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Tödlicher esoterischer Wahn

Hugo Stamm am Samstag den 11. Oktober 2014

Vor 20 Jahren geriet die Schweiz weltweit in die Schlagzeilen wie noch nie zuvor. Guru Jo Di Mambro inszenierte mit seinem esoterischen Sonnentemplerorden ein beispielloses apokalyptisches Sektendrama. Es musste spektakulärer werden als frühere Ereignisse, wie er schrieb. Er sollte Recht bekommen. Die Bilanz seiner irren Aktion: 74 Tote. Ein Teil seiner Anhänger liess der Sektenchef ermorden, die restlichen Sonnentempler vollzogen mit ihm den «Transit zum Stern Sirius», also den kollektiven Suizid. Im Glauben, auf dem paradiesischen Gestirn den spirituellen Frieden zu finden.

Was geht in einem Menschen vor, der ein solches Massacker zu seinen Ehren inszeniert? Wie kamen seine Anhänger dazu, ihrem Guru in den Tod zu folgen?

Der Uhrmacher Di Mambro war schon in jungen Jahren von spirituellen Phänomenen fasziniert, wie das heute Millionen Esoteriker sind. Er glaubte, mit höheren Wesen aus der göttlichen Hierarchie kommunizieren zu können. Aus seiner angeblichen übersinnlichen Begabung leitete er den Missionsauftrag ab, die Welt in ein neues spirituelles Zeitalter zu führen. Er begründete eine Ersatzreligion und floh geistig in eine Parallelwelt.

Der Übertritt in diese virtuelle Sphäre führte zu einer Entfremdung, die auch geistige und psychische Spuren hinterliess. Da die beiden Welten nicht kompatibel sind, baute er eine zweite Identität auf. In der spirituellen Identität fühlte sich Di Mambro mit göttlichen Attributen ausgestattet. Diese Spaltung, aufgeladen mit wahnhaften esoterischen Ideen, führte zu psychischen Auffälligkeiten. Er entwickelte eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und Verfolgungsängste.

Als seine Vision vom neuen spirituellen Zeitalter am mangelnden Interesse der breiten Öffentlichkeit scheiterte, vollzog er den barbarischen Fanal: Er opferte 73 Anhänger, um in die Schlagzeilen zu kommen und in die Geschichte einzugehen.

Doch was war mit den Templern passiert, dass sie dem Guru glaubten und Suizid begingen? Sie hatten sich von spektakulären Ritualen und fantastischen Heilsideen in virtuelle esoterische Sphären entführen lassen, in denen angeblich alle menschlichen Grenzen überwunden werden konnten. Der Aberglaube wurde zur tödlichen Falle. Sie glaubten in ihrer Sehnsucht nach Erlösung an die göttlichen Fähigkeiten ihres Gurus, sein Wort war für sie die unumstössliche Wahrheit. Die suggestiven religiösen Kräfte und gruppendynamischen Prozesse trübten endgültig ihre Sinne.

Der religiöse Wahn weckte zwar ihre übersinnlichen Emotionen, machte sie aber zu spirituellen Robotern und tötete ihre menschlichen Gefühle ab. Deshalb betrachteten sie den Tod als Erlösung.

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362 Kommentare zu “Tödlicher esoterischer Wahn”

  1. Hypatia sagt:

    aysha am 17. Oktober 2014 um 12:14

    h ttp://books.google.be/books?id=ffdy__oH5yQC&pg=PR18&lpg=PR18&dq=gopal+jaya&source=bl&ots=XrkDKfLACX&sig=6gBPlDPtTCwMsnuQXP_V5rE14xw&hl=de&sa=X&ei=8fJAVJakDovxavOSgugC&ved=0CE8Q6AEwBg#v=onepage&q=gopal%20jaya&f=false

  2. olive sagt:

    @ Hypatia
    17. Oktober 2014 um 12:33

    “Sicherlich scheint dieses Buch tatsächlich der Grund zu sein, warum Jussuf derart entschieden gegen den Islam vorgeht und seinen Gläubigen selbst das zugesicherte Recht auf freie Religionsausübung entziehen will.”

