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Fanatismus ist lernbar

Hugo Stamm am Donnerstag den 22. April 2010

Der Islam wird verantwortlich gemacht für den angeblichen Zusammenprall der Kulturen. Gleichzeitig wirkt er auf manche junge Leute aus unserem Kulturkreis attraktiv; sie wechseln den Glauben und werden Konvertiten. Nicolas Abdullah Blancho, Präsident des radikalen Islamischen Zentralrats der Schweiz, ist ein Konvertit. Ebenso sein Pressesprecher Quaasim Illi und der umstrittene deutsche Prediger Pierre Vogel, der wiederholt auch in der Schweiz in den Schlagzeilen stand. Der Zentralrat ist in unserem Land das Sammelbecken für radikale Konvertiten. Wie lässt es sich erklären, dass sich junge Männer einen langen Bart wachsen lassen und sich fremden Dogmen unterwerfen?

Messianischer Eifer

Konvertiten sind, unabhängig von der Religion, Überzeugungstäter. Glaube und Ideologie dominieren ihr Bewusstsein. Die einzigen relevanten Werte und Inhalte erkennen sie in der übersinnlichen Welt. Sie suchen den exotischen Kick, um die Sehnsucht nach dem religiösen Abenteuer zu befriedigen. Deshalb müssen sie alles niederreissen, was sie an die Vergangenheit bindet. Der Glaubenswechsel ist Signal und Ritual zugleich: Sie betäuben ihr Bewusstsein, um eine neue Identität zu erzwingen. Eine der Welt zugewandte Sinnlichkeit ist für sie Gefühlsduselei.

Für den Glaubenswechsel zahlen die mehrheitlich jungen Konvertiten einen hohen Preis. Deshalb sind ihre Erwartungen an die neue Religion unerfüllbar hoch. Sie verschreiben sich dem neuen Glauben und sind von messianischem Eifer beseelt.

Hinter dem Phänomen verbergen sich vielfältige Ursachen. Konvertiten sind oft verhaltensauffällig oder emotional unausgeglichen. Manche schaffen den Übergang von der Pubertät, die geprägt ist von Hormon-schüben und radikalen Weltbildern, ins Erwachsenenleben nicht. Deshalb entwickeln sie einen Hass auf die Aussenwelt. Der Weltschmerz lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Die Schuld für ihr Verlorensein und ihre Desorientierung suchen sie in der «alten Welt».

Darum verbünden sie sich mit dem «Feind» und suchen Halt in radikalen Gemeinschaften. Die Aussenwelt wird zur Projektionsfläche ihrer eigenen Ängste und Unsicherheiten. Mit dem Glaubenswechsel fliehen sie vor sich und den eigenen Problemen. Bei vielen ist die Konversion eine Rebellion gegen die Eltern oder die Gesellschaft.

Überidentifikation aus Angst

In der Übergangszeit sitzen die Konvertiten zwischen allen Stühlen. Um die Zerrissenheit zu überwinden und sich gegen Widerstände zu behaupten, entwickeln sie eine Überidentifikation mit dem neuen Glauben. Sie indoktrinieren sich selbst und werden immer radikaler. Sie müssen sich und der Umgebung beweisen, dass sie den richtigen Weg gewählt haben.

Gleichzeitig bleiben Konvertiten in ihren neuen Glaubensgemeinschaften lange Zeit Fremde und werden misstrauisch beobachtet. Die emotionale Bindung harzt, weil sie nicht in der Mentalität und Tradition ihrer neuen Umgebung verwurzelt sind. Um sich Vertrauen und Zuneigung zu erkämpfen, kompensieren sie ihre Unsicherheit mit Überanpassung und Übereifer. Sie suchen ein neues Fundament und entwickeln dabei gern fundamentalistische Tendenzen. Dabei leiden sie an einem mangelnden Selbstwertgefühl. Das sind klassische Sektensyndrome.

Schematisches Empfinden

Der abrupte Glaubenswechsel führt oft zu einer emotionalen Regression. Nur so lassen sich die Sehnsucht nach dem Absoluten und die eigene Weltsicht einigermassen in Deckung bringen. Die Welt wird in Schwarz und Weiss geteilt. Wirklich lebendig fühlen sie sich nur in einem engen Glaubenssystem. Die Suche endet in einer Weltflucht.

Extremismus hat meist auch gruppendynamische Ursachen. Je extremer einer sich gebärdet, desto grösser sind Belohnung und Akzeptanz. Die Erfolgserlebnisse sind ein Kick. Diese Konditionierung führt oft zu Realitätsverlust und Wahrnehmungsverschiebungen. Der Schritt zu Wahnvorstellungen und Militanz ist dann nicht mehr gross, zumal man sich fast nur noch in ihrem radikalen und lebensfeindlichen Biotop bewegt. Fanatismus ist lernbar. So können radikale Konvertiten unberechenbar und eine Gefahr für die Gesellschaft werden.

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1.099 Kommentare zu “Fanatismus ist lernbar”

  1. T-U-B-E-L sagt:

    @ Sürmel

    Ich will nicht weiter Oel ins Feuer giessen.
    Nur dies zum Schluss.

    Wenn es dir gelingt in dieser Gesellschaft dieses Lebensgefühl:
    Wisst ihr eigentlich, wie schön die Welt ist, wenn alle anderen arbeiten?
    ohne Alkohol und Drogen unbeirrt durchzuhalten, dann hast du es geistig sehr weit gebracht in diesem Leben.
    Das erfordert Meisterschaft.

  2. Sürmel sagt:

    Tubel

    Das nehme ich für bare Münze.

  3. Felix sagt:

    Winnie the Pooh: 02.05.2010 um 13:47 @ Fraenkel (evtl. F.B.)

    Was Sie sich hier geleistet haben, kann man durchaus als Rufmord bezeichnen. Aber der Reihe nach:

    ad 1.
    Ich weiss nicht, wie Sie darauf kommen, dass der Jude Fraenkel auf die jüdische Philosophie verwiesen hätte. Tatsache ist, dass der Ausdruck “der Jude Fraenkel” Karl Jaspers dazu veranlasste, in seinem Gutachten zu Heidegger ungerechtfertigterweise einen negativen Bescheid auszusprechen bezüglich seiner Emeritierung. (vergl. Hugo Ott, Martin Heidegger, Unterwegs zu seiner Biographie; sowie Martin Heidegger Gesamtausgabe 1. Abteilung: Veröffentlichte Schriften 1910-1976 Nr. 70: Stellungnahme zur Beurlaubung der Kollegen von Hevesy und Fraenkel (12. Juli 1933) und Nr 72. Stellungnahme zu Professor Dr. Eduard Fraenkel (19. Juli 1933))

    ad 2.
    Heideggers Rektoratsrede: Die Selbstbehauptung der deutschen Universität (ebenda Nr. 51), gehalten am 27. Mai 1933, beginnt mit den Worten:”Die Übernahme des Rektorats ist die Verpflichtung zur geistigen Führung dieser hohen Schule. Die Gefolgschaft der Lehrer und Schüler erwacht und erstarkt allein aus der wahrhaften und gemeinsamen Verwurzelung im Wesen der deutschen Universität. Dieses Wesen aber kommt erst zu Klarheit, Rang und Macht, wenn zuvörderst und jederzeit die Führer selbst Geführte sind – geführt von der Unerbittlichkeit jenes geistigen Auftrags, der das Schicksal des deutschen Volkes in das Gepräge seiner Geschichte zwingt.”

    Heidegger sah in der Bewegung des Nationalsozialismus die Möglichkeit seine Vorstellungen einer universitas zu verwirklichen. Er war der utopischen Ansicht, den Führer zu führen! Ein Jahr später sah er seinen Irrtum ein und gab das Rektorat ernüchtert ab. Näheres hier auszuführen sprengt den Rahmen des blogs. Sicherlich kann man den Sprachgebrauch im Nachhinein in diesem abschätzigen Sinne kritisieren, wie Sie das tun, wer sich aber eingehender damit beschäftigt, stellt unweigerlich fest, dass Heidegger eine ganz eigentümliche Vorstellung von “Nationalsozialismus” hatte, die mit dem tatsächlich herrschenden Nationalsozialismus unvereinbar war.

