Logo

Hiob: Wenn Gott mit dem Teufel wettet

Hugo Stamm am Montag den 6. September 2010

Hiob ist eine der bekanntesten Figuren der Bibel. Der gottesfürchtige Mann hat es zu viel Ruhm gebracht und Eingang in unseren Wortschatz gefunden. Er hat – wenn auch ungewollt – uns den Begriff der Hiobsbotschaften beschert. Höchste Zeit, dem tapferen Mann eine Diskussion im Blog zu widmen.

Hiob war ein frommer, reicher Mann. Das wurmte den Teufel. Er sagte Gott, Hiob sei nur deshalb so gottesfürchtig, weil er von Gott privilegiert worden sei. Gott entgegnete, nein, Hiob sei aus Überzeugung ein frommer Mann. So schlossen Gott und der Teufel eine Wette ab. Gott behauptete, Hiob werde auch dann standhaft bleiben, wenn er Schicksalsschläge erleiden werde.

Gott erlaubte Satan, Hiob zu prüfen. Ein Knecht überbrachte ihm die schlechten Botschaften. Zuerst verlor Hiob seine 10’000 Nutztiere. Trotzdem zürnte Hiob nicht und lobte Gott weiterhin. Dann liess der Satan sein Haus einstürzen, alle zehn Kinder kamen um. Später brachte der Knecht eine weitere Hiobsbotschaft: Er werde schwere Krankheiten erleiden. Hiob blieb trotz Geschwüren standhaft und lobte Gott weiterhin.

Das gefiel Gott, zumal er die Wette gewonnen hatte. Als Dank schenkte er Hiob neuen Reichtum und neue Kinder.

Die Geschichte von Hiob wirft Fragen auf:

Was ist das für ein Gott, der mit dem Satan eine Wette eingeht und unschuldige Kinder opfert?

Gelten für Gott die Gebote, die er für die Menschen auferlegt hat, nicht?

Aus psychologischer Sicht würde man heute das grausame Spiel, das Gott mit Hiob und seiner Familie betrieb, als pathologisch bezeichnen.

Was für einen Eindruck von Gott haben die Frau und die Kinder von Hiob erhalten?

« Zur Übersicht

418 Kommentare zu “Hiob: Wenn Gott mit dem Teufel wettet”

  1. zoe sagt:

    07.09.2010 um 13:44 Michael Bamberger:
    Nicht umsonst droht der selbstverliebte neutestamentarische Wüstenprediger Jesus: “Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14,26-27
    darauf taiwo

    “Geht es bei dieser Bibelstelle wirklich um Personenkult, oder vielleicht darum, dass Christen aufgrund der Liebe zu Verwandten/zum eigenen Ego Dinge zulassen/akzeptieren/rechtfertigen/tun, die eigentlich christlichen Prinzipien zuwiderlaufen. Zu welchen Lebenslügen Menschen um der Liebe zu ihren Verwandten willen fähig sind, konnte man gestern sehr schön im Interview mit Mariela Castro nachlesen. ”

    dies ist ein hübsches beispiel wie mit bibelstellen interpretiert und zurechtgewerweisst wird.

  2. zoe sagt:

    sol ventus

    ach du grüne neune.

    auch eine interpretation. interessant.

  3. Michael Bamberger sagt:

    @ Hiob

    “Hiob ist, wie Rabbi zu Recht sagt, vielschichtig, so vielschichtig, dass bezweifelt wird, dass es von einem einzigen Autoren geschrieben wurde.“

    Wie die meisten biblischen Erzählungen, geht auch das Buch Hiob auf viel ältere, überlieferte Geschichten, Mythen und Sagen zurück. Sich Gedanken zu machen, ob es sich beim Buch Hiob um einen oder mehrere Autoren handelte, scheint mir in Anbetracht der Quellenlage müssig.

    “Die Tatsache bleibt doch aber, dass Hugo Stamm sich mit Hiob befasst und einige Blogger sich nun ebenfalls mit Hiob befassen… aber die Tatsache bleibt, der Text fasziniert, sonst würde man in diesem Blog nicht mitschreiben.“

    Es geht Hugo Stamm m.E. in erster Linie um den weit mehr als bedenklichen moralischen Aspekt dieser Geschichte, als um den Kadavergehorsam Hiobs seinem sadistischen Gott gegenüber. Parallel dazu könnte man die Mär von Abraham und Isak aufführen, welche gleichsam menschenverachtend daherkommt, oder Lk 14,26-27, wie ich schon erwähnt habe.

    “Jetzt wäre es doch an der Zeit, dass wir jeder unsere Meinung anhand von textstellen belegen.“

    Was wollen Sie hören (oder belegt haben), was nicht schon erwähnt wurde?

    „Horatio“

  4. Hugo Stamm sagt:

    Was mich sehr erstaunt: Von den Kindern, die geopfert werden und ihr Leben lassen müssen, spricht hier kaum einer. Ich bin nicht so dumm, dass ich die Allegorie der Hiobsgeschichte nicht begreifen würde. Wenn aber unschuldige Kinder ihr Leben lassen müssen, damit die Herrscher der Welt eine Wette veranstalten können, wird ein schauriger Geist offenbart. Ganz abgesehen davon, dass sowohl Gott wie der Satan die Reaktion und Haltung von Hiob voraussehen könnten.

  5. Rabbi Jussuf sagt:

    Taiwo
    Ich hoffe, Dir ist klar, was Deine Interpretation von Lk14.26 für Konsequenzen hat.
    Es würde heissen, dass Jesus nur als Symbol für Liebe, oder was auch immer. Der ganze Rest des NT müsste genauso interpretiert werden.
    das wiederum würde heissen, dass die Gottessohnschaft hinfällig wird, also das Zentralste des Christentums.
    Durch Deine Interpretation wird das ganze Christentum hinfällig.
    Denn die Bilder, die Du in Jesus hineininterpretierst, gibt es anderswo in viel eindrücklicher und konsistenterer Form.

    Die Stelle steht bei Lukas, der selber ausdrücklich sagt, er schreibe über die Geschichte von Jesus. Das macht er aus Gründen eines Personenkultes. Jesus ist die Integrationsfigur des jungen Christentums. Er ist also immer eine Person. Wenn Lukas diesen Satz in seinem Evangelium schreibt, dann kann er ihn nur so meinen, wörtlich. Sonst hätte er sicher bessere Worte gefunden um das auszudrücken, was Du darin sehen möchtest.