    Was Sie nicht wieder alles wissen
    🙁

  3. Horizonte sagt:

    2008 schrieb die Welt
    “Adieu Großfamilie”

    h ttp://www.welt.de/welt_print/article1713523/Adieu-Grossfamilie.html

  4. Hypatia sagt:

    olive am 16. Oktober 2014 um 19:47

    Danke für den Hinweis.

  5. Brunhild Steiner sagt:

    @Michael Bamberger, 17. Oktober 2014 um 10:21 @ Brunhild Steiner

    “Damit scheinen Sie nicht zu der von Steven Weinberg angesprochenen Gruppe von Menschen zu gehören.”
    Schön sind wir uns mal einig… .
    “Wenn Sie jedoch die Geschichte der letzten 2000 Jahre betrachten und bis in die heutigen Tage hinein, dann finden Sie unzählige “gute” Menschenmassen, die sich ihre Legitimation zu ihren Untaten aus genau dem gleichen NT holten und immer noch holen.”
    Diese 2000 Jahre müssten unterteilt werden in eine Zeit vor, und eine Zeit nach Vorhandensein des AT/NT (wie wir es heute kennen) in der Umgangssprache, kombiniert mit Bildung was das Lesenkönnen betrifft.

    “Schwer wird es solchen “guten” Menschen nicht gemacht, wie diese unvollständige Auflistung aufzeigt:”
    Ja, die übliche Auflistung von Stellen, alle aus dem Gesamtkontext gerissen zur Untermalung Ihrer Position.

    Eindrücklich und dennoch falsch, was das Legitimationsanspruch-herleiten betrifft.

  6. Nada sagt:

    @Aysha

    Ich habe auf einer Website einen Download für eine englische (Kurzfassung) gefunden, aber noch nicht angeschaut. bpeinfo.wordpress.com/2012/01/11/jaya-gopal-the-misery-of-islam-gabriels-einflusterungen/

    Das deutsche Buch werde ich mir sicher nicht kaufen, war auf der Homepage des Verlags. Das dort veröffentlichte Vorwort zu dem Buch ist haarsträubend.

  7. olive sagt:

    Die Resensionen der Leser auf Amazon sagen viel aus über das Buch.
    Offenbar hat es einen schlechten Übersetzer.

  8. Nada sagt:

    @Olive, Aysha

    Der Übersetzer scheint ein sehr dubioser Typ sein, allerdings lassen sich daraus keine Rückschlüsse auf den Autor ziehen.

    Hoevels selbst und diese von ihm maßgeblich geprägten Organisationen traten mit zahlreichen Veranstaltungen, Publikationen und Flugblättern zu kontroversen Themen an die Öffentlichkeit, darunter AIDS, Überbevölkerung, Kirchenaustritt, Scientology, Republikaner, Saddam Hussein, Nordkorea. Sie vertraten dabei oft eine Position, die selbst bei nahestehenden Gruppierungen, wie beispielsweise dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), auf scharfe Ablehnung stieß.

    Kritisiert werden vom IBKA nicht nur inhaltliche Positionen, sondern auch die „Heilserwartung religiöser Sekten“, die Hoevels und seine Anhänger haben und beim Publikum zu wecken versuchten.[7]

  9. aysha sagt:

    @ olive

    das von amazon habe ich auch gesehen. mein anliegen war, mehr über den autor zu erfahren. die kapitel des buches sagen mir schon sehr viel…das buch wird als wissenschaftlich, standardwerk usw. gepriesen, weshalb ich mehr darüber- verlag, autor, vorwort-schreiber, usw- erfahren wollte. bei meiner suche bin ich dann jeweils bei pax-europa, pi-newes usw gelandet.

    ich behaupte ja nicht irgendwas, habe einfach was ich gefunden habe hier verlinkt…vielleicht habe ich seriöse, vertrauenswürdige, unabhängige buchbesprechungen übersehen. deshalb fragte ich ja euch, ob ihr mehr wisst.

    aysha

  10. olive sagt:

    Roy: Gandhi war nicht über die Rassentrennung an sich empört. Die wirkliche Geschichte ist, dass er deshalb in diesem Abteil für Weiße saß, weil er glaubte, wohlhabende Inder aus den höheren Kasten sollten nicht mit “Kaffern”, wie er die Schwarzen nannte, im selben Abteil reisen. Sich das klarzumachen war ein bisschen schockierend. In meinem Text habe ich mich darauf beschränkt, Gandhis eigene Schriften aus der Zeit von 1893 bis 1946 zu zitieren. Er schrieb mit einem schockierenden Ausmaß von Verachtung über schwarze Afrikaner, indische Leibeigene, Unberührbare, Arbeiter und Frauen. Die längste Zeit seiner 20 Jahre in Südafrika hat er damit verbracht, um die Freundschaft des weißen Regimes zu werben, bis hin zur Erklärung, er wünsche sich eine “imperiale Brüderschaft” mit den Briten.

