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Konsumwelt als Ersatzreligion

Hugo Stamm am Samstag den 6. Juni 2015
Wie ein Gottesdienst: Brasilianische Fussballfans im Maracanã in Rio. Foto: Leo Correa (AP)

Wie ein Gottesdienst: Brasilianische Fussballfans im Maracanã in Rio. Foto: Leo Correa (AP)

Religiöse oder spirituelle Bedürfnisse sind tief in unserem Bewusstsein verankert. Sie gehören zu den ursprünglichen Archetypen oder Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster. Carl Gustav Jung, der Esoteriker unter den Psychologen, führte den Begriff in der Psychologie ein und sprach vom kollektiven Unbewussten.

Es ist tatsächlich auffallend, dass praktisch alle Völker, Stämme und Kulturen ähnliche religiöse Archetypen entwickelten, obwohl sie früher keine Verbindung untereinander hatten, sich also geistig nicht inspirieren konnten. Das Bedürfnis nach etwas Höherem, Mächtigem, Unvergänglichem ist eine Konstante der Menschheitsgeschichte.

Aus psychologischer Sicht führten vermutlich das Bewusstsein von der Endlichkeit allen Lebens und die Angst vor Krankheiten, Unfall und Tod zu den religiösen Archetypen. Gläubige neigen hingegen dazu, die Ursache des Religiösen in der göttlichen Kraft zu suchen, die die Natur belebt und unser Bewusstsein prägt.

Vielleicht erleben wir im aktuellen Jahrhundert den Beginn eines beispiellosen Paradigmenwechsels, denn die religiösen Grundbedürfnisse bröckeln zumindest in der westlichen Welt erstaunlich schnell. Spirituelle Fragen haben bei den jungen Generationen keinen grossen Stellenwert mehr. Auch die Statistiken der Kirchenaustritte verdeutlichen den Wandel und den Zerfall des Archetypus.

Die Bedürfnisse nach Ritualen werden indes nicht verschwinden. Die aktuelle Entwicklung zeigt aber, dass eine Verschiebung hin zu weltlichen Bräuchen stattfindet. Ausserdem löst das Materielle das Spirituelle ab. Der Wohlstand wendet die Aufmerksamkeit vom Jenseits aufs Diesseits. In der Postmoderne brauchen die Menschen Gott nicht mehr zwingend, um die Hoffnung auf Verwirklichung nähren zu können. Gier und Abzockerei sind die neuen Archetypen, der Konsum ist zur Ersatzreligion geworden.

Dies zeigt sich bei der wachsenden Ritualisierung der säkularen Welt. Der Fussball zeigt es eindrücklich. Die Fanclubs bitten jedes Wochenende zum Hochamt. Vom Outfit über den Bierkonsum bis zum Fangesang und dem Animateur im Stadium sind alle Elemente enthalten, die auch einen Gottesdienst ausmachen. Kein Zufall also, dass «Fussballgott» zum stehenden Begriff geworden ist.

Oder das Shoppen. Die Geschäfte bauen eine Erlebniswelt auf, in der Einkaufen zum Ereignis und Ritual wird. Ersatzreligiösen Charakter hat auch das Essen und Kochen angenommen. Kochsendungen gibt es inzwischen auf allen Kanälen, Koch-Castings treiben das Ritual auf die Spitze. Es scheint, dass der Konsum und andere weltliche Rituale die grössten Feinde der Götter sind.

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196 Kommentare zu “Konsumwelt als Ersatzreligion”

  1. Gwendolin sagt:

    Und Felix

    Es ist schon gut. Schlafen Sie entspannt und träumen Sie was schönes. Sie sind nicht das Problem.

  2. Rolf Müller sagt:

    @ Felix
    Wer sagt denn, dass Blocher der Teufel sei?
    So gross ist er dann auch wieder nicht…
    Vom Weltall aus betrachtet ist er ein kleines Würstchen.
    Von mir aus betrachtet ist er ein unsympatischer, hässlicher, almodischer “Polteri”.
    Ich halte ihn für einen falschen, hinterlistigen Demagogen, der mit grosser Gestik seinen “Manne und Froue” ein Theater vorspielt:
    Er gaukelt ihnen vor, für die Freiheit und für die Selbstbestimmung der Schweiz zu kämpfen, dabei geht es ihm nur um SEINE Freiheit, ungestört Geschäfte zu machen, Steuern zu hinterziehen und Medien aufzukaufen und zu Propaganda-Instrumentenum umzufunktionieren, mit dem Ziel, seine Herrschaft von der SVP auf die ganze Schweiz auszudehnen, als “König Christoph der I.”.
    Er schimpft ständig gegen die “classe politique”, dabei ist er selber ein solcher machtversessener Politiker, und als Milliardär ist er einer von “denen da oben”.
    Bei der SVP gibt es bestimmt auch eigenwillige Charakterköpfe:
    Ich erinnere an den Glarner This Jenny, oder weise auf Oskar Feysinger hin, der mit seinen Gedichtlein viele Serbische Freunde gewonnen hat!
    Oder denken wir an Peter Spuhler, der es so gut kann mit dem Weissrussischen Diktator Lukaschenko.
    Wahrscheinlich stellt er sich jeweils vor, anstatt Lukaschenko seinen Partei-Spezi Giezendanner vor sich zu haben, um sich bei gefühlten Null Grad zu entspannen.
    Giezendanner diversifiziert mit seiner Transport-Firma in Richtung Güterverkehr und beweisst damit ökologisches Gespühr.
    Die heutige Rechtsaussen-Partei SVP integrieren auch Einwanderer und “Secondos”, solche die als “Konvertiten” schweizerischer sein wollen, als die Schweizer.
    Ein solches modernes, nicht mehr offen rassistisches Auftreten ist heutzutage erfolgsträchtiger und raffinierter, als das altmodische “Maschinengewehr-Gezeter” von Adolf mit seinem merkwürdigen Hitlerschnäuzchen.
    Auch Marine Le Pen hat das begriffen und distanziert sich öffentlich von ihrem “senilen Alten”, Jean-Marie.
    Der leugnet ja den Holocaust und lobt und verharmlost den Nationalsozialismus!
    Die Methoden und die Herrschaft der Natioalsozialisten aber waren so teuflisch, wie wir uns die Hölle vorstellen.
    Und alle, die heute wieder so etwas versuchen wollen, das in die Richtung des Nationalsozialismus geht, gehen gleichsam einen Pakt ein mit dem Teufel.
    Warum wollen Sie so etwas tun?