    Als Gegenbeispiel möchte ich Dir Taoteking ans Herz legen. Da stehen Sachen drin, wie Du sie in den Evangelien zu sehen meinst. Auch wird in diesem Buch deutlich, wie es ohne Personenkult funktionieren kann.

  6. Johann sagt:

    Hugo Stamm:
    07.09.2010 um 14:08
    Was mich sehr erstaunt: Von den Kindern, die geopfert werden und ihr Leben lassen müssen, spricht hier kaum einer.

    Wurde der grossmutter und Rotkäpchen nicht vom Wolf gegessen?
    Ich rege mich auch schon seit jahren darüber auf dass ein unschuldiges Mädchen Ihr leben lassen musste.

    Stamm, was wollen Sie uns eigentlich klarmachen.

  7. Taiwo sagt:

    @zoe: dies ist ein hübsches beispiel wie mit bibelstellen interpretiert und zurechtgewerweisst wird.

    Ja, ganz hübsch. Aber wenn Herr Bamberger behauptet, dass Jesus ein selbstverliebter Wüstenprediger war, dann interpretiert und werweisst er natürlich nicht. Was soll ich jetzt machen, weiter selber darüber nachdenken und mich mit anderen austauschen oder einen Pastor/Atheisten (je nach Wahl) suchen, der mir sagt, was richtig ist? Ich mache mir zu vielen Büchern Gedanken, nicht nur zur Bibel, ich verstehe nicht ganz wieso du anderen dieses Recht zugestehst, mir aber nicht.

  8. mensch sagt:

    Wenn aber unschuldige Kinder ihr Leben lassen müssen, damit die Herrscher der Welt eine Wette veranstalten können, wird ein schauriger Geist offenbart.

    gnaz abgesehen davon, dass auch heute kinder/menschen geopfert werden, war dies keine wette. eine wette beinhaltet ein ungewisser ausgang/ende, da der ausgang einer wette auf der unvorhersehbarkeit des ereignisses gründet; ansonsten ist es abgesprochene wette. wetten sie selber noch mit jemanden, wenn sie das ergebnis zu 100% kennen? falls ja, wird da auch ein schuriger geist offenbart.

    die kinder mussten zur überzeugung des anklägers satan ihr leben lassen; also kennen wir dessen geist, der ständig hinterfragt und lieber mit humanistischen gebot “ich tue recht und scheue niemanden” durchs leben wandelt.

  9. Michael Bamberger sagt:

    @ Taiwo

    “Geht es bei dieser Bibelstelle wirklich um Personenkult, oder vielleicht darum, dass Christen aufgrund der Liebe zu Verwandten/zum eigenen Ego Dinge zulassen/akzeptieren/rechtfertigen/tun, die eigentlich christlichen Prinzipien zuwiderlaufen.“

    In älteren Bibelübersetzungen lautete Lk 14,26-27 wie folgt, bevor euphemistisch umgeschrieben wurde:

    “Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein…”

    Stellen Sie sich nun vor, jemand klingelt an Ihrer Tür und stellt sich als der wiedergekommene Messias vor und lädt Sie ein, eine seiner Jüngerinnen zu werden, stellt aber die Bedingung, dass Sie alles sofort stehen und liegen lassen (Vater, Mutter, Mann, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst). Auf Ihre Frage hin, warum er das denn wolle, antwortet er Ihnen mit Lk 14,26-27.

    Können Sie sich den Rest der Geschichte ausmalen…?

    „Horatio“

  10. Taiwo sagt:

    Rabbi: Ich hoffe, Dir ist klar, was Deine Interpretation von Lk14.26 für Konsequenzen hat.

    Nein, ich sehe das nicht ganz so klar wie du. Ich werde aber darüber nachdenken und dir dann antworten. Leider habe ich diese Woche noch viel zu tun, vielleicht klappt es erst am Wochenende. Danke für den Buchtipp, im Moment bin ich noch am Lesen des anderen Buchs, das du mir empfohlen hast.

  11. how to sagt:

    Sarrazin – ein Beispiel für Hatnäckigkeit.

    Ein Obama trägt die Last der Vergangenheit im Gepäck: 1 Dekade Reps. Frei zu handeln, ist er nicht.

    Mir würde es nicht in den Sinn kommen, pauschal Christen zu hassen. Ich verurteile aber hartnäkig Evangelikale. Und selbstverständlich haben sie auch diese Geschichte und die alleinige Interpretation gepachtet.

    Ja, es ist IMMER NOCH SCHMERZLICH in meinem Schicksal zu sein. An meinem momentanen Standort. Eigentlich solte ich untersuchen, ob ich Evangelikale HASSE! Eigentlich haben sie mir das meiste genommen! Das wichtigste! Ich hasse Evangelikale! Für diese Verarschung. Für diese Dominanz. Ich hasse Evangelikale! Ich hasse Evangelikale! … ein starkes Gefühl! Und darin bleibe ich unbeugsam wie Sarrazin!

    ——–

    @ Wolfgang Klosterhalfen
    Geneial!

  12. zoe sagt:

    mensch

    es gibt gott und satan nicht.

    diese geschichten sind gemacht worden um macht und angst und gehorsam zu erzwingen und demonstrieren.

    aber ihre interpretation ist auch spannend. der satan wars.

    was solls, ein paar kinder weniger.

  13. Rabbi Jussuf sagt:

    Taiwo
    Welches Buch?
    Ich erinnere mich nicht mehr.

  14. zoe sagt:

    taiwo

    ich kann dir auch nicht sagen was du tun sollst.
    aber ich finde ” Jesus ein selbstverliebter Wüstenprediger war” echt nicht schlimm. was aber in namen gotte und seines sohnes schon angestellt wird und wurde, das finde ich ätzend.

    und ich werde echt grantig wenn texte wie der von hugo stamm über hiob in der bibel rumschwirren. weil in meinen augen hat es gott so nicht gegeben, da wird manipuliert und unterdrückt vom feinsten. schlimm. zehn kinderchen weg, zehn neue gegeben. weil ja ach so brav der mann war. wo war den die frau? zum beispiel.

  15. sol ventus sagt:

    Hugo Stamm: “Was mich sehr erstaunt: Von den Kindern, die geopfert werden und ihr Leben lassen müssen, spricht hier kaum einer.

    Bamberger tut doch fast nichts anderes, oder?

    Hugo Stamm: “Ich bin nicht so dumm, dass ich die Allegorie der Hiobsgeschichte nicht begreifen würde.

