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Ist Gott ein Schurke?

Hugo Stamm am Samstag den 12. Februar 2011

In seinem Buch «Hating God: The Untold Story of Misotheism» ( Oxford University Press,  New York) untersucht der gebürtige Schweizer Bernard Schweizer,  Professor an der Long Island University in Brooklyn, den Gotteshass mancher Schriftsteller und Philosophen. Ich drucke hier eine Zusammenfassung von Schweizer ab. Hugo Stamm

Nachdem prominente Intellektuelle wie Richard Dawkins und Christopher Hitchens mit ihrem aggressiven Atheismus an die Öffentlichkeit getreten sind, hat man (vor allem in den USA) den Eindruck gewonnen, dass diese Form des Unglaubens so ziemlich das Radikalste ist, was es in Sachen religiöser Nonkonformität gibt. Im Schatten des Atheismus blüht jedoch eine geheimere und wohl auch beunruhigendere Tradition der religiösen Subversion: Misotheismus oder Gotteshass.
Tatsächlich finden sich unter den Gotteshassern viele herausragende Persönlichkeiten, unter ihnen Mark Twain, Friedrich Nietzsche, Zora Neale Hurston, Elie Wiesel, Philip Pullman, und viele andere. Diese Misotheisten (das Wort basiert auf den griechischen Wurzeln «misos» – Hass und «theos» – Gott) lehnen nicht die Existenz Gottes ab, aber sie verneinen, dass Gott barmherzig, liebevoll oder auch nur kompetent sei. Ich habe zehn Jahre für dieses Buch geforscht und dabei versucht, die Frage zu beantworten, was denn gute, aufgeklärte und intelligente Persönlichkeiten dazu führt, mit Gott auf Kriegspfad zu gehen. Es geht dabei nicht nur ums Hadern mit Gott, sondern ganz konkret um Gotteslästerung und das Verdammen Gottes.

Obwohl es manchmal persönlicher Unbill ist, der den Misotheismus hervorruft, so sind es häufiger apokalyptische Tragödien, wie die Massaker des ersten Weltkrieges, der Holocaust, Sklaverei, usw., die Schriftsteller und Philosophen zum Misotheismus treiben. Diese Gotteshasser sind sich der Argumente zur Verteidigung Gottes wohl bewusst – all die Theodizeen, die angeblich die Existenz des Bösen (sowohl kriminelle Akte als auch Naturkatastrophen und Epidemien) erklären, ohne mit der Existenz eines allmächtigen, lieben Gottes zu kollidieren. Aber diese Erklärungsmodelle haben einfach keine Überzeugungskraft für die Misotheisten. Die Theodizee des freien Willens wird zum Beispiel oftmals herangezogen, um die Existenz des Bösen in einer von einem lieben Gott regierten Welt zu erklären.

Wenn Gott immer eingreifen würde, um dem Hass der Misotheisten vorzubeugen oder ihn abzumildern, dann würden wir in einer armseligen, unfreien Welt leben – so ungefähr geht das Argument. Die Theodizee des freien Willens selber wird dabei nicht in Frage gestellt. Aber diese Theodizee zieht nicht in Betracht, dass der Entscheid Gottes, uns einen freien Willen zu geben, genauso determinierend ist wie jede andere göttliche Intervention; zweitens, wenn Gott nicht interveniert, wenn man ihn wirklich braucht, wofür ist er denn da? Drittens, die Prämisse des freien Willens ist auch nur schon suspekt, weil sie nur auf Täter des Bösen zutrifft (und nicht einmal auf alle – einige Kriminelle sind krank und folgen nicht ihrem freien Willen, wenn sie Amok laufen), und überdies haben die Opfer selber fast nie einen freien Willen: Weshalb würde Gott den Kriminellen einen freien Willen zusprechen aber nicht ihren Opfern? Viertens, wenn es um Epidemien und Erdbeben geht, hat das mit freiem Willen überhaupt nichts zu tun, wohl aber mit Gott, denn dieser soll ja allmächtig sein, und wenn er es zulässt, dass eine Viertelmillion Haitianer in ein paar Minuten sterben, dann ist er Komplize an diesem Massenmord. Hier, wie bei anderen Theodizeen, sagen die Misotheisten “nein danke.” Es gibt Gott, aber er ist ein Schurke, und wenn er das nicht ist, dann ist er zumindest unfähig oder korrupt.

