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Tödlicher Wahn

Hugo Stamm am Mittwoch den 21. Februar 2007

Übereifrige und enthusiastische Gläubige sind meist sehr glückliche Personen. Sie sind erfüllt von der Gnade Gottes oder vom Glauben an eine spirituelle Superwelt, die ihnen dereinst – oder vielleicht schon nach dem nächsten Seminar – winkt. Der Blick in den Himmel löst ganze Sturzbäche von Glückshormonen aus. Das Schweben in den höheren Sphären kann süchtig machen.

Deshalb bekommt nicht allen Gläubigen der Ritt auf der rosaroten Glaubenswolke gut. Wer vor lauter Schweben die Füsse nicht mehr auf die Erde kriegt, läuft Gefahr, nur den Geist zu bedienen und sich vom handfesten Menschsein zu entfremden. Oder: Vor lauter Geist verlieren sie Körper und Seele. Im Extremfall kann das zu einer Spaltung des Bewusstseins führen. Und zu psychischen Auffälligkeiten. Die Psychiatrie spricht bei religiös begründeten psychischen Fehlentwicklungen auch von ekklesiogenen Neurosen. Was allerdings noch eine harmlose Form psychischer Auffälligkeit sein kann.

Dramatischer wird es, wenn die überhitzte Gläubigkeit in einen religiösen Wahn ausartet. Beispiele dafür gibt es viele. Die auffälligsten sind die kollektiven Sektendramen. Es gibt aber auch „gewöhnliche“ Katholiken, die Wahnvorstellungen entwickeln und sich als Prophet gebärden. Alle grösseren psychiatrischen Kliniken beherbergen Patienten, die unter „Glaubenskrankheiten“ leiden.

Eine religiöse Entartung ereignete sich kürzlich in Rumänien. Ein Gericht in Vaslui hat diese Woche einen Pfarrer, eine Äbtissin und drei Nonnen mit Gefängnisstrafen belegt. Die fünf orthodoxen Geistlichen hatten einer Nonne den Teufel ausgetrieben.

Konkret: Pfarrer Petru Corogeanu, die Äbtissin und die drei Schwestern hatten im Sommer 2005 im ostrumänischen Kloster Tanacu eine 23 Jahre alte Nonne an ein Kreuz gefesselt und ihr drei Tage lang keine Nahrung gegeben. Die junge Frau starb an den Folgen der Misshandlung. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Opfer psychisch krank war und sich deswegen auffällig verhalten hatte. Der Pfarrer und die Nonnen waren überzeugt, dass die Frau vom Teufel besessen sei.

Der Pfarrer erhielt wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge eine Gefängnisstrafe von 14 Jahren. Die drei Nonnen wurden als Komplizinnen zu fünf Jahren und die Äbtissin des Klosters zu acht Jahren Haft verurteilt. Bei der Verkündung des Urteils in der ostrumänischen Stadt Vaslui demonstrierten 50 Sympathisanten des Pfarrers lautstark für dessen Freispruch.

Der Herr Pfarrer ist schliesslich mit Gott im Bund und wird schon gewusst haben, weshalb er die Nonne ans Kreuz gefesselt hat…

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234 Kommentare zu “Tödlicher Wahn”

  1. feelx sagt:

    Ämmitaler

    Was bedeutet für ein Kind von 8 Jahren „rechtzeitig“? – Bedeutet es „zur rechten Zeit“, „recht zeitig“? – Heisst das auf die Sekunde genau, auf die Minute genau, auf 5 Minuten genau, auf die Viertelstunde genau, auf die halbe Stunde genau? – Was bedeutet für ein Kind von 8 Jahren „zur rechten Zeit? – Vielleicht ist der Uhrterror der Urterror unseres sekundengenau programmierten Alltags schlechthin! –

    Wenn die Mutter das also nicht so eng sieht, könnte sie ihrem Kind sagen: Na, da bist du aber grad noch rechtzeitig zum Abendessen gekommen.

    La Jabalita

    Wildsäuli? – Ist das richtig? Also, wenn du Junge hast, dann ist mit dir nicht zu spassen, wenn man dir zu nahe tritt 🙂

    Ich habe das, was Elefant gesagt hat mit „ab hinter die Bücher“ etwas anders verstanden, nämlich, dass uncle sam sich das einmal ansehen soll, was er geschrieben hat in dem betreffenden Beitrag. Das hat eigentlich die ganze Diskussion ausgelöst. Wenn uncle sam diesen Beiträg noch einmal lesen würde, dann bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass er einsehen würde, was für einen Unsinn er da geschrieben hat. Ich habe darauf nicht sehr pädagogisch oder locker vom Hocker reagiert sondern war ziemlich verärgert.

    Ich habe Mühe damit, wenn ein Unterschied gemacht wird zwischen dem einen und der anderen aufgrund des Alters. Und du hast recht, wenn du sagst, dass auch über 40 jährige in Vorurteilen befangen sein können, und dass eben auch unter 20 jährige sich sehr vorurteilsfrei über eine Sache äussern können.

    Arroganz ist das Vorrecht der Jugend, das sehe ich auch so, und wenn ich einen Unterschied machen würde, so denn diesen, dass einige die Erfahrung noch nicht hinter sich haben, Jugendliche zwischen 13 und 20 gross gezogen zu haben, und andere diese Erfahrung eben gemacht haben.

    Uncle Sam

    Wir bekriegen uns nicht, wir kriegen das locker wieder auf die Reihe, was du hier angezettelt hast. Kein Problem. Schade, dass du dich verabschiedest, hätte doch noch allzugern gewusst, wie man merkt, dass man alt und konservativ geworden ist, aber zu deinem dritten Teil, wie ich es dir wieder am besten heimzahlen könnte, hätte ich da schon eine Idee: Frustrationen machen alt und konservativ, wie eben die, dass man lieber von Angesicht zu Angesicht diskutiert als sich diesem neumodischen Zeugs wie einem Sektenblog aussetzt, auch auf die Gefahr hin, missverstanden zu werden :)) Na, genug Feuer unter dem Dach?

    Du könntest hier noch sehr viel dazulernen, wie etwa, dass man aus dem geschriebenen Wort sehr viel herauslesen kann, dass man durch die Reaktionen anderer herausfindet, was man da auch noch schrieb, ohne es eigentlich so gemeint zu haben, dass man lernt, auf das Ungesagte zu achten, dass man ausführlicher artikulieren lernt, um Missverständnissen vorzubeugen, dass man sich gerade nicht durch Mimik und Gestik verbergen kann, aber dass sich die Mimik und Gestik offen und unverdeckt im Geschriebenen zeigt, dass man eigentlich erst mit der Zeit herausfindet, welche Persönlichkeiten hinter den Beiträgen stecken usw. usw.

    Manchmal geht es hier zu und her wie beim Tontaubenschiessen, manchmal spielen wir Schach, manchmal Fussball. Mir jedenfalls macht es Spass hier dabei zu sein. Wenn ich dir den Spass verdorben habe, so bedaure ich das.

  2. Otto sagt:

    Das war also das grosse Elefantenduell? Na ja, im Kino läuft nix mehr gscheits, im TV schon gar nicht. Und ich hab gedacht, dass wenigstens hier mal wieder deftige Unterhaltung geboten würde. Nix is.

    Die ganze Schmierenkomödie basierte also auf einem einzigen grossen MISSVERSTÄNDIS? Der geneigte Leser nimmt das zur Kenntnis.

    Aber ich finde, das Thema „Missverständnis“ ist ein gutes Stichwort. Bei einigen Leuten, die sich hier im Forum ständig verewigen, könnte man schon dem Verdacht erliegen, dass ihre Geburt in diese Welt ein tragisches Missverständnis war.

    Noch ein Wort an den Onkel Sam: Du bedauerst, dass Du hier beim Diskutieren nicht die Gesichter und die Mimik der entsprechenden Leute siehst. Das mag wohl stimmen, aber ich empfinde das als einen Vorteil.

    Manche Diskussionen, die Du hier freudig mit einigen Leuten führst, würden ein abruptes Ende finden, wenn Du ihre Gesichter und Mimik sehen könntest. Du würdest dann wohl fluchtartig das Weite suchen, glaube ich.

  3. Effekthascher sagt:

    Neues aus Bloghausen:

    Der Versuch von Otto die Diskussion nocheinmal anzuheizen um seinen Voyeurismus zu befriedigen scheint kläglich zu scheitern. Da es beim Elefanten und feelx sind so recht klappen will versucht er mit einem Missverständlichen-Schrottschuss in die Menge doch noch Effekte zu erzielen die Ihm gegen seine Langeweile helfen könnten.
    Wird dieses Vorhaben gelingen? Oder wird Otto doch gezwungen sein wieder den TV einzuschalten?

  4. La Jabalita sagt:

    @ AEMMITALER
    Nicht du, sondern meine allzu fantasievolle Interpretation hat die Dinge kompliziert zu macht. 😉 Jedenfalls danke fuer die hilfreiche Erklaerung.
    Das Alter ist bestimmt kein Grund, jemanden nicht ernst zu nehmen. Zum Beispiel nehme ich sowohl meinen 5-jaehrigen Neffen wie meine 98-jaehrige Urgrossmutter extrem ernst. Es waere mir sogar unmoeglich, sie nicht ernst zu nehmen, egal wie jung/alt sie sind. Dennoch wuerde ich weder den Neffen noch die Urgrossmutter unbeaufsichtigt an meinen Computer lassen.
    Vielleicht haelt sich jedes Alter fuer das weiseste, und neigt deshalb dazu, die juengere Generation im besten Fall wohlwollend-goennerhaft zu behandeln?
    Als junger Mensch kann man sich immerhin noch damit troesten, dass man selber ja auch einmal 50 sein wird und sich dann raechen kann, indem man es der naechsten Generation heimzahlt. 😉
    In der alternden Gesellschaft wird dieses Thema sicher bald topaktuell, sodass wir sicher darauf zurueckkommen.