    Die da wäre? Welche Allegorie haben Sie denn erkannt und welche Schlüsse haben Sie da gezogen? Ihre Fixierung auf “Kinderopfer” zeigt doch, wie wenig Sie verstanden haben. Wir selber müssen “uns” opfern. Wir müssen unsere Illusionen loslassen.

    Hugo Stamm: “Wenn aber unschuldige Kinder ihr Leben lassen müssen, damit die Herrscher der Welt eine Wette veranstalten können, wird ein schauriger Geist offenbart.

    Ist es nicht so, dass da ein schauriges Unverständnis gewahr wird? Eigentlich ist es doch noch viel schauriger, als Sie es sich denken:

    Mose 6.3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.

    Psalm 55.16 Der Tod übereile sie, dass sie lebendig zu den Toten fahren; denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

    Mein lieber Herr Stamm, da werden nicht nur Kinder geopfert. Nein, jeder wird geopfert, in dem nicht der Geist Gottes waltet! Schaurig, gell?

    Hiob 33.28ff Gott hat mich erlöst, dass ich nicht hinfahre zu den Toten, sondern mein Leben das Licht sieht. 29 Siehe, das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit einem jeden, 30 dass er sein Leben zurückhole von den Toten und erleuchte ihn mit dem Licht der Lebendigen.

    Jaja, da sind wir wieder bei der Erleuchtung. Und die Aussage ist klar: Wer dieses Licht nicht hat, ist ein lebender Toter.

    Hugo Stamm: “Ganz abgesehen davon, dass sowohl Gott wie der Satan die Reaktion und Haltung von Hiob voraussehen könnten.

    Nicht ganz. Hiob hätte auch den Geist zurückweisen können. Aber im Hiob geht es nicht um Hiob, es geht um uns Menschen ganz allgemein. Hiob erzählt, wie der Mensch das Leiden hinter sich lassen kann. Und Hiob erzählt, dass der Mensch um Wahrheit (Das Licht, Erleuchtung, Gotteserkenntnis) ringen muss, weil er sich selber (kleines Ego, unsere Identifikation mit der äusseren Hülle oder mit Denkinhalten) im Wege steht.

    Meiner Ansicht nach ist dies die Botschaft im Hiob.

  16. Hiob sagt:

    “Das wird dann wohl eine evangelikale Bibelstunde”

    Und so weiss man halt schon zum Voraus, was der andere schreibt und hängt ihm sein Etikettchen um. Lassen Sie meine Beiträge von einem Evangelikalen durchlesen und fragen Sie ihn ober typisch evangelikal ist,

    @ Hugio Stamm

    Ja, es ist schaurig, dass eine Familie stirbt und d ss die Familie anders angesehen wird als der Patriarch. Ich habe aber geschrieben, dass dieser Aspekt heute nicht mehr vorkäme, wenn die Geschichte neu geschrieben würde. Es ist eine der grossen Leistungen der jüdischen und der christlichen Religion, dass sie den Fokus auf das Individuum richteten das mehr als nur Sippenangehöriger war. Was ändert das Schaurige an der Eindrücklichkeit der Geschichte?

    Wenn nun die folgende Stelle nicht grossartig ist, dann weiss ich nicht, was gute Literatur sein soll:

    “Bedenke, dass mein Leben ein Hauch ist und meine Augen nicht wieder Gutes sehen werden. 8 Und kein lebendiges Auge wird mich mehr schauen; sehen deine Augen nach mir, so bin ich nicht mehr. 9 Eine Wolke vergeht und fährt dahin: so kommt nicht wieder herauf, wer zu den Toten hinunterfährt; 10 er kommt nicht zurück, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr.
    11 Darum will auch ich meinem Munde nicht wehren. Ich will reden in der Angst meines Herzens und will klagen in der Betrübnis meiner Seele. 12 Bin ich denn das Meer oder der Drache, dass du eine Wache gegen mich aufstellst? 13 Wenn ich dachte, mein Bett soll mich trösten, mein Lager soll mir meinen Jammer erleichtern, 14 so erschrecktest du mich mit Träumen und machtest mir Grauen durch Gesichte, 15 dass ich mir wünschte, erwürgt zu sein, und den Tod lieber hätte als meine Schmerzen. 16 Ich vergehe! Ich leb’ ja nicht ewig. Lass ab von mir, denn meine Tage sind nur noch ein Hauch.
    17 Was ist der Mensch, dass du ihn groß achtest und dich um ihn bekümmerst? 18 Jeden Morgen suchst du ihn heim und prüfst ihn alle Stunden. 19 Warum blickst du nicht einmal von mir weg und lässt mir keinen Atemzug Ruhe? 20 Hab ich gesündigt, was tue ich dir damit an, du Menschenhüter? Warum machst du mich zum Ziel deiner Anläufe, dass ich mir selbst eine Last bin? 21 Und warum vergibst du mir meine Sünde nicht oder lässt meine Schuld hingehen? Denn nun werde ich mich in die Erde legen, und wenn du mich suchst, werde ich nicht mehr da sein.”

    Hiobs Freunde sagen, dass ein Gerechter von Gott nicht bestraft wird, und Hiob gerät immer tiefer in Verzweiflung und klagt Gott an, klagt aber auch seine Freunde an, weil sie ihm Vorwürfe machen. Der ganze Dialog ist wirklich extrem modern, dieses Hadern mit dem Schicksal und diese Verzweiflung. Der Text hat also offenbar neben dem Schaurigen auch Interessantes zu bieten, Interessantes auchg für nicht Gläubige Menschen, denn das Thema des ungerechten Leidens betrifft uns alle.

  17. Taiwo sagt:

    Rabbi Jussuf

    Schuld und Sühne.

  18. mensch sagt:

    @zoe

    wenn es diese nicht gibt, gut dann sind sie ja weiterhin auf kurs; was wenn doch?

    wenn diese “gschichten” gemacht wurden, notabene von menschen wie ihnen und mir, dann gehören doch alle anderen auf der wetl existierenden “schriften”, ob nun alte oder neue (menschenrechte, manifeste etc) auch zu diesen erfundenen geschichten? und welche andere absichten, als die von ihnen beschriebenen, beinhalten diese denn?

    ja was soll, das passiert heute tausende male in der CH, der welt…. nur wenn’s in der bibel steht ist es verwerflich. auch eine art atmung.

  19. Rabbi Jussuf sagt:

    Taiwo
    Ui, ja. Da hab ich Dir aber etwas eingebrockt.
    Auch da in gewisser Weise das Hiobmotiv…

  20. Erika sagt:

    Sol ventus

    etwas wird jedoch ganz klar, zwischen Ihrer Interpretation und derjenigen von Hugo Stamm:
    Es kann verheerende Folgen haben, wenn man die Bibel falsch versteht.

