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Konsumwelt als Ersatzreligion

Hugo Stamm am Samstag den 6. Juni 2015
Wie ein Gottesdienst: Brasilianische Fussballfans im Maracanã in Rio. Foto: Leo Correa (AP)

Wie ein Gottesdienst: Brasilianische Fussballfans im Maracanã in Rio. Foto: Leo Correa (AP)

Religiöse oder spirituelle Bedürfnisse sind tief in unserem Bewusstsein verankert. Sie gehören zu den ursprünglichen Archetypen oder Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster. Carl Gustav Jung, der Esoteriker unter den Psychologen, führte den Begriff in der Psychologie ein und sprach vom kollektiven Unbewussten.

Es ist tatsächlich auffallend, dass praktisch alle Völker, Stämme und Kulturen ähnliche religiöse Archetypen entwickelten, obwohl sie früher keine Verbindung untereinander hatten, sich also geistig nicht inspirieren konnten. Das Bedürfnis nach etwas Höherem, Mächtigem, Unvergänglichem ist eine Konstante der Menschheitsgeschichte.

Aus psychologischer Sicht führten vermutlich das Bewusstsein von der Endlichkeit allen Lebens und die Angst vor Krankheiten, Unfall und Tod zu den religiösen Archetypen. Gläubige neigen hingegen dazu, die Ursache des Religiösen in der göttlichen Kraft zu suchen, die die Natur belebt und unser Bewusstsein prägt.

Vielleicht erleben wir im aktuellen Jahrhundert den Beginn eines beispiellosen Paradigmenwechsels, denn die religiösen Grundbedürfnisse bröckeln zumindest in der westlichen Welt erstaunlich schnell. Spirituelle Fragen haben bei den jungen Generationen keinen grossen Stellenwert mehr. Auch die Statistiken der Kirchenaustritte verdeutlichen den Wandel und den Zerfall des Archetypus.

Die Bedürfnisse nach Ritualen werden indes nicht verschwinden. Die aktuelle Entwicklung zeigt aber, dass eine Verschiebung hin zu weltlichen Bräuchen stattfindet. Ausserdem löst das Materielle das Spirituelle ab. Der Wohlstand wendet die Aufmerksamkeit vom Jenseits aufs Diesseits. In der Postmoderne brauchen die Menschen Gott nicht mehr zwingend, um die Hoffnung auf Verwirklichung nähren zu können. Gier und Abzockerei sind die neuen Archetypen, der Konsum ist zur Ersatzreligion geworden.

Dies zeigt sich bei der wachsenden Ritualisierung der säkularen Welt. Der Fussball zeigt es eindrücklich. Die Fanclubs bitten jedes Wochenende zum Hochamt. Vom Outfit über den Bierkonsum bis zum Fangesang und dem Animateur im Stadium sind alle Elemente enthalten, die auch einen Gottesdienst ausmachen. Kein Zufall also, dass «Fussballgott» zum stehenden Begriff geworden ist.

Oder das Shoppen. Die Geschäfte bauen eine Erlebniswelt auf, in der Einkaufen zum Ereignis und Ritual wird. Ersatzreligiösen Charakter hat auch das Essen und Kochen angenommen. Kochsendungen gibt es inzwischen auf allen Kanälen, Koch-Castings treiben das Ritual auf die Spitze. Es scheint, dass der Konsum und andere weltliche Rituale die grössten Feinde der Götter sind.

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196 Kommentare zu “Konsumwelt als Ersatzreligion”

  1. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Nun, wie man zu einem Amateur der Etymologie und Hermeneutik werden kann, wird folgend dargestellt.

    n dem 1. Jahr nach der Borrelioseinfektion war für mich keinerlei Arbeitsleistung möglich. Bei ca. 1,5 bis 2,5 Stunden täglicher Schlafleistung schwebt man so über allen Dingen und braucht keinerlei von sonstigen Pülverchen. Nachdem ich die entsprechenden Wörterbücher (Duden) durchgearbeitet hatte, um die Worte wieder zurückzuholen, habe ich die beiden Promotionsschriften, welche meine Silvana vor etlichen Jahren für Studienfreunde korrigiert hatte, durchgelesen. Denn ein befreundeter Psychologe riet mir, in dieser tristen Zeit mir eine neues mentales Betätigungsfeld zu suchen. Er empfahl mir, auch Literatur von und über C.G. Jung zu lesen, um mich tiefer mit seinen Ideen zu beschäftigen. Nachdem ich die ca. 1.450 Seiten der Promotionen und die Jung-Bücher gelesen hatte, war klar: Dies ist’s! Lauter Worte, zunächst aber absolut nicht begreiflich. Das war der äußere Anlas für diese verbale Droge.

    Aber der innere, der wichtige Vorgang war die fantastische Wahrnehmung in einem somnambulen tagtraumartigen Zustand, der folgendermaßen ablief: Nach der langen Zeit des Grübelns und der Sorgen, die Sprache und den Verstand zu verlieren, erschien mir in bei diesem Traum in einer unterirdischen Kaverne eine weißgekleidete Frauengestallt. Klassischer altgriechischer Gesichtsschnitt, altgriechisches Gewand, halbdurchsichtig mit schwarzer Bauchband und rotem Band im schwarzlockigen Haar. Bei der Frage wer denn sie sei, sagte sie „Ich bin Verbalia, die Göttin der Worte”. Aber sie öffnete dabei nicht ihren Mund, sondern wir kommunizierten fortan nur noch nonverbal. Und das mit dieser „Göttin Vertbalia“!!! Nachdem ich ihr meine Sorgen beschrieben hatte, forderte sie mich auf, ihr zu dem über der Kaverne aufgebauten dreigeschossigen Turm zu folgen. So schwebte sie 1 Daumenbreit über der Erde vor mir vorauf.

    Bei dem Aufstieg konnte ich dabei immer mehr von einer seltsamen Formation / Masse sehen. Vom Turm bis zum Horizont und dem gesamten Umkreis war die Oberfläche mit einer Gehirnmasse gefüllt. Je höher wir gekommen sind wandelte sich diese Masse immer mehr in betongrau lackierte Lagerregale. Es war wie in einem unendlich gigantischen Regallager.

    An der Turmbrüstung zeigte Verbalia mir eine Art von Taktstock, Notenschlüssel oder Zauberstab und meinte, ich solle mir ein „Ding oder Vorgang“ denken. Dabei dachte ich an die Venus von Milo. Nachdem die Göttin eine rituelle Handlung mit dem Stab durchführte, öffnete sich unter dem Turm ein großes Holztor und eine unendlich lange, braun-grünfarbige Schlange schoss heraus, sprang zu einem bestimmten Regal, welches sich dann wie hydraulisch betrieben hochfuhr und öffnete. So ging es weiter und alle betroffenen Regale öffneten sich und ich konnte alle Bücher, Filme, Gegenstände, Gerätschaften und Vorträge zu diesem Thema Venus sehen. Alles lief nachvollziehbar ab. Aber ein Vorgang war dabei wichtig, denn diese Schlange von ca. 1 m Durchmesser wandelte sich hierbei kontinuierlich zu einem laserartig, blitzartig gleisenden und heftig pulsierenden Lichtstrahl von ca. 0,1 m Durchmesser, der nun so bis zum heutigen Tage verblieb.

    Nach einigen fehlgegangenen Übungen konnte ich mit diesem Zauberstab verschiedene Themen recht gut ermittel. Die Interpretation ist scheinbar einfach, denn der nun leitende Lichtbündel scheint funktionell, chronologisch und den Zusammenhang ordnend, gut zu funktionieren. Durch Aufspaltung dieses Lichtstrahls kann man auch die zugehörigen Verzweigungen und Vernetzungen gut erkennen und ausdeuten.