Das Buch zeigt, wo die Wurzeln des Misotheismus liegen – im Buch des Hiob, aber auch in Epicurus und vor allem in den philosophischen Systemen des Deismus, Utilitarianismus, und Anarchismus. Er unterscheidet drei verschiedene Formen des Misotheismus: Agonistischer Misotheismus – wo die Gotteshasser konstant mit Gott argumentieren und versuchen, ihren Gotteshass zu überwinden; absoluter Misotheismus – wo die Gotteshasser eigentlichen (wenn auch nur symbolischen) Gottesmord begehen, wie etwa Nietzsche oder in jüngerer Zeit Philip Pullman; politischer Misotheismus – wo Gotteshass auf ideologischer, vor allem anarchistischer Basis beruht.

Der agonistische Gotteshass ist dabei die weitverbreiteste Form, aber gleichzeitig ist es auch die Form des Gotteshasses, die am verstecktesten bleibt. Agonistischer Misotheismus findet vor allem in der Literatur Ausdruck. Dort werden diese subversiven Gedanken geschickt verpackt und halb versteckt, so dass der Misotheist wohl seine Abneigung gegen Gott gewissermassen los wird, aber zugleich nicht das Risiko auf sich nimmt, gesetzlich oder gesellschaftlich verfolgt zu werden, denn die Spuren des Misotheismus wurden gleich wieder verwischt. Nur weil ich genau wusste, wonach ich suchte, habe ich die verschiedenen Indizien des Misotheismus in Werken der Literatur gefunden.

In der Tat, Gotteshass ist keine Bagatelle. In gewissen Ländern kann es drastische Folgen haben, als Gotteslästerer identifiziert zu werden, inklusive in Irland, wo es eine hohe Geldstrafe für Blasphemie gibt, nicht zu sprechen vom Iran, wo Leute, die als “mohareb” – oder Gegner Gottes – verurteilt werden, die Todesstrafe befürchten müssen.

Natürlich wird die Gotteslästerung in vielen westlichen Ländern heute viel lockerer angegangen als noch vor hundert Jahren, weshalb es inzwischen auch Autoren gibt, die mit der Idee des Misotheismus ganz offen spielen, wie James Wood «(The Book Against God»), James Morrow («Blameless in Abaddon»), oder Philip Pullman (die Trilogie «His Dark Materials»). Bis vor Kurzem wagten es jedoch viele Misotheisten nicht, ihren Hass gegen Gott öffentlich auszudrücken und sie machten daher Gebrauch von literarischen Techniken, die es ihnen erlaubten, ihre unakzeptablen Ideen zu tarnen.

Ich räume in meinem Buch auch mit dem Argument auf, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Moral und Frömmigkeit gebe. Meine Misotheisten haben keine kriminellen Veranlagungen. Im Gegenteil. Misotheisten sind so aufgebracht, weil Gott ihren hohen moralischen Ansprüchen nicht gerecht wird. Sie sind einfach konstitutionell unfähig, ihren Glauben an Gott aufzugeben; daher finden sie keine Zuflucht im Atheismus. Sie müssen glauben, aber sie können nicht an einen guten, kompetenten Gott glauben. Dieser Engpass hat einige der hervorragendsten Werke der Literatur und Geisteswissenschaft hervorgebracht.

«Hating God: The Untold Story of Misotheism» von Bernard Schweizer ist bei Amazon.de erhältlich.

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640 Kommentare zu “Ist Gott ein Schurke?”

  1. Oksana sagt:

    @Girolamo Savonarola: Die Linke muss sich an der urbanen Mittelklasse ausrichten, die materiell mehr oder weniger gesättigt ist und jetzt etwas für ihr moralisches Wohl tun will.