    Meines Wissens hat Heidegger in seinen philosophischen Schriften und den Texten, die er im Rahmen seines Rektorats verfasste, nie den Ausdruck “gesund” verwendet, wohl aber Ausdrücke wie “Volk”, “Volkstum” oder “völkisch”, eigentümlich auch das plötzliche Auftauchen des Ausdrucks “Geist”, bzw “geistig”. Darüber hat Derrida einiges gesagt. Übrigens war Jaspers, wie aus dem Briefwechsel mit Heidegger geschlossen werden kann, durchaus positiv beeindruckt von der Rektoratsrede seines Kollegen.
    Aus der Verwendung und Verwendungsweise derartiger, später als nazistisch gebrandmarkten Begriffe, kann man nicht zwingend eine Verbindung mit nationalsozialistischen Gedankengut herstellen. Nein, Heideggers Denken und Vorstellen einer zu gründenden universitas wurde später von den Nazionalsozialisten mit einem blöden Grinsen quittiert. Wer sich dazu eingehender befassen will, um zu einem redlichen und gerechten Urteil zu gelangen, möge doch einmal die Vorträge konsultieren, die er am 15. und 16. August 1934 in den Ausländerkursen der Freiburger Universität gehalten hat (ebenda Nr 155)

    Ihre Feststellung, Heidegger habe damit “…..anderen Intellektuellen eine Basis gegeben, den Nationalsozialismus auch philosophisch zu denken” muss ganz entschieden verneint werden, denn es gab keine Verbindung zwischen seinen Vorstellungen von Nationalsozialismus und der nationalsozialistischen Partei. Im Gegenteil, die Verbindung, die Heidegger durchaus herzustellen versuchte, um “den Führer zu führen” wurde von eben jenen Parteigenossen schroff abgewiesen.

    ad 3.
    Die Behauptung, Heidegger haben während seines Rektorats Husserl den Zutritt zu Universität und Bibliothek verweigert, ist falsch und beruht auf blossem Hörensagen. Festzuhalten ist: Heidegger hat weder als Rektor für den Bereich der Universitätsbibliothek noch als Institutsdirektor für den Bereich der Seminarbibliothek ein Verbot erlassen. Dieser immer wieder vorgebrachte Vorwurf ist nachweislich falsch. (näheres dazu ausführlich in dem Buch von Ott)

    ad 4.
    “Wie er es aber in seinem Innersten mit dem deutschen Wesen und dem jüdischen Wesen hielt, das ist nicht so klar.” Der Vorwurf an Heidegger, dass er zu Deutschen jüdischer Herkunft “im Innersten” eine andere Haltung einnahm als zu Deutschen nicht jüdischer Herkunft, ist in keiner Weise zu rechtfertigen, sondern muss als hartnäckig sich haltendes Vorurteil, das jeglicher Grundlage entbehrt, abgewiesen werden. Ich verweise nocheinmal auf die Stellungnahmen zu von Hevesy und Fraenkel, zudem auf einen Brief von Elfriede Heidegger. Weiterführendes Material dazu ist zu finden unter dem bereits erwähnten Band 16 der Gesamtausgabe.

    In diesem Band 16 herausgegeben von Hermann Heidegger im Jahr 2000, beteuert der Sohn des Philosophen nocheinmal eindringlich:

    “Das tiefe Denken meines Vaters hat mit “faschistischen Tendenzen” nichts zu tun. Es ging zu den Ursprüngen des abendländischen Denkens zurück und versuchte, neue Wege einzuschlagen. Mein Vater hatte, was bei der ganzen polemischen Auseindandersetzung wegen seines politischen Irrtums von 1933 ausseracht gelassen wird, keinen einzigen Schüler, den man als Nationalsozialisten bezeichnen könnte.”

  4. Steinlaus sagt:

    @ Sürmel

    Mir fehlen die Worte, Sürmel. Und ich bin mir bewusst, dass jedes Wort zuwenig ist.

    Deine Verzweiflung macht betroffen und hilflos. Ich kann nichts anderes tun, als darauf zu vertrauen, dass du dich deinen Nächsten in deiner Not zeigst und die Menschen um dich herum dich immer wieder über diese Abgründe hinwegzutragen vermögen. Und dass dein Glaube das Licht in dir neu entzündet.

    Heb der Sorg, Sürmel, schlaf gut und erwache morgen gestärkt in einen neuen Tag hinein.

  5. Sürmel sagt:

    Steinlaus

    Ich bin in keiner Not. Ganz im Gegenteil. Ich bin – noch. Und das reicht völlig.

  6. Felix sagt:

    Winnie the Pooh: 02.05.2010 um 13:47 @ Fraenkel (evtl. F.B.)

    Nachtrag

    “Heidegger, dessen effektiver Beitrag zur Geistesgeschichte vernachlässigungswürdig ist……”

    Wer vermag das einzuschätzen? Sie? Dass ich nicht lache! – Sie Pfau, der sich nur in seine eigene Eitelkeit aufspreizt!

    “Dass er aber der breiten Öffentlichkeit vor allem als Naziphilosoph in Erinnerung bleiben wird, …..”

    Die “breite Öffentlichkeit”? Die kennt ihn nicht, und wenn, dann immer weniger, und das ist gut so, denn sein Denken eröffnet sich nur Wenigen, den Seltenen, und das ist gut so.
    Sie haben keine Ahnung, und das ist gut so. Beschäftigen Sie sich mit Dingen, von denen Sie was verstehen, anstatt hier mit hohlen Phrasen Ihre Eitelkeit zu befriedigen.

  7. Moria sagt:

    Steinlaus
    Cc Suermel
    Wie verstehst Du es auch immer, selbst einer offensichtlichen Hoffnungslosigkeit einen Namen zu geben, und ist es auch nur namenlose Hoffnung.
    Ich bestaune Dich…..! Und Suermel – bitte, bleib dran > es ist nie so schlimm, wie man(n) es fuerchtet, und nie so schoen, wie man es ertraeumt……!

    NADA
    Deiner Beurteilung betr. Gewerkschaften kann ich einmal mehr nicht widersprechen. Eigentlich brachte ich dieses Thema nur wegen des Datums ein, im Wissen, dass es kein Argument darstellt!
    Aber recht hast, eine neue Solidaritaet waere wuenschenswert bis dringedst noetig. Auch eine Solidaritaet innerhalb der Familie.
    Was mich zudem etwas ernuechtert, ist die politische Passivitaet der (arbeitslosen) Jugendlichen. Oft denke ich, ob unsere > meine Generation politisch aktiver war, weil wir aus einer groesseren Sicherheit heraus unsere Visionen entwickeln konnten, die heute nicht mehr da ist?

    FELIX
    WINNIE the Pooh:
    Das sei doch auch betont: D A N K E Euch fuer die hoechst interessante Apologetik, woraus es viel Bemerkenswertes zu lernen und zu ueberlegen gibt.
    Es bleibt dem geneigten Leser uebrig, welche Stellungnahme mehr ueberzeugt.
    Wollen wir eine Abstimmung machen? Also meine Stimme hat…….hm > muss nochmals ueber die Buecher und den Blog gehen!
    Danke Euch beiden allemal, und vergisst, auch mit harten Bandagen argumentierend, das FAIR ARGUE niemals, besonder der, der mit Fe….beginnt und lix….. endet > Du hast es am allerletzten noetig!

  8. solochrist sagt:

    @ Sürmel, 02.05.2010 um 22:21

    schrieb: ‘Ängste gehören in Zukunft ebenfalls den Machtgierigen. Jetzt gehört Euch alles.’

    tja, sogar das zittern des knaben neben mir gehört ihnen … worldvision hat dem vater ein foto des sohnes überbracht und er hat den sohn aus der freiheit im ‘EMPIRE DES ENFANTS’ zurückgeholt. vieleicht um ihn erneut dem marabut zu übergeben…
    werde ich den blick des knaben wohl je vergessen können?

    dä solochrischt
    wer hät äigentlich diä chrischtlichä wüssäschaftlär wo d’archä gfundä händ erfundä?

