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Aberglaube mit fatalen Nebenwirkungen

Hugo Stamm am Samstag den 18. Oktober 2014
Burial team remove body of suspected Ebola virus victim in Freetown

Helfer unter Verdacht: Männer in Schutzanzügen transportieren in Freetown die Leiche eines Ebola-Opfers ab (28. September 2014). Foto: Reuters

Mit der Esoterikwelle und dem Boom der Alternativmedizin erlebt der Aberglaube eine neue Blütezeit. Viele Menschen sind überfordert von der rasanten Zivilisationsentwicklung und komplexen Realität: Sie fühlen sich fremd in der eigenen Umgebung und sehnen sich nach einfachen Erklärungen und sanften Heilmethoden. Auf der Suche nach der heilen Welt vertrauen sie sich oft Scharlatanen und Verschwörungstheoretikern an, welche die Welt uminterpretieren und simple Rezepte für drängende Fragen in vielen Lebensbereichen haben. Doch ihre Erklärungen und Ideen beruhen auf einem Aberglauben und führen in eine Traumwelt.

Die Gefahren des Aberglaubens werden oft unterschätzt. «Lasst die Sucher doch träumen, wenn es ihnen hilft, das Leben besser zu meistern!», lautet eine Standardantwort. Wirklich? Ist die Flucht in eine Parallelwelt ein probates Rezept, um die Realität besser zu ertragen?

Ein Blick nach Westafrika zeigt, wie verheerend sich der Aberglaube auswirken kann. Ebola ist zwar ein Extrembeispiel, das Muster ist aber stets das gleiche. Denn auch bei uns kann der Aberglaube tödlich wirken.

Ein Beispiel aus Guinea: Bewohner in entlegenen Dörfern behaupteten, die Helferteams aus dem Westen hätten die tödliche Krankheit importiert und verantworteten die Epidemie. Dorfbewohner verschleppten sieben Helfer und schnitten ihnen die Kehle durch.

In anderen Regionen erklärten die Bewohner, Ebola sei eine Erfindung der westlichen Helfer. Diese benützten die angebliche Krankheit, um die Westafrikaner in den Spitälern zu ermorden. In einem Dorf riegelten die Leute die Zufahrten ab und sperrten das medizinische Hilfspersonal aus. Solche Anfeindungen sind für die ausländischen Spezialisten besonders hart zu ertragen: Sie riskieren ihr Leben und werden als Mörder verschrien.

Aus Unkenntnis umarmen viele die Toten nach alter Tradition und stecken sich mit dem tödlichen Virus an. Deshalb müssen die Helfer viel Zeit aufwenden, um Aufklärungsarbeit zu leisten.

Auch bei uns kann der Aberglaube tödliche Konsequenzen haben. Für viele Esoteriker sind Schulmedizin und Pharmaindustrie die Ursache vieler Krankheiten, tödlicher Diagnosen und gefährlicher Medikamente. Sie verweigern ärztliche Behandlung und sterben teilweise an Infekten, die leicht zu heilen gewesen wären. Auch die Leugnung gefährlicher Viren ist nicht nur im afrikanischen Busch zu finden: Bei uns streiten auch heute noch Esoteriker und Verschwörungstheoretiker die Existenz von Aids-Erregern ab. Der Aberglaube kann harmlose Auswirkungen haben, doch wer abergläubisch ist, kann Opfer tödlicher Fehleinschätzungen werden.

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184 Kommentare zu “Aberglaube mit fatalen Nebenwirkungen”

  1. Besuch bei "Freunden".... sagt:

    😉

    (nicht das Thema?)

    In D tobt die Sterbehelferverhinderungs-Debatte auf allen Kanälen. Christliche Quasselpfeifen a la Bibel-TV ganz vorne, wenn es darum geht, die Selbstbestimmung zu stutzen und besser ein “humanes”, würdiges Dahinsiechen zu fördern. Und was nicht alles THEORETISCH angestrengt wird, einen leidenden Sterbe-Willigen umzupolen und ihn bis zuletzt in aller Unterstützung?? zu begleiten. Keine Kosten und Mühen gescheut? Wo ist denn das bitte in der Praxis Praxis?? Doch evtl. wohl nur noch dort, wo “Familie” funktioniert. Mit anderen Worten: DIE FRAU = die Shwiegertochter die Schwiegereltern pflegt….Selbst-los naturellement
    Und so heuchlerisch, die die Worthülse “Inlkusion” (Integration Geistigbehinderter unter Vorwand ihres “Selbstbestimungsrechtes” ** siehe unten zur Praxis)
    Aber willst du VORHER etwas von dieser Medizin (“Gesundheitssystem”) , von diesen medizinischen Diensten…z.B. als Student Hilfe/HEILUNG….dann BLITZT DU AB IM STAATE D! Stereotypisches kannst du erwarten. Man kann es auch anders ausdrücken. Man läßt die Halbkranken so lange verrotten, bis sie todnah sind, um dann sogenannte christliche Nächstenliebe als Kulturgut , jedoch nur als Gekreisch und Entrüstung in den Medien raushängen zu lassen!
    Kürzlich war es noch möglich, sich mit ALLERLEI (auch Erstunkenem) eine Erwerbsunfähigkeitsrente (oder Frühverrentung) zu ergattern….aber nicht generell und bundeslandföderalistisch….. Habe einige Fälle gesehen, wo der Staat betrogen wird…Man verdient sich hinzu :- ) lach…Egal ob Beamte oder Angestellte…(dazu sind sie plötzlich “gesund”)
    Während sich Auszubildende quälen und bemühen mit gleichen Symptomen ihre Prüfungen zu schaffen, aber niemals die Aussicht haben, eine solche “Versicherung” abzuschliessen…Ein stationärer Aufenthalt z.B. in einer psychotherapeutischen Einrichtung wegen Schlafstörungen….und du bist weg vom Fenster.

    Depression lautet die Volkskrankheit und Volksvertreter und Popen verkünden, dem Sterbewiligen (vllcht. ist er 86, 96…mit diversen Gebrechen….) “die Depression” nehmen zu wollen. Einfach nur zum Schießen!
    KÜMMERT EUCH IM GLEICHEN MASSE DOCH A U C H UM DIE JUNGEN, DIE H I L F E DRINGENDER BRÄUCHTEN!)

