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«Der Mensch will Gott sein»

Hugo Stamm am Samstag den 26. September 2015
(Voltage Pictures)

Naturgesetze infrage gestellt? Jared Leto als Transvestit in «Dallas Buyers Club». (Voltage Pictures)

Bei der aktuellen Diskussion zur Gender-Frage steigt der Puls von konservativen Katholiken und Gläubigen von Freikirchen rasch. Sie sehen die Ordnung Gottes in Gefahr und befürchten, die Menschheit rutsche in eine Dekadenz ab, wenn jede Form der Geschlechtlichkeit als natürlich betrachtet werde. Was Katholiken und Freikirchler als bedrohlich einstufen, ist für viele Protestanten ein Akt der Gerechtigkeit. Positionen und Einschätzungen könnten kaum weiter auseinander liegen.

So haben bei der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Salzburg evangelische, orthodoxe und katholische Geistliche und Gläubige zum Widerstand gegen die Gender-Ideologie aufgerufen. In der «Salzburger-Erklärung» wehren sie sich dagegen, dass es neben Mann und Frau auch zahlreiche andere Formen geschlechtlicher Orientierung gebe. (www.ikbg.net)

Die religiöse Zeitschrift «Herder Korrespondenz» erklärt zum Genderismus, man rede «einer Vielfalt von Geschlechtern das Wort», in der es allein auf «persönliche sexuelle Orientierung» ankomme, die hetero-, homo-, bi-, trans- oder intersexuell sein könne. Damit stelle man Naturgesetze infrage, die seit Menschengedenken Gültigkeit hätten.

In der «Salzburger Erklärung» heisst es zudem, der Genderismus werte die göttliche Ordnung von Ehe und Familie massiv ab. Das Menschenbild in der Gender-Ideologie sei unvereinbar mit dem Menschenbild in der Bibel und den Ergebnissen unvoreingenommener Naturwissenschaft. Der Mensch sei als Ebenbild Gottes und als Mann und Frau erschaffen worden. Wörtlich: «Nicht nur Umwelt und Natur sind bedroht, sondern der Mensch selbst, wenn er entgegen den Schöpfungsordnungen Gottes lebt.» Wobei die «Salzburger Erklärung» neben dem Genderismus auch Abtreibung und Sterbehilfe erwähnt. Es vollziehe sich ein alarmierender Prozess der Abschaffung des Menschen. Dieser wolle wieder einmal sein wie Gott, heisst es in der Erklärung.

Die Mitglieder der Internationalen Konferenz protestieren energisch gegen den geradezu totalitären Versuch, «die Gender-Agenda durchzusetzen». Weiter verwahren sie sich gegen das von der Gender-Ideologie geplante Programm einer Umerziehung des Menschen.

Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften ist nicht etwa ein Zusammenschluss kleiner Kirchen, sondern ein hochrangiges Gremium. So haben mehrere Bischöfe und hohe Würdenträger der orthodoxen Kirche am Kongress teilgenommen. Und der Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, der Schweizer Kardinal Kurt Koch, verfasste ein Grusswort.

Dabei geniesst Koch den Segen seines Chefs Papst Franziskus. Dieser hat dem österreichischen Weihbischof und Moraltheologen Andreas Laun geantwortet: «Die Gender-Ideologie ist dämonisch!» So jedenfalls schrieb es Laun in einem Artikel.

Diese beinahe militante Haltung kontrastiert mit der christlichen Einstellung der reformierten Kirche, die die Nächstenliebe ins Zentrum stellt. So hat die Evangelische Kirche in Hannover ein Studienzentrum für Gender-Fragen in Kirche und Theologie errichtet. Es geht der Kirche um die Vision von einer kirchlichen Gemeinschaft aus Frauen und Männern, in der sich jede und jeder unabhängig vom Geschlecht gleichberechtigt einbringen und entfalten könne.

