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Journalistische Ehrenrettung für die katholische Kirche

Hugo Stamm am Dienstag den 21. Juni 2011

Der 57-Jährige Autor des deutschen Magazins „Der Spiegel“ hat das Buch „Das katholische Abenteuer: Eine Provokation“ geschrieben und heftige Reaktionen ausgelöst. Mein Kollege David Nauer hat ihn dazu interviewt. Ich habe ein paar Fragen und Antworten zusammengestellt.

Herr Matussek, wann haben Sie das letzte Mal gesündigt?

Das werde ich Ihnen nicht sagen. Sie sind schliesslich nicht mein Beichtvater.
In Ihrem jüngsten Buch* schildern Sie die Welt als Sündenpfuhl. Die Wollust überbordet, Geiz und Neid, wo man hinschaut. Übertreiben Sie nicht etwas?

Nein, im Gegenteil. Nehmen wir die Wollust, ein Begriff, der im Zeitalter von «Youporn» (eine Pornoseite im Internet, Anm. d. Red.) seltsam fremd wirkt. Die Wollust ist so inflationär geworden, dass sie sich aufgelöst hat. Es gibt sie eigentlich gar nicht mehr.

Schon die alten Römer haben sich über den Sittenverfall beklagt.

Ich sage nicht, dass früher alles sittlich gefestigter gewesen wäre. Aber wir leben in einer Zeit, die so merkwürdig schuldlos geworden ist. Wir denken gar nicht mehr über Sünde nach. Wir sprechen, wenn wir von Schuld reden, eigentlich nur noch von einem Gefühl, das der Psychoanalytiker wegtherapieren soll.

Wo ist das Problem?

Das ist ein beängstigender Zustand. Wir sind im Grunde genommen schuldig und steuern gefühlt schuldlos auf eine sehr ungemütliche Welt zu. Uns ist das Koordinatensystem abhandengekommen. Katastrophen häufen sich. Ein bisschen apokalyptisch bin ich schon gestimmt.

Das müssen Sie erklären.

Es gibt eine grössere Form der Enthemmung – am oberen und am unteren Ende der Gesellschaft. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass die Todsünde der Gier sehr wohl verheerende Folgen haben kann, dass sie die Welt an den wirtschaftlichen Abgrund bringt.

Was sind die Ursachen?

Meine Diagnose ist, dass das zu tun hat mit dem Verlust der Bindungskräfte des Religiösen, der Kirchen.
Die Menschen wenden sich von den Kirchen ab, weil sie dort keine Antworten mehr finden auf die wichtigen Fragen der Zeit. Wir erleben eine Kirchenkrise, auch eine Gotteskrise. Es gibt Umfragen, die darauf hinweisen, dass drei Viertel aller Menschen noch gläubig sind. Aber das ist ein stillgelegter Glaube, der im Hintergrund schlummert, der keine Wirkung mehr hat auf den Alltag. Wenn ich sonntags in die Kirche gehe . . .

. . . gehen Sie jeden Sonntag in die Kirche?

Aber sicher. Ich muss sagen, ich gehe gerne. Weil es die Stunde ist, die eine Stunde in der Woche, in der ich mit mir und meiner Seele, mit Gott alleine bin. Das halte ich für das grossartigste Angebot überhaupt, und ich kann nicht verstehen, dass Katholiken oder Leute, die sich katholisch nennen, keinen Gebrauch davon machen.

An Sehnsucht nach Religiosität mangelt es nicht. Im Sommer kommt der indische Guru Sri Sri nach Berlin. Er wird wohl das Olympiastadion füllen.

Die Frage ist: Warum begegnet die Öffentlichkeit diesen Sekten, diesen Gurus so viel unkritischer als der katholischen Kirche? Jeder Bischof, der in einer Talkshow sitzt, muss damit rechnen, dass er mit Häme übergossen wird. Aber ein indischer Guru füllt das Olympiastadion, und die liberalen Medien sind mehr oder weniger entzückt.

Woher kommt das?

Ich finde, nicht unschuldig sind die Katholiken selber. Statt in die Kirche zu gehen, die Messe zu feiern, für die Armen zu sammeln, also den Glauben richtig zu leben, wird ewig debattiert – über den Zölibat, über das Frauenpriestertum, die nächste Reformagenda. Dem Katholizismus ist der Herzmuskel erschlafft.

Sie fordern eine Rückkehr zu den alten Dogmen?

Die Kirche hat ihr Geheimnis verloren. Ihre Botschaft sollte sein: «Ihr müsst euch anstrengen, um zu uns zu kommen, denn wir verhandeln etwas ganz Heiliges. Was wir hier machen, ist gerade nicht die Welt, sondern die Gegenwelt. Hier ist ein Geheimnis, draussen gibt es kein Geheimnis, hier ist Andacht, draussen gibt es keine Andacht, hier ist Versenkung, Stille, Hingewendet-Sein nach oben, hier kann man nicht einfach reinschlurfen und Spass haben.» Ich glaube, damit würden die Leute viel eher in die Kirchen zurückkehren. Stattdessen wird die Schwelle noch tiefer gelegt. Bald gibt es für jeden eine Cola, der kommt. Ein protestantischer Pfarrer liess kürzlich nach dem Gottesdienst sogar den «Playboy» verteilen.

Das glauben Sie doch selber nicht.

Doch, ich schicke Ihnen den Link über diesen Sex-Gottesdienst. Ist es nicht schön, wenn es auch anders geht? Letzten Sonntag war bei uns etwas ganz Tolles. Da hat der Mädchenchor des Kölner Doms zur Pfingstmesse gesungen. Das «Halleluja» war ergreifend, es stieg auf zum Himmel, man hat an den Gesichtern gesehen, wie glücklich die waren. Der Altar wurde eingeräuchert mit Weihrauch, es war eine grosse Feierlichkeit. Jeder Protestant würde sagen: «Es kommt doch nur auf mich, auf Gott und das Wort an, alles andere ist Pipifax.» Ich bin naiver, ich bin katholisch. Ich glaube, dass die Form sehr wichtig ist für die Andacht. Mein Priester in New York sagte etwas sehr Schönes: «Rituale ohne Glauben sind leer, aber ein Glaube ohne Ritual ist gestaltlos.» Der Glaube braucht den Gesang, das Hinknien, das Augenschliessen, er braucht das gemeinsame Vaterunser, diese heiligen Verrichtungen.

