und die Fähigkeit, sich an kleinen Begebenheiten zu erfreuen, erzeugen sinnliches Glück. Und somit Lebenssinn.

Der Sinn des Lebens liegt in erster Linie im Leben selbst. Wer ihn vorwiegend ausserhalb sucht, verpasst das Leben im Diesseits. Und ob er es im Jenseits findet, weiss niemand mit Sicherheit.