Die verschiedenen christlichen Gemeinschaften stützen sich auf die gleiche Quelle, die Bibel. Sie berufen sich auf den gleichen Stifter, Jesus Christus. Geistig trennen sie aber Welten. Da überrascht es nicht, dass es weltweit religiöse Konflikte gibt.​

 

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470 Kommentare zu “«Der Mensch will Gott sein»”

  1. Alienus sagt:

    @hm

    Wieder so ein M-Tabuwort?

    Oh weh, ob man da sich etwas mit dem Sarkasmus auseinander setzen sollte?

  2. Alienus sagt:

    @hm

    Nun, ne solide Lebensweisheit lautet doch: Wo kommst du her, wo stehst du und wohin könnte dich das Leben treiben.

    Um so eine halbwegs glaubhafte Ein-Punkt-Kurve zu konstruieren sollte man einiges an Informationen aus dem Bauch heraushören und aus den Fingern saugen können.

  3. hm sagt:

    @Alienus
    Das M-Wort tabu? “Mistflade!” wäre dann also quasi schon ein Tabu-Bruch. Da wäre ich mal auf die Sanktion gespannt.
    Ja, woher ich komme, wo ich stehe und wohin ich gehe oder gehen könnte … also ich weiss nicht, welche Informationen Sie für die Konstruktion einer glaubhaften Ein-Punkt-Kurve benötigen – aus dem Bauch heraus höre ich selten etwas abgesehen vom Magenknurren, aber aus den Fingern zu saugen, da denke ich liegt durchaus etwas Talenthaftes drin. Aber bedenken Sie dabei immer auch den Aufwand, das musste ich als Genealoge auch – insbes. auch bei Kundschaft aus deutschen Landen, die bezüglich der Verrechnung nach inländischem Preis- und Lohnniveau doch gelegentlich etwas überrascht zu sein schien bzw. sich verabschiedete, ohne die Leistung (Skript über Familiengeschichte von 15 Seiten samt Familienwappen z.B.) effektiv zu beziehen.
    Neiaberau, konnte ich da auch sagen.
    Wie Sie vermuten werden scheiterte diese Projekt grandios. Noch grandioser – d.h. gar nie richtig in Angriff genommen – war dann der Versuch der Digitalisierung genealogischer Daten. Da lief auch nur noch die Transkription über mich (schliesslich kann nach 8 Semestern Hans Hänschens Sütterlin kurrent lesen – und dies aus Tauf-, Turm- und sonstigen hrm-büchern).
    Ich habe mich dann bei einem Migroskurs bez. elektronischer Datenverarbeitung angemeldet, aber bevor ich irgendetwas Passendes zu meiner Idee fand, fand ich die ersten e-data ware-houses mit genealogischem Material auf Internet aufgeschaltet.
    Tja. Aufwand und Ertrag liessen sich dann für einen bestimmten Moment nicht mehr so leicht abwägen. Zudem war meine Suche noch einem möglichen Geschäftspartner (mit EDV-Kentnissen, aber hallo, den Rest würde ja ich besorgen – und leichteren Transkribierungsaufgaben) erfolglos bzw. mögliche Partner genügten den Anforderungen nicht – und in gewissen Fällen auch umgekehrt (also quasi doppel-tja).
    Nun ja: Trotzdem ist etwas aus mir geworden. Jedenfalls etwas, das am Bildschirm arbeiten darf.

  4. hm sagt:

    Nunja, um beim Tja zu bleiben bzw. bei der deutschen Kundschaft: Diese war nicht die einzige, die sich auf Französisch verabschiedete.
    So Sachen machen zwar nicht unbedingt sprachlos, jedenfalls nicht für immer, aber sie hinterlassen Spuren.
    Ich habe lange Zeit in den Spiegel geschaut, um nach diesen Spuren zu suchen.
    Bei mir.
    Und eines Tages traf ich wieder auf sie, auf die genau gleiche Spur – aber diesmal glaube ich wars mein Glückstag. Und wenn Sie wollen dürfen Sie dreimal raten wo ich denn diese Spur wiederfand, woseliwo.