    Schulmedizin kommt schnell an ihre Grenzen! Privatmedizin bietet schon -gegen Bezahlung versteht sich – erweiterte Grenzen! (wie für nichts essen, viel zahlen = Fasten…. Fastenkliniken am Bodensee :- ) )
    Ich halte viel von Osteopathie, würde wohl weitere Versuche mit Akupunktur nicht ablehnen, einen Hypnotherapeuten aufsuchen…und ebenso “glauben”, dass Bikram-Yoga mich wieder weich und gelenkig machen würde! Das ist alles kein Simsalabim.
    Was spricht dagegen (ausser mein leeres Portjuche) , mir das rauszunehmen, was für mich paßt? Und nicht das zu tun, was gerade angesagt ist? Vegan hieße für meine Erkenntnisse Margarinegeschmier, Kalorienbomben, “Öko” in diesem Zusammenhang = geheuchelt, da viele Kunststoffe…(Ölverbrauch), Backofenbetrieb…unverhältnismäßig hoher WeizenGLUTENanteil, Soja und Maisproduktion ins Ungleichgewicht angeheizt….

    Und wozu, liebe Leute, sollte ich den Koran lesen? GEHT MIR AM ACHTERSEN VORBEI!!! ABER TOTAL! Sind mir schon AT und NT zu unverständlich…Mich lebenslang auseinandersetzen mit Übersetzungs-Widersprüchen? FREMD- Sprachen :- ) lernen? Technische Steuerungen verstehen….Tok…Wenn D U das willst und daran Geschmack findest…bitteschööön…..Kein Bock auf “andere Kulturen” und damit bereits hierzulande die Kleinkinder triezen? ? ? Was soll diese politsch korrekte Kollektivüberforderung? Was interessieren mich die zeitraubenden Spitzfindigkeiten auf der anderen Halbkugel? Um es mal so zu fragen. Ich kann mich nur um den Nahbereich kümmern, wenn es was werden soll….Erstrebe keine Flugmeilen more and more…. keinen Wohnsitz in Bangkok
    Ich habe keine Zeit (und auch keinen Kopf) für vieles, wofür scheinbar viele Leute hier Zeit haben.

    “Horizonte” (erst wer sich selbst kennt, kann andere kennen….So ein Downie ist ein sturer Esel und Verweigerer …kennst du einen, kennst du alle)
    **Dafür habe ich in dieser Zeit so ein wenig mein Verständnis und meine Wahrnehmung für das alltägliche befindliche Seelenleben eines Mitmenschen mit einer geistigen Behinderung geschärft und geschult.
    Können SIE sich da hineinversetzen? In solcherlei Bedürfnisse? (Das können viele der “ausgebildeten Fachleute” nicht, die auf den Sonderumgang angesetzt sind…)
    Wissen Sie, was in letzter Zeit bei entprechender Begleitung alles “möglich” wurde für die, die durch die Abtreibungsschlupflöcher geflutscht sind = bei Diagnose DS (und in den letzten 30 Dekaden nicht mehr verschämt als Buddha in der Ecke sitzen gelassen worden sind. ICH WEISS; SIE SIND HIER OFT ANDERER MEINUNG! und sicher nicht wegen dem Beten, sondern wegen dem familiären Engagement, permanent VORAUS zu gehen) Bachelor bei Down Syndrom, Schauspieler, Abitur mit Einser-Englisch uvam. Auf der anderen Seite Langeweile, verengender Fokus, Depression, Macken und Maschen entwickeln…. Ich selbst war NICHT AUCH NOCH die LehrerIn meines Kindes (hätte der Gesellschaft in dem Fall sicher gut gefallen!) ; und es hatte meistens leider nur – ähem – nicht ganz so fähige Lehrpersonen erwischt!….Ich war jahrzehntelang als Mutter durchaus überbeansprucht im Einsatz (und bin es noch, weiß um die miese Versorgung von Behinderten in ihren “geschützen” (= schutzlosen) Werkstätten….unterhalten von kirchlichen (christlichen?) Diakonien und anderen selbstdarstellerischen bis wirtschaftszuliefernden Trägern….klar: erster Arbeitsmarkt heißt das Lockwort….man versucht zu konditionieren. Aber DER GANZE Mensch bleibt auf der Strecke.
    Mein Kind hat in seinen >20-Lebensjahren viel Zurückweisung erfahren…: Eltern aus der Grundschulszeit, die nun ihr erwachsen gewordenes Kind verleugneten, als mein Kind nach Jahren unverhofft vor der Tür stand und einen Besuch abstatten wollte…Zurückweisung von Lehrern, Betreuern, “Fachleuten”, Verwandten, im “normalen” öffentlichen Raum.

    ABER ICH WEISE nun meinerseits jene zurück in ihrer gesellschaftlichen Mißachtung, JENE, die diese Dienste , das permanante Motivieren”müssen” ‘(auch sich selbst motivieren) und diesen unfreiwiligen “Lebensentwurf” abqualifizierten!
    Und meinen Sie, man könnte dann noch eben mal blitzartig umschalten auf eine geistig-erschöpfende künstlerische kreative Arbeit (in Einsamkeit und Leerraum), die es nun zu füllen gilt? Pech, gell, wer diese Konstitution nicht ewig aufrecht hält. Tja…wir Eltern von behinderten Kindern haben uns den ARSCH AUFGERISSEN – überproportional doch wohl die MÜTTER!

    Wenn ich oben lese, dass der Aberglaube eine tödliche Konsequenz haben soll -mag ja sein – , dann ist es vielleicht doch “Thema”, was ich versuche rüber zu bringen, dann stehen meine Erfahrungen der gebilligten Realität dem nicht nach…Der REALE Konsens lautet: Weg mit dem, was abweicht…
    ebenso
    GEFÄHRLICH!

  2. aber glauben? sagt:

    und
    ich habe keineswegs in einer Parallelwelt gelebt…Rezepte habe ich keine gefunden. SELBTHILFE war angesagt. Bodenständigkeit. Sich DURCHKÄMPFEN in dieser heillosen “Realität”! :- ( die jeden Tag einfach immer nur noch schlimmer wird! (Nachrichten einschalten? Nicht nötig) Viel lieber würde ich mich weit wegbeamen…in Funklöcher, weg von den Millionenwarenangeboten dieser von Herrn Stamm bejubelten Wirklichkeit (der Möglichekiten) Wirklichkeit mit Rückständen. Zeitbomben.

    Schulmedizin und Pharma = nur bedingt nützlich! Mitmenschliche Mitverantwortung?

    Yes! This is my Weltanschauung!