    @ feelx
    Wie war denn das genau mit der Wildsau in den Ardennen? War das eine echte wilde Sau, mit Stosszahnen, à la Asterix und Obelix?
    Was deinen letzten Absatz an mich betrifft: Willst du mir damit sagen, dass ich, nachdem ich selber Kinder grossgezogen haben werde, durch diese Erfahrung so frustiert und meiner Geduld mit 19-jaehrigen beraubt sein werde, dass ich meine Meinung zu diesem Thema aendern werde? Ist es dir so ergangen? Ist es anderen Bloggern so ergangen? Moria und Aemmitaler, was meint denn ihr dazu?

  5. Otto sagt:

    @Jabalita

    Ihnen möchte ich jetzt doch auch ein paar Zeilen widmen.

    “Jabalita”

    Ich finde der Name passt irgendwie zu Ihnen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ist das nicht eine gängige ERNUSSSORTE, die in dem Land wo Sie leben, wächst?

    Bitte korrigieren Sie mich, wenns nicht stimmt, ja?

  6. der elefant sagt:

    otto,

    when elefants fight the grass gets trampled.
    wäre schade ums gras.

    sieger ist also feelx’ wildsau.

  7. ÄMMITALER sagt:

    @ La Jabalita

    „In der alternden Gesellschaft wird dieses Thema sicher bald topaktuell, sodass wir sicher darauf zurueckkommen.“

    Du erschreckst mich: Meinst du, hier im Blog altert man schneller?

    … „dass man selber ja auch einmal 50 sein wird und sich dann raechen kann“ …

    Ah! Du möchtest wissen, ob ich noch am Warten oder schon am Rächen bin? Unsere Kinder sind 24, 22 und 20 🙂 Aber zur Anspielung von feelx: Mir selbst geht es so, dass ich Jüngeren gegenüber wohlwollender geworden bin. Möglicherweise, weil ich mich selber weniger wichtig mache und mehrere Lebenssituationen nun von beiden Seiten her kenne (als Kind und als Vater). Vielleicht war der Anfang aber, dass ich mir selber gegenüber liebenswürdiger geworden bin.
    In der Sache, im Inhalt, erlebe ich mich mit zunehmendem Alter als deutlicher, bestimmter, zum Beispiel wenn es um das Einfordern von Respekt geht. – Ich sehe mich als ziemlich gewöhnlichen Menschen; gleichzeitig weiss ich, was es mich gekostet hat, bis hierhin zu kommen. Das schwingt immer mit. Das ist der Respekt vor mir selber.

    Früher war es so, dass alle kleinen Kinder, alle Tiere, sich zuerst an mich gewandt haben – ohne dass ich irgendetwas getan hätte. Heute, ich habe sie immer noch gern, gehen sie oft als erstes zu jemand anderem. – Als ob sie meine Einladung, meine Erlaubnis brauchten.

    @ Moria

    Ja, das ist, glaube ich, eine gute Idee, eine gute Art: Die Übertretung ist da, die Konsequenz muss (wenn ich mich selbst ernst nehme) folgen. Aber ich kann dem Kind einen Teil erlassen.
    Weil ich der Liebe einen Platz geben will.

    Das wäre für mich – von der Richtung her – eine mögliche Antwort auf die Frage, wie Ältere mit Jüngeren umgehen könnten.

    @ feelx

    Da bringst du ein Thema zur Sprache, über das wir uns über mehrere Blogs hinweg unterhalten könnten: Den Terror der Zeit.

    Als Stimmungsbild einfach mal soviel: Ich liebe das Wort Weile. Alle meine Uhren gehen kaputt. Irgendwie. Ich trage keine mehr. Aysha hat bisher – mit einer einzigen Ausnahme – alle Uhren zu Stehen gebracht; ob mechanisch, automatisch, Batterie. Spätestens nach zwei Monaten: Aus!
    Ich liebe den Spätsommer, den Herbst – wenn die Zeit einfach still steht. Eine wärmende Sonne, windstill, diese Fülle!!

  8. feelx sagt:

    La Jabalita

    Wie war das? – Also, wir wanderten durch dichbewaltetes Gebiet. Es regenete fürchterlich, also wirklich aus Kannen, wie sie hier sagen, regnete es pfeifensteil vom Himmel. Der Pfad wurde immer schmaler und wir mussten durchs Gebüsch, um trockene Füsse zu behalten. Endlich war der Pfad wieder trocken und ich sah überall Spuren von Wildschweinen. Also ich war auf der Hut und spähte durch die Büsche. Plötzlich sah ich ein Wildschwein unter einer Tanne von grad mal fünf Jahren alt mit Jungen, sie grunzte nicht wie ein gewöhnliches Schwein, nein, es war eher ein tiefes wolfsbrüllartiges Grollen aus den tiefsten Tiefen der Hölle!! Es war ein Weibchen, das ihre Jungen beschützte, und ich lief wie von der Hornisse gestochen davon, rief meiner Liebsten zu: Lauf!! – Das Schwein hätte uns die Beine brechen können, wenn nicht gar das Genick! Ehrlich wahr. Zum Glück hat sie uns dann in Ruhe gelassen. Wir sind rechtsumkehrt zurück und wollten nichts mehr wissen von einem waldig dunklen Pfad an einem regenreichen Tag im Monat Februar, wo Wildschweine ihre Jungen aufzogen. Die Männchen haben Eckzähne, richtige Widerhacken, aber das Schwein, dem ich begegnet bin, war eindeutig ein Weibchen ohne diese grässlichen Eckzähne. Die Jungen sahen niedlich aus, aber wie sollte ich einem Wildschwein klarmachen, dass ich überhaupt nicht interessiert war an ihren Jungen? – Ich dachte nur noch, weg von hier, dann wird sie schon verstehen, dass ich nichts von ihr will, schon gar nicht von ihrem Männchen….;))

    Zum anderen. Ich will dich ja nicht warnen, aber sei auf der Hut. Das Alter kann wirklich ganz gemein einfahren. Jede Schwäche wird gnadenlos ausgenützt, irgendwann hört das ja auf, zum Glück, aber ich will ja hier nicht den Teufel an die Wand malen. Ich habe da einfach einiges mitgemacht, und möchte nicht behaupten das das jeden und jede überfällt. Aber es ist wie ein Unwetter, wo sie plötzlich anfangen zu spinnen und alles niederwalzen, was ihnen in den Weg läuft, vorallem Eltern. Der Wille zur Freiheit nennt sich das, der ungestüme und rücksichtslose Wille zur Freiheit möchte ich hinzufügen. Ich sah da einige male alt aus, es hat mich einige Nerven gekostet.
    Was ich damit sagen wollte, ist, dass ich diese Jugendjahre heute etwas anders sehe als damals, als ich noch selber nerven konnte.

  9. bg sagt:

    @Hugo Stamm: “Sie lasten ihr quasi an, dass sie mitverantwortlich sei für Zwangsheiraten”.

    Diese Anschuldigung ist absurd. Genau das habe ich nie ausgedrückt.

    Aber ich habe auf meine Frage, ob Zwangsehen auf die folgende Geschichte zurückgehen, noch keine Antwort. Hier nochmals das Zitat von Ayscha: “3. eine seiner ‚frauen’, die aysha, war neun jährig als er sie heiratete. Sie war die tochter des abu bekr, seinem besten freund, gefährten und dem ersten khalifen. es war eine ehre (und ausdrücklicher wunsch des vaters) für abu bekr, seine tochter dem propheten zur frau zu geben.”

    Wenn dieser Blog tatsächlich den Missbrauch und die Entartung von Religion geiseln will, dann ist das Thema Zwangsehen im Kontext mit dem Islam sicher ein Thema, das wir bearbeiten sollten. Denn in vielen Einwandererfamilien ist die Zwangsverheiratung Brauch und geschieht tagtäglich unter unseren Augen.

  10. Moria sagt:

    audace JABALITA
    Du sprichst unseren Aemmitaler und mich auf die Frage von Frust, nachdem man Kindern/Jugendliche grossgezogen hat, an.

    Also ich koennte mich mit dem Aemmitaler einigen, ob er die verschiedensten Facetten der Glueckseligkeit, Befriedigung, Freude, Euphorie, etwas Stolz, des Staunen, die Kinder mit sich bringen, auffuehrt. Und ich die andere Seite, die ebenfalls vorhanden sein kann, naemlich die Sorgen, Angst, Betroffenheit, Verletztheit, Kraenkungen bis hin zu ev. totaler Enttaeuschung, Verrat und Aechtung seitens eines grossgezogenen jungen Menschen. Ich glaube, dass ein Grossziehen von Kindern die weiteste Palette an Gefuehlen und Emotionen mit sich bringen vermag, die es ueberhaupt gibt. Wie immer es herauskommen mag, steht in den Sternen – fuer einige ist es Bestimmung, fuer andere Zufall, auch kann Veranlagung und Umwelt einiges beeinflussen.
    Ich vergleiche oft das Kinderhaben mit dem Aufziehen von Pflanzen: man mag den Samen sorgsam, liebevoll in gute Erde in einen grosszuegigen, dafuer geeigneten Topf setzen, den besten Sonnenplatz dafuer aussuchen, regelmaessig giessen und duengen – und am Ende praesentiert sich eine praechtig gedeihende Pflanze mit daraus spriessender Blumenpracht, aber es kommt schon auch vor, dass die selbe Pflanzenart mit derselben Fuersorge und Pflege verkuemmert, verdorrt und auf dem Kompost landet….
    Alles ist moeglich, und das macht es gerade so faszinierend und spannend.

    Also das Abenteuer (!) Kinder lohnt sich auf jeden Fall, vorausgesetzt – und das meine ich ganz ausdruecklich – diese duerfen von einem Elternpaar begleitet werden, eine alleinige Erziehung kann nicht optimal sein – Gegensaetze resp. Ausgleiche duerfen doch dem Kinde nicht vorsaetzlich vorbehalten sein! Damit meine ich selbstverstaendlich nicht, dass es negativ sein muss, wenn Kinder nur von einem Elternpaar grossgezogen werden, aber ideal ist es auf jeden Fall nicht.

