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Der Religionsblog geht, die Fragen bleiben

Hugo Stamm am Samstag den 30. Januar 2016

Mit diesem letzten Beitrag verabschiedet sich Hugo Stamm nach zehn Jahren Sektenblog. Wir bedanken uns herzlich bei ihm für seine kritischen und anregenden Texte und seine engagierte Arbeit. Die Redaktion.

Hugo Stamm

Das Bedürfnis nach Spiritualität ist tief im Menschen verankert: Betender Mann in Kirgistan. Foto: Maxim Shipenkov (Keystone)

Es begann vor exakt zehn Jahren. Ich wagte den Versuch, kontroverse Sektenthemen mit den Leserinnen und Lesern in einem Blog zu diskutieren. Mehr als drei Monate würde ich mir dies nicht antun, dachte ich, denn es war zu befürchten, dass mich all die Sekten, die ich im Lauf von drei Jahrzehnten publizistisch begleitet hatte, verbal attackieren würden.

Doch der Sektenblog, inzwischen Religionsblog genannt, überlebte bis heute. Das Echo auf meine 470 Beiträge war über all die Jahre gross. Sie generierten rund 275’000 Kommentare. Jeder Artikel löste durchschnittlich 580 schriftliche Reaktionen aus. Somit ist der Sektenblog das wohl erfolgreichste Diskussionsforum im Internet. Doch nun ist Schluss.

Zurück zu den Anfängen: Die Attacken von Sektenanhängern gehörten bald zum Alltag. Verletzten sie die Blogregeln, konnte ich sie löschen. So liessen sich mit der Zeit Bloggerinnen und Blogger fernhalten, die mehr auf den Spieler zielten als auf den Ball.

Im Lauf der Jahre entstand eine grosse Blog-Gemeinschaft. Es gibt tatsächlich Tagi-Leserinnen und -Leser, die seit der ersten Stunde aktiv dabei sind. Viele kamen im Lauf der Jahre dazu. Sie haben viel Herzblut und Zeit investiert, die vielen Kommentare zu lesen und eigene Texte zu schreiben. Oft wurde auf einem sehr hohen intellektuellen und geistigen Niveau diskutiert. Dafür möchte ich allen herzlich danken.

Für manche war der Blog eine virtuelle zweite Heimat geworden. Die Insider kannten sich gut: Sie gaben im Lauf der Jahre Privates preis, berichteten von ihren Lebenserfahrungen, schilderten ihre religiösen und spirituellen Erlebnisse, thematisierten ihre Ängste und Sehnsüchte. Es wurden auch private Kontakte geknüpft.

Standen am Anfang Sektenthemen im Zentrum, öffnete ich den Themenfächer bald. Es zeigte sich nämlich, dass grundsätzliche religiöse, spirituelle und weltanschauliche Themen die spannendsten Diskussionen auslösten, weil sie die Blogger persönlich betrafen. Zwar leeren sich die christlichen Kirchen, die Frage nach Ursprung, Sinn und Bestimmung des Lebens beschäftigt viele Menschen aber nach wie vor.

Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen im Blog, dass religiöse und spirituelle Fragen uns Menschen oft heillos überfordern, wie auch die aktuellen internationalen Konflikte deutlich machen. Der Grund: Der religiöse Glauben ist zwangsläufig an einen Absolutheitsanspruch gebunden, der keine Abweichungen und Kompromisse zulässt. Dieses starre System fördert die Radikalisierung von enthusiastischen Gläubigen, schliesslich geht es um das Höchste und Letzte. Die Gefahr des Fanatismus war denn auch ein zentrales Thema im Blog.

Weitere Schwerpunkte betrafen das magische Denken und den Aberglauben, die sich immer tiefer in die Volksseele graben. Trotz wachsender Bildung und wissenschaftlicher Erkenntnisse flüchten immer mehr Menschen in die Welt der übersinnlichen Wunder, wie aus den Kommentaren abzulesen war. Sie ertragen die harte Realität schlecht und sehnen sich nach einer Parallelwelt voll Harmonie, Geborgenheit und Frieden. Dass sie sich dabei von der Wirklichkeit entfremden, ist ihnen nicht bewusst. Ausdruck dieser Entwicklung ist auch der riesige Markt der Alternativmedizin. Es gab nie so heftige, teilweise militante Reaktionen wie bei kritischen Texten zu alternativen Methoden, speziell zur Homöopathie. Zehn Jahre lang hat der Blog einen Beitrag zur geistigen Auseinandersetzung mit solchen Phänomenen geleistet. Nun ist Schluss.