  3. Felix sagt:

    @ Rolf Müller
    Jetzt hatten wir doch gerade das Thema Teufel. Fazit von Hugo Stamm und Anhänger: Der Teufel gibt es gar nicht und er wird von den Religionen (im speziellen von den Sektierern) dazu benützt, die Anhänger bei der Stange zu halten.
    Habe ich das richtig zusammen gefasst?
    Nun kommen Sie, Rolf Müller, wieder mit den Teufel, an dessen Existenz Sie offensichtlich glauben. Für mich ist das allerdings unglaubwürdig, speziell wenn Sie einen Bogen ziehen von der SVP zur FN (Le Pen). Sorry, die SVP und die FN passen nun halt wirklich nicht zusammen, haben Sie sich z.B. mal mit den Forderungen der FN in der Sozialpolitik befasst?
    Für Leute die an Teufeln glauben muss man sein Toleranzfeld wohl erweitern.

  4. Gwendolin sagt:

    Rolf Müller
    8. Juni 2015 um 23:09
    @ Felix

    Ich zolle Ihnen höchsten Respekt für diesen Text.
    Mein echter Name ist übrigens Bernhard Schlegel. Aber Stamm hat mich unter dem zu oft gelöscht, wahrscheinlich um mich vor mir selbst mitunter zu schützen. Unter Gwendolin wurde ich nur ein oder zweimal glöscht…. So in etwa. Aber höchster Respekt verlangt Aufrichtigkeit. Drum sollen Sie wissen, woher er stammt. Und hey, Sir, passen Sie gut auf sich auf…

    Beste Grüsse
    Bernhard Schlegel

  5. Rolf Müller sagt:

    @ Bernhard Schlegel
    Danke für’s Kompliment!
    Ich glaube, je früher wir die Dinge beim Namen nennen, desto weniger Opfer müssen wir später bringen.
    Als 30%-Partei ist die SVP zwar mächtig, aber sie bestimmt in unserer Demokratie nicht, wo’s lang geht.
    In der Türkei wurde gerade eine andere autoritäre Volkspartei mit einem anderen autoritären “Polteri” zurück gebunden.
    Diese türkischen Wahlen waren nicht getürkt!
    Damit hat die Türkei bewiesen, dass sie zu Europa gehört und dass die Beitrittsgespräche mit der EU intensiviert werden sollten.
    Auf lokaler Ebene zeigt der Pilotversuch mit der Erlaubnis für das Schiessen von Rindern auf der Weide (in vertrauter Umgebung und ohne Stress), die das Zürcher Veterinäramt für Pionierhaft voran gehende Biobauern ausgesprochen hat, dass sich in der Tierhaltung ein Weg verbreitert, der mehr vom Wohl des Tieres und vom Mitgefühl ausgeht, als vom industrietechnischen Ueberlegungen der rationellen Produktion und Verarbeitung.
    (siehe dazu den Artikel im Tages Anzeiger von heute auf der Frontseite)
    “Qualität statt Quantität!” heisst das zentrale Motto der heutigen wirtschaftlichen Revolution.
    Immer mehr Leute haben den Massenschrott satt und wollen wieder mehr sorgfältiges, liebevolles Handwerk und “Slow Food” in ihr Leben bringen nach dem Prinzip “Weniger ist möglicherweise sogar mehr”.
    Doch zurück zum “Braunen Sumpf”:
    Vielleicht hat Hugo Stamm den Mut, sich einmal mit den grossen, vom Kopf her stinkenden Fischen der “Rechtsbürgerlichen Bewegungen” zu befassen und sein Wissen im Umgang mit Sekten auf diese unheimlichen Gruppierungen anzuwenden.
    Ich denke da an die Amerikanische “Tea Party”-Bewegung, oder an den “Front National” in Frankreich, an die “UKIP” in England, an die “PEGIDA” in Deutschland, oder an die “AUNS” in der Schweiz.
    Diese Speerspitzen von sogenannten “Volksparteien” (die den ihnen nicht genehmen Teil des Volkes als “Ausländer” und “innere Feinde” ausgrenzen) sind in der Art von totalitären Sekten organisiert.
    Ihre Mitglieder himmeln eine charismatische “Führer-Persöhnlichkeit” an, wie einen Guru.
    Sie sind straff organisiert, mit einem Kader aus linientreuen Gefolgsleuten, die die Botschaft des Gurus nachbeten und drohend und missionierend in der Bevölkerung verbreiten. Diese “Kaderleute” verfügen über rhetorisches Geschick und schaffen es, Teilwahrheiten manipulativ aufzubauschen und so einen allgemeinen Notstand herauf zu beschwören, den sie dann -wiederum sehr raffiniert- beheben wollen, indem sie die eigene, totalitäre Organisation als Retterin in der Not präsentieren.
    Sobald wir diese Sektiererischen Methoden bei einer Gruppierung entdecken, sollten bei uns “die Alarmglocken läuten”, so dass wir diesen Rattenfängern die Gefolgschaft verweigern können.
    Wir sollten besser auf unsere eigenen Erfahrungen und Gedanken und auf unsere eigenen Gefühle hören, als dass wir uns etwas aufschwatzen lassen, das uns gsr nicht entspricht!
    Damit beweisen wir, dass wir keine Ratten sind.
    Bitte nicht missverstehen!
    Ich habe nichts gegen Ratten, gegen Rattenfänger aber schon…

  6. olive sagt:

    @Gwendolin

    als hätten wir das nicht längst gemerkt.
    🙂

  7. andersen sagt:

    Rolf Müller

    Und wer sagt, dass der Roger Köppel und C. Blocher der neue Jesus ist?
    Der Jesus ist schon grösser.