    Also, beste JABALITA – wie wichtig ist es doch, eine moeglichst “ideale” Partnerwahl zu treffen und dann, wenn man sich reif genug dazu fuehlt, ab ins Abenteuer….mit all den guten Vorsaetzen! Aber auch ohne Kinder kann man bestimmt gluecklich werden – alles ist eine Sache der Einstellung!

    Wenn Du bereit bist, Dir mit Deinem Freund die Champions-League Matches am Fernsehen anzusehen, und er Dir dafuer 500 Seiten Spinoza vorliest – dann bist Du auf dem besten Weg, den Richtigen gefunden zu haben! Suerte!

    AEMMITALER
    was verstehst Du unter Weile? Den Augenblick, die Frist oder einfach die Zeit? – Da waerst Du in Lateinamerika am richtigen Orte – da regiert MANANA die Zeit!

    FEELX
    was mich an Deiner abenteuerlichen Geschichte ein ganz klein wenig “stoert”! Du haettest Dich vor dem Wildschwein vor Deine Liebste stellen sollen und nicht einfach wegrennen und ihr nachrufen : lauf. Was waere passiert, wenn sie gestolpert waere, hm? LIEB ist Leides Anfang!

    Du sprichst es an “der Wille zur Freiheit, der ungestueme, ruecksichtslose”, das einige junge (aber nicht nur diese) Menschen meinen! Ich kann Dich sehr gut verstehen, ich weiss, was Du meinen kannst. Auch da wird von “Freiheit” argumentiert, dabei fuehrt diese sog. Freiheit ohne Ruecksicht auf Schaden oft in eine nicht zu beschreibende Abhaengigkeit und schlussendlich in eine Sackgasse. Alles schon dagewesen!

  11. ÄMMITALER sagt:

    @ bg

    „Aber ich habe auf meine Frage, ob Zwangsehen auf die folgende Geschichte zurückgehen, noch keine Antwort. Hier nochmals das Zitat von Ayscha: “3. eine seiner ‚frauen’, die aysha, war neun jährig als er sie heiratete. Sie war die tochter des abu bekr, seinem besten freund, gefährten und dem ersten khalifen. es war eine ehre (und ausdrücklicher wunsch des vaters) für abu bekr, seine tochter dem propheten zur frau zu geben.”“

    Bg, ich fürchte, du bist mit einer fixen Idee zwangsverheiratet.

    Der Prophet, war nicht der erste, dem eine Frau ohne ihre Zustimmung zur Frau gegeben wurde. Er hat etwas getan, was in jenem KULTURKREIS damals bereits üblich war, also bevor es den Islam gab.

    Zu bedenken ist, dass auch die andere Seite – die Männer – zwangsverheiratet werden.

    Der Zweck der Zwangsheiraten bestand wohl ursprünglich darin, sich unter Familien zu verbinden, für Sicherheit, für das Überleben zu sorgen – hatte einen existenziellen Hintergrund.

    In anderen Kulturen wurden etwa aus dem gleichen Grund eigene Kinder – fest – in andere Familien gegeben, die sie dann wie eigene Kinder aufgezogen haben.

    Ich würde die Frage nach der Berechtigung von Zwangsheiraten in der heutigen Zeit, hier in der Schweiz, durchaus als berechtigt ansehen. Der Unterton in deinen Beiträgen klingt aber nicht nach Sorge. Mein Eindruck ist, dass du eine schwierige Thematik verquickst mit der Religionszugehörigkeit. Mit andern Worten: Du missbrauchst. Um dann losdonnern zu können.

    Das gleiche wäre etwa, wenn ich – zurückgreifend auf den Sklavenhandel – den modernen Handel mit Frauen aus Brasilien, Dominikanischer Republik etc. und deren sexuelle Ausbeutung mit dem Christentum in Verbindung bringen würde.

  12. der elefant sagt:

    … freut sich, dass das thema jugend nun noch zu allerhand geistreichem austausch taugt. leider ist er noch voll brauner schmiere und mag sich deswegen nicht blicken lassen.

    ich hoffe, das ist allen recht. ansonsten will ich nicht weiter stören.

  13. Mo... sagt:

    O_h t_u t_euflisch O_men

    Sadismus entstammt unbefriedigter, orgiastischer Sehnsucht. Die Fassade heisst “Notwendigkeit” “Ehre” “Disziplin”….

  14. La Jabalita sagt:

    Elefant: Nein, das ist uns gar nicht recht! Ueberhaupt, sich nicht mehr blicken lassen ist gar keine Option: Wo kann sich ein Elefant schon verstecken? 😉

    Feelx: Begegnet man Wildschweinen in freier Wildbahn sollte man sich ruhig verhalten und sich ohne Hast entfernen. Keinesfalls sollte man sich den Tieren nähern. Eber in der Paarungszeit und vor allem Sauen mit Frischlingen können äußerst aggressiv werden. Aus der Wikipedia, Stichwort „Wildschwein“, Kapitel 13: Mensch und Wildschwein. ;-)Doch Spass bei Seite: Wenn mir auf der Wanderung im Wald ploetzlich aus den tiefen der Hoelle eine wildgewordene wilde Sau entgegenbruellte, wuerde ich auch so schnell wie moeglich das Weite suchen. 😉 Ich denke, du und deine Liebste, ihr habt Schwein gehabt!

    Zum Thema jung sein, aelter werden, Kinder haben, ja oder nein, habe ich jetzt viel nachzudenken. Vielen Dank fuer eure geschaetzen Antworten. Zuerst muss ich jetzt einmal ueber dieses intensive Thema schlafen – melde mich mañana wieder.

    Jetzt moechte ich noch schnell die freundliche Aufmerksamkeit des OTTO erwiedern und ihm ebenfalls ein paar Zeilen widmen. Lieber Otto: Jabalita-Erdnuesse sind mir nicht bekannt. Wahrscheinlich wachsen die nur im Trollenland. Frag doch mal beim Weihnachtsmann nach, der weiss am ehesten ueber Erdnuessli Bescheid.

    Fuer mehr reicht meine Zeit heute leider nicht, gute Nacht an alle.

  15. rg sagt:

    @ÄMMITALER

    “Das gleiche wäre etwa, wenn ich – zurückgreifend auf den Sklavenhandel – den modernen Handel mit Frauen aus Brasilien, Dominikanischer Republik etc. und deren sexuelle Ausbeutung mit dem Christentum in Verbindung bringen würde. “

    Wie würden Sie das den tun???

    Ich bin zwar einverstanden, dass Zwangsheirat nichts mit Islam zu tun hat aber zumindest in Saudi Arabia wird der Islam sicher als Erklärung/Entschuldigung dafür verwendet.

    rg

  16. feelx sagt:

    Moria

    Du wirst mir sicher nachsehen, wenn ich das nicht so stehen lassen kann, was du gesagt hast. – Als ich das Schwein sah im Dickicht, lag es vor mir keine drei Meter mit ihren Jungen und meine Frau stand hinter mir. Als wir zurückliefen, lief meine Frau vor mir. Wenn sie gefallen wäre, hätte ich das gesehen und ihr aufgeholfen, wenn das Schwein uns angefallen hätte, hätte es wohl erst mich angefallen.

    La Jabalita

    Danke dir für deinen Hinweis über Wildschweine. Wir hatten tatsächlich Schwein. Man stelle sich nur vor, wir wären einem ganzen Rudel begegnet!

    Zu meinen Bemerkungen zu Kindern in der Pupertät oder Jugendlichen in der Adoleszenz. Sicherlich hat der Elefant auf etwas wichtiges hingewiesen. Dass wir, die wir diese wilden Zeiten hinter uns haben, ihre Äusserungen und Handlungsweisen relativieren sollten. In der tagtäglichen Auseinandersetzung ist mir das nicht immer gelungen, ehrlich, auch wenn ich mir Mühe gegeben habe. Es gab Momente, wo ich ausgerastet bin, im Nachhinein muss ich eingestehen, dass sie mit ihren Provokationen uns als Ältere auf den Prüfstand stellen. Sie wollen sich an uns messen und sehen, ob wir einen gültigen Massstab abgeben. Standhaft bleiben, und vorallem sachlich bleiben scheint mir eine gute Strategie zu sein. Aber das gelingt eben nicht immer, vorallem wenn sie mit gemeinen Ansichten ankommen und beleidigen um des Beleidigens willen. Ich vermute, dass sie während dieser Zeit auch versuchen, herauszufinden, wie weit sie gehen können, um jemandem weh zu tun. Sie sind dann meistens überrascht, wenn sie wirklich jemanden zum Weinen gebracht haben.

    Ämmitaler

    Das wäre schon mal eine Diskussion wert, wie wir mit der Zeit umgehen und wie wir sie wahrnehmen.
    Wann immer es geht, schauen wir, dass wir rauskommen und wandern gehen. Auch heute sind wir wieder in die Ardennen gefahren, die Landschaft erinnert mich sehr an meine Heimat, wie sie vielleicht mal ausgesehen hat vor 40, 50 Jahren. Jedenfalls gingen wir über einen Feldweg, die Sonne schien, es windete, Wolkenbänder zogen über unseren Kopf hinweg, und ich dachte an dich. Ja, manchmal steht die Zeit still, dort auf diesem Feldweg, unterwegs zum nächsten Dorf, da stand die Zeit still.

    Ämmitaler, bg, rg

    Es scheint mir grundsätzlich ein Problem zu sein, wie und warum Religion missbraucht wird zur Legitimation von Machtstrukturen und Verfügungsgewalten über andere, wie etwa über Minderjährige, die von ihren Familien zur Zwangsheirat gezwungen werden.