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160 Kommentare zu “Der Religionsblog geht, die Fragen bleiben”

  1. Reisender sagt:

    Vielen Dank, lieber Herr Stamm! Ich war kein regelmässiger, aber ein häufiger Leser. Leider werden auch weiterhin ein grösserer Teil der Menschen mit Scheuklappen einer Ideologie folgen (nicht nur religiös) ohne sich eigene kritische Gedanken zu machen. Jeder träumt von Freiheit, aber die Konsequenzen auf sich zu nehmen, dazu fehlt der Mut. Herr Stamm, für die Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute, ich werde ihre Anstösse vermissen.

  2. Rodolfo sagt:

    @ Hugo Stamm
    Ich bin erst zum Schluss dazu gekommen, habe aber in dieser Zeit geistiger Auseinandersetzungen enorm von diesem Blog profitiert (anscheinend bin ich auch ein solcher “Profit-Maximierer” der mit vergleichsweise geringem Einsatz einen grossen Nutzen erzielt…
    Schon in meiner Sekundarschulzeit bin ich jeweils mit einem Klassenkameraden, der von den “Zeugen Jehovas” überzeugt war nach unserem gemeinsamen Schulweg dort, wo sich unsere Nach Hause – Wege trennten, noch stundenlang unter einer Strassenlaterne gestanden und habe mit ihm über Gott und die Welt diskutiert.
    Die Religion ist eines der interessantesten Themen, da “Religion” sehr viel mit menschlicher Phantasie und mit menschlichen Träumen zu tun hat.
    Aber die (vieldimensionale) Wirklichkeit ist noch viel phaszinierender!
    Das echte Leben erzählt die besten, lustigsten, fürchterlichsten, spannendsten und dramatischsten Geschichten!
    Wenn wir etwas über den Himmel wissen wollen, dann lassen wir am besten die AstronomInnen berichten.
    Wenn wir etwas über die lebendigen Zellen wissen wollen, lassen wir am besten die MikrobiologInnen berichten.
    Und so weiter…
    Was soll die “Kirche” in dem atemberaubenden Prozess der Globalisierung und der Technologischen Umwälzungen?
    Sie sollte sich nicht abkapseln und -rückwärts orjentiert- den Zeiten ihrer früheren Dominanz nachtrauern, als sie noch “Leitkultur” spielen konnte.
    Die Kirche wird sich reformieren (bzw. weiter reformieren…) müssen, wenn sie überhaupt noch eine ernst zu nehmende Rolle in der modernen Gesellschaft übernehmen möchte!
    Sie kann dabe helfen, traditionell erzogene MigrantInnen zu integrieren, indem sie ihnen mit dem “grauhaarigen Block” erfahrene, alte Einheimische als “Gotten und Göttis” beiseite stellt, die sie in einer “Freiwilligen-Arbeit” des Gebens und Nehmens mit den hiesigen Gepflogenheiten bekannt machen können, sofern sie nicht bereits selber damit überfordert sind, beispielsweise an einem Automaten ein Zugbillet zu lösen.
    Ferner suchen auch Muslime sehr interessiert das Gespräch und den Austausch mit ihren geistigen Verwandten, den Christen und den Juden! Warum nicht eine unternutzte, aber architektonisch prachtvolle Kirche gleichzeitig als (öffentlich zugängliche) Moschee untervermieten? Damit könnten zwei Fliegen auf einen Schlag “erledigt” werden:
    Die Muslime kämen aus den schmuddeligen Hinterhöfen und hässlichen Industriezonen heraus in die Mitte der Dörfer und Städte!
    Dadurch würde auch die soziale Kontrolle durch die Öffentlichkeit erleichtert und verbessert.
    Da Muslime und ChristInnen unter einem gemeinsamen Dach ihre Gottesdienste abhalten würden, ergäben sich wie von selbst kulturell übergreifende Gespräche und Beziehungen.
    Wenn wir schon den Glockenterror der ChristInnen früh morgens erdulden müssen, so macht es doch keinen grossen Unterschied, wenn dazwischen noch ein Müezin von einem Kirchturm herunter schreiht.
    Wir können ihm ja vorschreiben, dass er das Megaphon nur bis zu einem amtlich vorgeschriebenen Dezibel-Wert aufdrehen darf.
    Wichtig wird auch in Zukunft sein, dass wir nicht nur die Einhaltung der Menschenrechte von zugezogenen Glaubens-Gemeinschaften einfordern, sondern dass wi9r diese Einhaltung der Menschenrechte auch von uns selber verlangen und überzeugend vorleben!
    Muslimen eine totalitäre Gesinnung vorwerfen und selber mit unverhätnismässiger Härte alles ausschaffen und abschaffen wollen, was einem nicht in den Kram passt, geht natürlich gar nicht!
    Eine solche Demokratie-feindliche “Verteidigung” der Demokratie leistet uns allen einen Bärendienst…
    Und sie zwingt uns dazu, diesen als “Verteidigung” getarnten Angriff auf unsere (notabene auch christlichen!) zivilisatorischen Grundlagen gemeinsam mit den sogenannten “Eliten” und der “classe politique” ABZUWEHREN!
    Denn wehret den Anfängen!
    (Später wird das um einiges schwieriger und qualvoller!)
    Allen Religionen gemeinsam ist das (spirituelle) Gefühl der VERBUNDENHEIT MIT ALLEM.
    Dieses “Gefühl” ist kein “Wissen” und widerspricht sogar unseren alltäglichen Erfahrungen.
    Doch das Herz muss auch nicht denken, wie der Kopf.
    Das Herz muss fühlen und sprühren, und natürlich tüchtig Blut pumpen!