Die öffentliche Wahrnehmung der katholischen Kirche ist freilich eher von Skandalen geprägt.

Die Öffentlichkeit ist so vergröbert, dass sie beim Katholizismus am liebsten nur noch über Sex redet, besonders über Kindsmissbrauch. Obwohl nur 0,1 Prozent der Missbrauchstäter aus den Reihen der katholischen Kirche kommen. 99,9 Prozent kommen aus Familien, aus Vereinen, liberalen Schulen, protestantischen Organisationen. Aber jeder denkt bei Missbrauch: katholisch.

Wobei sich die katholische Kirche in Sachen Sex schon sehr weltfremd anstellt. Wenn der Papst lange ausführt, unter welchen Umständen die Benutzung eines Kondoms erlaubt ist, dann kann das ein normaler Mensch nicht nachvollziehen.

Die Kirche hält sich eben in einer Welt auf, in der über Liebe, Treue und Sexualität in einer anderen Form nachgedacht wird, als wir es tun. Sex haben ist doch heute wie ein Schluck Kaffee. Sex ist so trivialisiert, so vollständig zur Ware geworden, dass ihn jeder am Automaten herausziehen kann. Und da kommt nun eine Institution und sagt: Moment. Es wäre schön, wenn sich Liebende treu sind, dann brauchen sie nämlich keine Kondome.

Im Gegensatz zu den Kirchen sind die Moscheen in Deutschland voll. Nehmen Sie den Islam als Bedrohung wahr?

Ich glaube, dass der Islam nicht zu unserer religiösen und kulturellen Identität gehört. Eine Gefahr ist er dann, wenn er sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält. Da vermisse ich von den moderaten Muslimen in unserer Gesellschaft ein eindeutiges Bekenntnis.

Sie widmen dem Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen viel Raum. Ist das eine der grossen Fragen unserer Zeit?

Das ist zentral, denn der Konflikt hat eine Echowirkung auf unser eigenes Religionsverständnis. Ich war bei einer Veranstaltung von radikalen Salafisten in Mönchengladbach. Und da gab es folgende Szene. Ein Muslim schwenkte eine zerlesene Bibel vor einem Reporter und sagte: «Ich wette, du kennst deine eigene Religion nicht. Ich wette, du kennst nicht mal die Zehn Gebote.» Tatsächlich: Der Reporter kannte sie nicht. Bei den Muslimen existiert ein intensiver Glaube, auf unserer Seite dagegen Ratlosigkeit, religiöse Unterbelichtung und keine Bereitschaft, dem Islam auf überzeugende Weise zu antworten.

Es ist doch vernünftig, solche Provokateure nicht zu beachten. Diese Gelassenheit unterscheidet uns gerade von religiösen Eiferern.

Ich bin da nicht Ihrer Meinung. Es gibt das religiöse Gefühl, davor sollte man einen gewissen Respekt haben. Ich bin gekränkt, wenn ich sehe, wie Madonna vor einem Kreuz rumhopst. Der Gekreuzigte ist ein gemarterter Mensch, das ist der Erlöser, und diese überdrehte Kabbala-Anhängerin mit falschen Titten trällert einen Popsong – das geht nicht. Kein Mensch getraut sich heute mehr, Witze über Mohammed zu machen. Aber Jesus als Blechbüchse – kein Problem.

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692 Kommentare zu “Journalistische Ehrenrettung für die katholische Kirche”

  1. Pluto der hund sagt:

    Jaja, oder:
    http://www.grunliberale.ch/doku/medien/2010/mm20100219.pdf

    Werde ich wohl eher unterschreiben. Fukuyama und Fukushima unter einen Hut bringen, ist doch nicht so schwierig, fuku nochmal!

  2. Aqua sagt:

    Denken, Pluto, denken:

    Wie wäre es, wenn alle Schweizer Bürger ab April 2000 oder 2500 Fr. monatlich vom Staat bekämen – ohne Gegenleistung. Würden sich alle auf die faule Haut legen oder dennoch weiter arbeiten gehen – sofern sie zu den 4,618 Mio. erwerbstätigen Menschen in diesem Land gehören und nicht zu den 210 000 Erwerbslosen, den 230 000 Sozialhilfeempfängern oder den 460 000 IV-Bezügern, die von einer sozialen Schublade in die nächste geschoben werden?

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/grundeinkommen_statt_sozialwerke_1.9870642.html

    «Ein Grundeinkommen wird nicht alle Probleme auf einen Schlag lösen. Aber wir wollen einmal mit all den Irrtümern aufräumen», erklärt Christian Müller, Mitinitiator des Kongresses, dessen 600 Publikumsplätze innert weniger Tage vergeben waren. Darunter versteht er: die soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung all jener Menschen, die nicht mehr am Arbeitsprozess teilnehmen.

    Liberté, Égalité, Fraternité – dies gilt es wieder herzustellen.

    PS: Warum hat die Schweiz eine so tiefe Arbeitslosenquote? Weil dort nur jene erfasst werden, die Arbeitslosengeld beziehen. Würden wir die Sozialhilfeempfänger dazurechnen, die Quote wäre doppelt so hoch. Und kommen noch die IV-Rentenbezüger dazu… -> Voila, wir sind durchaus EU-kompatibel.

  3. Chandra sagt:

    @Aqua: Das kommt darauf an, was Sie unter hohem Bildungsstandard verstehen. Die intellektuelle Bildung oder die Herzensbildung?

    Natürlich beides. Gerade ein hoch selektives Schulsystem ist meiner Meinung nach der Herzensbildung abträglich. In einer Schule, in der schon frühzeitig Gewinner und Verlierer feststehen, wundert es nicht weiter das Mobbing trotz aller Sensibilisierungskampagnen, Schulsozialarbeiter usw. alltäglich ist. Meist trifft es Kinder, die eine ganz leichte Behinderung haben. In Zürcher Schulen wird früh festgemacht, wer zu den Gewinnern gehört, es gibt zum Beispiel ein Kursprogramm für sogenannt Hochbegabte, die gehen einmal in der Woche statt in die normale Schule zwei Stunden in einen speziellen Kurs, den sie aus einem reichhaltigen Programm auswählen dürfen. Eines meiner Kinder durfte daran teilnehmen und hat das natürlich sehr genossen. Wieso es solche Wahlfachstunden nicht auch für schulisch “normal” und “schwach” Begabte gibt, ist mir unverständlich, auch diese Kinder haben doch förderungswürdige Talente. Um die Zweiklassengesellschaft noch mehr zu fördern, haben manche Schulen weitere zusätzliche Programme, die nur von einzelnen Schülern besucht werden dürfen.