  17. der elefant muss wieder alles selber machen sagt:

    also… jetzt hatte ich drei tage zeit, in feelx beitrag vom 28.2. genug bedauern zu entdecken, um mich von irgendwelchen adolfen im gesicht befreit zu fühlen.

    zwar kapiere ich immer noch nicht, warum ich die ehre dieses aufpralls hatte, denn: wenn ich zweispältig wahrgenommen werde, könnte man sich mit eindeutigen angriffen ja erst recht zurückhalten; und die ambivalenz meines engagements war ja absicht!!!! man nennt sowas auch “bemühen um ausgleich”, und da ich sowohl sams beitrag nicht salonfähig fand als auch die verschiedenen reaktionen darauf für eher aufgebauscht hielt, ist es ja wohl so klar wie dicke tinte, dass ich beiden seiten meine meinung sage.

    ich kapiere auch nicht, warum niemand es für nötig gehalten hat, auf die simple und -dachte ich- allgemein bekannte tatsache hinzuweisen, dass ich mit brauner sooss ganz bestimmt nicht serviere…

    aber sei’s drum, dann ist das halt in der hektik untergegangen.

    in diesem sinne will ich den feelx zitieren:

    schwamm drüber.

    um endlich mal wieder frei schreiben zu können (!!), möchte ich mich an die zeitbeiträge von feelx und ämmitaler anhängen.

    zeitloch ist für mich der magische begriff. eine stimmung, wie sie feelx beschrieben hat, ist für mich so ein zeitloch. eine fahrt in einem eigentlich längst ausrangierten und nur notfallbedingt nochmal eingesetzten öffentlichen verkehrsmittel. das stöbern auf dachböden oder in ewig leerstehenden häusern.

    ost-berlin war ein riesiges zeitloch, als ich es zum ersten mal in ruhe erwandern konnte: in manchen altbauten steckten noch sowjetische patronen in der fassade. und: die meisten der in ganz berlin verbreiteten zwei-meter-ungetüme von kachelofen hatten am abzugsrohr keinen sperrhahn, da man in ostberlin nach dem krieg schlicht nicht die zeit und die mittel hatte, die öfen neu zu setzen. dies wäre aber nötig gewesen, da durch die erschütterungen bei bombardierungen sämtliche fugen gerissen waren: in einem solchen ofen hitze zu stauen war so oft auslöser von hausbränden, dass man sich auf die notdürftigste sanierungsarbeit beschränkte: stauklappe raus!

    die gegend in norddeutschland, wo ich meine frühe kindheit verbrachte, ist ein zeitloch: die üblichen flakbunker mit 150cm-betonwänden standen da alle paar kilometer schief in der gegend, durch ihr immenses gewicht halb im moor versunken.
    in einem nebenbecken eines einst bedeutenden kriegshafens lag noch in den siebzigern ein halbversenktes boot…

    spätestens 1945 war in deutschland alle zeit zum stillstand gebracht. mit dem wiederaufbauprogramm, seinem direkten übergang in die planung und verwirklichung autogerechter städte wurde ein anderes zeitband einfach an das gerissene geknotet…

    seit 15 jahren ist die schweiz mir ein reservat für zeitlochsüchtige vom stamme der modernitätsverweigerer.
    dummerweise werden die flecken mit den feldwegen immer seltener… dafür aber scheint der verlust an sichtbarer, begeifbarer und nutzbarer(!) vergangenheit seinen ausgleich in den köpfen der menschen zu finden: da macht sich, unter dem strich, eine mentalität breit, die doch längst ausgerottet sein sollte.

    man lese nur die jüngsten svp-hetzschriften betreffend den islam: plötzlich haben selbst die glaubensfernsten wieder eine bindung an sogenannte christliche werte und traditionen und sehen den alltag der gesellschaft von diesen geprägt, ausnahmslos.

    und das ist ja kein spezifisch schweizerisches phänomen: auch deutschland atmet seit einigen jahren den muff der restauration, auch wenn sich das land zwischendrin so sagenhaft “offen” und “friedlich” gibt. und angesichts der stimmungslage in teilen der usa und ihrer bevölkerung möchte man sich doch wünschen, sie würden kollektiv ernst machen mit ihrem rückfall in wildwestzeiten: den planwagen packen und immer nach westen!!! ab kalifornien wirds erst richtig lustig…

    jedes intakte stück natur ist ein zeitloch. solche löcher werden besonders gern zugeschaufelt: allein in der schweiz wird pro jahr die fläche des brienzer sees unter beton und asphalt versteckt.

    mein laptop ist mittlerweile auch ein zeitloch. es verhält sich zum heutigen standard für computer wie eine manuell betriebene wäscheschleuder zum tumbler.

    wildschweine sind vielleicht auch ein zeitloch, eisbären ganz gewiss. meinen 82. geburtstag werde ich mit rund 30% weniger tierarten als gesellschaft verbringen…

    in einem nachbardorf betreibt ein zeitloch von einer alten dame einen laden, der seinen letzten vertreterbesuch mit lieferung von reklameschildern kurz vor der uraufführung von “kohlhiesels töchter” erlebt hat. ein geradezu unverschämtes zeitloch, wo doch jedes 3000-einwohner-kaff sich ernsthaft fragen darf, ob migros oder coop zuerst bauen werden… dass am schluss beide da sind, steht als ergebnis sowieso fest.

    käsereien sind zeitlöcher. heutzutage heisst das emmi! wanderungen, bei denen man keine kohlenfaserstöcke nachschleift sind ein zeitloch, denn die gelenke werden nicht entlastet…

    die meisten radiostationen sind ein riesiges zeitloch, dabei hätten grad sie doch die aufgabe, zeit zu sein. aber nix da: seit nunmehr 12 jahren ist jeder scheiss salonfähig, für den wir früher den radiostationen drohbriefe geschickt haben… im jahre 1986 hat sich ein freund an seiner schule eine bestnote für ein referat im fach musik geholt: er hat den unterschied zwischen musik und modern talking herausgearbeitet. heute wird diese unmusik als musik verkauft, und millionen von davongekommenen hören sich das freiwillig an.

    das ist, als ob ich mich freiwillig zur bundeswehr melden würde, weil ich den wk2 verpasst habe…

    es gibt also die zeitlöcher, die schutz bieten vor dem sturm der zeit. und es gibt die, die jede entwicklung aufsaugen und versinken lassen. und ich wette meinen hintern und eure kollektiv dazu, dass wir niemals eine gesunde balance zwischen zeit und loch finden werden.

    denn zeit IST terror. wir können uns das falte für falte bestätigen lassen. unsere uhr tickt, auch wenn wir alle uhren um uns zum stehen bringen…

    mit einem gruss aus einem zeitloch möchte ich diese wirre sammlung von gedanken schliessen. der gruss geht an die, die den laden im nachbardorf nie betreten würden, weil sie während des einkaufs ihre kinder nicht vor einem bildschirm entsorgen können; die niemals so ein schönes haus haben werden, wie ich es noch habe, weil hier weder gs noch wm noch tumbler vorhanden sind… diese leute freuen sich zum beispiel auf ihre luxuriöse nutztierbox im neuen westside bei “bern” (sic!)…

    das zeitloch war mal zeit und meinte damals ganz was anderes, als marketinggenies sehr bald draus machten… es hatte nicht mal einen richtigen namen, bis es, noch als zeit, “neue deutsche welle” getauft wurde. und eine der besseren bands muss das westside und hunderte ähnlicher verbechen geahnt haben:

    “… und eines tages dann schenkt der führer den klonen eine stadt.”

    wenn ich das ins gedächtnis rufe, freue ich mich, alt und runzlig zu werden und irgendwann mal sterben zu dürfen. im angesicht derer, denen die zeit wirklich terror ist, also furcht, die man mit anti-aging-creme und ähnlichen korrekturmassnahmen bekriegt, ist mir mein persönlicher lauf der zeit eine wohltat.

    bin ich jetzt mein eigenes zeitloch?

  18. feelx sagt:

    Der Elefant

    Bei dir habe ich, wie bei niemandem sonst hier und überhaupt, das Gefühl, dass wir uns wie blind verstehen. Dieses Gefühl hatte ich lange nicht mehr (bei einem Mann;)), und wenn ich aufzählen müsste, wer diese Nähe bei mir erreicht hat, dann komme ich auf zwei Menschen. Manchmal schon dachte ich, wie ähnlich wir uns sind. Aber ich verstehe, dass du da vorsichtig bist.

    Ich danke dir, dass du mir für meine Ausfälligkeit verzeihst, es war wirklich dumm von mir.

    Meine Smilla hat versucht, deiner kleinen Frau Katze einen Tip zu geben, ich kann dir von hier aus nicht mehr sagen. Die alten Bauernhäuser aus der Gegend, von woher ich komme, sind alle verschwunden. Die Käserei, wo ich früher Milch, Butter und Käse holte ist auch nicht mehr. Alles verschwindet. Vielleicht wäre der Jura eine Gegend, die dir gefallen würde. Ich war mal dort, ein wenig Französisch könnte da freilich nicht schaden. Aber es gibt sie noch, diese Orte, wo du und deine Katze sich zuhause fühlen. Ich werde versuchen, einen guten Freund von mir zu erreichen, vielleicht weiss er was für dich. Er ist eine Seele von Mensch wie du auch.

    Ich war einmal in Berlin, das war im September 2001. Am 11.September fuhr ich mit der Ubahn an den Wannsee und wollte jenen Ort besuchen, an dem über etwas entschieden wurde, was wir mit einem deutlichen deutschen Wort als die Ausrottung der Juden bezeichnen können. Gegen abend wollte ich das neu eröffnete Jüdische Museum besuchen. Die Eröffnung fiel aus, wegen den „aktuellen Ereignissen“. Erst als ich zurückkehrte in die Wohnung meines Freundes und den Fernseher einschaltete, erfuhr ich davon. Auch damals stand für mich die Zeit still, ein paar Tage später fand am Brandenburger Tor eine Veranstaltung statt, an der sich die Politiker mit den USA solidarisch zeigten. Dort, ich glaube, an der Strasse zum 17. Juni, blieb ich stehen, bei einer Skulptur. Ich ging ein paar male um sie herum. Ein Schriftzug weckte meine Aufmerksamkeit. Da stand: Nie wieder Krieg.

    Zufall? – Ich glaube nicht an Zufall, sowenig, wie ich glaube, dass ich dir in dieser Nacht der Mondfinsternis sage, was ich von dir denke, dass du mir ein Seelenverwandter bist. Ich möchte nicht von Liebe sprechen, aber doch von grosser Zuneigung.