  3. Matze sagt:

    Schade, aber vielen Dank Herr Stamm.
    Als jemand, der an die absolute Wahrheit des Evangeliums glaubt lese ich seit über einem Jahr mit.
    Die vielen interessanten Beiträge haben mich oft herausgefordert und mir viele neue Impulse
    gegeben. An meinem Standpunkt hat sich im wesentlich nichts geändert, aber es ist immer gut
    die Dinge immer wieder auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und sein Verständnis
    auch für andere Denkansätze zu vertiefen
    Ihnen und allen Mitlesern von Herzen weiterhin alles Gute.

  4. Rainer sagt:

    Herr Stanm, vielen Dank für alles. Ihre Arbeit war wichtig und sehr wertvoll. Zum Blilduntertitel “Das Bedürfnis nach Spiritualität ist tief im Menschen verankert:” muss ich sagen: nein, dieses Bedürfnis habe ich zum Glück nicht und ich bin froh zu wissen dass es keinen Gott gibt.
    Viel Glück und Gesundheit wünsche ich ihnen.

  5. Rodolfo sagt:

    @ Roman Pfister
    Praktizieren Sie die “doppelte Ironie”?

  6. Rodolfo sagt:

    @ Hugo Stamm
    Ich habe gerade in Ihrem neuen “Blog-Reservat” die “Kärtchen für den Alltag” angeklickt und viel gelacht!
    Das ist ein göttliches Zeichen!
    Es bedeutet möglicherweise, dass ich auch im neuen “Blog-Reservat” heimisch werden könnte.

  7. Rodolfo sagt:

    @ Roland W.
    Wenn diese P…lattform so schlecht ist, dann bin ich gerne auch schlecht.
    Denn wahrlich, ich sage Euch:
    “Die schlechtesten Schüler werden die besten Präsidentschaftskandidaten der Republikaner sein!”

  8. Josipovic Zlatko sagt:

    Es gibt Leute die hinterfragen das ganze Leben über Gott und ob und wie, und verlieren viel Zeit mit ihrem Glauben oder Aberglauben, ich habe mir schon als jugendlicher der in einem Kapuzinerinternat die Schule verbrachte alles gründlich überlegt und zum Schluss gekommen dass dies eine Erfindung der Menschen ist, seither habe ich keine Minute damit verbracht über Gott zu sprechen, plötzlich lese ich im TA dass ein Skandal in diesem Kloster aufgedeckt wurde, es wurden Jugendliche missbraucht. Wie auch immer bei tausenden von Religionen und Sekten passiert sowas….

  9. andersen sagt:

    Lieber Herr Hugo Stamm

    Attacken von Sektenanhängern gab es.
    Sie wurde oft bedroht, wenn Sie sie kritisiert haben.

    Rodolfo

    Die Kirchenglocken ist ein Ausdruck vom Freiheit.
    Die Probleme entstehen, wenn Menschen der Hilfe von Jenseits erwartet und die Kirchen hören keinen Botschaften von Engelchen.
    Sondern sie möchte die Begeisterung für die Reformation wecken und der der Mut geben ,die alte Zöpfe abschneiden.
    Das ist ein Grund zu feiern.