    Auf diese Klasse richten sich auch Grüne, Grünliberale aus. Wen soll man noch wählen, wenn man nicht das Glück hat, zur urbanen Mittelklasse zu gehören? Die Linke dürfte sich m.E. ruhig auch mal mit den negativen Aspekten der Personenfreizügigkeit (die es neben den vielen positiven leider auch gibt) auseinandersetzen. Hohe Mieten, überfüllte Schulklassen, stagnierende oder Dumpinglöhne. Irgendwie schlägt sich der Unter-Mittelklasse-Mensch noch durch, für die Kindern der schlechtqualifizierten und -verdienenden Arbeitnehmer sehe ich mit dem hiesigen Zweiklassen-Bildungssystem jedoch schwarz. Ich persönlich habe es im Moment jedenfalls satt, dauernd Tigermama spielen zu müssen, weil meinen Kindern in der Schule viel zu wenig beigebracht wird.

  2. olive sagt:

    @Girolamo Savonarola:
    21.02.2011 um 18:43

    “Ich neige mich in Ehrfurcht vor allen Hausfrauen, schliesslich ist desperate housewifes meine Lieblingssendung. ”

    Meine auch, gleich nach dem gestörten monk.

  3. Antonius sagt:

    @ Edi Brugger: 21.02.2011 um 17:55
    Sie drücken sich um eine klare Antwort. Was verstehen sie unter Geist?

    Wenn eine Frage gestellt wird und die Antwort die blosse Erwiderung eines Geistes ist, der Erfahrungen und Erinnerungen gespeichert hat, dann ist dies lediglich eine automatische Reaktion und daher keine Regung der Vernunft. Aber wenn es keine Speicherung gibt und daher auch keine automatische Reaktion, dann gibt es weder Frustration noch angestrengtes Bemühen. Der Speicherungsprozess, das Zentrum, um das herum sich Erinnerungen ansammelt, kann mit einem Baum in einem Bach verglichen werden, um dessen Wurzeln herum sich aller mögliche Müll ansammelt. Das Denken, das oben auf dem Baum sitzt, bildet sich ein, es würde denken und leben. Nur wenn sich der Geist bewegt, wenn er fliesst, dann ist Leben vorhanden.

  4. Antonius sagt:

    Es ist das Wesen unseres Geistes, unehrlich, trügerisch und unfähig zu sein, den Tatsachen ins Auge zu schauen

  5. Girolamo Savonarola sagt:

    @ Oksana

    Langfrisiitg haben Sie Recht, man muss die Menschen, die abgehängt wurden, in die Politik einbeziehen. Das Problem ist, dass viele nicht stimmen dürfen (Ausländer) und viele nicht stimmen wollen. Bei den Wahlen 2011 geht es aber nur über die urbane Mittelschicht. Langfristig muss man aber sicher die 2/3-Gesellschaft wieder in eine 3/3 -Gesellschaft zurückverwandeln.Sagt sich ziemlich leicht, der Trend geht eher in Richtung 1/2-Gesellschaft.

  6. Lisa sagt:

    @ haddock

    Richtig! Nichts desto trotz gibt es sie längst und wir müssen diesbezüglich auf gar nichts warten. Sie ist fest etabliert mit Verträgen zementiert. Natürlich weiss ich warum der “Welthunger” zunimmt, zum einen habe ich Zieglers Bücher gelesen und zum anderen lese ich Zeitungen und reise ab und zu. Ich habe die riesigen Monokulturen gesehen und kann mir gut vorstellen wohin das führen kann. Nur, setzen wir, die Schweiz, da etwas dagegen? Ein arges Problem, richtig. Möglicherweise aber ohne Monsanto noch viel grösser, ich weiss es nicht. Mit Monsanto gibt es Ernten ohne gäbe es wohl ziemlich viele Ernte-Ausfälle. Die Fehler der Vergangeheit kann man nun mal mit drüber reden und so nicht rückgängig machen. Da würde es ganz andere Schritte in die richtige Richtung brauchen und daran hat die marktwirtschaftliche Lobby kein Interesse.