    Nun, die meisten Schweizer hat wahrscheinlich am 9.2.2015 britisch Abgestimmt.
    Viele begreifen nicht und nehme es nicht ernst, dass der Europa sich nicht mehr in homogene Staaten entwickeln.
    (Wie es einmal war!).
    Und wenn man Anhänger von SVP fragt, wie sie die Tendenzen von Le Pen, der Wilders, Strakers und Ukip sieht, sagen viele, dass sie sie nicht kennen, aber man kennt die Armbewegungen von Herr Blocher.
    (Lesen sie denn keine Zeitungen?).
    Peinlich war der Auftritt von der C. Mörgeli in der Sonntagstalk, (er sagte, er ist nicht bekannt dafür, dass er Süssholz raspelt) und fand, dass er der Hahn in Korb ist, zwischen 2 Hühner.(2 Damen, die bestimmt nicht der Hirne an der Garderobe abgehängt habe.).

    Nein, die Schweiz braucht kein Werber, hier geht es um der Substanz.
    Die erste Strömungen von Nationalismus spürte wir in 71 (die begann in der Schweiz)wieder(Mein Onkel war Major in der Nato) und seitdem befinden die Schweiz sich in ein Ausnahmezustand.
    Ich denke, die Politiker sind gefordert, genau hinzuschauen, wenn gemeinnützliche Vereine sich bilden und nicht einfach als harmlose Kaninchenzüchtervereine anzuschauen, wo es vielleicht sich ein totalitäre Gedankengut dahinterstecken könnte.
    Somit wird ein Unterwanderung vermieden(Fanatiker gibt bei der Freidenker in Österreich und beim Scientology(Designsekte), die Löffelweise versucht ein neue Sprachhygiene zu Zaubern und die Leute umzupolen, somit das der Kirche im Dorf verschwindet und sie mischen sich in alles rein, von wo von sie keine Ahnung haben.
    Aber sie denken dabei wirklich selber, wie Genial sie sind, wenn sie die Kinder beibringt, wie man eine Gurke zu leuchten bringt oder sie andere lernen wollen, wie man Aschenbecher anschreit und doch nicht Abtrünnige dulden können.

    Nein, hier geht es um Verantwortung, ich wünsche mich, dass auch der FIFA neu gestaltet wird und die Grundgedanken, die einmal da war, die Kinder auf dem Geschmack zu bringen, wieder Freude am Sport zu haben und nicht ein Boss, die glaubt, dass er ein besonders Draht zu Gott hat,(Sepp Blätter sagte einmal, dass der Gott spricht zu Ihm), weil somit verfällt oft Leute in Grössenwahn und denken, sie sind allmächtig.
    Traurig finde ich solche Sachen, dass ein Spiel unterbrochen werden muss( zwischen Sion und FZB), weil viele Basler nicht verlieren können.

    Nun, ich erinnere mich gerne an die Worte von Obama :

    “Im Leben geht es nicht darum, zum Gewinnen oder Verlieren-sondern um ein guten Kampf zu führen”.

  8. Sole sagt:

    @Felix: Eine SVP wird mich nie vertreten können, einfach wegen deren Sozialpolitik. … Sorry, die SVP und die FN passen nun halt wirklich nicht zusammen, haben Sie sich z.B. mal mit den Forderungen der FN in der Sozialpolitik befasst?

    Welchen Schluss man wohl aus diesem zwei Aussagen ziehen muss?

  9. andersen sagt:

    Korrektur:

    9.02.2014

    Der Jesus ist wahrscheinlich noch grösser?

  10. Sole sagt:

    @Hugo Stamm

    Gier und Abzockerei sind die neuen Archetypen, …

    Gier und Abzockerei sind doch nichts Neues.

    Es scheint, dass der Konsum und andere weltliche Rituale die grössten Feinde der Götter sind.

    Eine Zunahme des Konsums geht doch nicht zwangsweise mit einem Rückgang der Religion zusammen, bestes Beispiel dafür scheint mir Saudiarabien.

  11. andersen sagt:

    Nicht Blätter, sondern Blatter.

    🙂

    Atem war nie anstrengend.

  12. Bernhard Schlegel sagt:

    Rolf Müller

    Hervorragende Morgenlektüre! Danke!

    Olive

    Na, ja… Vielleicht nicht ganz alle 😉

  13. Bernhard Schlegel sagt:

    andersen
    9. Juni 2015 um 09:43
    Atem war nie anstrengend.

    Sie hatten noch nie eine Lungenentzündung? Schön für Sie. Andere als andersen kommen ohne Inhalator schlecht durch den Tag.

    Aber Hauptsache animistisch-christliches Geschwurbel abgegen…

  14. Bernhard Schlegel sagt:

    Abgeben… Sorry

  15. Bernhard Schlegel sagt:

    Rolf Müller

    Was Sie heute verfasst haben gehört zum Besten, was man lesen kann und sollte in heutigen sozialen Medien. Ganz allgemein erfreut es mich zu sehen, dass in Zeitungen die Kommentare oft viel intelligenter sind als die Artikel selbst. Und nicht selten auch viel besser geschrieben. Internet, solange es denn noch funktioniert ist wirklich eine tolle Sache. Man erfährt durch Mitmenschen direkt viel neues und spannendes. Und selber denken ist wieder gefragt. Die extremen rechten Kräfte mögen einen Aufschwung erfahren analog zum letzten Aufbegehren eines Sterbenden. Und natürlich braucht es viel Einsatz, diese tolldreiste Bestie zu bodigen. Aber mit gewetzten Federn auch und gerade Ihres Kalibers, bieten wir dem gierigen, alles zu verschlingen drohenden Monstrum Paroli.

    Immer tiefer und erbärmlicher verstricken sich deren Protagonisten in Lügen und offensichtliche Widersprüche. Der Bann der neoliberalen Führer wird gebrochen werden. Dann wird es wieder friedlicher auf Erden….

  16. andersen sagt:

    Rolf Müller
    Der Folter hat in der Türkei eine lange Tradition.

    Es liegt alleine an der Türkei, die Rahmenbedingungen zu schaffen.

