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Der Mythos von der heilen Natur

Hugo Stamm am Donnerstag den 18. September 2014
Die Natur als Religionsersatz: Pilgerinnen feiern die Sommersonnenwende in Stonehenge. Bild: Chris Ison (Keystone)

Die Natur als Religionsersatz: Pilgerinnen feiern die Sommersonnenwende in Stonehenge. Bild: Chris Ison (Keystone)

Intensive Naturerlebnisse lösen Glücksgefühle aus. Sonnenuntergänge gehören zu den beliebtesten Fotosujets, wir jauchzen, wenn wir auf Berggipfel klettern, auf ihren Flanken mit dem Mountainbike talwärts sausen oder auf Wellen reiten.

In einer technisierten und hektischen Welt ist die «heile Natur» ein Refugium, um uns vom hektischen Alltag und den dekadenten Zivilisationserscheinungen abzulenken. Wir projizieren unsere Sehnsüchte in die Idee von der reinen Natur.

Mit der Natur selbst haben unsere Projektionen aber nichts zu tun. Wir verklären sie in naiver Weise. Der Naturmythos wird zum Religionsersatz. Oder zur Religion selbst, einer Art Pantheismus, der das Göttliche in der Natur verkörpert sieht.

Dass diese Form von Naturreligion heute eine solche Faszination erfährt, hat auch mit der Esoterikwelle zu tun, die alles vermeintlich Gottbeseelte verklärt, ohne den religiösen Ideen auf den Grund zu gehen. Schamanische Rituale in der Natur, Hexenfeuer bei Sonnenwendfeiern, das Umarmen von Bäumen, die Verehrung von Feen und Kobolden: der Mythos von der heilen oder gar spirituellen Natur als Heilsprinzip.

Natürlich sind schöne Naturerlebnisse beglückende Ereignisse, die man allenfalls als spirituelle Gefühle interpretieren kann. Die Natur zum Religionsersatz hochzustilisieren, entspricht aber einer intellektuellen oder philosophischen Ignoranz. Denn es gibt nichts Grausameres und Härteres als die «Natur».

Ein Baum wächst möglichst schnell, um mit seinem üppigen Blätterwerk ein Schattendach zu bilden und den Konkurrenten die Lebensenergie Sonne zu stehlen. Der Wolf wird zur Tötungsmaschine und reisst in seinem Rausch viel mehr Schafe, als er essen kann. Eine Katze ergötzt sich am Spiel mit der sterbenden Maus. Der nackte Überlebenskampf ist das zentrale Prinzip der Natur. Die von Esoterikern als Mutter oder Göttin Gaia verehrte Erde erzeugt Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben, die das Leben von Säugern flächendeckend auslöschen.

Es gibt die heile Welt nicht, weder in uns noch um uns herum und auch nicht in der unberührten Natur. Wir nehmen bei Landschaftserlebnissen vor allem den optischen Aspekt der Natur wahr, der auf unsere Netzhaut trifft. So reduzieren wir sie gern auf ihren kitschigen Aspekt, um unsere religiösen Bedürfnisse zu befriedigen oder Glückshormone zu produzieren. Dagegen ist nichts einzuwenden. Problematisch wird es aber, wenn wir die Natur spirituell verklären, weil wir damit einen Realitätsverlust erleiden und einem Aberglauben erliegen.

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187 Kommentare zu “Der Mythos von der heilen Natur”

  1. Hypatia sagt:

    Küng am 26. September 2014 um 11:13@ aqua

    “Ist die postulierte Liebe des “Gottes” nicht ebenfalls eine menschliche Projektion? Vermenschlicht die postulierte Liebe des “Gottes” ebendiesen “Gott” nicht ebenso?”

    Die Frage ist, was hier “erfahrbar” heisst. Ist Gott überhaupt erfahrbar? – Alienus geht davon aus, das diese Frage zu bejahen ist, es gibt für ihn diese subjektive Erfahrung. Aber insofern es sich um keine objektive Erfahrung handeln kann, besteht immer die Gefahr, dass wir Dinge in uns auf Dinge ausser uns werfen, um ihnen in irgend einer Weise habhaft zu werden. Man könnte also durchaus von einer projektiven Erfahrung sprechen, die aber nicht nur negativ als Einbildung bestimmt werden kann sondern auch positiv als Entwurf. Alienus skizziert gewissermassen das, was er unter Gott versteht.