  19. Moria sagt:

    ELEPHANTIDEA

    …..es ist doch angenehmer missverstanden und vielleicht etwas zu unrecht behandelt zu werden als gelobt, weil man missverstanden wurde! Das hast Du wenigstens nicht noetig!

    Manchmal verstehen “wir” Dich halt einfach nicht, wer, was ist schuld daran, ist nicht die Frage – Hauptsache Du bist und bleibst Dir treu und mit uns ehrlich.

    Die Zeit – Deine Zeit – unsere Zeit – eigentlich ein leeres Loch, ABER es sind die Begebenheiten, Gedanken, Empfindungen die erst Inhalt geben! Und Du erzeugst meistens (!) aeusserst positive Empfindungen, danke!

  20. ÄMMITALER sagt:

    @ der elefant und @ feelx

    „es gibt also die zeitlöcher, die schutz bieten vor dem sturm der zeit“

    Ich glaube, zu leben, zu erleben bietet den besten ‚Schutz’ … dazu sind wir da. Wenn der Mond jetzt gerade gelbgesichelt mit rot am Himmel hängt kann ich mich damit begnügen kurz hinzugucken – ach ja, Mondfinsternis! Sonne, Erde, Mond in einer Linie; Mond im Erdschatten – oder mir etwas mehr Zeit lassen, mich einlassen … auf dieses fremde Bild … das mir den Atem stocken lässt … so schön und so fremd, so falsch! Beunruhigend. Unglaublich! Eben war ich nochmals draussen. Die Sichel ist wieder weiss, Gottseidank.

    Ich habe mal in einer Ausbildungswoche damit herumexperimentiert, das Zeitempfinden zu verändern, von ‚schnelle Zeit’ auf ‚langsame Zeit’. Es geht. (ganz ohne Reizung der Nervenzellen des Temporallappens;-)) Das war gespenstisch. Wenn ich mich richtig erinnere, haben sich Wahrnehmung, Gefühle auch sofort zu verändern begonnen. Aber irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Ich glaube, weil die mit der Wirklichkeit verbundene innere Bewegung’ gefehlt hat.

    Kennt ihr Blickkontakte? – Vorher noch durch Welten getrennt, dann ein Blick ohne Worte … Kontakt. Trauer, Freude, Liebe – wie über eine gespannte Brücke auf die andere Seite des Flussufers. Oder kennt ihr das herzzerreissende Weinen eines Kindes, eines ganz fremden Kindes … manchmal ist es nur die Stimme, manchmal sind es die Augen; kennt ihr den Schmerz, der dann in euch selbst aufsteigt?

    Ich achte die Psychologie, die Naturwissenschaft, die Theologie – aber ich liebe die Seele, die Natur und das Geheimnis. Leben ist für mich das Gegenteil von wissen, ausdrücken, ja! – aber nicht benennen. Lebendig fühle ich mich in Beziehung, womit auch immer. Dann zieht sich die Zeit zurück.

  21. Moria sagt:

    feelx – unser Philosoph

    …. diese sind nicht gemacht, um die Masse zu gewinnen, dafuer umsomehr den einzelnen zu erwaermen und zu begluecken. Da ein Elefant eher ein Einzelgaenger ist, hoffe ich, dass Du zweiteres mit Deinem feinen Beitrag erreicht hast. Er haette es verdient!

  22. der elefant sagt:

    seht ihr, so schön ist es, wenn das miteinander-reden zurückkehrt: die sonne scheint.

    ja, feelx, von unsympathen bin ich nicht zu beleidigen, höchstens zu belästigen..;–)

    ämmitaler, feelx, moria: die idee mit der langsamen und der schnellen zeit finde ich auch weinkellerverdächtig…

    gestern(!) bin ich aufgestanden mit dem festen vorsatz, zur bank zu fahren und batzi zu holen. dass es da ist, weiss ich seit donnerstag. oder seit…?

    hier geht das problem los: bin ich zu langsam für die zeit, wenn ich am samstag gern freitag hätte? oder zu schnell, weil noch nicht montag ist?

    ich musste sehnsüchtig an belgrad zurückdenken: öffnungszeiten oder arbeitszeiten sind dort relativ zu dem, was zu tun ist. lebensmittelläden haben zum teil rund um die uhr offen – ohne dabei zustände wie bei bp wollishofen in kauf nehmen zu müssen.

    während das mit den arbeitszeiten anders relativ zu sehen ist. nämlich zu der tatsache, dass in den unteren 80% der einkommenspyramide niemand einen 100%-job macht: unter 150% winkt die armut, und selbst mit diesem pensum reicht es nur für eine bescheidene existenz.

    aaaaaaaaber: diese verschiebung von zeitlimiten erzeugt eine geradezu stoische ruhe im umgang mit dieser völlig disfunktionalen und kaputten stadt.

    es gibt viertel, die werden nie müde, da herrscht immer geschäftiges treiben. und es gibt solche, die wachen einfach gar nie auf, und man muss lange in ihnen herumlaufen, um zu sehen, dass eben doch menschen aus den häusern kommen oder in sie hineingehen… sogar in das unglaubliche zeitloch von occasionsgeschäft, in dessen schaufenster nebst der imposantesten sammlung von staub und insektenleichen (eine spinne soll tito persönlich geplättet haben…) überreste von wohlstandsartikeln westlicher bauart lagerten: ein gar nicht mehr schöner auspuff, ein waschmaschinenmotor und diverse andere teile, die wir hier für gewöhnlich in schuttmulden finden.

    uns ist dieser schrott finsterstes paläozoikum, denen ist es gegenwart… einer der lokalen internetprovider hat mehrere büros in belgrad, dort kann man seine surfrechnung bar zahlen… und die einzigen öffentlichen verkehrsmittel ohne einschusslöcher sind die ausgemusterten basler trams, die noch mit der schweizer werbung durch das zerbombte regierungsviertel fuhren, als ich sie sah.

    und nun muss ich den dreh zur zeit eben doch anders kriegen… an belgrad könnte ich mich so festquatschen, dass ich noch hundert beiträge später den kontakt zur hiesigen gegenwart nicht wiederhergestellt habe…

    zeit, das ist: wenn man beim aufwachen feststellt, dass die sonne blendet, die vögel brüllen und die katz hunger hat. all dies sagt ganz deutlich: elefant, du hast die hälfte dieses schönen tages verpennt!

    ihr wisst also, was ich zu tun habe, und ich weiss es auch. bis später!

  23. Moria sagt:

    mondfinsternisinspirierter AEMMITALER von 02.02h

    Bei ‘unserer’ Beziehung zur Zeit – haben wir ueberhaupt Zeit, eine Beziehung “womit auch immer” einzugehen?

  24. La Jabalita ist sprachlos sagt:

    Querida Moria, lieber Aemmitaler, elefant und feelx: Eure Beitraege versetzen mich ins Staunen und machen mich voruebergehend sprachlos. Ich melde mich wieder, sobald die Worte zu mir zurueckgefunden haben. In der Zwischenzeit, meine herzlichen Gruesse und ein Vorschlag fuer einen Soundtrack zu diesem Gespraech: Pink Floyd: TIME. Vom Album The Dark Side of the MOON.

  25. Moria sagt:

    Quedarte…. La Jabalita

    Sprachlosigkeit bringt DenkerInnen hervor, also verweile ruhig noch ein wenig….und dann freuen wir uns auf Deine Sichtweise!

  26. ÄMMITALER sagt:

    @ Moria

    Aber ja doch. Es genügt jeweils ein Augen-blick.

  27. Moria sagt:

    AEMMITALER

    ….wie realisierst Du diese Augen-blicke ohne physische Praesenz?

  28. feelx sagt:

    Ämmitaler

    Deine Experimente interessieren mich, die Möglichkeit die Verlangsamung der Zeit bewusst zu steuern. Vielleicht geht es dabei eher um eine Verlangsamung und ein Stillstehen des Bewusstseins, vollkommenes DA-SEIN, wenn wir die Zeit vergessen, ihr es wird und ihr es war, und nur in ihrem es ist, sind. Meditation ist nichts anderes als dieses DA zu sein, ohne irgend etwas anderes, ohne irgend eine Ablenkung, sondern nur vollkommenes Aufgehen im DA. Wenn ich schreibe, habe ich das Gefühl, diese Stimmung, dieses Reiten auf den Wellen, und irgendwann schaue ich nach der Zeit und ihrem es war und staune, wieviel Zeit vergangen ist, seitdem ich „weg“ war. So wäre dieses Da-Sein nichts anderes als ein Weg-sein. Ein Weg-Sein von diesem und jenem, ein Verschwinden im Da, ein Zeitloch, wie der Elefant es benennt. Aber dieses Loch wäre die totale Fülle, kein Mangel, kein Fehlen, kein Handern und Zaudern, kein Abwarten auf das Ende, kein Denken, dass ich muss, nur ein reines vollkommen unbekümmerteres Sein. Lieben, Tagträumen, Schreiben, Reden, alles Tun, in dem wir mit vollem Herzen dabeisind, darin aufgehen, verlangsamt die Zeit, bringt uns in die eigentliche Lange Weile, wo kein Ende und kein Anfang ist, in der Stille des Seins und des Denkens, die kein Schweigen sein muss, eher ein Gestilltsein, ein Erfülltsein.
    Früher hatte ich das, wenn ich einen Joint rauchte, ich konnte die Zeit damit anhalten, – bis es mich krank machte und ich damit aufhören musste. Wie sehne ich mich manchmal danach, die Zeit anzuhalten! – Dem Einssein von Denken und Sein zu gehören! Ganz aufzugehen in diesem Gehorsam, wo die Worte ihre eigentliche Bedeutung wieder in Erscheinung treten lassen und nichts mehr verkehrt ist, sondern alles sich zu einem Ganzen zusammenfügt. Das ist meine grosse und tiefste Sehnsucht, die mir eine Sehnsuche ist. Aufzuhören, mich im Vielerlei zu verzetteln und nur dem Einen zuzuhören, dem Einen zuzugehören, dem Einen zu gehören, wo sich alle Differenzen aufheben, geborgen sind und geborgen werden.