    Nach der ersten Begeisterung wollte ich mich bei der Göttin bedanken, drehte mich um und sie war ….. verschwunden. Enttäuscht wachte ich im vollen KO auf. Aber beim Lesen bestimmter Textinhalte merkte ich sofort, dass diese Methode der Göttin Verbalia tatsächlich funktionierte. Zunächst holprig, jetzt aber sehr gut. Einen guten Erfolg erziele ich in der Technik, da hierbei der Fantasie und der notwendigen Basis erkennbare Marken, Grenzen und klare Bezüge gesetzt sind.

    Du siehst, Pasionaria, man muss nur warten können, um von der Muse der Verbalien geküsst zu werden, denn dies kann man mit Gewalt nicht erzwingen. Man wird von diesen ansonsten launischen Damen erwählt.

  2. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Nachtrag:
    Die beiden Promotionsschriften waren natürlich thematisch im Bereich der Etymologie und Hermeneutik verankert.

  3. andersen sagt:

    @Alienus

    Ja, wenn der Mensch in der Nacht träumt, gibt es ein andere Wirklichkeit.
    Es ist schon komisch.

    Für vieles gibt es kein Replay, aber in allem Dingen lebt ein Lied und ich glaube es gibt noch viele Überraschungen.
    Ein interessantes Lied, die der Gegenwart festhält ist :Von Goldplay (Text & Musik) : Fix you

    Gesungen von Salam Al Fihir

  4. Die alte Nervensäge sagt:

    Alienus

    Ich habe mich 2014 gegen Zecken impfen lassen. Fast bereue ich es, nach Ihren Schilderungen, einfach, weil ich auch gerne die Sprache so kennen würde wie Sie. Es waren drei Impfungen. In verdammt kurzer Reihenfolge. Die erste Dosis war problemlos. Die zweite hingegen: Brrrrrrrrr! Es fing an mit Fieber und darauf folgten Kopfschmerzen, die sich wie Kreissägen anfühlten. Ich also: Aspirin! 2 Brausetabletten… Kaum waren die drinn: Die Erinnerung an die Frage der Arztgehilfin. “Nehmen Sie Blutverdünner?” Shit!

    Ich lag in diesem Bette und war plötzlich leichenkalt. Alles schien langsam von Frost überzogen zu werden. Ich hatte voll die Panik, konnte mich aber kaum mehr rühren. Ich entschied einfach abzuwarten und zu sehen was geschehen würde.

    Am nächsten Tag war ich voll kaputt aber die Wärme schlich sich zurück. Ich hatte grosse Angst vor der dritten Impfung, aber sie war harmlos.

    Das war natürlich wieder einmal ein hirnloser Spruch von mir: Ich bereue nichts, nachdem ich Ihren Leidensweg gelesen habe. Davon habe ich nur einen blassen Schimmer. Und der reicht mir vollends.

    Impft Euch, Leute…

  5. Alienus sagt:

    @Alte Nervensäge

    Sie olle Nervensäge, ist es denn möglich, dass Sie hier etwas durcheinander bringen?

    Sie wurden offensichtlich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, also FSME, geimpft. Gegen die Borreliose gibt es keine vorbeugende Impfung, sondern ausschließlich die nachträgliche Behandlung.

    Die Folge des Sprachverlustes und die etymologische und hermeneutische Veränderungen sind doch nicht primär auf die Borreliose, sondern auf die sekundären Folgeentwicklungen durch den extrem überhöhten Blutdruck zurück zu führen.

    PS: Habe auch extrem gefroren. Bei einem Puls von unter 50. Lag im Hochsommer mit zwei Wärmflaschen im Bett.

    Habe danach festgestellt, dass man mit dem Tod und Teufel recht brauchbar verhandeln kann. Die scheinen eine gute Verhandlungstreue bezüglich der Lebenszeit an sich zu haben!!! 😉

  6. Die alte Nervensäge sagt:

    Alienus
    17. Juni 2015 um 16:34
    @Alte Nervensäge

    ” Sie olle Nervensäge, ist es denn möglich, dass Sie hier etwas durcheinander bringen?Sie wurden offensichtlich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, also FSME, geimpft. Gegen die Borreliose gibt es keine vorbeugende Impfung, sondern ausschließlich die nachträgliche Behandlung.”

    Sie haben natürlich recht!!!! Punkto Medizin habe ich Informationslücken, wie ein Scientologe bezüglich Hubbard. Trotzdem oder gerade deswegen lassen mir Tod und Teufel dennoch so einiges durchgehen. Aber man soll den Abend ja nicht vor dem Frühschoppen loben…. Cheers, Alienus. Freue mich Sie wieder zu lesen!

  7. Pasionaria sagt:

    Alienus

    Welch wundersame – im wahrsten Sinne des Wortes – interessante Schilderung.

    Wie kann ein ausgewiesener Skeptiker solch mystische Erfahrungen mit einem derart erfolgreichen Ende, resp. Neuanfang machen?
    Ein Thema, das in diesen Blog – zwar nicht zu obigem Thema – jedoch vollauf passt.

    Diese, Deine Ereignisse sprechen einen an, ich versuche laienhaft nach einer pragmatischen Erklaerung.
    In Deinem Falle musste es sich wohl tragischerweise um eine Neuroborreliose gehandelt haben, die meist das zentrale Nervensystem tangiert, welche nicht selten Halluzinationen ausloesen. In diesem Zusammenhang springt mich die Frage an: kam Paulus ev. auch damals schon mit Zecken in Beruehrung?

    Vorweg, hast Du diese mystischen Erlebnisse niedergeschrieben, dass Du sie dermassen im aeussersten Detail wiedergeben kannst? Dies muss so sein, sonst wuerde sich Deine Erinnerung unweigerlich mit Deinen jetzigen Gedanken, unbewussten nachtraeglichen und praesenten Analysen vermischen.

    Also meine dilettantische Deutung:

    Die “weißgekleidete Frauengestallt. Klassischer altgriechischer Gesichtsschnitt, altgriechisches Gewand, halbdurchsichtig mit schwarzer Bauchband und rotem Band im schwarzlockigen Haar.” >> kann nur Deine Silvana sein!

    “Aber sie öffnete dabei nicht ihren Mund, sondern wir kommunizierten fortan nur noch nonverbal.” >> nonverbal, durch das Vorlegen der genannten Promotionsschriften…..

    “So schwebte sie 1 Daumenbreit über der Erde vor mir vorauf.” >> in Deinem bedauerlichen Zustand konntest Du Silvana gar nicht mehr richtig wahrnehmen.

    “An der Turmbrüstung zeigte Verbalia mir eine Art von Taktstock, Notenschlüssel oder Zauberstab und meinte, ich solle mir ein „Ding oder Vorgang“ denken.” >> Diese Instrumente stellen wohl den Duden, die Buecher von und ueber C.G. Jung und andere Deiner damaligen therapeutischen Lektueren dar….

    “Dabei dachte ich an die Venus von Milo.” >> da findest Du die Deutung eher bei Freud!!

    ” alle betroffenen Regale öffneten sich.” >> das langsame, Schritt fuer Schritt Wiedererlangen der Normalitaet mit all Deinem frueheren Wissen und Abrufen einstiger Erkenntnisse und Gelehrtheiten.

    “Aber ein Vorgang war dabei wichtig, denn diese Schlange von ca. 1 m Durchmesser wandelte sich hierbei kontinuierlich …….”
    >> diese Schlange repraesentiert die folgenschwere, hinterlistige Zecke!!