  7. Edi Brugger sagt:

    @Antonius: 21.02.2011 um 23:23

    Ich danke ihnen für ihren Versuch, mir ihre Vorstellung eines Geistes zu erklären. Leider verstehe ich nur Bahnhof. Vielleicht bin ich zu dumm für eine sinngemässe Interpretation ihrer Satzkonstruktionen. Lassen wir das, wir werden uns wohl gegenseitig nie vestehen und jeder weitere Versuch ist reine Zeitverschwendung, zumal sie ihren Geist als „unehrlich, trügerisch und unfähig, den Tatsachen ins Auge zu schauen“ abqualifizieren.

  8. Lisa sagt:

    @ agnostiker

    Ganz recht. Die SP sollte ihre Basis zuerst aufbauen bevor sie sie an vorderste Front schickt damit sie sich dort verheizen können. Es wird immer peinlicher, das ist doch ein richtig schlimmes Armutszeugnis für die Kultur dieser Partei.

  9. Haddock sagt:

    Herr Stamm,systematisch ausweichen was meiner frage an sie angeht ist nicht wirklich sportlich.
    hängt Ihre meinung direkt oder indirekt an ein bestimmter geldbetrag ?

    Kinder die krebs kriegen sind leider opfer von blindheid unserer gesellschaft und der medizinische mainstream.

    Und es ist nicht so dass korperprozesse spontan entregelt werden wie sie knallhart behaupten um jede verantwortung von unsere gesellschaft und ihre führung von sich zu weisen..
    Sie schreiben sehr grosse unwahrheiten.

    Warum halten sie knallhart an dieser meinung fest wo soviele sie anscheinend als” leuchtende heiligess beispiel” nehmen?

    Ich probiere zu beweisen das sie systematisch bestimmte themen ausweichen die nicht im mainsteamdenken passe um auch systematisch ein bestimmtes gesellschaftsbild zu erhalte das basiert auf die erhaltung der probleme

    Religion oder die existenz bestimmte götter ist unwichtig ,wir leben in einer einheit die man Gott nennen kann oder andreas oder wasimmer. Der streit löhnt sich nur für sie,sie leben von polarisierung und deswegen können sie nicht ehrlich sein.

  10. Dr. Melanie Furz Schlechtenzwerg sagt:

    doch,doch.. ich bin hier im Blog zu einem großen Teil zu meiner Selbstbelustigung! Und ER hier ——————>

    Marco Maximal von orange,
    ist mein Traum-Prinz!

  11. friends sagt:

    wetten dass es ist immer noch etwas steigerungsfähiger geht !

    Freundinnen oder Moderatorinnen? in Lackleder.

    http://www.schweizer-illustrierte.ch/prominente/michelle-hunziker-im-badeanzug-am-strand

    Doris Schöder-Köpf, Usrusla von der Leyen und Margot Käßmann waren auch Freundinnen. Aus Hennower…hangover

    und gleich auf MDR…9.30h die Wiederholung von Menschen bei Maischberger (oder wie dieser Guttenfleck auch mal in die Pfanne gehauen wird und nicht immer nur umjubelt)

    Eure Dr. Melanie furz SchlechtTenzwerg.

    Gucki ich aber nicht…fahr lieber bei dieser Sonne an die Nord-oder Ostsee und sammle Steine zum Steinewerfen

  12. friends sagt:

    die Steine sind für Bayreuth, wenn es wieder festspielt…. für Frau Sau-er, für Hernn Maschmeyer, Frau Ferres, Herrn Gottschlack und so weiter…