    Es ist so eine Sache mit unseren verehrten Heiligen und vermeintlichen Friedensstiftern.

    http://www.zeit.de/2014/40/arundhati-roy-indien-gandhi-kastensystem

  11. aysha sagt:

    @ nada

    ja, den hoevels habe ich auch gefunden und- glaube ich- hier verlinkt.

    es gibt ‘islam-experten’ wie sand am meer!

    danke, für deine suche, bin froh wenn du mehr findest als ich und hier verlinkst.

    lieber gruss

    aysha

  12. aysha sagt:

    @ hypatia

    um 17. Oktober 2014 um 12:33

    diese infos habe ich aus dem internet, nach dem ich den namen des autor’s eingegeben habe und den verschiedenen links nachgegangen bin. ich hatte noch nie was von gopal gehört und ich kenne wirklich ganz ganz viele dieser islam kritischen autoren!

    aysha

  13. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    “Ja, die übliche Auflistung von Stellen, alle aus dem Gesamtkontext gerissen zur Untermalung Ihrer Position.”

    Na dann bin ich aber gespannt, was sich an der Aussagekraft der von mir zitierten Verse ändern wird, wenn Sie den Gesamtkontext heranziehen, schaffen Sie das?

    Ich nehme bloss zwei Beispiele:

    – Grausamkeit gegenüber Kindern – “Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.” (Hebr 12,6)

    – Befürwortung der Sklaverei – “Alle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.” (1 Tim 6,1)

    Gespannt warte ich nun auf Ihr Heranziehen des Gesamtkontexts, um durch Ihre Exegese zu erfahren, wie Sie die zwei Verse entschärfen können. Dann können Sie dasselbe mit den anderen, von mir aufgelisteten Versen tun, damit Ihre Glaubwürdigkeit bezüglich Ihres Einwands vor den Augen aller Mitblogger nicht zu viel Schaden leidet.

  14. Brunhild Steiner sagt:

    @Michael Bamberger, 17. Oktober 2014 um 14:07 @ Brunhild Steiner

    “Na dann bin ich aber gespannt, was sich an der Aussagekraft der von mir zitierten Verse ändern wird, wenn Sie den Gesamtkontext heranziehen, schaffen Sie das”
    Wär ja nicht das erste mal dass ich mir diese Mühe machen würde, zumal ich da ja nicht mal so dermassen alleine auf weiter Flur stehe wie Sie das gerne darstellen. Nee, ich erspar mir die Mühe und setz mich der angekratzten Glaubwürdigkeit aus.

  15. Ueli sagt:

    @Michael Bamberger
    Ich versuche mich mal als “jüdischer Schriftgelehrter”:
    Der 1. Satz kann auch so wie die Hiobsgeschichte gelesen werden. Hiob war bekanntlich ein “gottgefälliger Knecht” und gerade deswegen wagte es Gott ihn zu “züchtigen” um ihn dann um so glanzvoller als seinen Sohn “anzunehmen”.
    Für den 2. Satz fehlt mir gerade die Phantasie – aber als Marxist / Nietzscheaner würde ich sagen: Es stinkt ganz gewaltig nach Herrenmoral für Sklaven.

  16. olive sagt:

    Dabei sind die wissenschaftlichen Grundlagen für eine solide Islamdebatte längst vorhanden. Zu verweisen ist hier zum Beispiel auf folgende Publikationen von Autoren, die weit jenseits des (neu-)rechten Spektrums positioniert sind:

    Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin. Berlin 2004.

    Jaya Gopal: Gabriels Einflüsterungen. Eine historisch-kritische Bestandsaufnahme des Islam. Freiburg 2006.