  5. hm sagt:

    Gut, Sie können behaupten, sich auf Französisch zu verabschieden sei ja zivil- und schon gar nicht strafrechtilch relevant.
    Nun, auf Person und Charakter kommts schon an. Und da hats in diesem Forum hier effektiv manchmal auch weniger gelungene Beispiele.
    In diesem Sinn: einen schönen Abend noch

  6. Pasionaria sagt:

    hm
    @ Alienus
    “Aber wieso nur interessiert sich jemand wie Sie für Genealogie? Sie hätten ja fast mal mein Kunde werden können!”
    Jetzt wird’s aber spannend: Intuitiv-Genealoge vs. Professional-Genealoge.

    Genealogie ist ja ein dermassaen breitfaecheriges Gebiet. Sie scheinen sich mit der Ahnenforschung zu beschaeftigen, unser Intuitiv- GeneALoge eher mit der geister- oder heisst es geisteswissenschaftlichen Genealogie.
    Seine Deutungen dienen m.E. der auf Logik basierten Aufklaerung – die Ihrigen, bestimmt aufschlussreichen, eher der Geschichten- resp. Geschichtsforschung.
    Fuer mich ein kleiner aber wesentlicher Unterschied. Gerne lasse ich mich jedoch eines andern belehren.
    Bis jetzt dachte ich mir naemlich – die Genealogen seien eher das Plusquamperfekt von Genealverklaerung.

    Zum verlustreichen, enttaeuschenden Abschied eines Ihrer Kunden kann man nur sagen: was er ist, und was er war, wurde Ihnen erst nach seinem Abschied klar! Genealogen- resp. Kuenstlerpech.

    P.S. Eigenartig, ich wollte gerade Alienus auf das Beresinalied, dem Symbol fuer die Aufopferung der Schweizer in fremden Kriegsdiensten (!) ansprechen. Jetzt sind Sie mir zuvorgekommen.

    Alienus
    “Wo kommst du her, wo stehst du und wohin könnte dich das Leben treiben.”
    Mein Fazit: Es spielt keine Rolle, wo du herkommst, noch wo du stehst, sondern nur wohin Du gehst……

  7. Pasionaria sagt:

    Unter dem A-Motto: Mit fremden Augen sieht man manchmal besser. ein interessanter Artikel eines weiteren Fremden, diesmal aus Oesterreichischen Landen:

    h ttp://bazonline.ch/kultur/buecher/Aengste-machen-leider-dumm/story/23214873

  8. Pasionaria sagt:

    Habe ja oben den/die Adressaten vergessen.
    Jedenfalls etwas fuer den goettesfuerchtigen – wie hiess er schon wieder – irgendetwas mit Prinz und MarTell und Sohn…., egal ist eigentlich @ all lesenswert.

  9. Rodolfo sagt:

    @ Alienus
    Dann haben Sie also einen Schweizerischen Migrations-Hintergrund?
    Dafür könnte ich -wenn ich wollte- den Deutschen Pass beantragen.
    Mein Vater ist aus Deutschland ins Toggenburg eingewandert und hat als Landarzt ind dieser Bergregion Entwicklungshilfe geleistet. Die Leute hatten ihn gern. Er kam zu jeder Tag- und Nachtzeit auf die in der Landschaft verstreuten Gehöfte und hockte gerne mit den Bauern in der Beiz zusammen.
    Und in einer solchen Beiz musste meine Mutter servieren, weil mein Grossvater eine schwere Depression hatte und sie aus England von einem Opair-Aufenthalt zurück beordert wurde.
    In dieser düsteren Zeit unter schwierigen Umständen fiel meiner Mutter beim Klettern ein Stein auf den Kopf, was dem behandelnden Arzt ein Näherkommen ermöglichte…
    Einmal bei einem Grenzübertritt habe der Zöllner gefragt, warum der Bub hinten im Auto einen anderen Namen und einen Schweizer Pass habe.
    “Das ist mein Beitrag zur Völkerverständigung!” antwortete mein Vater lachend, und der Zöllner lachte mit.
    Sollte das etwa ein Witz sein?
    Dann finde ich ihn nur mässig witzig.
    Wer solche Witze macht, ist doch selber eine Witzfigur!
    Humor ist, wenn man trotzdem lacht, trotz all den Nationalhymnen und Grenzen mit dümmlich lachenden Zöllnern…

