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Lichtarbeit mit göttlicher Sexualität

Hugo Stamm am Samstag den 10. Oktober 2015
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Das Zauberwort heisst Glaube: Ausschnitt aus dem Video «An alle Lichtarbeiter». (Bild: Screenshot Youtube/Gabriele Himmelsbotin)

Channeling und Lichtarbeit sind die Königsdisziplinen der Esoterik. Wer sich den beiden Methoden verschreibt, die zum höheren Selbst und zur Erleuchtung führen sollen, braucht viel Fantasie und den unbedingten Willen, den Lichtarbeitern und spirituellen Meistern Glauben zu schenken. Denn: Mit der gängigen Erfahrungswelt haben die beiden Disziplinen nichts zu tun. Die proklamierten Phänomene sind nicht plausibel und lassen sich schon gar nicht beweisen. Das Zauberwort heisst Glaube. Und Gläubige lassen sich von den versprochenen Wundern gern verzaubern.

Beim Channeling geht es um geistige Botschaften, die göttliche Geistwesen oder Avatare aus den jenseitigen oder kosmischen Sphären den medial begabten Esoterikern vermitteln. Einfach ausgedrückt: Menschen, die sich als medial begabte Meister verstehen, empfangen göttliche Botschaften. Also die letzten und unverrückbaren Weisheiten, die sie ihren Schülern oder Klienten weitergeben.

Komplizierter wird es beim Lichtkörper. Im kosmischen Licht sehen Esoteriker die göttliche Energie. Um diese zu nutzen, brauchen wir Menschen einen Lichtkörper. Durch Meditation und Kurse müssen wir uns transformieren und die Schwingungen erhöhen.

Das deutsche Medium Sabine Wolf formuliert es so: «Der Lichtkörperprozess ist die langsame, stufenweise Hochschaltung eures körperlichen Seins vom bindenden Magnetismus zur lösenden Elektrizität. Er ist die Wiederherstellung eurer geistigen Körper- und Lebensstruktur. In 12 Stufen wird das Netz nach Ablauf von 25 Jahren voll aktiviert sein. Dies ist der Lichtkörperprozess, der euch in kürzester Zeit in jene körperlich-geistige Freiheit zurückführt, die ihr in 12’000 Jahren verloren habt. Jede Lichtkörperstufe erhöht den kosmischen Strom im Erdmagnetgitter und aktiviert ein weiteres Kontingent eurer Zell- und DNS-Informationen sowie Gehirnkapazitäten – sie löst damit allerdings auch eine neue Heilkrise aus.» Im Porträt der Lichtarbeiterin heisst es: «Ab Juni 1995 erfährt Sabine Wolf erste bewusste Begegnungen mit Christus, einigen Erzengeln und Mutter Maria. Hier beginnt die persönliche Schulung durch geistige Wesenheiten.»

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Eine der bekanntesten Channeling-Spezialistinnen an der Arbeit: Cecilia Sifontes. (Bild: Screenshot Youtube/Cecilia Lightflow)

Eine der erfolgreichsten Channeling-Spezialistinnen ist das auch in der Schweiz tätige schwedische Orakel Cecilia Sifontes. Sie hat die Firma Lightflow Productions aufgebaut und erteilt weltweit ihre Seminare «Der neue Lichtkörper» – in diesem Jahr auch in China, Alaska, Südafrika, Zypern, Ägypten und Kasachstan. Sie selbst sieht sich als «ein ausserordentlich klarer spiritueller Kanal und eine hingegebene Lichtarbeiterin». Sie soll laufend neue Dimensionen erforschen, «um auf diese Art göttliche Qualitäten auf der Erde zu verankern, die Welt zu erleuchten und intergalaktische Kommunikation zu ermöglichen».

Diese Forschungsarbeiten haben erstaunliche Resultate erbracht, wie sie schreibt: «Diese kraftvollsten Lichtkammern wurden vor 4000 bis 5000 Jahren in Strukturen verborgen, welche Göttlichkeit abstossen. Sie wurden auf diese Weise verborgen, um die Manifestation des Planeten des Lichts zu verzögern, bis die Zeit reif sein würde. Jetzt haben wir schliesslich eine Ebene des Lichts im Erdgitter erreicht, die uns erlaubt, dieses wunderschöne Licht auf harmonische Weise freizusetzen. Mit grosser Aufregung werde ich dich in dieser Arbeit führen, welche im Herbst 2014 beginnen und im Frühjahr 2016 enden wird. Gemeinsam werden wir das Licht freisetzen, auf das die Menschheit gewartet hat.»

