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Christen missionieren islamische Flüchtlinge

Hugo Stamm am Samstag den 28. November 2015
Dem richtigen Gott nahe: Zeugen Jehovas im Zürcher Hallenstadion. (Bild: Steffen Schmidt/Keystone)

Dem richtigen Gott nahe: Zeugen Jehovas im Zürcher Hallenstadion. (Bild: Steffen Schmidt/Keystone)

Terror, kriegerische Auseinandersetzungen, Vertreibungen, Flüchtlingsströme aus dem Nahen und Mittleren Osten und aus Nordafrika: Die apokalyptischen Warnsignale könnten kaum dramatischer sein. So überrascht es nicht, dass das Endzeitfieber in radikalen esoterischen Gruppen und christlichen Gemeinschaften steigt. Die Johannes-Offenbarung, das letzte Buch der Bibel, kündigt die Vorzeichen der Endzeit mit Schreckensbildern an, die an die aktuelle Weltlage erinnern.

Die Flüchtlingsströme aus den islamischen Ländern lösen bei vielen Freikirchen einen zweiten Reflex aus, den Missionsdrang. Da ihr Verhältnis zum Islam gespalten ist und sie in radikalen Staaten verfolgt werden, sehen sie in der aktuellen Situation ihre grosse Chance: Sie müssen ihr Leben nicht mehr im Feindesland aufs Spiel setzen, sondern können die entwurzelten Flüchtlinge hierzulande abholen, sie betreuen und ihnen Jesus schmackhaft machen.

Tatsächlich glauben viele radikale Christen, die internationalen Konflikte seien ganz im Sinne Gottes, denn nun könnten viele verirrte islamische Seelen vor der anbrechenden Endzeit gerettet und dem richtigen Gott zugeführt werden. Dieser Auftrag, in der Bibel explizit festgehalten, hat in apokalyptischen Zeiten eine besondere Bedeutung.

Besonders auch für Zeugen Jehovas der Wachtturmgesellschaft. Sie sind Missionsprofis und haben ein Merkblatt für ihre Brüder und Schwestern herausgegeben. Dieses enthält klare Anweisungen zur Missionierung von Flüchtlingen. So heisst es unter anderem, man solle vor einer Asylunterkunft mit einem Missionsplakat auf und ab gehen, um Flüchtlinge kennen zu lernen. Sinn und Zweck zeigen sich bei der nächsten Empfehlung: «Am besten kommt man an dem Aufsichtspersonal vorbei, wenn man sagen kann, dass man von einem Bewohner direkt eingeladen sei.» Sind die Zeugen Jehovas erst einmal ins Territorium der Heiden eingedrungen, können sie ihre Missionskünste ungehindert anwenden.

In evangelikalen und charismatischen Freikirchen sind die Meinungen bezüglich der Missionierung von Flüchtlingen gespalten. Die freikirchlich ausgerichtete Zeitschrift «Spektrum» fragte deshalb kürzlich: «Gilt der Missionsbefehl Jesu eigentlich auch für Muslime, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen?» Die meisten Leitungsgremien der evangelischen Kirchen, vergleichbar mit unserer Landeskirche, raten zur Zurückhaltung.

Für viele Freikirchen ist der Missionsauftrag aber ein so zentraler Glaubenspfeiler, dass sie keine Ausnahmen kennen. Viele Gläubige befürchten, sündig zu werden, wenn sie die Rekrutierung von Ungläubigen vernachlässigen.

Schwester Rosmarie Götz, Diakonisse der landeskirchlichen Gemeinschaft «Haus Gotteshilfe» in Berlin, lässt sich von sozialen oder politischen Bedenken nicht beirren und hält stramm an der religiösen Prämisse fest: «Natürlich ist die Missionierung die wichtigste Aufgabe. Wozu sonst schickt uns Gott die Flüchtlinge hierher?», erklärt sie. Solche Haltungen stehen oft am Anfang von religiösen Konflikten. Auch im 21. Jahrhundert.

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166 Kommentare zu “Christen missionieren islamische Flüchtlinge”

  1. Micha Wyss sagt:

    An jenem Tag, wenn wir alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssen, werdet ihr uns verfluchen dafür das wir nicht mehr missioniert und euch nicht eindringlicher gewarnt haben vor diesem schrecklichen Tag.
    Wir werden euch hoffentlich antworten können, das wir euch mehr als genug gewarnt haben, aber ihr nicht hören wolltet.

  2. Alienus sagt:

    @santiago matam….junior

    Sehr geehrter Herr Maurentöter.

