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Religionen brauchen die Hölle

Hugo Stamm am Samstag den 30. Mai 2015
Hugo Stamm

Ausschnitt aus dem Bild «Das Jüngste Gericht» von Hans Memling (ca. 1471). Foto: Wikipedia.org

Ein reformierter Pfarrer sagte mir kürzlich, er habe in seinen Predigten noch nie die Hölle oder den Satan thematisiert. Er wolle die Gläubigen ermutigen und deshalb die frohen Botschaften der Evangelien vermitteln, nicht die Drohbotschaften.

Diese Haltung zu einem religiösen Grundthema ist lobenswert. Das Leben ist oft genug ein Jammertal, da braucht es die Moralkeule der ewigen Verdammnis in der Hölle nicht zwingend. Es darf aber nicht vergessen werden, dass viele Generationen mit dieser Drohung geängstigt und gefügig gemacht wurden.

Die Vorstellung von den endlosen Höllenqualen sind aber immer noch weit verbreitet. Gibt man beispielsweise bei Google den Begriff «Hölle» ein, erscheint an dritter Stelle die Website www.himmel-oder-hoelle.ch. Dort wird den Lesern wahrlich die Hölle heissgemacht. So heisst es beispielsweise: «Das unausweichliche Schicksal jedes Sünders ist der ewige Tod, die ewige Verbannung in die Hölle.» Gott wolle niemanden im Himmel, der «schmutzige, stinkende Sünden» begangen habe. «Oder möchtest du eine Ewigkeit lang ein stinkendes, schmutziges Schwein in deiner Wohnung haben?»

Der Glaube an das ewige Leiden in der Hölle ist vor allem in den Freikirchen verbreitet. Aber auch die katholische Kirche hält daran fest. Der vormalige Papst Joseph Ratzinger verkündete in einer Lehraussage: «Jesus ist gekommen, um uns zu sagen, dass er uns alle im Paradies haben will und dass die Hölle, von der man in unserer Zeit so wenig spricht, existiert und ewig ist für jene, die ihre Augen vor seiner Liebe verschliessen.»

Liberale Geistliche können natürlich die Bibelstellen auch nicht ausradieren, in denen von Satan und der Hölle die Rede ist. Sie interpretieren die Passagen indes humaner. Für sie ist die Hölle das Totenreich, wo die Sünder ihre letzte Ruhestätte finden, während die Erretteten das ewige Leben erlangen. Allerdings finden sich Bibelstellen, in denen die ewige Verdammnis ziemlich eindeutig formuliert ist. Zum Beispiel in der Johannes-Offenbarung (20,10). Vom feurigen Pfuhl ist die Rede, der «von Ewigkeit zu Ewigkeit» brenne.

Fortschrittliche Theologen tun sich allgemein schwer mit der Hölle, denn sie passt schlecht zum Bild vom liebenden Gott, der seinen Sohn für uns geopfert hat. Der Widerspruch lässt sich aber nicht auflösen, wenn man die apokalyptischen Szenarien aus der Johannes-Offenbarung als weitere Horrorbilder hinzunimmt. Dort erleiden die Sünder ebenfalls Höllenqualen.

Überhaupt ist die christliche Lehre ohne Satan und Hölle nicht denkbar. Es braucht den Teufel als Gegenspieler von Gott, es braucht die Strafandrohung als Anreiz für ein tugendhaftes Leben. Ohne diese Dualität würde die christliche Heilslehre in sich zusammenfallen. Ohne Hölle wäre der Himmel die Norm, und es brauchte keine Religion, die den Weg ins Paradies weist.

Ein kultureller Hinweis: Das Theaterstück «Die grüne Katze» von Elise Wilk, das das Junge Schauspielhaus Zürich einstudiert hat, handelt von der unbegrenzten Einbildungskraft des Menschen, die zur sektenhaften Verblendung führen kann. Der Schlüsselsatz: «Wenn du dir etwas lang genug vorstellst, beginnt es zu existieren.» In diesem Stück eben die grüne Katze. Sehr empfehlenswert. Premiere ist am 5. Juni um 19 Uhr im Schiffbau/Matchbox, Zürich. Weitere Daten: 6., 8., 9. und 10. Juni.