    Hartmut Krauss: Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. Eine kritische Bestandsaufnahme. Osnabrück 2008.

    Unverzichtbar für eine echte Debatte ist auch der vom zuvor genannten Autoren herausgegebene Sammelband „Feindbild Islamkritik. Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden“. Osnabrück 2010.

    Zur Einführung lohnt sich sicher ebenfalls das Anklicken des folgenden Interviews:
    http://www.wissenbloggt.de/?p=8943

    http://www.gam-online.de/Text-offenerbriefMerkel.html

  17. A. Hausammann sagt:

    17. Oktober 2014 um 07:43
    @ Ueli: 16. Oktober 2014 um 17:58
    “Und “Jesus” sagte”

    Von wem ist das? Bitte Quelle.

  18. olive sagt:

    Hier wird er erwähnt, resp.zitiert:
    h ttps://madrasaoftime.wordpress.com/tag/hans-peter-raddatz/

  19. Zyniker sagt:

    Dass dabei Muslime getötet werden, spielt keine Rolle, denn das sind ja “gar keine echten Muslime.“
    Was man weiss ist, dass es sich bei den IS-Kämpfern um Freischärler handelt, die schlimmer als die SS entführen, vergewaltigen, vertreiben und morden. Das sind evidenterweise dermassen Kriminelle, dass mich da die Frage nach echtem oder unechtem Moslemtum einen Deut schert.
    Im Grund mag es in vielen Fällen ursprünglich sogar ein Wahn für eine Gerechtigkeit gewesen sein, der solche Leute antreibt. Das ist aber auch das einzige, das ich diesen IS-Kämpfern zugestehe – dass sie eigentlich für eine bessere Welt kämpfen wollten … für den Rest (kurz: Verrohung) sorgte Abu Dschihad schon selbst – und jetzt holt sie der immer gleiche alte Teufel ein, mit doppelter Schallgeschwindigkeit und erbarmungslosen Hellfireraketen, tss.
    Der verkneifft sich übrigens beim Morden den Ausruf, Gott sei gross … ist wohl wieder einmal darauf bedacht, sich für den gerechteren Vater aller Dinge zu halten.
    Nun ja, all diese Dinge beinhalten nun mal mehr als die Wahnvorstellungen eines Epileptikers. So unterscheidet die Haager Landkriegsordnung von 1907 streng zwischen Freischärlern und den Angehörigen regulärer Streitkräfte. Demnach müssen Freischärler nicht vor Gericht gestellt werden. Sie können von einem Standgericht abgeurteilt und erschossen werden, über Knopfdruck aus der Ferne, mittels Drohne … geht – und läuft ja auch.
    Zieht man die Genfer Konventionen bei, ändert sich diese Bewertung etwas. Freischärler erhalten Kombattantenstatus, wenn sie eine Organisationsstruktur haben, ein von weitem erkennbares Zeichen tragen, die Waffen sichtbar bei sich führen und sich während der Kämpfe an das Kriegsvölkerrecht halten. Sie haben dann ein Anrecht auf humane Behandlung und einen ordentlichen Prozess.
    Schön. Wer dann aber eine Stadt einnehmen und sein Mordwerk fortsetzen will, in der es nun aber vor Scharfschützen nur so wimmelt, sodass er nicht anders kann als in bestimmten Gebäuden Deckung zu suchen, um dann verpfiffen und lokalisiert mit einer Hellfirerakete Teil einer Grillparty zu werden, sorry, der ist m.E. mehr als nur in einer Hinsicht vollends jenseitig deppert. Da hab‘ ich schon Mühe Respekt zu zeigen.
    ;-(

  20. olive sagt:

    Der Publizist Jaya Gopal (Jg. 1944), Begründer der Atheist Society of India, veröffentlichte mit „Gabriels Einflüsterungen“ 2000 eine Kritik am Islam aus atheistischer Sicht…
    ht tps://hpd.de/node/9086/seite/0/1

  21. Hypatia sagt:

    aysha am 17. Oktober 2014 um 14:02@ hypatia am um 17. Oktober 2014 um 12:33

    Ich habe eine Zusammenfassung (englisch) gefunden:

    h ttp://bpeinfo.files.wordpress.com/2012/01/the-misery-of-islam-16-pages.pdf

  22. hm sagt:

    Es ist halt schon so, dass der sog. Westen zum Phänomen Krieg sehr viel zu sagen meint, auch mit geflügelten Worten. Mehr noch als Heraklits der Streit (polemos) sei Vater aller Dinge, leuchtet Schillers: „Der Krieg ernährt den Krieg.“ ein.
    Wär’ schön, wenn das die Imame dieser Welt auch predigen würden.

