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Holocaust als karmischer Ausgleich

Hugo Stamm am Samstag den 21. Februar 2015
Hugo Stamm

Amerikanische Soldaten und Häftlinge stehen hinter dem Tor des Konzentrationslagers Buchenwald (April 1945). Foto: AFP

Die Reinkarnationsvorstellung, oft gekoppelt an die Karmatheorie, hat ihre Wurzeln primär in den fernöstlichen Glaubensvorstellungen. Diese religiöse Idee, vor allem im Hinduismus und Buddhismus zu finden, ist sehr alt, hat eine fatalistische Komponente und passt schlecht in ein modernes Weltbild. Heute bauen wir das Zusammenleben, die gesellschaftlichen Ordnungen und Gesetze darauf auf, dass der Einzelne ein autonomes Wesen ist, das für sein Tun die Verantwortung trägt.

Das Konzept von der Wiedergeburt geht hingegen davon aus, dass Menschen Einflüssen ausgesetzt sind, die angeblich mit früheren Leben zu tun haben oder auf kommende ausstrahlen. Zwei Beispiele: Gute Taten im aktuellen Leben können zu einer Belohnung im nächsten führen. Fromme Hindus denken dabei gern an einen Aufstieg im Kastensystem. Oder: Wer in einem früheren Leben jemanden umgebracht hat, muss damit rechnen, dass er später selbst Opfer eines Verbrechens wird, auch wenn er ein vorbildliches Leben führt. Ein solch fatalistisches Weltbild lässt sich schlecht mit modernen psychologischen, sozialen oder pädagogischen Erkenntnissen oder Grundsätzen vereinbaren.

Dass dieser Glaube in Indien fortlebt, weil er einer alten Tradition entspricht, lässt sich einigermassen nachvollziehen. Dass aber heute im Westen Millionen von Menschen die Idee in ihr Weltbild integriert haben, muss als geistiger, kultureller und religiöser Rückfall gewertet werden. Zu verdanken haben wir diesen anachronistischen Rückschritt der modernen Esoterik, die inzwischen weite Gesellschaftskreise durchdrungen hat.

Dieses Beispiel zeigt, welch problematische Auswirkungen esoterische Ideen auf die Geisteshaltung vieler Menschen im Westen heute haben. Die Esoterik westlicher Ausprägung kultiviert das magische Denken und den Aberglauben. Es ist der Glaube an übersinnliche Geistwesen und Verstorbene, mit denen man angeblich kommunizieren kann, der Glaube an Elfen und Einhörner, an die Idee eines raschen spirituellen Paradigmawechsels, der aus uns egozentrischen Menschen sanfte Wesen machen soll.

Wie fatal der Glaube an die Karmatheorie und ihre esoterischen Modifikationen ist, hat uns der Esoteriker Trutz Hardo demonstriert. In seinem Buch «Jedem das Seine» (in Anlehnung an die Torinschrift im Konzentrationslager Buchenwald) wollte er nachweisen, dass die Karmaidee sich auch an einem extremen Beispiel wie dem Holocaust «beweisen» lässt. Der Autor behauptet, die ermordeten Juden hätten sich ihr Schicksal im Dritten Reich ausgesucht, da sie sich in früheren Leben ähnlicher Verbrechen schuldig gemacht hätten. Ist das Dummheit? Vielleicht. Mit Sicherheit aber esoterische Verblendung.

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312 Kommentare zu “Holocaust als karmischer Ausgleich”

  1. Relevanz sagt:

    @ Klara Brunner

    Es geht darum, wie man wirklich denkt und nicht, wie man glaubt zu denken. Kopf oder Herz ist nicht nur symbolisch gemeint. Sich selber vorzumachen, besser zu sein als andere, ist ein generelles Problem und hat allein mit dem Ego zu tun.

  2. hm sagt:

    @Jolly Roger
    Sicher sind solche “Klerikalfaschisten” fromme Menschen, die morden und da ich gerade am Schreiben einer Kurzgeschichte bin (Die Geschichte des Mordes) möchte ich Sie schon fragen, ab wann denn zum Tod verurteilte Mörder bewusst nicht mehr vom Angebot der Kirche, also letzte Beichte oder Ölung, keinen Gebrauch machen, also quasi als (zumindest passiv) bekennende Atheisten in den Tod gehen?

  3. Klara Brunner sagt:

    @ relevanz

    Stimmt. Sehe ich auch so. Aber Sie wissen denn doch auch, dass das ein “Stück Arbeit” ist oder?

  4. Relevanz sagt:

    @ Klara Brunner
    “Aber Sie wissen denn doch auch, dass das ein “Stück Arbeit” ist oder?”

    Nichts könnte wahrer sein! Theorie und Praxis – das Problem, das wir alle kennen.

  5. Jolly Roger sagt:

    @hm
    Als am Vorgehen selbst erst posthum Beteiligter wäre es für mich relativ einfach, dir zu antworten, lieber hm, aber vielleicht kannst du dir die Frage selbst beantworten?
    Unterschiede dann aber bitte zuerst die untersuchten Gruppen nach Konfessionen: Die Protestanten kennen keine (persönliche) Beichte und auch keine Krankenölung, sehr wohl aber Segnung und teilweise auch Handauflegung.
    Nun existierte historisch betrachtet gerade bei Hinrichtungen von Piraten keine oder nur eine beschränkte Möglichkeit der aufschiebenden Wirkung. Es konnte somit der häufige letzte Wunsch, einen Geistlichen zu sprechen, wohl nicht immer erfüllt werden. Zudem ist keine Rechtstradition bekannt, die ein solches Recht überhaupt garantierte. Bekannt ist, dass die strafausführenden Personen, also Gefängnispersonal und Henker, einen letzten Wunsch dem Todeskandidaten anboten, um mit ihm Frieden zu schliessen, also versuchten ihm einen Fehdeverzicht abzuringen. Daraus entwickelte sich das Brauchtum der Henkersmahlzeit, welches i.Ü. deutlich zu einer Reduktion von Geister- und Spukgeschichten beitrug.