    “Du siehst, man muss nur warten können, um von der Muse der Verbalien geküsst zu werden, denn dies kann man mit Gewalt nicht erzwingen. Man wird von diesen ansonsten launischen Damen erwählt.” >> hm, sicherlich richtig, nur hast Du nicht nur gewartet, sondern aktiv am Wiedererlangen Deines alten und gesunden Zustandes gearbeitet.

    Fazit: bitte kehre wieder vollstaendig ins Hier und Jetzt und wenn moeglich….. zu Silvana oder deresgleichen (!) zurueck.
    Deine geschilderten Ereignisse halfen Dir, offensichtlich geradezu unwirklich, in bester Form und darueber hinaus……zurueckzukehren. Gratulation und Glueck gehabt!

    Darob kann ich Dir nur weiterhin happy and full landing wuenschen.

    Und nochmals – meide Heu, Buesche und gewisse Waelder – Berggipfel und Venuse sind ungefaehrlicher……

    Cielo – der Blog und Alienus machen mich am Ende noch unfreiwillig zur Laien-Traumdeuterin……, aeusserst interessant!

  8. Rolf Müller sagt:

    @ andersen
    Von der Postur her eigne ich mich nicht für die grobe Abwehrarbeit und erst recht nicht als Torwart..
    Ich bin eher klein, dafür wendig.
    In meiner “Fussballerischen Phase” spielte ich darum im Sturm und wirbelte, tänzelte und dribbelte durch die gegnerischen Reihen, oft im überraschenden Doppelpass-Spiel mit einem anderen “Kleinen”.
    Als Möchtegern-Indianer spielte ich oft barfuss. Das gab mir ein besonders gutes Ballgefühl.
    In der EU, oder ausserhalb,die Schweiz igehört so oder so zu Europa und noch mehr: Zur Welt!
    Die EU ist eine Organisation, nicht mehr und nicht weniger…

  9. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Nachtrag zu 20.13h (mit Betonung auf > 13):

    C.G. Jung wuerde dazu wahrscheinlich sagen > diese Neuroborreliose war im letzten Verstande ein garstiges Leiden, das ihren Sinn schlussendlich gefunden hat!

  10. Hypatia sagt:

    Alienus am 17. Juni 2015 um 09:31

    Eine erstaunliche Geschichte, die Sie uns da erzählen. – Würden Sie sagen wollen, Sie haben das geträumt, oder würden Sie sagen, das habe ich bewusst erlebt? – Natürlich könnte ich Sie nun auch noch fragen, ob Sie diese Geschichte nicht eigentlich erlebt haben, aber auch nicht nur geträumt haben, sondern sowohl irgendwie geträumt als auch irgendwie bewusst erlebt haben. Und schliesslich könnte ich Sie auch noch fragen, ob Sie diese Geschichte nicht vielleicht einfach erfunden haben. Was würden Sie auf die Frage antworten, was einen Skeptiker von der Wahrheit Ihrer Geschichte überzeugen könnte? Natürlich käme es dem Skeptiker auch darauf an, wenn Sie ihm die Frage beantworten könnten, was denn genau die Wahrheit Ihrer Geschichte ist, ob es hier also darum geht, wissen zu wollen oder nur glauben können.

  11. Alienus sagt:

    @Hypatia

    Hoffentlich ist Ihnen bewusst: Ihre Frage kann man nicht und niemals beweiskräftig beantworten!

    Die Plausibilität gewinnt m. E. dadurch, weil dieses archetypisches „Erlebnis“ von meinem Freund, diesen Psychoonkel und mir bewusst und somit gezielt herbei provoziert wurde. Das es solch eine Entwicklung nimmt, war natürlich nicht vorhersehbar! Denn folgt man der These z.B. von Jung, so kann sich eine eigene, im Inneren befindliche Erklärung, ein Lösungsansatz oder sogar eine „Heilung“ zur Erscheinung werden, die sich entfalten kann, weil man diese erblicken und ausdeuten kann.

    Die Frage nach dem bewusst erlebten Traum würde ich auch so bestätigen und somit sehr heftig bejahen. Die Sache läuft in einem unwirklichen Zustand ab, in welchem offensichtlich die Ratio in den Hintergrund tritt und die elementaren Grundinstinkte in den allervordersten Bereich treten. Da ist ein Zustand einer gewissen Körperlosigkeit, Zuordnungsunfähigkeit, eines Schwebens über den Dingen und einer Isolation von der Umwelt. Es gibt kein Zeitgefühl, die räumliche Ordnung ist aufgehoben, die Frage nach links und rechts, oben und unten kann man hier nicht mehr stellen, die dinglichen Sachen verformen, bewegen sich und entziehen sich dem Zugriff. Man sieht sich in der Gefangenschaft dieses Vorganges verhaftet und kann absolut nicht ins Geschehen eingreifen. Es ist, als hätte man zwei Gehirne, die zwar dasselbe sehen, aber nicht die gleichen Konsequenzen ziehen können. Wobei noch gesagt werden muss, dass die erlebten, wahrgenommenen und ausgedeuteten Sachen m. E. absolut nichts mit Esoterik und dem gesamten psychodelischen Kram zu tun hat!!!

    Nun, Sie sehen, wie kann man bei solchen „Erlebnissen und Träumen“ von Wahrheit und Unwahrheit sprechen, wenn man selbst ob solcher „erlebter Träumer“ in Eigenzweifel gerät. Als alter Skeptiker hatte ich zunächst auch so meine sehr, sehr großen Zweifel und habe kurz an keinen Erfolg „geglaubt“. Aber gewisse Teile dieser „inneren Information“ aus diesem „Realtraum“ wende ich noch heute an, wenn ich z.B. den Kindern aus unserer Verwandtschaft, des Freundeskreises und Bekannten schulische Hilfsstellungen zur Vorbereitungen für Abitur / Matura gebe oder hier im Blog betreffend zum Themen schreibe. Dabei wende ich abgeleitete Funktionalitäten der „Traumbilder / Traumerlebnisse“ an, die zu interessanten Ergebnissen führen!

    Hypatia, es ist wie bei der Religion. Glauben oder nicht glauben, das ist hier die Frage. Aber diese Frage betreffend solcher „Realträume“ stellt sich für mich nun nicht mehr. Denn es scheint schon richtig zu sein, dass oft im eigenen Inneren ein Lösungsansatz schlummert. Es ist wie bei Dornröschen, da muss der richtige Prinz erscheinen.

  12. Alienus sagt:

    @Alte Nervensäge

    Was, Sie kennen den Tod und Teufel?

    Sollten Sie beim nächsten Frühschoppen am Stammtisch diese beiden Typen, den Gevatter Tod und den „Chauffeur“ der Unterwelt, den Teufel begegnen, so richten Sie doch bitte von mir Grüsschen aus. ;-)l

  13. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    – Paulus: Nun, möglich ist‘s, aber eher unwahrscheinlich. Die Barrelien-Struktur (Prionen) hätten eine ähnlichen Aufbau wie die Syphilis, sagt man, aber einen gegenläufigen Drehsinn und dadurch ähnliche Auswirkungen. So gesehen ist es möglich, aber nicht wahrscheinlich. Es ist wohl eher so, der Sturz vom Pferd löste sicherlich die gemeinten Vorgänge bei ihm aus. Das kann man auch eventuell bei der Uriella erkennen, die auch vom Pferde fiel und als erleuchtete Heiligkeit auf dem Boden der Tatsachen aufprallte.