    Wieviel Zeit verplempern wir damit, nicht da zu sein, sondern da und dort, nicht da und da zu sein. Wie kommt das? – Wie kommt das, dass wir nicht einfach da sein können, sondern stets oder meistens auch noch irgendwo anders sein müssen? – Wenn ich jetzt auf die Uhr schaue, dann weiss ich, dass ich das und das noch erledigen muss, dass das und das, mich drängt, nicht mher hier zu sein, sondern schon im Dort. Als Anwesende sind wir meist dazu verdammt, immer schon Abwesende zu sein, und nur manchmal gelingt es ganz anwesend zu sein. Wie kommt das? – Haben wir denn zuwenig Zeit, um uns Zeit zu lassen, um uns sein zu lassen? – Das kann es doch nicht sein! – Wie kommt es, dass wir uns nicht da sein lassen, sondern immer schon in ein dort seinmüssen flüchten? – Eigenartig, aber ich denke, wir sind hier etwas sehr wichtigem auf der Spur. Wenn es eine Gotteserfahrung gibt, was kann das anderes sein, als dieses Einssein, dieses vollkommene Da-Sein, wo wir aufgehen, aufblühen, wo ich und Welt ununterscheidbar verschmelzen?

    Ich weiss, ich rede in Rätseln, aber ich denke, du verstehst, was ich meine.

  29. ÄMMITALER sagt:

    @ Moria

    Hmm, du willst doch nicht etwa sagen DU seist ein Gespenst … ?

  30. ÄMMITALER sagt:

    @ feelx

    „Ich weiss, ich rede in Rätseln, aber ich denke, du verstehst, was ich meine.“

    Nein, feelx, du redest nicht in Rätseln. Aber stell dir mal vor wie schrecklich es wäre, wenn es ein EINZELNES Wort dafür gäbe, was du auf so viele Arten ausgedrückt hast. Dein Suchen, dein Tasten schafft Farben, Töne, Lebendiges. – Und es regt in mir ähnliche innere Bewegungen an. Es ermöglicht mir zu be-greifen. Und es schafft – so zumindest würde ich das interpretieren – eine Beziehung. Dein Erleben kommt in Kontakt mit meinem Erleben.

    Für mich selbst ist es so, dass ich mich umso lebendiger fühle, je sinnlicher (auf meine Sinne bezogen) mein Erleben ist. Zum Beispiel: Manchmal lehne ich an einen Baum an und spüre etwas von der ‚Qualität’ des Baumes in mir, wachse wie über mich hinaus, halte meine Äste ausgestreckt und schaue still übers Land. Bin einfach da, still, wogend, rauschend, stabil.
    Oder: Ich lehne am Türrahmen (Ich bin einfach anlehnungsbedürftig:-)) und nehme in mir dieses Eckige, Gerade, wahr … aah, Ordnung! Oder ich sitze jemandem vis-à-vis und sehe den plötzlich wie ein Haus. Das Haus steht leer. Aber wo ist er denn? Oder ich ‚sehe’ in meinem eigenen Körper, vor allem in Armen und Händen etwas gegen aussen fliessen (da sind andere Menschen).

    All diesen Situationen ist, glaube ich, gemeinsam, dass eine für mich unerwartete – neue – Art der Wahrnehmung (ein neuer Sinneskanal) dazu kommt; wie angeschlossen wird. Und dass dann in mir eine Art Resonanz wahrnehmbar wird mit etwas was sich aussen befindet. – Ich schwinge mit etwas mit, könnte man vielleicht sagen. Solange das jeweils dauert, fliesst die Zeit nicht, ist mein Eindruck.

    Wenn du wieder in den Ardennen wanderst und die Wolken vom Wind gejagt werden – probier doch mal aus: Sei für einen Moment der Wind, eine Bö, spiele, drehe dich, beiss dich an etwas fest, rüttle an Fensterläden … oder der Wald, die Stämme, die vom Wind zur Seite gedrückt werden; lass dich als Wolke formen, verformen, treiben, sei der Boden, die Erde, auf der du spazierst …

  31. S t i l l e sagt:

    AEMMITALER und FEELX
    weil es so schön ist, bei Euren Gedanken zu verweilen:

    Begib dich hinein in die Leere,
    lass los – lass einfach los.
    Befrei´ dich aller Schwere,
    sei sie auch noch so gross.
    Lass ab von deinem hektisch´ Tun,
    ganz sanft kannst du nun in dir ruhn.
    Es drücket dich hier keine Last,
    so halte ein und nehme Rast.

    Tauch ein in das Reich deiner Tiefe,
    sei da – sei einfach da.
    Egal, was dich auch riefe,
    egal, was auch geschah.
    Verlass den Strudel deiner Welt,
    geschäftig er gefangen hält.
    Doch Schaffen ist hier nicht von Wert,
    entschweife also unbeschwert.

    Betrete den Raum deiner Stille,
    gib dich ihr einfach hin.
    Erwecke den Traum deiner Fülle,
    enttarne deinen Sinn.
    Lass ab vom steten, neuen Binden,
    denn Wahres musst du nicht erst finden.
    Es ist schon da, erkenn´ es nur,
    Die Gegenwart ist dir Natur.

    Verweile in dir und berühre –
    das Leben im Augenblick.
    Erkenne und fass, was dich führe
    in deine Gegenwart zurück.
    Erhoffe nicht, was einst ersonnen,
    denn lang´ schon bist du angekommen,
    dort, wo das Wahre wirklich lebt
    und rein und klar im Raume schwebt.

  32. der elefant sagt:

    feelx

    ich habe die stille hoffnung, dass dein tip mir noch ein juwel bescheren könnte: in so kurzer zeit schon drei dinger, die ganz nah dran waren…

    der jura……… oh mann! ich musste es von der katze verbreiten lassen: mein französisch macht da nicht mit. die landschaft, die häuser und auch die menschen dort: es wäre mein fall.

    anfangs meiner zeit in der schweiz bin ich viel mit der frau oder mit kollegen in den jura gefahren. dann kam ein loch von gut neun jahren.

    seit ende 2005 erobere ich mir den jura als seh- und staunreservat zurück. um den preis der nackenstarre und des vom töffli übernommenen vibrierens im hirn. das ist aber normal, wenn man bern – la brevine und retour an einem tag mit 30 kmh macht…

    bist du mal im jura über die grenze, nach frankreich rüber? da geht das staunen erst los!!! das wort zeitloch muss ich da nun wirklich nicht bemühen: die kennen gar keine zeit dort, nur sein.

    aber eben: ich plaudere auch gern ausserhalb des webs, und dort wäre ich sowas von aufgeschmissen… am ofenpass übrigens auch, leider, denn sonst… ein wunderschönes riesending von einem haus haben sie ausgeschrieben gehabt. hast du das bild zu deinem tip mal gesehen? und trogen wäre auch ein schönes ding gewesen. alpen- UND bodenseeblick in spaziernähe! aber bei dem wetter konnte ich mich nicht zu einer besichtigungsfahrt entschliessen;-)

    der hit wäre aber der von heute gewesen: eine mühle im kanton schwyz. von 1670!!!!!! leider 200.- zu teuer, da innendrin schon mit geschirrspülern und ähnlichen spielzeugen zugeknallt… möge das wetter noch im märz den start der intensiven suchphase erlauben: ich muss noch sooo viele zetteli hängen, und ich muss sooo weit fahren…

  33. woman is the nigger of the world sagt:

    ein trigger…

  34. feelx sagt:

    Ämmitaler

    Das scheint mir hier ein never ending blog zu werden ;)) Ich hatte mal eine ganz fremdartige Erfahrung mit einem Stuhl. Es ging um ein altes Möbel, auf dem ich schon als Kind gesessen habe am Stubentisch. Bevor er entsorgt werden sollte, nahm ich ihn und schliff ihm den Lack ab und bestrich ihn mit knallroter Farbe. Als ich damit fertig war, fühlte ich wie Stuhl, war ich Stuhl. Wirklich! – Mein Leib hatte sich in dieses Kantige Harte Eckige verwandelt. Zum Glück verschwand dieser Zustand nach einiger Zeit :))

    Danke für dein Dasein, es ist eigentlich recht komisch, so zu reden, obwohl man sich „nicht kennt“. Aber ich denke, wir kennen uns besser als viele, die sich tagtäglich begegen. Früher wurden Briefe über hunderte von Meilen geschrieben, und man sah sich Jahre nicht. Die Elektronik hat etwas zum Leben erweckt, was Jahre nicht mehr da war. Das finde ich toll.

    Nächstes Mal, wenn ich in den Ardennen bin, werde ich Wind sein, – und an dich denken- und an Aysha. Liebe Grüsse an deine Liebste.

    Stille

    Danke für dein Gedicht, wir sind keine Irren und Phantasten! Was mir besonders gefiel:
    Erhoffe nicht, was einst ersonnen,
    denn lang schon bist du angekommen.

    Elefant

    Ich habe noch keine Nachricht erhalten von meinem Freund. 100 Wörter französisch sind für‘s erste sicher genug. Und im Jura leben ja auch deutschsprachige. In Trogen werden die Zimmer etwas zu niedrig sein für deine Grösse, aber ich dachte, dass comparis vielleicht noch andere Möglichkeiten für dich bereit stellt 😉

    Sowie es ein Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz gibt, gibt es eines zwischen Frankreich und Belgien. Herrlich sage ich dir, einfach herrlich durch einen Birkenwald zu wandern oder Eichenwald oder Buchenwald! – Da wachsen wilde Osterglocken, und wenn ich dir von den Häusern und Dörfern beginne zu schwärmen! Da kann man sogar Mäusen guten Tag sagen, die im Laub sich sonnen – Ich werde da einfach sprachlos. (Wenn ich nur wüsste, wie man ein Foto hier reinstellt, dann könnte ich dir das zeigen. Dein Tip mit dem city-blog ist ja schon gut, aber ich bin ja so ein hilfloser Hammel, wenn es um diese Dinge geht. Gibt es keine Möglichkeit, dieses html Zeugs auch totalen dummies klar zu machen?) Sie lassen die Bäume im Feld wachsen, voll mit Misteln, die Hecken, die Vögel, die ich da höre, gibt es sowas überhaupt noch in der Schweiz? Die wilden Bäche und Flüsschen und Flüsse, da ist einfach nichts begradigt. Manchmal dachte ich schon, die Aristokratie liess die Landschaft natürlich, die Demokratie hat alles niedergemacht, wenn ich das vergleiche.