    Positiv ist das neue Strafgesetzbuch (tSTGB). Nr. 5237/Artikel 94/95 in der Türkei.
    Somit wird Folter mit drei bis zwölf Jahren Gefängnis bestraft.

    Schlegel

    Sie wurde wahrscheinlich gelöst, weil Sie wahrscheinlich die Selbstbeherrschung nicht im Griff hätten, schon vergessen?

  17. Bernhard Schlegel sagt:

    andersen

    Aber Sie beherrschen sich? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie Christoph seine Untertanen beherrscht? Sich beherrschen… Tst, tst. Und das von einer Frau. Da kann nur Hörnli mit Hollandaisesauce dabei herauskommen.

    Sich beherrschen. Auch so ein Worte aus der reaktionär-gläubigen Küche… Beherrsch Dich selbst, dann hat der Herrscher mehr Freizeit. Ausserdem: Sie müssen die deutsche Sprache nicht beherrschen. Versuchen Sie sie einfach ein wenig nur zu lieben, dann spar ich mit den Seitenhieben. Versprochen!

    Und nun allen einen schönen Tag!

  18. Pizpot Gargravarr sagt:

    @Rabbi Jussuf, 8. Juni 2015 um 16:38

    Auch ich bekunde meine liebe Mühe mit der Verbindung von Konsum und Religion.

    Fetischismus war urspruenglich religioes fixiert. Mit Marx kam dann der Warenfetischismus, dann ab den 70/80ern der Markentfetischismus und heute haben wir Apple-, Google- ,MS- und viele andere Juenger – das ist alles auf Konsum ausgerichtet (tiefer liegende Begruendung: Aufbau/Ausbau von Geld und somit Macht – genauso wie das Relgionen schon immer machten). Deshalb denke ich, dass es sich dabei gar nicht allenfalls um sehr oberflächliche Analogien handelt. Im Gegenteil: sehr fein und psychologisch schon laengst erkannt (Marketing). Womit wir beim ‘Sportmarketing’ angelangt sind, und Ihre Aussage:

    Selbst beim Fussball und seinem Drumherum sehe ich keine Verbindnung, selbst wenn eine gewisse Wortwahl manchmal darauf hin deuten könnte. Da ist nichts Religiöses dabei.

    schon nochmals zu hinterfragen waere. Im letzten Satz bringen Sie es aber auf den Punkt:

    ….ausserhalb von Religion jede Menge von Riten und Ritualen, denen aber eines fehlt um zu einer Religion zu gehören: die Transzendenz.

    .
    Wikipedia/Transzendenz: “…Verhältnis von Gegenständen zu einem bestimmten Bereich möglicher Erfahrung oder den Inbegriff dieses Verhältnisses.”
    Sprechen Sie Bewusstseins-Erkenntnissen im Spiegelbild von Psychologie, Leben und Bewegung/Sport (mentales Training) und Ihrem Verhaeltnis zum innigst Gewuenschten jegliche Transzendenz-Erfahrung ab?

  19. andersen sagt:

    Schlegel schreibt: bieten wir dem gierigen, alles zu verschlingen drohen Monstrum paroli.

    Wer immer WIR schriebt, war immer besonders verdächtig.
    Ich finde an der Zeit, dass der RAV besonders in ein Land streng sein muss.
    Dann geht alles runter.

  20. Bernhard Schlegel sagt:

    andersen: “Wer immer WIR schriebt, war immer besonders verdächtig.
    Ich finde an der Zeit, dass der RAV besonders in ein Land streng sein muss.
    Dann geht alles runter.”

    Wirklich? Dann geht alles runter? Auch Hörnli à la hollandaise. Nun wenn, dann kommt es sicher auch schnell wieder oppsi. Da kann man streng sein und sich beherrschen wollen, wie man bzw. frau auch will. Gut bei Ihnen mag das anders sein, andersen. Sie scheinen eh alles zu fressen, was man Ihnen so auftischt.

    Nur meine Worte scheinen Ihnen in die falsche Röhre zu gelangen.

    Aber hey:

    andersen
    9. Juni 2015 um 09:43
    Atem war nie anstrengend.

  21. Rabbi Jussuf sagt:

    Pizpot Gargravarr

    Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie schnell merken, dass zum Beispiel “Warenfetischismus” mit *Fetisch” im eigentlichen Sinn nichts zu tun hat. Niemand glaubt daran, dass ein persönlicher Gott in der neuen Swatch hockt, selbst wenn er dafür vor dem Swatchladen übernachtet hat um ja die erste zu kriegen.

    “Wikipedia/Transzendenz: “…Verhältnis von Gegenständen zu einem bestimmten Bereich möglicher Erfahrung oder den Inbegriff dieses Verhältnisses.””
    Wenn Sie das unter Transzendenz verstehen wollen, dann ist praktisch jedes Gefühlchen schon transzendent.
    Hier wie oben machen Sie den Fehler (nicht nur Sie) einen Begriff in die Bedeutungslosigkeit auszudehnen.
    So im Stil: Alles ist mit allem verwoben.
    Dann ist mein Frühstücksei ein Fetisch und ich zelebriere eine Messe, wenn ich meinen Kaffee schlürfe. Fehlt nur noch die Predigt…

    Darum halte ich die Analogie von Konsumwelt als Ersatzreligion für mehr als oberflächlich.

    Mentales Training? Dem spreche ich jegliche Transzendenz-Erfahrung ab.
    Passiert es trotzdem, ist etwas schief gelaufen.

  22. andersen sagt:

    Nun, Herr Schlegel.

    Bei mir war es nie peinlich arbeiten zu gehen.
    Ich sehe es nicht als meine Aufgabe hier, die Menschen in die Schweiz, der Goethe oder der Schiller beizubringen.

  23. Bernhard Schlegel sagt:

    Rabbi: “Darum halte ich die Analogie von Konsumwelt als Ersatzreligion für mehr als oberflächlich.”

    Als Benedikt zum Papst gewählt wurde, sprang Joe Blatter aus dem Sessel und rief: “Und der Papst ist… Josef Blatter.” Sein Kumpel vom FC Sion war dabei und berichtet weiter, dass der Fussballgott wenige Minuten später seine Audienz hatte.