  6. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Deutschland – “Schläge, bis die Kinder zu Boden gingen” – Der Chor der Regensburger Domspatzen ist weltberühmt. Doch in seinem Internat spielten sich bis weit in die 90er-Jahre hinein Gewaltexzesse gegen Schüler ab. Was wusste Chorleiter Georg Ratzinger? “Liebe Eltern, mir geht es gut, wie geht es euch?” Mit dieser Floskel mussten Schüler am Internat des Domspatzen-Chores in der Vorschule in Etterzhausen und später Pielenhofen (Landkreis Regensburg) regelmäßig Briefe an ihre Eltern beginnen. Die Briefe wurden zensiert – von Priestern und kirchlichen Mitarbeitern, die im Alltag die Dritt- und Viertklässler prügelten, was das Zeug hielt. Das ist das Ergebnis eines Berichts über Prügelstrafen im Internat der Domspatzen. Die Gewalt war weit bis in die 90er-Jahre gang und gäbe für die zehn- bis elfjährigen Sängerknaben. Nach sexuellen Übergriffen, die an Internatsschülern inzwischen vor allem für die 60er-Jahre gut dokumentiert sind, gesellen sich nun noch grauenhafte Schilderungen von Prügel und Züchtigungen. Insgesamt 72 ehemalige Grundschüler, die im Landkreis Regensburg die Vorschule des weltberühmten Chors besucht hatten, meldeten sich bei der Diözese, seit Missbrauch- und Prügelvorwürfe durch den Direktor des Canisius-Kollegs in Berlin aufgedeckt worden waren.” (24.2.15)

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article137783420/Schlaege-bis-die-Kinder-zu-Boden-gingen.html

  7. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    UK – “Former Norwich priest breaks down in court during sex abuse Trial – A Catholic priest from Norwich broke down in tears yesterday at his sex abuse trial as he recalled his pornography collection. Father Anthony McSweeney, 68, denied molesting three teenage boys at Grafton Close children’s home in Hounslow, west London, between 1979 and 1981. But he admitted being shown a child sex porn film by his close friend, the care home manager John Stingemore, 72 – who was found dead weeks before the beginning of his trial. McSweeney did not tell the authorities as it “did not occur” to him. He also confessed to going to Amsterdam’s notorious red light district with Stingemore, where he bought gay porn.” (24.2.15)

    http://www.edp24.co.uk/news/former_norwich_priest_breaks_down_in_court_during_sex_abuse_trial_1_3968292

  8. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Australia – “Sex abuse probe widens into Victorian Catholic school – Detectives investigating an employee at St Patrick’s College in Sale over the sexual assault of students have now widened their probe after receiving information other employees were involved.” (25.2.15)

    http://www.heraldsun.com.au/news/law-order/sex-abuse-probe-widens-into-victorian-catholic-school/story-fni0fee2-1227238221964

  9. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    UK – “Two men arrested over historical sex abuse claims at infamous Catholic boys home – Two men have been arrested in relation to alleged historical sex abuse at an infamous Catholic boys home, police said. A 72-year-old man from Bedford was arrested on suspicion of sexually assaulting four children, while a 79-year-old man from Mundford, Norfolk, was arrested on suspicion of six sexual and 14 physical assaults at St Francis Boys’ Home in Shefford, Bedfordshire.” (24.2.15)

    http://www.itv.com/news/2015-02-24/two-men-arrested-over-historic-sex-abuse-claims-at-infamous-catholic-boys-home/

  10. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “A pastor at Memorial United Methodist Church who had served as a substitute teacher has been charged with sexually abusing a teenager between 2008 and 2012. Investigators allege Corby Blanton, 32, has been charged with five counts of unlawful sexual conduct with a minor, according to 10TV.com. Blanton had been serving as a substitute teacher for Cardington-Lincoln Local Schools when he met a then-14-year-old student. According to 10TV.com, investigators say Blanton began tutoring the boy outside of school without the district’s knowledge when the alleged sexual abuse began.” (25.2.15)

    http://www.mansfieldnewsjournal.com/story/news/local/2015/02/23/pastor-substitute-teacher-faces-sex-abuse-charge/23910993/

  11. Roll over sagt:

    @ Bamberger
    @ Stamm

    Einfach -zig Artikel aus dem Netz zu kopieren, was hat das mit Diskussion zu tun? Und dann auch noch völlig am Thema vorbei.

  12. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Chili – “Un évêque aurait couvert des abus sexuels – Une trentaine de prêtres et de diacres du diocèse d’Osorno, au sud du Chili, ont demandé la démission de leur évêque, Mgr Juan Barros Madrid. Celui-ci est accusé d’avoir couvert Fernando Karadima, un prêtre coupable d’abus sexuels sur des mineurs.” (23.2.15)

    http://www.laliberte.ch/news/un-eveque-aurait-couvert-des-abus-sexuels-275063#.VO3p8NdbC00

  13. Michael Bamberger sagt:

    @ Roll over

    “Einfach -zig Artikel aus dem Netz zu kopieren, was hat das mit Diskussion zu tun? Und dann auch noch völlig am Thema vorbei.”

    Wie würden die geschändeten Kinder reagieren, wenn sie erfahren würden, dass Sie sie als “völlig am Thema vorbei” abtun?

  14. Ueli sagt:

    @Klara Brunner
    Dass die Nazis nicht gerade zimperlich mit Regimegegnern umgegangen sind ist mir bewusst. Trotzdem haben viele (auch gebildete) Bürger nicht nur aus Angst die Klappe gehalten, sondern die Schweinerei mit offenen Armen willkommen geheissen!
    Reinhold Schneider (einer der dabei war) schrieb dazu: “Auch Männer, die ich hoch verehrte, sahen, ob sie die Ideologie und Methode auch verurteilten, die Möglichkeit, den Aufbruch des Reichs. Antimilitaristen, so wenig wie ich imstande, ein Gewehr zu handhaben, freuten sich über die Besetzung von Paris. Kritische Geschichtsforscher prophezeiten das germanische Weltreich. Gegner des Systems, die schwer unter ihm gelitten hatten, erörterten die planmässige Zerstörung Londons. In Kreisen, die man gut bürgerlich nennt, bei Lampe und Strickstrumpf, wurde die Meldung von der Versenkung eines englischen Schiffes, dem Ertrinken der ganzen Mannschaft, mit Freude aufgenommen, die von der Bombardierung einer Stadt mit Genugtuung, vom Widerstand der Polen, der Norweger, Griechen mit Erbitterung. KZ`s sollten nicht sein und waren also nicht da…”

  15. Ueli sagt:

    @Klara Brunner
    Ein lesenswertes Buch zum Thema schrieb auch Hermann Glaser: “Spiesserideologie”. Dort wird beschrieben wie der spätere “Erfolg” von Hitler und seinen Schergen schon im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im muffigen Deutschland der Gartenlauben und Schrebergärten seinen Anfang nahm.

  16. Roll over sagt:

    @ Bamberger

    Die “geschändeten Kinder” haben wohl andere Probleme und ganz sicher nicht auf Sie gewartet. Hier den Pseudo-Hilfreichen zu markieren um dem eigenen Ego zu schmeicheln hilft niemandem etwas.

  17. Hypatia sagt:

    Klara Brunner am 25. Februar 2015 um 13:27@ Relevanz

    “Und dann wäre da noch die Frage der Definition von Gut und Böse die sich u.A. an gesellschaftlichen Normen orientiert und u.U. deswegen verändert. So war es vor etwa vor Jahren durchaus üblich bei ledig Schwangeren das Geburtsverhör durchzuführen. Während der Geburt wurde die Frau immer nach dem Vaternamen gefragt auch wenn sie den z.B. gar nicht wusste. Zuweilen starben Frau und Kind unter Schmerzen dabei. Gegenwärtig waren Rechtskundige, der Pfarrer, und jene die ausgewählt wurden das Verhör durchzuführen.

    Für mich ist das Folter. Damals war es einfach eine gängige Massnahmen zur Disziplinierung v.A. junger Frauen.
    Für mich ist das sogar sehr böse und unmenschlich..aber damals halt nicht.”