  4. Pluto der hund sagt:

    Arbeiten, arbeiten, Aqua.
    Ich gehe jetzt Unterschriften sammeln (und vorher schreibe ich dem Bäumle noch einen Brief).

    Schöne Grüsse an die schöne platonische Ideenwelt im Virtuellen!
    smile

  5. Lisa sagt:

    @ peanut

    Ich habe guten Grund zu schreiben was ich geschrieben habe. Meine Mutter und ihre Schwestern gingen in Zürichs Schulen und das sind nun wirklich nicht mehr die Jüngsten. Alle, ausnahmslos alle, zitieren die Hexenverbrennungen und die damit verbundenen Päpste und so wenn sie Argumente gegen den Katholizismus suchen. Gebetsmühlenartig. So war ich nicht minder erstaunt bei relativ jungen Leuten die Stadtzüricher Schulen besuchen und besucht haben genau das gleiche gebetsmühlenartig wiederholt zu bekommen. In dieser Hinsicht hat sich da offensichtlich in den vergangenen 100 Jahren nichts geändert. Man muss das nicht ausklammern aber vielleicht doch das geschichtliche Gewicht ein wenig besser austarieren. Sowas kann nämlich unglaublich nerven.

  6. Chandra sagt:

    @Michael Bamberger: Ausgehend davon, nochmal meine Frage: Was käme idealer daher?

    Als erster Schritt eine Rückkehr vom Neoliberalismus zur sozialen Marktwirtschaft.

  7. heidi reiff sagt:

    Skeptisch optitimistisch auch ein Weg, Klick mir kommt einfach die Kitschoper von Gershwin in den Sinn, hab sie vor Jahren im Kino Eldorado in Basel gesehen, also liebe Babys tröstet Euch…… and you Daddy is rich and you mother is good looking, but wy little Baby do you cry, Babys brauchen Nahrung und in diesem Stadium können sie nicht wahrnehmen ob der Daddy reich ist oder die Mutter gut aussieht, KITSCH BRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR. Hat mit Hautfarbe nichts zu tun.

  8. Pasionaria sagt:

    Aqua
    “2. Sie erwarten etwas als hauptsächlichen Inhalt, was höchstens die Folge des eigentlichen Inhaltes ist.” Können Sie mir > QK, erklären, was Sie mit diesem Satz aussagen wollen oder meinen?

    .

    Chandra
    Cc Lisa, die Hochtourige….
    Chandra: Ich weiss beim besten Willen nicht, wie ein gemeinsamer Spaziergang durch Euer Quartier mit “…christlicher Privatschule, der muslimischen Nachhilfeschule und einer weiteren Privatschule dubioser Art….” für unserer Diskussion hilfreich wäre?
    Deine verschiedenen Aussagen von erzürnten Familien sind für mich nicht wirklich representativ, aber man soll sie selbstverständlich ernst nehmen.
    Schlussendlich sehe ich in Deinem unbefriedigenden Falle eigentlich nur noch eine Lösung > weg von Zürich > Eurem Quartier und hin nach Basel-Stadt oder Land……..! Ich garantiere Dir, Schüler jeglicher Herkunft oder Aussehen werden dort vorwiegend (es gibt immer leidige Ausnahmen….) vernünftig behandelt, ja zusätzlich gefördert. Diese Kantone erkennen, unter anderem…. DIE Chance im Multi-Kulturellen Zusammenleben.

    Noch eine schüchterne Frage, Chandra, findest Du es sinnvoll, Deinen Kindern zu bestätigen, dass die oeffentliche Schule nichts taugt?
    Wenn ich nochmals Schulkinder hätte, würde ich ihnen anraten, etwas Prosaisches zu werden > Banker > Jurist > oder Pirat…….

  9. Michael Bamberger sagt:

    @ Chandra

    “Als erster Schritt eine Rückkehr vom Neoliberalismus zur sozialen Marktwirtschaft.”

    “Der Begriff Soziale Marktwirtschaft hat sich als Bezeichnung für die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs durchgesetzt…” (Wikipedia)

    Wünschen Sie sich eine Deutsche, bzw. Österreichische Wirtschaftsordnung für die Schweiz?

    “Horatio”

  10. Lisa sagt:

    @ pasionaria

    Seien Sie vorsichtig mit solchen Ratschlägen! Meine Schwester hat mir mit etwa 40 Jahren verraten, dass Sie weil unsere Mutter ihr sowas vorgeschlagen hat nicht ins Gymi ging aus Protest. Eine blöde Dummheit aber danach wars halt zu spät. Sie hat ihre Chance nicht erkannt und lieber ein bisschen pubertiert. Sie ist bestimmt nicht die Einzige die sich so zu Bildung verhält und Vorschlägen der Mutter.

  11. zoe sagt:

    lisa

    und wie geht es ihrer schwester jetzt?

  12. Rabbi Jussuf sagt:

    Zoe
    Sie wird als tragische Nicht-Nicht-Hausfrau ihr Leben fristen müssen.
    🙁

  13. Pasionaria sagt:

    Lisa
    Was hat ein Kantonswechsel der ganzen Familie mit dem Protest einer SchülerIn, nicht in’s Gym zu gehen, zu tun?
    Aber Ihre Schwester wird ihren Weg bestimmt erfolgreich gemacht haben – bei solch einer allwissenden, Informations vermittelnden, hochtourig-bezaubernden Schwester?

  14. Lisa sagt:

    @ pasionaria

    Das müssten Sie sie mal besser selbst fragen, ich kann nicht beurteilen wie sie heute zu sich selbst wirklich steht. Es gibt halt so ein paar Dinge die man niemandem erzählt. Und mit mir können Sie sie nicht vergleichen, wir sind quasi diametral entgegengesetzt.

  15. Chandra sagt:

    @Pasionaria

    Ich weiss beim besten Willen nicht, wie ein gemeinsamer Spaziergang durch Euer Quartier mit “…christlicher Privatschule, der muslimischen Nachhilfeschule und einer weiteren Privatschule dubioser Art….” für unserer Diskussion hilfreich wäre?