    Wer in einen öffentlichen Wald hinein schreit muss auch mit einem öffentlichen Echo rechnen.

  3. andersen sagt:

    Nun, denn sind die Leute an der Pilgerreise angekommen und sie ist zur Ende…und sie fragt sich:
    “was tue ich jetzt? Und was kommt danach?”
    Voranschreiten oder Zurückgehen?

  4. andersen sagt:

    Wyss
    Ja, euer Herr ist “gerecht”.
    Ja, nach ihrer Ansicht soll man keine logischen Fragen stellen wie:
    Warum hat Gott, wenn er strikten Gehorsam gegenüber seine Gesetzen verlangte, die Möglichkeit eines Übertreten dieses Gesetze geschaffen?
    Weil Gott, so erklären Sie wahrscheinlich, wollte, dass ihr die “freie Wahl” habt.
    Doch was ist das für ein Wahlfreiheit, wenn die Entscheidung für die eine Sache die Verdammnis nach sich zieht?
    Wie kann es der “freie Wille” sein, wenn es gar nicht euer Wille ist, sondern der eines anderen, dem entsprochen werden muss?
    Die das lernen, machen aus Gott einen Heuchler.
    Was wäre denn, wenn ein Gott nicht angebetet werden will, nicht der euer Gehorsam brauchen und es nicht nötig ist, dass die Menschen ihm dient?
    In der Angst wurzelnde Gedanken produziert ein Art von Manifestation, in der Liebe wurzelnde Gedanken eine andere.

  5. andersen sagt:

    Hugo Stamm

    Die Leute, die die Flüchtlinge missionieren wollen, sind üble Hetzer.
    Ein Schulkollege von mir, konvertierten zum Zeugens Jehova und begann von 2 Jahren Selbstmord.

  6. anakin skywalker sagt:

    An die Atheisten es wir auch von dieser Naturreligion immer wieder Missioniert. Ob im TV (Evolutionsfilme) oder in der Schule, Studium (Evolution) unterrichtet. Alle Linke Parteien (Kommunisten), etc.

  7. Ueli sagt:

    @Micha Wyss
    Ein Gott, der seine Kreaturen in die ewigen Höllenstrafen schicken würde, nur deswegen weil sie nicht an ihn zu Lebzeiten glaubten – wäre kein gerechter Gott, sondern ein tyrannisches Scheusal, dass sich an unserer Unwissenheit (niemand weiss ob er existiert) ergötzte. Für Sie ist ihr Glaube wohl eine seltsame Rückversicherung für ihren Platz im Himmel – dann hoffen wir mal, dass Sie mit der “richtigen Gesellschaft” einen Vertrag abgeschlossen haben.

  8. Ueli sagt:

    @anakin skywalker
    Weder die Evolutionstheorie, noch der Marxismus haben es nötig eine “Mission” wie die Christen zu betreiben. Wieso? Weil beide Geschichten mit höchst rationalen Argumenten verteidigt werden können.

  9. anakin skywalker sagt:

    @ Ueli
    Ach ja was Sie nicht sagen! Die Kommunisten habe eine Mission. (Die Internationale) Lieber Atheist gehe in den Zürcher ZOO und schau Dir mal deine Verwandten an, die hinter Gitter sitzen und nicht in Freiheit leben. Nichts macht Ihr für diese Tiere.

  10. Ueli sagt:

    @anakin skywalker
    Ich habe nichts dagegen, dass der Zürcher Zoo dicht macht. – Bevor die Tiere befreit werden können, müssen aber zuerst die Menschen (vor allem in ihren Köpfen) befreit werden. Und was steht in deiner Bibel lieber Anakin: “Macht euch die Erde untertan!” – und Sie kommen mir mit den armen Tieren im Zürcher Zoo. Soll das ein Witz sein…?

  11. anakin skywalker sagt:

    @Ueli
    Falsche Antwort, schon gedacht! Lieber Ueli bekennen musst Du dich zu deinen Verwandten. Nicht Abweichen.
    “Macht euch die Erde untertan!” und Ihr habt die Aufgabe zur Schöpfung zu schauen. Aber leider ist das Bodenpersonal zu schwach!

  12. Ueli sagt:

    @anakin skywalker@wyss
    Bei fundamentalistischen Christen fällt mir immer wieder die vollkommen übertriebene Sicherheit auf, mit der die höchst ungewisse Existenz von diesem Gott kaschiert werden soll. Nirgendwo sonst findet man so viel Überheblichkeit, Selbstgerechtigkeit und Resistenz gegenüber rationalen Argumenten. Wie einfach – man stellt sich hin und sagt “ich glaube an dies und das und deswegen muss es wahr sein, da ich ja daran glaube und aus die Maus”. Bei den total durchgeknallten kommen dann noch irgendwelche apokalyptischen Vernichtungswünsche und Höllenphantasien für alle Ungläubigen dazu – dies ist dann nur noch blanker Faschismus, der mit realer politischer Macht ausgestattet höchst gefährlich für die Menschheit sein kann.

