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Aberglaube mit fatalen Nebenwirkungen

Hugo Stamm am Samstag den 18. Oktober 2014
Burial team remove body of suspected Ebola virus victim in Freetown

Helfer unter Verdacht: Männer in Schutzanzügen transportieren in Freetown die Leiche eines Ebola-Opfers ab (28. September 2014). Foto: Reuters

Mit der Esoterikwelle und dem Boom der Alternativmedizin erlebt der Aberglaube eine neue Blütezeit. Viele Menschen sind überfordert von der rasanten Zivilisationsentwicklung und komplexen Realität: Sie fühlen sich fremd in der eigenen Umgebung und sehnen sich nach einfachen Erklärungen und sanften Heilmethoden. Auf der Suche nach der heilen Welt vertrauen sie sich oft Scharlatanen und Verschwörungstheoretikern an, welche die Welt uminterpretieren und simple Rezepte für drängende Fragen in vielen Lebensbereichen haben. Doch ihre Erklärungen und Ideen beruhen auf einem Aberglauben und führen in eine Traumwelt.

Die Gefahren des Aberglaubens werden oft unterschätzt. «Lasst die Sucher doch träumen, wenn es ihnen hilft, das Leben besser zu meistern!», lautet eine Standardantwort. Wirklich? Ist die Flucht in eine Parallelwelt ein probates Rezept, um die Realität besser zu ertragen?

Ein Blick nach Westafrika zeigt, wie verheerend sich der Aberglaube auswirken kann. Ebola ist zwar ein Extrembeispiel, das Muster ist aber stets das gleiche. Denn auch bei uns kann der Aberglaube tödlich wirken.

Ein Beispiel aus Guinea: Bewohner in entlegenen Dörfern behaupteten, die Helferteams aus dem Westen hätten die tödliche Krankheit importiert und verantworteten die Epidemie. Dorfbewohner verschleppten sieben Helfer und schnitten ihnen die Kehle durch.

In anderen Regionen erklärten die Bewohner, Ebola sei eine Erfindung der westlichen Helfer. Diese benützten die angebliche Krankheit, um die Westafrikaner in den Spitälern zu ermorden. In einem Dorf riegelten die Leute die Zufahrten ab und sperrten das medizinische Hilfspersonal aus. Solche Anfeindungen sind für die ausländischen Spezialisten besonders hart zu ertragen: Sie riskieren ihr Leben und werden als Mörder verschrien.

Aus Unkenntnis umarmen viele die Toten nach alter Tradition und stecken sich mit dem tödlichen Virus an. Deshalb müssen die Helfer viel Zeit aufwenden, um Aufklärungsarbeit zu leisten.

Auch bei uns kann der Aberglaube tödliche Konsequenzen haben. Für viele Esoteriker sind Schulmedizin und Pharmaindustrie die Ursache vieler Krankheiten, tödlicher Diagnosen und gefährlicher Medikamente. Sie verweigern ärztliche Behandlung und sterben teilweise an Infekten, die leicht zu heilen gewesen wären. Auch die Leugnung gefährlicher Viren ist nicht nur im afrikanischen Busch zu finden: Bei uns streiten auch heute noch Esoteriker und Verschwörungstheoretiker die Existenz von Aids-Erregern ab. Der Aberglaube kann harmlose Auswirkungen haben, doch wer abergläubisch ist, kann Opfer tödlicher Fehleinschätzungen werden.

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184 Kommentare zu “Aberglaube mit fatalen Nebenwirkungen”

  1. Brunhild Steiner sagt:

    @olive 24. Oktober 2014 um 08:05 @ fred

    “Abtreibung ist Grausamkeit?
    …, ermorden aus ideologischen Gründen, … , ist ungleich grausamer.”

    Abtreiben aufgrund eines angeblich festgestellten Downsyndrom (das Risiko von falsch-positiv ist zwar sehr klein, aber vorhanden) hat doch irgendwo ebenfalls mit einer Ideologie zu tun.
    Jedes Leben verdient Schutz, und alles finde ich auf diesem Gebiet “grausam”.

  2. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    “Jedes Leben verdient Schutz, und alles finde ich auf diesem Gebiet “grausam”.”