Unterstützt hat sie ein ausserirdisches Engelwesen namens Artee. Dieses besuchte Sifontes und überbrachte ihr die Botschaften des Lichts. Sie fasst es so zusammen: «Der Lichtkörper der Menschheit befindet sich im Moment in einem Prozess des Erwachens und der Aktivierung. Spirituelle Führer aus dem ganzen Multiversum rufen uns auf, zum Licht zu erwachen. Jeder Mensch besitzt einen Lichtkörper und es steht dir frei, unterschiedliches Licht in ihm aufzubauen, um spezifische Resultate damit zu erreichen. Der Neue Lichtkörper hält all die Frequenzen der Erleuchtung und Göttlichkeit, die für einen planetaren und individuellen Aufstieg ins Einssein nötig sind.»

Es überrascht nicht, dass der Aufstieg in die kosmischen Sphären nicht ohne Sex geht. Sifontes dazu: «Und das zeigt, dass du für die nächste Transformationsstufe bereit bist, für diese höchste Form an kreativer Energie, die göttliche Sexualität, welche in Zusammenarbeit der Quelle und der Seele der Menschheit erschaffen wird… Göttliche Sexualität ist eine sehr hohe Energie und hat das Potenzial, deinen Verstand vollständig zu transformieren und dich zu einem kreativeren Wesen zu machen. Sie verändert deine emotionalen Erfahrungen und hebt diese in die göttlichen Zustände des Seins an. Wenn du diese Energie in deinem Körper kanalisierst, wird dies viele Veränderungen bringen. Auf dem Gebiete der Sexualität wird sie deine Fähigkeit, während des Sex höhere Dimensionen zu erfahren, erhöhen.»

Wer das Seminar «Der neue Lichtkörper» besucht, muss einen Vertrag unterschreiben. Darin heisst es: «Ich verzichte auf alle Schadensansprüche, die sich auf meine Teilnahme am Seminar ‹Das Neue Lichtkörper-Jahresseminar 2015› beziehen, und entbinde Lightflow Productions AB, deren Mitarbeiter, Organisatoren, Lehrer und Gastredner von jeglicher Schadenshaftung.» In einem früheren Vertrag mussten die Kursteilnehmer unterschreiben, dass sie bereit seien, ihre alte Identität zu überwinden und quasi ein neues Wesen zu werden. Wörtlich: «Wenn du beginnst, mit dem neuen Lichtkörper zu arbeiten, dann gibt es kein Zurück mehr zu deiner alten Persönlichkeit, nur einen Weg nach vorn, um dein höheres Selbst auf der Erde zu werden. Ist dies dein Wunsch?» Im Vertrag wurde auch darauf hingewiesen, dass die Teilnehmer mit dem neuen Lichtkörper «eine Menge Spontanheilungen verursachen werden». Menschen würden allein dadurch geheilt, dass «sie in dein Energiefeld kommen».

Im aktuellen Vertrag werden die Seminarteilnehmer gewarnt: «Die Meditationen dieses Kurses können als ‹recht abgehoben› wahrgenommen werden. Daher ermutigen wir dich, nicht nur auf die Details dieser Reise zu fokussieren, sondern auch darauf, was in dir geschieht.» Das erinnert an die Warnungen auf den Zigarettenschachteln. Nur sterben die Seminarteilnehmer nicht, sondern verabschieden sich in die kosmischen Sphären und landen im Sektenreich.

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326 Kommentare zu “Lichtarbeit mit göttlicher Sexualität”

  1. hm sagt:

    @Alienus
    Ich weiss nicht welche Krankheit genau Sie im Auge haben, aber mein malus beschränkt sich nicht darauf, jenseits von
    all- und nichtssagendem Schweigen auf die höheren Ebenen der Erkenntnis führen zu wollen, wenn sich ausgehend von Yates-Paradigma mühelos ein Bogen zu Johann Valentin Andreae bishin zur Gründung der Royal Society schlagen lässt, um das Ganze mal in einem wissenschaftshistorischen Rahmen anzusiedeln.
    Funkstille hat aber sicher auch etwas mit Esoterik zu tun. Oder dann zumindest mit Äthertheorie. Find ich jetzt gar nicht so belanglos. Und wer die Belanglosigkeit des Seins immer noch nicht zu ertragen vermag, der kann sich ja ein Tarot legen, oder eine Patience, ganz im Sinne einer Ersatzhandlung, wie Sie meinen.
    Auf die Handlung bin ich aber gar nicht so gespannt – schon gar nicht einen halben Meter von einem Bildschirm entfernt.
    😉