  9. Gott, Allah und die Frauen sagt:

    http://www.tacheles.tv/aktuell/gott-allah-und-die-frauen/index.php

    mit MSS 🙂

    und hier haben wir die Religionsfanatiker, die ihren Frauen zehn Kinder machen, mit christlichen Geheim-und Männerbünden sympathisieren (Pius, Opus Dei..), die Schlüsselfunktionen der Medien besetzen (DLF), Bücher und Artikel schreiben und temporär in jeder Talkshow Platz nehmen und Demografie-Institute gründen, welche dann in Sachen Gewalt und Familie forschen!
    [http://www.i-daf.org/]

    Ich forsche in meinem eigenen Hosentaschen-Institut zu Christentum und Gewalt! Christliche Gewalt und Diskriminierung an Frauen. Religion und Kinderreichtum! versus materielle Armut (Gotteslohn) und Armut an SelbstENTFALTUNG! Diese Herren und Diener des Herrrn…machen sich dermaßen breit und wachsen an Dominanz, wie ihre Frauen abnehmen! Mit diesem Gott und Gottesbild und mit diesen Männern gelte es abzurechnen!

    Diese Männerkollektive, insbesondere Freikirchen, evangelisch-freikinderliche Gemeinden, drängen Frauen aus der Selbstverwirklichung und Autonomie ,bis sie keine Alternativen mehr haben als mit Kind und Kegel in der Versenkung zu verschwinden!

    Oder was sagen Sie, Solve?? Was sagen die Verschwörungstheorien? Was sagen die kleinen Rothschilds-Verschnitte?

    Ist dieses —-> die künftige “Aussenpolitik”? (für Begüterte?) Schulgeld für Aussenpolitiker mtl. 2000€
    [http://www.abendblatt.de/hamburg/schule/article1475049/In-Flottbek-steht-Hamburgs-teuerste-Schule.html]

    Schade, dass offenbar niemand den Brecht-Text zum 1. Mai Die unwürdige Greisin gelesen hat!

    [http://de.wikipedia.org/wiki/Die_unw%C3%BCrdige_Greisin]

    ….mich wundert (NICHT) , dass sich all die unwürdigen Greisinnen so über Generationen verstecken konnten und dass kein Herr sich ihrer je erbarmte!

  10. Gott, Allah und die Frauen sagt:

    über den mit der Berufung kann ich ja nur besonders lachen!

    http://www.tacheles.tv/aktuell/gott-allah-und-die-frauen/Jeder-und-jede-hat-eine-Berufung.php

    Berufen zu was? in die Bedeutungslosigkeit? Zum scheißmännervereinigten religionspolitisch-demografischen Kinderkriegen EX und HOPP?

    Was meisnt du, liebe Gesellschaft? Sind Mütter auch noch Frauen? Sind Mütter auch noch Menschen? Mit Begehren oder Bedürfnissen oder sind sie irgendwann nur noch (den Weltreligionen und Göttern) lästige Greisinnen…das fünfte Rad am Wagen!
    Nimmt die Erwerbswelt die Ausgedienten zurück? Zahlt ihnen anständige Renten? Oder sagt ihnen Psychotherapie: sie bekommen ja die Hälfte der Rente ihres Mannes….

    Nach den Kindleinfein kommen die Enkelkindleinfein, kommt die eigene Mutter nicht ins Heim, bleibt der Ehemann am Tropf?

    Was meine Kinder machen, werde ich nicht manipulieren. Aber ich vermute, die meisten bleiben kinderlos! Das würde ich auch auch angemessen finden in diesem unflexiblen Notstands- BRD-Deppenland! Oder abhauen…

    Nein, bei uns ist/war es anders (und die Ehrenämter werden auf mich warten!) )

    So manche Frau wird abserviert, bevor sie ein Pflegefall werden könnte! 🙁 …bevor die Fettschürze ausufern könnte und die Krampfaderbeine nicht mehr tragen..das nennte sich”in guten wie in schlechten Zeiten”

    Ach, was hatte ich doch für ein doppeltes Pech (Aussage Christin) 🙂

    Aber das kenne ich schon! 🙂 :-)Ja, nur Pech…weiter war nix…

    Nix von der Welt gesehen! Und einSorgen-” Kind” zieht erstmal wieder ein….

    Freifrauen bleiben Freifrauen…mit einem Tröpfen blauen Blutes… (und blauen Flecken von einem Aschenarbeitleben ohne Schonung und Ausgleich…irgendwann ist man so erschöpft, dass man nicht fähig ist, sich zu erholen)

    [http://www.aww.uni-hamburg.de/behinderung-ohne-behinderte-ss2010.htm]

    BERUFEN, WERTER MÄNNERMÖNCH, BIN ICH DAZU DIE KLAPPE AUFZUMACHEN!! Gegen Ihren Dogmenquark!

  11. Gott, Allah und die Frauen sagt:

    Heide Simonis: ….Meine Mutter kriegte so’n Hals…”

    ohohh…diese schrecklichen Diskussionen! Gestern eine Benedikt-Fannin…zwischen Haslinger und schwulen Ex-Priestern….

    Ja klar! Was glauben Sie denn, Frau Simonis, weshalb ich meine Schilddr.-OP benötigte? Weil mein Ausserirdischer und Auserwählter und Aussergewöhnlicher auf sein Einschreiben von Gottvater wartete: Dies ist die gottgewollte Frau für dich…und mich einigeJahre hinhielt und von Alternativen abhielt…:-) Was glauben Sie denn, weshalb mein erstes Kind zu früh gegangen ist? Usw….

    Alles wegen Scheiß-Religion!

    Und ich denke, wenn ich meinen Laptop öffnen würde und vom Weg Familie, Kinder…berichten würde, würde kein Mensch mehr sich ein Baby zumuten!

    Von wegen Menschenrechte! (Die kathol./evangelikale/fundamentalistische Bibel ist ein, sorry… Schrottwerk!) Und vergiß all die Paulusse!

  12. Petra Schmidt, funDementi@yahoo.de sagt:

    na wenigstens habe ich sonst alles richtig gemacht, nicht wahr, Nada?
    kaum einer schafft es in diesem Lande über den 2.BW an die Uni…
    habe mehrere Abschlüsse, Berufspraxis und ….Verbeamtung auf eigenen Wunsch gekündigt….usw. warum so blöd? Um dem Manne in dessen Dogmen-Brüder-Kirche zu folgen und für die Ferkelwurfjahre…um mich da gottgewollt aufzuzehren
    aber ansonsten in die Röhre zu gucken…
    habe geerbt, den Kindern z.T. mein Erbe zum Aufessen gegeben…

    und warte nun auf die Dinge, die da noch kommen…oder nicht

    ansonsten
    Stinkefinger!

  13. vietcong sagt:

    @ Solve et Coagula

    “Wenn ich sage, das gentechnisch veränderte Nahrungsmittel nicht wirklich durch unbeschreibliche Weisheit zubereitet werden, dann meine ich damit, das der Mensch noch lange nicht in der Lage ist, Gott auf Augenhöhe, zu imitieren”
    wir können ja auch bewusst aneinander vorbeireden.

    “Lieber vietcong, ob Du’s glaubst oder nicht, Gott ist Liebe, egal was Dir andere erzählen”
    und dir soll ichs glauben? egal was mir andere erzählen? 😉

    @ Zaro

    “Die junge Frau war ja soeben noch in der Arena und hat dort gesprochen. Verschwunden ist sie also nicht. Ich meine ich hätte sie auch lieber unverschleiert gesehen.”
    sie war nicht verschleiert. jedenfalls hat man ihr gesicht gesehen. ob ihr auftritt in diese geschichte passt, weiss ich nicht.

    “Wer bezahlt wohl diese komischen Vögel bei der Weltwoche?”
    leider die werbung. hauptsache kohle machen, egal in welchem revolverblatt man auftreten muss.