    Gott fordert solche “KinderOpfer” nur von Menschen, die Gott lieben,
    andere sind nicht angesprochen.

    Im Gegenteil.

    Gott fordert solche “KinderOpfer” nur von Menschen, die mit ihrem ganzen Sein begreifen,
    was Gottesliebe ist.

    Wenn andere Menschen ihre “KinderOpfer” darbringen, so ist es nichts als ein grausames Morden.
    Gott wird solche Menschen verloren mit leblosen Kindern zurücklassen.
    Erst wenn die Zeit gekommen ist, und der Mensch reif ist, dann wird er den Ruf Gottes vernehmen.

    Das ist eine Einweihung, zu welcher nur Erleuchtete Zugang haben.

    Hier fällt der Schleier des Mysteriums.

  21. Erika sagt:

    Möglicherweise ist das Coelibat ein light version dieses Opfers.
    😉

  22. Taiwo sagt:

    @zoe: aber ich finde ” Jesus ein selbstverliebter Wüstenprediger war” echt nicht schlimm.

    Ich finde diese Interpretation auch nicht schlimm. Man kann das durchaus so lesen. Falls du es noch nicht gemerkt hast, ich unterhalte mich sehr gerne mit Michael Bamberger und Rabbi Jussuf über Bibelverse. Ich muss den beiden aber nicht immer Recht geben. Dass mir das Buch Hiob wie dir Probleme bereit, hätte dir vielleicht auffallen können. Wieso glaubst du, möchte ich das Ganze nochmals in Ruhe lesen, bevor ich mich dazu äussere. Schlimmer übrigens als das Buch Hiob ist, dass man im RL selber mit solchen Situationen konfrontiert wird. Im letzten Jahr hat eine Freundin zwei erwachsene Kinder bei einem Autounfall verloren. Das sind Momente, wo man nicht weiss, wie man Trost spenden soll.

  23. Erika sagt:

    @ How to shit the woods

    Habe Ihnen heute morgen etwas Kleines gepostet,
    leider ist es Hugo Stamms Löschwut aus unerfindlichen Gründen zum Opfer gefallen.
    Habe am Wochenende seit langem mal wieder Fernsehen geguckt.
    Auf arte: Wie im Himmel.

    Ich habe an Sie denken müssen,
    wenn Sie irgendwann mal die Möglichkeit bekommen, den Film zu sehen, dann kann ich ihn Ihnen nur wärmstens empfehlen.
    Ich möchte nicht mehr dazu sagen, obwohl es noch viel dazu zu sagen gäbe.

    Hier noch der Filmsong

    http://www.youtube.com/watch?v=Uf6HC9xN7Wo

  24. sol ventus sagt:

    Michael Bamberger: “Die fatale religiöse Unterteilung zwischen einer imaginären Wunsch- und Traumwelt und der Realität, zieht sich wie ein roter Faden durch die „heiligen Bücher“.

    Eigentlich klar gibt es diese “Unterteilung” immer, sonst wären es ja keine heiligen, sondern weltliche Bücher.

    In dieser Aussage lässt sich auch erkennen, warum die Interpretation von Bamberger so “fatal” und “schrecklich” sind. Für Ihn gibt es das nicht, was Essenz dieser Bücher ist. Somit lässt sich auch nichts sinnvolles aus diesen Büchern rauslesen.

    Leider, und da gebe ich Bamberger durchaus recht, kann aber auch von Gläubigen vieles falsch rausgelesen werden, solange diese eben noch nicht “das Licht” erhalten haben. Sprich: Eigentlich versteht das nur derjenige richtig, der es nicht mehr zu lesen braucht. Daher ist es eben schon so: Bücher bringen keine Erleuchtung. Es braucht dazu jemanden, der eben im Geiste Gottes steht. Sprich: Einen wahren Lichtbringer (Guru) braucht es, damit man zum Licht kommt.

    Dies ist aber heutzutage nur schwer zu finden, einerseits, weil sich auch lichtlose Gestalten Guru nennen, andererseits, weil der moderne Mensch lustigerweise immer Angst hat, er würde von einem Leher ausgenommen und unterjocht. Wie schwach muss doch der Mensch sein, wenn er von seinen Mitmenschen derart verängstigt wird.

    @ Horatio

    Denken Sie denn tatsächlich, ein Guru würde es schaffen, aus Ihnen einen hirnlosen Sklaven zu machen? Denken Sie tatsächlich, Meditation führe zur Abhängigkeit?

    Falls Sie denken, dass Sie erwachsen genug sind, um nicht irgend einem Schwätzer auf den Leim zu kriechen, dann sollten Sie tatsächlich nach einem Guru suchen. Immerhin ist Ihr Interesse an der Materie ja überwältigend. Da wünsche ich Ihnen eigentlich, dass Sie da mal zum Wasser finden und nicht ewig dürsten müssen.

  25. sol ventus sagt:

    Erika: “etwas wird jedoch ganz klar, zwischen Ihrer Interpretation und derjenigen von Hugo Stamm: Es kann verheerende Folgen haben, wenn man die Bibel falsch versteht.

    Oh ja, klar. Leider wird die Bibel meistens falsch verstanden. Sie sehen ja die Statements hier: Da kann man nur froh sein, dass diese die Bibel ablehnen.

    Erika: “Wenn andere Menschen ihre “KinderOpfer” darbringen, so ist es nichts als ein grausames Morden.

    Ja, leider. Es sind ja unsere eigenen Bindungen, die wir opfern (ablegen / überwinden) müssen. Das hat nichts mit Kinderopfern zu tun. Im Gegenteil: Wer die anderen liebt wie sich selbst… genauer: Wer sein Selbst (die Seele) liebt, liebt auch jene der anderen. Weil, gem. Hinduismus dies die Erkenntnis ist: “Ich bin das”. Sprich: Eigentlich sind wir erst dann zu wahrer Nächstenliebe fähig!

  26. Erika sagt:

    @ sol ventus

    War gerade in einer anderen Bibelgeschichte, bei Abraham.
    Es ist aber auch zu verwirrend, wenn in Zusammenhang mit Hiob von Kinderopfern gesprochen wird.

    Von Hiob verlangt Gott viel weniger als von Abraham.
    Gott kommt Hiob sehr entgegen…
    😉

  27. Erika sagt:

    @ Sol ventus

    “Da kann man nur froh sein, dass diese die Bibel ablehnen.”