  13. anakin skywalker sagt:

    @Ueli
    Aber sachte meiner Lieber! Immer noch nicht hast Du dich zu deinem Verwandten hier bekennt! Ihr Atheisten kriecht vor jedem der Stärke zeigt. Lieber Ueli es hat mir Freunde bereitet mit Dir hier zu diskutieren. In Love

  14. Willi Schweizer sagt:

    Ich befürchte nur, dass die wenigen erfolgreichen Missionierungen nicht ausreichen werden um die Islamisierung der Schweiz und anderer europäischer Länder zu stoppen. Trotzdem, ein vernünftiger Beitrag zur Assimilation der Einwanderer.

  15. Ueli sagt:

    @anakin Skywalker
    Sach mal Anakin – ist dein Vater auch Darth Vader? Wenn hier überhaupt jemand seit Jahrhunderten und Jahrtausenden vor den Mächtigen zu Kreuze gekrochen ist – waren dass wohl unsere Damen und Herren Christen. Der Protestantismus konnte sich u.a. nur deswegen überhaupt etablieren, da Luther und co. den mächtigen Herren maximalen Gehorsam schwor – von den Katholiken und ihren korrupten Päpsten müssen wir schon überhaupt nicht sprechen.
    Wenn ein paar Christen sich für die Schwachen tatsächlich mal einsetzten wurden Sie als Häretiker auf den nächsten Scheiterhaufen geschmissen und schon war die Sache gegessen. Übrigens: Auch Luther hatte kein Problem mit der Inquisititon und glaubte selber an Hexen und Dämonen. Diesem Wahn sind dann nur paar Hunderttausend Menschen (vor allem Frauen) zum Opfer gefallen…

  16. Ueli sagt:

    @Willi Schweizer
    Sind Sie der “Schwizzer Taliban”?

  17. andersen sagt:

    Nun, Herr Willi Schweizer

    Es wird in Europa kein Islamisierung geben, weil alle Gesetze schon Vorhanden ist.
    Integration ist Zielführend als Angstkampagnen.
    Und Interessanterweise hat die Menschen am meisten dort Angst, wo es keine Muslime hat.

    Und jetzt Ueli, who cares, was im Mittelalter war.
    Aber Sie haben Recht, Aberglaube hat immer die Kirchenvertreter zum Weissglut getrieben.
    Martin Luther hat nicht an Hexen und Dämonen geglaubt, sondern an Gott.

  18. Ueli sagt:

    @anakin Skywalker
    Übrigens: die Blutspur unserer sogenannten “Christenheit” zieht sich bis in die Neuzeit. Man unterstützte “tapfer” den Faschismus von Mussolini und Hitler (man betrieb in Kroatien sogar Konzentrationslager und in Deutschland war man an vorderster Front bei der Vernichtung von “lebensunwerten Leben” dabei), man unterstütze die Amerikaner und ihre Kriegsverbrechen in Vietnam, Südamerika und im Nahen Osten. Man führte moralingetränkte Hetzjagden gegen ungezählte Minderheiten – von Homosexuellen bis Frauen, die keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr betreiben wollten und liess sich auf dreckige Machtspielchen von ungezählten Diktaturen ein. Alles im Namen von “Nächstenliebe” und “Gott”…

  19. Ueli sagt:

    @andersen
    1. Die Inquisition fand nicht im Mittelalter statt, sondern ab dem 16. Jahrhundert – die letzte Hexe wurde in der Schweiz im 19. Jahrhundert verbrannt.
    2. Oben dürfen Sie sich noch ein paar weitere Verbrechen zu Gemüte führen – falls die Millionen Toten vor dem 20. Jahrhundert noch “zu wenig” sind.

  20. andersen sagt:

    Ja,ja Ueli.

    Wenn Sie Religionsunterricht bekommen haben, wusste Sie wer Bertol Brecht und Dieter Bonhofer war.
    Machen Sie die Menschen nicht zum religiösen Analphabeten.

  21. Ueli sagt:

    @andersen
    Martin Luther hat die Inquisition nicht nur akzeptiert, sondern mit seiner “Hexenpredigt” sogar angeheizt. Gehen Sie auf Wikipedia und dann “Hexenverfolgung”.