    Gleich und gleich gesellt sich gern…

  24. hm sagt:

    Seh’s ähnlich wie der Rabbi, nur dem Haben im Sinne von materiellem Besitz oder auch von Vermögen, sich seine Lüste befriedigen zu können, d.h. Konsumismus als Ersatz-befriedigung zu qualifizieren, hiesse im Umkehrschluss ja auch, Religion im weitesten Sinne auch Befriedigungscharakter zuzugestehen – grundsätzlich.
    Also mir fiele da kein Zacken aus der Krone.

  25. Bernhard Schlegel sagt:

    @Rabbi

    mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/25618615

  26. Bernhard Schlegel sagt:

    Na ja
    Vielleicht waren es auch ein paar Minuten mehr…. Da hab ich wohl etwas übertrieben. Wobei… In Zeiten wo der Papst twitter?

  27. Rolf Müller sagt:

    @ Bernhard Schlegel
    Ja ich glaube, wir sind immun geworden gegen das Sadomasochistische Gedankengut, das uns für sündig und schlecht erklärt und das mit einem solchermassen anerzogenen Minderwertigkeitskomplex all den sadomasochistischen “Helfern” Tür und Tor öffnet.
    Sie waren kurz davor, die “menschliche Seele”, unsere natürliche Verbindung von Körper und Geist, an die Wand zu drücken und platt zu machen.
    Aber gerade damit, mit der unzumutbaren Zuspitzung der lebensfeindlichen Verhältnisse, haben sie sich verraten!
    Wir wissen jetzt, wer sie sind und was sie mit uns im Sinn haben!
    Sie wollen uns zu “neuen Maschinenmenschen” umerziehen, zu Robotern ohne Gefühl, die funktionieren in der grossen Maschinerie,
    als gut geschmierte Zahnrädchen, mit der ständigen Angst im Nacken, von Maschinen-Technikern ersetzt und entsorgt zu werden.
    Und darum glauben wir der strategisch-taktischen Propaganda von “Technikern” kein Wort mehr!
    Wir sagen denenn stattdessen locker und gut gelaunt ins Gesicht:
    “Euer Spiel ist aus! Es reicht! Ihr habt keine Macht mehr über uns. Also geht nach Hause!
    Wir haben keine Angst mehr vor Euch und Eurer Ideologie. Wir bemitleiden Euch, mit dem kleinen Rest an Mitgefühl, das wir für Euch haben.
    Ja die Verräter der Menschlichkeit sind die unterste Entwicklungsstufe der Schöpfung.
    Sie haben die Höchststrafe verdient, nämlich die, ignoriert zu werden.
    Maschinenmenschen bekommen von uns keine Gefühle, nicht mal Hass, denn sie sind gar nicht richtig da.
    Darum interessieren sie uns nicht im geringsten.

  28. Bernhard Schlegel sagt:

    Rolf

    Darf ich Sie Rolf nennen? Sie haben den Durchblick! Mögen viele Menschen durch Ihre Optik die Welt betrachten und aufwachen. Es ist gesagt, nun soll jeder selber sehen.

    Leben Sie wohl, guter Mann!

    Das wirkliche Leben ruft. Das virtuelle ist nur eine Krücke…

  29. Pizpot Gargravarr sagt:

    @hm, 9. Juni 2015 um 14:10

    …Religion im weitesten Sinne auch Befriedigungscharakter zuzugestehen – grundsätzlich.
    Also mir fiele da kein Zacken aus der Krone.

    hmmmmm, geht es in diesem Forum nicht genau darum, zu belegen, dass jeglicher ‘religioeser Erfahrung’ eine ja nicht nachweisbare transzendentale Erfahrung abgeschrieben wird? Dies wird hier ja vehement vertreten – nun hat RJ das Thema der ‘fehlenden Transzendenz’ in diese Diskussion eingebracht und unterstreicht ja geradezu, dass er die menschliche Natur als etwas ja fast schon biblisch von der Natur Isoliertes, als eine Art ‘Kroenung der Schoepfung’ ansieht und Einbettungen grundsaetzlich ablehnt:So im Stil: Alles ist mit allem verwoben.

    Nun, grundsaetzlich ist natuerlich alles mit allem verwoben – wie soll es denn anders sein? Und natuerlich trifft Immanenz auf Transzendenz – vorab im Mental Coaching. Fragen Sie Stan Wawrinka – oder besser noch: treiben Sie Sport und gehen Sie auf serioese Tuchfuehlung mit Ihrem Geist und Ihrem Koerper – da kann man sich noch so gerne ueber ‘Selbstwahrnehmung’ mokieren…

    Natuerlich faellt einem da kein Zacken aus der Krone, natuerlich haben Religionen einen Befriedigungscharakter. Was soll es denn sonst sein?

  30. Hugo Stamm sagt:

    Ich bin mir bewusst, dass der Kaprizierung aufs Materielle das Transzendente fehlt. Deshalb spreche ich auch von Ersatzreligion. Ich bin aber überzeugt, dass die Konzentration auf hedonistische Werte die Abkehr vom Religiösen begünstigt. Ein Hinweis ist der Umstand, dass in armen Weltgegenden der Glaube nicht oder kaum an Bedeutung verliert. Der Hinweis auf Saudiarabien hilft da wenig. Dort herrscht ein staatlich verordneter Glaube.

  31. Alienus sagt:

    @olive vom 09.07.2015 um 11.20

    Nun, da können wir nun „blinde Kuh“ spielen.

    Würde ich mich hinter dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm verstecken, so würden Sie mich finden können. Aber trotzdem auf die Verschiedenheit, Auslegungsvorlieben und veb. Derivate achten.

    Es bleibt noch zwei Fragen:
    – Haben Sie etwa keine Vorurteile, zu denen Sie stehen könnten?
    – Sind Sie vom Köppel angetan, weil Sie ihn verteidigen?