    @ moria

    “Solange Du nicht von Sarah Palin verfolgt wirst, geht es ja noch….. – einen schlimmeren Traum koennte Dir naemlich nicht passieren!”
    es geht, die palin ist ja noch ne ziemlich scharfe maus, von der würd ich gern mal verfolgt werden. vor allem wenn sie noch zwei mitverfolgerinnen hat 🙂

    @ hugostamm

    besten dank für die einschätzung bezüglich sektentum.

    @ mawi

    “Muesch halt Fleisch und Milch bi eus hole, da hets die Sauerei nöd drin…”

    wer isch ‘bi eus’? zweitens, find ich gentech geil – also nöd e schweinerei! und drittens: bisch sicher? 😉

  14. mawi sagt:

    sali vietcong
    1. bi eus uf em Hof
    2. Du losisch ja au so satanischi musig, oder?
    3. Bini. Ziehmli… sowit wien ichs cha beiflusse uf jede Fall. Nur Gras und Heu. Ohni Impfig und mit Hörner. Mindeschtens dHörner müesstet Dir doch Idruck mache, oder?
    😉

  15. Anna sagt:

    @ Felix

    cc @ Winnie the Pooh cc @ alle von der Heidegger-Diskussion

    Erlauben Sie mir, dass ich die Gefechtspause in Ihren Florettduell nutze, um Ihnen noch einmal eine Frage zu stellen. Bestimmt ahnen Sie bereits, dass ich nun noch einmal mit “meinem” Levinas hinter dem Ofen hervorkomme.

    Sie schreiben in Ihrem Post gestern um 22:34, zwischen Heidgeggers Denken und nationalsozialistischem Gedankengut bestehe kein Zusammenhang und belegen dies mit Details aus der Vita Heideggers sowie dem nicht unberechtigten Argument, dass Sie mehr über Heidegger wissen als irgend ein anderer in diesem Blog. Fair enough. Was aber sagen Sie dazu, dass Emmanuel Levinas, der bekanntlich selbst bei Heidegger studiert hatte und sich mindestens so gut auskennt wie Sie, überzeugt war, dass Heideggers Nähe zum Totalitarismus kein Zufall war, und dass sein Denken den Gefahren des Totalitarismus Tür und Tor öffnet(e).

    Es mag sein, dass Heidegger die grossen ontologischen Fragen tatsächlich besser, brillianter und origineller beantwortete als anderen vor ihm. (Letzte Woche bin ich, und das wird Ihnen nun bestimmt gefallen, auf eine Internetdiskussion zwischen Heideggeradepten und Heideggerskeptikern gestossen, in der jemand Sein und Zeit als “Sex on a page” und “the hottest Ontology first answers out there” beschrieb). Der Vorwurf Levinas lautet aber, dass Heidegger sich mit den falschen Fragen beschäftigte, in dem er, wie es der abendländischen philosophischen Tradition entspricht, die Ontologie/Metaphysik und nicht die Ethik als “die erste Philosophie” betrachtete. Mit anderen Worten, dass die tiefsinnigen aber solipsistischen, selbstgenügsamen Versuche, das Sein zu verstehen, machten Heidegger blind machten für die die wirklich dringenden, ja lebenswichtigen Fragen, die sich in einer Welt stellen, in der vor unseren Haustüren Menschen hungern und sich gegenseitig umbringen bzw. jederzeit bereit sind, dies zu tun.

    Dieser zentrale Punkt in der Heideggerkritik wurde im Florettfechten von Winnie the Pooh angesprochen, dann aber von Ihnen beiden nicht weiterverfolgt. Sie mögen einwenden, die Auswahl der Fragen, die ein Philosoph für ergiebig und spannend erachtet und denen er sich demzufolge widmen möchte, sei eine Ansichtssache und eine Frage des persönlichen Geschmacks, jeder dürfe darüber nachdenken, was ihm wichtig scheine und über seine Wahl keine Rechenschaft schuldig. Trotzdem: Levinas legte aber den Finger auf den wunden Punkt unserer philosophischen Tradition, die Privilegisierung der Ontology gegenüber der Ethik.

    Ein zweiter zentraler Punkt ist die Kritik Levinas am selbstherrlichen Vernunftbegriff, den die abendländischen Denker, vor Levinas namentlich Descartes, Kant und Hegel, hervorgebracht haben. Diese Vernunft, dieses Denken wird als totalitär (siehe: Unendlichkeit und Totalität) bezeichnet, weil sie alles dem Verstand unterwirft (alles was ich denke, wird Teil meiner Welt, Objekt meines Eigentums), auch das unverständliche, das sich gar erfassen lässt. Der Vorwurf Levinas lautet, dass zwischen diese Art zu denken und der Gewalt gegenüber Mitmenschen ein Zusammenhang besteht, weil dieses Denken dem Mitmenschen keinen Platz einräumt. Weil das denkende Subjekt zu sehr mit sich selbst beschäftigt und in seine ontologischen Analysen versponnen ist, nimmt es den Anderen gar nicht wahr; indem es ihn seinem Denken unterwirf, zerstört es ihn. Wie gesagt, dieser Vorwurf richtet sich nicht nur an Levinas, sondern an die abendländische philosophische Tradition überhaupt, aber Levinas hat sie in Auseinandersetzung mit Heidegger erarbeitet.

    Es würde mich interessieren, was Sie von dieser doch radikalen und massiven Kritik eines fellow Heidegger-Kenners halten. Die Argumente von Levinas können Sie, im Gegensatz zu den Argumenten von eitlen, angeberischen Blogpfauen (oder Blogfasanen, weil ich gestern zwei Fasane in der freien Wildbahn beobachten konnte) nicht mit dem Einwand der Ahnungslosigkeit abtun 🙂

  16. tja sagt:

    bin eben ein emotionaler Mensch geworden mit Blutdruckspitzen und keine gleichförmige Elefantenhaut*. Erst, seit ich bezüglich des Religionsthemas W U T zulasse… Seit ich mich nicht mehr KONTROLLIERE!

    *unsere durch blühende Landschaften stoisch wandelnde Elefantenhaut,
    unsere Physikerin Angela,begeht gerade die schwerwiegenden nächsten Kardinalfehler und wird gefeiert! (Gentechnik, Schrottautoberge, E-Autos, “Bildungsland DLand!, Rating-Agenturen, Schnell-schnell-Finanzspritzen, usw…. wer kann da noch “gelassen” bleiben?)

    Aber manche sollen ja Götter haben, die bei Schlafproblemen helfen! 🙂

  17. Anna sagt:

    @ Felix

    Korrektur: Im 5. Abschnitt sollte es heissen: “Ein zweiter zentraler Punkt ist die Kritik Levinas’ am selbstherrlichen Vernunftbegriff, den die abendländischen Denker, vor H e i d e g g e r namentlich…” und “Wie gesagt, dieser Vorwurf richtet sich nicht nur an H e i d e g g e r,…”

    Bitte um Entschudigung für die Flüchtigkeit.

  18. Walpurgis oder wo schleichen sie denn, sagt:

    die frommen Teufel? In ihren Kutten? Mit ihren sündleinfreien Gesichtlein.. fromme Gesichtlein wie aus holzgeschnitztem Buche

    haben Veruntreuung begangen,
    haben schön eingekauft, den Wein gekauft, die feinen antiquarischen Bonbons von Spendengeldern,
    haben einen zu viel gekippt (und wurden nicht erwischt beim Autofahren),
    haben gehurt und geprügelt…”war doch normal, damals”…sagt sogar DB-Chefvolkswirt und Banker Walter. “Ohrfeigen sind keine Gewalt”! Also vor 30 bis 37 Jahren in Ausbildung und Schuldienst waren Ohrfeigen oder gar Schlagstöcke in meinem schulischen Umfeld keineswegs mehr *normal*!!!

    [http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/mixa-ohrfeigen-walter]

    Aber ich schau mal in den Archiven. Schon 87 hat mich ein ZEIT-Artikel aufgeregt:

    “Bibelverse wie Schlagstöcke”

    http://www.zeit.de/1987/08/Bibelverse-wie-Schlagstoecke

    [http://www.zeit.de/1987/07/Ein-herzensfrommer-Bruederbund]

    [http://danielmack.de/2009/08/offener-brief-zdf-fernsehrat-fundis-im-fernsehgottesdienst/]

  19. Petra Schmidt sagt:

    so, Moria, jetzt bin ich nochmal wider Erwarten (bin eben ein emotionaler Mensch) und nur für dich und die anderen externen 2965 Blogerklicks hier aufgelaufen mit Link-Hinterlassenschaften (die Stammleute tangiert es ja weniger 🙂 …

    wie du siehst, nicht erst seit 1987 sammle ich GEGENARGUMENTE!