  2. Hypatia sagt:

    “Wir nehmen bei Landschaftserlebnissen vor allem den optischen Aspekt der Natur wahr, der auf unsere Netzhaut trifft.”

    Dieser schreckliche Satz illustriert, was das heisst, “Seinsvergessenheit”.

  3. hm sagt:

    Seinsvergessenheit finde ich was Tolles.
    Mit “Projektion” und “Projektionen”, also dass man Sehnsüchte, Wünsche, oder auch Mängel oder Klagen in etwas hinein projiziert, habe ich bedeutend mehr Mühe. Und wenn das dann noch im Kollektiv passiert, mit gegenseitigem Hochsteigern, dann sind wir dann nur noch einen Schritt vom Kollektivwahn oder von der Massenpsychose entfernt. Unterschiede sind da m.E. nur noch nuanciell.
    Bei der Teilnahme ein einem Ritual braucht das aber nicht der Fall zu sein, sofern den Teilnehmern bewusst ist, dass sie an einem Ritual teilnehmen, bei welchem man sich z.B. an das Letzte Abendmahl von Jesus Christus erinnert (wie er selbst ja gesagt hat). Das braucht aber nicht nur kollektive Identität zu stiften.
    Ich meine – ausgehend von der Annahme, dass sich schlussendlich NIE hinter die Augen des Anderen blicken lässt, oder ausgehend davon, dass die am Ritual teilnehmenden eben ihre Wünsche und Sehnsüchte in etwas hinein projizieren, das nicht als etwas wirklich Wirkliches aufgefasst werden kann (und seit Zwingli, oder dann doch zumindest seit der Aufklärung sich dessen bewusst sind), dann ist das Ritual an sich sinn-leer bzw. es besteht nur noch in der Teilnahme daran, als ritueller, symbolischer Akt.
    „Gott“, “den Gott“ etc. pp. kann man sich dabei effektiv ins Haar schmieren. Wenn wir hinstehen und sagen: Wir gedenken jetzt … der Holocaustopfer – (als Beispiel), dann ist diese Hingabe losgelöst von jeglichem metaphysischem oder überirdischem Brimborium, aber wahrscheinlich doch sehr effektiv.
    Es ist doch auch klar, dass die, die zur Sommersonnenwende in Stonehendge herumtanzen, dass zu Ehren (oder auch zu Gedenken) von Mutter Erde oder Mutter Natur tun. Zu Ehre … und nicht weil die jetzt wirklich wirklich meinen, irgendeine Mutter Erde oder x-eine andere Projektion würde sich dadurch irgendwie beeindrucken lassen. Wie gesagt: Sowas wäre total naiv.

  4. Hammermaessig Sensibel sagt:

    @ hm
    26. September 2014 um 09:25
    “… aus dem Hinduismus abgekupferten billig Eso-Stuss …”

    T.S. Eliot über indische Philosophie: “Gegen ihre Feinheiten nehmen sich die meisten grossen europäischen Philosophen wie Schuljungen aus.”

    Sie sollten etwas zurückhaltender sein mit Urteilen über etwas, von dem Sie keine Ahnung haben.

  5. hm sagt:

    Leute, die
    1. nicht einmal eine Nick-Name-Identität wagen (und einem gbfs. mit wechselnden Nicks auch noch beschimpfen),
    2. aus dem Zusammenhang reissen bzw. willkürlich zitieren, ohne auch nur auf ein Argument (zur Sache i.Ü.) einzugehen, d.h.
    3. einfach persönlich sind – und eben nicht sachlich – und
    4. meinen, mit irgendeinem willkürlich irgendwo abgekupferten Zitat auch noch den dicken Max markieren zu müssen …
    ich weiss nicht, auf solche Leutchen pfeiff’ ich.

  6. Rabbi Jussuf sagt:

    hm
    4. mangelndes, bis gar nicht vorhandenes, Textverständnis

    nicht vergessen

  7. hm sagt:

    Rabbi
    Manchmal muss ich Texte auch zwei, dreimal durchlesen, bis ich sie verstehe (kann mir vorstellen, dass das mit meinen Texten auch passieren kann).
    Den Halbfass Wilhelm hab’ ich übrigens über ZVAB organisieren können.
    Jetzt ziert er einfach meine Bibliothek.
    Kann ja auch etwas darin herumstöbern und nach passenden Zitaten suchen.