  32. hm sagt:

    @Pizpot Gargravarr
    Ist ja schön und gut, wenn Sie anstelle des Rabbi antworten bzw. für Sie der Befriedigungcharakter von Religiösem dermassen augenscheinlich ist, dass Ihr Kommentar gleichzeitig noch etliche Zeichen mehr umfasst um all das zu bemühen, was Sie an Religion für wesentlich halten.
    Da trifft also Immanenz auf Transzendenz, also die “Anwesenheit Gottes in der Welt als Ursache aller Wirkungen” (nach wiki in spinozistischer Definition) auf “ein Verhältnis von Gegenständen zu einem bestimmten Bereich möglicher Erfahrung” (aus wiki, so auch schon von Ihnen zitiert), also Gott quasi auf ein Publikum oder auch umgekehrt, wenn ich das richtig verstehe.

    Hm, wissen Sie, Sie und so ein Thema überlasse ich gern dem Anhang, dens dann finden wird. Ich würd’ dabei aber nicht ganz aus den Augen verlieren, dass jeder Kult sich nicht anders als gesellschaftlich begründet. Sie fändens dann problemlos zu den entsprechenden wiki-Seiten bez. “kultig” und “kultisch”. Darüber würd’ ich mal kurz reflektieren, gehts doch beim einen um den “Kult” als Kulturphänomen (so von Roland Collombin bis Madonna, inkl. Ihrem Stan Wawrinka) und beim anderen um den “Kult” im religionswissenschaftlichen Sinn.
    Passen m.E. beide hervorregand in die Spannbreite des vorgebenden Impulstextes, so von “Konsumwelt” hin zu “Ersatzreligion”, finden Sie nicht?

  33. Sole sagt:

    @Hugo Stamm: Ein Hinweis ist der Umstand, dass in armen Weltgegenden der Glaube nicht oder kaum an Bedeutung verliert. Der Hinweis auf Saudiarabien hilft da wenig. Dort herrscht ein staatlich verordneter Glaube.

    In den USA herrscht kein staatlich verordneter Glaube, aber auch dort finden sich Gegenden mit hohem Konsum und starker Religiosität. Was die armen Länder betrifft, spielt die fehlende soziale Sicherheit wohl eine stärkere Rolle. Dazu passt, dass nicht unbedingt die reichsten Länder am stärksten säkularisiert sind, sondern die nordischen “Wohlfahrtsstaaten”, aber vielleicht täusche ich mich und der pro Kopf-Konsum der Schweden und Norweger ist viel höher als anderswo.

  34. hm sagt:

    @Pizpot Gargravarr
    Mit Ruedi Ottos Eso-Rap im Hintergrund schaffen Sie es garantiert auch mühelos von der Sakralität zur Profanität. Ob das hingegen vom Yang zum Yin und umgekehrt auch so schnell geht, entzieht sich meiner Kenntnis.

  35. Alienus sagt:

    Möchte ein skurriles Erlebnis darstellen.

    Als mein Fahrzeug letztjährig bei der Inspektion war, hatte ich folgende Beobachtungen im Showraum machen können. Einer Familie mit ca. 7 Personen sollte ein dicker fetter Audi Q 7 übergeben werden.

    Vor dem Fahrzeug stand ein Stehtisch mit weißem Linnen überzogen. In der Mitte auf einem (neu)-silbrigen Tablett lag der Schlüssel. Links davon war ein Foto mit dere Familie, wohl von der Situation der Bestellung. Rechts davon befand sich der KFZ-Brief als Besitznachweis. Dazwischen in einer (neu)-silbrigen Vase war eine rote Rose. Rechts davon eine weiße Kerze im (neu)-silbrigen Kerzenständer.
    Wenn das kein Altar war?

    Der Verkäufer übergab alle Dokus an die Leutchen, sprach vom Familienzuwachs und eine neuen Verantwortung, meinte auch, man hätte einen neuen Lebensabschnitt begonnen und das Leben hätte ab nun wohl eine neue Qualität. War das nun ein Hohepriester des Konsums?

    Nun, das letzte Abendmahl war auch hier ein indirektes Vorbild, denn es wurde Schampus und kleines Fingerfood gereicht. Natürlich auch Gebäck. Als superordinäre Zufälligkeit waren auch Kokosoblaten dabei. So waren auch Hostien indirekt beteiligt. Na ja, die putzigen Glöckchen waren zwar nicht im Spiel, aber eine dezente Musik lief im Hintergrund, könnte was vom ollen Bach oder Buxtehude gewesen sein.
    Wenn das keine feine Liturgie war?

    Na ja, da konnte man als alter Ministrant froh sein, wieder so ein tolles Hochamt erlebt zu haben und auch noch im Autohaus / Garage. Und die Leutchen hatten ob ihres neuen Zuwachses ver- und entzückte Gesichter und waren fast in einer sakralen Entrückung gewesen!
    Wenn das nicht eine Ersatzhandlung einer Ersatzreligion im echten Schwachsinn war?

  36. Rabbi Jussuf sagt:

    Sole
    Hugo Stamm
    Ich denke auch, dass das Schwinden des Religiösen eng mit der (staatlichen) sozialen Sicherheit zu tun hat und nicht mit dem Reichtum und infolge dessen dem Konsum.
    Wenn schon, dann müssten wir in Gegenden mit einer hohen staatlichen sozialen Sicherheit eine “Ersatzreligion” suchen, sofern dort überhaupt eine zu finden ist.

    Auch Fussball kann man einfach nicht als Ersatzreligion betrachten, da Fussball in sehr religiösen Gegenden eine grosse Rolle spielt, aber auch in säkularen Ländern.
    Wäre Fussball eine Ersatz-Religion, dann müsste ein Verhältnis auszumachen sein zwischen Religion und Fussball, d.h. wenig Religion mehr Fussball und umgekehrt.
    Diese Korrelation gibt es offensichtlich nicht.