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221 Kommentare zu “Religionen brauchen die Hölle”

  1. Gwendolin sagt:

    Aus: Beschreibung des Königreichs Siam / von Herrn de la Loubere, ausserordentlichen französischen Gesandten bey dem Könige von Siam. Aus dem Französischen übersetzt. Mit Kupfern und Chartenverfasser La Loubère, Simon de Verl. / Druck.Grattenauer, Ernst Christoph. – Nürnberg Erschienen
    Nürnberg : Grattenauer, 1800

  2. Gwendolin sagt:

    @Olive: Ja, da hat wohl alles gut gepasst 🙂

  3. Gwendolin sagt:

    songkran.eu/Betelnuss-_-Betelnusskauen-in-Thailand.htm

  4. hm sagt:

    @andersen
    Seit viehrzehn Jahren kontaktfrei, der Wilfried Handl. Wahrscheinlich hält er es wie Sepp Blatter: Ich verzeihe jedem, aber ich vergesse nicht.
    Ich für meinen Teil vergesse gerne – und verzeihe nichts.
    🙁

  5. h29 sagt:

    @ Marcel Mertz et al.
    2. Juni 2015 um 15:45

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Wie kann ich es wissen? Barmherzigkeit, Mitleid, Mitgefühl meint für mich eher Haltung als denn einen spezifischen Wert, den ich aus der Rückschau konstruiere.
    Schlussendlich denke ich Mitleiden ist ein Urinstinkt, der die Überforderung des Gehirns in die Schranken weisen soll. Könnte ja jeden treffen. Weiss ich um jenen Mechanismus lässt er sich auch entsprechend konditionieren und manipulieren. Dann wäre alles nur noch eine Frage der Überzeugung oder des kleineren Übels. Um diesem Dilemma zu entgehen haben wir beispielsweise das Gesetz zur Bestrafung bei unterlassener Nothilfe so oder ähnlich demokratisch als Gesetz definiert.

    Mehr dazu bei: Alice im Wunderland.

  6. Gwendolin sagt:

    Andersen: “ich denke, dass die Mutter Theresa mit die sterbende mitgelitten habe…”

    Ihr Deutsch lässt mich auch mitleiden… Wie wäre es mit Abhilfe statt gegenseitigen Krokodilstränen? In Ihrem Fall: Migros-Klubschule. In Theresas Fall: Leiden lindern statt anzubeten und kultisch zu überhöhen…

  7. olive sagt:

    @ andersen
    3. Juni 2015 um 15:59

    “es gibt dort kein gute medizinische Versorgung und Mittel und sie werde nicht beerdigt, ich denke, dass die Mutter Theresa mit die sterbende mitgelitten habe”

    Mit den Millionen, die sie erhielt, hätte sie auf jeden Fall die medizinische Versorgung etwas verbessern können..

  8. Sole sagt:

    @Olive: Mit den Millionen, die sie erhielt, hätte sie auf jeden Fall die medizinische Versorgung etwas verbessern können.

    Und wären die Geldgeber dieser Millionen nicht demselben Vorurteil aufgesessen wie Hypatia (nämlich, dass Christen barmherziger sind und sich mit mehr Mitgefühl um ihre leidenden Mitmenschen kümmern als Hindus und Muslime), dann hätte sie für ihre miserabel geführten Hospitze möglicherweise gar keine Millionen erhalten. Dass Erschreckendste am Ganzen waren nicht mal die religiosen Neurosen dieser Nonne, sondern dass derartiger Wahnsinn auch noch breite Unterstützung fand.

  9. Gwendolin sagt:

    Sole: “Dass Erschreckendste am Ganzen waren nicht mal die religiosen Neurosen dieser Nonne, sondern dass derartiger Wahnsinn auch noch breite Unterstützung fand.”

    Sehr scharfsinnige Analyse! Und eigentlich hätte Theresa die Millionen ja auch nicht gebraucht, da sie Ihre “Mitleidenden” ja ganz bewusst unter völlig desolaten Umständen dahinvegetieren liess. Die Millionen versickerten wohl eh im Vatikan, wo Bischöfe neue Rüschchenkleider brauchten oder goldene Sigelringe XL für die speckigen Wurstfinger.