    Die Fristenlösung ist in überwiegenden Teilen der westlichen Welt bekanntlich gesetzlich geregelt. Abtreibungsverbote verletzen grundlegende Menschenrechte, wie sie in Artikel 6 und 7 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert sind.

    Sogar Ihr Gott hält sich regelmässig an die Fristenlösung, da er rund die Hälfte aller befruchteten Eizellen spontan zu Grunde gehen lässt, bzw. abtreibt. Was er hingegen mit den Milliarden von Seelen seiner Abtreibungen anstellt, wissen Sie dazu mehr?

  3. Hypatia sagt:

    Michael Bamberger am 24. Oktober 2014 um 10:33@ Brunhild Steiner

    “Abtreibungsverbote verletzen grundlegende Menschenrechte, wie sie in Artikel 6 und 7 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert sind.”

    Gemäss der Fristenregelung gibt es aber ein allgemeines Abtreibungsverbot ab der 12. oder 14. Schwangerschaftswoche.

    Also verletzt die Fristenregelung “grundlegende Menschenrechte”.

    Ob dem ungeborenen Leben nicht auch “grundlegende Menschenrechte” zukommen? – Ist es mit den Menschenrechten vereinbar, dass der ungeborene Mensch getötet wird? – Also verletzten Abtreibungen grundlegende Menschenrechte, wenn dem ungeborenen Leben die Würde, ein Mensch zu sein, zukommt.

    Der Zusammenhang, so zeigt sich, zwischen Menschenrechten und Abtreibungsverbot, ist höchst fadenscheinig. Aber derartige Fadenscheinigkeiten sind wir ja von Ihnen gewöhnt.

  4. Brunhild Steiner sagt:

    @Michael Bamberger 24. Oktober 2014 um 10:33

    und alles was gesetzlich geregelt ist darf grundsätzlich nicht und in keinster Art und Weise hinterfragt werden?
    Da kämen mir noch x andere “westliche” Gesetze in den Sinn welche ich alles andere als menschenrechtlich sauber empfinde… (Boden/Steuer/etc Gesetze).

    Doch zu Ihrem bemängelten Punkt,
    bitte beachten Sie dass ich lediglich auf das Argument “töten aufgrund einer Ideologie” eingegangen bin.
    Und da finde ich die Tendenz, Leben aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen zunehmend in Frage zu stellen-
    übrigens nicht bloss am Anfang, das Ende wird auch zunehmend ins Auge gefasst,
    und irgendwann betrifft es jeden wenn er das Pech hat nicht mehr so toll leistungsfähig zu sein, sehr bedenklich.

    Solange wir noch den Luxus haben, uns mit solchen Szenarien auseinanderzusetzen-
    weil wir eben gerade (noch?) nicht mit nacktem Überlebenskampf beschäftigt sind,
    sollten wir uns diesen Fragen in aller Konsequenz auch stellen!

    Damit nicht durch die Hintertüre diese, von Ihnen so gerne zitierten,
    Menschenrechte nur noch selektiv zur Anwendung kommen…

  5. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    Danke für Ihre Replik, die (ganz im Gegensatz zu Hypatia) ohne Polemik auskommt.

    “und alles was gesetzlich geregelt ist darf grundsätzlich nicht und in keinster Art und Weise hinterfragt werden?”

    Natürlich darf es das, sonst gäbe es ja auch keine Gesetzesrevisionen.

    “Doch zu Ihrem bemängelten Punkt, bitte beachten Sie dass ich lediglich auf das Argument “töten aufgrund einer Ideologie” eingegangen bin. Und da finde ich die Tendenz, Leben aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen zunehmend in Frage zu stellen- übrigens nicht bloss am Anfang, das Ende wird auch zunehmend ins Auge gefasst, und irgendwann betrifft es jeden wenn er das Pech hat nicht mehr so toll leistungsfähig zu sein, sehr bedenklich.”

    Ich gehe mit Ihnen einig, dass wirtschaftliche Überlegungen – in einem sozialen Gefüge mit den entsprechenden Auffangnetzen – nicht die ausschlagenden Faktoren bilden sollten. Ich denke da, genau wie Sie auch, z.B. an “verwandtschaftlichen Druck” am Lebensende. Auch dazu sind gesetzliche Hebel vonnöten, um Missbräuchen Einhalt zu gebieten.