  10. Rodolfo sagt:

    @ andersen
    Natürlich ist gibt die Möglichkeit, früh morgens laut die Kirchenglocken zu läuten, den lärmenden “Lammfrommen” ein Gefühl von Freiheit! Und die sadistische Befriedigung, es nach dem verpassten “sündigen Ausgang” diesen ausschweifig an “Sodom und Gomorrha” teilnehmenden wenigstens das sonntägliche Ausschlafen des Katers noch möglichst zu vermiesen!
    Letzthin kam (ich glaube im “Schweiz aktuell) ein Beitrag über eine christliche Realsatire aus dem Tessin:
    Die feldforschende Tessiner Filmcrew zählte an einem Stichprobe-Morgen sage und schreibe 129 Glockenschläge!

  11. Gerd Fehlbaum sagt:

    Vielen Dank Herr Stamm für Ihre manchmal anregenden Gedankenanstösse! In Vielem liegen sie richtig, wer durch Sekten indoktriniert wird, findet bei Ihnen gute Antworten.

    Auf was ich persönlich nie eine überzeugende Antwort fand, ist, was überhaupt eine Sekte genau IST… Als weltenbummelnder Freigeist (ich bin gerade in Papua, bei den “Wilden”) kommt mir oft der sicher widersinnige Gedanke, unser westlich geprägtes Gesellschaftsmodell könnte ev. auch eine Art Sekte darstellen. Indoktrination auch hier, Schule, statt Kirche, Prestige, statt Gottesfürchtigkeit, Intoleranz dem Gegenüber, der “den tieferen Sinn” des Kapitalismus infrage stellt.

    Wenn Sie, verehrter Herr Stamm also schreiben: “…Der religiöse Glauben ist zwangsläufig an einen Absolutheitsanspruch gebunden, der keine Abweichungen und Kompromisse zulässt. Dieses starre System fördert die Radikalisierung von enthusiastischen Gläubigen, schliesslich geht es um das Höchste und Letzte. …” , dann frage ICH mich, ob diese Gefahr nicht ebenso vom Kapialismus ausgeht (Das Höchste und Letzte sind bedruckte Paperscheine…) und sogar noch mehr zutrifft auf den Atheismus! Und zwar, weil frau/man/kind durchaus abgestuft, d.h. in diversen Intensitäten religiös sein kann, also dieses Phänomen als göttlich einstufen kann und jenes als profan, aber – und hier liegt die Crux des Atheismus – dieser eben EINZIG fundamental aufgefasst werden kann. Es GIBT neben der fundamentalen Ablehnung der Gottesidee keine möglichen Schattierungen. Einem Atheisten erscheint eben NICHTS als Wunder!

    Insofern bedauere ich etwas die Atheisten in ihrem Gefangensein in ihrer absoluten und nicht anders MÖGLICHEN Ablehnung JEGLICHER Wunder. Ihr Leben ist ganz klar ärmer als meines, dem Leben eines Agnostikers, einer Geisteshaltung, die mit Fanatismus gar nicht vereinbar IST.MEINE Welt begegnet hier und da noch Wundern, hier in Papua ebenso, wie an der Aare bei Olten.
    Ich hatte Spass an Ihrem Blog, Herr Stamm, machen Sie es gut und vielleicht geht selbst Ihnen eines Tages, oder eines Nachts noch ein Licht auf, für das Sie keine Erklärung finden können. Diesen Reichtum wünsche ich Allen, die an diesem Blog teilgenommen haben!

    Viele Grüsse aus dem Innern des Urwaldes in dem – metaphorisch gesehen – wir Menschen immer noch stecken!

  12. Reto Locher sagt:

    Endlich Schluss. Das gibt hoffentlich Raum für etwas tiefergehende Beiträge zu Spiritualität und Religion.

  13. Peter Keller sagt:

    Gott sei dank nimmt dieser Miesepeter-Blog ein Ende! Bin gespannt wer die Diffamierungs-Kampagne gegen die Alternativmedizin (der notabene mehr als 70% bei einer Volksabstimmung zugestimmt haben) beim Tagi weiterführt.

  14. olive sagt:

    @Rodolfo

    welche “Kärtchen für den Alltag” meinen Sie?