    Ja, ja, Mütterlein Theresa war mit Leidenschaft bei der Sache. Bloss: Leidenschaft schafft Leiden…

  10. Gwendolin sagt:

    Theresa wollte keinen Lift einbauen lassen für Menschen im Rollstuhl in einem Gebäude, dass man ihr geschenkt hätte für Obdachlose und wies dieses Geschenk zurück, weil der Lift Bedingung für den Deal war?

    Ich werde seit dieser Info das Bild nicht mehr los: Mütterlein Theresa in schwarzem Lack und Leder.

    Ach, ihr unbedingter Wille zum Leiden pflanzt sich auch heute noch fort! 😉

  11. Pasionaria sagt:

    Entschuldigung – gehoert eigentlich zu > WO IST GOTT!

    A L I E N U S

    Du hast mich zu ‘Gott’ abberufen
    ging dabei auf und ab gar manche Stufen,
    war lang unterwegs, traf ihn aber nicht
    darum widme ich Dir folgendes Gedicht ***

    Am Anfang, da war Aristoteles,
    und ruhende Objekte neigten dazu, weiter zu ruhen,
    und bewegte Objekte neigten dazu, zur Ruhe zu kommen,
    und bald kamen alle Objekte zur Ruhe,
    und Gott sah, dass dies langweilig war.

    Dann erschuf Gott Newton,
    und ruhende Objekte neigten dazu, weiter zu ruhen,
    aber bewegte Objekte neigten dazu, in Bewegung zu bleiben,
    und Energie wurde erhalten, und Bewegung wurde erhalten,
    und Materie wurde erhalten,
    und Gott sah, dass dies konservativ war.

    Dann erschuf Gott Einstein,
    und alles war relativ,
    und schnelle Objekte wurden kurz,
    und gerade Objekte wurden gekrümmt,
    und das Universum war voller Trägheitsmomente,
    und Gott sah, dass dies relativ allgemein,
    einiges aber speziell relativ war.

    Dann erschuf Gott Bohr,
    und da war das Prinzip,
    und das Prinzip war das Quant,
    und alle Objekte wurden quantifiziert,
    aber einige Objekte waren immer noch relativ,
    und Gott sah, dass dies verwirrend war.

    Dann erschuf Gott Alienus,
    dessen etymologischen Analysen fuer ihn bedeuten Verdruss
    wie er den Punkt auf den Punkt bringen tut
    total gelassen, so ganz ohne Wut
    Der bringts halt fertig, anstatt zu beten
    selbst dem gelobten Gott auf die Zehen zu treten,

    Dadurch gibt’s für Gott keinen siebten Tag, um zu ruhn,
    denn Alienus wird dies ihm gegenueber hoffentlich auch nicht tun!

    ***leicht wahrnehmbar, ab wann es von Pas. stammt…..

  12. olive sagt:

    @ Sole
    3. Juni 2015 um 17:52

    “etwas verbessern”
    ist natürlich der reine Sarkasmus meinerseits.
    Sie hätte unglaublich viel Gutes tun können im medizinischen Bereich, das wäre echtes Mitgefühl gewesen, über das sie offenbar nicht verfügte. Sie war gefangen in ihrem Wahn, die Leute kämen durch ihr Leiden näher zu Jesus.
    Dass sie persönlich vermutlich total zerrissen und heillos überfordert war , macht es nicht besser, der Glauben half ihr offensichtlich weder persönlich noch verhalf er ihr zu Mitgefühl.

    Dass Erschreckendste am Ganzen waren nicht mal die religiosen Neurosen dieser Nonne, sondern dass derartiger Wahnsinn auch noch breite Unterstützung fand.

    Die gängige Berichterstattung war ja dementsprechend, Prinzessin Diana spielte mit (offenbar eiferte sie der “Mutter” nach) und so war sie ein Objekt der grenzenlosen Bewunderung für viele und das Geld floss.

    Wenn jemand so als “selbstlos” gehypt wird, werde ich immer misstrauisch. Aber wie schlimm das wr, hat man erst im Nachhinein erfahren.