  22. Ueli sagt:

    @andersen
    Luthers Predigt vom 26. Mai 1526, WA 16, 551f.:
    “Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird….”

  23. Ueli sagt:

    @andersen
    Brecht war Atheist Frau Andersen…

  24. andersen sagt:

    @Ueli

    Ich habe nicht geschrieben, dass man verleugnen darf.
    Aber Sie können Sie sich als Hexe an der Fasnacht verkleiden oder Sie können auf der Stirn “Ich bin Atheist” ein Tattoo machen.
    Ist das nicht fantastisch?

    Humor ist wenn man trotzdem lacht
    (von wem das Zitat stammt, wissen Sie ja).

  25. andersen sagt:

    @Ueli

    Ich weiss, was Brecht war.
    Nun, sind Sie jetzt in 2015 angekommen?
    Sonst verpassen Sie der schönste Zeit ihres Leben.

  26. Ueli sagt:

    @andersen
    Wenn ich über so ernste Dinge spreche – ist mir nicht nach “Humor” Frau Andersen. Es ist eine Sache es nicht besser zu wissen – eine andere ist es “wissentlich und willentlich” zu lügen und die Geschichte der Christenheit zu verklären. Sie sagten, dass Luther nicht an Hexen und Dämonen glaubte und mit der Inquisition nichts zu schaffen hatte – ich gebe Ihnen dann eine Originalpredigt von Luther mit allen Angaben zurück, die Sie sich jederzeit in 1 Minute zu Gemüte führen können. Was hält Sie davon ab sich auch mal mit den dunklen Seiten ihrer Religion und dessen Gründerväter zu beschäftigen? Angst vor der Wahrheit?

  27. Beat Reuteler sagt:

    Statt sich darüber zu streiten ob unter Flüchtlingen missioniert werden dürfe oder soll, wäre es viel sinnvoller dass man die Bildung im Sinne von Grundlagenwissen über die westliche Kultur systematisch von behördlicher Seite unterstützt würde. Dies ist ein enorm wichtiger Teil zum verhindern der Ghettobildung von Anfang an.
    Das zu unterlassen ist es zumindest zu einem Teil was in Belgien und Frankreich zur Bildung der unsäglichen Banlieus geführt hat die heute fast niemend mehr in den Griff bekommt.

  28. Ueli sagt:

    @Beat Reuteler
    Grundlagenwissen über die westliche Kultur wäre auch für uns angebracht – wie ich wieder mal aus den letzten Blogkommentaren lesen durfte.
    Um bei Luther zu bleiben: Hetze gegen aufständische Bauern, die auf sein Geheiss von den weltlichen Herren zu Hunderttausenden den Tod gefunden haben, antisemitische Hetztiraden, die an Hitler erinnern (der freilich ein grosser Fan von Luther war), Aufruf zum Massenmord an den Türken, Aufruf zum Mord an Wucherern, Ehebrechern, Prostituierten, Widerteufern, Atheisten, “Hexen” u.s.w.

  29. andersen sagt:

    Ueli

    Setzten Sie sich in der Lage von ein Flüchtling, die Menschen hat in der eigene Heimat Fremdenfeindlichkeit erlebt und Sie kommen hier mit schlecht Reden von ein olle Luther, die überhaupt nicht mit der heutige Zeit zu tun hat und niemand interessiert es mehr, weil die Menschen kennen der Verhältnis zur der eigene Kultur.
    Und selbst in der Christentum ist es, wie in der arabische Kultur vielfältig.
    Sie kommen mich vor wie Herr Thiel und der Hamad Adel Salam, dass alles nur zum Fürchten ist.
    Beide Seiten wird von Ängsten so aufgewühlt, dass ein Dialog gestoppt wird.

    Es gibt auch ein Satz von Luther:
    Wenn ich predige, muss ich mich nicht wehren, habe ich keine Messer in mein Hand, sondern nur in der Tasche, wenn ich alleine unterwegs bin.

    So, die Behörden können die Flüchtlinge besser integrieren, als Sekten.

  30. Pasionaria sagt:

    santiago matam….junior sagt:
    1. Dezember 2015 um 08:23
    ……Sie kommen nicht darum herum, in aller frei_uebersetzerischen Naechstenliebe, “Maurenkiller” genannt zu werden.

    Im Anschluss an Ali….sind Sie sich unterdessen bewusst, dass Sie an einem oeffentlichen, religionsneutralen Blog teilnehmen? Moechten Sie nicht doch einen eigenen religions- und kulturverblendeten Blog gruenden: mit einem Autoren und ev. einem User?
    Sie sprechen oftmals, selbstverstaendlich abschaetzig ueber ‘Unglaeubige’, wen zaehlen Sie alles darunter, bitte detaillieren?