    Weil es dir die Augen öffnen könnte, dass auch hier religiöse Anbieter sofort einspringen, wenn der Staat versagt. Zudem könntest du mal mit den Verlierern dieses Bildungssystems reden. Damit meine ich übrigens nicht meine Kinder, sondern diejenigen, die nach neun oder zehn Schuljahren so wenig wissen/können, dass sie keine Lehre absolvieren können. Bei einigen reicht es wenigstens noch zu einer Anstellung bei McDo.

    Deine verschiedenen Aussagen von erzürnten Familien sind für mich nicht wirklich representativ, aber man soll sie selbstverständlich ernst nehmen.

    Ups, würdest du erzürnten Familien, die sich über die religiöse Indoktrination an Schulen beklagen, auch eine solche Antwort geben?

    Schlussendlich sehe ich in Deinem unbefriedigenden Falle eigentlich nur noch eine Lösung > weg von Zürich > Eurem Quartier und hin nach Basel-Stadt oder Land……..!

    In Basel oder Genf haben Kinder tatsächlich mehr Chancen auf eine gute Ausbildung, leider können aber nicht alle Familien dorthin ziehen.

    Noch eine schüchterne Frage, Chandra, findest Du es sinnvoll, Deinen Kindern zu bestätigen, dass die oeffentliche Schule nichts taugt?

    Klar, ich lese meinen Kindern jeden Abend vor, was ich hier im Blog über die öffentlichen Schulen geschrieben habe. Ernsthaft: meine Kinder sind mittlerweile alt genug, dass sie die Zustände an den hiesigen Schulen selbst beurteilen können.

    Wenn ich nochmals Schulkinder hätte, würde ich ihnen anraten, etwas Prosaisches zu werden > Banker > Jurist > oder Pirat…….

    Ich gebe meinen Kindern keine konkreten Ratschläge. Generell rate ich ihnen einen Beruf zu erlernen, den sie auch im Ausland ausüben können, der auch eine selbstständige Tätigkeit erlaubt. Ferner rate ich ihnen, sich neben dem Hauptberuf noch weitere Kenntnisse anzueigenen, die ihnen nützlich sein können, falls sie den erlernten Beruf mal nicht ausüben können. Ich hatte mal einen Bekannten, der war Elektroingenieur, leider konnte er wegen mangelnder Arbeitsbewilligung nicht in diesem Beruf arbeiten. Er konnte sich mit der Reparatur/Installation von Elektrogeräten und Computern aber einigermassen durchbringen.

  16. zoe sagt:

    pasionaria

    was ich am heutigen schul und weiterbildungssystem mag, ist folgendes, es gibt immer einen weg, es gibt soviele querverbindungen.
    meine töchter studieren beide nicht. sie machen halt eine hundsnormale lehre. aber, wenn sie wollen, können sie aufbauen, ausbauen.
    übrigens, beide gingen in ja in die schule, die ältere ohne grosse probleme, die jüngere, na ja.

  17. Lisa sagt:

    @ chandra @ pasionaria

    Wenn Schüler nach 9 oder 10 Jahren Grundschule nichts können, könnte es dann sein, dass sie nicht eben die Klügsten sind? Es gibt doch einfach ganz unterschiedliche Menschen auch in der Hinsicht. Ich glaube, dass man nicht einfach pauschal andere dafür verantwortlich machen kann wenn ein paar Schulabgänger auch keine Lehrstelle finden. Das gab es schon immer und das wird immer so sein.

  18. Lisa sagt:

    @ pasionaria

    Darauf hatte ich reagiert

    “…..Wenn ich nochmals Schulkinder hätte, würde ich ihnen anraten, etwas Prosaisches zu werden > Banker > Jurist > oder Pirat……”

    Ich gehe davon aus, dass meine Schwester bei den Vorschlägen am ehesten dazu eingewilligt hätte Pirat zu werden. Hätte damals auch am besten zu ihr gepasst.

  19. Lisa sagt:

    Wir waren nicht anders als alle anderen Kinder dieser Erde mit wechselnden Berufswünschen wie sie wohl auch alle Menschen kennen. Da lernt man aus irgendwelchen Gründen Berufsleute kennen die einen beeindrucken und schwupps kann man sich eine Karriere als Artist im Zirkus vorstellen oder so……….nur ganz so klein war sie nicht mehr als sie diese – für mich – Fehlentscheidung getroffen hat. Wie sie heute dazu stehen mag wird sie vermutlich mit ins Grab nehmen. Es ist ja auch wenig sinnvoll später über sowas zu lamentieren. Dann schlägt man halt eine andere berufliche Laufbahn ein und macht daraus das Beste. Da Glück oder Lebensqualität nicht zu kaufen ist geht man dafür halt manchmal eben ganz persönliche Wege.

    @ zoe

    Das sehe ich ähnlich. Von daher hat sich unser Schulsystem positiv verändert, wenngleich der zweitbeste Weg manchmal der mühsamere ist aber manchmal trotzdem der Bessere. So standardmässig zu beurteilen ob das eine oder andere besser oder schlechter sei halte ich für müssig. Hauptsache man findet seinen Weg, ist so gesund als möglich und eben was ich bei allem sehr wichtig finde, habe eine gewisse Lebensqualität oder was man dafür hält. Letzteres kann für unterschiedliche Menschen sehr unterschiedlich sein. Dass man sich immer mal wieder nach etwas Unerreichbaren sehnt ist wohl auch Durchschnitt.

  20. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Afrika – “Erst Europa und die USA, jetzt Afrika. Auf dem Kontinent melden sich immer mehr Opfer sexuellen Missbrauchs, berichten von Übergriffen durch Geistliche wie Pater Renato Kizito. Die Machtstrukturen spielen den Klerikern in die Hände, sie werden von den Menschen verehrt – und ihre Taten kaum geahndet.” (29.6.11)

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,770061,00.html

  21. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Österreich – “14 Monate nach Gründung der Opferschutzkommission unter Leitung Waltraud Klasnics liegt seit Montag eine neue Bilanz vor: 964 Betroffene (sexueller) Gewalt, begangen durch Mitarbeiter der katholischen Kirche, haben sich laut „Presse“-Informationen bisher gemeldet. 252 Personen wurde per Kommissionsbeschluss bisher eine Entschädigungszahlung zugesagt, sieben Fälle wurden abgelehnt.” (28.6.11)

    http://diepresse.com/home/panorama/religion/673230/KlasnicKommission_964-MissbrauchsOpfer-gemeldet?_vl_backlink=/home/panorama/index.do

  22. Aqua sagt:

    Pasionaria: ““2. Sie erwarten etwas als hauptsächlichen Inhalt, was höchstens die Folge des eigentlichen Inhaltes ist.” Können Sie mir > QK, erklären, was Sie mit diesem Satz aussagen wollen oder meinen?