    Als nicht verhandelbar hingegen halte ich die Artikel 6 und 7 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Verhielte es sich anders, hätten sich unzählige Stimmen seit 1948 längstens laut gemacht.

    Abschliessend: Ihre Reaktion zu meinem letzten Absatz um 10:33 ist ausgeblieben, können Sie mich erhellen?

  6. Klar Brunner sagt:

    @ brunhild Steiner

    Abgetrieben wurde immer schon, einfach illegal gemäss unseren Gesetzen. Weibliche Säuglinge werden nach wie vor weltweit gesehen eliminiert, wenn sie sog. überzählig sind, da Weibliches als minderwertig taxiert wird.

    Aber da mit der Fistenlösung war ultimativ und wichtig. Wir haben diese Regelung gebraucht. Frauen, die illegal abgetrieben haben waren oft genug auf irgendwelche “Scharlatane” angewiesen und haben deswegen u.U. unter den Folgen lebenslang gelitten, daneben, dass sie sich vor dem Gesetz strafbar gemacht hatten. Zunehmend wurde zudem schon vorher nach einer Abklärung der sozialen Situation Abtreibung legitimiert vorgenommen. Es ist alleweil besser im Rahmen der Fristenlösung zu handeln.

    Man soll sicher nichts Unüberlegtes tun und Leben sicherlich schützen aber die schwanger gewordenen Frauen fallen auch unter diese Kategorie. Wenn ihre Situation es nicht erlaubt Kinder zu gebären oder z.B. die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung stammt ist es nicht an Aussenstehenden zu “Ver-Urteilen”.

  7. Brunhild Steiner sagt:

    @Michael Bamberger 24. Oktober 2014 um 12:25 @ Brunhild Steiner

    “Als nicht verhandelbar hingegen halte ich die Artikel 6 und 7 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Verhielte es sich anders, hätten sich unzählige Stimmen seit 1948 längstens laut gemacht.”
    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte kam in einem Urteil von 16.12.2010 zum Schluss, dass sich aus dem Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 8 der der Europäischen Menschenrechtskonvention) kein Recht auf Abtreibung herleiten lasse- offenbar befanden die Richter Artikel 6 und 7 als nicht relevant in dieser Frage. In einem anderen Urteil wurde einem ungeborenen Kind das Recht auf Menschenwürde zugesprochen- es sind schwierige Angelegenheiten welche sich nicht mit ein paar Gesetzes- Erklärungsparagraphen in aller Einstimmigkeit lösen lassen.

    “Abschliessend: Ihre Reaktion zu meinem letzten Absatz um 10:33 ist ausgeblieben, können Sie mich erhellen?”
    Sollte ich wohl, da ich kürzlich von Ihnen ja dasselbe gefordert haben und Sie meiner Forderung nachgekommen sind, also, ich werf mich Ihnen ein weiteres mal zum Frass vor…, zum Teil 1, keine Ahnung, mit der Befruchtung beginnt für mich die Existenz eines neuen Menschen welcher grundsätzlich von diesem Gott gewollt ist. Wie er das mit allen Spontanabgängen löst und was seine Haltung dazu ist, echt keine Ahnung.
    Teil 2, aufgrund meiner festen Überzeugung dass es ein ewiges Leben gibt, gehe ich davon aus, dass all diese nie geboren wordenen Menschen sich schon jetzt in dieser Ewigkeit befinden. Ich denke nicht dass uns Fragen nach den Platzverhältnissen und ähnlichem Sorgen bereiten sollten… .

  8. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    Bei dem von Ihnen genannten Urteil ging es um Irland, wo Schwangerschaftsabbruch bislang illegal ist. Es geht auch nicht um den Schwangerschaftsabbruch als Menschenrecht sondern um das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs als Menschenrechtsverletzung. Schauen Sie zur Erhellung hier:

    http://www.svss-uspda.ch/de/ethik/uno.htm

    Wenn Sie schon Ihrem Gott das Menschenrecht – oder sollte ich eher sagen das Gottesrecht – zugestehen, Milliarden von Lebewesen via Abort zu Grunde gehen zu lassen, bloss weil Sie den Grund nicht kennen, wie liest sich aus dem Blickwinkel derselben Unkenntnis dann folgender biblische Vers: “Als Gott die Menschen schuf, machte er sie nach seinem Ebenbild.” (1. Mose 5,1) ?