  13. Gwendolin sagt:

    Pasionaria

    Erste echte, wow!, poetische Klänge ausserhalb der mir missfallenden Klaviatur. Eben: Wow! Da spielt sehr viel Wissen und Erfahrung und dennoch hatte ich das Gefühl, da singt ein Mädchen so rein. Mein Herz haben Sie zusammengedrückt wie eine Orange.

    Einzig: der Switch zu Alienus. Ich weiss nicht. Der Typ ist schon klug und so. Aber es passte nicht. Sie werden sehen, es passt ihm nicht.

    Aber Sie sind etwas grossem glaubhaft auf der Spur. Nicht im glläubigen Sinn.

  14. Gwendolin sagt:

    Ich hatte gerade viel besseres zu tun, surfte aber trotzdem auf der von Herrn Stamm eingestellten homepage:

    himmel-oder-hoelle.ch/

    Punkt CH wohlverstanden.

    Also das kann ja nur die totale Verarsche sein… Aber das ist es wohl nicht. Die Augenkrebsmacher meinen wahrscheinlich was sie fieberträumen. Und ich alter Esel befasse mich auch noch damit!

    An die Urheber:

    Haltet Euch mal einen Spiegel vor den Anus. Weil so sieht Euere site aus. Und fragt Euch: Warum will ich das der Öffentlichkeit zeigen? Wollt ihr die Leute von der NSA abschrecken? Oder nur einfach mal so richtig vulgär sein, aber im christlichen Sinn? Dann wünsche ich Euch Mütterlein Theresa in Euere kaputten Träume und einen Jesus mit unerfüllter Latte. Ja, dreht komplett durch, klickt immer ja für Jesus und nein für echte Berichterstattung, Lasst das Rädchen im Oberstübchen durchdrehen, bis es von selbst rausfällt.

    Dann, hoffentlich, beruhigt sich der Motor und ihr könnt zum ersten Mal vielleicht, einen klaren Gedanken erfassen.

    In diesem Blog ist das nicht mein einsamer Wunsch.

  15. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Tja, Pasionaria, der/die/das Gwendoline hat es schon etwas richtig erkannt!

    Eine kleine Traurigkeit befällt mich schon, dass man immer wieder mit bereits toten Geistesgrößen verglichen wird. Denn man hätte schon einen winzig kleinen Hoffnungsschimmer gehabt, mit noch einem lebenden Geistesheroen, wie beispielsweise dem Superblogger @²Rabbi Bamberger, verglichen zu werden.

    Ob dieser geheim-perverse Wunsch je in Erfüllung geht?

    Beachte: Die Lebenden sind eine mögliche Herausforderung, denn die Toten können sich nicht mehr wehren.

    ¡Buena noche!

  16. Häfliger sagt:

    @ Gwendolin

    Warum sind Sie nicht Pfarrer geworden?

    Ein Talent wie – Sie ! könnte die Menschen Gott näher bringen.
    Wenn Sie sagen: ” Haltet euch mal einen Spiegel vor den Anus.” Und: ” Ich wünsche euch ….einen Jesus mit ….Latte in euren kaputten Träumen etc.
    Lasst das Rädchen im Oberstübchen durchdrehen – Dann beruhigt sich der Motor ..etc.
    Was meinen Sie mit diesen “Bildern ” ? Wer ist der Ansprechpartner ? Also : ich nicht !
    Wenn Dummheit weh tun würde, dann müsste der arme Gwendolin andauernd weinen!
    Wieviele Rädchen sind bei Ihnen bereits rausgefallen? Ein ganzes Kugellager?

  17. Free Info sagt:

    DANN DÄMMERN DIE GÖTTER
    Akon von Jorusa

    Wenn die Valküre beschliessen den Rat
    wenn Haunebu zum grossen Flug bereit
    die Vril entfesselt zum letzten Sturm
    wenn die vier Posaunen laut ertönen
    wenn alle Augen sich gegen Süden werden richten
    und alle Menschheit wird zum Zeugen
    wie sich brennend wird entfachen
    die letzte grosse Schlacht der Lüge
    wenn der Wind des Südens sich wird wenden
    zum Wind des Nordens
    wenn Haunebu im Glanz des Strahlenmeers
    im ewigen Licht das grosse V
    dem Flug der Valküre
    der ewigen Wahrheit den Sieg wird künden
    dann dämmern die Götter einer neuen Zeit!