  37. Michael Bamberger sagt:

    @ Sole

    Aus Wikipedia:

    Die Säkularisierung in den USA schreitet rasch voran. Von 2008 bis 2015 nahm die Zahl der Amerikaner ohne religiöse Zugehörigkeit von 16% auf knapp 23% zu. Im Vergleich Deutschland 33%

    BIP Pro Kopf:

    1. Luxemburg – $ 110.424
    2. Norwegen – $ 100.318
    3. Katar – $ 100.260
    4. Schweiz – $ 81.324
    5. Australien – $ 64.863
    6. Dänemark – $ 59.191
    7. Schweden – $ 57.909
    8. Singapur – $ 54.776
    9. USA $ 53.101
    10. Kanada – $ 51.990
    13. Niederlande – $ 47.634
    14. Finnland – $ 47.129

    Kaufkraft pro Einwohner siehe:

    http://www.//de.statista.com/statistik/daten/studie/2310/umfrage/kaufkraft-pro-einwohner-in-europaeischen-laendern/

  38. Pizpot Gargravarr sagt:

    @hm, 9. Juni 2015 um 16:20

    @Pizpot Gargravarr
    Ist ja schön und gut, wenn Sie anstelle des Rabbi antworten bzw. für Sie der Befriedigungcharakter von Religiösem dermassen augenscheinlich ist

    Entschuldigen Sie, habe in der Tat nicht verstanden, dass Ihr Post eine spezifisch an RJ verfasste Botschaft war – sie trug allerdings keinerlei diesbezuegliche Anzeichen.
    Um RJ gebuehrend zu antworten werden mir heute hoffentlich auch noch genuegend Zeit und Nerven beschert sein.

    Zum verbleibenden Ihrer Zeilen:

    …“Kult” als Kulturphänomen (so von Roland Collombin bis Madonna, inkl. Ihrem Stan Wawrinka) und beim anderen um den “Kult” im religionswissenschaftlichen Sinn.

    Entschuldigen Sie, das war jetzt aber etwas gar befremdlich: in diesem Medium sprechen wir durchaus vom Kult im Sinne einer kultischen Ableitung und ueberhaupt gar nicht von ‘kultig’ – wie kommen Sie ueberhaupt darauf?

  39. Bernhard Schlegel sagt:

    Alienus
    9. Juni 2015 um 17:05

    Wer so schreiben kann, sollte gut davon leben können! Danke für dieses Kraftpaket zeitgenössischer Literatur!

    Genial erfasst und meisterhaft auf den Punkt gebracht.

  40. Pizpot Gargravarr sagt:

    @Rabbi Jussuf, 9. Juni 2015 um 17:16

    Wäre Fussball eine Ersatz-Religion, dann müsste ein Verhältnis auszumachen sein zwischen Religion und Fussball, d.h. wenig Religion mehr Fussball und umgekehrt.
    Diese Korrelation gibt es offensichtlich nicht.

    Hier bin ich absolut einverstanden mit Ihnen – ‘Fussballgott’ hat ja auch nix mit religioeser Ereiferung zu tun, das zumindest ist hoffentlich jedem zugaenglich…

    Aber der Eindruck erhaertet sich: das Missverstaendnis gruendet wohl auf dem Verstaendnis des Standpunktes des Agierenden resp. Beobachters und deren Projektionen auf den jeweils anderen…

  41. Pizpot Gargravarr sagt:

    @hm, 9. Juni 2015 um 16:43

    @Pizpot Gargravarr
    Mit Ruedi Ottos Eso-Rap im Hintergrund schaffen Sie es garantiert auch mühelos von der Sakralität zur Profanität.

    Ein einziger simpler Post mit soviel Gehalt, das muss Ihnen mal einer nachmachen….

  42. Sole sagt:

    @Michael Bamberger

    Richtig die Säkularisierung schreitet auch in den USA voran, aber steigt der Konsum bei den nicht mehr Gläubigen Amerikanern entsprechend an? Müsste er ja, sofern es sich um einen Religionsersatz handelt.

  43. Pizpot Gargravarr sagt:

    @Sole, 9. Juni 2015 um 17:42

    @Michael Bamberger
    Säkularisierung…USA…Religionsersatz

    Entschuldigen Sie die Einmischung in Ihre interessanten Ansichten – was halten Sie von der Idee, dass einige Maechtige die Vision der ‘USA als einzige Instanz zwischen dem Buerger und ‘Gott’ institutionalisieren’ wollen (‘God bless America’)?

    Quelle: Th.Hobbes – Leviathan

  44. olive sagt:

    @ Alienus
    9. Juni 2015 um 16:06

    “Würde ich mich hinter dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm verstecken, so würden Sie mich finden können.”

    Sie sind der Spezialist in Etymologie.

    Es bleibt noch zwei Fragen:
    “– Haben Sie etwa keine Vorurteile, zu denen Sie stehen könnten?”

    Doch, ich denke, es gibt niemand, der keine hat.

    “– Sind Sie vom Köppel angetan, weil Sie ihn verteidigen?”

    Manchmal ja, manchmal nein. Dämonisieren muss man ihn bestimmt nicht.

  45. Michael Bamberger sagt:

    @ Sole

    Habe nicht die geringste Ahnung, wüsste auch nicht wo nachschlagen.

    @ Pizpot Gargravarr

    “God bless America” scheint inzwischen eine ähnliche Floskel geworden zu sein, wie von Rohrs “mehr Dräck”, meinen Sie nicht?

  46. Alienus sagt:

    @olive

    Die Antworten trösten mich. Wie ein extrafeines Olivenöl!

    Der Köppel ist wirklich kein Dämon, aber…. ein Nationaler, ein Superdemokrat, ein …… .

    Ein Schweizerfreund meinte mal, der Superschweizer Köppel ist sicherlich der Meinung, nein sogar der absoluten Gewissheit, in der Schweiz seien sogar die Schweizerhundehaufen in Parkanlagen vieeeeel besser und deliziöser als die Hundehaufen der übrigen europäischen und besonders der deutschen Hunde. So ein Pinscher.

    Solcherart Einstellungen öffnen oft die Schranken auf dem Weg zum Nationalismus.

  47. hm sagt:

    @Pizpot Gargravarr 9. Juni 2015 um 17:35
    Dann lassen wirs doch beim Kult als religionswissenschaftliches Phänomen (und Sie lassen den Stan Wawrinka aussen vor), dabei verstehe ich Kult insbes. als rituellen Bestandteil von Religion mit – evidentem Befriedigungscharakter, um dies hervorzuheben, als Reaktion auf Ihre Reaktion von 15:20 – und als gesellschaftliches Phänomen, um Ihrer Charakterisierung von ebendann zuvorzukommen, wonach “es in diesem Forum nicht genau darum geht zu belegen, dass jeglicher ‘religioeser Erfahrung’ eine ja nicht nachweisbare transzendentale Erfahrung abgeschrieben wird?”