    Jedenfalls wünsche ich dir alles Glück, um dein Zuhause zu finden.

  35. der elefant sagt:

    feelx:

    klarer fall von angehäuften zeitlöchern.

    ich probiere mal, dir die html-sache zu erklären:

    sämtliche bilder, die hier zu sehen sind, sind auf anderen homepages gespeichert oder wie das heisst.

    von hier aus verweist du nur auf sie. damit es jetzt kein unglück gibt, verwende ich hier am anfang und am ende des html-teils eine pfundnote bzw. einen greenback. gemeint ist aber: spitze klammer auf (£), spitze klammer zu ($).

    here we go:

    £img src=”http://www.homepage/bild.jpg” alt=”ein text der erscheinen soll, wenn das bild nicht erscheint, sondern nur die blöden new-wave-dreiecke, die dir sagen, dass das bild nicht anzeigbar ist”$

    img src heisst image source.

    den teil in anführungszeichen holst du dir mit rechter maustaste auf ein bild im web: du bekommst im kontextmenu die option “copy url” angeboten.

    klickst du im web auf die properties eines bildes oder textes, wird dir eventuell sogar eine “referring url” angezeigt. dann nimmst du diese, und kopierst sie in das blogfenster. wichtig: die url oder referring url ist nur der teil in anführungszeichen.
    was es mit der url auf sich hat, erklärst du dem blogfenster durch die img-src-latte…

    alt= ist der text, der dann angezeigt wird, wenn das bild nicht gezeigt werden kann. da steht dann zum beispiel: die meisten elefanten sind angestaubte trophäen.

    weitere tricks:

    fettdruck: £b$text£/b$

    kursiv: £i$text£/i$

    aktiver link: £a href=”http://www.homepage.com”$text, den du aktivieren willst, zum beispiel: “ein trigger”£/a$

    eigene fotos musst du bei flickr.com oder einer ähnlichen site ins netz stellen und dann auf die adresse verweisen. (und sei gewarnt vor der flickr-bürokratie!)

    wenn du dich dem langwierigen und unzuverlässigen prozedere der accounteröffnung nicht unterziehen magst, nimmst du einfach eines von meinen fotos:

    http://www.flickr.com –> search by person –> ferrarivernichter
    schon bist du bei meinen fotos.
    achte aber drauf, dass die grösse limitiert ist. auf meiner flickrsite hat es auch einen moudi von 2 mb, also als foto etwa 30x60cm: den kriegst du hier nicht unter… einfach alles mit der rechten maustaste erforschen und ausprobieren…

    braucht geduld, drum der city-blog: da kannst du sofort sehen,was draus geworden ist…

    pedaler hat mir eine sehr gute site empfohlen, die so ziemlich alles über html bietet, was man wissen will. und man muss nicht mal vom fach sein, um da durchzusteigen…

    auch interessant zum verwirrt werden: in einem blogtext mit der rechten maustatze auf “view page source” klicken…

    die aristokratie… die demokratie…

    das erste umweltverbrechen einer demokratie war wohl: die völlige rodung der griechischen wälder zwecks flottenbau. auf der anderen seite der ägäis übrigens, persischerseits, auch… mit weniger demokratie, aber mit expansionsgelüsten.

    das waldweiden von rindern war in der schweiz auch zu weniger demokratischen zeiten bereits ein problem.

    insgesamt aber hast du recht: was man besitzt, ohne es wirklich zu benötigen, das kann man in ruhe lassen…

  36. ÄMMITALER sagt:

    @ feelx

    Bloss um das Ende dieses Blogs noch etwas hinauszuzögern …

    Wenn du dich das nächste Mal ‘wie Stuhl’ fühlst, könntest du der Freude nachspüren, die der Stuhl empfunden haben könnte, als der kleine Feelx jeweils darauf gesessen hat …

    Es gäbe an diesem Punkt des Gesprächs das Eine oder Andere auszuführen – viel einfacher wäre es aber, dir diese Dinge zu ZEIGEN oder sie dich TUN zu lassen.

    Übrigens war ich im vergangenen Jahr einige Tage in den Hügeln rund um den Doubs, mal auf der Schweizer- mal auf der französischen Seite. Einen einzigen Wanderer haben wir in diesen Tagen getroffen … sehr schön!

  37. Stille M. sagt:

    Feelx

    was hast Du denn gegen Irre und Phantasten?
    Die ersteren sind menschlich und die Phantasten erhalten diese Menschlichkeit ewig jung!

    Das zeichnet Dich aus, Du hast Dich bereits als Kind mit dem Stuhl identifiziert – ich hingegen, habe mich meist zwischen zwei Stühle gesetzt…..auch jetzt noch z.B. beim Versuch Elefantens PC-Künste nachzuvollziehen…

  38. elefantentollwut sagt:

    feelx

    ich könnte mich manchmal selbst….

    der link vom pedaler heisst: http://www.selfhtml.org

    und da ich vergessen habe, einen anzuzeigenden text dazuzuschreiben, ist der aktive link unsichtbar geblieben…

    typisch stoner!!

    comparis spuckt seit zwei tagen nur noch so um sich: eine frage der zeit, wann der treffer kommt…

  39. La Jabalita sagt:

    @ Hermosa Moria, Aemmitaler, elefant, feelx
    Ach, die Zeit und das Leben und was es alles von einem verlangt. 😉 Diese Diskussion hat mich sehr ins Nachdenken versetzt.
    Moria, deine Worte und dein Vergleich der Kinder mit Pflaenzlein toenen so gelassen. Was ist wohl die Quelle deiner Gelassenheit?
    Aemmitaler, dass du nicht einer von denen bist, die sich an der Jugend raechen, habe ich sofort gemerkt. 😉 Fuer mich schimmert zwischen und aus deinen Zeilen durch, dass du dich selber gern hast.
    Feelx, deine “Warnung” an mich hat mich betroffen gemacht. Du schreibst, dass du deine Kinder waehrend (ihrer Pubertaet und Adoleszenz, nehme ich an), als ruecksichtslos erlebt hast. Dass sie deine Schwaechen ausgenuetzt haben. Lieber Feelx, du hast mich schwer zum Nachdenken gebracht. Die Art Nachdenken, die weh tut. Da ich die Situation bisher nur aus der Sicht als Tochter kenne, kann ich nicht behaupten, dass ich verstehe, wie das fuer dich war/ist. Als Tochter allerdings kommt mir die Situation bekannt vor. Auch ich bin waehrend meiner Pubertaet/Adoleszenz manchmal (meistns? staendig?) ruecksichtslos mit meinen Eltern umgegangen. Auch ich hatte diesen “Willen zur Freiheit”, wie du schreibst, und ich habe ihn meinen Eltern entschlossen entgegengesetzt. Einerseits tut mir das heute leid, aber auf der anderen Seite frage ich mich: Haette ich damals die “Freiheit” oder Moeglichkeit gehabt, mich anders zu verhalten? Ich bin nicht da nicht so sicher. Heute wuerde ich vieles anders machen. Aber das gemeine am Leben ist ja gerade, dass man nur eine Chance hat, 19 oder der Vater/die Mutter eines 19-jaehrigen zu sein. Aber vielleicht sind diese Konflikt notwendig?
    Wie dem auch sei, ich beneide niemanden, der Kinder im Teenageralter zu Hause hat. Es ist sicher schwer damit zurechtzukommen, dass von der Liebe, Fuersorge und finanziellen Unterstuetzung ploetzlich nicht mehr so viel zurueckkommt, dafuer aber viel Kritik und Ablehnung. Und wenn ich mich richtig erinnere, ist es, entgegen der allgemeinen Meinung, auch nicht einfach, ein Teenager zu sein. Meistens tun die Jugendlichen zwar meistens so, als haetten sie viel Spass. Aber sie tun nur so, weil es sehr uncool waere, zuzugeben, dass man sich gar nicht so wohl fuehlt, sich gar nicht so toll amuesiert, und dass man am liebsten schon 25 oder 30 Jahre alt waere und “alles” hinter sich haette. Rueckblickend sieht dann alles viel besser und spassiger aus, als es wirklich war.
    Ueber dieses Thema gaebe es noch viel zu philosophieren…
    Ich danke euch allen, dass ihr mich zum Nachdenken bringt, auch wenn es manchmal weh tut und ich mir wuensche, ich koennte einfach “comfortably numb” vor mich hinleben und das Leben geniessen, ohne mir nicht so viele Gedanken zu machen. 😉

  40. feelx sagt:

    Der Elefant

    Heureka, es funktioniert! – Ich hab’s im Autoritätenblog probiert und es funktioniert. Ich bin hin und weg. Tausend Dank :))) Mit den Fotos muss ich noch etwas warten, die stehn auf einem andern Computer.

    Moria

    Ist gar nicht schwer, musst einfach genau das machen, was Elefant geschrieben hat.

    Ich habe nichts gegen Irre und Phantasten, Menschen, die das Träumen noch nicht vergessen haben und dichten, was das Zeug hält, wie du. Du bist einfach ein Riesenschatz, weisst du das? – Ein Megariesenschatz :))

    Ich war als Kind und junger Mensch einer, der sich zwischen sämtliche Stühle, Sessel, Sofas, Kanapees und Bänke gesetzt hat und sein Dasein im Dazwischen gesucht hat, – und im Dazwischen heimisch geworden ist, ich wurde mir selbst ein Stuhl 😉

    Anna, la jabalita

    Ich wollte dir nicht weh tun. Wenn die Kinder in dieses Alter kommen, dann muss man ihnen einen Freiraum zugestehen, sie der Selbstverantwortung übergeben, sie Fehler machen lassen, bei ihnen sein, wenn sie es möchten. Ruhe bewahren und vorallem mit der Ablehnung so umgehen, dass man sie nicht allzu persönlich nimmt. Und wenn es mal kracht, dann kann man davon ausgehen, dass das am anderen Tag vorüber und vergessen ist. Ehrlich bleiben ist auch so eine Sache, nicht so tun als ob. Die Dinge nicht eskalieren lassen, manchmal klein bei geben, – es kommt gross zurück. Und zurückdenken an die Zeit, in der man selbst einmal so war.