    Dann werdet Ihr die Hölle erfahren!!

    Euer Free Info

  18. Gwendolin sagt:

    Ich soll Pfarrer werden???? Ja mangelt es denn derart an Nachwuchs? Das kann noch nicht mal ich mir vorstellen. Was die Rädchen angeht… Ich verdanke solchgearteten Spiessbürgern wie den Betreibern von Himmel und Hölle eine ziemlich verkorkste Jugend. Meine Ansicht über diese Bande sucht sich darum mitunter ein Ventil. Mein Vorgehen mag manchmal falsch sein. Aber in der Essenz trifft es wohl dennoch zu. Sonst wäre der Beitrag gelöscht worden.

    Alienus
    Ich denke nicht das Vergleiche bei Ihnen hilfreich wären. Sie sind ein Original. Belassen Sie es dabei.

    Free Info
    Gehen wieder einmal die Gäule durch? Vielleicht weniger Tiefkühllasagna in den nächsten Wochen und ein Abo bei parship?

  19. Klara Brunner sagt:

    £Von guten Mächten wundebar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist nit mir an Abend aber auch an norgen und ganz bestimmt an jedem neuen Tag.

    Tönt doch besser skd Hölle und ist im Sinne Christi Botschaft.

  20. Gwendolin sagt:

    Gute Klara

    Sie sollten nochmals über die Bücher. Sie klammern da, um Christie Willen, verdammt viele Passagen aus…

  21. Gwendolin sagt:

    Und Klara
    Finger weg jetzt vom Eierlikör.

  22. Gwendolin sagt:

    Und damit verabschiedet sich Gwendolin wieder.

    I love You all.

    So bin ich eben…

  23. Klara Brunner sagt:

    @ gwendolin

    Ich meinte weniger Agatha Christie oder Christie’s sondern Jesus Christus. Das ganze Gedicht – hat 7 Strophen -wurde von Bonhöfer zum Jahrswechsel für seine Verlobte verfasst als er in den Verliesen und KZ’ der Nazi weilte und wusste, dass er hingerichtet werde würde.

    Da ist nichts Eierliköriges, sondern was glaubwürdiges von einem beeindruckenden Mann.

  24. Gwendolin sagt:

    Also gut, Klara

    Wieder hier. Sie werfen mir Rechtschreibefehler vor?

    Klara Brunner
    4. Juni 2015 um 14:03
    £Von guten Mächten wundebar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist nit mir an Abend aber auch an norgen und ganz bestimmt an jedem neuen Tag.Tönt doch besser skd Hölle und ist im Sinne Christi Botschaft.

    Alles klar?

    Und hey: Ihr Herr Jesus Christi hat die Welt verbessert?

    Lesen Sie das:

    “Wenn wir vom reichsten Prozent sprechen, dann müssten wir in Russland «nur» 43’000 Franken verdienen, um zum selben Prozent zu gehören wie Präsident Wladimir Putin.

    Deshalb weist die Non-Profit-Organisation Oxfam darauf hin, dass das Augenmerkt auf das reichste 0,1 Prozent gerichtet werden sollte. Die Organisation hat herausgefunden, dass die reichsten 85 Personen auf der Welt gleich viel verdienen wie die 3,5 Milliarden Ärmsten. (ogo)”

    Blick

    Wer hat, dem wird gegeben werden. 85 Personen “verdienen” gleich viel wie 3,5 Milliarden.

    Jesus war und ist ein Scharlatan…

  25. Gwendolin sagt:

    85 Leute mit einem Kapital von 3,5 Milliarden Menschen.

    Wo hockt Gott?

    Franziskus, Blatter, Obama, Putin, Merkel, der Bundesrat und sonstige Gestalten, lassen sich von den 85 verwalten.

    Wir leben in einem grandiosen Witz.

    Unsere Verfassung Satire.

    Man darf es nicht mehr ernst nehmen.

    Ach, Blatter, Du alte Natter, Du bist noch nicht mal der Hofnarr. 85 Leiber benötigen die halbe Welt.

    Dieses Geld binden sie an sich.

    Aber verdient!

    Weil auch die Erbschaftssteuer ein no go ist.