    Es hat sich an sich weitgehend totgelaufen, das Hamsterrad “Gott, Allah und die Frauen”…… man könnte immer wieder Öl draufkippen!
    Stimmt: Die Erfahrung hat mich ein Stück verletzlicher gemacht. Es ist trotz Entwertung und Diffamierung immer eine Gratwanderung, zu sich selbst zu stehen und das Ausgestandene nicht zu unterschätzen. Eine Gratwanderung, ein schmaler Pfad, vorbei an den frommen Übereinkünften.
    Wie kann es sein, dass viele unbeirrbar weiter machen, in “ihrer Kirche”? !

  20. Moria sagt:

    Petra Schmidt
    Du weisst ja und bestaetigst staendig: Wo man viel von Froemmigkeit spricht, da ist man alles andere als fromm.
    Mach’s einfach gut auf Deinem leider etwas steinigen Weg!

    Vietcong
    Exklusiv fuer Dich:
    http://i80.photobucket.com/albums/j186/DonaldDouglas/Americaneocon/thepassionofthepalin.jpg
    Bist Du immer noch an Gefolginnen (was sind Mitverfolgerinnen?) interessiert?

  21. Felix sagt:

    Anna: 03.05.2010 um 15:12 @ Felix und andere allenfalls Interessierte

    Ich muss gestehen, dass mich diese Auseinandersetzung die letzten Tage wieder zum Lesen gebracht hat. Es ist sicher 15 Jahre her, seit ich das letzte Mal ein Buch von Heidegger aufgeschlagen habe und darin las…. – Und ich erinnere mich gut daran, eigentlich erstaunlich, da ich eher ein schlechtes Gedächtnis habe und vieles vergesse. Jedenfalls bemerke ich an mir, dass ich seine Texte heute auf eine andere Weise, ich möchte sagen, auf die unbefangenste Weise wieder lesen kann.

    Irgendwo in diesem Blog habe ich auch da und dort vom Ende meiner “philosophischen” Periode geschrieben, als sich mir die Worte nicht nur von Heidegger, sondern überhaupt alles, was damit zu tun hatte, wie verbranntes und zu Asche gewordenes Papier in Staub auflöste. Es war eine bittere Zeit, eine Zeit der Verwüstung, alles löste sich buchstäblich in nichts auf, alle diese hunderte, ja tausende Seiten voller Gedanken verwahrlosten gleichgültig in meiner kleinen Bibliothek bis auch ich endlich gründlich verwahrloste. Ich war mir nur noch ein grosser Kummer, aber nicht nur mir, allen um mich herum war ich ein grosser Kummer. Im Nachhinein kommt es mir so vor, als ob ich eine steile kahle unüberwindbare Wand emporkletterte mit meinen nackten Füssen und Händen mich festzuhalten versuchte, aber doch immer und immer wieder hinabsank in den Anfang. Aber dieser Anfang war nicht mehr derselbe, der Anfang selbst verflüchtigte sich und liess immer mehr nur noch ein morastiges, sumpfiges Gebiet hinter sich, in dem ich immer öfter und immer tiefer zu versinken drohte. Es war der falsche Weg und es dauerte etwa fünf Jahre, und endlich gab ich auf und kehrte um und wollte niemehr an diesen Ort zurückkehren; völlig versumpft in dumpfe Gedanken und dämmrige halb bewusstlose Zustände traf mich das Schicksal. Es war in Andalusien, als mich die Nachricht erreichte, dass meine Mutter todkrank sei. Ich kehrte zu ihr zurück nach sieben Jahren des Schweigens, durch sie erfuhr ich eine für mich glückselige Begegnung. Ich verliebte mich und alles war wie weggeblasen, bereit einen neuen Anfang zu machen mit meinem Leben. Oft ist mir, dass diese Zeit, diese Orte, die ich mit der Philosophie erlebte, meist einsam und in Büchern versunken, so weit zurückliegen, als ob es sich bei meinem früheren Leben um ein anderes Leben handelte. Vielleicht darum macht es mir so wenig aus, wenn ich davon erzähle, denn ich erzähle ein Leben, das vergangen ist. Gut achzehn Jahre hat das alles gedauert, vom Augenblick an, da ich dieses Buch, Sein und Zeit, zum ersten Mal in Händen hielt, bis zu meinem kümmerlichen und langandauernden Abgesang. Damals starb ich einen Tod, der mich weiter leben liess. Es ist ein Wunder, dass ich hier und heute lebe, auf eine Weise, die ich nie für möglich gehalten habe, und ich nahm meine Bücher mit ins fremde und doch heimische Mutterland, wo ich nun doch schon sieben Jahre wohne und lebe.

    Verzeihen Sie mir, wenn ich ein so langes Vorwort hier anfüge, um auf Ihre Fragen einzugehen. Aber es scheint mir doch notwendig zu sein, dass Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben.

    Emmanuel Levinas studierte in den Jahren 27, 28 bei Heidegger. In Heideggers “Brief über den ‘Humanismus'”, den er wohl im Herbst 46 als Antwort auf eine Anfrage Jean Beaufret’s verfasst hat, lese ich folgendes:

    “Bald nachdem ‘S. und Z.’ erschienen war (Anmerkung von mir: Sein und Zeit erschien 1927 (!)), frug mich ein junger Freund: “Wann schreiben Sie eine Ethik?” Wo das Wesen des Menschen so wesentlich, nämlich einzig aus der Frage nach der Wahrheit des Seins gedacht wird, wobei aber der Mensch dennoch nicht zum Zentrum des Seienden erhoben ist, muss das Verlangen nach einer verbindlichen Anweisung erwachen und nach Regeln, die sagen, wie der aus der Ek-sistenz zum Sein erfahrene Mensch geschicklich leben soll. Der Wunsch nach einer Ethik drängt um so eifriger nach Erfüllung, als die offenkundige Ratlosigkeit des Menschen nicht weniger als die verhehlte sich ins Unmessbare steigert. Der Bindung durch die Ethik muss alle Sorge gewidmet sein, wo der in das Massenwesen ausgelieferte Mensch der Technik nur durch eine der Technik entsprechende Sammlung und Ordnung seines Planes und Handelns im ganzen noch zu einer verlässlichen Beständigkeit gebracht werden kann. – Wer dürfte diese Notlage übersehen?”

    Und drei, vier Seiten weiter heisst es, nachdem er einen Spruch des Heraklit gedeutet hat:
    “Soll nun gemäss der Grundbedeutung des Wortes ëthos (sollte eigentlich in griechischen Buchstaben geschrieben sein, was mir aber hier nicht gelingen will) der Name Ethik dies sagen, dass sie den Aufenthalt des Menschen bedenkt, dann ist dasjenige Denken, das die Wahrheit des Seins als das anfängliche Element des Menschen als eines eksistierenden denkt, in sich schon die ursprüngliche Ethik.”

    Und etwas weiter:
    “Schon durch den Ansatz des anderen Fragens ist dieses Denken (gemeint ist dasjenige von Sein und Zeit, Anmerkung von mir) aus der ‘Ontologie’ der Metaphysik (auch derjenigen Kants) herausgenommen. ….. “Die Ontologie” aber, sei sie transcendentale oder vorkritische, unterliegt der Kritik nicht deshalb, weil sie das Sein des Seienden denkt und dabei das Sein in den Begriff zwängt, sondern weil sie die Wahrheit des Seins nicht denkt und so verkennt, dass es ein Denken gibt, das strenger ist als das begriffliche.” (!) ….
    ….
    “…:dieses Denken ist weder theoretisch noch praktisch. Es ereignet sich vor dieser Unterscheidung. Dieses Denken ist, insofern es ist, das Andenken an das Sein und nichts ausserdem.” (!)