  9. olive sagt:

    @ Brunhild Steiner
    24. Oktober 2014 um 11:48

    “und alles was gesetzlich geregelt ist darf grundsätzlich nicht und in keinster Art und Weise hinterfragt werden?
    Da kämen mir noch x andere “westliche” Gesetze in den Sinn welche ich alles andere als menschenrechtlich sauber empfinde… (Boden/Steuer/etc Gesetze).”

    Da haben Sie natürlich recht.

    Aber wir Menschen sind nicht vollkommen und wir sind biologische Wesen mit Trieben.
    Aus diesem Grund entstehen ungezählte Schwangerschaften, die aus verschiedenen Gründen nicht ausgetragen werden.

    Wie schon Klara Brunner sagte, leichtfertig sollte man das nicht in Betracht ziehen.
    Aber auch und gerade in religiösen Kreisen, wo nicht verhütet werden durfte/darf, wo Frauen “Äcker” sind oder einfach der Triebabfuhr dienen, kommen da verzweifelte Situationen zustande, in denen Frauen abtreiben, auch wenn es keine Fristenlösung gibt.

    “keine Ahnung, mit der Befruchtung beginnt für mich die Existenz eines neuen Menschen welcher grundsätzlich von diesem Gott gewollt ist. Wie er das mit allen Spontanabgängen löst und was seine Haltung dazu ist, echt keine Ahnung”

    Diese vielen natürlichen Aborte , die sind eine Tatsache
    Gott meldet sich nicht nur zu diesen nicht.

  10. Brunhild Steiner sagt:

    @Michael Bamberger 24. Oktober 2014 um 13:38 @ Brunhild Steiner

    “Es geht auch nicht um den Schwangerschaftsabbruch als Menschenrecht
    sondern um das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs als Menschenrechtsverletzung. … ”
    Für mich als juristische Nicht-Fachperson ist das ein bisschen spitzfindig-
    einer Menschenrechtsverletzung muss zuerst ja ein Menschenrecht, welches vorhanden ist, vorgehen.
    In gewissen Ländern ist das in meinen Augen eine ziemlich Pflästerlipolitik (ich bestreite nicht deren Notwendigkeit!), das grosse und widerliche Übel liegt doch in erster Linie darin, dass den Frauen nicht besonders viel Selbstbestimmung zugestanden wird- und zwar lange bevor sie ungewollt schwanger werden!

    “Wenn Sie schon Ihrem Gott das Menschenrecht – oder sollte ich eher sagen das Gottesrecht – zugestehen, Milliarden von Lebewesen via Abort zu Grunde gehen zu lassen, bloss weil Sie den Grund nicht kennen, wie liest sich aus dem Blickwinkel derselben Unkenntnis dann folgender biblische Vers: “Als Gott die Menschen schuf, machte er sie nach seinem Ebenbild.” (1. Mose 5,1) ?”
    Bezieht sich nach meinem Verständnis auf: Gott ist Schöpfender,
    und so auch der Mensch kreativ Tätiger, Gedanken werden fassbar, ob im simplen Alltagsgegenstand, zum komplexeren Hightechding, über Musik zu Bildern zum Schauspiel und so weiter und so fort.

  11. Brunhild Steiner sagt:

    @olive, 24. Oktober 2014 um 14:10 @ Brunhild Steiner

    Mir ging es eigentlich um diesen, von Ihnen ins Rollen gebrachten, Zusammenhang,
    und nicht um eine Grundsatzdebatte zum Thema Abtreibung.

    “Abtreibung ist Grausamkeit?
    …, ermorden aus ideologischen Gründen, … , ist ungleich grausamer.”

    Abtreiben aufgrund eines angeblich festgestellten Downsyndrom (das Risiko von falsch-positiv ist zwar sehr klein, aber vorhanden) hat doch irgendwo ebenfalls mit einer Ideologie zu tun.
    Jedes Leben verdient Schutz, und alles finde ich auf diesem Gebiet “grausam”.