  3. aber glauben? sagt:

    woran?
    Ist das Ihre gewünschte Realwelt, Herr Stamm? “Technik”? Tun, was möglich und machbar ist? Z.B. Social Freezing? “Umbau” ohne Folgen? Schöne neue REALE Arbeitswelt dank Wissenschaft und ohne Aberglaube.

    h ttp://www.taz.de/Social-Freezing/!147776/

    h ttp://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/einfrieren-der-eizellen-so-funktioniert-social-freezing-a-997312.html

    h ttp://www.spiegel.de/forum/karriere/social-freezing-karriere-und-kind-auf-eis-gelegt-thread-169891-1.html

    h ttp://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-10/social-freezing-eizelle-faq

  4. fred sagt:

    um jetzt mal sarkastisch zu sein:

    So what?

    Im Rahmen evolutionärer Betrachtungen ist das doch ganz in Ordnung. Schlecht informierte (= in dem Falle also fitter zum überleben) Spezies merzt die Natur über die Zeit aus. Der Aberglaube müsste von alleine aussterben. Übrig bleiben die Wissenden (in dem Fall: die Gläubigen, da ja nicht abergläubig…?), bis letztendlich nur noch die ganz Schlauen – sprich die Brights (siehe zB de.wikipedia.org/wiki/Brights), wie hier im Blog ja auch in sehr aktiver Form vertreten – übrigbleiben.

    Also entspannt euch, die Natur regelt das alles von alleine.

  5. Albert Baer sagt:

    @fred

    Ihre Argumentation hat was.

    Auf die Dauer kann man sicher nicht mittels Illusionen über die Realität überleben. An der Anpassung an die Realität führt kein Weg vorbei.

    Während also Wissenschaftsferne durch Viren/Dürren etc. dahin gerafft werden schaffen es es die Brights ev. durch Technikfolgen (Atomkrieg etc.) das Zeitliche zu segnen.

    Was leider das mittelfristige Überleben auch sichert ist Macht/Gewalt. Das verzerrt die Korrelation zwischen Gescheitheit/Informiertheit und Überlebensfähigkeit etwas.

  6. ... sagt:

    Gukki bezahlen können und Gucci richtig aussprechen können, macht nicht zwangsläufig an einer Grenze Halt. Leider verschärft sich dieses “Gefälle”.

  7. Thomas Siegrist sagt:

    Vielleicht kennen Sie das Sprichtwort: Wo rauch ist, ist auch ein Feuer? Es wäre angebracht, dass Sie Ihr journalistisches Können etwas ausweiten sollten, um fundierte Berichte zu schreiben und nicht naiv über die allgemeine “Normalität” zu schreiben und sich nur auf eine Seite zu schlagen. Aber das wäre wohl zu viel verlangt. Somit ist dieser Bericht in meinen Augen keine journalistische Meisterleistung.

  8. Lord Harry sagt:

    Was hat dieses absolut grässliche Foto mit einem Sekten-Blog zu tun? 🙁

  9. Lord Harry sagt:

    TA: der Beschneider der Meinungsfreiheit. Wer hätte das gedacht????

  10. Peter Rietsch sagt:

    @Fred:
    Evolutionäre Betrachtungen beziehen sich auf Genetik. Unser Erbgut hat sich aber kaum verändert, seit Menschen zu 100% abergläubig waren. Wissenschaftliches Denken ist eine reine Gesellschaftserscheinung und kann ebenso wieder verschwinden, wie es gekommen ist. Wenn Kinder falsch erzogen werden, weil z. B. die Politik die Evolutionstheorie auf gleiche Stufe mit der Schöpfungslehre stellen will, oder wenn Homöopathie von der Krankenkasse bezahlt wird, oder wenn an der Universität Zürich ein Lehrstuhl für Hokuspokus eingerichtet wird, kann sich gefährliches Denken schnell ausbreiten. Leider ist es dann eine Bedrohung für die gesamte Menschheit, und nicht nur für ein paar Dumme mit schlechten Genen.

  11. Hypatia sagt:

    All die Toten, von denen wir alle Tage erfahren, – vermögen wir all diese Toten all diese Tage wirklich zu fassen? All die vielen Toten, von denen wir tagtäglich erfahren, nehmen wir höchstens noch zur Kenntnis oder wir achten kaum noch auf die vielen Toten, von denen wir erfahren, jeden gottverdammten Tag, den wir leben, all die vielen Toten.

    All diese vielen Toten, von denen wir erfahren, stehen uns fern. Wir fern-sehen sie in der Zeitung, auf dem Bildschirm, im Gespräch. Der ferne Tod interessiert uns nur insofern, als dass wir von ihm Kenntnis nehmen können. Wo Menschen sterben, herrschen Krankheit oder Krieg. Indem wir fern-sehen, schauen wir gewissermassen in die Zukunft, wir sehen Zustände, in die wir gerieten, wenn wir unser Zusammenleben nicht mehr regeln könnten und uns das Übel überfiel. Indem wir fern-sehen, sehen wir uns vor, und indem wir uns vorsehen, schützen wir uns vor dem Übel. Soweit interessiert uns der ferne Tod.

    Aber heute etwa, da lese ich, dass irgendwelchen Helfern in Westafrika die Kehle durchschnitten wurde, weil die „Eingeborenen“ glaubten, es seien eben diese Helfer, die die Krankheit über sie bringen sollte. Die Helfer waren für sie die Gefahr. – Aber dabei stelle ich mir vor, wie jedem einzelnen dieser Helfer(Innen?) die Kehle durchschnitten wird. Slowmotion. Die ganze eingebildete Szene wird derart unerträglich, dass ich mich abwende und die ganze Illusion lösche. Ich schaue in den Garten, die Sonne scheint. Ich höre Vögel, der Himmel milchig. Wie unerträglich doch das je singuläre Ereignis einer Ermordung, einer Tötung wird, je mehr man sich dieser Tatsache annähert. Ich ertrage es nur aus der Ferne. Das Massive und Zahllose an diesen Toten wird aus der Nähe zu etwas Unfassbarem, etwas, was uns erschlagen würde.
    All diese Toten. Im Alltag begleitet uns dieser massive Tod von morgens bis abends, insofern wir informiert sind über das Geschehen des Tages in der Welt. Wir fangen den massiven Tod bei unserem alltäglichen Update ein. Darin ist er gefangen und bleibt es auch weiterhin. Näher kommt er uns nicht, als dass wir ihn nur von fern sehen könnten.

    Denn der Tod eines uns vertrauen Menschen nimmt uns gefangen, je nachdem, wie nahe wir ihm gestanden haben. Der massive Tod aber darf uns nicht gefangen nehmen, er würde uns nur als reine Masse allein schon umhauen. Jeder Mensch stürbe vor Scham im Angesicht all der vielen Toten, die uns tagtäglich aus der Ferne grüssen. Ich war da und bin nun tot.

