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War der Amok religiös motiviert?

Hugo Stamm am Samstag den 23. Juli 2011

Ich wurde heute verschiedentlich gefragt, wie ich das Massaker in Oslo und auf der Insel Utoya interpretiere, bei dem bisher 7 Personen bei Explosionen starben und 85 Jugendliche vom Attentäter erschossen wurden. Der mutmassliche Täter habe sich nicht nur in rechtsradikalen Kreisen bewegt, sondern sei auch ein christlicher Fundamentalist.

Ich bin weit davon entfernt, einen Zusammenhang zwischen der unbegreiflichen Tat und dem Glauben des Amokschützen zu konstruieren. Es ist unwahrscheinlich, dass er aus dem Glauben ein Motiv herleitete. Als wahrscheinlicher erachte ich es, dass er sich aus seiner politischen Ideologie heraus fanatisieren liess. Der Hass auf das Fremde – wahrscheinlich auch in sich – hat ihn vermutlich in eine krankhafte Gegenwelt geführt.

Ich gehe davon aus, dass ihn nicht einmal seine rechtsradikale Ideologie zu dieser Tat verleitete. Sonst hätte er den Irrsinn kaum im Alleingang – so sieht es im Moment aus – vollzogen. Die Motive oder den Auslöser müssen meines Erachtens auf der psychologischen Ebene gesucht werden.

Die Untersuchungen werden zeigen, dass der Täter eine multiple Persönlichkeit war, unter Wahnvorstellungen, Realitätsverlust oder Wahrnehmungsverschiebungen litt, unfähig zur Empathie oder emotional regrediert war, unbewusste Persönlichkeitsanteile abgespalten hat usw.

Zurück zur religiösen Frage – schliesslich interessiert uns im Blog dieser Aspekt: Mit dem Glauben hat die Tat nichts zu tun, der Glaube hat aber auch nicht verhindert, dass er zum Amokläufer wurde.

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613 Kommentare zu “War der Amok religiös motiviert?”

  1. birgitte sagt:

    Pea’NUTS

    Ist dein neue I D E O L O G I E jetzt fertig gebastelt???????????????????????????????????????

  2. Lisa sagt:

    @ alexander

    Ich verstehe Ihre Argumentation gegenüber von Ernst. Nur verstehe ich auch Ernst weil die RAF zu Terroristen entwickelt haben. Ganz am Anfang wars nicht so. Da war die “Rote Armee Fraktion” ein Grüppchen intellektueller 68iger die durchaus allgemeinverbindliche Anliegen vertreten haben. Ich empfehle Ihnen warm mal Ulrike Meinhof’s Bücher zu lesen. Nicht die Bücher über sie sondern die die sie verfasst hat und die wie ich meine “Wagenbach” noch immer verlegt. ich plädiere überhaupt nicht für gewalttätige Methoden und schütze keine Attentäter. Ich finde aber, dass man nebst – im aktuellen Fall gerechter – Verurteilung auch den Hintergrund des Lebens und der Lebensumstände in seine Überlegungen einbeziehen sollte.
    Ich rechtfertige nicht jene Methoden, ich weise aber mit ernst darauf hin, dass auch die Täter Menschen sind die manchmal aus einer Verkettung von Ereignissen und infolge von Nicht-Gehörtwerden heraus zu scheinbar sinnlosen schrekclichen Taten schreiten. Vielleicht ist es doch auch ein bisschen die Gesellschaft an und für sich die u.U. eben dem mainstream allein folgt und Themen überhaupt ausschliesst über die man aber dringend “reden” sollte.

    Es ist entsetzlich was da in Norwegen passiert ist keine Frage. Man darf ob dieser Feststellung aber den Rest nicht einfach ausklammern.

  3. Lisa sagt:

    @ alexander

    Dass “Rechtslastigkeit” Auftrieb bekommt ist nicht wirklich besonders erstaunlich was nicht bedeutet, dass ich das befürworte. Zum Einen möchte ich grade da einfügen, dass die die später die bösen RAF-Terroristen waren sich ganz am Anfang für soziale Veränderungen eingesetzt haben vergleichbar mit unseren 68igern. Aber da lesen Sie bitte mal selber ein bisschen nach. Und zum andern habe ich selbst erlebt wie gewisse Formen von Ausgrenzung auf einen wirken. Immigration ist kein einseitig’ Ding, die Immigranten tragen ebenso wie wir Verantwortung für die gesellschaftliche Situation. Wenn die nun ist als Parallel-Gesellschaft zu leben wirds für die in einem Land Beheimateten schwierig. Das ist nicht wegzudiskutieren und hat mit Ursache und Wirkung zu tun. Um etwas oder jemanden zu verstehen würde es allseitiges Entgegenkommen brauchen. Ich erwarte nicht die ideale Welt in der alle lieb sind. Aber ich finde, man dürfe trotz der Tragweite der schlimmen Tat den Täter nicht entmenschichen. Wenn wir Fehler nicht wiederholen möchten ist es ausgesprochen wichtig uns auch mit den uns weniger angenehmen Seiten zu befassen weil es die immer auch gibt.