  12. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    “…das grosse und widerliche Übel liegt doch in erster Linie darin, dass den Frauen nicht besonders viel Selbstbestimmung zugestanden wird.”

    Mit dem Wort Selbstbestimmung sprechen Sie einen ganz wichtigen Begriff aus, zu dem der leider viel zu früh verstorbene Christopher Hitchens einst folgenden Satz formulierte:

    “The only known cure for poverty is the empowerment of women and the emancipation of them from a livestock version of compulsory reproduction.”

  13. Rabbi Jussuf sagt:

    Brunhild Steiner
    “Abtreiben aufgrund eines angeblich festgestellten Downsyndrom (das Risiko von falsch-positiv ist zwar sehr klein, aber vorhanden) hat doch irgendwo ebenfalls mit einer Ideologie zu tun.
    Jedes Leben verdient Schutz, und alles finde ich auf diesem Gebiet “grausam”.”

    Ist nicht auch mit einer Ideologie zu tun, wenn man sagt, das “jedes Leben Schutz verdient”?
    Warum sollte das so sein?

  14. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    “Für mich als juristische Nicht-Fachperson ist das ein bisschen spitzfindig- einer Menschenrechtsverletzung muss zuerst ja ein Menschenrecht, welches vorhanden ist, vorgehen.”

    Nein, spitzfindig ist es nicht, schauen Sie hier:

    http://www.thinkprogress.org/health/2014/07/25/3464116/united-nations-abortion-human-rights/

  15. olive sagt:

    @ Brunhild Steiner
    24. Oktober 2014 um 14:16

    “Mir ging es eigentlich um diesen, von Ihnen ins Rollen gebrachten, Zusammenhang,
    und nicht um eine Grundsatzdebatte zum Thema Abtreibung.”

    Dafür sind Sie aber ganz schön eingestiegen in diese diskussion, ich sagte einen Satz zu “fred” der die Gelegenheit nutzte, einem Atheisten Grausamkeit zu unterstellen.

    “Abtreiben aufgrund eines angeblich festgestellten Downsyndrom (das Risiko von falsch-positiv ist zwar sehr klein, aber vorhanden) hat doch irgendwo ebenfalls mit einer Ideologie zu tun.”

    Ich könnte mir vorstellen, dass betroffene Eltern in spe dies auch dem Ungeborenen zuliebe tun und nicht einfach aus egozentrischen oder ideologischen ( dies schon gar nicht ) Gründen.

    Noch einmal, wir sind der Biologie unterworfen wie andere Lebewesen auch und daraus ergeben sich manchmal schwierige Situationen.

  16. Hypatia sagt:

    olive am 24. Oktober 2014 um 15:26@ Brunhild Steiner am 24. Oktober 2014 um 14:16

    “Noch einmal, wir sind der Biologie unterworfen wie andere Lebewesen auch und daraus ergeben sich manchmal schwierige Situationen.”

    Wir sind nicht nur der Biologie ausgeliefert wie andere Lebewesen auch sondern auch dem medizinisch Möglichen wie andere Lebewesen nicht, denn erst aufgrund des medizinisch Möglichen müssen wir uns für das Leben und gegen den Tod oder für den Tod und gegen das Lleben entscheiden. Ich denke, das macht es schwierig.

  17. Brunhild Steiner sagt:

    @olive 24. Oktober 2014 um 15:26 @ Brunhild Steiner

    “Dafür sind Sie aber ganz schön eingestiegen in diese diskussion, ich sagte einen Satz zu “fred” der die Gelegenheit nutzte, einem Atheisten Grausamkeit zu unterstellen.”
    Richtig, weil ich es bemerkenswert finde dass nicht bemerkt wird, dass auf dem Gebiet der pränatalen, sowie auch in der Präimplantationsdiagnostik auch Ideologien vorhanden sind, welche zu Entwicklungen und Angeboten führen können.

    “Ich könnte mir vorstellen, dass betroffene Eltern in spe dies auch dem Ungeborenen zuliebe tun und nicht einfach aus egozentrischen oder ideologischen ( dies schon gar nicht ) Gründen.”
    Da haben Sie wohl auch teilweise Recht, bloss, aufgrund welcher Informationen entsteht die Überzeugung “dies zuliebe zu tun”? Welche Rahmenbedingungen führen dazu, dass man dies als beste aller Lösungen betrachtet? Und welche Überzeugungen haben zu diesen Rahmenbedingungen geführt?
    Nicht auch weil eben gerade neue und frühe Diagnostikmöglichkeiten ins Leben gerufen werden?