    Ich habe heute noch immer Mühe, mir Greuentaten anzuschauen. Seien es real sich ereignende Greueltaten oder inszenierte. Wenn es wirklich brutal wird, schaue ich weg. Andere schauen dabei zu, als ob es wirklich nur äusserlich stattfinden würde, sei es nun das, was wirklich nur äusserlich stattfindet, oder sei es das, was wirklich stattfindet. Die haben da diese Scheibe, und die lässt keinerlei Berührung zu. Was da geschieht, kann sie nicht wirklich rühren. Ich aber mache vielmehr die Erfahrung, dass es mich sehr wohl rührt. Es bewegt mich. Und manchmal ist die Rührung so stark, dass ich wegsehen muss, auch wenn ich es nur aus der Ferne zu sehen vermag.

    All diese vielen Toten, die wir tagtäglich erleben, wir schauen sie weg und wir lassen uns nicht von ihnen berühren. All diese namenlosen Toten, von denen wir hören, bleiben namenlos für uns. Es sind immer viele. Selten ein besonderer Toter. Besonders ist dieser Tod deshalb, weil der Tote namentlich genannt wird. Man kann ihn als Mensch in unsere Welt einordnen. Bei den vielen Toten aber geht das nicht. Sie haben keinen Platz in unserem Leben. Sie finden anderswo statt, in einem anderen Leben.

    Alle diese vielen Toten sollten uns zum Nachdenken bringen. Aber nichts geschieht. Der massive Tod fordert jeden Tag seinen Tribut. Er gehört zum Alltag.

    Aber manchmal spüre ich ihn ganz nah, wie bei jenen Helfern in Afrika. Die ganze Traurigkeit, wenn ein Mensch aus dem Leben scheidet. Die ganze Brutalität, wie dieses Scheiden geschieht.

    Sicher die meisten Menschen haben dieses Mit-Gefühl, auch wenn es rational völlig grundlos scheint, von einem jener vielen namenlosen Toten berührt zu werden. Meistens redet man auch nicht darüber, jedenfalls habe ich den Eindruck. Das Mit-Gefühl für die fernen fremden Toten könnte man auch Sentimentalität nennen. Solche Gefühle haben keinerlei Aussagekraft. Sie verschwinden, wie sie gekommen sind.

    Alle diese vielen namenlosen Toten.

  12. fred sagt:

    @Peter

    Szientismus ist auch Aberglaube…und führt auf anderem Weg zum selben Resultat, wie man in unserer so aufgeklärten westlichen Welt jeden Tag der Zeitung entnehmen kann.

  13. zweistein sagt:

    Ebola. DIE Schlagzeile der letzten Tagen und Wochen. Und Hugo Stamm gibt nicht seinen Senf dazu – unvorstellbar!

    🙂

  14. Häfliger sagt:

    Das Ebola – Virus ist in verschmutztem Wasser ( ein Fluss in Afrika heisst Ebola) entstanden!
    Es ist schockierend wie leichtsinnig der Mensch mit der Natur umgeht.
    Wer hat diesen Fluss derart verschmutzt? Wie lange hält der Planet Erde uns Menschen noch aus?
    Langsam wird es unheimlich!

  15. Georgie sagt:

    @Häfliger

    Es IST unheimlich – und ich weiss echt auch keine Lösung. Vor allem fürchte ich, dass die Erde langsam aber sicher vor die Binsen geht – mitsamt allen Bewohnern. Um den fahrenden Zug aufzuhalten, müssten viel mehr Menschen einer Meinung sein und eine Lösung anzugehen, anstatt sich zu bekämpfen. Wunschdenken! leider.

  16. Andi sagt:

    Wobei die “Nebenwirkungen” mit “Fatalismus” wenig zu tun haben. Sie sind Folgen unaufgeklärten infantilen Verhaltens.

  17. Häfliger sagt:

    @ Georgie

    Erstaunlich, dass es unsere Art Lebewesen noch gibt!
    Ich weiss auch keinen Rat- wie die Menschheit gesund werden könnte ? Manchmal schäme ich mich, dass derart gewütet wird – mit Aufrüstung, auch atomarer Waffen! So sinnlos das Ganze!
    Wir Menschen könnten es so schön haben. Es gibt genug Nahrung für Alle, genug Platz für Alle…..
    Seit es uns Menschen gibt, denken wir ans Ausrotten – dieser muss ausgerottet werden , jener auch,….! Dann sagen wir: die dumme Kuh , der böse Wolf – die gruselige Spinne………aber von allen Lebewesen spinnen nur die Menschen !

  18. Pasionaria sagt:

    zu Hypathia

    Eines der Probleme sehe ich auch darin, zwar haben die meisten Menschen Mit-Gefühl und Mit-Leid mit den Toten, aber jeder weint vorallem über seine eigenen Probleme.
    Du und ich inklusive……

  19. - sagt:

    Hugo Stamm fragt:

    Ist die Flucht in eine Parallelwelt ein probates Rezept, um die Realität besser zu ertragen?
    Nein.
    Menschen brauchen die Kontraste, später werden sie erkennen können, dass es allein ein grossen Glück ist, mit zwei Armen auf die Welt genommen zu sein, die genau so lang ist, dass sie der eigene Hintern putzen kann.
    Bei dieser kranker IS kann man nur ein “Zaungast” sein und wir müssen hier in Europa bleiben, damit wir unser Kopf durch abhacken nicht verliert.
    Der Kopf zu behalten zu dürfen, ist alleine ein Glücksgefühl.

    Alle Menschen in Europa wissen, dass sie nicht Affen essen sollten, darum hat sie auch keine Seuche, wie Ebola erzeugt und zum Glück gibt es die medizinische Versorgung.

  20. - sagt:

    Hugo Stamm schreibt, die Menschen sehnen sich nach einfachen Erklärungen.
    Also, dann sollte die Esoteriker auch der Spiritualität erklären und sagen, was er/sie darunter versteht.

    Gleich wie der alternative Medizin, wie funktioniert das, ohne eine medizinische Ausbildung?
    Oder kann mich jemand erklären, ob ein Honig, die von ein Engel angehaucht wurde, besser ist als ein Honig , die von ein einzelne Biene stammt?
    Nein, mein Freund, hier müssen der Esoterik noch viel Überzeugungsarbeit leisten, helfen sie mit, das der Aberglaube im Zaun bleibt.

  21. Gemischtes sagt:

    “Psychohistorie” – Teil 2
    oot?