  10. Pasionaria sagt:

    Alienus – Alienus
    Da braucht es nun also einen Rodolpho, um hinter das Geheimnis Deines Deutsch-Schweizerischen-Treffens in der nach ‘Heimat’ duftenden und Dir einen Flashback verursachenden Stube, zu kommen. Ich hab’s nicht geschafft…..

    Dass Du zudem die paar Liter hochpotenziertes helvetisch Blut in Deinem Stammbaum als ‘schwarzen Tolgen*’ bezeichnest, grenzt ja direkt an Heimatblasphemie. Darauf stehen folgende Strafen:
    – auswendig lernen aller vier Strophen der CH-Landeshymne
    – erklaeren und begruenden, wie Du die Schweiz findest (‘flach’ als Antwort gilt nicht)
    – Erklaerung mit Herkunft des Wortes > Tolgen

    Das kann passieren, wenn man ‘Heimat’ nicht verstehen will, kann und tut.

  11. Alienus sagt:

    @Pasionaria vom 09.10.2015 um 08.12

    Da gibt’s kein Geheimnis.

    Nun, betrachtet man die Blutsgenese, so möchte man nicht von Helvetik sprechen. Denn damals war der Zürich-Gau immer noch faktisch und juristisch ein Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches! Also alles „deutsche“ Blutsbrüder und Blutschwestern und alle sonstigen Blutvarianten! Ha, ha.
    Da lacht man, wenn auch als recht dünnblütiger „Alteidgenosse“, sich über die immigrierten scheinblütigen Späthelvetiker, diese Blochers, Köppels, Fehrs, Nestles, Sulzers ….. usw. und so fort, doch nur schief.

    Oh gestrengste Frau Lehrerin, hier meine Strafarbeit:

    – Den gemeinten Schweizerpsalm habe ich verinnerlicht.

    – Wie ich die Schweiz finde? Ganz einfach, indem ich auf den Globus oder in den Weltatlas schaue und die Schweiz suche. Beim Autofahren schaue ich auf die Straßenkarte oder lasse die Paula im Auto quaken und finde so die Schweiz. Oder ich folge den Autos mit dem CH-Zeichen und finde ebenfalls in das Schweizerland. Aber seit geraumer Zeit muss man aufpassen, denn allzu oft findet man mit den vorausfahrenden Schweizerautos nicht ins Schweizer- sondern in das Kaufland.
    Wie man in Deutschland Spießbürger findet, so findet man in der Schweiz einen vergleichbaren Anteil von Bünzlis.

    – Tolgen lässt sich auf den grundsätzlichen Bezug zum „Talg“ zurückführen. Denn dieser Talg, also das tierische Gewebefett, war auch (überwiegend) die Lichtquelle in den mittelalterlichen Scriptorien. Es diente mit dem Bienenwachs als eminent wichtiger Brennstoff der Lichtquellen beim Schreiben der Bücher. Man kann sich gut vorstellen, dass das andauernde Nachfüllen und Herrichten der Beleuchtung fettige Fingerchen erzeugte und so manch ein Schreiberling Fettflecke / „Talgflecke“ auf dem Pergament hinterlasse hatte.
    Der Tolgen ist somit der Talgfleck. Die Bezeichnung stammt wohl aus dem 12.bis 14. Jahrhundert. Da der Begriff Talg als Zuwanderer aus dem Niederdeutschen (talk) stammt und hier im Oberdeutschem, vom talk (k!) zum Talg (g!) umgeformt wurde, könnte alles gut zusammen passen. Das dieser Begriff Tolgen später auf die Tinten- und Schmutzflecken überging ist schon fast zwangsläufig. Jedoch scheint es noch einige kleinere Varianten zu geben.