    – Habe nicht aufgeschrien. Das brennt sich in die Birne ein! Da sich bei den Ereignissen wohl die beiden Gehirnhälften verselbstständigt hatten, konnte ich nach den Vorgängen mit gewisser Mühe dann die Sachen doch sortieren und somit zuordnen. Eine absolut gesicherte Zuordnung zur wahren Realität oder realem Traum ist nicht mit einer absoluten Sicherheit gegeben. Aber es ist für mich nicht mehr so wichtig, da ja die unterstellbare, weil gesuchte sowie gefundene und dadurch heilende „Botschaft“ angekommen ist.
    Beispielsweise über mögliche „Marienerscheinungen“ analog zu meinen „Träumen“ mache ich mir keine Gedanken mehr, weil es sinnlos ist, sich in sinnentleerte Diskussionen betreffend der wahrlich „erlebten Tatsachen“ einzulassen. Dies sind dann diese Menschen wirkliche Wirklichkeiten, die bei solch einem religiösen Vorgang auch noch durch die religiös unterstellte „Gnade der Erscheinung“ innerlich „bewiesen“ werden. Da kann man nicht mehr argumentieren.

    – Natürlich war das meine Silvana. Ein Teil ihrer Vorfahren kommen aus der Toskana, dem historischen Siedlungsgebiet der Etrusker. Und das war auch ein Siedlungsgebiet der „Altgriechen“. Nun, entsprechende Gene haben sich wohl dort lange festgekrallt.

    – Promotionsschrift auch und natürlich der Verlust meiner Sprach- und Lesefähigkeit.

    – Es scheint den Zauberstab wirklich zu geben(! / ?) 😉

    – Nun, die Schlange ist auch ein Symbol des Wissens und der Erkenntnis, nicht nur in der Bibel. Wobei es mir wichtig scheint, dass dann der Blitzstrahl, dieses Licht der Erkenntnis, erschien.

    – Kann man die Möglichkeiten und Rituale dieser speziellen „Welt“ erkennen, so kann man die Chance nutzen, brauchbare Vorschläge, Erkenntnisse, Hilfsstellungen und „Lösungen“ zu generieren.

    Fazit: Habe die Zecke nicht im Heu, Wald oder Buschwerk gefangen, sondern am echt passenden Ort: dem Friedhof! Der Stich erfolgte am Tag des „Führers Geburtstag“. Entdeckt wurde der scharlachrote Ring am Tag der reichsdeutschen Kapitulation.
    Das Schicksal kennt keine Gnade und kann doch sooooo schön ironisch sein.

  14. olive sagt:

    @ Alienus
    16. Juni 2015 um 10:48

    “mehrtägigen Blutdruck von 360 / 240 mm Hg”

    Ich will ja kein Spielverderber sein, aber mit was für einem Gerät wurde da gemessen?

    Die gehen ja nur bis 300 und mehrere Tage würde man so wohl kaum überleben .

  15. Alienus sagt:

    @olive

    Aber olive, Sie sind doch kein Spielverderber. Die Skepsis ehrt Sie doch.

    Der Doc hatte seine beiden und die des Collegas neuesten elektronischen und geeichten Messgeräte verwendet. Diese gehen üblicherweise bis zum Skalenwert 300. Das Erschrecken der Docs war auch zunächst riesengroß ob der Anzeige der gemeinten E-Funktion in ihren zunächst scheinbar „defekten“ Geräten.

    Für Fortbildungszwecke / Notfälle hatte man noch ein älteres Gerät mit Hg-Roh, Blasebalg und Co. gehabt, das auch neu geeicht war. Dieses Gerät hatte einen Skalenbereich bis 400 mm Hg. Nach der Anschätzung der Docs würde die Dauer laut der Symptombeschreibung wohl bei 3 Tage gewesen sein (können).

    Danach meinte er, ich könnte mich bei der TdF als aktiver Reifenfüllposten andienen. @olive, zu Ihrer Beruhigung zwecks der kaum Überlebensfähigkeit folgendes: habe nicht alle Sachen detailiert beschrieben und werde es auch nicht tun. Ab zwei Tagen spricht man von mehrtägig.

  16. andersen sagt:

    @Rolf Müller

    Der EU ist ein Entität.

    Wie nach die Worte von Winston C.
    : “Don’t Ask me what Europe can do for me, Ask me, what can I do for Europe……..”!

    Viele Grüsse aus Berlin…….

  17. Pasionaria sagt:

    Alienus

    himmlisch, Dein freud’scher Verschreiber, oder steht er absichtlich da “Habe nicht aufgeschrien……” Haettest allen Grund dazu gehabt!

    Deine haarscharfe Beschreibung der fabelhaften Ereignissen muss unweigerlich eine Kombination Deiner gegenwaertigen Verfassung mit Deinem Erinnerungsvermoegen sein, derart praezise und eindruecklich koennten Deine Schilderung sonst unmoeglich sein. Wie lange ist dieser Spuk denn her?

    Vorallem Deine Aussage “Eine absolut gesicherte Zuordnung zur wahren Realität oder realem Traum ist nicht mit einer absoluten Sicherheit gegeben. Aber es ist für mich nicht mehr so wichtig, da ja die unterstellbare, weil gesuchte sowie gefundene und dadurch heilende „Botschaft“ angekommen ist.” – beruhigt mich auf der ganzen Linie….. – immerhin EIN Unterschied zwischen Dir und Paulus oder Uriella, hm…….

    Nebenbei, nicht alle, die vom Pferde gefallen sind, fantasieren, ja spinnen. Olive ist dies sicher schon mehrmals passiert, und sie steht immer noch mit beiden Beinen auf der Erde, aha – vielleicht aber ist dies der Grund, dass sie immer noch die WW liest !! > sorry olive!!

    Was Dir in der ganzen Geschichte, neben Silvana, wohl am meisten half: das Problem zu erkennen, das wichtiger ist, als die Loesung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems fuehrt meist zur Loesung. (A. Einstein)

    A propos Zauberstab gibt es zu Deiner Geschichte einen derart passenden Ausspruch von Ludwig Reiners: Mit dem Zauberstab des Wortes bildet der Mensch aus der Formlosigkeit und Bewegtheit der Welt die ordnenden Gestalten der Begriffe.
    Wenn er das nicht explizit fuer Dich geschrieben hat, fuer wen denn sonst?

    Noch eine letzte Frage, waren Deine Eloquenz und Dein verwurzeltes etymologisches Verstaendnis vor Deinem Schreckensvorkommnis verglichen zum heutigen ebenbuertig oder weniger (mehr ist kaum moeglich……)?

    Interessant, dass Du all dies mit uns geteilt hast, danke.

  18. Pasionaria sagt:

    Alienus

    Fazit zu Deiner wundersamen Heilung:

    Wie wunderbar wir uns wundern ueber jenes Wunder
    dank Instrumenten, Dir zugekommen, blank geschliffen
    die Erscheinungen auf Dich gewirkt grad wie Zunder.
    Zuvor in Begriffen rein gar nichts mehr inbegriffen.

    Man merke: Gesundheit ein so komplex Revier
    Du selbst darin das grosse Wundertier…..

  19. @ Sole sagt:

    etwas Persönliches: Sie hatten noch nie Verständnis für das Schicksal anderer….jedenfalls nicht auf dieser virtuellen Ebene….

    verteilen ihre Sonnenstrahlen wohl dosiert mit dem Salzstreuer

  20. leider sagt:

    seltsame Filterverzögerung….

    und Tschüß

  21. ff sagt:

    und ich setze sogar noch eins drauf, indem ich über die nicht mehr so ganz geheimen Globalisierungspläne der USA lese und nicht recherchiere, wer
    h ttp://pressejournalismus…..com sein könnte….

