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Bischof Huonder betreibt Apartheid mit Geschiedenen

Hugo Stamm am Mittwoch den 7. März 2012
Was Gott gebunden hat, darf der Mensch nicht trennen: Bischof Vitus Huonder.

«Was Gott gebunden hat, darf der Mensch nicht trennen»: Bischof Vitus Huonder. (Bild Keystone)

Am kommenden Sonntag wird der Churer Bischof Vitus Huonder während den Gottesdiensten einen Hirtenbrief verlesen lassen, der manche Atheisten mehr freuen dürfte als viele Katholiken. In einem Schreiben an seine Gläubigen macht der Vorsteher der Diözese klar, dass geschiedene Gläubige Menschen zweiter Klasse sind. Zumindest was ihre Stellung und Wertschätzung innerhalb der katholischen Kirche betrifft. Denn die Vikare und Pfarrer werden von der Kanzel verkündigen, dass Geschiedene, die wieder geheiratet haben, den Sakramenten, vor allem der Eucharistie, fernbleiben müssen. Mit ihrer zweiten Heirat haben sie quasi die Gnade des heiligen Sakraments verwirkt.

Huonder weiss zwar: «Jede Ehescheidung ist ein menschliches Drama.» Trotzdem bestraft er Betroffene, die für den Rest des Lebens nicht Single bleiben wollen. Dies, obwohl ihm klar ist, dass knapp die Hälfte der Ehen geschieden wird. Er brandmarkt also jeden zweiten Gläubigen und stösst ihn aus der Gemeinschaft.

Warum tut Bischof Huonder das? Für ihn ist die Ehe unauflöslich. Deshalb gäben nur Getrennte und Geschiedene, «welche allein bleiben, ein kostbares Zeugnis für die Unauflöslichkeit der Ehe ab». Huonder beruft sich auf Markus 10, 9-12: «Was Gott gebunden hat, darf der Mensch nicht trennen.» Nur: Es ist eine ziemliche Anmassung zu behaupten, Gott habe Ehepaare gebunden. Wenn er es denn täte, würde er einen ziemlich schlechten Job machen, zerbrechen doch die Hälfte seiner Bindungen. Laut Huonder leben wiederverheirateten Geschiedenen in schwerer Sünde.

Doch was ist mit den vielen katholischen Geistlichen, die Kinder missbrauchen, heimlich eine Geliebte haben, mit ihnen Kinder zeugen, Herr Huonder? Leben diese nicht in viel schwererer Sünde? Wie halten Sie diese von den Sakramenten fern? Gar nicht, denn diese dürfen die Wandlung sogar vollziehen und die Kommunion austeilen. Wie wollen sie den Geschiedenen diese Bigotterie erklären?

Sie hätten sich auch auf eine andere Bibelstelle abstützen können, um den Geschiedenen Trost zu spenden und sie aufzumuntern, die Sakramente zu empfangen, Herr Huonder. So sagte Jesus zu einer Ehebrecherin: «Hat dich keiner verurteilt … Auch ich verurteile dich nicht.» (Johannes 8, 10-11) Womit klar ist, dass jeder das aus der Bibel herauspicken kann, was seinem Weltbild, seiner religiösen Ausrichtung und seiner politischen Färbung entspricht. Somit geben Sie einmal mehr ein Müsterchen ihrer reaktionären Haltung ab. Wo bleibt Ihre Menschlichkeit, wo die Barmherzigkeit, wo die christliche Nächstenliebe?

Die reine Lehre ist Ihnen und vielen alten Herren in hohen Kirchenämtern wichtiger als Seelsorge. Der Widerspruch zur Haltung von Jesus, wie sie im Neuen Testament zum Ausdruck kommt, könnte grösser nicht sein. Somit entfernen Sie und ihre Gesinnungsgenossen vom rechten Kirchenrand sich meilenweit vom Geist ihres Religionsgründers.

Doch nicht genug: Ist ein Katholik, der seine Frau prügelt und fremdgeht, ein würdigerer Katholik als ein Geschiedener, der von seinem Partner verlassen worden ist? Wie, Herr Huonder, wollen Sie sicherstellen, dass die sündigen Gläubigen nicht trotz des Verbots zur Kommunion gehen? Wollen Sie ihnen ein Kirchenverbot auferlegen? Oder ihnen gar ein Kreuz – natürlich kein christliches – auf die Stirn tätowieren? Und was passiert mit wiederverheirateten Geschiedenen, die trotz des Verbots das Sakrament empfangen? Entheiligen diese die Kommunion? Begehen sie eine Todsünde?

Zum Schluss: Weshalb soll dieser Hirtenbrief manche Atheisten freuen, wie eingangs erwähnt? Mit diesem Schreiben an die Gläubigen verstossen Sie viele Gläubige und fördern die Säkularisierung der Gesellschaft ganz im Sinn der Religionsskeptiker. Man könnte es auch so formulieren: Sie arbeiten tüchtig an der Auflösung der katholischen Kirche als Volkskirche mit. Wetten, dass sich Jesus auf die Seite der Gläubigen schlagen und ob der vatikanischen Kirchenpolitik die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde.

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702 Kommentare zu “Bischof Huonder betreibt Apartheid mit Geschiedenen”

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