    Weil das Volk der Welt sich GERN für dumm verkaufen lässt.

    Die 85 werden in ihrem Frust darüber alles töten. Sie hassen Dummheit.

  26. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Nihil
    oder
    Etwas
    .

    Bin nicht der Aristoteles, doch liebe ich die Philosophie,
    bin Technikus, der verfällt gelegentlich in Misanthropie.

    Bin nicht der Newton, doch lieb ich die Astronomie,
    bekämpfe jedoch heftigst die recht krude Astrologie.

    Bin nicht der Einstein, doch lieb ich dessen Relativitäten,
    sich mit ihm gleichtun, dies würde zeugen viele Naivitäten.

    Bin nicht der Bohr, doch bewundere ich dessen Quant,
    man selbst wird neben ihm doch sehr, sehr irrelevant.

    Bin leider nur der Alienus, der aus dem verbalen Pott,
    zieht Lose und Nieten, pro und kontra über den Gott.

    Gott schuf die Welt in 7 Tagen und dann nichts mehr tut,
    weil ER offensichtlich die ganze Zeit nur noch selig ruht.

  27. Gwendolin sagt:

    Wir langweilen Gott 85.

    Ein gelangweilter Gott will etwas tun.

    Damit man ihn noch bemerkt.

    Damit man ihn anbetet.

    Gott 85 ist seeeeehr gelangweilt. Die ganzen Kriege in Nahost bringen nicht genug Zerstreuung.

    Nicht die erhoffte!

    Good bye, grausame Welt…

    Denkt selber weiter.

  28. hm sagt:

    Gwendolin et al.
    Wissen Sie, ich bin mehr als zynisch und werd‘ immer schärfer dabei (ich bin mir dieses pseudo-Sloterdijk Gedösel satt), aber es ist mit der Zeit nicht einfach das Ankämpfen des Satirikers gegen den möglichen Sinnverlust aus allgemeiner Dummheit, das zu Erkenntnis greift und notfalls auch zum verzerrenden Entgegenhalten durch Spiegelung (und dies natürlich nicht i.S. einer neuronalen Spiegelung, wenn Sie das nicht bemerkt haben sollten), sondern, um hier zu bleiben, es ist der narzisstische Selbstdarsteller. Sie sind also nicht der einzige und hoffentlich tut ihnen die Erkenntnis gut, zumindest virtuell nicht allein zu sein.

  29. hm sagt:

    Gut, man kann sich fragen, ob Free Info mit seinem i.Ü. zumindest bemühten Beitrag vom 4. Juni 2015 um 08:19 unter die Kategorie narzisstischer Selbstdarsteller fällt. Jedenfalls ist er aber offenbar Schöpfer eines neuen Genres: Der Eso-Rap.
    Fehlt vielleicht noch etwas Drum’n Bass dazu (ich meine vom Rhythmischen her vielleicht noch etwas holprig das Ganze, muss er noch dran arbeiten).

  30. Gwendolin sagt:

    Hm

    Ich habe es versucht, aber ich verstehe Sie nicht. Ihr Text erschliesst sich mir nicht. Vielleicht versuchen Sie es nochmals? Und sonst danke für nichts.

  31. hm sagt:

    Ausser Konkurrenz natürlich Alienus vom 4. Juni 2015 um 21:32. Leserhythmisch genau die richtigen Portiönchen, gut, über den Inhalt lässt sichs natürlich streiten (soll wohl auch so sein), aber ich meine da auch eine klare Botschaft herauszulesen (bis auf die letzten drei Zeilen, ehrlich gesagt …)

  32. Gwendolin sagt:

    Hm

    Ungefähr habe ich Sie jetzt verstanden. Danke

  33. hm sagt:

    Gwendolin
    Also nachmals von vorn: Es ist der narzisstische Selbstdarsteller, der als Zyniker oder Satiriker zur kritischen Feder greift
    (Sie:
    “Wir leben in einem grandiosen Witz.

    Unsere Verfassung Satire.

    Man darf es nicht mehr ernst nehmen.