    Das ist in der Tat eine kolossale Erkenntnis.
    Sie haben sowas von Recht !

    🙂

  28. sol ventus sagt:

    Erika: “Möglicherweise ist das Coelibat ein light version dieses Opfers.

    Nein, denke ich nicht. Der Zölibat wäre Folge davon, nicht Ursache. Erleuchtete finden Erfüllung andernorts. Solange die Erleuchtung nicht da ist, verursacht der sexuelle Verzicht eher Bindung als Lösung. Ich finde es wesentlich praktischer, sich der erotischen Gedanken zu entledigen, indem man ab und zu halt Sex hat. Der Weg in den Himmel lässt sich meiner Erfahrung nach nicht mit Gewalt erzwingen. Es benötigt dazu sanftmut. Gewalt und Zwang zeugen meines Erachtens immer von Unwissenheit.

    Ich denke, hier irrt die RKK gewaltig. Es ist nicht so, dass man erleuchtet wird, indem man Äusserlichkeiten von Erleuchteten nachäfft. Es benötigt ein inneres Wachstum.

  29. Pätschwörkchrist: sagt:

    Johann findet die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf genauso grausam wie die Opferung von Hiobs Kindern. Er will uns damit zeigen, dass solche “Weisheitsgeschichten” halt archaisch funktionieren. Die Gleichstellung von Märchen und der Bibel würde weitere Kreise nach sich ziehen, dessen auch ein Johann sich sehr wohl bewusst ist. Kommt dieses Argument von atheistischer Seite, dann kennen wir die Reaktionen.

    Auch der Blogger Hiob argumentiert auf ähnliche Weise, nur auf einem etwas ansprechenden Niveau, aber genauso bescheiden. Er zitiert eine Bibelstelle, die durchaus etwas hergibt und fragt uns dann: Wenn das nicht grosse Literatur ist, was dann? Auch hier wird geflissentlich negiert, dass die Bibeln von all den verschiedenen Christen keineswegs als Literatur verstanden werden will, sondern sich darauf Moral, Würde und Normen aufbauen, auf die sich berufen. Dieser Anspruch besteht und ihn in der Diskussion über eine etwas “heikle” Bibelstelle zu verleugnen zeigt, wie willkürlich Glauben funktioniert.

    Interessant auch an dieser Stelle, dass der Bloggger sol ventus von Satan spricht. Er setzt diesen Begriff zwar in Strichzeichen, aber verwendet diese Begrifflichkeit dennoch. Was ein sol ventus mit diesen Konzept anzufangen weiss, bleibt schleierhaft, bzw. ist es halt so, dass sich bei ihm alles zu einen Sinn erschliesst, sofern es ein (supernatürliches) Glaubenskonzept ist. Er weiss jeden Begriff so zu deuten, dass er stimmig wird. Ich versuche es einmal: Mit Satan meint er das “sich vom göttlichen Abwenden” , “gegen seine Natur (die ja auch göttlich ist) verstossen” Solche vereinnahmenden Definitionen stellt ein schönes Beispiel dar, wie undefinierbar Glauben sein kann, zugleich aber auf alles eine Antwort geben vermag. Bzw. sind seine Defintionen dermassen inflationär, dass er niemals Gefahr läuft, seine eigenen Widersprüche erkennen zu müssen: Der Witz von Glauben, wird hier besonders schön dargelegt. Ich spreche in diesem Sinne von “vereinnahmenden Definionen” weil der Esoteriker sol ventus (der an keinen monotheistischen Gott glaubt) diesen eindeutig christlichen Begriff für sein Föifer-und Weggliglauben benutzt.

    Man besuche die Kartause Ittingen und man kann sehen, was passiert wenn christlich-katholische und esoterische Glaubenslehren sich paaren. Das ist wie wenn der Papst mit Ma Anand Sheela (Sheela Silverman) ins Bett steigt: Es kommt ein Anselm Grün heraus.
    😉

  30. htsitw sagt:

    Erika
    Merci, klingt verlockend!
    Musik unpathetisch. Deshalb kraftvoll.
    Habe Song auf Favoriten gesetzt!

  31. benjamin sagt:

    Oh ja, klar. Leider wird die Bibel meistens falsch verstanden. (Sol ventus)

    Kann man Literatur, Geschichten, Gleichnisse, Erzählungen oder auch die Bibel falsch verstehen? Sie nicht verstehen, ja, das kann man schon. Und falsch verstehen kann man sie eigentlich auch, wenn man mit einer vorgefassten Meinung oder falschen Erwartungen an sie herantritt. Von Berufs wegen habe ich viel mit fiktiver Prosa zu tun. Und die Bibel ist für mich auch fiktive Prosa. Es gibt fiktive Texte, die sprechen mich an, und andere, bei denen ich mich frage: Was will der Verfasser damit? Und diese Frag kann ich oft nicht beantworten. Ich weiss dann einfach nicht, was Sache ist. Aber es käme mir nie in den Sinn, einen fiktiven Text wörtlich zu nehmen, wie Stamm das tut. Oder mich gar über Figuren in diesem Ijob-Text aufzuregen. Ich kann mich über Sarrazin, Berlusconi oder Josef Ratzinger aufregen, aber über Emilia Galotti, Anna Karenina, über den Gott im Buch Ijobs oder über Jesus im 14. Kapitel von Lukas?

    Mir scheint, dass einige hier im Blog einem grundsätzlichen Kategorienfehler unterliegen.

  32. Liliuokalani sagt:

    @ Hugo Stamm

    Ich denke, die “brutale Ermordung” der Kinder Hiobs war von Anfang an symbolisch gemeint. Kinder galten als ein Symbol für Reichtung und das Wohlwollen Gottes; je freundlicher Gott auf jemanden schaut, desto mehr Kinder hat dieser. Sie unterschätzen die Erzählern der Geschichte und ihre Zuhörern, wenn Sie ihnen nicht zutrauen, dass die Ermordung der Kinder nicht wörtlich, sondern symbolisch gemeint war. Hiob ist ja kein Tatsachenbericht, sondern eine Parabel. Mit anderen Worten, es ist “nur” eine Geschichte, niemand geht davon aus, dass Gott tatsächlich diese Kinder ermordet hat. Genau vor dieser Idee, dass Gott ein Böser oder ein Psychopath sei, der unschuldige Kinder ermordet, warnt die Geschichte ja. Sie warnt auch davor, Leid und Unheil, das uns selbst oder unseren Mitmenschen zustösst (Krankheit, Verlust von Familienangehörigen, finanzielle Probleme, usw.), als Strafe für ein Gott nicht gefälliges Leben zu interpretieren.