    Dann kann ich nur mein letztes Posting wiederholen, da Sie diesem, in diesem oeffentlichen Blog, immer noch nicht Folge geleistet haben:
    Nicht erfuellte Ansprueche an die sog. matamorische christliche Naechstenliebe und freidenkerischer Selbstverstaendlichkeiten:
    – nicht Nachkommen einer Wette, auch Angebot betitelt, was ebenso als Bruder der Luege gilt!
    – dem in Not befindlichen Mitmenschen Hilfe gewaehren, UNABHAENGIG seiner Religion, seines Geschlechts etc.
    Steht in der Bibel nicht etwas entsprechendes ?
    Fazit: zuerst reize man die christliche Naechstenliebe aus, bevor man andere Glaubensgemeinschaften dahingehend (zurecht) an den Pranger stellt.-
    Um Stellungnahme wird gebeten.

  31. Ueli sagt:

    @andersen
    Der “olle Luther” war nun mal der Gründer ihres Protestantismus Frau Andersen. Es sollte Sie also sehr wohl kümmern was dieser Hetzer alles so gepredigt hat – vor allem da sein furchtbares Vermächtnis bis in unsere Zeit hineinragt:
    “Luther war ein grosser Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; Sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.” (Hitler)

  32. Ueli sagt:

    @andersen
    Es ist ein riesen Skandal, dass heute in Deutschland tausende Strassen und Plätze nach diesem Unmenschen (der die Lehre von Jesus mit Füssen getreten hat) benannt sind. Ich empfinde es blanken Hohn wenn Lutherjahre ausgerufen werden und man sich nicht entblödet diesen Menschen noch als “grössten Deutschen aller Zeiten” zu küren. Es ist mir ein Rätsel wie tausende Theologen und Millionen von Gläubigen ihre Augen immer noch vor den Taten und Irrlehren dieses Mannes schliessen können.

  33. andersen sagt:

    Ich verstehe Sie auch nicht, dass Sie der Karl Marx so gerne liesst, wenn Sie seinem Briefe an sein Sohn noch nicht gelesen
    hat.
    Weil Rekonstruktion braucht es nicht, sondern immer Reformation.
    Nun, Sie schreiben das er die Lehre von Jesus mit Füssen getreten hat, nun in der Bibel hat selbst die Jünger gegen Jesus protestiert und das ist eigentlich eine gute profilaxe gegen Sekten.
    Somit kam erst der eigene Denken im Vordergrund und nicht der Religion.

  34. Frederic sagt:

    @andersen 11:13
    Mit solchen Schuldzuweisungen sollte man vorsichtig sein. Es gibt immer ein “wegen” oder ein “obwohl” und bei Selbstmord ist es schwierig zu definieren.
    Selber habe ich einen Bruder (erhängt), einen Onkel (erschossen) und einen Arbeitskollegen (vor den Zug).
    Keiner von denen hat jemals etwas mit den Zeugen Jehovas zu tun gehabt. Das ist ein schwieriges Thema und eignet sich nicht für Schuldzuweisungen. Wer zu einer extremen Gruppe geht hat oft schon vorher Probleme gehabt, zumal es in der Schweiz niemals verboten ist, solche Gruppen wieder zu verlassen.

  35. Ueli sagt:

    @andersen
    1. Marx mag ein schlechter Vater seinem unehelichen Sohn gewesen sein (das bestreite ich nicht mal) – aber er war keine Bestie, die zum Genozid, Bauerntotschlagen, Türkentotschlagen, Prostituiertenmord, Ungläubigenmord, Ehebrechermord, Behindertenmord aufgerufen hat. Was wiegt wohl schwerer falls es ein Gericht am Ende aller Zeiten tatsächlich gibt?
    2. Luther hat nicht einfach ein bisschen “wie die Jünger” gegen Jesus protestiert (wie Sie das in guter Tradition noch verharmlosend darstellen) – sondern Mord und Todschlag gepredigt, ist mit seinen adligen Protektoren in Blut von tausenden Unschuldigen gewatet und meinte in seinem Wahn, dass er noch Gottes Wille erfülle.

  36. andersen sagt:

    @Frederic

    Mein Gott, was Sie erlebt haben, ist ja sehr tragisch.