  2. hm sagt:

    @Alienus
    Also, um weiter jenseits der Belanglosigkeit fortzufahren: Paradigmen und Paradigmenwechsel sind für die Wissenschaftsgechichte etwas höchst Spannendes. So liegt der Unterschied zwischen Protowissenschaft und anerkannter Wissenschaft nach Thomas Kuhn bloss im fehlenden, allgemein akzeptierten Paradigma. Und das lässt doch Wünschelrutengängern, Pendlern, Astrologen und last but not least auch den Memetikern wieder vieeel Raum, meinen Sie nicht?

  3. Börni sagt:

    @Alienus

    Habe nochmals alles reflektiert. Sie hatten recht, ich bin eine Mimose. Und weil Sie recht hatten wurde ich aggro. Das Bussi tut mir leid. Wolllte Sie nicht vollschleimen. Ich bin manchmal viel zu impulsiv. Es war auch nich bös gemeint im Grunde, weil ich Ihre Beiträge manchmal sehr schätze. Ich werde Sie nie mehr abschmatzen. Echt jetzt.

    Die Mimose
    Börni (der sich fürchtet von all dem was da noch kommen wird in dieser rechtpopulistischen, erbarmungslosen Welt von morgen, die auch nach meinem Herz giert, bloss weil es noch pumpt und pumpt und…)

  4. hm sagt:

    Vielleicht gibts morgen mehr davon.
    So long
    🙂

  5. Börni sagt:

    Im Grunde fürchte ich mich von hüben wie drüben, von rechts wie von links: Die einen installieren die braune Blocherwelt, die anderen leisten der Scharia Vorschub. Das alles ist sehr beengend und bewirkt echt arge Ängste bei mir. Eigentlich will ich nur arbeiten, ein bisserl lieb sein, essen, trinken Freunde treffen und dann im Alter mir gesund die Lampe füllen. Eigentlich eine einfache Geschichte, wenn es die Politik und die Religion nicht gäbe. Leider sind die beiden immer noch Hand in Hand so dominant. Das ist sehr traurig und quält mich sehr, auch weil ich mich so tief damit beschäftige. Ich habe auch den CS-Stellenabbau vorausgesehen. Nicht weil ich ein Hellseher bin. Sondern weil ich die Zusammenhänge verstehe. Es ist ein Fluch so klug zu sein. Ich will das nicht mehr. Ich werde wieder wöchentlich Jerry Cotton lesen. Und Westernheftli. Damals war ich viel fröhlicher. Und hatte auch besseren Appetit!

    Ich rate jedem und jeder auch zu dieser Strategie. Je mehr sich das Interesse gegenüber der Politik und Religion entzieht, desto besser wird die Welt. Blocher und alle möglichen Prediger können dann nur noch Maulaffen feilbieten. Sie werden dann wie wir zu niemand. Zu einem Niemand, der sich am Leben aber auch noch freuen kann.

  6. Pasionaria sagt:

    olé > o weh – hm
    diese erfreuliche Nickwandel war aber von kurzer Dauer! Warum denn, so kann man Ihre derart geist- und einfallsreichen, direkt gottbegnadeten Beitraege nachtraeglich nicht mehr nachschlagen!!!
    Nun aber werde ich dieses Thema nicht mehr aufnehmen, zu nebensaechlich. It’s up to you.

    “Als Intedant (gilt übrigens auch für P) gehören Sie ans Wiener Burgtheater.”
    Damit haben Sie aber zwei Fliegen auf einmal verpasst, mich dazu noch fast ‘beleidigt’.
    PG sehe ich eher als Intendant an einer Esoterikmesse, das Burgtheater waere zu anspruchsvoll – mich, von mir aus irgendwo, nur nicht in Oesterreich, Holland oder Daenemark! Ob ich mich dazu eignen wuerde, was ich eher bezweifle, steht auf einem anderen Blatt. Interessiere ich mich doch eher fuer Diagnosen, Therapien ueberlasse ich gerne anderen. Verhaelt sich bei mir eigentlich aehnlich in der Politik. Leider ist es sich z.Z. in der Schweiz eher umgekehrt….!