    Ich kann Ihnen diese kleine Schrift nur anraten, zu lesen, sie findet sich mit anderen zusammen in den “Wegmarken”.

    Sie schreiben:”Der Vorwurf Levinas lautet aber, dass Heidegger sich mit den falschen Fragen beschäftigte, in dem er, wie es der abendländischen philosophischen Tradition entspricht, die Ontologie/Metaphysik und nicht die Ethik als “die erste Philosophie” betrachtete.”

    Aus den wenigen Zeilen aus dem “Brief” mag Ihnen deutlich werden, dass Heidegger diesen Vorwurf nicht treffen kann, spricht er doch explizit von einer “ursprünglichen Ethik”.

    Doch zurück zu Ihrer ersten Frage, oder besser zu Ihrem ersten oder Levinas’ Vorwurf:

    “Was aber sagen Sie dazu, dass Emmanuel Levinas,…, überzeugt war, dass Heideggers Nähe zum Totalitarismus kein Zufall war, und dass sein Denken den Gefahren des Totalitarismus Tür und Tor öffnet(e).”

    Diese Frage ist weit schwieriger zu beantworten, wenn ich das überhaupt sagen kann, weil sie eine nicht zufällige Koinzidenz zwischen innerer Erfahrung und äusserer Gegebenheit unterstellt. Weiter oben hat “der Jude Fraenkel” auf die Gefahr jeder Metaphysik hingewiesen, dass sie zum Totalitären neigt, wenn sie sich politisch ausweitet. Dem kann ich nur zustimmen.

    Die Frage Heideggers zielt zwar auf die Totalität des “Seienden im Ganzen”, aber ist deswegen noch nicht totalitär im politischen Sinne. Irgendwo in den Texten habe ich gelesen, dass Heidegger selbst zugibt, sich in einer Art Machtrausch befunden zu haben. Richtig ist auch, dass ihm das Aristokratische näher lag als das Demokratische. Man mag sicherlich mit gutem Recht sagen, dass Heideggers Vorstellung von Politik eher hierarchisch war. Gerade auch in der Rektoratsrede finden sich vermehrt Hinweise darauf, dass er dem “Führerprinzip” huldigte, also der Vorstellung von politischer Macht, die uns heute fremd erscheinen muss. Ich vermute, dass er sich darüber nie Gedanken gemacht hat, obwohl es die Zeit erforderte.

    Biographen sprechen dabei gerne von der Naivität und Unbeholfenheit Heideggers. Meines Erachtens aber war er doch sehr konservativ eingestellt und mit dem Blick zurück ins Kaiserreich, erhoffte er sich wohl heimlich einen neuen Kaiser, freilich einen, der sich selbst von ihm führen liesse!
    Ich komme nicht zu einem endgültigen Urteil, aber ich kann nur eines betonen, dass Heidegger gemäss Sein und Zeit ein eher ideales Menschenbild des Entschlossenen dem realen Menschen des Verfallenen gegenüberstellt und diese einander gegenüber einer Wertung unterzieht. Wobei deutlich gesagt werden muss, dass sich Sein und Zeit diesbezüglich nicht wirklich konkret äussert. Nehme ich diese beiden Neigungen zusammen, die Wertung und das Ideal, so komme ich nicht umhin, dass Levinas diesbezüglich recht hatte, aber immer unter der Bedingung, dass Heidegger die Aristokratie jeder anderen politischen Form vorzog. Er hatte also wohl eher eine konservativ aristokratisches Haltung, die aber mit dem Totalitären des Nazismus oder Kommunismus nichts gemein hat, was er ja dann bald, 34 begriffen hatte.

    Nichtsdestotrotz kann man Sein und Zeit ohne diese Wertung lesen, ja, es drängt sich einem geradezu auf, in der menschlichen Existenz beide Existenzialien als menschlich allzumenschliche anzuerkennen. Und immer unter dem Vorbehalt, dass Heidegger nie an eine Autonomie der Existenz in bezug auf sein Handeln und Denken geglaubt hat, sondern eher an ein geschichtliches Geführtsein des Verständnisses und des Handelns gedacht hat, – womöglich also war er ein Fatalist. Wenn man mal untersuchen würde, wie oft und in welchem Zusammenhang die Ausdrücke “Geschick”, “geschicklich” vorkommen. Heidegger, nach meinem Verständnis, war überzeugt davon, dass die Geschichte auf ein ganz bestimmtes Ziel hinauslaufe, je älter er wurde, vermehren sich die Hinweise auf eine gerichtete Geschichte des Seinsverständnisses, das von ganz seltenen aussergewöhnlichen Denkern zu Wort und damit zur Sprache kommt. Aber er bleibt auch diesbezüglich auf eine nicht leicht nachvollziehende Weise offen. Man muss auch folgendes zur Kenntnis nehmen, dass sein Denken ein vollkommen a-politisches Denken war. Das einzige, womit er sich ernsthaft beschäftigte und was man auch ernsthaft als sein Verdienst anrechnen kann, war das Suchen und Denken nach der “Wahrheit des Seins” in der Geschichte der Metaphysik und darüber hinaus in die Zukunft des “Menschenwesens”. Seine Entdeckung ist und bleibt die “Seinsvergessenheit” der tradierten Philosophie und damit der darin verhärteten Wissenschaft.

    Heidegger hat zwar das Seiende als Totalität gedacht, aber nie die totalitären Folgen bedacht, ausser eben, und das wird stets ein Befremden auslösen, in der Zeit zwischen 32 und 33, was ihm und seinem Denken fatalerweise zum Verhängnis wurde. Das ihm der totalitäre Hang nach der Selbstbehauptung des Deutschen Reiches und des Deutschen Volkes in seinem Innersten rumorte, ist nicht und auf keine mir erdenkliche Weise wegzudenken. Dass er sich durch die Faktizität der Ereignisse 33 blenden liess, bestätigt diesen seinen Hang, aber insofern war er einer der letzten in einer langen Tradition, und man muss ihm zugute halten, wie vielen anderen auch, dass sie die Tyrannei der nationalsozialistischen Doktrin nicht vorhersehen konnten, bzw nie damit gerechnet haben, dass dieses “Führerprinzip” letztlich nur ein Massenmordprinzip war und zum Verbrechen ausgenutzt wurde.

    Abschliessend komme ich zum Schluss, dass Heideggers Denken als Philosoph nirgends irgend eine Tendenz aufweist zum Totalitarismus, wohl aber der Mensch Heidegger, der auch ausserphilosophisch “sein Sein zu sein hatte” als universitär eingebundener Philosophieprofessor.

    So komme ich denn nun zu Ihrem und Levinas drittem Vorwurf:
    “Der Vorwurf Levinas lautet, dass zwischen diese Art zu denken und der Gewalt gegenüber Mitmenschen ein Zusammenhang besteht, weil dieses Denken dem Mitmenschen keinen Platz einräumt.”

    Dieser Vorwurf trifft Heideggers Denken in keiner Weise. Die Analytik menschlichen Daseins verlangt nicht nur eine akribisch arbeitende Vernunft, sie hebt auch jene nicht als Hauptmerkmal des Daseins hervor, im Gegenteil spricht Sein und Zeit ausführlich über die “Stimmung”, die “existenzielle Ergriffenheit”. Dass das Denken in einer “Grundstimmung” sei, die Explikationen des Daseins als Sorge, die emotionalen Stimmungen der Angst, der Langeweile, der Entschlossenheit, all dies bezeugt vorzüglich, dass Heidegger dem Primat der Vernunft nicht huldigte, wie viele Jahrhunderte vor ihm die Vernunft die Macht war, metaphysisch das Sein einzukreisen und zu bestimmen. Heidegger versuchte in der Gefolgschaft von Kirkegaard, Nietzsche und Bergson menschlichen Stimmungen einen wesentlichen Platz einzuräumen im Bereich der Ontologie und darüber hinaus im Bereich des Seinsdenken. Sein Denken zeichnet sich ja gerade auch darin aus, dass er Gefühle, Grundstimmungen des Menschseins als erster in die sogenannt “erste Philosophie” einbrachte.
    Und auch im “Brief über den Humanismus” erteilt er unmissverständlich der Vernunft- und Subjekt-philosophie eine Absage. Deshalb kann ich keinen Zusammenhang herstellen zwischen einem Vernunftprinzip und physischer Gewalt, weil Heidegger nicht “vernünftig” philosophierte, sondern dem Wort und der Stimmung. Selbstredend, dass ich zwischen Heideggers Denken und physischer Gewalt kein ausdrücklicher oder unterschwellig vollzogener Zusammenhang besteht.