  22. durfte nicht übersetzt werden sagt:

    von non profit
    h ttp://pressejournalismus.com/2015/02/der-nicht-mehr-ganz-so-geheime-globalisierungsplan-der-usa/

  23. Rolf Müller sagt:

    @ andersen
    Was ist eine “Entität”?
    Ist das eine “Ganzheit”?
    Jedenfalls ist die EU immer noch ein Gebilde “dazwischen”, wie der Nationalstaat, einfach grösser (und aufgeblasener).
    Das Ziel “Weltgemeinschaft” ist damit immer noch nicht erreicht.
    Wie in jeder Gemeinschaft gibt es auch in der EU diejenigen, die profitieren und den Ton angeben und diejenigen, die sich benachteiligt fühlen und die mit der (aufgezwungenen) Gemeinschaft nicht viel am Hut haben.
    Und dann ist es auch heute im Prinzip immer noch so, dass die Reichen und Mächtigen sich im Schloss verschanzen (oben auf dem Hügel mit schöner Aussicht) und die Untertanen unten auf den Feldern schuften, damit sie fürs Ueberleben genug haben und damit sie der Steuerbehörde den “Zehnten” abgeben können für die Bürokratie und den luxuriösen Protz am “Neu-Königlichen Hof”.
    Die Methoden sind im Laufe der Jahrhunderte verfeinert und modernisiert worden, aber das Grundprinzip der gesellschaftlichen Organisation ist das gleiche geblieben und wird sich wohl auch nie ändern, weil das im menschlichen Verhalten nun mal so angelegt ist.
    Natürlich erscheint es mir heute geradezu lächerlich, wenn ich an einer Historischen Ausstellung im Schloss Hallwil vom “Angriff der Berner” erfahre, die bei ihrem Vorstoss durchs Mittelland mehrere Burgen im Aargau belagerten, mit Brandpfeilen beschossen und schliesslich einnahmen.
    Aber heute lese ich im Tagesanzeiger vom Vortag, dass Putin das Russische Atomwaffenarsenal modernisieren und ausbauen möchte und dass dies einen neuen Rüstungs-Wettlauf provozieren könnte.
    Die Bürgerlichen Politiker, die sonst immer fürs Sparen plädieren, wollen bei der Armee mehr ausgeben und einen Minimal-Rüstungsetat festlegen!
    Wie heimelig und geradezu sympatisch wirken auf mich da die Bernerischen Prandpfeile von anno dazumal…
    Andersen, ich finde, Sie leisten unserer Sache der Europäischen Integration einen Bärendienst, wenn Sie die EU quasi heilig sprechen und alle Gegenarggumente und Kritiken an diesem Bürokratischen Gebilde verteufeln!
    Tatsächlich ist es doch so, dass wir aufgrund von historischen Erfahrungen ein gesundes Misstrauen haben gegenüber staatlichen Institutionen!
    Wir wissen zwar, dass es sie braucht. Ohne Staat funktioniert es nicht gut, dann haben wir die mafiose, unberechenbare Anarchie.
    Wir wissen aber auch, dass wir den Staat mittels demokratischer Kontrolle im Zaum halten müssen, da Staatliche Institutionen degenerieren können, durch Gier, Korruption und Machtgeilheit.
    Die tonangebenden Länder in der Europäischen Union sind ehemalige Kolonialmächte, mit einer imperialen, zentralistischen Vergangenheit.
    Sie haben sich während den beiden Weltkriegen gegenseitig “die Köpfe eingeschlagen” im Kampf um die Vorherrschaft in der Welt.
    Diese traumatische Erfahrungen prägen noch heute das Schweizerische Misstrauen gegenüber den Europäischen Nachbarn.
    Diese wiederum machen sich gerne in traditioneller, aristokratischer Ueberheblichkeit lustig über die Schweizerische Behäbigkeit und Provinzialität.
    Aber diese Provinz lebt!
    Bauernschlau und praktisch werden hierzum Beispiel Partnerschaften eingegangen zwischen Dörfern in der Schweiz und in Afrika!
    Die Organisationen der Protestantischen Kirche erweisen sich in solchen direkten Kooperationen als sehr nützlich, da sie die Leute zusammen bringen.
    Bei solchen Missions-Projekten wird der Christliche Glaube gefestigt und in einem guten Sinn auch gelebt!
    Gleichzeitig geschieht ein interessanter Erfahrungsaustausch zwischen Menschen von sehr unterschiedlichen Kulturen und Lebensumständen.
    Auch das sind Beispiele für die “Globalisierung von unten”, die ich für nachhaltiger undwertvoller halte, als die Schaffung von neuen “Firmenlogeos” für globalisierte Grosskonzerne und Super-Staaten, heissen sie jetzt “Syngenta”, “Coca Cola”, oder “Europäische Union”…

  24. Alienus sagt:

    @Pasionaria vom 18.06.2015 um 19.12

    Folgend meine finale Schreibe zu diesem Thema.

    -Tja, es war tatsächlich ein freudscher Verschreiber! Hab’s nicht bemerkt. So kann man sich auch outen. 😉

    – Der Spuck war vor einigen Jahren. Dabei ist noch heutig das Kurzzeitgedächtnis sehr geschädigt und recht desolat, das Mittelzeitg. hat sich inzwischen etwas verbessert und das Langzeitg. ist wesentlich besser geworden. Von der zusätzlich freigesetzten und grenzenlosen Fantasie sowie Kreativität möchte man da nicht schwärmen. Das betrachte ich als ausgleichenden Zugewinn für die übrigen Verluste. Mein guter Psychoonkel wünscht immer, seine Schützlinge sollten ihre Erfahrungen in einem Sinnspruch zusammenfassen. Meiner lautet: „Lieber gut verdrängen als schlecht aufarbeiten“. Das ist m. E. ein recht guter Verarbeitungs- und Lösungsansatz.

    – Die Sache mit der WW ist echt gut, aber jener, der diese Postille schreibt, der muss wohl einen Pferdetritt ans Hirn erhalten haben.

    – Von einer „echten“ Lösung kann man hierbei nicht sprechen. Habe bei anderen Betroffenen mitbekommen, wie deren „Lösung“ elendig endeten.

    – In so einem „Zauberstab“ manifestiert sich die gesamte Erwartungshaltung des Betrachters. Die gesamte „Fantasie-Industrie“ wie z. B. Herr der ….., Harry P….. und andere Märchen brauchen so ein Placebo. Der gesamte Fantasierummel ohne Zauberstab? …….. Unvorstellbar!

    – Nun, in der Selbsteinschätzung würde ich meinen, war vor dem besagten Vorgang dortig so ca. 10 % des heutigen Schmonzes. Aber, dies ist nicht real abschätzbar, da ich einen ähnlichen Vorgang wie den hier gemeinten bereits im 11. Lebensjahr hatte, der die folgende Entwicklung schon arg beeinträchtigt hat.
    So ein Vorgang verändert. Beispielsweise war zunächst der Musikgeschmack bei Beach Boys, Beatles und Black Sabbath, danach ist er beim Bach, Beethoven und Brahms gelandet. Die wirkliche Ursache solch einer Entwicklung ist mir nicht erklärlich. Aber die Schwingungen, Melodien und Nachklänge der alten „Bs“, die lösen eine super schwebend-beruhigende Grundstimmung und generieren / garantieren eine wohlwollende Atem- und Herz-Frequenz. Und natürlich auch die anderen alten Musiker. Ein ist zwar ein etwas seltsamer und „kulturfreier“ sowie „heilender“ Genuss, aber alleweil besser, als hahnemannsche Milchzuckerkügelchen mit Hundeschitt vermengt zu schlucken.