    “Der Reim verhilft dem Text primär mal zu Struktur. Deshalb soll man ihn sich (angeblich) auch besser merken können. Dann – als Liedtext – lässt sich ein Text aus Reimen musikallisch auch besser untermalen. Zudem arbeitet der gereimte Text auch mit Spanungsauf- und Spannungabbau, bspw. der Schnitzelbank.”
    Das kann ich gut und gerne unterstreichen, vorallem der letzte Satz. Bei mir ist es und war es schon immer so: verschlaegt es mir die Sprache, versuche ich mich mit ‘schuetteln’ oder reimen.
    Alienus scheint darin noch lockerer, praeziser und scharfkantiger drauf zu sein.
    Busch’s Verse, die Sie wiedergaben, wie stets von ihm, einfach nur extra Klasse.

  7. Pasionaria sagt:

    Boerni
    Angst ist ein schlechter Ratgeber. Das wissen Sie wohl auch. Vorallem muessen Sie aufpassen, dass Sie nicht noch Angst vor der Angst bekommen.
    Trotzdem begreife ich Sie irgendwie. Man kann teilweise mit den Entwicklungen auf dieser Erde schon der Resignation nahe sein.

    Dazu vergesse ich A. Schopenhauers Aussage niemals: Jede Nation spottet ueber die andern, und alle haben recht!

  8. Börni sagt:

    Pasionaria

    Dass es in allen “Nationen” dieser Welt viele Menschen gibt, die echt guten Willens sind bezweifle ich nicht. Aber keine einzige Regierung, keine einzige Religion darf heute noch als heilende Kraft verstanden werden. Politik und Religion wollen das Übel und die Wirtschaft reibt sich dabei die Hände. Diese drei sind keiner Erwähnung wert. Wirtschaft wird nur wieder gesund, wenn die Krankheiten Politik&Religion als die Tumore erkannt und entfernt werden, die sie sind.

    Anstelle soll die Wissenschaft treten und die Philosophie. Mehr braucht es nicht für Menschen, die gesund leben wollen. Solange wie möglich.

  9. Alienus sagt:

    @Börni vom 22.10.2015 um 17.44

    Ach Börni, es geht doch nicht um Ihren Schmatz (bitte nicht falsch auffassen!), sondern um ein ehemals grauenhaftes Erlebnis.

    Als sehr kleiner Bub durfte ich manchmal auf dem sehr alten, gutmütigen und lieben Bernhardiner meines Vaters reiten. Nun, doof wie ich schon damals war, hatte ich doch zu stark an seinen Ohren als Zügelersatz gezogen. Schwupps hat mich er runter geworfen, sein großes Maul aufgemacht, der Sabber floss nur so und sein etwas mit Mundgeruch behaftetes Maul auf mein Gesicht sanft gedrückt. Das Ende der Reiterei war nun angebrochen. Die allgemeine Zuneigung zu den Hunden auch.

    Ob dieser Erinnerung wollten Sie mir einen feuchten Schmatz geben und wurden sicherlich auch noch Bernhard getauft. Zu viel des Glückes…. und der Erinnerung.

    Habe in der Nacht vor dem Lagerschwund Ihrer Texte diese gefunden und natürlich gelesen, habe nachgedacht und vorsätzlich nicht geantwortet.

    Bin froh drum, denn sind wir nicht alle etwas Mimosen?

  10. Börni sagt:

    Pasionaria

    Danke für das kleine bisschen echtes Verständnis aus Ihrem Beitrag. Dieses gibt Kraft.

  11. Börni sagt:

    Hey Alienus

    Ich bedanke mich. Ich bedanke mich.

  12. Alienus sagt:

    @hm vom 22.10.2015 um 17.42

    Schwierige Frage, sehr schwierige Frage.

    Bin etwas in der Beantwortung befangen, weil ich trotz größter Affinität zu Wissenschaften und Technik trotzdem mich mit einigen äußerst seltsamen Gebieten der Para-, Dunkel-, Nicht-Wissenschaften sowie „New Age“ und Esoterik sowie „neureligiösem Tamtam“ beschäftigt habe.