    Alles in allem komme ich zum Schluss:
    1. Heidegger liefert mit Sein und Zeit zugleich eine Ethik
    2.Totalitäre Tendenzen sind mit Sicherheit am Anfang seines Denkweges eruierbar, obwohl im Grunde völlig a-politisch.
    3.Heidegger lehnt jede Form von Subjektivismus ab
    4.Das Primat der Vernunft im Sinne der Metaphysik wird abgelehnt
    5.Bei allen Beurteilungen der Philosophie Heideggers ist zu berücksichtigen, dass es Stadien seines Denkens festzuhalten gilt, die nicht unerheblich voneinander abweichen. Heideggers philosophische Schriften zeugen zwar von einer durchgehenden Fragestellung, der Frage nach dem Sinn von Sein, weisen aber untereinander Brüche auf, die ein Denken sehen und erfahren lassen, das unterwegs ist. Die Titel wie etwa “Wegmarken” oder “Holzwege” weisen explizit darauf hin.
    6. Einen Zusammenhang herstellen zu wollen zwischen seinem Denken und einer Art Legitimation physischer Gewalt sehe ich nicht, ausser vielleicht man nimmt die Disziplinierung des Denkens, die Ausdrucksweise sB der “Härte und Schwere des Seins” in Anspruch. Dann aber, wohl eher auf seine politische Schrift als Rektor der Universität, handelt es sich immer noch nicht um eine Art Gewalttätigkeit, eher um den Akt der Entschlossenheit und der Gradlinigkeit, die einiges an Opfern abverlangt.

    Ich hoffe, ich habe Ihre Fragen hinreichend beantwortet. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werde ich auf Anfrage gerne Präzisierungen anbringen.

    …Das hat man davon, wenn man sich über Philosophie äussert. es ist viertelnachdreiUhr morgens! 🙂

    Also noch ein Guetnachtmümpfeli, für alle, die das durchgehalten haben zu lesen.

    Es gfallt mer nummen eini,
    und selli gfallt mer gwiss!
    O wenn i doch das Meidli hätt!
    Es isch so flink und dundersnett,
    so dundersnett,
    i wär im Paradies!

    ‘s isch wohr, das Meidli gfallt mer,
    und ‘s Meidli hätt i gern!
    ‘s het allewil e frohe Muet,
    e Gsichtli het’s wie Milch und Bluet
    wie Milch und Bluet,
    und Auge wie ne Stern.

    (aus Hebel, Gedichte von Heidegger rezitiert am Hochzeitstag von Richard und Ursula Greiner, geb. Deyhle, Münsingen, den 20. Juli 1968)

  22. Steinlaus sagt:

    @ Felix

    Ich danke dir. Dein Mensch-Sein berührt, ist wert-voll, macht still, erfüllt das Sein mit einer schweren, tiefen Leichtigkeit.

    Für dich, für mich, für alle:

    ***************************************

    Du bist eins mit dir selbst,
    wenn Du das Dunkel durchmißt …
    in der Tiefe der Höhle ..

    Fernando Pessoa

    ***************************************

    Während ich mich an einem schwülen Tag
    auf den trägen Wassern des Sees treiben lasse,
    höre ich fast auf zu leben und fange an zu sein.

    Henry David Thoreau

    ****************************************

    Die Grenze ist der eigentliche Ort der Erfahrung.

    Paul Tillich

    ****************************************

    Wenn längst der letzte Laut verdorrte,
    bleibt eine Stille tief und breit,
    die Sterne sind nur viele Worte
    für eine einzige Dunkelheit.

    Rainer Maria Rilke

    *****************************************

    Wenn du ein Mensch bist,
    schau dich um, vergiss es nicht,
    denn es hat jeder,
    es hat jeder ein Gesicht.

    Und es hat jeder einen
    eigenen grossen Traum,
    der eine weiss es, und
    der andere weiss es kaum.

    Der eine lebt und bleibt
    den grossen Träumen treu.
    Der andere geht vielleicht
    an allem nur vorbei.

    Und wer dich fragt
    nach einem Ziel, dem zeige eins.
    Denn es hat jeder ein Gesicht,
    und du hast deins.

    von Rose Nyland

    *********************************************

    Wer Schmetterlinge lachen hört,
    der weiß, wie Wolken schmecken,
    der wird im Mondschein
    ungestört von Furcht,
    die Nacht entdecken.

    Der wird zur Pflanze, wenn er will,
    zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
    und kann in einer Stunde
    durchs ganze Weltall reisen.

    Er weiß, dass er nichts weiß,
    wie alle andern auch nichts wissen,
    nur weiß er was die anderen
    und er noch lernen müssen.

    Wer in sich fremde Ufer spürt,
    und Mut hat sich zu recken,
    der wird allmählich ungestört,
    von Furcht sich selbst entdecken.

    Abwärts zu den Gipfeln
    seiner selbst blickt er hinauf,
    den Kampf mit seiner Unterwelt,
    nimmt er gelassen auf.

    Wer Schmetterlinge lachen hört,
    der weiß wie Wolken schmecken,
    der wird im Mondschein,
    ungestört von Furcht,
    die Nacht entdecken.

    Der mit sich selbst in Frieden lebt,
    der wird genauso sterben,
    und ist selbst dann lebendiger,
    als alle seine Erben.

    Carlo Karges

    ******************************************

    Einen schönen, erfrischenden Regentag wünsche ich allen!

  23. Moria sagt:

    FELIX
    Nach Steinlaus ist es immer schwierig etwas anzubringen……Danke Steinlaus fuer die beeindruckenden Zitate und Gedichte!
    Dein letztes Posting hat auch mich sehr beruehrt. Darauf stellten sich mir einige Fragen:
    Fordert nicht jeder Moment, jedes Lebensalter, jeder Umstand, jede Situation, jeder Ort und jede Situation, in welcher man sich befindet, ein ganz bestimmtes Verhalten? Und macht die entsprechende Haltung darauf nicht den eigentlichen Lebenssinn aus?
    Ich wuensche Dir alles Gute…..!

  24. Felix sagt:

    Steinlaus

    Ganz herzlichen Dank für deine dichterisch denkenden Winke, – weisen dorthin, wo das Wort gebricht – wo wir erfahren: ein Zeichen sind wir, deutungslos.

    Moria

    Wieviel Ahnen und wie wenig Wissen lässt uns entscheiden, grad dort, wo wir im Blick zurück die entscheidenden Wegmarken auf unserem Weg gesetzt haben, als ob ein Geschick uns durchwaltet, uns durchwest.

    Dabei möchte ich noch auf einen Unterschied hinweisen, den das Wort Sinn enthält. Vielleicht ist dir dieser Unterschied bekannt, vielleicht aber auch nicht, er ist aber ausschlaggebend um zu verstehen, was mit dem “Sinn des Lebens” und was mit dem “Sinn von Sein” gemeint ist. Der Sinn des Lebens soll uns die Frage beantworten, warum oder wozu oder woraufhin wir leben; der Sinn von Sein aber, wie oben angedeutet, soll die Frage beantworten, wovonher oder woraufhin verstehe ich Sein. Das, wovonher in “Sein und Zeit” Sein verstanden wird, ist Zeit. Das eine meint also das Woraufhin des Lebens, das andere das Woraufhin des Verstehens.