  23. olive sagt:

    Jaya Gopal sagt in “The misery of Islam:

    Throughout the pages of this book, I have tried to analyse the authoritarian ideology as well as the structure of Islam. It is not written with any bias or prejudice. It is an objective study, a critical assessment of Islam, a frank and forthright exposure of its anomalous traits! When I use the word ‘Muslim’ it is not without any disrespect for the Muslims. I love good Muslims as I love every good human being be they atheists or Christians, Hindus, Buddhists or others. I love the millions of innocent Muslims who simply follow Islam without the least understanding of its doctrines, dogmas and the Koran as I love every beautiful flower and bird. But my criticism of Islam might be hurting the religious sentiments of many though my real intention is to plainly state the facts about it. I do not wish Islam be reformed i.e., the Koranic doctrines be reinterpreted to suit to the times as do some modernists vainly attempt. Nor do I wish for its destruction since no religion can be destroyed I desire a basic change in the Muslim understanding of the real nature of Islam. I hope such an understanding will eventually exhort the educated and the underprivileged to launch an attack on the closed system, free them from the tyranny of Islam.

    Das ist es doch, nicht die Muslime ( deren religiösen Gefühle er evt. verletzt ) sondern die Ideologie ist es, die er angreift.

  24. Hypatia sagt:

    aysha am 17. Oktober 2014 um 14:02@ hypatia am 17. Oktober 2014 um 12:33

    Gut, dass du beharrlich geblieben bist, sodass Jussuf seine islamkritische Quelle offen legen musste. Danke. Gerade weil es mich derart schockiert, dass Jussuf eine derartig “haarsträubende” Haltung an den Tag legt, werde ich dieses Buch lesen müssen.

    Sagt dir der Name Ibn Warraq etwas? –

  25. hm sagt:

    “Das ist es doch, nicht die Muslime ( deren religiösen Gefühle er evt. verletzt ) sondern die Ideologie ist es, die er angreift.”, oder “Dabei sind die wissenschaftlichen Grundlagen für eine solide Islamdebatte längst vorhanden.” …

    Die Islamdebatte ist doch längstens ideologisiert, bevor sie überhaupt wieder von Neuem beginnt, Olive. Die Diskussion über Vorgänge in Syrien, Irak oder Somalia landen ohnehin in der entsprechenden Schublade “Islamismus”.
    Das ist der Druck der Medien. Mit der Nennung von ein paar Büchern bez. einer “wissenschaftlichen Grundlagen für eine solide Islamdebatte” werden Sie dieser beanspruchten Wissenschaftlichkeit kaum näher kommen. Begriffe wie “Islam” oder “Islamebatte” etc. sind emotionell dermassen überladen, dass man die Vorgänge besser auf einer Metaebene angeht, also auf Basis des Phänomens “failed states”, und hier ein Phänomen wie IS mit Todesschwadronen in lateinamerikanischen Ländern vergleicht, als Beispiel (ohne dabei gleich akademisches Niveau beanspruchen zu wollen).

  26. Fette Beute sagt:

    sind wir noch “unsere eigene Kultur”? Oder sind wir schon voll hysterisiert von den Unterwanderungsdebatten?

    Und schon wird uns das Social Freezing reingewürgt (Facebook, Apple…h ttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/social-freezing-kommentar-zum-vorschlag-von-apple-und-facebook-a-997451.html

    Heute veröffentlichte UBS die aktuellen Zahlen zur Vermögensverteilung, jenes eine Prozent….