    Erst mal vielen Dank für Ihren Hinweis zu den Geburtsverhören. Mir war das nicht bekannt. Sie sagen: “Für mich ist das sogar sehr böse und unmenschlich..aber damals halt nicht.”

    Sie nehmen hier die Perspektive der Pfarrer, Richter und vor allem wohl der Männer ein, wenn Sie meinen, dass eine derartige Praxis “damals” nicht als bösartig empfunden wurde. Ich denke, Frauen, die unter diesem Unrecht leben mussten, werden das auch damals als bösartig empfunden haben, zumal, wenn frau die Wahrheit über den Vater schon ausgesagt hatte! –

    Es gibt Dinge, die unterliegen keinen “gesellschaftlichen Normen”, um böse genannt zu werden. Quälen um des Quälens willen, Töten um des Tötens willen, Schlagen um des Schlagens willen, Erniedrigen um des Erniedrigens willen – das Böse existiert allein umwillen des Bösen und ist destruktiv allein, weil es destruktiv sein will. Das kann man durchaus “böse” nennen. Ihr Beispiel des Geburtsverhörs zeigt das deutlich. Eine Frau wird gedemütigt, weil sie gedemütigt werden soll. Das ist der einzige Sinn dieser Praxis. Eine Art von Folter. Abu Graib: Dort wurden Menschen auch gedemütigt, weil sie gedemütigt werden sollten. Allein deswegen. Die böse Fratze Amerikas zeigte sich damals in den Nachrichten. Das Böse kann nicht durch Böses getilgt werden. Dennoch glauben viele daran. Aber so wandert es nur weiter. Jeder vernünftige Mensch wird auch damals schon gedacht haben, wie bösartig Menschen doch sein können. Gerade, wenn man sich vor Augen führt, dass es sich um sogenannte “Christen” gehandelt haben wird! –

  18. hm sagt:

    Abgesehen vom nach wie vor unsinnigen Satz “Der IS ist eine höchst moderne Form des Klerikalfaschismus.” renkt sich Uelis Schreibe wieder ein, dünkt mich.
    Eine spezielle Affinität des “Deutschtums” zu Obrigkeitsgläubigkeit und auch Militarismus ist ja auch Gegenstand des “Untertans” von Heinrich Mann, also auch in Deutschland längstens Thema. Hans-Ulrich Wehler zieht m.W. diesbezüglich gar eine Kontinuität zurück bis zu Luthers Obrigkeitsverständnis.

  19. Karl Martell junior sagt:

    Da loben wir uns doch die drittwichtigste Religionsgruppe Westeuropas, die für die westeuropäischen Esoterikern bezüglich Karma, ein süffisantes Lächeln haben, meines Erachtens zu Recht. Meine mohammedanischen Bekannten sind für mich eine gute dritte Meinung (Hugo Stamm ist die erste) und immer wieder lustig bis überraschend. Mohammed hat in diesem Sinne (Karma) seinen Gläubigen keine vor- und nachgeburtliche Last eingebrockt. Alleweil eine Leistung. Deswegen sind die Gläubigen (undeutsch: Muslime) auch viel erfolgreicher als die Hindus und Buddhisten (beispielsweise in Indien, Thailand) . Siehe Pakistan, Afganistan, Bangladesch, Somalia, Jemen usw.

  20. Ueli sagt:

    @hm
    Inwiefern soll es falsch sein den IS als Klerikalfaschismus zu bezeichnen? Haben Sie ein treffenderes Wort für dieses Phänomen? Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Begriff “Terrorismus”, welcher alles und nichts erklärt.

  21. Ueli sagt:

    @Karl Martell Junior
    Der Klerikalfaschismus im Nahen Osten (welcher direkt von saudischem Ölgeld finanziert wird) ist einfach die andere Seite der Medaille von den wieder erstarkenden rechten Nationalisten in Europa und Amerika: Beide Phänomene werden von demselben global umspannenden System namens Kapitalismus “ausgeschwitzt”.

  22. Nives sagt:

    @Ueli: Inwiefern soll es falsch sein den IS als Klerikalfaschismus zu bezeichnen?

    Gibt es im sunnitischen Islam etwas, das man als Klerus bezeichnen kann?

  23. hm sagt:

    Ja, loben wir uns die drittwichtigste Religionsgruppe Westeuropas – ohne dabei den Blick auf Österreichs neues Islamgesetz zu verschleiern. Zudem hoffe ich, dass Karl Martell jr. nicht einfach nur auf die Geburtsquote der (undeutsch) Muselmanen anspielt, wenn er von deren “Erfolg” im Verhältnis zu den Hindus und Buddhisten Indiens oder Thailands spricht.
    Ehrlich gesagt weiss ich nicht, was er genau sagen will.
    So. Seid morgen weiter gelesen.

  24. Michael Bamberger sagt:

    @ Roll over

    “Die “geschändeten Kinder” haben wohl andere Probleme und ganz sicher nicht auf Sie gewartet. Hier den Pseudo-Hilfreichen zu markieren um dem eigenen Ego zu schmeicheln hilft niemandem etwas.”

    Schon allein die Tatsache, dass Sie die geschändeten Kinder in Anführungszeichen setzen, belegt, dass Sie jenen klerikalen Verbrechern im Vertuschen und Vernebeln gleichtun möchten.

    Dieser Blog dient der Aufklärung über religiöse und esoterische Entgleisungen. Sollte er also nicht Ihr Forum sein, gibt es allerlei Alternativen, die Ihrer Geisteshaltung mehr entsprechen würden, so z.B. kath.net, gloria.tv u.s.w.

  25. Ueli sagt:

    @nives
    klerikal = geistlich, heilig, sakral, kirchlich, geweiht
    Ich denke, dass die Sunniten auch etwas damit anfangen können.

  26. hm sagt:

    @Ueli
    Klerikal- oder Austrofschismus ist jetzt kaum mit dem Phänomen IS vergleichbar (ich hoffe i.Ü. Sie nähmen das Kürzel nicht für einen real existierenden “Islamischen Staat” wahr!), nein das Phänomen IS hat nichts mit “Staat” zu tun, sondern allenfalls mit “failed state”. Deshalb auch mein vielleicht etwas dümmlich anmutender Ausflug in die ebenfalls “staatsfreie” Welt der Piraterie des 17./18. Jh’s. Auch ein kleiner Einblick in die Welt der Wüstungen des Dreissigjährigen Kriegs, also eben inkl. abscheuchlicher, unzumutbarer und fast nicht widerzugebender Bestialität, könnte uns der Realität dieser primitiven Verbrecherhorde näher bringen –

  27. Ueli sagt:

    @hm
    Nun – auch der Faschismus wandelt sich und passt sich der Zeit an. Heute ist ja alles dezentral und der Staat sitzt immer weniger im Sattel. Wieso sollte sich also dieser Wandel nicht auch bei modernen Formen des Faschismus zeigen. Klerikal ist dieser Faschismus einfach deswegen – weil anstelle von Rasseideologie oder Antisemitismus einfach das Feindbild “Ungläubiger” ins Zentrum rückt.

