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Yogi-Flieger mischen tüchtig mit

Hugo Stamm am Mittwoch den 27. Juli 2011

Die fernöstliche Bewegung Transzendentale Meditation (TM) des kürzlich verstorbenen Gurus Maharishi Mahesh Yogi verbreitet seit über 50 Jahren abenteuerliche Heilstheorien. Die Sekte behauptet, mit ihrer Meditationstechnik lasse sich die Gravitation überwinden. Würden genügend yogische Flieger meditieren, wäre die Schweiz unbesiegbar. Noch absurder ist die Forderung von TM, Städte niederzuwalzen.

Zu den einflussreichsten TM-Exponenten gehört Franz Rutz. Der Yogi-Flieger spielt seit Jahren ein Doppelspiel und bekleidet Ämter in der Schulberatung und der Politik: Er arbeitet als Ombudsmann für die Schule und ist Schwyzer Kantonsrat. Noch gravierender: Der TM-Lehrer sitzt im Vorstand der Organisation, die zusammen mit einem Bundesamt die Berufsbildung für die nicht ärztliche Alternativmedizin entwickelt.

Es ist zwar löblich, dass das Amt breite Kreise der Alternativmedizin in die Projektarbeit integriert. Dass aber ein TM-Anhänger im Vorstand der entscheidenden Kommission sitzt, ist fahrlässig. Hier müssen die Behörden eingreifen. Sonst wird die verbreitete Meinung zementiert, die Vertreter der Alternativmedizin seien esoterisch verblendet und weltfremd. Und die Behörden tanzten nach dem Diktat der Alternativ-Lobby.

Die Naivität von Schulbehörden, CVP und Politikern wie FDP-Ständerat Hans Altherr von der Arbeitswelt Alternativmedizin ist unverständlich. Sie geben sich ahnungslos und nehmen ihre Verantwortung nicht wahr. So machen sie sich zu Komplizen einer sektenhaften Organisation und erteilen dieser indirekt die Absolution.
Bei der Ausarbeitung des Berufsbildes in der Alternativmedizin wirkt auch der Verband für Maharishi Ayurveda mit. Diese Organisation gehört zur TM-Bewegung. Somit sind indirekt eine Sekte und einer ihrer Exponenten an wichtigen politischen Entscheiden beteiligt. Und niemand stört sich daran. Ein Beispiel mehr, weshalb Sekten die Schweiz besonders lieben.

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