    Ja, es ist in der Tat ein schwieriges Thema.
    Bei extremen Gruppen können die Menschen nicht einfach aussteigen.
    Auch das kritische Hinterfragen ist schwierig innerhalb von einer Gruppe, wo es kein demokratische Verhältnisse gibt.
    Dort bestimmen ein Rat, wie die Menschen funktionieren soll und man hat ein Gefühl, dass solche Gruppen desauthentisch sind.
    Ich habe Ihm in der Schule als ein aufgeschlossener Junge erlebt, seinem Vater war Leiter von unserem Jugendclub und sie wohnte lange auf Grönland, wo er Lehrer war.
    Der Vater plagt sich wegen Schuldgefühle, aber von der Zeugens Jehova hat er nicht Mal ein Beileidschreiben bekommen.

  37. Kristina sagt:

    @ Rodolfo 29. November 2015 um 10:03
    Meine Quintessenz nach 30 Jahren “Kulturkampf” ist folgende:
    Als Kinder hinterfragen wir die Dinge nicht. Wir nehmen sie einfach so hin, wie sie sind.

    Mir fällt bei diesen Erziehungsmethoden der Film mit der tollen Melodie ein. Ich glaube es ist Kung Fu Fighter. Ich denke an jenen aus den späten Siebzigern frühen Achtziger Jahre. Ich mache dann ab und zu den Kranich. Natürlich mehr schlecht als recht und es gibt immer viel zu Lachen.
    Die Tatsache der Suche nach optimalen Lebensbedingungen ist uralt. Kultur als zivilisatorische Errungenschaft einfach nur grandios. Wo eine Höhlenmalerei Wissen vermittelt und die Zeit in die Gegenwart trägt. Das Prisma das wir heute wahrnehmen doch einfach nur schön. Diese Kultur ist niemandem fremd. Die Zivilisation lebt von der Hermeneutik. Wie in anderen Bereichen beschrieben ist Regression quasi das Zurückbuchstabieren gemachter Erfahrung und gemachter Entwicklung kaum möglich, was nicht bedeutet dieser Vorgang könne verzögert oder eingefroren werden. Ja, das Wort des Jahres stammt aus dem Monat Januar. Was bedeutet das 2015? In einer vernetzten Welt?
    Die Menschen gehen trotzdem in die Demokratie. Also wenn der Prophet nicht zum Berg kommt. Kommt der Berg halt zum Propheten. Das ist Kultur. Trotz Paris. Trotz Klima. Was daran dann noch fremd sein soll. Jetzt verwerfe ich meine Hände.
    Und wo du mein lieber Rodolfo Kulturkampf verortest, habe ich das Schlachtfeld der Bildungslandschaft ausgemacht. Ein Thema das mit dem Begriff Jugend, und sind es nicht wenige junge Menschen, junge Familien die in die Demokratie drängen, herumwirbelt. Dieses Jungsein kannte vor der Moderne gar keine eigene Bezeichnung. Religiöse Kultur fundiert noch vor dieser Zeit. Einzelne Glaubensgemeinschaften haben Schritte getan diese geschätzte Lernzeit den jungen Menschen zurück zu geben. Einige Menschen, es sind nicht wenige, überlassen die Entscheidung der religiösen Kultur dem Menschen selbst. Da stecken viele zwischen Unter- und Überforderung fest. Die Messlatte immer höher. Ein Mittelweg ist schwierig. Da kämpfen wir nicht gegen oder für Kultur. Die Auseinandersetzung ist jene mit der Tradition. Jetzt werde ich ungehalten. Wieso hat der Primarschüler noch immer kein Tablet? Tradierterweise hält der Mensch an vermeintlich gesicherter Erfahrung fest. Dass die Missionare anno dazumal in der Fremde keinen Habitus als das Zeichen mit sich trugen und die Unglaublichkeit aus dem Meer gekommen zu sein zu Grössenwahn und Allmachtsfantasien führte ist hinlänglich bekannt. Was dieses Gebilde der religiösen Mission heute noch für einen Sinn macht ist mir schleierhaft. Warum diese Menschen gerne von der Idee der Demokratie missioniert werden und warum wir unsere jüngeren Generationen nicht mehr richtig technologisieren damit sie sich auch richtig selbst schlau machen dürfen. Weil sie dann die Demokratie die Menschenrechte die Freiheit suchen würden? Machen sie doch schon lange.

  38. Anfänger sagt:

    Christen missionieren muslimische Flüchtlinge.
    Ehemals muslimische Flüchtlinge missionieren Christen.

    Atheisten missionieren.

    James Bond ist auf einer Mission.

    Würden wir allen zuhören, wir wären längst verrückt.

    Und weil wir es tun, sind wir es.

    Franziskus, der olle Käppliträger, bringt es für einmal auf den Punkt: Die Menschheit verhält sich suizidal.