    Beide Ideen sind aber weiterhin weit verbreitet, nicht zuletzt deshalb ist die Hiobsgeschichte weiterhin aktuell.

    Gemäss der Logik Hiobs zu Beginn der Geschichte, also vor den Ereignissen, die nun folgen werden, muss der Verlust der Kinder eine Strafe sein. Hiob hat aber nichts falsch gemacht. Ihm wird gegeben und genommen (und am Schluss wieder gegeben), ohne dass er versteht, warum ihm das alles geschieht. Kennen wir nicht alle dieses Gefühl? Wieso sollen wir versuchen, gute Menschen zu sein, wenn unsere guten Taten nicht belohnt und böse Taten nicht bestraft werden?

    Auch diese Fragen sind weiterhin aktuell, nicht nur für Gläubige, sondern für uns alle.

  33. sol ventus sagt:

    @ Pätschwörkchrist

    Welcher Föifer- und Weggliglauben vermeinen Sie denn bei mir zu erkennen?

    Interessant auch an dieser Stelle, dass der Bloggger sol ventus von Satan spricht. Er setzt diesen Begriff zwar in Strichzeichen, aber verwendet diese Begrifflichkeit dennoch.

    Klar, wir reden hier ja von der Bibel. Meine Vorbehalte gegen den Begriff drücken sich durch die Anführungszeichen aus. Es ist aber meines Erachtens nicht weiter wichtig, den Begriff für die Hiob-Diskussion weiter zu definieren. Es ist sinngemäss ja etwas, was uns von Gott abhält. Ohne eine solche “Gegenseite” könnte der Handlungsbogen für Hiob ja gar nicht aufgespannt werden.

    Bzw. sind seine Defintionen dermassen inflationär,…

    Welche Definition?

    …dass er niemals Gefahr läuft, seine eigenen Widersprüche erkennen zu müssen

    Die da wären?

  34. Pätschwörkchrist: sagt:

    @benjamin
    Der Denkfehler beginnt anderswo: Wer nicht an die Bibel glaubt, der nimmt die Bibel sicher nicht wörtlich, er liest sie nicht einmal allegorisch. Zu suggerieren wollen, dass Atheisten die Bibel halt falsch verstehen, dass ist Unsinn. Sie verdrehen die Fakten um 180 Grad: Hier wird nur gespiegelt, was Gläubige darin so alles “ge- und erfunden” haben. Das alles wäre harmlos, wenn man sich nicht via Bibel auf eine (supernaturale) Moral berufen würde und danach handeln täte.

  35. sol ventus sagt:

    Liliuokalani: “Wieso sollen wir versuchen, gute Menschen zu sein, wenn unsere guten Taten nicht belohnt und böse Taten nicht bestraft werden?

    Was will der Mensch denn versuchen, wenn er nicht im Geiste Gottes steht? -> Mose 6.3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch.

    Hiob sagt doch dazu: Hiob 33.28 Gott hat mich erlöst, dass ich nicht hinfahre zu den Toten, sondern mein Leben das Licht sieht.

    Scheint also, die einzige wahrhaft lohnende Tat ist, nach dem Licht zu streben…

    Guck mal, hier: Prediger 1.2ff:

    2 Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch.
    3 Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne?
    4 Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit.
    5 Die Sonne, die aufging und wieder unterging, atemlos jagt sie zurück an den Ort, wo sie wieder aufgeht.
    6 Er weht nach Süden, dreht nach Norden, dreht, dreht, weht, der Wind. Weil er sich immerzu dreht, kehrt er zurück, der Wind.
    7 Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen.
    8 Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll.
    9 Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
    10 Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues – aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind.
    11 Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben bei denen, die noch später kommen werden.
    12 Ich, Kohelet, war in Jerusalem König über Israel.
    13 Ich hatte mir vorgenommen, das Wissen daraufhin zu untersuchen und zu erforschen, ob nicht alles, was unter dem Himmel getan wurde, ein schlechtes Geschäft war, für das die einzelnen Menschen durch Gottes Auftrag sich abgemüht haben.
    14 Ich beobachtete alle Taten, die unter der Sonne getan wurden. Das Ergebnis: Das ist alles Windhauch und Luftgespinst.
    15 Was krumm ist, kann man nicht gerade biegen; was nicht da ist, kann man nicht zählen.
    16 Ich überlegte mir Folgendes: Ich habe mein Wissen immerzu vergrößert, sodass ich jetzt darin jeden übertreffe, der vor mir über Jerusalem geherrscht hat. Oft konnte ich Wissen und Können beobachten.
    17 So habe ich mir vorgenommen zu erkennen, was Wissen wirklich ist, und zu erkennen, was Verblendung und Unwissen wirklich sind. Ich erkannte, dass auch dies ein Luftgespinst ist.
    18 Denn: Viel Wissen, viel Ärger, wer das Können mehrt, der mehrt die Sorge.

  36. mawi sagt:

    zoe
    “es gibt gott und satan nicht.”
    Du täuschst Dich.

  37. Michael Bamberger sagt:

    @ Liliuokalani

    “Mit anderen Worten, es ist “nur” eine Geschichte, niemand geht davon aus, dass Gott tatsächlich diese Kinder ermordet hat.”

    Und natürlich geht kein einziger Mensch davon aus, dass dieser Gott tatsächlich sein eigenens Kind, i.a.W. seinen eigenen Sohn (das heist sich selbst), ermordet hat…?

    “Horatio”

  38. Pätschwörkchrist: sagt:

    @sol ventus
    Formulieren sie bitte, was sie mit der “Gegenseite” meinen und erkären mir, wie dieses dualistische Konzept von Gut und Böse mir ihrer spirituellen Haltung vereinbaren lässt. Hier werden sich Widersprüche finden.

    @Johann, Blogger Hiob, etc:
    “… da reute es ihn (Gott), dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen …”
    (1. Mose 6,6)

    Ersetzt bitte “die Menschen” mit euren Namen. Dann wird es gleich viel echter und wahrer. Es menschelet dann gleich etwas mehr.

  39. Michael Bamberger sagt:

    Lua: “Ich finde es wesentlich praktischer, sich der erotischen Gedanken zu entledigen, indem man ab und zu halt Sex hat.“ Jede halt einigermassen romantische Dame wird halt bei Sätzen dieser Art unweigerlich halt im siebten Himmel landen, halt.