  13. Phil sagt:

    Den Deismus als “Wurzel des Misotheismus” zu bezeichnen und (wie hald leider so oft) Nietzschie ebenso darin zu sehen, finde ich sehr bedauerlich. Schade für ein Buch welches noch interessant sein könnte.
    Wieso die Frage nach dem Freien Willen dermassen eng mit der Frage nach “Eingriff Gottes in die Welt” verknüpft wird, ist mir aus philosophischer Sicht nicht ganz ergründlich.
    Denn als erstes (bezl. Gott) muss man sich ja mal die Frage stellen, was man unter “Gott” überhaupt versteht. Geht man dabei einfach nach üblichem Verständnis vor, so kann dies ja nur komplet undifferenziert ausfallen.
    “Wie kann Gott Ungerechtigkeiten zulassen” ist weder eine Frage die Gott erklärt, noch beantwortet sie überhaupt irgendetwas was wir unter “Gerechtigkeit” verstehen.
    Nach naturalistischem Standpunkt ist “das was in der Welt geschieht” wertneutral. Gerechtigkeit rsp Ungerechtigkeit wird also empfunden. Gleichzeitg ist das Gerechtigkeitsempfinden dem Menschen etwas allgegenärtiges. Wir werten zB unablässig. Über das was gut sein soll, was nützlich sein soll, usw und eben auch darüber was “gerecht” sei. Aber es gibt kein übergeordnetes Wertesystem keine übergeordnete Moral bzw Ethik.
    Nebenbei : ein Aspekt der für die Willensfreiheit spräche.

    Ob Gott nun in die Welt eingreifft, ob permanent, ab und zu oder nicht mehr, darüber gibt es keine einheitliche Aussage. Was darüber befindet, sind die jeweiligen Gottesvorstellungen, sind verschiedene Lehrmeinungen je nach Religion, nach Konfession rsp deren Strömungen. Dass Gott in die Welt eingreiffen würde (also nach wie vor) beruht also lediglich auf einer Interpreation.

    Wer die Willensfreiheit bestreitet, der sagt auch der Verantwortung ab. Verantwortung über das eigene Handeln basiert auf der Annnahme von Willensfreiheit. Und so erstaunt es ja auch nicht, das deterministische Weltbilder (zB “wir handeln stets gemäss den Genen”, “Sternen” usw) die Schuldfrage nicht mehr glaubwürdig beantworten können.

