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Konsumentenschutz in spirituellen Fragen

Hugo Stamm am Freitag den 3. Februar 2006

Ich bin überrascht und erfreut über die Qualität der Diskussion im neuen Blog. Vielen Dank für die Diskussionsbeiträge. Ich habe viel mehr Häme und Schelte erwartet und mich entsprechend warm angezogen. Trotz der Kälte lege ich den Wintermantel gern wieder ab. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich mit meinen Beiträgen viele Leser brüskiere. Manche fühlen sich gar angegriffen. Das ist aber nicht mein Ziel. Mich treibt der Drang nach Freiheit an. Dazu braucht es Aufklärung und Bewusstseinsbildung. Denn Fragen der Spiritualität und des Glaubens sind sehr sensible Themen, wie ein Blick in die Geschichte zeigt. In keinem andern Lebensbereich sind Missbrauch und Manipulation so leicht zu bewerkstelligen. Und in keinem andern Geistesgebiet sind Menschen so leicht beeinflussbar. Deshalb sollten wir besonders wachsam sein.

Mir ist es egal, was jemand glaubt. Spiritualität und Glauben sind etwas sehr Intimes, Privates. Da aber Gläubige stets den Drang haben, ihre „Wahrheit“ zu verbreiten, spielt die Missionstätigkeit eine wichtige Rolle. Dies trifft auch auf viele esoterische Anbieter zu. (Man beachte nur die esoterische Abteilungen in den Buchhandlungen und ihre hohen Umsätze.) Deshalb ist Aufklärung wichtig. In allen andern Lebensbereichen gibt es viele Kontrollinstanzen oder fachliche Auseinandersetzungen. Nicht so in spirituellen Belangen. Deshalb sollte es doch eine kritische Stimme ertragen. (Was mich nicht davon abhält, die Glaubens- und Kultusfreiheit zu verteidigen.)

Wenn es mir gelingt, mit meiner Arbeit unbequeme Fragen aufzuwerfen und Diskussionen anzustossen, dann lohnt es sich, den Kopf hinzuhalten. In vielen andern Gebieten kennen wir Leitplanken und Verordnungen. Deshalb kann – angesichts der vielen Fehlentwicklungen und Missbräuche – ein bisschen Konsumentenschutz in spirituellen Fragen nicht schaden. Da es einen solchen Schutz nicht gibt, kann doch ein bisschen „mediale Kontrolle“ (Journalismus) nicht schaden. Oder?

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