    Hamburg bedankt sich und zeigt die häßliche Seite des Reichtums
    h ttp://www.mkg-hamburg.de/de/ausstellungen/aktuell/fette-beute.html

  27. Hypatia sagt:

    Und wer ist Elisabeth Sabaditsch-Wolff?

    h ttp://www.linkswende.org/4290/Im-Visier-Elisabeth-Sabaditsch-Wolff

  28. hm sagt:

    @Olive, Zusatz zu meinem 16.56
    Wenn Sie Wissenschaftlichkeit beanspruchen, kommen Sie um eine strukturelle Analyse nicht herum. Und die müssen Sie in einen interkulturellen Vergleich einbetten. Das (i.Ü. noch nicht definitive! s. Maghrebstaaten) Scheitern des arabischen Frühlings und damit das teilweise Zusammenbrechen staatlicher Strukturen mit Besonderheiten des Islams erklären zu wollen ist, naja, viellleicht ein mentalitätsgeschichtlicher Ansatz.

  29. Tipp sagt:

    Der Spiegel und sein “Netz der Islamisten”

    h ttp://www.nachdenkseiten.de/?p=23536

  30. - sagt:

    Der Jaya Gopal ist ein Heuchler, natürlich will er der Islam reformieren und natürlich wollen er die religiösen Gefühle verletzen.

    Aber, dass ist ein Problem von die Atheisten, nicht die Muslime.

    Interessant ist, dass er nicht der Hinduismus kritisiert, aber eigentlich verständlich, weil die meisten Atheisten Chaoten und Götzenanbeter sind.

    Aber, wenn jemand die Atheisten kritisiert, dann sind sie schon eher Hysterisch.

  31. olive sagt:

    Ob er Ex-Muslim ist, ist nirgends ersichtlich.
    ht tp://atheistsocietyofindia.blogspot.ch/2013/09/grand-celebrations-of-periyar-birthday.html

  32. Hypatia sagt:

    Jaya Gopal in seinem Vorwort:

    “What I wish to discuss in this work is that Islam is not only a religion like Judaism, Christianity, Hinduism and Buddhism but also a political ideology like Fascism”

    Der Islam ist demnach nicht nur eine Religion sondern auch eine politische Ideologie wie der Faschismus. – Hier haben wir also die Quelle des “islamischen Faschismus”. Woran mir immer wieder gelegen war und was mir immer noch wesentlich ist in dieser Diskussion, die Differenz zwischen Islam und Islamismus, wird hier eingeebnet.

  33. Albert Baer sagt:

    Islam… dies Islam… jenes…

    Leute ihr sattelt das falsche Pferd, das übrigens das gleiche ist wie jenes von den Islamisten. Werdet ihr von denen bezahlt?

    Kümmert euch nicht um den Islam sondern um (nein nicht DIE) Muslime.

  34. Hypatia sagt:

    Jaya Gopals Sicht der Dinge:

    Muhammad:
    The non-Muslims are Satan’s party. The Muslims are God’s party (K48:19-20)

    Hitler
    Two worlds face one another, the men of God and men of Satan (Mein Kampf p.46)

  35. olive sagt:

    @Hypatia

    bei all Ihrem Eifer:
    das scheint die Sicht von Hitler und Mohammed, nicht die von Gopal zu sein.

  36. olive sagt:

    @Hypatia

    bei all Ihrem Eifer:
    das scheint die Sicht von Hitler und Muhammad, nicht die von Gopal zu sein.

  37. olive sagt:

    @Hypatia

    das ist nicht Gopals Sicht, Sie verdrehen da was.

  38. Michael Bamberger sagt:

    @ Brunhild Steiner

    Ihr Kneifen und Ihr Überdruss gegenüber jeglicher Mühe zur Begründung Ihrer Thesen spricht Bände.

    @ Ueli

    Auch Sie haben sich nicht die Mühe genommen, Hebr 12,1-29 durchzulesen. Hätten Sie das getan, so hätten sie sofort begriffen, dass Ihre Behauptung hanebüchen ist, denn in diesem Absatz erklärt der Verfasser Gottes Liebe gegenüber Jesus durch dessen Opferung und bedient sich dazu als Vergleichs des Schlagens von Söhnen als väterliches Liebeszeichen.

    Der Brief an die Hebräer stammt übrigens erwiesenermassen nicht von Paulus, sondern von einem unbekannten Autor, auch ein Faktum, dass Ihnen und Brunhild Steiner aufgefallen wäre, wären Sie wirklich interessiert. Von den 13 Paulusbriefen sind 6 pseudepigraph.