  15. Ueli sagt:

    @Hugo Stamm
    Der Mensch ist diese Nacht, dieses leere Nichts, das alles in ihrer Einfachheit enthält, ein Reichtum unendlich vieler Vorstellungen, Bilder, deren keines ihm gerade einfällt oder die nichts als gegenwärtige sind. Dies ist die Nacht, das Innere der Natur, hier existiert reines Selbst. In phantasmagorischen Vorstellungen ist es ringsum Nacht; hier schiesst ein blutig Kopf hervor, dort eine andere weisse Gestalt und verschwinden ebenso. Diese Nacht erblickt man, wenn man dem Menschen ins Auge blickt – in eine Nacht hinein, die furchtbar wird.” (G.W.F. Hegel)

  16. andersen sagt:

    Peter Keller

    Nun, Volksabstimmungen war nicht immer der Gottes Wort.
    Und man soll nicht immer die Affen Zucker geben.

  17. Chamäleon sagt:

    Hugo Stamm: Nun ist Schluss.

    Hugo Stamm: Ich führe den Blog aber auf dem Internetportal von watson weiter.

    Nun was denn nun? Der Mensch in seinem Wiederspruch? 😉

    Olive

    Auf dem Link gelangen Sie zu den Kärtchen.

  18. Chamäleon sagt:

    Widerspruch, sorry

  19. Eleuteria sagt:

    @Hugo Stamm

    Zuerst ganz herzlichen Dank für Ihr unermüdliches Engagement. Dank Ihren Anlasstexten und den darauffolgenden interessanten Diskussionen habe ich mich mit Themen und Fragen beschäftigt, von denen ich vorher keinen blassen Schimmer hatte. Ihr Blog hat mir neue Horizonte eröffnet, ich habe sehr viel gelernt, mich gelegentlich köstlich amüsiert und mich gelegentlich auch geärgert.

    Wie Sie richtig schreiben, bleiben die Fragen. Nachdem Ihr Blog mit den Jahren doch merklich seichter wurde, wäre der Wechsel auf eine andere Plattform vielleicht der richtige Zeitpunkt darüber nachzudenken, welche Änderungen es braucht, um wieder ein breiteres Publikum für die Diskussion über diese Fragen zu gewinnen.

    Ich wünsche Ihnen deshalb für die neue Plattform nicht nur viel Glück, sondern auch den Mut Neues auszuprobieren und nicht stur auf das alte Konzept zu setzen, dass sich doch etwas tot gelaufen hat.

    Ob ich wieder teilnehmen werde, ist für mich noch offen. Damit Platz für etwas Neues entstehen kann, ist es wohl sinnvoll, wenn sich bisherige Stammblogger wie ich zurückhalten.

  20. aysha sagt:

    @ hugo stamm

    der tagi sagt, du hörst auf?

    lieber hugo, danke.

    grüsse an all die menschen, die hier meinen weg gekreuzt haben. gehabt euch wohl.

    aysha

  21. anakin skywalker sagt:

    Danke für den Satz Herr Locher und Herr Keller. Endlich Schluss. Das gibt hoffentlich Raum für etwas tiefergehende Beiträge zu Spiritualität und Religion. Gott sei dank nimmt dieser Miesepeter-Blog ein Ende!
    Finde ich auch.

  22. nobody sagt:

    die haubtfrage, die nun leider offen bleibt:
    wie viele kommentare wurden durch automatisierte ki computerprogramme generiert? und
    hinter welchen nicks sind diese turing test programme versteckt?

    nobody, ein körperloser bitstring.

  23. andersen sagt:

    Das erinnert mich an ein Witz:

    In der Beichte bekennt ein Mann.
    “Ich habe viel geflucht, dafür viel gebetet, das gleicht sich aus.
    Ich habe viel getrunken, aber dafür oft gefastet, das gleich sich aus.
    Ich habe viel gestohlen, aber dafür viel verschenkt, das gleich sich aus”

    “Hör gut zu”, sagt der Beichtvater entrüstet”
    “Gott hat der Mensch erschaffen, also Sie! und der Teufel wird Sie holen-das gleich sich auch aus”.

  24. Chamäleon sagt:

    Nobody. Die Haubtfrage ist vieleher, warum Sie eben Haubtfrage schreiben und nicht Hauptfrage. Tragen Sie etwa auch so ein Häubchen aus Alufolie?

  25. Dan sagt:

    Gott sei Dank 😉 ist Schluss damit!