  25. Alienus sagt:

    @Rolf Müller vom19.06.2015 um 09.30

    Hm, liest man Ihren Text, ist man ob Ihres Unwissens, Unkenntnis und etlicher Vor-(ab)-Urteile arg erstaunt!

    Wie Sie zur Unterstellung kommen, die EU sei zumindest auch eine aufgezwungene Gemeinschaft, so haben Sie zumindest insoweit recht, dass auch Sie des faktischen Zwanges unterliegen, in Ihrer aufgezwungenen Gemeinschaft, der CH, leben zu müssen. Denn Sie können doch auch nicht beweisen, diese Entscheidung, in der CH leben zu müssen, freiwillig entschieden zu haben.
    Merke: Die Bürokratie der EU ist kleiner als die der Stadt Zürich, trotz des Vergrößerungsfaktors der EU um ca. 400.

    Liest man die Texte von @andersen, so mag möglicherweise in Ihren Augen diese als eine „… Sache der europäischen Integration einen Bärendienst (erweisen), wenn Sie die EU quasi heilig sprechen und alle Gegenargumente und Kritiken an diesem bürokratischen Gebilde verteufeln“ erscheinen, wobei halt auch Ihnen gesagt werden muss, auch in der CH gibt es Bürokratie. Habe selbst einige seltsame Erscheinungen und Verhaltungen erlebt. Würde aber vermeiden, hieraus ein generelleres Pauschalurteil ableiten. Ob sie die EU heilig spricht, ist doch zu bezweifel. Es ist eher die Zustimmung oder sogar Begeisterung erkennbar, wie Sie sich auch für die CH sind.
    Merke: …. AUCH bei Ihnen ….. Ein Schlüssel für Verständnis und hoffentlich fruchtender Selbsterkenntnis, ….. AUCH auf beiden Seiten.

    Ob Ihre Aussage bezüglich des gesunden Misstrauens so stimmt, möchte man etwas bezweifeln. Die letzte Revolution oder der möglicher Ansatz dazu liegt nun auch etwa 100 Jahre zurück. Da taucht natürlich die Frage auf, ob Sie und Ihr Umfeld keine Revolution durchführen können oder eventuell doch alles in Butter ist. Da Sie zwar über Misstrauen verbalisieren, könnte trotzdem bedeuten, dass Sie aber insgeheim doch revolutionsresistent oder gar revolutionsängstlich sind oder sein könnten.
    Merke: Beweise fehlen auch hier.

    Es ist schon etwas erstaunlich, dass Sie die Keule der Kolonialstaaten herausholen und diese als Schreckgespenst projizieren. Hätten Sie eventuell im Geschichtsunterricht nicht geschlafen, einen guten Geschichtslehrer gehabt oder sich zusätzlich informiert, würden Sie das Prinzip der „Kolonisation“ auch von einigen Schweizerkantonen gegenüber etlichen Schweizergebieten erkennen. Bevormundung, Ausbeutung, Unterdrückung und Verachtung auch hier hat’s ne jahrhundertlange Tradition. Na ja, auch die „Versklavung“ in ihren Grundsätzen hat’s gegeben.
    Merke: Mal über hitorische Bücher gehen.

    Nun zu Ihrer Unterstellung bezüglich der „traditioneller, aristokratischer Überheblichkeit“… die sich angeblich gerne darüber lustig macht. Nun, auch ich habe mich beim Lesen dieses Textes innerlich lustig gemacht, nicht über Ihre den Nachbarn untergeschobene Überheblichkeit, sondern über von Ihnen selbst beschriebene Unterstellung, die m. E. sicherlich eher in Ihrem mangelnden Selbstwertgefühl und möglicherweise unterentwickelter Sozialität gegenüber anderen, nicht ihresartigen Menschen, hier offensichtlich den direkten Nachbarn. Eine gar lustig-listige Vorstellung. Der Eidgenosse als Unschuldslamm und als Opfer. Macht man einen historischen Schnellüberflug über das Heilige Römische Reich, und hier besonders über Gebiete in Süddeutschland, Burgund und auch Oberitalien, tja, da kann man auch die eidgenössische Soldateska erblicken. Beim rauben, töten, morden, vergewaltigen und raffen. Halt wie deren Nachbarn auch.
    Merke: Einseitige Amnesie befreit nicht von historischen Wahrheiten.

    Was mich jedoch in “Rage” brachte, ist dieses: Die EU mit dem Namen eines Herstellers von brauner, klebrig-süßen Zuckerbrause in Einklang zu bringen!

    Empfehlung: Auch mal von der eigenen Hütte nach Dreck Ausschau halten und dann auch mal wischen!
    PS: Sollten Ihnen die europäischen Nachbarn wirklich nicht gefallen, so könnten Sie in Afrika ein Neu-Helvetien gründen und sich dann die Nachbarn nach Ihrem eigenen Gusto gestalten.

    Fazit: 😉

  26. Rolf Müller sagt:

    @ alienus
    Das sage ich ja, weder heilig sprechen, noch verteufeln!
    Also machen Sie das bitte auch nicht mit mir!
    Es gibt Argumente für und gegen die EU, wie es auch Argumente für und gegen lokale Autonomie gibt.
    Im Gezerre zwischen den beiden Polen ergibt sich dann der gangbare Mittelweg.
    Für die Schweiz könnte das bedeuten: Mitglied in der UNO sein und in der EU werden, dabei aber standhaft am Föderalismus und an der direkten Demokratie fest halten.
    Ich bin ein Befürworter des EU-Beitritts, kann aber auch Argumente der GegnerInnen verstehen.
    Aristokratische Ueberheblichkeit zu kritisieren hat nichts mit Minderwertigkeits-Komplex zu tun.
    Aristokratische Ueberheblichkeit hat aber viel mit einem Mehrwert-Komplex zu tun.

  27. andersen sagt:

    @Rolf Müller
    Wenn ein Mensch ein Vertrag unterscheibt, gilt der Grundsatz des Vertrauens, wie auch bei eine Eheschliessung.
    Selbst ich bin auf der Grundsatz des Vertrauen angewiesen.
    Kein Staat und kein Mensch soll dem anderen seinen Willen aufzwingen.

    Die Staatsverträge, die die Schweiz und der EU hat, wurde zwischen gleichberechtige, souveränen Staaten geschlossen.
    Das hat sich am 9.2.2014 ( der grosse Misstrauen herrscht offensichtlich) geändert und darum liegt an der Schweiz nach Brüssel zu gehen, nicht umgekehrt, denn keine von die 28 Staaten wollen die Verträge mit der Schweiz kündigen, dass wäre ja völlig Absurd.

    Chronik:
    Im Jahre 1950 schlossen sich sechs europäische Staaten zu Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Kohle und Stahl zusammen.(Montan-Union).
    1967 verpflichten sich noch 12 Mitgliedstaaten sich, für ihre gesamte Wirtschaft gemeinsamen Regelungen zu entwickeln.(EG).
    Seit 1993 besteht ein gemeinsamer europäischer Binnenmarkt mit weitgehend freiem Waren- Personen-, Dienstleistungen-und Kapitalverkehr.
    Die politische Zusammenarbeit in der Wirtschaft-, Aussen- und Sicherheits-, Verteidigungs- und in der Innen-und Rechtspolitik soll ausgebaut werden.

  28. andersen sagt:

    Korrektur
    Vertrag unterschreibt.