    Lua: “Der Weg in den Himmel lässt sich meiner Erfahrung nach nicht mit Gewalt erzwingen.“ Bei derartig eindrücklichen Himmelserfahrungen, wie Sie Lua vorwzueisen weiss, muss jeder Erdenbürger sofort vor Ehrfurcht erstarren.

    „Horatio“

  40. oshgosh sagt:

    Zum Einleitungstext „Hiob“:

    Was ist das für ein Gott, der mit dem Satan eine Wette eingeht und unschuldige Kinder opfert?

    Nun, hat Gott hier auch eine Wette mit dem Teufel geschlossen? Oder agiert der Teufel von alleine auf eigene Faust?

    David Vines sorgfältig recherchiertes Buch ist eine wütende Anklage. Sein Kronzeuge ist kein Geringerer als der verstorbene Navy-Offizier Stuart Barber, der sich das Konzept weltweiter Militärbasen ausdachte. Sein Sohn Richard Barber versichert im Epilog und in einem Brief an die Zeitschrift «New York Review of Books», sein Vater sei schockiert gewesen über die Grausamkeit, mit der die Einheimischen von Diego Garcia vertrieben worden seien. Militärische Gründe für die Räumung der Insel habe es keine gegeben.

    Link: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Die-Insel-der-Schande-/story/15612653

    Was werden die ehemaligen Einwohner von Diego Garcia denken? Wissen die ehemaligen Einwohner, dass die US-Amerikaner die Guten sind?

    Gelten für Gott die Gebote, die er für die Menschen auferlegt hat, nicht?

    Gott ist Allmächtig. Wieso soll er sich den Geboten, die er den Menschen auferlegt hat, selber auch unterziehen? Ein Gott der wettet, könnte auch eine übemütige Spielernatur sein. Laut Bibel ist er auch eifersüchtig. Wie wollen wir kleinen Menschen wissen, wie Gott wirklich ist? Und haben die Ablässe und Beichten der katholischen Kirche eine Wirkung, oder futiert sich Gott darum, was ein katholischer Priester einem Gläubigen verspricht? Ich halte es so, wie die Bibel uns lehrt: du sollst dir kein Gottesbild machen.

    Aus psychologischer Sicht würde man heute das grausame Spiel, das Gott mit Hiob und seiner Familie betrieb, als pathologisch bezeichnen.

    Das ist natürlich eine Aussage rein aus menschlicher Sicht. Aber Gottes Wege sind unergründlich.

    Was für einen Eindruck von Gott haben die Frau und die Kinder von Hiob erhalten?
    Und eine weitere Aussage von Hugo Stamm: “Was mich sehr erstaunt: Von den Kindern, die geopfert werden und ihr Leben lassen müssen, spricht hier kaum einer.

    Zählte die Meinung von Frauen und Kindern ewas in der damaligen Gesellschaft? Wichtig an der Geschichte ist doch Gott, der Teufel, die Wette und Hiob. Wichtig ist die Allegorie der Geschichte und nicht die Statisten.

    So wie in Pakistan angesichts der über 15 Millionen Flutopfer das Einzelschicksal keine Rolle mehr spielt. Man ist mit dem Ausmass der Katastrophe derart überfordert, dass man nur noch versuchen kann, die Statistik zu verbessern, indem man möglichst vielen, und das sind längst nicht alle, Überlebenshilfe bringt. Was zählt da noch der einzelne Mensch? Der einzelne Mensch ist nur noch ein Statist in einem monumentalen Drama.

    So ähnlich sehe ich die Geschichte Hiobs, auch wenn ich mir bewusst bin, dass man diese Geschichte auch anders sehen kann, z.B. so, wie Hugo Stamm das andeutet.

  41. Pätschwörkchrist: sagt:

    @ Liliuokalani
    Und auch niemand interessiert sich für die REALEN Folgen von solchen “Geschichten”. Ach so gar niemand will diese Geschichten für wahr halten, auch wenn die gängigen kirchlichen Lehren sehr wohl vom Wahrheitsgehalt ausgehen. Aber die aufgeschlossenen Patchworkchristen interessieren sich dafür nicht. Sie nehmen das Licht-und liebevolle und der Rest wird negiert, bagatellisiert oder gar unverschämt umgedeutet oder dann als historisch-bedingt bezeichnet, was immer ein gute Entschuldigung ist.

  42. sol ventus sagt:

    Michael Bamberger: “Jede halt einigermassen romantische Dame wird halt bei Sätzen dieser Art unweigerlich halt im siebten Himmel landen, halt.

    lol, ich benötige dazu nur eine romantische Dame. Und die steht schon an meiner Seite. 😉

    PS: Ist doch wesentlich besser, als romanische Messdiener, gell.

  43. benjamin sagt:

    @ Pätschwörkchrist

    Der Denkfehler beginnt anderswo: Wer nicht an die Bibel glaubt, der nimmt die Bibel sicher nicht wörtlich, er liest sie nicht einmal allegorisch. Zu suggerieren wollen, dass Atheisten die Bibel halt falsch verstehen, dass ist Unsinn. Sie verdrehen die Fakten um 180 Grad: Hier wird nur gespiegelt, was Gläubige darin so alles “ge- und erfunden” haben. Das alles wäre harmlos, wenn man sich nicht via Bibel auf eine (supernaturale) Moral berufen würde und danach handeln täte.

    Wahrscheinlich schreiben wir aneinander vorbei. Jedenfalls weiss ich nicht, worauf sie hinauswollen, und gut möglich, dass ich mich unklar ausgedrückt habe. Worum es mir ging: Ich glaube nicht, dass es heute noch einen ernst zu nehmenden Exegeten gibt, der die Bibel wörtlich nimmt und beispielsweise davon ausgeht, dass Jahwe dem Moses die Gebote auf dem Berg Sinai gegeben hat oder dass Jesus auf dem See spazieren ging. Die Bibel ist deshalb nicht wie ein Geschichtsbuch zu lesen. Sondern wie eine Sammlung von Erzählungen, die zum grössten Teil nicht historischen Tatsachen entsprechen. Wie auch zum Beispiel die Kalendergeschichten von Johann Peter Hebel oder die Romane von Josef Roth auch nicht historische Begebenheiten wiedergeben. Sind sie deshalb nicht „wahr“ – in einem andern, im übertragenen Sinn „wahr“?

    Und hier liegt meiner Ansicht nach der Hund begraben: Dass viele – nicht nur Atheisten! – die Bibel wie ein Geschichtsbuch lesen. Und wenn sie dann auf Ungereimtheiten stossen, sagen: Igitt, das kann doch nicht wahr sein.