    Ämmitaler

    Nur allzu gerne würde ich jetzt bei dir sein und mir zeigen lassen, was ich alles noch tun kann. Aber da ist eine Wand zwischen uns, die mich anblinkt und voller Buchstaben ist. Ich wohne ja nicht gerade hinter dem Napf, eher schon hinter den sieben Bergen und sieben Flüssen und sieben Städten, aber ich sehe die Abenddämmerung wie du, den Mond, die Sterne wie du auch. Lass uns zu den Sternen fliegen, ach, heute ist mir so wohl ums Herz! Habe eine ganz ganz wichtige Sache hinter mich gebracht, etwas, was mich seit zwei Jahren schon betrübt. Aysha hat mir den Weg gezeigt, sag ihr’s ruhig, sie hat mir den Weg gezeigt. Ich bin froh diesen tollwütigen, diesen tollfiebrigen Winter hinter mir zu haben.

    Hugo Stamm

    Apropos Wahn. Das ist für mich der wahnsinnigste Blog seit der Auferstehung Benedikts zum Koranschüler. Verzeihen Sie mir, wenn ich mal nicht so ernsthaft bin. Ich freue mich wie ein Kind, hier dabeisein zu dürfen.

  41. Moria sagt:

    LA JABALITA

    Du erstaunst mich immer wieder. Am Anfang Deiner Blog-Karriere hast Du mich verwirrt, indem Du mich und andere häufig falsch verstanden hast. Unterdessen analisierst und filtrierst Du die Aussagen Deiner Blogger-Freunde und kommst auf erstaunliche Erkenntnisse. Wirklich bemerkenswert wie Du auch meine “Gelassenheit” benennst. Da liegst Du auffallend richtig, diese Gelassenheit habe ich wahrlich antrainiert und erstanden…..
    Abschliessend zum Theme Kinder/Jugendliche. Es wäre doch eine grosse Wohltat für die Menschheit, wenn DU zusammen mit Deinem Partner ein paar kritische und rotzige Kinder in diese Welt setzen würdest! Der Elefant als Pate – wär doch was!?

    FEELX-oh-FEELX
    danke für die lieben Worte. Aber ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, das Gedicht der Stille ist nicht von mir, aber es hat mich angesprungen!
    “Du freust Dich wie ein Kind hier dabei sein zu dürfen….” :

    Einfach mal Kind sein und Freiheit fühlen…
    unbeschwert durch Fantasien wühlen.
    Kind sein und einfach lachen…
    über noch so verrückte Sachen.

    Lachen über Dinge die nur Du kannst sehen…
    auch wenn es niemand anders will verstehen.
    du greifst nach den Wolken mit der Hand…
    schreibst ich liebe – an die Wand.

    Reiten auf W’ildschweinen durch die Fantasie Welten…
    Gesetze für einen Moment nicht mehr gelten.

    Einfach nur frei sein und unbeschwert…
    das ist bestimmt niemals verkehrt.
    Kannst allerlei Fantasien entfalten…
    wenn etwas Kind bleibt in uns erhalten.

    Die Welt mal sehen mit anderen Augen…
    glücklich sein und Träume erlauben.
    Keine Gedanken nur Freude groß
    ab in die Tasten und schreibe los….

    ….dabei bist Du es, Feelx, der den Blog in wundersamster Weise prägt und süchtig macht….

  42. aysha sagt:

    @ feelit

    ich freue mich für dich, mit dir, für mich…aus der tiefsten ecke meines herzens…

  43. ÄMMITALER sagt:

    @ feelx

    Wir könnten uns zwischen dem dritten und dem vierten Berg treffen …

    Im vergangenen Herbst habe ich für mich einen Entscheid getroffen, mich nach langer Zeit von etwas Bösem abwenden können, mit dem zusammen ich mich eingesperrt hatte. Die Befreiung war riesengross. Ein bisschen kann ich dir darum wohl nachfühlen, wie dir zumute sein muss. Geniess es!

    @ jabalita

    Lass dir von ‚uns Alten’ keine Angst einjagen.

    Kinder zu haben ist das denkbar Grösste. Die dazu notwendige Kraft erwächst einem mit den Kindern, wenn sie da sind.

    Und sollte man als Eltern (und natürlich auch sonst) dennoch mal in Schwierigkeiten sein – erinnere dich an das, was ICH als grösste Tugend betrachte: Hilfe zu holen, wenn man sie braucht. Die meisten Menschen empfinden es als ein Geschenk, wenn sie um Unterstützung gebeten werden.

    Ein Gedanke: Stell dir vor, wie viel – noch – heftiger deine Kämpfe als
    19-jährige mit deinen Eltern gewesen wären, wenn deine Eltern perfekt gewesen wären.

  44. Moria sagt:

    Aemmitaler

    eine Frage, genügt es, sich von etwas Bösem abzuwenden? Muss man es nicht gar bestrafen, sonst kann es ja unbehelligt weiterhin geschehen lassen und weiteres Unheil anrichten…?

  45. ÄMMITALER sagt:

    @ moria

    „eine Frage, genügt es, sich von etwas Bösem abzuwenden? Muss man es nicht gar bestrafen, sonst kann es ja unbehelligt weiterhin geschehen lassen und weiteres Unheil anrichten…?“

    Wie erklären, ohne dir die ganze Geschichte zu erzählen … 🙂

    Mir (und meiner ganzen Familie) war Unrecht angetan worden. Die Aussichten, doch noch zu meinem Recht zu kommen, standen praktisch auf Null.

    In mir spürte ich die Verletzung und eine mörderische Wut.

    Die Hölle, mein Gefängnis, war ich selbst mit dieser Wut, und der Unmöglichkeit irgendwie zu handeln. Hätte ich dennoch zu handeln versucht – mit effektiv fast keiner Aussicht – wäre ich auf Jahre in meinem Gefängnis geblieben.

    Rache hätte wohl meine Rage gestillt, aber das Unrecht nicht korrigiert, die Verletzung nicht geheilt. Also habe ich mich entschieden, mich abzuwenden.

    Die Verletzung ist noch da und kann durch nichts als mich selbst geheilt werden.

    Das gleiche Unrecht kann mir nicht ein zweites Mal angetan werden. Andere kann ich leider nicht schützen, ohne vorher zu meinem eigenen Recht gekommen zu sein.

  46. feelx sagt:

    Ämmitaler, Aysha

    Es gibt da zwischen dem dritten und vierten Berg einen Ort im Elsass. Gottesheim, so lautet der Name dieses Ortes.

    Moria

    Du bringst es im wieder fertig, mich in Verlegenheit zu bringen 🙂

  47. ÄMMITALER sagt:

    @ feelx

    Klingt gut.

  48. La Jabalita sagt:

    Hola Moria, gracias fuer die freundlichen Worte. Es geht halt nichts ueber die weibliche Intuition, nicht wahr. 😉 Hellseherische Faehigkeiten wie der Otto habe ich leider nicht…
    Feelx, es muss dir nichts leid tun, das waere ja noch besser!
    Aemmitaler: Mein Freund und ich haben schon einen Plan: Ab sofort gibt es keine Ferien mehr, auswaerts essen ist auch vorbei, jetzt wird gespart! Und wenn die Kinder dann mit 15, 16 anfangen zu rebellieren und uns das Leben schwer zu machen, schicken wir sie mit den Ersparnissen nach Schottland in die boarding school. Frueher war das ja eine Strafe, aber dank Harry Potter wollen ja alle kids in Hogwarts zur Schule gehen. Und so leben wir alle gluecklich und zufrieden, bis die Kinderlein erwachsen und wieder nett zu den Eltern sind.
    Jetzt hoffen wir natuerlich, dass HP auch in 15 Jahren noch beliebt ist…;-)
    Doch Spass beiseite. Es tut mir leid, was euch passiert ist. Ja, der Hass und der Wunsch nach Vergeltung/Rache machen unfrei. Ziemlich genau das, was du schreibst, habe ich einmal in einem Buch gelesen. Es ging darum, dass “wir” die Tendenz haben, unseren Feinden oft zu viel Aufmerksamkeit einraeumen und sie so ueber unser Leben bestimmen lassen, und “wir” dann nicht mehr in der Lage sind, selber darueber zu bestimmen. Fand ich sehr klug und weise.

  49. ÄMMITALER sagt:

    @ La Jabalita

    Das habt ihr euch gut ausgedacht:-) Die Idee wurde von Leuten mit dem nötigen Kleingeld auch schon über längere Zeit ausprobiert. – Lebt denn der Thumbledore noch?

    Was Klugheit und Weisheit angeht: Weisst du, zum Glück steht es mir ja frei – wenigstens hier im Blog – grosszügig über all die Dummheiten hinwegzusehen, die ich in meinem Leben schon begangen habe.

    Fast möchte ich behaupten, dass während des älter Werdens die Dummheiten munter weiterblühen – im guten Fall einfach mit etwas weniger Überzeugung:-)

  50. der elefant sagt:

    was für ein langlebiger blog…

    la wildsau:

    kommt gar nicht in frage!! ihr macht gefälligst ferien!! ich BEFEHLE es euch!

    was sollen denn eure kids davon haben, wenn ihr ihnen die ganze pubertät mit DEM EINEN klassiker versaut:

    “euretwegen haben wir keine ferien mehr gemacht, seit…”
    ( einsetzen: … napoleon, … dem dreissigjährigen krieg, … christi geburt, … dem aussterben der dinosaurier etc.)

    e-ben ! ! !