  28. Info sagt:

    Hedwig v. Beverfoerde. Familienschutz.de Newsletter

    ein Lehrstück zum Feindbild “gläubig” ..wie es sogar auch mir zu weit geht! Mir, der Freikirchenaussteigerin, die ich keinen einzigen Grund hätte, mich Bekenntnissen anzuschliessen

    aber auch keinen Grund, den “Gegnern” zu vertrauen, die sich als Kinderrretter aufspielen (aber vermutlich nie einen Finger für ein Kind persönlich gerührt haben! die Schaumschläger von den verschiedenen Stämmen) und die sich bis heute weigern, einen Unterschied nachzuweisen etwa zwischen rassistischen Umtrieben/Unterstellungen und ihrer eigenen Legitimation der selektiven vorgeburtlichen Behindertenausmerzung.

    Verleumdungs-Kampagne gegen Lebens- und Familienschutz-Aktive
    man kann Beschwerde an den Bayerischen Rundfunk senden

    “ein Lehrstück in manipulativem Journalismus lieferte am Donnerstag, 19.2.15, Veronika Wawatschek von der Redaktion Religion und Kirche des Bayrischen Rundfunks auf Bayern 2 mit ihrem Radio-Feature “APO von christlich-rechts?”. Thema der Sendung: “Wie sich unter dem Deckmantel christlicher Werte eine ultrakonservative bis demokratiefeindliche außerparlamentarische Opposition zusammen findet und die Gesellschaft beeinflusst”.

    Gemeint und namentlich genannt sind damit neben HvB und der Initiative Familienschutz, auch Kirche in Not, die evangelische Allianz, DEMO FÜR ALLE, Open Doors, kath.net, IDEA, die Journalisten Jürgen Liminski, Birgit Kelle, Matthias Matussek und Alexander Kissler u.v.m.
    – eben “ein breites Feld von naiven, konservativen Lebens- und Familienschützern bis hin bis zu politisch bestens vernetzten Lobbyisten, die hart an der Grenze zum Rechtsradikalismus unterwegs sind” (O-Ton der Sendung).

    [Na, das geht doch “der Crew” ganz besonders wie Öl runter! Anm. v. m.]

    Aus dem Newsletter
    Auszüge

    “Nachdem es offenbar erste heftige Hörerproteste gehagelt hatte, war der Podcast zum Nachhören der Sendung bereits am nächsten Tag von der Webseite des BR verschwunden. Eine Kurz-Sendung „Funkstreifzug“ mit ähnlichem Inhalt, die am Sonntag, den 22.2. ausgestrahlt werden sollte, wurde kurzfristig aus dem Programm genommen. Seit gestern Abend ist der Podcast wieder online. Bitte hören Sie selbst….”

    “In Ermangelung von Belegen für unsere angebliche rechtsextreme Verfassungsfeindlichkeit und fundamentalistische Gefährlichkeit wird in der Sendung durchgängig mit assoziativen und suggestiven Tricks gearbeitet, um den gewünschten Eindruck beim Hörer zu erzeugen. ”

    Einen logisch-stringenten Aufbau sucht man in der fast einstündigen Sendung vergebens. Jegliche sachliche Auseinandersetzung mit den Positionen der als „rechtsaußen“ gebrandmarkten Personen und Gruppen fehlt. Stattdessen werden unterschiedlichste Themen und Personen wild aneinandergereiht, miteinander in Verbindung gebracht und skandalisiert. Im Crescendo am Ende wird dann ganz deutlich, worum es den Sendungsmachern geht:

    Dort sagt die „Expertin“ Sonja Angelika Strube (kath. Theologin): »„(…)alles, was sehr extrem rechts ist, aber noch nicht im Visier des Verfassungsschutzes steht, das wird aus meiner Sicht oft geduldet.“

    Sprecherin: Heißt das im Umkehrschluss: Der Verfassungsschutz könnte es richten? Die APO von christlich-rechts aufmischen? Man habe die Szene im Blick, müsse aber priorisieren, heißt es dort auf Anfrage. Zunächst müsse man die gewaltbereite rechte Szene im Blick behalten. Freilich, bisher zünden fundamentalistische Christen in Deutschland nur verbale Sprengsätze. Was also tun? Aktiv werden! Sich einmischen, fordert Ulrich Lota. Als Bistumspressesprecher [des Bistums Essen] will er das Feld nicht widerstandslos räumen.

    „Experte“ Ulrich Lota: „Wir dürfen diesen Menschen, diesen Brutalen und diesen Propagandisten nicht das Feld überlassen, dass sie bestimmen, wie das Bild der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit zu sein hat. Und das ist die eigentliche Gefahr.“

    Sprecherin: Lota fordert deshalb in sozialen Netzwerken liberalere Christen dazu auf, sich einzumischen. Auch andere Bistümer würden das so machen. Und doch fehlt die große Linie, findet

    Sonja Angelika Strube: „Also das Problem wird gesehen in letzter Zeit im zunehmenden Maße. Ich persönlich hätte mir schon gewünscht, dass es schon viel früher gesehen und thematisiert wird und Bischöfe sich da auch deutlich abgrenzend äußern, auch wenn es um Medien geht, die sich katholisch nennen.“

    (…)

    Sprecherin: Der Sozialpsychologe Andreas Zick findet: Was bislang von kirchlicher Seite unternommen wird gegen eine APO von christlich rechts, ist zu wenig. Das Thema müsste untersucht werden, auch von Theologen.

    Andreas Zick: „Die haben’s aber natürlich schwer, weil das Thema ist sehr ungemütlich. Weil, es stellt ja Grundfragen an die Religion selbst. Das ist ein ziemlich ungemütliches Thema.“

    Sprecherin: Denn es geht schließlich nicht um die Abgrenzung von einer mordenden Neonazibande, sondern um die Frage: Wie verfahren wir mit Leuten aus den eigenen Reihen, mit dem christlich rechten Rand. Eine Antwort darauf, gibt es bislang nicht.«

    Kürzlich war in der Beilage der ZEIT „Christ & Welt“ bereits ein hanebüchener Beitrag von Andreas Püttmann, “Die Rechtsausleger”, erschienen, der in das gleiche Horn bläst. In der aktuellen Ausgabe des Spiegels findet sich ebenfalls ein Artikel zu diesem Thema, der vor „Wutchristen“ und „frommen Radikalen“ in Deutschland warnt. Augenscheinlich ist hier eine Kampagne in vollem Gange, die nicht nur versucht, den Verfassungsschutz gegen uns in die Spur zu setzen, sondern insbesondere eine öffentliche Distanzierung der Kirche(n) von den in der Sendung inkriminierten Personen und Organisationen zum Ziel hat. Daß just in dieser Woche die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt, ist natürlich reiner Zufall…

    **- Diesen BR-Radiobeitrag haben wir alle mit unseren Rundfunkgebühren zwangsweise mitfinanziert. “##

    So geht Rundfunk heute…es gibt Petitionen gegen Abzocke

  29. gabi sagt:

    Eine bestimmte Stelle einer Sendung über Juden, die das Grauen überlebten, ist mir noch lange nachgegangen.