    Was im nicht historischen, sondern im übertragenen Sinne „wahr“ ist, kann keine Kirche definieren. Das muss jeder für sich selber entdecken oder herausfinden. Die eine findet diese Wahrheit bei Seneca, der andere bei Schopenhauer, der dritte bei Feuerbach und die vierte in der Bibel. Und das ist auch gut so. Finden Sie nicht?

  44. sol ventus sagt:

    Pätschwörkchrist: “Formulieren sie bitte, was sie mit der “Gegenseite” meinen

    Die Selbe göttliche Kraft, nur im dualen Bereich eben aufgeteilt in Pravritti und Nivritti.

    Pätschwörkchrist: “und erkären mir, wie dieses dualistische Konzept von Gut und Böse mir ihrer spirituellen Haltung vereinbaren lässt. Hier werden sich Widersprüche finden.

    Nein, auch nicht, da in meinem “Konzept” die Dualität überwunden wird. Das heisst aber nicht, dass es nicht auch einen dualen Bereich gäbe. Nämlich den “weltlichen” (sogar gewisse Himmel gehören dazu), und den gilt es ja zu überwinden.

  45. sol ventus sagt:

    Michael Bamberger: “Himmelserfahrungen, wie Sie Lua vorwzueisen weiss, muss jeder Erdenbürger sofort vor Ehrfurcht erstarren.

    Da ist mir der spottende Horatio doch lieber.

    Fanden Sie derart Gefallen an der Lua? Möchten Sie den Mond zurück?

  46. Dreigroschenoper sagt:

    Ich hoffe, ich erlebe noch die Zeit, wo man diese biblischen Märchen à la Hiob und den anderen Quatsch des AT und NT verbietet oder richtig stellt und alle heiligen Bücher hinter Panzerglas schliesst. Im 21. Jahrhundert sollte man sich nicht mehr an die über 2000 Jahre alten Legenden erinnern, die im Grunde nur Unglück über uns Menschen gebracht haben. Es “menschelt” zu sehr in all diesen Werken. Verständlich, sie wurden ja von Menschen, ausschliessliche Männern, verfasst.

  47. erna sagt:

    @ Hiob

    Als ich mir kürzlich einen Dokumentarfilm über das Wirken und Leben von Mutter Teresa angesehen habe “kam mir die Hiobs-Geschichte” wieder “in den Sinn”. Sie klagte über dei Dunkelheit und Gotteferne und hat doch weitergemacht bis zu ihrem Tod. Und darin liegt für mich ein grosses Rätsel von dem ich nicht so richtig weiss ob ich es lösen sollte. Eigentlich könnte man doch schliessen, dass das Eins-Sein-können mit Gott der beste Schutz gegen menschliches Leid sei. In vielen Geschichten nun ist diese Einheit zwar da aber eben unter welchen Bedingungen. In Situationen die offenbar für Menschen schwer erträglich sind wenn sie nicht gar in den Wahnsinn führen könnten. Man könnte schliessen, dass ohne diese Verbindung ein Mensch gar nicht in der Lage wäre, das alles zu ertragen. Frage für mich bleibt: Welchen Sinn sollte es für Menschen in ihrem kurzen irdischen Leben erzeugen solches Leid zu ertragen. Wäre es so, dass die Welt deswegen um ein mü “besser” würde, dann könnte ich damit leben. Aber das trifft noch nicht einmal zu. Ein Mensch der fast übermenschliches geleistet hat stirbt und danach ist nichts. Vielleicht setzen einige Überzeugte sein Werk einige Zeit fort und das wars dann auch.

  48. Pätschwörkchrist: sagt:

    @benjamin
    Falls es eine Schoppenhauerreligion gibt, eine Feuerbachkultusgemeinde und die Seneca-Brüder, dann, aber nur dann dürfen sie die Bibel mit diesen Autoren vergleichen. So zu tun, als handle sich bei der Bibel “nur” um Literatur, halte ich für argumentativ unredlich. Sie wissen, dass es mehr ist. Es stimmt auch nicht, dass die Bibel nicht mehr wörtlich verstanden werde. Kreationismus findet sich nicht nur in evangelikalen Gruppierungen, die eins-zu-eins Auslegung der Bibel, vor allem im AT ist immer wieder auch Thema in unseren Kirchen. So gehört an der letzen Taufe (kath) und der letzten ref. Predigt. Hey, Jesus wurde wirklich gekreuzt,ich höre das jeden Tag. Falls sie das Gegenteil behaupten, gehören sie nicht zu “den Christen”. Zumindest wird das in allen christlichen Religionen verkündet. Und nun kommen sie und sagen, dass dem nicht so sei?

    @sol ventus
    Wie wollen sie dieses Gut/Böse Schema überwunden haben, bzw. wie gedenken sie es zu überwinden? Ach ja und was hat es sich mit den “gewissen Himmel” auf sich, von denen sie da schreiben? Und was geschieht mit denen, die diese Dualität nicht überwinden? Gefangen im ewigen Kreislauf, die Hölle von einem redundanten Leben?

    Das Gut/Böse Schemata halte für reichlich kindlich angelegt, besonders wenn es sich noch mit magischen Denken paart. Es stellt und beantwortet kaum relevanten Fragen, sondern kategorisiert und das erst noch einseitig. Einer und Nullen mögen bei unseren Compis genügen, nicht bei uns Menschen.

  49. hugostamm sagt:

    @Liliuokalani

    Wenn die Geschichte mit Hiob nur symbolisch verstanden werden kann, funktioniert sie nicht mehr: Wie kann die Standhaftigkeit von Hiob geprüft werden, wenn der Tod der Kinder nur symbolisch ist? Somit würde Hiob nicht wirklich leiden, und er könnte locker sagen: Das Schicksal kann nichts daran ändern, dass ich Dich als lieben Vater anerkenne und anbete.

  50. Rabbi Jussuf sagt:

    Hugostamm
    Das ist jetzt wirklich naiver Schmarren, was Sie da schreiben.
    Hiob ist eine der wenigen, wenn nicht die einzige, abgesehen vom Hohelied, Geschichten im AT, die keinen geschichtlichen Rahmen brauchen und eindeutige Kunstprodukte sind.
    Die Geschichte funktioniert tadellos, auch als eine Art Roman. Es ist vielleicht sogar einer der ersten Romane überhaupt.
    Das will nicht heissen, dass es irgendwelche Wirrköpfe gibt, die an die tatsächliche Existenz Hiobs glauben, es steht schliesslich im heiligen Buch drin.
    Es soll sogar Reliquien von Hiob geben…