    Dass das zentrale Anliegen die Nachfolge Jesu ist. Und Ethik allenfalls eine Folge ebendieser Nachfolge. Ganz nach dem Motto: Suchet Gott und der Rest zum Leben wird euch hinzugegeben.

    Als Agnostikerin sollten Sie halt einfach die Finger davon lassen. Sie können es nur falsch verstehen. 😉

  23. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “Victim’s lawyer says ‘some of the worst of the abuse took place’ in the six months after L.A. Archdiocese officials were warned about the Rev. Fernando Lopez Lopez. With his record, he should never have been hired.” (29.6.11)

    http://www.latimes.com/news/local/la-me-0629-lopez-mahonynotforgotten-20110628,0,2627312.column?track=icymi

  24. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Australia – “A former Catholic school teacher who says she saw priests grooming students in her classroom has told an inquiry that Victoria’s child protection system is failing victims of clergy sexual assault. In her statement read to the Protecting Victoria’s Vulnerable Children Inquiry on Tuesday, Pam Krstic said she was ignored when she raised her concerns. While the inquiry is not investigating individual cases, it was told that secrecy within church communities and their “don’t talk about it” attitude as well as society’s reluctance to talk about sexual abuse, were systemic issues that needed to be addressed.” (29.6.11)

    http://news.smh.com.au/breaking-news-national/vic-fails-priest-sex-crimes-victims-20110628-1gobp.html

  25. Lisa sagt:

    @ chandra

    Sie stellen sich das ein bisschen einfach vor. Ich gehe davon aus, dass Schweizer aufgrund der Personenfreizügigkeit wieder im europäischen Ausland angestellt werden. Das war nicht so. Es gab gut qualifizierte Leute die z.B. durch einen Grossbetrieb in einer Filiale oder so nicht angestellt wurden weil die Schweiz nicht EU-Mitglied ist. Über etliche Jahre. Des weiteren sind Anstellungen im Ausland immer an Bedingungen geknüpft. Junge Leute haben bessere Aussichten sich überhaupt irgendwo niederzulassen als Menschen über 40. Verlangen Sie mal bei Botschaften die Bedingungslisten für sowas.
    Ich stimme Ihnen zu, dass es sinnvoll ist eine möglichst vielseitig kompatible Ausbildung zu absolvieren sofern und soweit das in eines Menschen Möglichkeit liegt. Eine Garantie ist das für nichts.

  26. Lisa sagt:

    @ pasionaria

    grade im Zusammenhang mit meiner Schwester ertrage ich die ewigen Nörgeleine am “Schulsystem” nur sehr schlecht. Diese Eltern haben viel dafür getan, dass es ihren Kindern gut geht und ihnen viel ermöglicht damit sie einmal gute Zukunftsperspektiven hätten. Der älteste tut sich momentan öffentlich (!) damit hervor welche Verzichte er als Kind hätte ertragen müssen. Er hat seine Matura und noch ein paar andere Dinge dazu. Verzichten musste er auf sozusagen nichts, der finanzielle Rahmen hat aber – da mehrere Kinder – halt gewisse Grenzen gesetzt. Nun ist er politisch aktiv und wirbt mit solchem Zeug für sich. Irgendwie schäme ich mich für solchen Nachwuchs der es nicht fertig bringt auch ab und zu danke zu sagen für all das wovon er einfach profitieren konnte. Manchmal denke ich mir, dass es sogar gut wäre ein paar Dinge an Verbindlichkeiten zu knüpfen schon bei Kindern. Nicht sie sind die Krösusse – auch bei guten Schulleistungen – sondern sie sind die darauf angewiesen sind, dass es solche Institutionen überhaupt gibt wo sie fürs spätere Leben lernen können. Da stimme ich chandra zu. Für eine akademische Ausbildung bezahlen wir Steuerzahler viel länger und also wesentlich mehr als wenn junge Leute eine Lehre absolvieren. Und da ist dann schon die Schwelle der kosten. KV-Abgänger die nicht vom Arbeitgeber gefördert werden bezahlen ihre Weiterbildung in Heller und Pfennig und das ist dann ziemlich kostenintensiv. Wenn etwas fehlen täte würde ich sagen, dass es da läge wo man eben auch anderen Berufen von Staates wegen ein bisschen unter die Arme greift.
    Dieses ständige Fordern nach noch mehr und noch mehr kann ich nicht mehr hören. M.E. sollten Schulen reglementieren und darauf bestehen, dass diese Regeln eingehalten werden. Wenn dann Schüler das nicht wollen sollen sie eine andere Schule suchen. Vermutlich würde das Lernklima und der Lernwille sich verbessern. Denn eigentlich ist das relevante Voraussetzung für spätere berufliche Aktivitäten, dass man sich an gewisse Regeln hält und mit anderen Menschen zusammen arbeiten kann und darum gehts letztlich in der Volksschule auch.
    Wer so unglaublich unzufrieden ist braucht m.E. das nicht ständig und nachhaltig rumzuposaunen, der soll sich gefälligst einen Weg suchen der ihm der bessere scheint und ihm Zufriedenheit verschafft. Manchmal, sehr oft eigentlich, muss man im Leben Kompromisse machen.

  27. Lisa sagt:

    Ich war lange Sympathisantin dieser linken Partei die den Unsinn zulässt. Seither bin ich nicht mehr sicher ob ich das “richtige” Lager unterstützt habe und grade von der Seite sehr enttäuscht.
    Politische Forderungen vor Wahlen in Ehren aber doch nicht auf dem miesen Niveau.

  28. Lisa sagt:

    irgendwo ist wie das da läuft schade und ich habe den Eindruck das erste Mal wirklich: zuviel Wohlstand verdirbt den Charakter.

  29. Chandra sagt:

    @Michael Bamberger: Wünschen Sie sich eine Deutsche, bzw. Österreichische Wirtschaftsordnung für die Schweiz?