    (wenn Antworten statt schneller Lösungen, dann hier…in der trangsgenerationalen Weitergabe…jedenfalls für mich als “kompliziertes” und so verwöhnt individuelles Wesen…freu, das sich der Verantwortung entziehen will)

    Naheliegendes scheint nicht zu interessieren! Ebola und Dauerbrenner Islam sind Abarbeitungsthemen im Unterschied zu Demenz oder der verdummenden Religemeinschaft in der Nachbarschaft…(…bei einer Frau mit Alkoholproblemen und anderem stand Jesus himself am Bett…sendet der ERF…)
    Ein Brocken wird den Hungrigen vor die Füße geworfen und sie reissen sich gehorsam darum.
    Was ist daran so viel anders, als sich beim vegangen Fastfood auf Rädern anzustellen und zu meinen, man würde die Weisheit fressen? Das soll *gesund* sein??? (das Zeugs aus dem Filmchen)
    h ttp://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/Veganes-Fastfood-auf-Raedern,vincentvegan100.html
    Ein Paralleluniversum wird geschaffen….Geschmacksverirrungen…
    Demenz ist auch so eines, Behinderung oder Medikamentenverwirrung ebenso…der Adel ;- ) (und sicher auch die Brights)

    Sabine Bode ist mE eine sympathische und kluge Frau, die Wesentliches sagt und beiträgt. Z.B: sinngemäß “Die Strukturen, die wir heute hier haben [D] sind geschaffen worden von Leuten, die heute 70 sind…den Nachkriegs-68ern, die Probleme mit ihren Eltern hatten…”
    Nicht zu übersehen, was sich über viele Wellen und Strömungen HINWEG (von Perioden und Ideologien) halten konnte: DIE SÖHNE OHNE SCHLECHTES GEWISSEN, DIE TÖCHTER “MIT”….
    (etwas, was wir auch den vedummenden Religionssystemen zu verdanken haben)

    Sabine Bode, zuletzt unterwegs in BR-Nachtlinie (einmal nicht primär über die Nachkriegsthematik, sondern über Demenz und Pflege…) h ttp://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/nachtlinie/index.html

    und ein weiterer Lesetipp (nicht für die, die sowieso nicht auf diese Themen eingehen, sondern für die verdeckten
    Mitleser ;- ), die sich nur hin und wieder melden ….
    tja Bode hat Demenz betreffend in Ch gewildert, und die Psychohistorie verdankt sich sowieso großteil A. Grün und F. Galler…. )

    ! ! ! uni-forst…
    Heike Knoch und Winfried Kurth
    Kriegsenkel – ein spätes Erwachen?
    Die Kinder der Kriegskinder aus Sicht der Psychohistorie

    da wird dann evtl. verständlich, was man sich lang “gefallen” läßt….etwa die dummen Religemeinschaften in der Nachbarschaft..damit können diverse gemeint sein

    wer stolpert schon darüber, über die Paradoxien in der Internetbelehrung…einerseits der Hauszellengemeinde mit ihren neuen Artikeln (die aktuelle Triologie EAD, Gnadauer und EFG….Letztere angeblich ökumenisch und dem Statement vom ev. Weltanschauungsbeauftragten Thomas Gandow (wer in einer neo – darbystischen Gemeinde ist, darf nicht Mitglied einer katholischen oder evangelischen Kirche sein) zu googlen bei Scharfschwerdtstraße 43…
    WAS DENN NUN??
    vielleicht kann sich das Religionsvolk einmal einig sein?

    Aber DAS ist es, weshalb ich dort schon LANGE nicht mehr SUCHE!

  22. Realist sagt:

    Kein Thema ist zu dumm um auf die Alternativmedizin einzuprügeln. Als Beispiele werden dann, wie auch hier im Blog, absurde Rezepte zur Alternativmedizin umdefiniert.Ich glaube jetzt bald Hugo Stamm ist der wahre Scharlatan. Er ruft zu oft “Haltet den Dieb”.

  23. realistisch? sagt:

    eine Esoterikerin und Schamanin als EU Verkehrsministerin…ja, gehts noch?

  24. Pasionaria sagt:

    Realist
    Sie scheine sich in Ihrem Nicknamen ebenso getäuscht zu haben, wie in Ihrem Text. Zu letzterem würde eher der Nick > Quatschkopf passen.
    Was wollen Sie damit sagen: “…..absurde Rezepte zur Alternativmedizin umdefiniert.”?
    Sowie, ein ‘wahrer Scharlatan’ ruft niemals ‘haltet den Dieb’, ist er ja selbst einer!
    Ich wünsche Ihnen etwas mehr Ordnung in Ihrem alternativen Hirn.

  25. Häfliger sagt:

    @ realistisch

    Ja das wäri de Plausch: Doris Leuthard als Schamanin!

    Sie würde den Autoverkehr abschaffen, Luftballone einkaufen und die Schweizer könnten benzinfrei, in frischer Luft , hoch über dem Erdboden umherkurven!

  26. Häfligee sagt:

    Mues na säge: Im Fall…..ich möchti dän en ROTE BALLON !

  27. Flamen sagt:

    @ Häfligee

    Du, i schigg grad de Eidgenosse-Sigel a d’Bundeskanzleri zrogg. I wött dä Siech nöd. Aber dä Siegellack, dä bhalti. 😉

    Danke. Di Alternatif Lischtä hätt mor wider emol en rechte Schregg iigjagt.

    I sötts endlech lerne. Nämlech au öppe mol bööös z’sii.

    Gruess vom Gotteskanzler 😀

  28. realistisch? sagt:

    “Das Salz der Erde”.
    Realismus pur.

    Film über Sebastião Salgado von Wim Wenders…
    “Die Natur ist der bessere Teil der Welt”.
    Allerdings.
    h ttp://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/mdr/2014/wenders-100.html

    Dass die Natur der bessere Teil der Welt ist, ist auch meine Überzeugung bei dem, was momentan menschengemacht passiert…(selbstverständlich glaube ich, dass Ebola HIER nicht vorüber geht…der Islam HIER nicht seinen Terror ausspart…ein paar Millionen hinschieben, und nichts ist an den Wurzeln verändert)

    Die paar Menschen(die nicht WOLLEN) haben keine Chance abzuwehren, was sie nicht wollen…CETA wurde hinterfotzigst (Lobbyistendruck und Umfaller)… beschlossen, ist so gut wie besiegelt. Die Kanadier pressen ihren Teersand herein. Die Franzosen (und Belgier) aasen mit ihrer maroden Atompolitik und bauen neue Meiler, liebäugelnd mit China, dass die Schwarte kracht. DIe meisten Länder des EU-Bündnisses scheren sich nicht um Vereinbarungen und machen Schulden auf Kosten anderer….