    Aufgrund welchen Menschenbildes hat denn ein Forscher den Drang diese “Fehlbildung” möglichst früh feststellbar zu machen? Ja, ich finde da spielt Weltanschauung/Ideologie eine nicht zu unterschätzende Rolle, und zumindest anerkennen sollte man diesen Aspekt.

    Noch einmal, wir sind der Biologie unterworfen wie andere Lebewesen auch und daraus ergeben sich manchmal schwierige Situationen.

  18. Amara sagt:

    @Olive: Ich könnte mir vorstellen, dass betroffene Eltern in spe dies auch dem Ungeborenen zuliebe tun und nicht einfach ,egozentrischen oder ideologischen ( dies schon gar nicht ) Gründen.

    Ich nehme an, dass dabei vor allem die Überlegung, wer schaut für dieses Kind, wenn wir nicht mehr leben, eine grosse Rolle spielt. Dass man den Eltern die Wahl lässt, was sie sich selbst und ihrer Umwelt zutrauen, ist m.E. richtig. Wie gross diese Wahlfreiheit allerdings bei Menschen ist, die in ärmlichen Verhältnissen leben, kann man sich jedoch fragen. Die Lage der Leihmütter, die sich vertraglich verpflichten einen Test durchzuführen und abzutreiben, wenn dieser nicht gut ausfällt, wird dabei ganz ausgeblendet. Für diese Frauen gilt die feministische Devise “Mein Bauch gehört mir” wohl nicht.

    Bei Dawkins ging es aber nicht primär um die Überlegung, dass man auch dem Ungeborenen mit dieser Entscheidung etwas zuliebe tut. In dem Tweet stand etwas anderes im Vordergrund und so musste er halt die Erfahrung machen, dass nicht nur Bibelverse sondern auch seine Tweets so böswillig auslegt werden können, wie der Leser gerade Lust hat. Es ist unredlich, wenn man ihn in die Ecke von Eugenikern stellt, die bereits lebende Behinderte töten wollen, trotzdem ist seine sehr biologistische Sichtweise m.E. nicht unproblematisch. Ursprünglich hat er folgendes getweetet:

    The geneticist’s latest Twitter row broke out after he responded to another user who said she would be faced with “a real ethical dilemma” if she became pregnant with a baby with Down’s syndrome.

    Dawkins tweeted: “Abort it and try again. It would be immoral to bring it into the world if you have the choice.”

    Als Reaktion auf die Empörungswelle hat er dann folgende Erklärung nachgereicht:

    Here is what I would have said in my reply to this woman, given more than 140 characters:

    “Obviously the choice would be yours. For what it’s worth, my own choice would be to abort the Down fetus and, assuming you want a baby at all, try again. Given a free choice of having an early abortion or deliberately bringing a Down child into the world, I think the moral and sensible choice would be to abort. And, indeed, that is what the great majority of women, in America and especially in Europe, actually do. I personally would go further and say that, if your morality is based, as mine is, on a desire to increase the sum of happiness and reduce suffering, the decision to deliberately give birth to a Down baby, when you have the choice to abort it early in the pregnancy, might actually be immoral from the point of view of the child’s own welfare. I agree that that personal opinion is contentious and needs to be argued further, possibly to be withdrawn. In any case, you would probably be condemning yourself as a mother (or yourselves as a couple) to a lifetime of caring for an adult with the needs of a child. Your child would probably have a short life expectancy but, if she did outlive you, you would have the worry of who would care for her after you are gone. No wonder most people choose abortion when offered the choice. Having said that, the choice would be entirely yours and I would never dream of trying to impose my views on you or anyone else.”

    Der Vorwurf des unmoralischen Verhaltens, wenn eine Frau wissentlich ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt bringt, finde ich total daneben. Damit tut Dawkins m.E genau das, was man sonst Gläubigen so gerne vorwirft, nämlich die eigenen moralischen Vorstellungen auf andere zu übertragen und ein Klima zu schaffen, in dem diejenigen als unmoralisch geächtet werden, die sich diesen Vorstellungen nicht unterwerfen.