    Der Wiki-Artikel ist ziemlich lang, ich bin nicht dazu gekommen alles aufmerksam durchzulesen. Ich wünsche mir eine Wirtschaftsordnung, in der Staatseingriffe nicht generell verpönt sind, sondern der Staat, wenn nötig, regulierend eingreift, z.B. durch Festlegung von Mindestlöhnen. In der die Rechte der Arbeitnehmer berücksichtigt werden, z.B. durch paritätische Mitbestimmung.

  30. Idiot savant sagt:

    Missbrauchsfälle durch einen kath. Priester in Afrika – und wieder systematisches Vertuschen
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,770061,00.html

  31. Steinlaus sagt:

    @ zoe

    Einverstanden: Unser Bildungssystem ist gut!

    Dennoch bleiben da die Erfahrungen mit einem Schulsystem, das wir in verschiedenen Gemeinden, verschiedenen Schulen, als sehr, sehr umtriebig und mit einem mehr als dürftigen “Resultat” erlebt haben. Wie auch nur sollte der eigentliche Schulstoff Platz haben bei so vielen Projekten, Lagern, Tanzwochen, Exkursionen, Vorträgen (9 längere Vorträge innerhalb von 13 Monaten, usw. usf.). Es gab kaum Zeiten, in denen einfach ein normaler Schulalltag stattgefunden hätte. Im Übrigen hat sich Peanut (danke!) ganz in meinem Sinn dazu geäussert.

    Und all das,

    @ Lisa

    hat nichts, aber auch gar nichts mit der Intelligenz meiner Tochter oder mit einer verwöhnten Stänkerei zu tun. Sie verstehen es wunderbar, einem die Worte im Mund umzudrehen und eine Riesensache draus zu machen, sodass der Kern der ehemaligen Aussage schlichtweg zugeschüttet wird. Was Sie nicht alles (Besser-)Wissen!

  32. Steinlaus sagt:

    @ Chandra

    Gratulation zu deiner Ruhe und Besonneheit in Sachen Schule! Ich nerve mich gerade tödlich… 😉

    Gute Nacht!

  33. Lisa sagt:

    Liebe @ Steinlaus

    Bitte lesen Sie meinen Input zuerst aufmerksam durch und dann können Sie ja reagieren, wenn Sie wissen was ich geschrieben habe. Einfach nur geifern finde ich nicht gut.

  34. Lisa sagt:

    @ Steinlaus

    Auch wenn nicht alles nur gut ist so ist so haben wir eben insgesamt doch ein gutes Schulsystem. Und vergessen sie nicht, Bildung ist aktuell zwar normal aber sie ist auch ein Privilegt. Nicht so lange ists her war die Zahl der Analphabeten auch in der Schweiz nicht zu unterschätzen.
    Nerven Sie sich ruhig noch ein bisschen, vielleicht denken sie dabei drüber nach, dass die in der Schule nicht die Absicht haben kleine Kinder zu quälen sondern sie stellen sich der Aufgabe einem sehr gemischten Publikum in etwa die gleichen Chancen für ihre Zukunft zu eröffnen. Manche kkommen damit ganz gut zurecht. Und manchen wünscht man tatsächlich, dass sie sich gelegentlich die Nase schmerzhaft anstossen um Zeit zu gewinnnen über ihren Lebensstil nachzudenken und darüber was sie selbst anstreben und ob das ihren Fähigkeiten tatsächlich entspricht.
    Denn sonst könnte es zu spät sein wenn sie es eines Tages doch noch merken.

  35. heidi reiff sagt:

    Alternativlösungen haben auch noch Platz im Leben. In der Rudolf Steiner Schule in Aesch BL, müssen Kinder nicht nur Mathe büffeln, es gibt Schullager wo den Kids auch die Natur näher gebracht wird, es gibt Hütten in der Umgebung für die Kids um sich auszutoben in den Schulpausen, die Kids werden integriert normal ohne Zuckerbrot und Peitsche, einfach gefördert NORMAL, ich finde das eine gute Sache, bin echt stolz auf meine Perlen Grosskinder (11 und 9 ). Kids haben die Möglichkeit, nach Schulabschluss die Matur nachzuholen an einer Staatsschule so wie ich informiert bin.

    Der Himmel weint in Basel heute schon den ganzen Tag, bin froh, eine Abkühlung, am Tag als der Regen kam, lang ersehnt, heiss erfleht, da er wachten die Bäume………..

  36. Pasionaria sagt:

    Zoe
    ……..genau das meine ich u.a. auch, was eine grosse nicht zu verachtende Errungenschaft ist.
    Deine Töchter haben ja auch ein grosses Vorbild in Dir > mit ausbauen > umbauen und möglichst schnell ….. verdauen!

    acra aqua
    “Dass das zentrale Anliegen die Nachfolge Jesu ist. Und Ethik allenfalls eine Folge ebendieser Nachfolge. Ganz nach dem Motto: Suchet Gott und der Rest zum Leben wird euch hinzugegeben.
    Als Agnostikerin sollten Sie halt einfach die Finger davon lassen. Sie können es nur falsch verstehen.”

    Immerhin habe ich Sie damit endlich verstanden, vorallem in welcher Liga Sie spielen resp. suchen……. Alles klar.

    Ach Chandra
    Danke für Dein Bemühen…….
    Noch selten habe ich Dich so – wie soll ich es ausdrücken – hilflos argumentieren gehört. Wie kannst Du auch nur eine Reaktione auf ‘religiöses Indoktrinieren’ mit vermeintlich ‘schlechter schulischer Ausbildung’ vergleichen, bitte Chandra!

    Ich glaube Dir, dass Deine Kinder “mittlerweile alt genug sind, dass sie die Zustände an den hiesigen Schulen selbst beurteilen können.” – aber verfügen sie auch über die Erfahrung, wie in anderen Ländern unterrichtet wird, resp. wer dort den Lehrstoff wie, durch wen, zu welchem Preise vermittelt?

    Trotzdem bin ich überzeugt, dass Du es für Deine Kinder sicherlich richtig machst – aber vergiss niemals: Die Schule hat schon einen grossen Zweck erfüllt, wenn die Kinder/Jugendlichen dort lernen, kritisch nachzudenken und sich klar und möglichst richtig auszudrücken. Den Rest wird später das Leben richten……

  37. Snoopy sagt:

    @ Pasionaria

    “Meine Meinungsbildung wurde auch dadurch geprägt, dass ich miterlebe, wie in praktisch ganz Lateinamerika eine ‘vernünftige’ Schulausbildung ganz und gar und zunehmend in den Händen von religiösen ‘Grosskonzernen……’ liegt.”