    Ich wüßte gar nicht wo ich “alternativ” bin oder es sein könnte bei diesem rigorosen (und tödlichen) Realismus mit seinen menschenverachtenden Methoden. Ich kann alterntiv höchstens auf “Freunde” verzichten, die um mich herum nichts als Steuersünder sind :- ( . Ich würde sie nicht “wählen”. Rekordzahlen der Selbstanzeigen. …schwacher Trost.

    (Hoffnung für die Belebung von intakten und autarken Dorfstrukturen? Regionalwährung? Kein Datenmüll aber Biomüll, das kleine Windrad vor der Haustür…ohne Saitan selbst herstellen oder Insekten für den Nahrungseigenbedarf zu züchten..Mehlwürmer und Heuschrecken..lustig, wie aus Saitan Satan wird…
    inspirierend auch die Rede eines Geehrten im Münchner Literaturhaus über Satzzeichen…der sich als Schriftsteller über die besch. und VERKORKSTEN Recht-schreib-reformen echauffierte. Sagt alles aus! Und kann man 1:1 übertragen auf Zeit und Zeitgenossen-Mainstream…nichts geht mehr)

  29. Lesetipp sagt:

    h ttp://www.freiewelt.net/tisa-taser-10044910/

  30. Friedolin sagt:

    Grüezi Herr Stamm

    Ich finde Sie verwenden den Begriff Verschwörungstheoretiker etwas voreilig, impliziert er doch eine etwas verquerte Sicht desjenigen. Es gibt halt nicht nur eine richtige Meinung des Schreibenden. Es gibt verschiedene Meinungen. Und manchmal ist die Welt halt doch nicht so komplex wie es manche Leute gerne hätten. Zum beispiel ist es ziemlich simpel was Median anbelangt. Wer zahlt, befieht. Man koennte jetzt ganz simpel anmerken, das sie nichts weiter sind als ein mittelmässig bezahlter Marktschreier.

    Gruess

  31. Ebola sagt:

    h ttp://www.shz.de/hamburg/meldungen/ebola-behandlung-in-hamburg-wird-teuer-id7969726.html

    auf die Frage, wer soll das bezahlen, wenn erst viele kommen, folgt die untaugliche Begrifffskeule

    etwa auch solche alten Männer wie aus dem Land “I”, wo die Zitronen blühen? Und seine Mafia? Er wurde gerade frei gesprochen!

  32. alter Mann sagt:

    Das mit Ebola ist unendlich traurig.
    Wie können wir aber erwarten, dass Angehörige der grossen Mehrheit in Afrika nur irgend ein Vertrauen in uns europ. und amerik. Massenmörder durch die ganze Geschichte hinweg haben sollten? Verlässlicher als die eigenen Mythen erscheinen wir ihnen sicherlich nicht.

  33. Ueli sagt:

    @Friedolin
    Leugnung gefährlicher Viren, Ebola als biologische Waffe der Helfer – sind freilich “Verschwörungstheorien” nach Friedolin. Haben Sie heute schon Ihre “Alternativmedizin” eingenommen?

  34. Ueli sagt:

    @Friedolin
    sind freilich KEINE VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN nach Friedolin.

  35. Peter Seiffert sagt:

    Ach Gott Herr Stamm, als ich vor Jahren zum ersten Mal etwas von Ihnen las, nahm ich an, Sie kämen aus einer aufklärerischen Tradition. Mitlerweile nehme ich aber nur doch die grosse Keule wahr, die von Ihnen geschwungen wird. Seit dem frage ich mich, was ist denn eigentlich Ihr positiver Lebens- und Gesellschaftsentwurf, der sich hinter Ihren Angriffen verbirgt. Was ich da wahrnehme, erscheint merkwürdig glatt. Selbst Ihre Kollegen und Kolleginnen aus der Wirtschaftsredaktion und der Kulturredaktion weise in ihrer Berichterstattung auf Brüche und Widersprüche hin und reflektieren, dass es so etwas wie Deutungshoheit und damit verbunden auch Deutungsmacht gibt. Wenn Sie das mir als Realität anbieten, dann finde ich das reine Ideologie.Das ist es doch oder, wenn Sie mitlerweile die Bezeichnung Esoteriker als Schimpfwort benutzen. Das bringt mich zu der Frage: Was, oder woran glauben Sie denn eigentlich? In meinem Leben jedenfalls gibt es Brüche, gibt es Schmerz, Trauer , Liebe und auch Unvermögen. Ich bin 66 und wenn ich mich mit Sterben auseinandersetze und nicht zufrieden bin, was die christlichen Kirchen mir anbieten, möchte ich mich nicht von Ihnen beschimpfen lassen.

  36. Michael Bamberger sagt:

    @ Peter Seiffert

    “Ich bin 66 und wenn ich mich mit Sterben auseinandersetze und nicht zufrieden bin…”

    Was Sie nicht sagen…??

    “Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an
    Mit 66 Jahren, da hat man Spass daran
    Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss
    Mit 66 Jahren, ist noch lang noch nicht Schluss”

    (U.J)

  37. olive sagt:

    @Hypatia

    “Jeder Mensch stürbe vor Scham im Angesicht all der vielen Toten, die uns tagtäglich aus der Ferne grüssen.”

    Mirgefühl, Verantwortungsgefühl, persönlich tun, was man tun kann, aber aus Scham sterben, weil viele Tote grüssen?

    Das geht über die Fähigkeit eines Menschen ( die, die direkte Schuld tragen am Tod von vielen Menschen kümmern sich sowieso einen Kehricht )

    Kein Mensch könnte auch nur eine Minute lang mehr leben, wenn er die Schuld für alles auf sich nehmen würde.

  38. Ueli sagt:

    @Peter Seiffert
    Esoterik / Okkultismus ist “Metaphysik der dummen Kerle” (frei nach Adorno). Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, dass es neben dem Monotheismus und der Esoterik noch einen anderen Weg gibt um mit seiner Sterblichkeit klar zu kommen – z.B. “kritisches Denken” aka “Philosophie”. Lesen Sie mal ein bisschen Montaigne zur Abwechselung – “Philosophieren heisst sterben lernen” sagte dieser grosse Geist schon vor 500 Jahren in seinen “Essays”.

  39. Häfliger sagt:

    @ Flamen

    Dänn hoff i, dass de Siech ( was immer das isch ) a di richtigi Adrässe retourgange isch du wider din Fride häsch!