    Habe meine reine Weste ohne Tolgen fertig.

  12. andersen sagt:

    Nun, Alienus

    Der Kaufrausch von die Schweizer über die Grenze, werden die Deutschen schon nicht überfordern.
    Die Deutschen schaffen es!
    🙂
    Was die Zuwanderung so mit sich bringt, die Schweiz hat im Fussball 7:0 gewonnen.
    Soweit sind die Dänen nicht, sie haben zu wenige “Ausländer” im “Stahl”.
    Selber Schuld.

  13. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Vielen Dank fuer all die Erlaeuterung, Dir, (dann halt) ……Blutsbruder.

    “Nun, betrachtet man die Blutsgenese, so möchte man nicht von Helvetik sprechen. Denn damals war der Zürich-Gau immer noch faktisch und juristisch ein Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches! Also alles „deutsche“ Blutsbrüder und Blutschwestern und alle sonstigen Blutvarianten!”
    Bestimmt ist Dir bekannt, dass gewisse Blutsgene sehr ortsgebunden, wenn auch ueber groessere Landstriche, sind. Zum Beispiel ist das Rh- ein europaeisches Gen, das kaum oder gar nicht irgendwo sonst auftritt!
    So sind wir also innerhalb Europa nicht nur ein, sondern einig Voelker von Mutanten, ohne genetische Grenzen – und dennoch unvereinbar.

    Punkto ‘Strafaufgabe’, war ja nicht wirklich so gemeint – wusst ich doch, dass Du dabei die Funken spruehen laesst, und so geschah’s verdankenderweise auch. Also ein wenig selbst schuld.
    Die reine, tolgenlose Weste hast Du somit geschafft, jetzt kommt noch die reine oder sagt man, die gereinigte, tolgenfreie Seele dazu, hm. Wie geht man(n) da am besten vor?

    Fazit: Wer mit allen Wassern gewaschen ist, hat noch lange keine reine Weste und noch weniger eine reine Seele!

    P.S. Hast Du nicht einmal von ein Lichtprojekt nach dem Solanum tuberosum-Projekt, das bei Dir in Bearbeitung ist erwaehnt? So wirst Du ja wiederum qualifizierter Fachmann im aktuellen Blog zur Lichtarbeit mit göttlicher Sexualität sein? Da darf man gespannt sein – aber nicht vergessen, es lesen auch Minder- und anders -jaehrige mit

  14. Rodolfo sagt:

    Wir haben hier in Europa zwischen einem und drei Prozent Neanderthaler-Gene im Erbgut:
    Sollte uns das nicht zu denken geben?

  15. olive sagt:

    Noch zu Menasse und “Ängste machen dumm”:

    wenn die “Eliten” in ihren Elfenbeintürmen Vernunft und Pragmatismus vermissen lassen, werden realistische Ängste genau zu umgekehrten Resultaten führen, als diese sich vorstellen.
    Dies bezieht sich auf Schweden und Deutschland im Moment.

  16. Rodolfo sagt:

    @ olive
    Versuchen Sie sich jetzt auch als Prophetin?
    Haben Sie doch Vertrauen!
    Die Deutschen schaffen das!