  26. Nada sagt:

    @Aysha

    Schön wieder mal von dir zu hören. Hoffentlich sind deine Träume wahr geworden und du lebst ein glückliches Leben auf dem Land.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

  27. Chamäleon sagt:

    @aysha

    http://www.watson.ch/blogs

    Auf diesem Link startet Hugo am nächsten Samstag wie gewohnt durch. Einfach anklicken und mitschreiben odee mitlesen. Der Blog endet nicht, er zügelt nur mit der ganzen Bagage und wird watson enorm viele Klicks beschweren.

  28. Chamäleon sagt:

    bescheren, sorry

  29. Chamäleon sagt:

    Hugo Stamm

    Werden im neuen Blog die Kommentare wieder sofort freigeschaltet? Heute muss ja der Teufel auf diesem Blog los sein… Oder habe nur ich diese Zeitsperre?

  30. Kurt Oertli sagt:

    Herr Stamm, Aufklärung ist ein nie endender Prozess. Vielen Dank dafür, dass Sie mit ihren vielen Beiträgen zu diesem Prozess beigetragen haben.

  31. Investmanbanker sagt:

    @Hugo Stamm

    Ich hoffe, dass Sie dieses Format nicht unter seinem Wert verkauft haben. Ist die Tinte auf dem Vertrag schon trocken? Sonst stehe ich für eine lohnende Beratung gerne zur Verfügung.

  32. Brunhild Steiner sagt:

    @Hugo Stamm

    herzlichsten Dank für Ihren Einsatz&Engagement,
    ich wünschte mir es gäbe einen Nachfolger (auf dieser Plattform).
    Ihnen und Ihrer Zukunft nur das Beste und viel Motivation, Freude, Ausdauer und Erfolg.

  33. olive sagt:

    @Chamäleon

    danke für den Link und danke einewäg.

  34. Niklaus Hubacher sagt:

    Gott sei Dank!

  35. olive sagt:

    Korrektur

    Das Kreuz mit dem Sex
    Für ihren Umgang mit dem Thema Sexualität steht die Katholische Kirche immer wieder in der Kritik. Mit ihrer Verurteilung von Homosexualität und dem krampfhaften Festhalten am Zwangszölibat lebe die Kirche eine Doppelmoral, so der Vorwurf. Welche Folgen hat das für die Betroffenen? Und warum reagiert die Kirche nicht auf die gesellschaftliche Wirklichkeit? Im Nachtcafé diskutieren u.a. Krzysztof Charamsa, ehemaliger rang-hoher Priester im Vatikan und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke

    Lebhafter Disput

    ht tp://swrmediathek.de/player.htm?show=6e4d3430-c72c-11e5-bccf-0026b975e0ea

  36. Hugo Stamm sagt:

    An alle,

    heute feiert dieser Blog das zehnjährige Jubiläum. Gleichtzeitig ist es das Ende, wie Ihr im Impulstext von heute Samstagmorgen nachlesen könnt. Ich führe den Blog aber auf dem Internetportal von watson weiter. Der erste Impulstext erscheint wie gewohnt am nächsten Samstag. Es würde mich freuen, Eure Kommentare in Zukunft dort lesen zu können.

    An dieser Stelle möchte ich allen ganz herzlich für das Engagement in meinem Blog danken. Es war eine spannende und schöne Zeit mit vielen inspirierenden und bereichernden Diskussionen. Ich hoffe, dass die Fortsetzung bei watson in ähnlich lebendigem Stil verläuft. Herzliche Grüsse Hugo Stamm

  37. olive sagt:

    @Herr Stamm

    da werde ich gerne reinschauen
    und Danke .

  38. Rodolfo sagt:

    @ olive
    Das Chamäleon hat Ihnen bereits den Link für die “Kärtchen” gegeben.
    Das nenne ich Teamwork!

    @ andersen
    Schäme Dich, dass Du auch in diesen feierlichen letzten Stunden das Blogniveau in die ordinäre Fehler-Zone runter drückst!
    (Ich hoffe doch sehr, dass Du ebenfalls rüber zügelst in Hugo’s neues Blog-Reservat…)

    @ Heiliger Niklaus
    Freuen Sie sich bloss nicht zu früh!
    Wer weiss, was den bösen Dämonen (auch “Gutmenschen” genannt) in Zukunft noch alles einfällt?
    Toooing!….Daaas Schreckckmümpfeliiii!….Tuuuiiiiuuu tuhuwuiiii….tuhuwihiwuuuhuuwuiiiuu wuhuwuiiii….wuhuwihiwuuuhuuuwuiii!….

  39. Thomas Hanimann sagt:

    Meinen persönlichen Kommentar findet man auf dem Blog http://www.evangelicals.ch.