    Diese Aussage kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Was meinen Sie damit?

  38. heidi reiff sagt:

    @ Idiot savant

    Bilder sprechen Bände auch Photos von Menschen, das erste Bild des Schwarzafrikaners hat mich etwas schockiert, für meine Wahrnehmung (Augen) sieht der aus wie ein misshandeltes Kind einfach die Mimik, der Ausdruck im Gesicht. Ein normales inneres Gerechtigkeitsgefühl hat nichts zu tun mit der Nasenform, Augenform etc. Mimik und Gestik eines Menschen
    gehören zum lebendigen Leben, ich beziehe die oft hässigen Blicke denen ich live begegne nicht auf mich. Heute lief ein junger Mann bei mir vorbei, kurz ein Blick kurz ein lächeln gegenseitig na und wenn ich mal hässig akzeptiere ich das einfach ich bin keine Strahletussi, als Heidi Klum wäre ich nicht geeignet als Donna im Sexmilieu auch nicht.

    Ps. es gibt da glaub ein Buch “Der Idiot”. Ich schau mal im Wiki nach, nicht verzagen Wiki fragen….:-)

  39. Zaro sagt:

    @ Peanut

    “Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn”. Unglaublich, 25 Ignoranten. Sie hätten eben den Schülern eine Antwortenauswahl geben sollen. Dann steigt jeweils die Erfolgsquote.

    Etwa so:
    Von wem stammt de Satz:
    a) von Alice Schwarzer
    b) von Lisa
    c) von Goethe

  40. heidi reiff sagt:

    @ Idiot savant

    Hab im Wiki nachgeschaut, der Schriftsteller von “der Idiot” war Dostojewski, ein berühmter Schriftsteller aus Russland.

    Vorsicht, kritische Menschen sind nicht erwünscht in totalitären Staaten 🙁 .

  41. heidi reiff sagt:

    @ Steinlaus @ Lisa

    Ich finde neutrale Supervision eine gute Lösung, so zwischen Stühlen und Bänken zu hocken ist ekelhaft, ich hatte viele Krisen in meinem Leben, meine Tochter hatte hat mir gute Dinge geliefert mit ihrer Aussage “Muetti, mir muend nüt usser stärbe” Kinder und Narren sagen die WAHRHEIT , MEINE KINDER WAREN MEINE WEGBEGLEITER. Hat mit Religion nichts zu tun, eher mit Intuition, ist einfach mein persönliches Empfinden. Ich bin keine Lehrerin, kann nicht autoritär sein, das hat mir vor 22 Jahren meine Therapeutin reflektiert, wau, miau, für mich ein Befreiungsschlag 🙂 🙂 🙂 🙂

  42. Peanut sagt:

    @ Zaro

    Mit Lisa als Gretchen würde Faust in der Hölle schmoren, die hätte ihn nicht gerettet. Alice Schwarzer hätte ihn auch nicht mögen, den Kachelmann des Mittelalters

  43. Chandra sagt:

    @Steinlaus: Gratulation zu deiner Ruhe und Besonneheit in Sachen Schule! Ich nerve mich gerade tödlich…

    Danke für die Unterstützung. Besonnen bin ich nicht immer, es gibt auch Tage, an denen ich mich tödlich nerve. Ich wünsche deiner Tochter eine erfreulichere Berufsschulzeit. Glücklicherweise sind in diesem Land die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Erwachsene tatsächlich gut, also gibt es immer eine Möglichkeit Versäumtes später nachzuholen.

  44. Steinlaus sagt:

    @ LIsa

    Auch wenn es was hat, wovon Sie sprechen, zielt es an unserer Situation vollumfänglich vorbei. Wahrscheinlich habe ich mich auch nicht deutlich genug ausgedrückt, dafür fehlt mir leider im Augenblick die Zeit.

    @ Chandra

    Ich danke dir! Oh ja, glücklicherweise besteht die Chance des Nachholens. Und ich sehe, trotz allem, zuversichtlich und positiv in die Zukunft. Wünsche dir einen schönen Tag!

  45. Chandra sagt:

    @Pasionaria

    Wie kannst Du auch nur eine Reaktione auf ‘religiöses Indoktrinieren’ mit vermeintlich ’schlechter schulischer Ausbildung’ vergleichen, bitte Chandra!

    Genau lesen! Es ging mir um den Umgang mit Kritik. In einem Fall muss man sie nach deiner Ansicht Ernst nehmen, im anderen Fall nur so halb, sieht man übrigens gut am Wörtchen “vermeintlich”. Lustig, dass auch du als Atheistin Dinge (im konkreten Fall die Volksschule) kennst, die dir heilig sind und die du mit grossem Eifer verteidigst. Ist dir eigentlich nie aufgefallen, dass ich in diesem Forum gerne ab und zu mal die heiligen Kühe (Bauern, bestes Schulsystem der Welt) des Schweizer angreife?

    aber verfügen sie auch über die Erfahrung, wie in anderen Ländern unterrichtet wird, resp. wer dort den Lehrstoff wie, durch wen, zu welchem Preise vermittelt?

    Nein, meine Kinder gingen leider nie im Ausland zur Schule, sie haben aber Kontakt zu gleichaltrigen Verwandten in verschiedenen Ländern und wissen, dass im Ausland nicht alles so schrecklich ist, wie es sich der Schweizer gemeinhin vorstellt.

    Die Schule hat schon einen grossen Zweck erfüllt, wenn die Kinder/Jugendlichen dort lernen, kritisch nachzudenken und sich klar und möglichst richtig auszudrücken.

    Hast du die Beiträge von Peanut überscrollt? Die Volksschule als Ort, an dem man lernt kritisch nachzudenken? Ich würde sie eher als Ort bezeichnen, an dem man lernt als braves Teilchen im System reibungslos zu funktionieren. (Falls die svp Oberhand gewinnt und es tatsächlich schafft, die Schule von vorgestern wieder einzuführen, wird es vielleicht ein Ort, an dem man gezwungenermassen lernt zu rebellieren.) Zum Glück gibt es einzelne Lehrer, die es trotzdem schaffen, den Kindern bezüglich kritisch Nachzudenken etwas mitzugeben. Eines meiner Kinder hat zurzeit eine aussergewöhnlich gute Geschichtslehrerin, die es für dieses Fach (das er vorher als Schnarchfach empfand) begeistern konnte und die tatsächlich das kritische Nachdenken fördert.