    Ach, Blatter, Du alte Natter, Du bist noch nicht mal der Hofnarr. 85 Leiber benötigen die halbe Welt.”
    )

    Wenn Sie mit dem “narzisstischen Selbstdarsteller” nicht einverstanden sind, dann verstehe ich auch, dass sich Ihnen meine Worte nicht erschliessen. Aber dann ist auch ein Thiel (i.Ü. nicht, um Sie mit ihm zu vergleichen) für Sie weder Selbstdarsteller noch Narziss?

  34. Alienus sagt:

    @hm

    Wo drückt Sie bei den letzten drei Zeilen der Schuh?

  35. hm sagt:

    @Alienus
    Eigentlich ists die Aussage der letzten vier Zeilen, die etwas irritiert.
    Und nix da von Schuhen die drücken – ich meine bei diesem Wetter trägt man eh Sandalen wenn nicht gar Flip Flops, schon nur dem Fusschweiss zuliebe.

  36. hm sagt:

    @Gwendolin
    Sie haben auch Humor, aber ich verstehe übrigens trotzdem nicht, wieso Sie Free Info vom Genuss von Fertiglasagne abraten und dafür ein Musterabo für parship empfehlen (Gwendolin, 4. Juni 2015 um 10:26)?

  37. hm sagt:

    Okay, okay, selber Pappnase verlässt den Blog sicher nicht als Schockschwerenöter.
    Also. Kennt Ihr den?

  38. hm sagt:

    Oder kennt Ihr deeeeehhhhhhhhhn …..
    ??

  39. Gwendolin sagt:

    Hm

    Nun… Neben der Selbstdarstellung gibt es noch die Fremddarstellung und die bewusste Verstellung, also Täuschung. Und natürlich die Selbstverleugnung. Was also soll eine einigermassen ehrliche Haut tun, wenn nicht von dem Krümelchen ausgehen, dass ihn scheinbar als Person ausmacht. Scheinbar, selbst das grösste Selbst im Grunde eine Illusion ist, ein etwas, dass uns vorgaukelt jemand zu sein… Man stellt sich also vor jemanden Darzustellen und speist diese Vorstellung durch die Reaktionen der anderen “Selbstdarsteller” indem man ihnen recht gibt bezüglich der Wahrnehmung der eigenen Person oder eben nicht. Das “Selbst” versucht also dem anderen zu ent- oder eben zu widersprechen. Und da das jede Person tut, ergibt sich die Illusion eines Ichs für mich selbst und Merkmale, die ich anderen zuordne. Vielleicht hat das von Anbeginn an mit der Zellteilung zu tun. Wir stammen zwar alle aus derselben Suppe, unser Organismus grenzt sich nach aussen jedoch ab. Jeder Darsteller stellt damit eine Facette des Selben dar. Auf individuelle Weise. Sie hm stellen mich so dar, wie Sie das tun, um von sich abzulenken. Aber meine Entgegnung verweist Sie wieder auf sich selbst. Sie stellen dann individuell meine Entgegnung dar, indem sie darauf reagieren. Egal wie. Man stellt so eigentlich immer eine Wechselwirkung dar. Babys, denen man diese Wechselwirkung entzieht sterben, da sie nicht auf aussen reagieren können. Ihre Darstellung bleibt ohne Antwort.

    Als Narzissmus bezeichnet man die übermäßige oder krankhafte Bedeutung, die eine Person ihrem eigenen Bild beimisst. Wiki

    Haben Sie, hm, den Eindruck von mir, dass ich darunter leide? Oder andere dadurch wegen mir leiden?

    Besten Dank für eine ehrliche Antwort.

  40. Gwendolin sagt:

    Fertiglasagne besteht aus einem grossen Anteil Pferdefleisch… Wenn die Pferde der Vernunft (William Blake) durchgehen kann das vielleicht mit “immer mehr desselben” (Paul Watzlawick) zumindest schmunzeln korrigiert werden…

    Hmm?

  41. Gwendolin sagt:

    Also: mit weniger desselben. Sorry.

    Und parship… War ja nur ein Vorschlag. Einsamkeit kann tötlich sein.

    Siehe oben…

  42. Gwendolin sagt:

    Hm?

    Ja, ich kenn den. Aber den anderen nicht. Ist das schlimm?