    Grüssli

  40. alter Mann sagt:

    @ Michael Baumberger
    Der Udo Jürgens wollte und will mit solchen Songs nur den eigenen Verfall überdecken. Auch die unsägliche Fernsehschau vorgestern zu seinem 80. geht in diese Richtung (habe solchen Quatsch selbstverständlich nicht angeschaut). Ich bin jetzt 71. Seit der Rekrutenschule ist für mich das Sterben das zentrale Thema, und erst in den vergangenen 2, 3 Jahren ist es mir “geglückt”, sag ich mal, die Udo Jürgens- und und die Ängste wohl der meisten irgendwie für mich zu relativieren. Habe in einem früheren Thema auch schon einmal gesagt, dass ich derzeit weder irgendwie religiös noch esoterisch bin, schon seit vielen Jahren nicht mehr. Und doch ist eben der Weg das Ziel. Ich könnte mir meine Existenz nicht vorstellen, ohne die tiefen esoterischen EWrfahrungen bis vor rund 20 Jahren. Sei’s drum. Ist ohnehin nur rein persönliches Fühlen.

  41. Ueli sagt:

    @alter Mann
    Nun, ich will hier nicht den Dünnbrettbohrer spielen, aber es ist ja schon ein Widerspruch in sich, dass Sie einerseits behaupten zur Zeit nichts mit Esoterik am Hut zu haben und im selben Atemzug ihre “tiefen esoterischen Erfahrungen” der Vergangenheit als so profund darstellen, dass Sie sich Ihre jetzige Existenz ohne diese anscheinend nicht vorstellen können.

  42. Hypatia sagt:

    olive am 20. Oktober 2014 um 14:50@Hypatia

    Ich weiss nicht,warum ich an dieser Stelle von Scham spreche. Vielleicht um das Peinigende und Ohnmächtige daran irgend einem Gefühl zuzuordnen. Das Versagen vor den Toten. Das Versagen vor dem Leben.

  43. alter Mann sagt:

    @ Ueli
    Das Leben ist widersprüchlich, das ist sein Kern.
    Ich habe jedoch schon zu meiner esoterischen Zeit genau hingeschaut, und mir sind nur sehr wenige Typen dort sympathisch gewesen. Die meisten waren absolute Egoisten/innen, die nur ihren Trip im Kopf hatten. Ebenso wenig sympathisch, wie die meisten in der ref. Kirche, in die ich einfach als Kind ref. Eltern hinein gerutscht bin. Nur kam mir schon als 12jähriger im Rel.-Unterr. das alles als Unsinn vor. Wenn Sie so in strengem ref. Milieu aufgewachsen sind, sind die schönen Tänze – um nur ein Beispiel zu nennen – ohne jegliche Regel, wie die Schritte und das Benehmen zu sein hätte und ohne jegliche Paarungsabsicht und -lust etwas befriendes. Etc. Wie gesagt, alles nur meine Person betreffend.

  44. olive sagt:

    @Hypatia

    die tiefe Hilflosigkeit.
    Damit kann ich mich identifizieren.

  45. Radix sagt:

    Häfliger

    Danke für Ihre Aufmunterung! Ich bin noch auf dem Retourweg. Aber das Endziel ist in Sicht (Freitag).

  46. Häfliger sagt:

    @ Radix

    Das ist gern geschehen!
    Es macht doch viel mehr Spass , einander aufzumuntern, als einander auf den Grind zu geben!
    En schöne, friedliche Abig und weiterhin Freude am Velofahren!
    Grüssli

  47. Tschuemperlin Christian sagt:

    In diesem Artikel werden verschiedene Begriffe wild miteinander vermischt. Esoterik ist nicht dasselbe wie eine Verschwörungstheorie und beide Begriffe haben in aller Regel nichts Aberglauben zu tun. Sie über die beschriebenen Vorfälle mit Inhalt füllen zu wollen ist sehr undifferenziert. Die Medien sollten im Falle von Scharlatanerei auch wirklich von Scharlatanerei sprechen und im Falle von Spiritualität von Spiritualität- Esoterik ist eigentlich nur ein griechischer Begriff für die okkulten Geheimlehren der Eliten, wovon in Westafrika ja keine Rede sein kann.

  48. M.Brandenberger sagt:

    Fatale Nebenwirkungen von Aberglauben – Immer wieder staune ich wie undifferenziert und polemisch die Artikel von Ihnen, Herr Stamm, sind. Um das ganze etwas vertiefter anzugehen wäre es allerdings nötig, die verschiedenen Begriffe vorgängig zu definieren, damit man nicht „Äpfel mit Birnen“ vergleicht. Ein bekanntes Beispiel für Aberglauben ist beispielsweise der Freitag der 13., wobei dem diesbezüglich Gläubigen natürlich die Gefahr einer selbsterfüllenden Prophezeiung drohen kann. Wenn dann dieser „Abergläubige“ dann noch „Fremde“ dafür verantwortlich machen würde und diese auch Töten, dann wäre das natürlich ein Problem – des „Aberglaubens“? Oder… einer inhumanen Gesinnung, einer kriminellen Energie?
    Wenn ich mich recht entsinne bringen sie Aberglauben allerdings in einen weiteren Zusammenhang, d.h. mit Rückständigkeit, Unvernunft sowie mit „sektiererischer“ Religiosität (Vgl. „Achse des Bösen“; zweiter Irakkrieg)… und all diese Zutaten mischen sie „erneut“ in abenteuerlicher Art und Weise – dies erscheint mir jedoch nicht legitim, insbesondere auch nicht, wenn das „Muster stets das gleiche ist“. Ihre Argumentation, so habe ich diesem Zusammenhang den Eindruck, steht und fällt mit dem extremen Beispiel! Die „Esoterikwelle“ umfasst milde Positionierungen wie die Kraft positiven Denkens, die ich beim besten Willen nicht mit den von Ihnen angesprochenen Morden in Afrika in irgendeine Art von Verbindung bringen kann – es mag ja durchaus sein, dass der dort vorliegende „Aberglaube“ einen rationalen Zugang zu den „wirklichen“ und wie sie wohl anführen würden, vernünftigen Zusammenhängen verhindert. Ob man die so motivierten Tötungen aber so einfach unter einer abergläubischen Motivierung subsumieren kann, ist dann für mich nochmals eine Frage für sich.
    Zur sogenannten „CAM“ (komplementären Medizin) gehören verschiedenste Heilmethoden (mit z.T. jahrtausendealter Tradierung) – man kann Akupunktur ausprobieren (für sich prüfen) und subjektiv als wirksam evaluieren, auch wenn man „nicht von der rasanten Zivilisationsentwicklung und der komplexen Realität überfordert ist“. Diese subjektive Einschätzung kann dann falsch oder richtig sein, wirtschaftlich oder nicht… aber gefährlich? Ich habe Interviews mit an Krebs erkrankten Menschen geführt, die hinsichtlich der verschiedenen Methoden (z.B. auch Handauflegen!!! Achtung Hr. Stamm, nicht überlesen – es droht die Gefahr einer tödlichen Fehleinschätzung) die sie angefragt haben, differenziertere Erwartungen gehabt haben (d.h. in diesem Fall – keine explizite Erlösungerwartung), als manche Fachleute ihnen zutrauen würden.
    Trotz freier Meinungsäusserung würde ich mir wünschen, dass man sie nicht mehr an so prominenter Stelle zu Wort kommen lässt, da Worte Macht haben und insofern eine zumindest basale Sorgfalt erfordern, was Ihnen aus meiner Sicht immer wieder mangelt, was ich dem immer wieder „religiösen Eifer“ und den mitunter aufhetzend anmutenden inhaltlichen Darlegungen ihrer Berichte leider so nicht entnehmen kann.