  39. Michael Bamberger sagt:

    Erratum: “…und bedient sich dazu des Vergleichs…

  40. Hypatia sagt:

    olive am17. Oktober 2014 um 17:50@Hypatia

    Ich denke nicht, dass ich hier etwas “verdrehe”. Ich zitiere aus dem Vorwort der Schrift “The Misery of Islam”, wie es abrufbar ist unter der Adresse: h ttp://bpeinfo.files.wordpress.com/2012/01/the-misery-of-islam-16-pages.pdf, und gezeichnet wurde am 22.Mai 2011 mit dem Namen Jaya Gopal:

    Just see how intensely did Muhammad and Hitler hate the Jews:

    “Fight against the Jews until even the rock behind which a Jew is hiding, calls out to you: Hey, Warrior of God, there is a Jew behind me, come and kill me.” (Sahih al Bukhari: 56:94)

    “Christ was the greatest early fighter in the battle against the world enemy: the Jews. The work that Christ started but could not finish, I, Adolf Hitler, will continue.” (Mein Kampf)

    wikipedia: Sahīh al-Buchārī (arabisch ‏صحيح البخاري‎, DMG Ṣaḥīḥ al-Buḫārī) ist der geläufige Name einer Sammlung von Hadithen, die auf den transoxanischen Gelehrten Muḥammad ibn Ismāʿīl al-Buchārī (gest. 870) zurückgeht. Der korrekte Werktitel ist al-Dschāmiʿ as-sahīh / ‏الجامع الصحيح‎ / al-Ǧāmiʿ aṣ-ṣaḥīḥ / ‚”Das umfassende Gesunde”‘. Das Werk steht an erster Stelle der kanonischen sechs Hadith-Sammlungen und genießt bis heute im sunnitischen Islam höchste Wertschätzung. Hinsichtlich seiner Autorität und Heiligkeit steht es hier direkt hinter dem Koran.

  41. aysha sagt:

    @ hypatia

    leider kenne ich keine texte ( oder youtube-videos ) auf deutsch zu dem thema der hadithen. in der türkei werden die hadith-sammer ( buhari, muslim u.a. ) von gelehrten ( uni-profesoren ) auseinandergepflückt! die hadithen haben immer weniger bedeutung, weil sie sogenannte hadithen enthalten, die deutlich dem koran widersprechen, der vernunft widersprechen und dem kern des islam widersprechen! ganz am schluss widersprechen hadithen des buhari z.b den hadithen des muslim usw…

    es ist befremdend für mich als muslimin, wenn ein wikieintrag davon berichtet, die buhari-hadithe seien hinsichtlich der heiligkeit und autorität direkt hinter dem koran…papperlapapppp…..

    für irgendwelche manipulatoren sind die hadithen wichtig.

    es ist das 1×1 des islam: ein hadith, eine sunna der/die dem koran widerspricht, mit dem koran nicht vereinbar ist, KEINE bedeutung hat!!!

    aysha

  42. Ursuppe sagt:

    Hier tippt die Ursuppe. Es ist mir doch conchita wie wurscht, was Ihr glaubt oder nicht. Aber Ihr hättet nicht den Jesus von Nazareth täuischen sollen, dass er mein Sohn gewesen sein soll. Das geht ja gar nicht, weil ich nicht mal ein Geschlecht habe. Habt Euch gern und seid anständig! Das ist die ganze Konsonanz. Ende Feuer. O je.

  43. olive sagt:

    @Hypatia

    Ich habe hier “The Mysery of Islam” vor mir, dne Auszug, darin sagt er auf Seite 9

    What I wish to discuss in this work is that Islam is not only a religion like Judaism, Christianity, Hinduism and Buddhism but also a political ideology like Fascism. The authoritarian trends apart both Islamism and Fascism have some theoretical identities.
    Like Muhammad Hitler too believed that he was acting on the will of God:
    “I believe today that I am acting in the sense of the Almighty Creator. By warding off the Jews, I am fighting for the Lord’s work”, Hitler wrote in his ‘Mein Kampf’. Both Muhammad and Hitler had convinced their followers that they were “providentially” inspired, guided and protected.