  8. Alienus sagt:

    @Hypatia 26.09.2014 um 11.38

    Hier im Schnelldurchgang:

    Im altgerm. Bereich wurde eine Schiffslandestelle kei genannt, da hier eine Möglichkeit war, mit trockenem Fuß anlanden zu können. Denn in bestimmten Stellen des Gewässers wird der schluffig-feine Materialanteil vom Ufer weggetragen und es verbleibt nur noch Kies und größere Gesteinsfraktionen über. Dadurch kann die Oberfläche relativ trocken bleiben. Auch konnten hier die Boote an Land gezogen werden oder die Fracht konnte entladen werden.

    In sprachliches Ableitung gehört auch der Kies hierzu und die Übernahmen und Wandlungen in franz. und andere rom. Sprachen wie z. B. Quai und der Camino real. Der erste Begriff meint somit eine aufgeschüttete Landestelle und der zweite den span. Königsweg, also einen aufgeschütteten und hergerichteten Weg. Im franz. ging der Begriff für den geschütteten Weg auf den Camion über, alsoauf den Lastkraftwagen.

    Auch der Limatquai in Zürich hat einen sprachlichen Bezug zur Aufschüttung. Denn Zürich kann von der germ. / aleman. Benennung Turig über lat. Turicum zu Zürich abgeleitet werden für einen „trockenen Ort“, eben durch die Kiesschüttung (natürlicher und/ oder durch menschliche Einwirkung) die gesicherte Anlandung bzw. das Übersetzen von einem zum anderen Ufer..

    In oberdeutschen Dialektformen wird „keien, kaien für fallen (auch werfen u. ä. m.)“ verwendet. Es bezieht sich auf fallen lassen, hinschütten, hinwerfen u.ä.m. Er ischt abekeit = Er ist hinuntergefallen!

    Der Petit Robert meint, dass der Begriff Quai im 12. Jh. aufgekommen und keltischen Ursprungs sei. Jedoch m. E. kann man diese Bezeichnung über das Süd- und West-Germanische keien, kaien u.ä.m. herleiten als altfränkisches Lehnwort ableiten.

    Die Gaija wird auch als in einer Sitzhocke befindliche Geburtsstellung dargestellt und durch die Benennung Gaija wird dies m. E. klar ausgedrückt. Im wartsen Sinne: Eine Sturtzbegurt! Die Griechen sind auch nur vergessene Alt- bzw. Proto-Germanen, na ja zumindest Indo-Europäer.

    Der Geburtsakt z. B. bei Tieren wird werfen tituliert.

  9. Rabbi Jussuf sagt:

    hm
    Ich meinte eigentlich 5. nicht 4., als Ergänzung zu Ihrer Aufstellung.

    Alienus
    Das Wort Kaien gibt es im Hochdeutschen nicht, in einem Schweizer Dialekt würde man kaien gheie oder khaie sagen.

  10. Alienus sagt:

    @Rabbi Jussuf

    Das HOCHdeutsche nicht mit dem zitierten OBERdeutschen (Dialekten) durcheinander bringen.

    Schweizer Dialekte gehören auch zu dem besagten Oberdeutschen.

  11. hm sagt:

    Alienus
    Nicht schlecht Ihre Herleitung vom Begriff Ghäia von gheien etc. Das Idiotikon gibt auch seine Varianten, so v.a. auch was die Verwendung als Partikelverb anbelangt (wie “us de latte kiiha”, wahrscheinlich höchstalemannisch). Mich nähme übrigens auch die Etymologie von “kreissen” wunder, also “kreißen”. Ich vermute fast, bei ‘kreißen’ handle es sich um ein Kunstwort aus der gehobenen Kanzleisprache, also eigentlich ein sprachlicher Machismus, mittels dem die Obrigkeiten (und deren Kanzleischreiber) versuchten ihre Pein zu verstecken, denn sie konnten schriftlich ja nicht festhalten, sie habe “gekreischt”, wenn sie geboren und nicht geschrien meinten. Also hatte sie im ersteren Fall “gekreißt.”
    Wie gesagt etwas macho, denn auf die Zähne beissen mussten die Herren nicht.

  12. Küng sagt:

    @ Hypatia am 26. September 2014 um 11:51

    Meine Frage an aqua, ob mit dem Postulat der menschlich projizierten Liebe “Gottes” ein Postulat der menschlich projizierten Reizbarkeit “Gottes” ausgeschlossen werden kann, ist nach wie vor offen. Die Antwort hängt nicht davon ab, ob “der Gott” (subjektiv oder objektiv) erfahrbar ist.