  14. Stoppt zu Guttenberg sagt:

    den Strategie- und Kriegsminister
    den “smarten” Lügen-Philister

    deshalb
    [http://werteinderpolitik.de/] weitersagen

  15. Bernhard sagt:

    Phil schreibt: «Nach naturalistischem Standpunkt ist das, was in der Welt geschieht, wertneutral. Gerechtigkeit rsp Ungerechtigkeit wird also empfunden».
    Dieser Gedanke ist es wert, weitergesponnen zu werden. Es ist nicht so, dass Gott sich aus dem Universums- und Weltgeschehen zurückgezogen hat. Er hat nur andere Wertvorstellungen. Oder er übernimmt immer die Wertvorstellungen jener Partei, der ich präzis gerade nicht angehöre und die ich als böse oder schlecht empfinde. Zumindest der alttestamentliche Gott ist ja nicht nur immer auf der Seite der Sanftmütigen gestanden, sondern hat zu Siegen verholfen, die mit mörderischen Waffen geführt wurden. Schliesslich gab es auch in der Entourage um Hitler einige gut gläubige Christen, die Gott dankten, dass er dem Dritten Reich so eindrücklich zum Durchbruch verholfen hat, auf dass die Welt am deutschen Wesen genese. Wohl hat Gott auch deshalb Gadhafi solange die Stange gehalten, weil es dem Bruder Führer gelang, widerstrebende Stämme unter einer Flagge zusammen zu halten. Wieviel Folter und wieviele Hinrichtungen politischer Gegner für dieses hehre Ziel vertretbar waren, sollten wir doch tunlichst dem Allwissenden überlassen.
    Wer sagt, dass die Menschenrechtskonvention – der kleinste gemeinsame Nenner , auf welche sich die Mehrheit der Staaten einigen konnten – nicht vollkommen den göttlichen Absichten widerspricht? Vielleicht vertritt ER die Meinung, dass die freie Meinung des Einzelnen unbedingt und bedingungslos dem umfassenden Weitblick eines Königs, Diktators oder Bruders Führer von Gottes Gnaden zu unterwerfen sei, wo nötig durch die physische Vernichtung jener Kräfte, welche den grossen Plan zu stören oder zu vereiteln suchen.
    Soviel Relativismus erstickt jede Diskussion darüber, welches Mass an Eingriffen in den freien menschlichen (Mut-)willen von einem allmächtigen und allgütigen Gott erwartet werden darf. Da es offenbar immer Menschen gibt, welche selbst die unglaublichsten Gräueltaten noch als Taten im Dienste Höherem und damit Gott wohlgefällig betrachten, steht es uns nicht zu, dem Allwissenden vorzuschreiben, welche Partei er zu ergreifen habe. Nicht mal an den Geboten lässt sich Gott messen, denn wer sagt, ob Moses diese nur aus den Finger gesaugt hat und die Präsentation der steinernen Tafel nur eine publikumswirksame Show war, um jeden Zweifel an der Legitimität Mose im Keime zu ersticken, eine solche Verfassung ohne mühsame demokratische Spielregeln zu Rechtskraft zu verhelfen?
    Wenn wir uns nicht auf einige grundlegende christliche oder auch nur allgemein humane Werte einigen können, sollten wir das Christentum abschaffen. Es gibt dann nichts mehr zu diskutieren.
    Ich wohne im buddhistischen Thailand. Im Buddhismus ist die Gottesfrage sekundär. Buddhisten setzen sich primär damit auseinander, wie sie im Einklang mit der Natur und den Menschen leben können, um persönlich und ganz individuell zu einem höheren (christlich: «gottähnlicherem»?) Wesen und umfassenderen Einsichten zu gelangen. Toleranz ist dabei einer der wesentlichsten Schlüssel, um neue Tore aufzustossen.
    Niemand erwartet hier etwas von einem – nur möglicherweise existierenden – Gott. Nicht alle Gläubigen fühlen sich in diesem Glauben ohne einen alles überragenden Gott wohl. Scharlatane auch in den Reihen der Mönche erfinden gute und böse Geiste, um die Gläubigen mehr an sich und die Tempel zu binden. Andere Tempel bereichern den Andachtsraum im Orakel-Lottos. Irgendeine Macht ausserhalb unserer menschlichen Existenz muss es doch geben, der die gröbsten Ungerechtigkeiten korrigiert. Ob Gott, Geist oder Orakel-Lotterie: Egal. Hauptsache der Mensch hat einen Hoffnungsträger.

  16. heidi reiff sagt:

    Hannes Wader ein Liedermacher ist mir lieber als ein aufgeplusterter Papst oder Bischof mit Mitrastab, Liedermacher sind schöpferisch Urbi et Orbi , neîn Danke. Orakel , nein Danke , schwarze Magie, nein Danke, Religionsindoktrination nein Danke , Rache in Gedanken ja, live Nein.

  17. Kohler sagt:

    Und warum nicht auch Pandeismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt, weil Gott in der Schöpfung/Welt aufgegangen sei?

  18. kassandro sagt:

    Andreas Weber: 05.03.2011 um 20:41: „Darum ist der Esoteriker auch jemand mit “Religion” sich befasst (Religion kommt von religere= zurückbinden/ zurück-verbinden): Sich dem Ursprung dem Zentrum, um welches alles dreht, bewusst zu sein und zu bleiben.“

    Ich weiss nicht, ob der Verfasser nun der Auffassung eines alt-68er Hippie-Volkskundlers ist (H.P. Dürr) oder derjenigen seines „Zentrums“, wenn er so etwas wie „Ursprung“ anspricht. Das erste, wenn er von der Sehnsucht danach, vielleicht das andere, wenn er von sich selbst spricht. Ich jedenfalls werde mich hüten, ihn auf die Suche danach zu schicken was er meint, um nicht zum wiederholten Male zur bleibenden (weil blendenden) Erkenntnis gelangen zu müssen, hierbei handle es sich um ein Phänomen einer Fähigkeit, in ich weiss nicht in welchen Hirnzellen abgespeichertes Biophotonenguthaben an die Wand (jeweils zwei Zentimeter hinter der Stirn) des nächstmöglich alles Mögliche Glaubenden hineinzuprojizieren, und dass ein solches Hineinpinseln ja so lange einem jedem vergönnt ist, wie er es denn im Wert der harten Währung lumen (kurz: lm) auch bezahlen und gbfs. auch noch als so etwas wie TM (oder sonstwie T…) nennen kann.
    Esotherik halt, h.
    Falls sich der Verfasser aber anders legitimieren sollte (indem er bspw. weiter davon schwurbelt) und ich mich somit irrte, versichere ich ihm, dass sich solches hier selbst durchaus wiedererkennen lässt, wie ja auch im Falle Nietzsches, der belegt, seines Wissens niemanden je geschubst zu haben, oder wie im Falle Platos, der wie anno dazumal beim Eintreten der Philister in sein Heimkino zumindest vor dem Licht der letzten 13 Sekunden zu versichern vermag, jemanden zumindest an seinem zutiefsten Schatten erkennen zu können.