  40. Chamäleon sagt:

    @Hugo Stamm

    Eine Schulklasse bei uns hatte ein Projekt. Die Aufgabe lautete: Bastelt in Gruppenarbeit Euere eigene Religion.

    Die Ergebnisse waren sehr witzig, manchmal saukomisch und manchmal einfach zum kaputtlachen. Ich verrate diese aber nicht, weil ich hoffe, dass diese Aufgabe weiter Schule macht. Die Kinder hatten Spass wie selten.

    @Olive

    Ich freue mich, dass ich Sie nicht aus dem Blick verliere. Danke Ihnen für all die interessanten Inputs und Gedanken.

  41. FRANZ BÜCHEL sagt:

    Wie soll ich sagen: Gott sei Dank
    kommt auch dieser Blog zu einem Ende.
    In den Achzigerjahren hat man jede Kulturveranstaltung verrissen, heute eben jede religiöse Gruppierung.
    In dieser Anhäufung von Anklagen und Ablehnungen fehlt das Unterscheidungsvermögen:
    welches sind inspirierende, demokratisch tolerante und für die Gesellschaft wertvolle Sekten und Gruppierungen und welches sind tyrannische, Abhängigkeit erzeugende, vor allem Geld generierende oder persönlichkeitsauslöschende Sekten.
    Ja, und genau um diese Unterscheidung wäre es eigentlich gegangen.

  42. Dani sagt:

    Ich hoffe, Sie finden nun Ihren inneren Frieden……

  43. nobody sagt:

    @Chamäleon 30. Januar 2016 um 12:22

    danke für die berichtigung. leider entstehen beim kopieren von uns bitstrings immer wieder mutationen.

    nobody, ein körperloser bitstring.

  44. Brunhild Steiner sagt:

    @Thomas Hanimann

    das versteh ich jetzt nicht so ganz, ich bin zwar zZt eher am unbeteiligt-mitlesend, aber Sie sind mir nicht als regelmässiger Kommentator aufgefallen- wäre es nicht eine Chance gewesen Ihre dort geäusserten Gedanken auch hier immer wieder beizusteuern, in Erinnerung zu rufen?

    Denn auch mir war das Kategorische immer wieder mal zu stark vertreten, das fast-schon-absprechen eines nachdenken-könnens wenn man zu anderen Schlüssen gelangt. Und ich finde es wichtig dass sich auch diese Stimmen melden.

  45. Chamäleon sagt:

    @Hugo Stamm

    Ausserdem zeugten die Ergebnisse von einer – ja – geradezu perfiden Intelligenz, wenn es um Ausgrenzung “Nichtgläubiger” ging, einfach sehr humorvoll ins Gegenteil verkehrt, mit einem Schalk, den nur Kinder haben, wenn es um die letzten Dinge geht!

  46. Rodolfo sagt:

    @ FRANZ BÜCHEL
    Kennen Sie denn inspirierende, demokratisch tolerante und für die Gesellschaft wertvolle Sekten ?
    Dass es inspirierende, demokratisch tolerante und für die Gesellschaft wertvolle Gruppierungen gibt, ist mir hingegen bekannt.

  47. Rodolfo sagt:

    Das bringt mich darauf, über die Kriterien nachzudenken, welche eine “Gruppierung” von einer “Sekte” unterscheiden.
    Als erstes denke ich an die Führungs-Struktur und an die Vielfalt, beziehungsweise Einfalt vorhandener Meinungen, Ansichten und Perspektiven innerhalb der Gruppe.
    Ist die Führungs-Struktur hierarchisch-militärisch, mit einem General, oder “Führer” an der Spitze und sind die Mitglieder einer solchen Gruppierung geistig gleichgeschaltet auf die “ideologische Leitlinie” ausgerichtet und auch uniform im äusserlichen Erscheinungsbild, dann handelt es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um eine “Sekte”, oder um eine “Militär-Truppe”.
    Ist dagegen die Hierarchie undeutlich zu erkennen und getrauen sich alle Mitglieder der Gruppierung, ihre Ansichten und Meinungen ungezwungen und locker zu äussern, in einer ehrlichen und direkten Sprache, dann können wir von einer “Gruppierung”, oder einer “Familie” sprechen.
    Der Spezialfall einer “familiären-Sekte” heisst “Mafia”.
    Der Spezialfall eines vom Militär beherrschten Staatswesens heisst “Militärdiktatur”.
    Eine moderne, multikulturelle Gesellschaft heisst “Demokratie”.
    Eine von Wutbürgern einer nicht mehr schweigenden Mehrheit und ihren Repräsentanten dominiertes Staatswesen heisst “Demokratur”.
    Ein Zwischending zwischen den Extremen der “Sekte” und der “Demokratie” ist die “Partei”.
    Hier ist die Vielfalt der Meinungen soweit eingeschränkt, dass grössere Handlungsfähigkeit und damit eine “Vorwärts-Bewegung” möglich werden. Eine zu starke Einschränkung der “inneren Vielfalt” kann zur “Sekte” führen.
    Eine zu weit gehende “innere Vielfalt” kann zum “Sauhaufen”, bzw. zum “Wischiwaschi-Debatierclub” führen.
    Bei allen unterschiedlichen Arten von Gruppierungen sind Vorteile und Nachteile auszumachen.
    Ein Ideal gibt es nicht.
    Wir finden unseren Platz in einer zu uns passenden Gruppierung, indem wir unserem eigenen Charakter folgen.
    Dieser führt uns wie von selbst in die für uns richtige ökologische Nische.