    Eine der Überlebenden ist eine ehemalige KZ-Gefangene, heute Grossmutter und lebt in Amerika. Ihre Familie, ihre Kinder und Enkelkinder bezeichnen sich als religiös (und sahen auch danach aus).

    Auf die Frage der Filmemacher, ob Sie denn nach dem Holocaust und Auschwitz noch an Gott glauben könne, entgegnete sie sinngemäss:

    “Ich habe diese Hölle als eine der Wenigen überlebt! Wie könnte ich da NICHT an Gott glauben?!”

    Das hat mich beschäftigt.

    Was heisst denn das?

    Die sterben glauben halt nicht fest genug? Kann mir nicht passieren, weil ich glaub ja? Oder heisst das, ich bin besser? Auserwählt? Die Anderen nicht?
    Oder einfach bloss generell: Glauben ist was für “Winner”!?

    … Der Frage, ob das nicht irgendwie – ausgerechnet von dieser Seite! – genau in diese “Selber schuld!”-Schiene läuft, grüble ich seither nach.

    Ich geb zu, da sind mir Überlebende, die danach nicht mehr an einen Gott glauben können, wesentlich näher. Menschlicher!

  30. Alexander sagt:

    @hypathia:”Dabei rede ich oft mit unserem Hund und versuche ihr bestimmte Dinge zu erklären. Sie dreht dann den Kopf etwas schräg und ich meine dann, sie sucht mir aufmerksam zuzuhören.”

    Ja, es ist natürlich aussichtslos, Ihrem Hund in Sätzen etwas zu erklären. Milou versteht höchstens einzelne Wörter. Zudem ist es nicht einfach, Konditionierung und Überlegung auseinanderzuhalten, da das Tier seinen Willen nicht begründen kann. Doch dieses Problem stellt sich auch bei Kleinkindern. Es kommt aber niemandem in den Sinn, ihnen erst dann einen Willen zuzusprechen, wenn sie korrekt reden können. Wir billigen ihnen schon dann einen Willen zu, wenn sie darauf beharren.

    Sie wenden ein, dass man erst von einer Willensentscheidung reden kann, wenn eine bewusste Überlegung dahinter steht. Man kann sich aber auch Dinge überlegen, ohne in der Lage zu sein, sie sprachlich zu formulieren. Ich kann eine komplizierte Aufgabe mit Zeichnungen lösen, ohne ein einziges Wort zu gebrauchen. Ich kann als Vogel mit meinem Schnabel systematisch Dinge ausprobieren, bis ich die Lösung habe. Ich kann als Hund mit dem Blick erfahren, ob mein Halter Gefallen an meinem Verhalten findet. Eine Überlegung liegt schon vor, wenn ich von zwei möglichen Handlungsvarianten je nach Situation die bessere auswähle. Wenn der Hund immer das Gleiche wähle, dann kann man noch nicht von Willen sprechen. Wenn er in jeder Situation den Befehl ausführt, dann muss man von einer Konditionierung, von einem Automatismus sprechen. Wenn er aber aus nachvollziehbaren Gründen manchmal gehorcht und dann wieder nicht, dann kann eine bewusste Überlegung dahinter stecken. Falls die Umstände für den Hund völlig neu und erwartet sind, und er zwischen Folgen und Verweigerung sinnvoll wählt, dann kann man kaum mehr bestreiten, dass eine bewusste Entscheidung vorliegt.

    (PS: Vom marshmellow experiment von 1968 habe ich schon gehört.)
    stecken.

  31. Hypatia sagt:

    Alexander am 26. Februar 2015 um 00:35@hypathia:

    Wie gesagt, Wollen ist eine Fähigkeit, die wir im Laufe unseres Lebens erlernen können, und deshalb würde ich einem Baby gewiss keinen eigenen Willen zusprechen. Mit der Volljährigkeit erhalten Jugendliche nicht nur Rechte, sondern auch die Pflicht Verantwortung für sein eigenes Tun und Lassen zu übernehmen. Damit ist schon angedeutet, dass die Fähigkeit der Willensbildung ein langjähriger Prozess ist, der im übrigen durchaus auch scheitern oder durch missliche Umstände verzögert werden kann.

    Sie haben natürlich recht, wenn Sie einwenden, dass Milou mich nicht versteht, wenn ich ihr etwas erkläre. Da die Fähigkeit zur Willensbildung für uns Menschen einen langjährigen Lernprozess erfordert, der, wenn alles gut geht, vermutlich frühestens mit der Volljährigkeit (ich vermute jedoch eher mit ungefähr 25 Jahren) abgeschlossen werden kann, bezweifle ich natürlich begründetermassen, dass ein anderes Tier dazu in der Lage ist, ja ich bezweifle sogar, ob alle Menschen dazu in der Lage sind (weil ihnen die Voraussetzungen fehlen oder weil die Umstände es nicht erlauben).

    Hunde sehen uns nicht nur, wenn auch undeutlich, sie riechen und hören uns vor allem und riechen und hören, was wir von ihnen verlangen oder nicht verlangen, und aufgrund dieses Geruchs und Gehörs führen sie die Befehle aus (gehorchen sie) oder auch nicht (was nichts mit “Eigenwilligkeit” zu tun hat, sondern mit fehlerhafter Konditionierung).

    Sie mögen Hunden ein Denken zubilligen, ich tue das nicht. Ich wäre ja schon froh, wenn alle Menschen wirklich in der Lage wären, zu denken! – Geschweige Hunde!

    Aber ich sehe ein, dass Sie diese Meinung nicht teilen. – Das ist nicht weiter tragisch. Aber kann ich Sie fragen, warum Sie mir im Zusammenhang mit der Willensfreiheit diese Frage über die Bestrafung von Kindern stellten? Was genau wollten Sie da eigentlich wissen? –

    Aber das ist für Morgen oder jedenfalls nicht mehr für heute nacht.

    Gute Nacht
    F.

  32. Alexander sagt:

    @Hypathia: “Aber kann ich Sie fragen, warum Sie mir im Zusammenhang mit der Willensfreiheit diese Frage über die Bestrafung von Kindern stellten? Was genau wollten Sie da eigentlich wissen? –”

    Im Gegensatz zu Ihnen halte ich uns Menschen für unfähig herauszufinden, ob unser Wille frei von Zwängen und Trieben ist. Selbst wenn wir noch so komplizierte Überlegungen machen, können wir nicht ausschliessen, dass unsere Entscheidungen durch versteckte soziale, historische und biologische Voreinstellungen beeinflusst sind. Ich gehe davon aus, dass sie es in der Tat unvermeidbar sind. Die Eltern, die es vor hundert Jahren für nötig hielten, ihre Kinder auf unmenschliche Art zu bestrafen, machten keine wirklich freie Willensentscheidung, sondern waren durch ihre eigene Geschichte konditioniert.