  19. Thomas M. Germann sagt:

    Muschelsuppe
    23. Oktober 2014 um 19:13

    “Ich esse gerade Muschelsuppe”

    Ach? Ich habe zwar keine Muschel im Wappen, aber eine Jakobsmuschel und eine Bourbonenlinie als silberne Symbole üner meinem klitzekleinen Schutzengelchen im Schlafzimmer hängen.

  20. Thomas M. Germann sagt:

    Lies “Bourbonenlilie” statt “Bourbonenlinie”. Honi soit qui mal y pense.

  21. Thomas M. Germann sagt:

    In etwas dunklen, aber zugleich leicht erhellten Augenblicken, begrüsse ich zuwelen auch eine nachgeburtliche Fristenlösung. 😉

  22. Thomas M. Germann sagt:

    *zuweilen

  23. Mongopolis sagt:

    in jenem “Fall” hat das Leben, “die Biologie”, SELBST entschieden!
    Und keine Medizin…und kein Handauflagen und keine Homöopathie….
    als alle Hilfen versagt haben (Herz-Lungen-MASCHINE abgeschaltet) begann (das Kämpfen?) eine Erholung, begann die Entscheidung FÜR Leben. Ärzte waren davon ausgegangen, dass nun der Tod eintreten würde.
    Erst danach folgte die Odyssee durch die etlichen OP’s (z.B. bei fast 100pro Herzschaden UVAM!) …danach, als Kleinkind, war dann erstmal ziemlich alles paletti…bis eben auf die “geistige Verzögerung” ….Für diesen Part hat die medizinische Leistung und Kunst/Können meinen Respekt!
    Ich bin überzeugt, bei noch besserer Förderung wäre allerdings “noch mehr möglich” gewesen in Richtung Selbständigkeit…man hat eben auch nicht alles gewußt, wie damit umgehen…(und eine Frau Prof. M. war in der tiefsten Provinz nicht zugegen wie in der “Weltstadt”) STANDORT ist enorm wichtig..1 A-Lage!
    Das große Drama beginnt dann erst mit der Volljährigkeit und der beruflichen und privaten Eingliederung. In der Tat haben da auch Geschwister LEBENSLANG eine erhebliche Aufgabe an der Backe gegenüber anderen ihres Alters…
    Eltern sind erstmal weiterhin voll beansprucht involviert in Versorgung und Begleitung, auch wenn das Küken nicht mehr bei ihnen wohnt. Der bürokratishe Anteil (bis Erbrecht) ist erheblich. Dann wird erst das ganze Dilemma sichtbar!
    (Und dann wird auch das Geschwafel christlicher Propagandisten lächerlich, insbesondere jener, die nun wirklich in dieser Frage selber KEINEN EINZIGEN FINGER RÜHREN!! In der eigenen christlichen Verwandtschaft erfahren, war keine Mitverantwortung oder Für-Sorge gegeben, nicht die Ein-SICHT in eine solche Notwendigkeit und Wichtigkeit des Umfeldes)

    Auch diesbezüglich fragt man sich, was ist “Schicksal”?, was ist politisch gemacht…(wie ist der Konsens eines Kollektives?)

    was TISA etc. betrifft, ist es politische PR, was Millionen zuwider kommt und kein Fakt von Studien bzgl. angeblicher Prosperität und Synergien…. . Eitelkeit von Falschgepolten hinter verschlossenen Türen…gegenüber Transparenz

    nochmal auf die Entscheider zurück zu kommen, die für die heutigen Strukturen VER ANTWORT LICH sind….die Generation 70 ( + die 68er)

    sie, ob “links” oder ob “christlich-konservativ”…in DDR oder im Hauskreis…es waren Männer, die es gewohnt waren, die Frau als GebrauchsGEGENSTAND in die Küche zu schicken! Mit dem eingeborenen und selbstermächtigten Ober-Haupt auf dem Hals!
    (Leider konstellieren deren Söhne häufig entweder ausgeklinkte Nerds oder tumbe Muskelmänner…? Trotzdem: es sind die Alten, die Methoden wie social freezing ablehnen; es sind auch die jüngeren Frauen, die es nicht wollen; es sind jene “Söhne”, bei denen derartig politisch gewollte lobbyistische Eingriffe Akzeptanz finden )

  24. WOW! sagt:

    Rabbi Jussuf
    24. Oktober 2014 um 15:08

    Ist nicht auch mit einer Ideologie zu tun, wenn man sagt, das “jedes Leben Schutz verdient”?
    Warum sollte das so sein?