    Die Menschheit hat sich über.

    Wir töten uns.

    Trotz aller Wissenschaft, Kunst, Politik und Religion.

    Die Philosophie davon? Es gibt keine hörbare mehr. Keine sichtbare. Keine fühlbare. Keine denkenswerte.

    Der letzte Philosoph ist unter einer Brücke unerkannt verendet, wie ein Hund.

    Die Jugend ist im Fieber des letzten Aufbegehrens und schenkt niemandem, auch sich selbst nichts mehr.

    Sie täuscht Zukunft nur noch vor, weil no future auch altmodisch erscheint.

    Der Mensch hat sich eingeholt. Das Blut klebt an allen Händen. Man muss weitermachen. Als Programm, das sich als Fehlfunktion schon längst begriffen hat.

    Kein Entkommen! Nur den Mist weitertreiben in die Eskalation. Das ist das Credo der Zeit die der Menschheit noch bleibt.

  39. Michael Bamberger sagt:

    @ Micha Wyss

    Ideologien wie die Ihrigen, sind der Stoff, aus dem Insassen von Klapsmühlen ihre Nahrung holen.

  40. other sagt:

    Einmal mehr muss ich mich fragen, worum es Ihnen bei diesem Artikel wirklich geht Herr Stamm.
    Christen missionieren muslimische Flüchtlinge……na und? Wo ist das Problem? Was genau ist daran so verwerflich??
    Viele, wenn nicht sogar die meisten der muslimischen Flüchtlinge, stammen aus Ländern, in denen Religionsfreiheit leider ein Fremdwort ist. Nun da sie in einem christlichen Land leben (und ja, auch wenn sich viele Leute hier nicht als gläubige Menschen bezeichnen würden, so ist die Schweiz trotzdem nach wie vor ein Land, in dem sich die meisten Menschen, wenigstens dem Namen nach, als der christlichen Religion zugehörig bezeichnen), ist es doch nur recht, dass sie auch die Grundlagen des Christentums kennenlernen (ob die Zeugen Jehovas besonders geeignet sind ihnen diese Grundlagen zu übermitteln sei nun mal dahingestellt).
    Glauben darf schlussendlich jeder was er will und auch wenn sich einige tatsächlich vom Islam zum Christentum bekehren sollten, sehe ich nicht warum das Sie als Atheist (oder Agnostiker?) stören sollte.
    Einer Person die sowieso nicht an einen Gott glaubt, müsste es doch eigentlich grundsätzlich egal sein ob seine religiösen Mitmenschen an den Gott der Bibel oder an Allah glauben. Wenn schon, dann müsste man doch eher, Angesichts der Tatsache, dass zur Zeit viele unschuldige Menschen Opfer des “heiligen” Krieges einiger fanatischer Muslime werden, die Christen als das kleinere Übel betrachten.
    Oder wäre es Ihnen lieber wenn die muslimischen Flüchtlinge versuchen würden die Schweizer zu missionieren??
    So oder so, jeder Mensch mit irgend einer Überzeugung missioniert auf irgendeine Weise, bewusst (wie Sie Herr Stamm) oder unbewusst und das ist auch gut so, denn das gehört zur Religionsfreiheit.
    Die meisten Atheisten die ich kenne, sind in ihrem Eifer, andere von ihren Ansichten zu überzeugen, den Christen in keiner Weise nachgestellt!

  41. other sagt:

    Bin schon etwas müde…..der letzte Satz sollte so lauten: Die meisten Atheisten, die ich kenne, sind was ihren Eifer anbelangt, andere von ihren Ansichten zu überzeugen, den Christen in keiner Weise unterlegen.

  42. Ueli sagt:

    @other
    Sie behaupten eine Homogenität der Atheisten, die so in der Praxis überhaupt nicht vorhanden ist. Ein Atheist kann per definitionem nicht “missionieren”, da er an kein höheres Wesen glaubt, welches seiner Mission bedarf. Und ja – mir als Atheisten ist auch tatsächlich egal ob man / frau an diesen oder jenen Gott glaubt – nur darf man trotzdem noch hin und wieder aufs Unheil hinweisen, welches der Monotheismus von Nord bis Süd, von Ost bist West über die Völker brachte. Ob es nun die blutrünstigen Christen oder Muslime waren – spielt überhaupt keine Rolle.

  43. Ueli sagt:

    Interessant – seit einem Tag ist Ruhe im Karton und die selbsternannten Hüter von Recht und Ordnung aka “Fundi-Monotheisten” haben sich in die “wohlverdienten” Ferien verabschiedet. Jesus und Mohammed wären stolz auf euch – und wünschen “Happy Hanukkah”.

