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Scharlatanerie an der Esoterikmesse

Hugo Stamm am Samstag den 9. April 2011
SCHWEIZ PSI TAGE GEISTHEILUNG

Kann geistiges Heilen schaden? Handaufleger am Werk.

Regina Buol hat für das Schweizer Fernsehen einen Beitrag über die Esoterikmesse «Lebenskraft 2011» gedreht. Er zeigt exemplarisch, dass die Welt der Esoterik eine Szene des Aberglaubens ist. In mindestens zwei Fällen deckt die Sendung auf, dass Scharlatane am Werk sind. Pikanterweise dokumentiert die Messe-Organisatorin Angelika Meier persönlich einen Missbrauchsfall. Sie lässt sich von der russischen Heilerin Tatjana Lackmann die Gallensteine operativ entfernen. Diese nennt ihre Methode «psychische Operation». Lackmann gibt sich als Ärztin aus und trägt die Titel «Prof. Dr. med.» Es würde mich sehr erstaunen, wenn die «Chirurgin» wirklich Medizin studiert hätte.

Der Film zeigt die Leichtgläubigkeit der Esoteriker eindrücklich auf. Diese hinterfragen nicht einmal die Scharlatane. Und die Messeleiterin, die am eigenen Leib erlebt hat, was unseriöse Angebote bedeuten, gibt diesen Personen eine Plattform.

Entlarvend ist auch der «Wasserschmecker». Er schaut in die immer gleiche Schale mit dem immer gleichen Wasser und erkennt daraus das Schicksal verschiedener Personen. Und das erst noch miserabel, wie der Beitrag zeigt – was aber nicht wirklich überrascht. Ausser die Esoteriker.

Es fragt sich, weshalb hier die Behörden nicht einschreiten. Jeder darf sich als Heiler aufspielen und Patienten behandeln. Sogar «operieren». Im medizinischen Bereich herrschen – zum Glück – rigorose Kontrollen. Als ob man mit «geistigem Heilen» oder beim «Diagnosestellen» nicht auch Schaden anrichten könnte.

Aufschlussreich sind auch die Endzeitvisionen von Bruno Würtenberg.

Doch seht und hört selbst.

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=284ce7f7-ba43-4ca0-8c7f-3a933790e7ee

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