  46. scroll sagt:

    @ Lisa

    ein solcher Herr kann eben nicht

    objektiv

    sein! (aber wenn ihn mal was angerührt hat, so ein Piek, dann wurmt es ihn derart und er läuft mit der Sense rum und muss ABRASIEREN)

    lustig! wenn man hier länger liest oder schreibt, dann erreicht man seine persönliche Metastufe und selbst die täglichen Ungerechtigkeiten bis Gemeinheiten und Pauschalitäten tropfen ab

    Chandra: Da es mir widerstrebt armen Menschen Geld für eine Leistung aus der Tasche zu ziehen, die eigentlich der Staat leisten müsste, lasse ich es bleiben. Was ich sicher nicht bleiben lassen werde, ist solche Verhältnisse anzuprangern.

    Hahaha!

    Sehen Sie,
    Das kann man auf viele Aspekte anwenden…und man bleibt doch der arme Büttel, der zahlt und zahlt und zahlt (Matthäus-Effekt)
    Bei mir war das eine Hauptmotivation zu bloggen ( was für ein UnWort)

  47. lustig sagt:

    naürtlich hat Dänemark Buchhalter! Aber es kommt darauf an, wenn jemand schon diese unsägliche Arbeit machen will (vielleicht ist sie ja dessen Erfüllung…klar ist es die Erfüllung für einen Erbsenzähler!) dass er den Stift um 16.00h hinschmeissen kann…dass er nicht in unzähligen unbezahlten Überstunden von seinem Arbeitgeber darüber hinaus gepachtet wird, dass er nicht für die Arbeit lebt, (leben um zu arbeiten)…und dass er und vor allem SIE aufgrund eines GAAAANZ ANDEREN EMANZIPATORISCHEN SELBSTVERSTÄNDNISES (WENIGER BIS GAR NICHT

    H
    I
    E
    R
    A
    R
    C
    H
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    C
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    sondern E G A L I T Ä R – (horizontal…das gibt es auch!)

    für seine Rechte einstehen kann , eine Kultur des Widerspruchs bereits den Kleinsten in Fleisch und Blut übergegange ist und Gewerkschaften das übrige TUN!
    Vergleichen SIe mal einen bayerischen Grundschüler (Schulgebet am Morgen) … in Österreich :- ) (Herr Professor) und einen dänischen!
    [http://www.dk-forum.de/103.0.html]

    Mein Gott, was sind Sie hier für bornierte Ignoranten! Bleiben SIe selig im eigenen schweizweiten Sumpf!

    Das ist der UNTERSCHIED :- ) (zwischen meinem inhaltlichen Quatsch und dem fundierten Elitewissen eines Erbenaufpieksers)
    ____

    Für Hauptschullehrer in D’land kann man noch seine Hand ins Feuer legen!
    für ein wenig MEHR HORIZONT:

    dlf (wird viel in CH gehört!)
    10:10 Uhr
    Journal am Vormittag
    Länderzeit
    Schlechtes Image, kaum noch
    Zukunft – Steht die Haupt-
    schule vor dem Aus?
    Gesprächsgäste u.a.:
    – Prof. Dr. Roland Wöller, CDU,
    Kultusminister des Landes
    Sachsen
    – Prof. Dr. Peter Struck,
    Erziehungswissenschaftler
    Universität Hamburg
    – Dr. Ludwig Spaenle, CSU,
    Kultusministe r Bayern
    Moderation: Michael Roehl
    Hörertel.: 00800-4464 4464
    Hörerfax: 00800-4464 4465
    laenderzeit(a)dradio.de

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jena-Plan

    spezieller Gruß an Herrn OberRabbi, die tragische Nicht-Hausfrau

    ————-

    Gratulation Anima und Basta, dass Sie es geschafft haben! ….

    ————-

    Meine Empfehlung des Tages: Braunalgen!

  48. lustig sagt:

    vor Jenaplan gehört eine Trennunglinie …war nur ein weiterer Input begzl. Horizonterweiterung

  49. Glücksgefühle sagt:

    auch hatte man – ich zumindest – eher das Gefühl sich in einem Gläubigenblog zu befinden und weniger in einem Sektenblog. Persönlich Erlebtes mit/bei Christen wird kollektiv dementiert!
    Meine Buchhalter-Bilanz mit Christen ist jedenfalls eine, die ich nicht mehr überarbeite oder verrücke! Für meine “Befreiung” als Frau (wovon?) ist jedenfalls kein Christentum, kein Gott und keine Bibel verantwortlich!

    Etwas zu viel Hausfrau! Und Instrumentalisierung (als “Gefäß”)

    Etwas zu wenig EBENBÜRTIGKEIT UND ANERKENNUNG (der Leistung)

    …wie sehr sich diese Besitzergreifung unbewußt über die Kulturen ausgebreitet hat, davon zeugte jener Dreiecks-Disput Rabbi-Lisa-Anima….(und bestätigt meinen Schnack und mein Resümee aus Christentagen: erst macht der Mann die Frau zur Hausfrau, und dann beschimpft er sie als Hausfrau)

    Ja, ich finde Christen immer noch (und immer mehr) S – C – H!!
    Christen und ihre Freunde!

    und ich kann nur feststellen: l u s t i g:
    “Pietist: Seelsorger und Psychiater bekommen mehr Arbeit
    Kirchhardt (idea) – Immer mehr Christen werden künftig Seelsorger und Psychiater aufsuchen. Davon ist der Vorsitzende des pietistischen Evangelischen Vereins für innere Mission Augsburger Bekenntnis (A.B.-Verein), Inspektor Achim…[mehr]”

    ja, warum wohl?

    “Studien: Frauen trauern noch Jahre nach einer Abtreibung
    Frankfurt am Main (idea) – Viele Frauen haben noch Jahre nach einer Abtreibung intensive Trauergefühle. Teilweise leiden die Betroffenen auch unter Depressionen und Angsterkrankungen.[mehr”

    beides gesehen bei Superchristens idea-Sammelbecken…ein Sammelbecken von-bis… Aggression bis Vitamin-bGlücksgefühle, ganz wie im RL!

    FRAUEN TRAUERN NOCH JAHRE…aber fragt auch mal warum sie sonst noch trauern!

    WAS um Himmels Willen sollen Frauen dem Christenthuum zu verdanken haben?!