  4. Lisa sagt:

    @ alexander

    Pardon, aber um die “Brücke zu schlagen” so, dass man nachher nicht sagen kann sie sei nicht erkennbar gewesen, auch bei uns werden die Jungsozialisten und Nachfolgeparteimitglieder z.T. mit fast schöngeistigem Gedankengut “infiltriert”. Es ist klar, dass die Exponenten die Parteiziele an “den Mann bringen müssen”. Warum aber nur wirken sie zunehmend of von der Seite so weltfremd? Das ist für niemanden gut, zu allerletzt für die jungen Leute selbst. Irgendwann werden sie aus einem Traum aufwachen der sich nie erfüllen kann. Dann fragt sich wie belastbar einzelne sind.
    Es sind die jungen Menschen die unsere “Welt” erneuern. Gleichzeitig gibt es ein paar unabänderliche Fakten mit denen man zwar nicht einfach leben muss, deren Gewicht man aber einschätzen können sollte. So werden nämlich zuweilen ganz normale Menschen eines Tages zu Tätern aus ihrer Enttäuschung und Sprachlosigkeit heraus resp. aus einem Umfeld das totschweigt was ihm nicht genehm ist. Ganz was Ungesundes.

  5. Alexander sagt:

    @Lisa
    Es tut mir leid, doch ich verstehe Ihren Einwand nicht. Es wird von niemandem bestritten, dass auch Terroristen Menschen sind und die Menschenrechte auch für sie gelten.

    Ich habe zudem Mühe Ihre penetrante Kritik an den JUSOS im Zusammenhang mit dem Attentat in Norwegen nachzuvollziehen. Ich bin nun aber wirklich die falsche Person, um die Anliegen der JUSO’s zu verteidigen – von meinem Alter und der Parteizugehörigkeit her – und überlasse das lieber anderen.

    Auf der hompage der JUSO’s habe ich folgendes gefunden: “Deine vorgebrachten Argumente sind nicht wirklich aussagekräftig. Die Juso und ihre Mitglieder haben sich schon immer von sinnlosem Vandalismus distanziert und verurteilen diesen auch. Was die “Hausbesetzung” angeht, war das eine Aktion um auf die Wohnproblematik in den Städten und Agglomerationen aufmerksam zu machen (gleichzeitig stehen in der Schweiz etwa 0,9% der Wohnungen leer). Über den Stil lässt sich streiten, doch fand diese Aktion in einem abbruchreifen Gebäude statt und niemand ist in seiner Person zu Schaden gekommen.”

  6. Glauben + Zweifel ff @ Peanut sagt:

    http://www.freitag.de/wochenthema/1130-keine-zeit-f-r-ritter
    daraus

    Breiviks wortreiche Rechtfertigung der Tat hingegen orientiert sich am Harvardmathematiker und Unabomber Ted Kaczynski, der die USA von 1978 bis 1995 durch seine Briefbombenkampagne verunsicherte. Breivik hat Kaczynski in seinem 1.500-Seiten-Wälzer anscheinend sogar plagiarisiert. Zwar sind die beiden Männer durch Jahrzehnte der gesellschaftlichen Entwicklung getrennt. Und während der eine gegen Technologisierung und die Gefährdung der reinen Natur wetterte, schreibt der andere Hasstiraden gegen Islamisierung und die Gefährdung der rein weißen Christenheit (siehe Analyse rechts auf dieser Doppelseite). Doch einig sind sich die beiden in der Dringlichkeit ihres persönlichen Kreuzzuges, für den die edle Aufgabe alle Mittel heiligt.

    Beide beschimpfen sie Linke, Humanisten und „kulturelle Marxisten“ als Schwächlinge, deren Mangel an Standhaftigkeit alle ins Verderben führe. Beide Manifest-Autoren haben sich so intensiv in eine pseudointellektuelle Konstruktion ihrer Weltsicht verstrickt, dass sie dabei den Faden zur Wirklichkeit verloren.

    Diese Art Realitätsverlust habe er in seiner eigenen Familie erfahren, schreibt der US-amerikanische Autor Frank Schaeffer in Christian Jihad?, einem Text zum Attentat in Norwegen. Als Sohn des militanten evangelikalen Pastors Francis Schaeffer, der unter anderem die konservative christliche Gemeinschaft L’Abri in der Westschweiz gründete, erlebte Schaeffer junior eine fundamentalistisch eingeengte Kindheit. Frank Schaeffer glaubt, die radikalen Schriften seines 1984 verstorbenen Vaters würden in den USA bis heute Abtreibungsgegner, Schwulenhasser und Tea-Party-Anhänger zu Gewalttaten aufhetzen. Schließlich gebe es eine indirekte, aber tödliche Verbindung zwischen aggressiver Rhetorik und aktivem Terrorismus.

    Das Unfassbare bewahren

    Wer wie sein Vater aus ideologischem Fanatismus – sei dieser nun christlich oder islamisch oder sonst wie gefärbt – der gewählten Regierung und den in demokratischen Prozessen festgelegten Gesetzen ständig die Legitimität abspreche, bereite den Boden vor für Einzelkämpfer oder Milizen, die beanspruchen, Richter und Henker in einem zu sein.

    Frank Schaeffer, der in einem ziemlich konspirativen Milieu aufgewachsen ist, warnt auf alternet.org, einer Webseite des Independent Media Institute: „Es braucht nicht viel Fantasie um sich auszumalen, wie eine ‚sezessionistische‘ Gruppe oder Mitglieder irgendeiner ‚Miliz‘ ihren US-amerikanischen Pass, ihre weiße Haut und ihre gutbürgerliche Identität als Deckung benutzen und sich eine Massenvernichtungswaffe beschaffen, mit der sie uns dann alle von der ‚tyrannischen Regierung befreien‘, oder aber die ‚Abtreibungsmetropole‘ New York oder ‚das von Schwulen besetzte‘ San Francisco bestrafen wollen.“

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