  19. kassandro sagt:

    Dass wir uns übrigens alle auf der „Suche nach dem Ursprung“ befinden, ist eine typische, von Esoterikern bebrauchte Metapher und ist eigentlich ein Sophismus: dafür sprechen Interessen an allen möglichen Ur-s, wie Urgeschichte, Ursprache etc, oder fragen nach der eigenen Herkunft, seis nun genealogisch, historisch, historisch-genealogisch, aber wieso nicht auch geografisch, oder historisch-sozial geografish etc. Auch Wissendrang nach Fremdem und Anderem ist Suche nach dem Ursprung, wie allgemein menschliche oder kindliche Neugier und Wissendrang.
    lapidar

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  24. […] Blog des Schweizer Esoterik- und Religionskritikers Hugo Stamm geht es unter anderem um die schlichte […]

  25. Avaton sagt:

    “Heiligs Liseli”, Herr Stamm – sind Sie nun der ‘Horst Schlämmer’ der Glaubensfragen? Worauf begründen Sie Ihre geglaubte Kompetenz? Nehmen Sie doch einmal die katholische Kirche, Opus Dei und die Inquisition ins Visier – hier sollten Sie in Ihrem ‘Fundus’ reichlich fündig werden – darf ich davon ausgehen, dass Sie ganz viele schlaue Bücher gelesen haben?

  26. Maranatha sagt:

    “Da Gott seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, hat er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren,
    23 damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit.
    24 Dazu hat er uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden.
    25 Wie er denn auch durch Hosea spricht (Hosea 2,25; 2,1): »Ich will das mein Volk nennen, das nicht mein Volk war, und meine Geliebte, die nicht meine Geliebte war.«
    26 »Und es soll geschehen: Anstatt dass zu ihnen gesagt wurde: “Ihr seid nicht mein Volk”, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.«
    27 Jesaja aber ruft aus über Israel (Jesaja 10,22-23): »Wenn die Zahl der Israeliten wäre wie der Sand am Meer, so wird doch nur ein Rest gerettet werden;
    28 denn der Herr wird sein Wort, indem er vollendet und scheidet, ausrichten auf Erden.«
    29 Und wie Jesaja vorausgesagt hat (Jesaja 1,9): »Wenn uns nicht der Herr Zebaoth Nachkommen übrig gelassen hätte, so wären wir wie Sodom geworden und wie Gomorra.” Brief an die Römer, Kapitel 9

    Mit grosser Geduld erträgt Gott allerlei Gotteshasser und andere Schurken. Ja Schurken. Nicht Gott ist der Schurke, sondern der böse Mensch ist ein Schurke, der eigentlich keinen Recht auf Leben hat, von Gott ausgesehen.
    Gott kann augenblicklich, und es wird gerecht sein, allen Gotteshasser das Recht auf Leben zu nehmen. Das Leben, das von IHM stammt entziehen.
    Ich wundere mich, dass Gott so geduldig ist und diese Lästerer erträgt. Sie sind sich so sicher und haben keine Ahnung, dass sie schon morgen zum Dünger werden können. Oder auch noch heute.

    Wie geschrieben steht: “denn der Herr wird sein Wort, indem er vollendet und scheidet, ausrichten auf Erden” – Gott wird sein Wort erfüllen und alle werden sich wundern, dass es schwarz auf weiss stand und sie haben nichts davon vernommen.