  48. FRANZ BÜCHEL sagt:

    @Rodolfo: Einverstanden, wenn unter Gruppierungen auch religiöse Gruppierungen mitgemeint sind.
    Ich finde Ihren Beitrag sehr interessant.
    Auch die Frage, welche Kriterien eine Sekte eigentlich ausmachen.
    Zu diesem zentralen Thema habe ich bei Herrn Stamm jedenfalls nie etwas gelesen,

  49. Ueli sagt:

    @Rodolfo
    Die beste Sekte ist immer noch die Stammsekte. Wir brauchen keine Führer – nicht mal Herrn Stamm. Death or Glory!

  50. Rodolfo sagt:

    In der Wirtschaft gibt es wieder verschiedene Formen von Organisation:
    Da haben wir die stark individualistische “ich-AG” des Einzelkämpfertums.
    Dann gibt es die sehr hierarchisch funktionierenden traditionellen Betriebe mit einem “Patron”, mit einem “Kader” und einer “Belegschaft”, Dann gibt es kreative Unternehmungen mit einer flachen Hierarchie und sehr flexiblen Arbeitszeiten.
    Es gibt die KMU’s und die Multinationalen Konzerne.
    Dann gibt es Genossenschaften und AG’s.
    Und so weiter…
    Wieder bringt die Evolution eine enorme Vielfalt an “Betrieben” hervor.
    Jeder “Betrieb” versucht, sich im jeweiligen Umfeld zu behaupten und zu bewähren, mit theoretischem Wissen, das durch Weiterbildung angeeignet worden ist und mit praktischem “learning by doing”.
    Auch hier gibt es kein “Ideal” sondern unterschiedliche Varianten und Formen, die sich herausbilden, sich vermehren, oder aber verschwinden.
    Auf Religiösem Gebiet sind die traditionellen Kirchen auf dem absteigenden Ast, während sich neue Formen der Spiritualität entwickeln, die den heutigen Verhältnissen besser entsprechen können.
    Eine Do-it-yourself-Religion für den Heimwerker ist sicher eine interessante Option!
    Wir wählen aus verschiedenen Bauteilen, die es für eine Religion braucht, diejenigen Stücke und Bausets aus, die uns am besten gefallen.
    Was als ein Spiel mit Kindern begonnen hat, wird möglicherweise bald von einem “start up – Unternehmen” in einer Garage professionell weiter entwickelt und vermarktet!
    Ich meine selbst die Worte, welche wir in unserer alltäglichen Sprache verwenden, sind doch im Grunde nachgeäfft und somit “geklaut” worden! Warum sollen wir also nicht auch “Religion” durch nachäffen und klauen aus einem weltweiten Fundus auf unsere individuellen Bedürfnisse abstimmen?
    Mit den Kleidern machen wir das schliesslich auch so!
    Und “Ruedi” hat für seine “violetten Leute” auch aus allen Weltreligionen “Altes Wissen” zusammen getragen und abgekupfert.
    Jeder “Guru” und jede “Gura” basteln sich eine eigene Religion zusammen, bevor sie sich auf die Suche nach “spirituell Suchenden” machen!
    Ich würde sicher den Kompost zum zentralen Element meiner selber gebastelten Natur-Religion machen, denn im Kompost geschieht nicht weniger als die “Öko-Auferstehung”! Aus organischen Resten wird fruchtbarer Humus!