  29. andersen sagt:

    @Rolf Müller

    Und natürlich hat es mich verletzt, wo d’Mörgeli in deutscher Fernsehen sagte; das alle Ausländer ein Last sei.

    Aber, heute weiss ich, dass er nicht dabei denkt, wenn er etwas sagt.

  30. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Das wundersame – dazu gibt es wohl kein anderes, geeigneteres Wort – Ereignis ist mit Deinem ‘finalen’ Schreiben schoen abgerundet hier drinnen oder draussen….. erledigt.
    Erlaube auch mir eine finale Bemerkung. Da es mir aber leider nicht moeglich ist, – was ich soeben bemerke – eine deutsche Uebersetzung zu ‘commitment’ > im Sinne von zielgerichtetem Erstreben > Entschlossenheit, gar in Zusammenhang mit Willensstaerke zu finden (bestimmt wirst Du eine entsprechende hervorzaubern….), so lasse ich keinen Geringeren als Buddha (!) fuer mich sprechen:
    Es ist besser, sich selbst zu erobern, als 1000 Schlachten zu gewinnen. Dann gehört der Sieg dir. Er kann dir nicht mehr genommen werden, nicht von Engeln oder Dämonen, von Himmel oder Hölle!

    Angesichts Deiner neuen Liebe zu ‘alter’ Musik, ein persoenlicher Tipp von mir: Attila von Verdi >

    h ttps://www.youtube.com/watch?v=16rITL6x3Kg
    … eigentlich in ganzer Laenge total empfehlenswert, aber besonders ab 1.06h u.ff > der sog. Himmelserscheinung….. > Huehnerhaut inbegriffen…..!

  31. Rolf Müller sagt:

    @ andersen
    Ich glaube schon, dass Mörgeli denkt, aber er denkt blöd, oder verblödet, dumpf und stumpfsinnig.
    An seinem Beispiel sehen wir, dass nichts unumkehrbar ist.
    Der Mensch kann sich auch zum Schimpansen zurück entwickeln…

  32. Alienus sagt:

    @Pasionaria vom 19.06.2015 um 22.07

    Würde der folgende Spruch nicht etwas von einem Hauch eines nationalsozialistischen Odems an sich haben, so könnte man diesen beispielsweise hier einsetzen können: Wille und Durchsetzung.

    Dank für den Hinweis.

  33. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Wie wuerdest Du somit > commitment in jenem Zusammenhang uebersetzen, um Deinem Spruch den fahlen, winzigen Resthauch doch noch zu nehmen?

    Konntest Du in die Musik hineinhoeren? Wie kam sie bei Dir an – zwischen 1 und 10? Natuerlich alles Geschmacks- und persoenliche Empfindungssache.

  34. olive sagt:

    @ Alienus
    18. Juni 2015 um 13:26

    “Nach der Anschätzung der Docs würde die Dauer laut der Symptombeschreibung wohl bei 3 Tage gewesen sein (können).”

    Dann wird der Doc alles unternommen haben, um diesen lebensgefährlichen Druck zu senken.

  35. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Zu deinem Wunsch betreffend der Darstellung der musikalischen Einwirkung möchte ich anmerken:

    habe irgendwie Hemmung, das ganze Zeugs zu schreiben. Denn es ist sicher ein recht langatmiger und wenig interessanter Vorgang, vom dem ich auch nicht eindeutig sagen kann: ist es wahr, nichtwahr, geträumt oder doch nicht, ganze, halbe oder gar keine Wahrheit oder doch nur die Ausgeburt einer Krankheit und Fantasie. Oder doch von allen Facetten ein bischen?

    Was mich aber trotzdem überrascht und erschreckt ist dieses: einige Details und etliche Episoden sind doch recht erschröcklich. Als alter Skeptiker und verkappet Zyniker bleibt mir immer noch die Spucke weg.

  36. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Vergiss einfach meinen ‘Wunsch’, war mehr ein bedeutungsloser ‘Gwunder’ – trotzdem, hast Du es Dir angehoert (ohne Kommentar abzuliefern)?

    Jedenfals ist ‘Hemmung’ sicherlich nicht angebracht.
    Fuer mich zweifellos > ‘von allen Facetten ein bisschen’!

    “Was mich aber trotzdem überrascht und erschreckt ist dieses: einige Details und etliche Episoden sind doch recht erschröcklich. Als alter Skeptiker und verkappet Zyniker bleibt mir immer noch die Spucke weg.”

    >>>> ebenso erging es mir, wie Du es aus meiner ersten Reaktion sicherlich merken konntest. – Die ‘Episoden’ sind fuer mich nicht ‘erschroecklich’, eher tief mystisch. – Vergiss nicht, Einstein z.B. war Atheist aber bezeichnete sich als ‘religioes’. Eventuell spiegeln Deine geschilderten Empfindungen fundamentale Einsichten in das, was Mystik wirklich ausmacht, wieder?

    Noch eine Anmerkung > Skeptiker ja, > Zyniker weniger, eher Sarkastiker. Denn gerade Du wirst die exakte Bedeutung dieser Bezeichnungen kennen….

    Kein Problem, wenn Dir ‘die Spucke wegbleibt – hast Du jemals von einem Politiker oder Kleriker gehoert, dem die Spucke wegblieb? Somit kann dies nur positiv sein!

    And that was it, thanks!

  37. alles in Griff sagt:

    die Superfrommen

    h ttp://www.idea.de/glaube/detail/pornografiesucht-macht-vielen-maennern-zu-schaffen-91198.html

  38. Alienus sagt:

    @Pasionaria vom 21.06.2015 um 05.48

    – Commitment würde ich im Bezug zum Thema eher mit der „Verpflichtung, genauer einer frei gewählten Selbstverpflichtung“ meinen.
    Geht man in das lateinische Wurzelwerk dieses Substantivs, so passt die Bezeichnung „committere“ für „ausführen, beginnen, zustande bringen …..“ hier doch recht gut und richtig hinein. Denn m.E. ist gerade die Zustandebringung und Ausführung ein nicht zu unterschätzendes Problem. In etwas ausweglos scheinenden Momenten wie hier gemeint, kann solch eine selbstverordnete „Selbstverpflichtung“, wie z. B. diese von mir gewählte Festlegung auf die Etymologie und Hermeneutik, zunächst wie eine schier unlösbare Aufgabe erscheinen, die man aber selbstbestimmt gewählt hat und zunächst nicht erreichbar scheint. Bei dem beginnenden Verlust von Wörtern und der Sprache ist besonders die Beschäftigung mit der Sprache die richtige Handlung, denn gerade das ist das zu lösende Problem.

    Da wird man wohl nahe beim Nullpunkt beginnen müssen und dann ein gewisses Ziel erreichen versuchen, welches man dann aber als erreicht wahrnehmen kann! Im eigenen und bisherigen Bereich seiner eigenen Situation hat man wohl so eine Zielprojektion nicht und kann somit auch nicht den wirklich erreichten Entwicklungsgrad erkennen.

    Fazit: Den Weg in einem bestimmten Mangelbereich suchen, Zielerkennung durchführen, den möglichen Lösungspfad begehen und dann die erreichten Positionen feststellen, hegen und pflegen.

    – Den gemeinten Musikgenuss würde ich in meinem Falle bei etwa 8 der Skalierung festlegen. Die dabei gemachte subjektive Feststellung ist diese, dass bei dieser Musik in gröbster Vereinfachung die bassorientierten, langsameren und tiefer- (und fett-) tonigen Musikstücke mein vegetatives System abgedämpft und somit beruhigt hat. Hatte die Empfindung, dass das Herz-Kreislauf-System ab einem bestimmten Zeitpunkt sich langsam den tonalen Schwingungen anpasste.