    Wovonher verstehe ich zB Haus, ich verstehe es als etwas, das ist. Das “Etwas-sein” gibt mir den Hintergrund von dem her ich ein Haus verstehe, vereinfacht ausgedrückt. Aber wovonher verstehe ich nun dieses “Etwas-sein”? Vom Verstehen von Sein her verstehe ich das “Etwas-sein”. Aber nun, wovonher verstehe ich Sein? – Ich muss es doch von einem Hintergrund her als das verstehen, was es bedeutet, “Sein”. Also haben wir ein etwas, was ist, ein Seiendes, wenn man so sagen will, und wir haben ein “etwas”, ein Sein, von dem her erst so etwas vertanden werden kann, was das sei, ein “Etwas-sein” oder eben ein Seiendes. Und schon haben wir da zum einen Seiendes und zum anderen Sein, und wir stehen sozusagen wie selbstverständlich bei diesem Verstehen in einer “Differenz” von einerseits Seiendem und andererseits Sein. Denn, wenn wir verstehen wollen, was Sein bedeutet, von dem her wir erst etwas als Seiendes verstehen können, muss dieses Sein als ein von Seindem Unterschiedenes verstanden werden können und nicht etwa wieder als etwas, was ist, als ein Seiendes.

    Ich hoffe, ich habe dich nicht ganz durcheinandergebracht, aber mit dieser Problematik des Verstehens von Sein befinden wir uns in der Kernzone Heideggerschen Denkens.

    🙂 Gute Nacht Moria
    🙂 Gute Nacht Steinlaus

  25. Anna sagt:

    @ Felix

    Für Ihre Antwort, die meine Hoffnungen/Erwartungen übertrifft, danke ich Ihnen. Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich mir für meine Antwort etwas Zeit nehmen muss.

    Ich weiss nicht, ob Ihnen bewusst ist, wie viel von Levinas’ Denken in Ihrem “Vorwort” enthalten ist… Ist es doch die Begegnung mit Ihrer Mutter und der Frau (Levinas hätte gesagt: das Anlitz), welche am Wendepunkt stehen.

    Zu Ihren Ausführungen zu Heidegger habe ich mehrere Fragen, vieles muss ich mir nochmals in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, doch zwei Fragen kann ich bereits formuieren:
    – Wenn Heidegger von “Andenken” schreibt, ist damit etwas ähnliches gemeint wie “aneignen”? (“sich etwas denkend aneignen”?)
    – Weiter würde mich interessieren, ob die Beziehung des Menschen zu einem Ding, einer Pflanze,einem Tier und einem anderen Menschen gemäss Heidegger qualitativ jeweils die gleiche Art von Beziehungen ist?

    Sie merken, ich habe eine Vorstellung von Heideggers Denken, die ich mir via Levinas gemacht habe, und ich weiss nicht, wie weit diese Vorstellung (un)zutreffend ist.

    Auf das Thema Gewalt und das Thema Ethk werde ich noch zurückkommen, dazu habe ich mehrere Bemerkungen und auch weitere Fragen.

    Dass Heidegger Liebesgedichte verfasst, hätte ich nicht erwartet, Ihr “nightcap” hat mich deshalb sehr überrascht 🙂

    Also für den Moment einmal “Danke”.

  26. Moria sagt:

    FELIX
    Schon noch verwirrend, Felix, Deine Ausfuehrungen, aber da dieses Sein und erst recht das Seiende fuer mich sowieso schwer erkennbare und fast unloesbare Geheimnisse sind, nicht weiter erstaunlich.
    Jedenfalls solange ich das Sein erlebe….. und es mich packt…., stoert es mich nicht weiter, dessen Geheimnis nicht loesen zu koennen.
    Sind wir nicht ueberhaupt nicht gleichzeitig Betrachter und Protagonisten in der grossen ‚Tragoedie/Komoedie’ des Seins?
    Eine letzte Frage: bist Du gerne, derjenige, der du bist oder waerst Du lieber derjenige, den Du sein moechtest?
    Schoenen Tag!

  27. vietcong sagt:

    @ mawi

    “1. bi eus uf em Hof”
    ja weisch als stätter ohni auto wird das mit dere fleisch-vom-land-hole echli schwierig… chan me bi eu au übers internet würscht bstelle? chaschs mer denn ime kuvert schicke 🙂

    “2. Du losisch ja au so satanischi musig, oder?”
    genau, darum isch gentech voll geil! 😀

    “3. Bini. Ziehmli… sowit wien ichs cha beiflusse uf jede Fall. Nur Gras und Heu. Ohni Impfig und mit Hörner. Mindeschtens dHörner müesstet Dir doch Idruck mache, oder?”
    aso gras tönt scho mal sehr guet aber vor hörner hani angst. da het doch grad hüt oder gester e chue e rentnerin uf d hörner gno… eini vo eu?

    @ Vietcong

    danke für den link, wusst ich doch, dass jesus eine frau war!

    “Bist Du immer noch an Gefolginnen (was sind Mitverfolgerinnen?) interessiert?”

    also an gefolginnen bin ich immer interessiert, weil meine sex-sekte sollte mal langsam in fahrt kommen.

  28. vietcong sagt:

    @ moria

    sorry das ging natürlich an dich, nicht an mich selbst:

    danke für den link, wusst ich doch, dass jesus eine frau war!

    “Bist Du immer noch an Gefolginnen (was sind Mitverfolgerinnen?) interessiert?”

    also an gefolginnen bin ich immer interessiert, weil meine sex-sekte sollte mal langsam in fahrt kommen.

  29. Felix sagt:

    Moria

    Ich bin gern ich selbst, ungern nicht ich selbst. 🙂

  30. Felix sagt:

    Anna

    Das war ein Ausschnitt aus eine Gedicht von Hebel.

    Denken Sie einmal selber darüber nach, was für Sie Andenken heisst. An etwas denken heisst Sich erinnern….

    Heidegger unterscheidet klar. Zuhandenes von Vorhandenem, und Dasein ist immer ein Mitsein “in der Welt”, Tiere und Pflanzen nennt er darum weltarm.

  31. Moria sagt:

    @ Diskreter, verdankenswerter FANATISMUS IST VERLERNBAR
    Cc Suermel:

    Sehr interessanter Artikel > danke! Er zeigt, um aufzubauen gibt es viele Moeglichkeiten, um zu zerstoeren, nur eine!

  32. ... sagt:

    kennen Sie Merlin?

    Für, die, die googeln: Koch-Mehrin 😉

  33. ... sagt:

    Fanatismus-Artikel war von Zeitleserin…

  34. ... sagt:

    @ verlernberer Fanatismus

    bin fanatischer Gartenfreund

    das Wirken in meinem Garten gehört z.Zt. zum Lebenserhalt, wichtigstem ” Inhalt” und Meistlebensfreudespendendem …ist eben Therapie. hingegenkann ich auf “Gesprächstherapie” in meinem Alter gut verzichten…

    war in meinem Studium vor über 35 Jahren angetan von “Bionik”-Inhalten…hieß damals “Experimentelle Umweltgestaltung”, heute in den Abteilungen Biologie-Technik-Architektur usw…

    klar brauchen wir An-Stifter…Anstifter auch zu “Staats-und Gesellschaftsfeinden” (Beschämend, was sich das Bundes-Sozialgericht gerade wieder gegen Pflege-Klagende geleistet hat!!!) …Zellen für “Frauen-Reflexions-Treffen”…uvam..

    PS
    ob, und wie und wann und wo die Namen Mittelsten Scheid und Birkenstock(Sennlaub-Story) in irgendeiner Weise vielleicht zusammen hängen könnten , das rauszufinden bleibt dem Forscher überlassen…

    😉

  35. Gartenfreund sagt:

    von der Natur gelernt: wir wohnen nun 2-häusig

    und der Zierapfel Evereste ist Gott gleich nahezu ein Allesbefruchter

  36. Emeli sagt:

    Morgen im Schweizer Fernsehen Club. Burkaverbot. Frau Illi wird wohl ihren Niqab tragen. 3 gegen ein Verbot eine dafür.
    Das ist wieder mal eine linke Zusammensetzung die Furore machen wird.

  37. Nicht nur Fanatismus ist förderbar, auch Kriminalität ist förderbar.
    Ich nenne letzteres das legale Schwerverbrechen. Wie wäre es, wenn man zuerest mit dem aufhören würde.

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