    Mit den Wünschelrutenmutungen (hi, hi: Mutungen!!!) kann man die blinden Gläubigen und die hartnäckigen Gegner schon überraschen. Dabei lässt sich das Rutensystem technisch-physikalisch recht gut ableiten, erklären und anwenden. Man kannmit Übung und Erfahrung Kanäte, Rohre, Kabeln, Gruben, Fundamente, große Körper, historische Wandreste usw. uam. Natürlich Wasser und Verwerfungen finden.

    Der Saga nach sollen schon die römischen Genie-Truppen mit der Rute operiert haben. Nun, ich persönlich jedoch glaube, dass zuvor die indoeurop. Vorgermanen diese Ruten angewendet haben. Neben einem geschulten Auge ist die Rute in der geomantischen Anwendung durchaus brauchbar. Alte frühgerm. und römische Bauten weisen zumindest indirekt zu der Vermutung.

    Die Zausels, die mit falschen und nichterfüllbaren Versprechungen für teures Geld dummes Zeug diagnostizieren, wie Wasseradern als „Todespunkte der Krebsgenese“ usw. usf. Alles grandioser Quatsch. Nicht belegbar, suggestive Angstmacherei.

    Merke: Wer nichts weiss, muss alles glauben!

    Wenn dabei von besonderer Begabung gesprochen wird, muss man auch Quatsch sagen. Im Prinzip ist jeder Mensch befähigt, Rute zu laufen. Meine Erfahrung ist diese, dass bei meinen Probeversuchsläufen ca. 30 % der Probanden innert 2-bis 5 min, ca. 30 % bis 10 min und ca. 35 % bis zu einer Stunde es auch schaffen. Na ja, zumindest mit viel Ach und Krach. Ca. 5 % bleiben übrig, wo es wie überall keinen Sinn macht.

    Also ist es etwas gänzlich Normales am Vorgang dies Rutenmystik. Wer es nicht glaubt, nicht kann und an den unwissenschaftlichen Kram glaubt muss dann dafür teuer bezahlen.

    „Geheimwissen“ war schon immer teuer… und Unwissen, Dummheit und Irrglaube ebenso!

  13. Börni sagt:

    Steinlaus

    Ich hoffe sehr, dass bei Dir alles wieder rund läuft nach der OP.

    Ich hoffe, es ist nicht zuviel für Dich, wenn ich jetzt schreibe: Ich wollte immer das Beste für Dich.

    Immer. Lies es nochmal: Immer.

    Natürlich habe ich das total verkackt. Aber auch da wollte ich das Beste. Und das wünsche ich Dir auch heute: Das Beste.

    Lass Dich nie mehr entführen von solchen Pissnelken wie Pizy und mir. Und den anderen Arschlöchern.

    Das Beste ist Scheisse. Das Gute genügt. Und DIESES Gute soll pulsieren, ja atmen, wachsen, sein.
    Werden zum Besseren hin, besten Falls.

    Ganz ohne Vollidioten, die Dir irgendeinen komplett bescheuerten Weg weisen, der ihnen selbst nichts bringt.

    Du warst und bist stark genug, dies zu erkennen, auch wenn Du einmal Dich als Mimose fühlst. Ich fühle mich nur stark, wenn eines meiner Kinder sagt oder meine Frau: Börni, Du bist ganz okay. Oder wenn ich Wein trinke und mich als Wichtigtuer aufspiele vor Freunden.

    Aber eigentlich bin ich eine Mimose. Wenn ich mich zur Entfaltung bringe, bin ich ein sehr glücklicher Niemand, der bei anderen ein Lächeln weckt für zwei, drei Sekunden. Nicht mehr will ich sein.

    Auch für Dich, liebe Steinlaus.

    Gute Besserung
    Börni

  14. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Cc Boerni
    “…. denn sind wir nicht alle etwas Mimosen?”

    Das wuerde ich voll unterschreiben, nur sollten wir mit diesem Wissen nicht, wenn wir Fehler machen, zur Mimose mutieren, dagegen beim Entdecken von Fehlern bei andern zum unkontrolliert bruellenden Loewen werden. Davon gibt es nur allzu viele.

    Momentan passt Joachim Ringelnatz sehr gut in den Blog:

    Weil jeder sie so entzückend
    Grün und natürlich fand,
    Ging die große Mimose
    Von Hand zu Hand.