    Für mein Verständnis entscheidet sich mein Hund in gewissen Situationen viel freier. Bei Gefahr oder in der Hundeschule führt er Befehle zuverlässig aus. . In 95 % der Fälle kommt er auf Befehl ganz brav an die Leine, doch wenn andere Hunde oder Katzen frei herumlaufen, dann geht es nicht – Ausser wenn der andere Hund gefährlich, bösartig, alt oder krank ist, dann lässt er sich freiwillig anleinen. Ausserdem weigert er sich, den gleichen Spaziergang am gleichen Tag nochmals zu machen, wenn eine andere Person diesen schon mit ihm absolviert hat. Dann versucht er mich mit allen Mittel zu überzeugen, einen anderen Weg zu nehmen. Häufig bin ich schon Kilometer den Wald gerannt, er hat immer noch keine Lust heimzukehren. Wenn ich ihm befehle, heimzugehen und ihm eine Futterbelohnung offeriere, dann lehnt er die Belohnung als Trick ab, bellt mich an, rast über die Brücke auf die Wiese und wartet dort, bis ich komme. Er versucht, mich zu konditionieren. Sein Spiel: Wer hat den stärkeren Willen?

    Zurück zum Mensch: Eine Entscheidung ist dann frei, wenn ich mich gegen meine eigenen festgefahrene Prinzipien und Automatismen auf ungewohnte Art entscheide. Ein langer Lernprozess, der zu einer Willensbildung führt, halte ich für eine Form der Konditionierung und ist für mich eben keine freie Willensentscheidung. Insbesondere wenn die Entscheidung noch von irgendwelchen Glaubensvorstellungen oder Traditionen bestimmt wird.

  33. karma sagt:

    Es scheint vieles durcheinander zu sein in diesem blog und in die Kommentaren zum Thema Karma und Fatalismus. Ich glaube es ist falsch Fatalismus mit Karma zu mischen. Mit Karma versucht man positive und negative Aktionen zu balancieren. Wenn zb jemanden Mord tut, sollte er versuchen es wieder gut zu machen (zu den betroffen Familie gehen und helfen zb). In der Katholische Tradition geht man zu Konfession um ein reine gewissen zu bekommen. In Theorie ist es das gleiche, man versucht der eigene Seele zu befreien von negative Taten. Wenn man das nicht macht vor den sterben, wird der Seele nicht bereit sein frei zu werden. Noch besser ist es natürlich wenn man gute Taten tut.
    Aber sehr wichtig: ein mensch kann kein andere Mensch straffen wegen sein vergangenen Sünden, also der vergleich mit die Holocaust stimmt nicht wirklich. Die Juden haben natürlich nicht ihrem Schicksal verdient…kein mensch (also die Nazis) hatten das recht die so zu straffen, egal was die in ein frühere Leben gemacht hat. Hier hat der freie Wille willkürlich unschuldige menschen betroffen. Es gibt platz in der östliche Philosophy für solche Böse menschen auf der Welt, und die treffen auch unschuldige menschen. Aber die Tatsache das die Juden diese grausames kapital mit kaum Gewalt reagiert habe spricht für Ihren hoher moralische Überlegenheit über die Nazis.
    Ob man wieder geboren wird, in die Himmel geht, oder in die Hölle ist rein Spekulation. Aber der versuch ein reines gewissen zu haben und leiden zu vermeiden ist menschlich. Jesus und Buddha haben beide die leiden von menschen gesehen. Jesus versuchte mit Mirakeln die zu vermindern (blind zu sehen bringen, sogar den tot zu leben gebracht), der buddha ist in sich gegangen und hat meditiert und philosophiert. Welche Art ist besser? Oder besser gesagt welche Art in realistischer? Kann man ein blinder mit ein Mirakel licht ins Augen bringen, wenn es kein medizinische Hilfe gibt? Oder hilft man ihn mehr sein Situation zu akzeptieren und souverän weiter zu leben? Fatalismus? Akzeptanz? Fragen über fragen. Aber ein ganze Philosophy von ein andere Kultur als Aberglauben zu bezeichnen ist ein bisschen too easy.

  34. Pasionaria sagt:

    Alexander
    Ihre Ausfuehrungen sind interessant, besonders auch die Erfahrungen mit Ihrem Hund! Letztere zeigt ziemlich deutlich, dass er (der Hund) nicht nur unter (aeusserem) Zwang, hier durch seinen Besitzer, reagiert, sondern offensichtlich auch nach seiner inneren ‘Notwendigkeit’. Was ich, je nach Situation, ebenso auf uns Menschen uebertragen wuerde.

    Ein grosser Unterschied bez. ‘unfreier’ Wille sehe ich zwischen Tier und Mensch vorallem in der menschlichen Faehigkeit, in gewissen Situationen, die Vernunft resp. die Selbstverantwortung abrufen zu koennen, mit Betonung auf > koennen.

    Trotzdem scheinen Sie einen besonders willensstarken, smarten Hund zu haben…… Glueck gehabt. Vielleicht ist er auch Ihr wiedergeborener Ur-ur-ur-ur-Grossvater?! Who knows!

  35. olive sagt:

    @ Alexander
    26. Februar 2015 um 09:27

    Dann versucht er mich mit allen Mittel zu überzeugen, einen anderen Weg zu nehmen. Häufig bin ich schon Kilometer den Wald gerannt, er hat immer noch keine Lust heimzukehren. Wenn ich ihm befehle, heimzugehen und ihm eine Futterbelohnung offeriere, dann lehnt er die Belohnung als Trick ab, bellt mich an, rast über die Brücke auf die Wiese und wartet dort, bis ich komme

    Ihr Hund ist antiautoritär erzogen?

  36. Bernhard Schlegel sagt:

    Max
    26. Februar 2015 um 22:59
    Was waren die wirklichen politischen Ziele von Hitler?

    Max…

    Es gab keine wirklichen politischen Ziele von Hitler. Seine Ziele waren allesamt pathologisch. Zutiefst krank. Und er und seine Mitkranken infizierten nahezu ein ganzes Volk. Ich halte nicht viel von Politik. Aber Hitler betrieb noch nicht mal die im Grunde. Er war der Meister einer Maschinerie des blanken Hasses. Vielleicht kann man bei ihm schon nicht einmal mehr von Diktatur reden. Es führt noch weiter. Sogar noch weiter als Selbstvergottung. Hitler ist die Verkörperung der totalen Dummheit, nämlich jener Kraft, die alles Menschliche per se abschafft. Am Ende auch den eigenen Leib. Aus brutalsten Wille zur Macht.

    Ja, leider lebt sein Geist immer noch und ist sehr benüht.

  37. Bernhard Schlegel sagt:

    bemüht

  38. Hypatia sagt:

    Alexander am 26. Februar 2015 um 09:27@Hypathia:

    Ich hatte gestern und heut wahrscheinlich auch kaum Zeit, Ihnen zu antworten. Nur eines in aller Kürze: Ich habe nie behauptet, dass wir einen bedingungslos freien Willen haben können. Sowohl unsere Wollungen als auch unsere Entscheidungen, welchen diesen Wollungen (entschuldigen Sie diesen Ausdruck, aber ich habe momentan keinen besseren) entsprochen werden soll, sind natürlich an Bedingungen geknüpft.