    Alles unter der Kenntnis, kein musikalischer Mensch zu sein. Aber die Empfindung und Wirkung ist bis zum heurigen Tag geblieben. Eine euphorische oder sonstig psychedelische Wirkung war nicht vorhanden, sondern „nur“ eine unendlich scheinende innere Ruhe, eine vertiefte Atmung und eine (Er-) Lösung vom momentan vorhandenen Schmerz. Vermutlich hat diese „Synchronisation der Atmung mit der Musik“ die hier beschriebene Wirkung gehabt. Möglicherweise wurde die sauerstoffzufuhr wesentlich verbessert! Ob das ein von dir gemeintes „Hinein hören“ war kann ich nicht beurteilen, weil ich auch ein dann ein „Hinein schweigen“ als notwendigen Vergleichsmaßstab nicht kannte.

    Fazit: Wenn Kühe bei ihrer Milchwerdung höhere Leistungen durch die Musik von W.A.Mozart erbringen, so kann man die Vermutung äußern, dass man als alter Ochse mit der Musik alle Globuli von Hahnemann auf den Misthaufen werfen kann!

  39. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Vorweg – Deine Fazite so lesenswert, herrlich!

    Commitment – Deine Ergaenzung ganz in meinem gemeinten Sinne. Da gibt es noch folgendes Zitat: commitment is the serious promise to press on, to get up, no matter how many times you are knocked down…….. Auch das passend zu jener Situation.

    Ich glaube nicht, dass man ein ‘musikalischer Mensch’ sein muss, um diese auf einen wirken zu lassen. Ich meinte, die jeweilige Musik ist es, die unsere Gefuehlslage resp. unsere jeweilige Stimmung beeinflusst, aber auch umgekehrt, wir waehlen je nach Emotionslage die entsprechende fuer jenen Moment passende Musik.

    Gehoert die Musik nicht auch zu unserer Sprachfaehigkeit? In dem Sinne, dass sie komplexe Gefuehle auszudruecken oder zu verstehen vermag, wo Worte nicht hinreichen resp. fehlen?

    Gibt es ueberhaupt Menschen, die keinerlei Musik moegen? (Sogar KMJ liebt bestimmt Laendler…..)

    Es schwinden uns’re Kummerfalten, solang der Musik Zauber walten.
    Nun, ……sollte es im Jenseits keine Musik geben, ich werde dafuer sorgen, dass sie importiert wird…..

  40. hm sagt:

    Welchen Zusammenhang gibts zwischen der Abkehr vom Religiösen und der Hinwendung zu hedonistischen Werten in unserer Gesellschaft? Bedeutet mehr an Laizität auch gleich mehr an Hedonismus – und alles, was damit zusammenhängt, wie Abfallberge, Ressourcenverschleiss oder Ungleichheit der Einkommen?
    Erstaunlicherweis zählt zu den Bejahern dieser These nicht etwa x-ein New Age Guru, sondern der Sektenexperte Hugo Stamm. Er unterstreicht dies insbesondere aufgrund einer von ihm beobachteten Verschiebung im “Brauchtum“ – als einer Abwendung von spirituell (übersinnlich, mystisch etc., wie etwa das Singen in der Kirche) motivierter Ritualisierung hin zu einer materialistisch, durch Konsum motivierten Ritualisierung wie z.B. bei Suffgelagen von Fussballclubs usw.
    Ich weiss nicht so recht: Die Gruppendynamik, die bei (säkularem) Brauchtum wie auch bei (sakralem) Ritus spielt, ist Identität und daraus abgeleitet – sakral wie profan – Identifizierung. Zudem leben wir in unserer Konsum-, Spass- und Zivilgesellschaft in einer Gesellschaft von multi-personalen Individuen, will damit sagen: Auch als Ministrant bin ich bei der Aufstiegsfeier des lokalen Fussballclubs dabei und als Fussballfan gehe ich auch schon mal in die Kirche oder nehme dann Mike Shivas Dienste in Anspruch. Zudem bin ich Mitglied einer politischen Partei und eines oder zweier Liebhabervereine dieses oder jenes Hobbys und schau auch bei verschiedenen Lokalvereinen mal vorbei. Ich glaube das ist Realität in der mitteleuropäischen Zivilgesellschaft. Also den Zusammenhang zwischen einer von Abkehr von von Religion geprägtem Verhalten zu einer damit (notwendigerweise) einhergehenden Hinwendung zu Hedonismus sehe ich auch nicht.
    Interessant hingegen Hypatias Aufnahme vom 11. Juni 2015 um 01:07: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Abkehr von von Religion geprägtem Verhalten und einer damit einhergehenden Hinwendung zum Hedonismus, denn diese erfolgt aufgrund einer Verdrängung – des Bösen.
    Lohnt sich vielleicht, hier ein paar Gedanken und etwas Zeit zu verlieren …

  41. hm sagt:

    Bevor Sie jetzt aqlso einen Paartherapeuten oder einen Gewichtsspezialisten um seine Meinung fragen, lesen Sie dazu nochmals die Antwort Hyapatias:
    „Was sich darin (Hinwendung zum Hedonismus) verbirgt, ist die Abwendung vom Beängstigenden oder vom Unheimlichen. Es scheint, als müssten wir uns Heutige nicht mehr mit diesem Unheimlichen auseinandersetzen, ja es scheint, als ob dieses Unheimliche seine Macht verloren hat, die es einstmals über den Menschen hatte, denn das Unheimliche (Tod, Krankheit, Angst, Armut, Vereinsamung, Entsetzen vor dem Unvorhersehbaren, das alles zersetzende “Böse” etc.) wird heute seinerseits vom Wissen beherrscht und in die Schranken verwiesen.“

  42. hm sagt:

    Ja, wieso also das Rössl nicht mal von hinten aufzäumen? Wissen beruhigt doch indertat ungemein: Es gibt kein Phänomen mehr, das sich nicht als unerklärlich oder paradox darstellt. Schlimmstenfalls handelt es sich um ein sog. Problem, das ja, jedenfalls etymologisch und prinzipiell betrachtet (als „Vorgelegtes“), nur seiner Lösung harrt …

  43. hm sagt:

    Ansonsten es ja nicht als Problem erkannt würde, sondern bloss unerklärliche, spukhafte Erscheinung der Götterwelt, des Teufels oder gar der personifizierten Illusion à la Maya oder Mahamaya bliebe (und – um den erkenntnistheoretischen Rahmen westlicher Prägung schnell zu sprengen: Indertat ist das Ende des Universums, jedenfalls in seiner Manifestation als Traum eines Gottes oder einer Göttin, nicht absehbar, auch nicht als platzende Blase oder so ähnlich. Es geschähe wenn schon unvorhersehbar und absolut plötzlich).

  44. hm sagt:

    Nun – wie da Probleme aber nun unausweichlich ihrer schliesslich unausweichlichen Lösung harren, erleben wir in diesen Tagen. Die sich abzeichnende Lösung wird sich dabei, um systemisch zu bleiben, mühelos in die Kategorie “selbstregulierend” subsumieren lassen.
    Den Griechen wirds kein Trost sein, aber Chicken Game und Vabanquespiel gehören nun mal definitiv ins Casino.

  45. hm sagt:

    Grosses Aufatmen. Sie scheinens begriffen zu haben.

  46. Bitteschön für die Links sagt:

    Haben Sie die Papiere gelesen?

    h ttp://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=3798652

    h ttp://www.fr-online.de/kultur/religion-und-wirtschaft–religion-und-oekonomie-sind-untrennbar-,1472786,30926242.html