    WARUM SOLLTE DAS NICHT SO SEIN?
    Wie entlarvend, Herr Jussuf-Mustermann! Die Fassade blättert! Man hört förmlich die Scherben klirrend auf dem Boden aufprallen.

  25. Thomas M. Germann sagt:

    WOW!
    25. Oktober 2014 um 06:56

    Machen Sie mir keine Angst am frühen Morgen! Nicht wegen des Textes, sondern wegen Ihres Nicknamens. Ich weiss immer noch nicht, ob ich einen Schutzschild auf dem Rücken trage oder ob Einer mit einem Dolch hinter dem Rücken darauf wartet, zuzustossen.

  26. tja.. sagt:

    wer bloggt so früh bei Regen und Wind?
    es ist die Mutter mit ohne Pferd und mehr als 1 Kind…
    ;-(

  27. Anti-Theopath sagt:

    @ Michael Bamberger
    Es gibt keine minderwertigen Kulturen. Auch die Kulturen Schwarz-Afrikas sind i.O.

  28. olive sagt:

    @Amara

    er sagt es nicht apodiktisch.( it might actually be immoral )

    Es müsse weiter diskutiert werden. Betont, dass es seine Sicht ist , die Summe des Glücks zu vergrössern und das Leiden zu reduzieren.
    Wer das nicht teilen kann, wird das Kind zur Welt bringen, und das passiert auch.
    Ich habe eine nahe Verwandte, die ein solches Kind hat, resp . hatte, das sie vor einigen Jahren gestorben ist.
    Es war ja wohl oder übel so, sie hatte keine Wahl und machte das Beste daraus.
    Aber dieses Kind, einmal in die Pubertät gekommen hatte unglaubliche Probleme und machte Probleme.
    Und wirklich nur die Sorge, das ganze restliche Leben lang: was, wenn ich nicht mehr bin?

    Zum Glück war sie gesund und wurde auch recht alt.
    Es ist eine schwierige, sehr schwierige Frage, gerade ältere Paare, die das Kind als letzte Chance sehen, noch ein eigenes Kind zu haben, und sich dann mit dieser Problematik auseinander setzen müssen, entscheiden sich dann auch einmal für das kind.
    ( Könnte man dann auch egoistisch nennen)

  29. olive sagt:

    Nachtrag:

    Probleme im Zusammenhang mit der Pubertät, die mit normalen Problemen in der Pubertät nichts gemein hatten .

  30. Rolf Sussmann sagt:

    Herr Stamm, bitte befassen Sie sich doch einmal mit dem Aberglauben an die Halbgötter in Weiss.
    Sicher gibt es auch schwarze Schafe in der Alternativmedizin , doch unter dem Deckmantel der Wissenschaft lässt sich noch viel mehr Unfug verstecken! Das wäre ein lohnendes Thema für Sie, wenn auch ein gefährliches. Denn mit der Schulmedizin und ihren (neben-) wirkungsvollen Arzneien lässt sich tausendmal mehr verdienen als mit der Komplementärmedizin.

  31. Klara Brunner sagt:

    @ hypatia

    Wie gehen Sie dann mit der Tatsache um, dass neu geborene Mädchen – weltweit, nicht nur in irgendwelchen exotischen Gebieten – sich selbst überlassen zu Tode gekommen sind oder gar von der Mutter umgebracht, weil noch ein Mädchen einfach nicht ging? Das sollte inzwischen eine bekannte Tatsache sein, da entsprechende Berichte ziemlich öffentlich zugänglich sind.
    Da wurde nicht abetrieben sondern eben nach der Geburt getötet in der einen oder anderen Weise. Wie bringen Sie das mit den Menschenrechten überein?

  32. Brauner Aberglaube sagt:

    köstlich! Birgit Kelle bei The European
    Der Hitler-Code