  49. ... sagt:

    Ich finde es überhaupt nicht aufhetzerisch, was HS schreibt, sondern als Aufmunterung, als Katalysator sich selber mit seinem Erlebten auf diesem Gebiet der Religionen und Überzeugungen auseinanderzusetzen, ein Anstoß, um sich Schritt für Schritt jener gesellschaftlichen Fraßhappen bewußt zu werden und auch einen kritischen Blick auf TISA, CETA, TTIP usw. zu schärfen. Aufhetzerisch sind vielmehr die Wegelagerer wie Freikirchenfunktionäre, Events, Marktschreier…. mit ihren Feindbildern, mit ihren zwanghaft missionarischen Abwerbungen und Zerstörungen eines intakten Umfeldes, die dir auflauern und dich kapern wollen. Erlösung gegen Spenden. Spenden Sie für den armen Evangeliumsrundfunk! (es kommen doch nur Gofspieler zusammen) Spenden Sie, um eine neue Kirche neben der im Dorf bereits angenommenen zu errichten; denn die alte Kirche ist des Teufels!
    Bist du einmal in die “Fänge” geraten (Gründe gibt es diverse, nicht immer nur jenen, das Dööfchen zu sein oder sein Leben übergeben zu wollen = aus freien Stücken = die Bekehrungssekunde……Loyalität?, Co-Abhängigkeit?), findest du – jedenfalls deutschlandweit – kaum eine kompetente “professionelle” *Auffangstation*. (gibts nur für gestrandete Heuler…)

    Lese mich momentan durch die vom Berliner Sektenbeauftragten i.R. Gandow herausgegebenen Berliner Dialoge durch, wo alles nach und nach durch die Jahrgänge quer Beet thematisiert worden ist… in der Hoffnung auf Rosinen. Nun ja…muß man nicht. (alles nur Wiederholung)

    Ich habe sowieso nichts Besseres und Schlüssigeres zur Analyse der Befindlichkeit meiner (deutschen! – gestaltet sich wohl ganz anders für die schweizerische) Nachkriegs/Enkel-Generation (um 60<) gelesen als jenes pfd von

    Heike Knoch und Winfried Kurth – "Kriegsenkel – ein spätes Erwachen?

    (ferner zu verdanken der Thematisierung durch Sabine Bode unter Beistand von und Bezug auf Grün, Miller und DeMAuse) WIR , die wir unsere meist schweigenden, leidenden, angesch… Eltern entschädigen wollten (die selber noch nicht begriffen hatten, was mit ihnen "geschehen worden ist") ….Wir, die wir nicht aufgemuckt haben…und VATER UND MUTTER DIENTEN (ihnen jeden unausgesprochenen Wunsch von den Augen ablesen konnten, sie nicht zu enttäuschen usw….schließlich hörten wir sie jede Nacht in ihren Albträumen schreien ) ….

    Was für ein Phänomen! '(das Sekundärtrauma…die transpersonale Weitergabe)

    Das macht gehorsam und gefügig! Ohne viel Anstrengung. Unsichtbar gelenkt. Da können andere kommen und das ausnutzen. Diese meine Feststellung gilt für die Töchter. Für die Söhne müssen Söhne sprechen. Ich habe meine Vermutungen.

    und ich denke an manche Symbole einer Epoche …wie den Teppichklopfer …
    auf mich ging er nur an einer halben Hand zu zählen nieder, aber er stand schon überall in den 50er Jahren als Bedrohung und Instrument der Kindermaßregelung bereit. In den Aufräumjahren mit Noch-und Wieder-Nazis in den Schaltstellen, in den fromm-bürgerlichen Erziehungsanstalten.
    Finde ich gut, dass Wiebke Siem, selbst 60, Künstlerin und Kaiserring-Preisträgerin, dieses Symbol (auch ein sexistisches ) so überdimensioniert herausstellt.

    Welches ist mein "Fazit"? Neben der Hoffnung auf Wiederbelebung kleiner autonomer und nicht ferndiktierter Zentren und Dorfstrukturen. Dass vor Ort eine eigene neue Kultur entsteht.auf die Gegebenheiten bezogen, das muß nicht mainstream überall gleich sein und nicht für Pfaffendinsgbums gelten wie für Boston. z.Zt. ist gar nichts…nur Kahlschlag, Orientierungslosigkeit und Chaos. Frustrierte , auf Eis gelegte "Mit"-Bürger in der Kaninchenstarre…weil ein paar Macher machen.

  50. *Dieses schöne Scheissleben* sagt:

    (D) Do kommt Doris Dörries (“Männer”) neuer Film in die Kinos.(s.o.) Mexiko (Moria) . Totenkult, Machokultur, starke Frauen ….

    Über das Scheissleben zu räsonieren ist seit Altmann gesellschaftsfähig. Vorher, als ich es tat, war es obszön :- (

    Frauen sind im Alter nochmal für Überraschungen gut, sagt Doris. (Fängt bei mir jetzt an. Voll auf Risiko. Klappe aufmachen. Gegen Drohungen….. Kriegsenkelfrauen waren für Männer wie Gebrauchsgegenstände )
    Frauen sind da, wo Männer (im Alter) nicht sind. Litaratur, Konzert, Workshops, öffentliche Räume. Stimmt. Alte Männer (my generation um 60) gibts nicht mehr!
    Biografien von Frauen sind spannender, auch wegen ihres Mutes, öfter was Neues zu wagen, obwohl die Hürden höher waren…Auch wenn mein Leben lange eingefroren und eine Gratwanderung (zwischen Leben und Tod) ist, WAGE ich jetzt nochmal wieder Risiken…(ein Scheissleben war es trotzdem)