  43. hm sagt:

    Gwendolin
    Bezüglich Pferdefleischlasagne hab’ ich mir Ähnliches auch vorgestellt – und es stimmt, was Sie sagen, sobald kommuniziert wird. Falls nicht kommuniziert wird, wirken Ihre Worte wie hingestellt und insofern müssen Sie sich nicht verwundern, wenn das bei anderen den Eindruck von Selbstdarstellung weckt. Ist es ja jetzt aber nicht, insofern nehm’ ich den Vorwurf des Narzismus zurück (mag er bloss auf meine Kappe gehen), aber den Eindruck einer gewissen Naivität hab’ ich schon, insbesondere auch wenn Sie (gerade hier) von “bewusster Verstellung, also Täuschung” reden.
    Ich selbst kommuniziere äusserst unehrlich, bewusst verstellt und täuschend – aber selbstverständlich bin ich grundsätzlich ein ehrlicher Mensch. Ich bins einfach so, wie ich es für richtig halte und nicht wie es von mir erwartet wird. Ich bin das Gegenteil von verlogen.
    Noch bezüglich den Babies, die sterben, wenn man ihnen jegliche Wechselwirkung entzieht: Ich will mich nicht in die Diskussion über “spiegelneuronische Empathie vs. christliche Nächstenliebe” (so würd’ ich sie mal beschlagworten) einmischen, aber mein Seitenhieb gründet einfach auf der Tatsache, dass die Erkenntnis über Spiegelneuronen der modernen Neurophysiologie eigentlich nicht mehr an Erkenntnis bringt, als die Sprachexperimente des Staufers Friedrich dem Zwoten von Sizilen auch schon. Und das war im tiefsten Mittelalter. Bin also so klug als wie zuvor.
    Schönes Wochenende

  44. hm sagt:

    … ui, Gwendolin, da haben sich aber ein paar unserer Postings gekreuzt …
    also mein 17.00 nimmt Stellung zu Ihrem 15.51 (der Rest sollten Witzchen sein …)
    Zudem werde ich Ihnen frühestens morgen, aber wahrscheinlich erst nächste Woche anworten können.
    Also tschö

  45. Gwendolin sagt:

    Hm

    Ich habe nichts mehr beizufügen

    Sie haben mich inspiriert.

    Man kann, was ich schrieb viel besser schreiben.

    Ein Anfang ist getan. Danke, hm.

    Mehr traue ich anderen zu…

  46. Gwendolin sagt:

    Ich, ein anderer

    Kann man es besser sagen?

    Da ging einmal der Nobelpreis hin zu wahrer Grösse.

  47. Gwendolin sagt:

    Hm

    Ja. Es fällt auf Sie zurück.

    Es fällt auf Sie zurück.

    Da gibt es kein Entkommen.

    Selbstgefällig,wie Sie sind.

    Hart aber fair, hm?

  48. Gwendolin sagt:

    Hm

    Denke nach.

    Denke weiter.

    Denke.

    Dann wird hm nicht mehr zentral sein.

    Sondern das Denken.

  49. Alienus sagt:

    @hm vom 05.06.2015 um 14.50

    Nun, die Aussage der letzten vier Zeilen ist ein kryptographisches Elaborat, welches zwischen @Pasionaria und mir geschrieben wurde und nur von ihr verstanden wird.

    Aber es gibt ein Problem dabei: ich selbst kann nun diese Botschaft der vier geheimen Zeilen nicht verstehe. Sollten Sie dieses Mysterium knacken, so teilen Sie es mir bitte mit.

    PS: Da ich zuvor in der „Weltwoche“ etwas rumgelesen habe, hatte ich mir natürlich standesgemäß die entsprechenden Kampfstiefel angezogen. Ansonsten kann man sich durch den dortigen Dreck und Schmiere nicht durchkämpfen! 😉

  50. Gwendolin sagt:

    Heja, Pasionaria
    Alienus schreibt Dir codiert.

    Romantisch.

    Hm versucht jetzt verzweifelt zu verstehen!

    Aber das tun wir doch alle. Aber das Hirn wird erkalten bevor wir es tun.

    Wir haben keine Chance. Alle sterben dumm.

    Traurig aber immerhin wahr.

    Und fett und verschwitzt und mit Fussnägeln, die niemand sehen will.

    That’s life.

    Und jetzt lasst sie Schönen singen…