    Von daher ist Ihr Einwand völlig berechtigt – und auch nicht. Es ginge also darum, genauer zu schauen, was unter Freiheit verstanden werden kann, wenn wir natürlich immer nur von einem bedingt freien Willen, einer bedingt freien Handlung sprechen können.

    Bis später

  39. hm sagt:

    @Ueli: “Inwiefern soll es falsch sein den IS als Klerikalfaschismus zu bezeichnen? Haben Sie ein treffenderes Wort für dieses Phänomen? Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Begriff “Terrorismus”, welcher alles und nichts erklärt.”

    Ja, Mörderbande. Aber wieso lässt sich das Phänomen IS nicht mit “klerikalfaschistisch” charakterisieren? Wissen Sie, wieso ich Ihnen nicht antworte (i.Ü. natürlich deswegen, weil ich Sie für so klug halte, die Antwort selbst zu finden)? Ich sähe mich plötzlich in der Situation, einen Dollfuß mit einem Abu Bakr al-Baghdadi zu vergleichen …
    Wissen Sie, Leute die in einer Diskussion darauf drängen, mit vergleichender Fragestellung auf ein ja, “ich/wir auch”, oder “ja, die auch” zu drängen, haben für mich üblicherweise den Blick fürs Wesentliche verloren. Das betrifft jetzt auch etwas Ihr Anliegen, aber viel mehr natürlich die revisionistische Position, die nicht müde wird, sobald einer das Wort Nazi oder Hitler in den Mund nimmt, gleich auf den sog. Holodomor, Stalin, Mao und Pol Pot hinweisen ZU MÜSSEN.
    (und ich glaube der Teufel kommt gleich um die Ecke …)

  40. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Tschechien – “Katholischer Priester wegen Vergewaltigung verurteilt – Ein katholischer Priester ist in Tschechien wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Erik Tvrdon sei schuldig befunden worden, vier Frauen vergewaltigt und eine minderjährige Person sexuell missbraucht zu haben, sagte ein Sprecher des Bezirksgerichts in der Stadt Havlickuv Brod, Jan Dolezal. Das Urteil ist nicht endgültig. Wie Dolezal sagte, verlangt die Staatsanwaltschaft eine höhere Haftstrafe und hat deshalb Berufung eingelegt. Der Angeklagte hatte sich als nicht schuldig bezeichnet. Er hätte bis zu zehn Jahre Haft bekommen können.” (26.2.15)

    http://www.nzz.ch/newsticker/katholischer-priester-in-tschechien-wegen-vergewaltigung-verurteilt-1.18491424

  41. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Deutschland – “Ettaler Pater gesteht Missbrauch – Bewährungsstrafe zugesagt – Ex-Benediktiner gestand, in mehr als 20 Fällen sexuelle Übergriffe gegen drei 12- bis 15-jährige Schüler verübt zu haben: Er hatte ihnen in die Hose gegriffen und sie am Geschlechtsteil gestreichelt – Stellungnahme der Benediktiner-Abtei Ettal. Überraschende Wende im Ettaler Missbrauchsprozess: Nach der Zusage einer Bewährungsstrafe durch den Richter hat der angeklagte Benediktinerpater G. (44) am Donnerstag vor dem Landgericht München II ein umfassendes Geständnis abgelegt.” (27.2.15)

    http://www.kath.net/news/49635

  42. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Australia – “Church head ‘helped destroy’ student sex abuse papers, Royal Commission hears –
    THE headmaster of Knox Grammar says when he took over at the school, he wanted to sack an alleged pedophile teacher “on the spot” but was advised he could not. John Weeks, who became headmaster at the private school on Sydney’s north shore in 2004, said the Association of Independent Schools advised him there weren’t sufficient grounds to sack Adrian Nisbett. Mr Weeks told a royal commission hearing into child sex abuse there were “red flags” everywhere about Nisbett, who had been at the school since 1971. He said Nisbett had been “a protected species at Knox Grammar School” when Ian Paterson was headmaster.” (20.2.15)

    http://www.perthnow.com.au/news/church-head-helped-destroy-student-sex-abuse-papers-royal-commission-hears/story-fnii5s3z-1227241373545

  43. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    UK – “Survivors of abuse have warned that thousands of people are likely to come forward with testimonies of sexual abuse perpetrated by clergy in the national inquiry into historic child abuse. They are calling on the Church of England to establish a panel for redress now rather than wait to be compelled to do so.” (27.2.15)

    http://www.churchtimes.co.uk/articles/2015/27-february/news/uk/survivors-of-abuse-predict-a-deluge-of-complaints

  44. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Espagne – “Les évêques espagnols défendent le secret de la confession, même en cas d’abus sexuels – La Conférence épiscopale espagnole (CEE) a défendu, jeudi 26 février, le droit au secret de la confession, même dans les cas de sévices sexuels présumés alors que le pays est secoué par une affaire de pédophilie depuis le mois de novembre.” (27.2.15)

    http://www.lemonde.fr/europe/article/2015/02/26/les-eveques-espagnols-defendent-le-secret-de-la-confession-meme-en-cas-d-abus-sexuels_4584296_3214.html

  45. hm sagt:

    @Ueli, Zusatz
    Natürlich gehts ums Kategorisieren. Zudem mag ich nicht in die Position eines Apologeten von x-was oder x-wem gerückt werden. Oder wollens Sies? Wieso ist ein Dollfuss weniger schlimm als ein al-Baghdadi? Oder ist er schlimmer? Was fruchtet so eine Diskussion?
    Machen Sie mal an einem IQ-Test und Reihen Sie folgende Bezeichnungen ihrer zunehmenden Boshaftigkeit nach ein:
    a) Teufel
    b) Dämon
    c) Belzebub
    Lucifer?
    äh
    Hm. Zeit l
    Läuft.

  46. Alexander sagt:

    @Olive: “Ist ihr Hund antiautoritär erzogen?”
    Nein, sein politischer Widerstand kommt wahrscheinlich vom artfremden Umgang mit Katzen. Jetzt verlangt er Katzenfutter und freien Auslauf.

  47. Relevanz sagt:

    @ Alexander
    27. Februar 2015 um 14:18

    Sehr gut! Mein Kater findet das witzig.

  48. olive sagt:

    @ Alexander
    27. Februar 2015 um 14:18

    Nein, sein politischer Widerstand kommt wahrscheinlich vom artfremden Umgang mit Katzen. Jetzt verlangt er Katzenfutter und freien Auslauf.

    Dann versteht er jetzt auch, dass “mit der Rute wedeln” Angriff bedeutet..
    Aber er ist bescheiden, solange er nicht Whiskas mit einem Petersiliensträusschen verlangt, das ginge ins Geld.