    Also ich weiss beim besten Willen nicht, wem es in den Sinn kommen könnte – und sei es bloss rhetorisch – zu fragen, dass es in diesem Forum genau darum gehe zu belegen, dass jeglicher ‘religioeser Erfahrung’ eine ja nicht nachweisbare transzendentale Erfahrung abgeschrieben wird?
    Wie gesagt (um 16.20): Ich überlasse solche Felder gerne anderen, denn hinter ‘religioeser Erfahrung’ mag sich mal verbergen was will, aber dass daraus zudem eine “nicht nachweisbare transzendentale Erfahrung abgeschrieben werden” soll, erhellt mir weder Wesen eines Mysteriums noch gibts mir Aufschluss auf ein achtes Siegel – es heisst für mich einfach gar nichts.
    Aber vieleicht geht das ja nicht allen so, die hier lesen, aber dann dürften die sich danach mal fragen, wieso einer> ‘religioese<b<n Erfahrung’ erstens eine transzendentale Erfahrung abgeschrieben (?) wird, die aber, och wie dumm, zweitens nicht nachweisbar sein soll? Also nicht, dass ich mich nicht schon vor dem Frühstück über Paradoxe unterhalten will, aber ich denke Sie finden ohne mich auch genügend Reaktionspotential auf Ihre ‘logische’ Argumentatiosweise.

  48. Pizpot Gargravarr sagt:

    @hm, 9. Juni 2015 um 18:30

    Dann lassen wirs doch beim Kult als religionswissenschaftliches Phänomen (und Sie lassen den Stan Wawrinka aussen vor), dabei verstehe ich Kult insbes. als rituellen Bestandteil von Religion mit – evidentem Befriedigungscharakter, um dies hervorzuheben, als Reaktion auf Ihre Reaktion von 15:20 – und als gesellschaftliches Phänomen, um Ihrer Charakterisierung von ebendann zuvorzukommen, wonach “es in diesem Forum nicht genau darum geht zu belegen, dass jeglicher ‘religioeser Erfahrung’ eine ja nicht nachweisbare transzendentale Erfahrung abgeschrieben wird?”

    Vielleicht dient Ihnen der Gedanke, dass Stan Wawrinka in keinster Weise eine kultige Anspielung war, sondern lediglich auf seine klare Pose: “it’s in the head, stupid”.
    Also befreien Sie uns bitte mit Ihren vereinfachenden Projektionen – denn Religion ist ein mentales Konstrukt, genaehrt aus einem Beduerfnis, das (Ihren eigenen Worten gemaess) nach Befriedigung lechzt.

    Also ich weiss beim besten Willen nicht, wem es in den Sinn kommen könnte – und sei es bloss rhetorisch – zu fragen, dass es in diesem Forum genau darum gehe zu belegen, dass jeglicher ‘religioeser Erfahrung’ eine ja nicht nachweisbare transzendentale Erfahrung abgeschrieben wird?

    Soviel aus Ihren Zeilen entwirrt werden konnte (bitte korrigieren Sie mich im Falle eines Missverstaendnisses), geht es ja gerade um die Entweihung eines Mysteriums: das Mysterium ist Alltag – das Mysterium sind Sie (also ich, also jeder ist sich seines Eigenen groesstes Mysterium). Wer die Macht seines eigenen Geistes und Koerpers kennen lernen will, der soll Sport treiben.

    Deshalb die Anspielung aufs mentale Coaching, also auf (bewusste) Projektionen, die einzig und alleine der Leistungssteigerung der eigenen Wahrnehmung ausgerichtet ist.

    Natuerlich ist eine “transzendentale Erfahrung….aber, och wie dumm, zweitens nicht nachweisbar…”.
    Wikipedia: “Mit der in der Bezeichnung enthaltenen Vorstellung des „Übersteigens“ ist vor allem eine Überschreitung der endlichen Erfahrungswelt auf deren göttlichen Grund hin gemeint”

    Also nicht, dass ich mich nicht schon vor dem Frühstück über Paradoxe unterhalten will, aber ich denke Sie finden ohne mich auch genügend Reaktionspotential auf Ihre ‘logische’ Argumentatiosweise.

    Ein gesunder Schlaf vor dem Fruehstueck soll manchmal auch Wunder wirken… 😉

  49. Pizpot Gargravarr sagt:

    @Michael Bamberger, 9. Juni 2015 um 18:16
    Guten abend, Herr Bamberger. Schoen, von Ihnen zu hoeren.

    “God bless America” scheint inzwischen eine ähnliche Floskel geworden zu sein, wie von Rohrs “mehr Dräck”, meinen Sie nicht?

    In der Tat beziehe ich mich dabei auf eine – wohl im damaligen Moment nicht nur mich aeusserst aufwuehlende – Rhetorik vom damaligen US-Praesidenten G.W. Bush nach 9/11. Wie auch Sie in der Zwischenzeit haben erfahren duerfen, versuche ich vehement die Problematik der Optometrie zu umgehen, indem ich die jeweiligen Aussagen auf den Sprechenden zu projezieren suche: insofern ist ‘God bless America’ vom Standpunkt des damaligen Praesidenten zu verstehen und damit meine durchaus ernst gemeinte Frage: ‘wie hat er dies wohl ernsthaft gemeint?’ 🙄

  50. Michael Bamberger sagt:

    @ Pizpot Gargravarr

    “und damit meine durchaus ernst gemeinte Frage: ‘wie hat er dies wohl ernsthaft gemeint?”

    Da bleibt uns zwei wohl nichts anders übrig, als den G.W.B. persönlich und privat zu fragen, sonst rätseln wir einfach weiter in der Gegend rum.

    Ich delegiere sehr gerne den Anruf an G.W.B. an Sie, just let me know what he told you. >I’ll believe – completely unseen and unchecked – every single word you post, how about that?