    Dann vergleicht er: Both Muhammad and Hitler divided humanity into two categories.
    Muhammad

    The non-Muslims are Satan’s party. The Muslims are God’s party (K48:19-20)
    Hitler

    Two worlds face one another, the men of God and men of Satan (Mein Kampf p.46)

    Both believed in the superiority of their own races.

    Gopal betrachtet das und stützt sich da auf vorhandene Aussagen, er wünscht es zu diskutieren .

    Wenn Sie sagen:
    ” Woran mir immer wieder gelegen war und was mir immer noch wesentlich ist in dieser Diskussion, die Differenz zwischen Islam und Islamismus, wird hier eingeebnet.”

    dann ist das doch auch eine Sichtweise.Wissen Sie, ob es so ist, dass es einen Unterschied gibt? Oder gibt es nur graduelle Unterschiede und Unterschiede im Verhalten von Gläubigen?

    Wie sagt Samad:” Muslime sind nicht wegen , sondern trotz dem Islam gut.”
    Ich weiss, Sie haben etwas gegen den Begriff Faschismus, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, aber ich habe den Eindruck, dass diese Vergleiche gar nicht so an den Haaren herbei gezogen sind.

    Dieser Gopal hat sich offenbar intensiv und genau mirt dem Islam beschäftigt.

  44. Ursuppe sagt:

    Soviel zum Thema Tödlicher esoterischer Wahn

  45. Nada sagt:

    @Olive: I love the millions of innocent Muslims who simply follow Islam without the least understanding of its doctrines, dogmas and the Koran as I love every beautiful flower and bird. – Das ist es doch, nicht die Muslime ( deren religiösen Gefühle er evt. verletzt ) sondern die Ideologie ist es, die er angreift.

    Wer “unschuldige” Muslime indirekt intellektuell/ethisch auf die gleiche Stufe stellt wie Blumen und Vögel, wertet diese Menschen auf eine Weise ab, die m.E. durchaus ein Angriff ist. Ich möchte jedenfalls nicht von jemandem geliebt werden, der mich geistig auf der Stufe einer Rose oder eines Kolibris sieht. Ich zweifle, dass jemand der sich so abschätzig über Muslime äussert, wirklich ein, wie er selbst behauptet, vorurteilsfreies Buch über den Islam schreiben kann. Da scheint genau derjenige blinde Fleck ins Spiel zu kommen, den Rabbi Jussuf vorallem bei Gläubigen vermutet. Um mir ein Urteil darüber zu erlauben, müsste ich mir allerdings zuerst die Zeit nehmen, die verlinkte englische Fassung zu lesen.

  46. Nada sagt:

    @Olive: Wie sagt Samad:” Muslime sind nicht wegen , sondern trotz dem Islam gut.”

    Kann er das auch belegen? Und wie genau schaffen die es, trotzdem gut zu sein?

  47. olive sagt:

    @ Nada
    17. Oktober 2014 um 20:35

    “Kann er das auch belegen?”
    Ich nehme es einmal an, ich würde gerne mal mit ihm diskutieren.

    ” Und wie genau schaffen die es, trotzdem gut zu sein?”

    Das ist eine komplizierte Frage, denn kein Mensch schafft es, immer nur gut zu sein. ( so, wie es auch keinen Menschen ohne blinde Flecken gibt )
    Aber versuchen , gut zu sein und niemandem absichtlich Schaden zufügen-
    indem sie sich nicht genau oder nur an die guten Stellen im Koran halten.

    Ob das Gute und Spirituelle überhaupt von Mohammed, dem ehrgeizigen Kriegsherrn stammen, weiss man das ?

    Was Gopal und seine Blumen und Kolibris angeht, das ist wirklich sehr unglücklich ausgedrückt. Ich denke , wenn ich mir das erklären will, dass er Lebewesen meint, die unschuldig sind an irgendwelchen Ideologien und vor allem, dass sie in gutem Glauben und ohne genauere Kenntnisse einer Religion anhängen, weil sie damit geboren und aufgewachsen sind.

  48. Ursuppe sagt:

    Olive, das haben Sie sehr schön ausgedrückt. Passt für mich.

  49. Ursuppe sagt:

    SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO.
    JEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEETZT.
    Jetzt ist Zeit füpr eine Flasche Primitivo di Primitivo.
    Ich danke Ihnen.
    VOr allem Herrn Bamberger.