    Gott hat den Weg zu sich dem Menschen mitgeteilt. Der Mensch aber ist durch die Sünde verdorben, hat keinen freien Willen zum Heil. Will sich für alles andere entscheiden, nur nicht für Gott.
    Der Weg zu Gott steht offen, aber keiner will ihn betreten.
    Jesus Christus hat den Pres bezahlt und keiner würdigt es.

    Der barmherzige Gott, anstatt alle Menschen zu tilgen, hat sich aus Gnade entschieden zu retten, die die ihn nicht wollten, aber die ER wollte.
    Deshalb steht es in Johannes Brief, dass keiner kommt zum Glauben, es sei ihn der Vater zieht.
    Der Vater muss den störrischen Menschen am Schopf packen und gegen seinen Unwillen zu sich ziehen. Gott öffnet solchem Menschen das Ohr und das Herz für geistliche Dinge und erzieht ihn zum Gefäss der Barmherzigkeit.

    Das Übel, welches die Erde beherrscht stammt von sündigem, bösem Menschen.
    Katastrofen und Tragödien sind nur Konsequenz der Abkehr des Menschen vom Schöpfer Gott, von der Quelle des Lebens.

    Die übrigen, die Gott nicht zu sich zieht, überlässt ER sich selbst, bis zum Gericht.
    Dawkins und ihm änliche Hasser werden blass und still, zitternd vor Gott stehen und werden wissen weshalb sie verurteilt werden.

  27. Maranatha sagt:

    “Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder,
    2 dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst – weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da.
    3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens.
    4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.
    5 Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war?
    6 Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit.
    7 Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden,
    8 und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt.
    9 Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern
    10 und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden.
    11 Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben,
    12 damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.” 2.Thess.2

    Man muss sich nicht wundern. Alles verläuft so, wie es vorausgesagt wurde.

  28. Sofern es einen Gott gibt ist er sicher kein Schurke. Es sind die grössenwahnsinnigen Menschen die sich anmassen in seinem Namen zu sprechen und zu handeln. Das sind die wahren Schurken oder sogar widerliche Mörder. Lest die Zeitungen, dann muss ich keine Namen nennen – die Taten sprechen für sich. Im Prinzip ist es egal ob es nun einen Gott gibt oder nicht, es sind die Menschen die das Unheil auf diese Welt bringen. Das unbestimmte Ding auf das sie sich berufen, muss nicht unbedingt existieren weil es den Wahnsinnigen sowieso egal ist. Genau so kann ein Mensch ein absolut guter Mensch sein ohne sich auf irgend etwas zu berufen, ausser auf die Menschlichkeit und das Gute an sich. Nur leider sind diese Menschen nicht zu beherrschen und werden deshalb von gewissen “Gläubigen” massiv verfolgt, weil sie sich ihrer Machtgeilheit entziehen.

  29. Dieses Zitat spricht für sich und ich kann da nichts mehr hinzufügen:
    Zitat Steven Weinberg:
    «Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, dafür bedarf es der Religion.»

  30. Maranatha: Sie haben wunderbare Bibelsprüche auf Lager. So schön und kompliziert dieser Text auch zu lesen sind, bleibt er doch ohne Folgen. Wo ist Ihr Gott bei diesem himmelschreienden Unrecht auf dieser Welt. Warum zeigt er sich nicht oder zieht die Mörder nicht zur Rechenschaft die in seinem (und auch in Christi) Namen Mord und Totschlag verbreiten. Das gilt mehr oder weniger für alle Buchreligionen. Wobei die Christen durch den nötigen und grauenhaften Befreiungsschlag von der sogenannten Kirche eher geläutert sind und somit weniger brutale Methoden anwenden um ihre Macht zu demonstrieren. Damit meine ich nicht den Respekt gegenüber der Bibel, im Gegenteil es waren und sind immer noch die schlechten Erfahrungen mit der Buchstabentreue von Machtgierigen und grausamen Klerikern, von Gestern wie im Besonderen von Heute.