  17. Solange sagt:

    @Olive: wenn die “Eliten” in ihren Elfenbeintürmen Vernunft und Pragmatismus vermissen lassen, werden realistische Ängste genau zu umgekehrten Resultaten führen

    Ob die “Eliten” wirklich in Elfenbeintürmen leben sei mal dahingestellt. Aber selbstverständlich sind “Eliten”,die in Herrliberger Villen mit Swimmingpool leben, bei dieser rechtspopulistischen Einschätzung nicht mitgemeint. Auch wenn manche Vernunft und Pragmatismus für sich gepachtet zu haben meinen, scheint es mir doch nicht so einfach abzugrenzen, welche Ängste realistisch sind und bei welchen es sich um Phobien (hier vorallem Xenophobie) handeln könnte. Ein interessantes Interview zu diesem Thema erschien kürzlich in der Welt

    Die Angst vor dem Fremden schlummert in jedem

    In der Menschheitsgeschichte waren viele Ängste ein Überlebensvorteil – auch die Angst vor dem Fremden. Heute nutzt sie weniger den Ängstlichen als den Populisten, sagt ein Angstforscher.

    Der Widerstand gegen die Asylpolitik der Regierung wächst. Viele Menschen sind verunsichert, haben Angst vor den Strömen Fremder, die aus den Kriegsgebieten nach Deutschland kommen. In rationale Überlegungen mischt sich eine Urangst, sagt der Angstforscher Borwin Bandelow von der Universität Göttingen: Xenophobie, die Angst vor dem Fremden, war früher einmal überlebenswichtig. Der Psychologe erklärt im Interview, warum es diese Angst noch immer gibt – und wie Populisten sie in der jetzigen Situation ausnutzen.

    ….

    Bandelow: Früher sind wir als Höhlenbewohner in Stämmen organisiert durch die Wälder gezogen. Die Nahrungsmittel waren zu knapp, um für alle zu reichen. Entwicklungsgeschichtlich war es wohl ein Überlebensvorteil, sich zusammenzurotten, den eigenen Stamm zu verteidigen und Mitglieder anderer Stämme zu erschlagen. Auch wenn das heute keinen Vorteil mehr darstellt, werden wir eben mit der überflüssigen Xenophobie, dieser alten Abwehrhaltung, geboren. Normalerweise bemerken wir sie nicht, aber durch die Flüchtlingsströme wird sie reaktiviert.

    Frage: Was bewirkt diese Aktivierung?

    Bandelow: Ein großes Problem der überlieferten Urängste ist, dass sie in einem primitiven Teil des Gehirns entstehen, der keinen Hochschulabschluss hat. Sie lassen sich nur schwer durch die intelligenteren Teile des Gehirns steuern. Das macht es so gefährlich. Natürlich gibt es auch ein paar Vernunftgründe, die für eine Einschränkung der Zuwanderung sprechen, aber die Fremdenangst entsteht aus einer Mischung aus Urängsten und rationalen Überlegungen.

    Frage: Stimmt der Vorwurf, dass Gruppen wie Pegida und Parteien wie die AfD Fremdenangst bewusst für ihre Zwecke nutzen?

    Bandelow: Gerade die AfD schreibt sich das auf ihre Fahne. Die Xenophobie wird von den Demagogen schamlos ausgenutzt. Die Rechtsnationalen freuen sich diebisch, dass das Flüchtlingsthema jetzt wieder akut ist, weil es ihnen tatsächlich Zulauf bringt. Es entsteht eine politische Bewegung, in der nicht mehr nur überzeugte Neonazis, sondern auch nichtradikale Menschen mitmachen. Das zeigt ja auch Pegida. Dabei überlagern sich die irrationalen Fremdenängste mit berechtigten Sorgen, die man den Leuten nicht so einfach nehmen kann, weil in der jetzigen Situation niemand weiß, was passieren wird. http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article147372371/Die-Angst-vor-dem-Fremden-schlummert-in-jedem.html

  18. Pasionaria sagt:

    Solange
    Sehr guter Artikel, danke.

    olive
    Rodopho

    Olive ist lediglich eine freibloggende Hobby- Prophetin. Wenigstens macht dies weiterhin Lust, mehr von ihr zu hoeren.
    „Ich bin ein freischaffender Prophet.“

  19. olive sagt:

    @Solange

    ich denke nicht, dass diese Betrachtungen im limischen System entstehen:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article147446409/Merkel-ist-auf-der-Flucht-vor-der-Verantwortung.html