    Und ging und lebte, ward müde und schlief,
    Und ward herumgereicht.
    Und wünschte sich vielleicht – vielleicht! –
    Ganz tief,
    So unempfindlich zu sein
    Wie ein Stein.

    Und wie sie trotzdem wunderbar
    Organisch grün und wissend klar
    Gedieh,
    Umschwärmten, liebten, achteten sie
    Die Menschen und die Tiere,
    Merkten aber fast nie,
    Daß sie keine Rose,
    Daß sie eine große Mimose war.

  15. Pasionaria sagt:

    Steinlaus
    hoffentlich alles gut gelungen und schon auf dem Wege zur Besserung. Jetzt liegt viel Arbeit in der Reha vor Dir. Aber mit Aussicht auf Schmerzfreiheit, wirst Du es mit Dir so eigenen positiven Gedanken schaffen.
    Mach’s weiter gut.

  16. Börni sagt:

    Pasionaria

    Vielen Dank für das Gedicht!

    Was ich sehr an Dir schätze: Du erkennst die Menschen in der Essenz und willst sie nicht verändern. Zumindest ich fühle mich von Dir sehr gut verstanden, obwohl ich mir nicht selten selbst sehr skurill vorkomme. Aber Deine Art zu kommunizieren schubst mich oft wieder zurecht. Ich finde dann meine Mitte wieder. Danke, Pasionaria.

    PS: Nachdem die Löwin brüllte, bleibt dem Löwen meist nur noch ein Lächeln. Es ist die Zeit für starke Frauen wie Dich, Steinlaus, Olive, ja, Solange. Der Löwe schweigt und geniesst.

  17. steinlaus sagt:

    @ passionaria
    @ berni

    sorry, nur kleinbuchstaben… nur eine hand…

    herzlichen dank euch fuer alles. trotz komplikationen zu hause jetzt, schmerzen nicht schoen, op aber erfolgreich. wird zeit brauchen…

    schoenes wochenende!

  18. Berni sagt:

    Steinlaus
    Schönheit

    Die Schmerzen, gib sie mir.
    Die Freude lebe Mädchen, das Du nie sein durftest.

    Lebe.

    Freue Dich daran.

    Berni

  19. steinlaus sagt:

    @ berni

    danke berni

    oh ja, ich lebe
    ich lebe freier
    und das ist viel

    leider nur kurz
    mehr geht noch nicht

  20. solochrist sagt:

    @ steinlaus, 24. Oktober 2015 um 22:11

    ‘…leider nur kurz
    mehr geht noch nicht’

    guäti besserig lüüsli!

    dä solochrischt
    dänk immer gern a dich

  21. steinlaus sagt:

    @ solochrist

    danke vilmal und guet nacht

  22. Berni sagt:

    Steinlaus

    In der Kürze liegt die Würze.

    Hoffe sehr, dass Du gesundest und Dein ganzes Leben von Gesundheit, Freiheit und Schönheit durchdrungen ist. Machs gut, Steinlaus, nur gut. Das Gute ist bereits das Beste…

  23. Steinlaus sagt:

    berni

    oh ja, genau so

    vielen dank, das wuensche ich dir auch

  24. Berni sagt:

    Steinlaus

    Meine Grossmutter väterlicherseits, eine sehr edle Dame, geboren um 1880 rum, lyrisch sehr begabt, schrieb einmal:

    Wenn Du glaubst es geht nicht mehr
    Kommt von irgendwo ein Lichtlein her

    Ich habe dies heute erfahren dürfen und darum will ich Dir dieses Lichtlein weitergeben:

    Nur für Dich

  25. Berni sagt:

    Es war wohl eher 1895…

  26. Steinlaus sagt:

    berni

    danke, dass du dieses licht mit mir teilst

    es ist so gut, freier zu werden in diesem auf- und ab des lebens

    mit weniger angst die schatten zu duchwandern
    im sinne deiner grossmutter um das licht zu wissen

    war gestern notfallmässig beim arzt wegen komplikationen (ist heftig, aber keine sorge, kommt gut)
    fand nachher ebendieses licht und mein kleiner, ängstlicher blick
    wurde weit und mündete in einen wunderschönen herbst

    ich will aber nicht mehr verharren
    einzig im licht oder in der stärke –
    will des lebens bewegung annehmen