  44. Ueli sagt:

    Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, gewiss aber auch: nur ein Christ kann ein guter Atheist sein. (Ernst Bloch)
    In Vietnam, Irland und der Schweiz ging der Anteil der Personen, die sich selbst als religiös bezeichnen zwischen 2005 und 2012 um 23, 22, bzw. 21 % zurück.
    Schweden, als eines der atheistischsten Länder Europas, war gleichzeitig auch das grosszügigste Land Europas gegenüber Flüchtlingen.
    Was sagt uns das betreffend “Frohe Botschaft” in der Neuzeit?

  45. Rabbi Jussuf sagt:

    Ueli
    Schweden muss sich aber auch ganz fest selber an der Nase nehmen mit ihrer Freizügigkeit, denn die haben dort ganz gewaltige Probleme mit muslimischen Paralellgesellschaften.

  46. Rabbi Jussuf sagt:

    Was mir in den letzten Tagen wieder aufgefallen ist: Hier wird wieder wild durcheinandergemixt, was Flüchtlinge und konservative Muslime anbelangt.
    Es wird so getan, als wären die Flüchtlinge aus Syrien alles potentielle Terroristen.

    Wundert mich schon, dass da niemand Einspruch erhoben hat.

    Zumal praktisch alle Terroristen Leute mit europäischem Pass waren, also keine Flüchtlinge!
    Man kann sich ebenso gut an zwei Fingern abzählen, dass keine IS-Leute als Flüchtlinge getarnt nach Europa einreisen werden. Das ginge – und geht – viel einfacher und weniger riskant.
    Wenn überhaupt eine Gefahr diesbezüglich von den Flüchtlingen ausgeht, dann ist dies längerfristig zu sehen, nämlich, dass durch die grosse Anzahl es sehr leicht zu neuen Paralellgesellschaften kommen könnte, WENN man nicht jetzt schon etwas dagegen unternimmt.
    Eine Missionierung durch irgendwelche Fundichristen gehört da aber ganz sicher nicht dazu! Genauso müssen die konservativen muslimischen Verbände fern gehalten werden.

  47. Pasionaria sagt:

    Rabbi Jussuf
    Cc Ueli
    Dass Frei- resp. Grosszuegigkeit ausgenutzt werden kann, ist leider oftmals eine Begleiterscheinung. Ueli wollte mit seinem 21.39h wahrscheinlich nur ausdruecken, dass ein besonders atheistisch gepraegter Staat mehr Herz zeigt, resp. eine sog. ‘christliche’ Naechstenliebe lebt als andere vorwiegend christlich gepraegte Laender.
    Was daraus resultieren kann, steht auf einem andern ……Hadith.

  48. Ueli sagt:

    @Pasionaria
    Exakt. Aber ein Einspruch: Parallelgesellschaften sind vor allem in Frankreich, Belgien und England ein Problem – also den ehemaligen Grossmächten, die ihre Weltreiche verloren haben. Wie es zu dieser verfehtlen Politik kam steht auf einem anderen Blatt und müsste tiefer analysiert werden – dazu fehlt mir jetzt die Zeit. Aber bitte – ich lasse Ihnen den Vorrang und freue mich auf die Resultate ihrer Recherche.

  49. Solange sagt:

    @Rabbi Jussuf: Eine Missionierung durch irgendwelche Fundichristen gehört da aber ganz sicher nicht dazu! Genauso müssen die konservativen muslimischen Verbände fern gehalten werden.

    Man kann Asylsuchende nicht in Reservate sperren, wo alles von ihnen ferngehalten wird, was gesellschaftlich unerwünscht ist. Am besten man holt diese Menschen vorher ab mit vernünftigen Integrationsangeboten, bevor sie empfänglich für fragwürdige Gruppierungen werden.

  50. Ueli sagt:

    @Pasionaria
    Ein kurze Vermutung von mir: In England muss es irgendwie mit den nie wirklich überwundenen krassen Klassendifferenzen zu tun haben – dort orientiert sich das bessergestellte Mittlere und Grossbürgertum bis heute an einem dekadent gewordenen Hochadel, der mit dem gemeinen Volk so gut wie nie was zu schaffen hatte. In Frankreich spielen das Bildungsprivileg und der bürgerliche Verwaltungsadel eine entscheidende Rolle. Der Rassismus ist in beiden Ländern fundamental an die Klassenzugehörigkeit gekoppelt und entlädt sich ein bisschen anders als z.B. in der Schweiz oder Deutschland.