  49. hm sagt:

    @Ueli
    Bez. WW und deren Leser muss ich Ihnen wohl definitv Recht geben, wie diesen Nachmittag wieder festgestellt. Als Quelle ist sie dermassen fragwürdig, dass sie mehr über deren Leser aussagt, die sich auf sie beziehen, als denen selbst wohl lieb ist.

  50. Hypatia sagt:

    Alexander 26. Februar 2015 um 09:27@Hypathia

    „Selbst wenn wir noch so komplizierte Überlegungen machen, können wir nicht ausschliessen, dass unsere Entscheidungen durch versteckte soziale, historische und biologische Voreinstellungen beeinflusst sind.“

    Wer würde das abstreiten? – Die Frage aber ist, worum handelt es sich bei diesen „sozialen, historischen und biologischen Voreinstellungen“? – Macht dies nicht genau unsere Identität aus? Sind wir nicht selbst, als die die wir sind, eine Verschmelzung von „sozialen, historischen und biologischen Voreinstellungen“? Wenn wir innerlich Abstand nehmen von all den Versuchungen, Begehrlichkeiten, Wünschen, Gewohnheiten, Zwängen usw., nehmen wir dann nicht genau Abstand von „Dingen“ in uns, die wir selbst nicht sind? – Wenn wir innerlich Abstand suchen von all diesen „Dingen“, so können das natürlich nur Dinge sein, die wir eigentlich nicht sind, die eigentlich nicht zu uns selbst gehören, aber sich gleichwohl „in uns“ aufhalten. Wenn ich innerlich Abstand suche und innerlich zur Ruhe kommen möchte, um etwa zu überlegen, was ich eigentlich will, bzw. herauszufinden, was ich eigentlich will, so kann ich innerlich nur vor Dingen zurücktreten, die nicht ich sind, bzw. nicht zu mir selbst gehören. Geht es dabei nicht gerade um ein „zu sich selbst kommen“? – Was will ich eigentlich. Dabei geht es um mich selbst und es ist gerade nicht der Sinn und kann es auch nicht sein, dass ich selbst vor mir selbst „innehalte“, denn wer bin ich in diesem „Innehalten“, wenn nicht ich selbst? – All das, was wesentlich zu mir gehört und mein Selbst ausmachen, vor diesem Selbst kann ich nicht „zurücktreten“, denn ich selbst bin es doch, der zurücktritt vor all dem Rummel in mir, der eigentlich nicht zu mir gehört, aber sich irgendwie hineingeschlichen hat. Wer bin ich denn eigentlich, was will ich denn eigentlich. Das zeigt doch nur, dass der, der ich bin, vor dem innehält, was ich nicht bin und was nicht zu mir gehört, aber was sich mir aufgedrängt hat, dem ich mich angepasst habe, woran ich mich gewöhnt habe. Ich selbst halte also gewissermassen vor meinem Schein–Ich inne, ich mache mich davon frei, ich löse mich davon ab. Usw.

    Genauso, wie ich mich äusserlich von Beschränkungen befreie, die mich in meinem Tun beeinträchtigen, und genau so, wie ich im Äusseren einen Freiraum brauche, um das tun zu können, was ich will, genau so brauche ich auch diesen inneren Freiraum, der mich von allen innerlichen Beschränkungen und Einschränkungen befreit, damit ich das wollen kann, was ich will, und nicht irgend etwas wollen muss, was ich nicht will, bzw. wollen muss, was ich eigentlich nicht will.

    Was ich selbst eigentlich bin, gehört ganz wesentlich zu dem, was ich eigentlich will, und das kann ich und will ich auch nicht aus dem Weg räumen, weil ich das selbst bin. Ich würde mich selbst aus dem Weg räumen, wenn ich das täte. Erst in diesem inneren Freiraum komme ich zu mir selbst, und erst in diesem inneren Freiraum ist es mir überhaupt erst möglich frei zu entscheiden, was ich eigentlich will, erst dort ist es mir möglich, mich von dem zu befreien, was für mich entschieden hat, was nicht ich, sondern dieses „Für-mich“ für mich will.

    Wir müssen also gewissermassen in uns aufräumen mit all dem Plunder, der sich vielleicht schon über Jahre in uns angesammelt hat und längst das Zepter über uns schwingt und uns Dinge wollen lässt, die wir selber eigentlich gar nicht und nie gewollt haben! – Erst wenn wir uns in uns diesen Freiraum „erkämpft“ haben, sind wir überhaupt erst in der Lage, eigentlich selbst etwas zu wollen.

    Darum geht es in der Willensfreiheit, herauszufinden, was man eigentlich will. Aber um das herauszufinden, müssen wir uns von all dem fremden Grümpel in uns befreien. Das ist nicht so einfach wie es klingt.

    Niemand würde verlangen, das wir uns von unserem eigensten Selbst distanzieren müssten, damit wir frei darüber entscheiden könnten, was wir eigentlich wollen. Denn wir selbst sind es und nichts anderes, das entscheidet, was wir eigentlich wollen.

    Äusserlich kann man das etwa beobachten, wenn Jugendliche sich von den Ansprüchen und Forderungen der Eltern zu befreien suchen, um ihren eigenen Weg zu gehen, dabei reicht es nicht, sich einfach von ihnen zu entfernen. Sie sitzen in einem und fordern Dinge, die man eigentlich nicht will. Erwachsen werden bedeutet demnach, sich frei machen von all dem elterlich eingepflanzten Grümpel in einem, dem man sich dann auch noch verpflichtet fühlt! – und das einem dann auch noch ein schlechtes Gewissen macht und einen dann zurückdrängt, ein Leben zu führen, das „man“ gut findet, aber zu dem man sich selbst eigentlich nicht entschieden hat sondern entschieden wurde! – Gerade diese Ausdrucksweise, von einem „man selbst“ zu reden, macht es noch einmal deutlich. Nein, nicht man selbst will dieses Leben, ich selbst will es so und so und gerade nicht so wie „man selbst“ es will! – Diese Erkenntnis führt uns zu eben dieser inneren Freiheit, zu wollen, was ich eigentlich will! – Verstehen Sie? – Dabei will ich gar nicht ausschliessen, dass Forderungen, die von aussen an einen herantreten, bewusst übernommen und verinnerlicht werden können. Das ist durchaus möglich. Eine Persönlichkeit ist mit 20 Jahren nicht schon fix und fertig. Die Persönlichkeit von Personen können daher ein Leben lang wachsen – bzw. auch verkümmern. Diese innere Bereitschaft, Dinge zu übernehmen und zu seiner eigenen Sache zu machen, das bleibt hier weiter möglich. Eine Person kann wachsen – oder verkümmern. Sie kann in ihrer Haltung erstarren, versteinern, sie kann hart werden und nichts mehr an sich heranlassen.

    Wir selbst sind nun einmal nicht nichts sondern etwas (sozial, historisch, biologisch) Gewordenes, das auch immer noch weiter Werden kann.

    Ich weiss nicht, ob ich mich klar genug ausgedrückt habe. Ich hoffe es.

    Gute Nacht

    F.