  13. Küng sagt:

    @ hm am 26. September 2014 um 12:35

    “… oder dann doch zumindest seit der Aufklärung sich dessen bewusst sind …”

    Da hätte ich einmal eine grundsätzliche Frage. Wenn die Autochthonen hier den Begriff “Aufklärung” verwenden, bedeutet das “moderate Aufklärung” oder “Radikalaufklärung”, welchletzterer Begriff in den letzten Jahren aufgekommen ist (vgl. Jonathan I. Israel, Martin Mulsow (Hgg.), Radikalaufklärung, Berlin 2014)?

  14. hm sagt:

    @ Küng
    Ihre Frage bezieht sich auf folgenden Passus: “Ich meine – ausgehend von der Annahme, dass sich schlussendlich NIE hinter die Augen des Anderen blicken lässt, oder ausgehend davon, dass die am Ritual teilnehmenden eben ihre Wünsche und Sehnsüchte in etwas hinein projizieren, das nicht als etwas wirklich Wirkliches aufgefasst werden kann (und seit Zwingli, oder dann doch zumindest seit der Aufklärung sich dessen bewusst sind), dann ist das Ritual an sich sinn-leer bzw. es besteht nur noch in der Teilnahme daran, als ritueller, symbolischer Akt.”
    Sie haben Recht nachzufragen, “Aufklärung” verwende ich hier etwas zu pauschal. Ich dachte an den im 18. Jh. aufkommenden Deismus, der Gott auf eine Schöpferfunktion reduziert, diese aber als solche (noch) nicht in Frage stellt, ich vermute um nicht mit dem aristotelisch-scholastischen Dogmas der prima causa in Konflikt zu geraten. Das thomistische Dogma der natura naturans i.Ü., also das der sich fortwährend erneuernden
    (göttlichen!) Schöpfung wird aber insofern nicht mehr akzeptiert, also die Antwort auf die Frage, woher die Würmer im Käse stammten (eben natura naturans oder Spontanzeugung) wird anders beantwortet (irgendein Tüftler experimentierte glaube ich mit faulendem Fleisch und Fliegenmaden in Flaschen, die er hermetisch abschloss – aber lesen Sie selber nach).
    Also dieser Vorgang ist sicher unter “moderate Aufklärung” einzureihen.

  15. hm sagt:

    Also dieser Vorgang, die Teilnahme an einem Gottesdienst z.B. als Teilnahme an einem rituellen, symbolischen Akt zu verstehen.

  16. olive sagt:

    @ aqua
    26. September 2014 um 10:30

    “Ein einziger Anblick genügt dafür schon.”

    Bitte erzählen Sie.

  17. at Olive sagt:

    Was soll Ihnen Aqua erzählen, Sie und die anderen Hauptdarsteller hier, verstehen es ja doch nicht.

  18. Küng sagt:

    @ hm am 26. September 2014 um 16:42 und 16:45

    Ja, das wird im obgenannten Werk “moderate Aufklärung” genannt (Locke, Newton, Voltaire, Montesquieu, Hume usw.) – im Gegensatz zur radikalen Strömung (Adriaan Koerbagh, Franciscus van den Enden, Pietro Giannone, La Mettrie, Johann Friedrich Struensee, Tom Paine usw.). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die schwer fassbare klandestine Philosophie. Mit der Lektüre habe ich eben erst begonnen. Es scheint sehr aufschlussreich zu werden.

  19. Küng sagt:

    Im Übrigen würde ich gerne eine neue Sekte gründen. Die Angelpunkte sind:

    1) Es gibt keine Sünde, das heisst keine Verantwortlichkeit gegenüber irgendeiner Transzendenz.
    2) Das Neue Testament und der Sündenloskauf vermittels der Kreuzigung Christi sind kreuzfalsch.
    3) Wir glauben an die Ankunft des Friedensfürsten, des Wiederherstellers aller Dinge und damit die Allversöhnung.
    4) Wir glauben an die Realisation des Transzendenten (vgl. Transsubstantiation), der mit Namen nicht genannt werden darf (vgl. hebr. haSchem), und feiern diese in einem Ritus.
    5) Detaillierte moralische Vorschriften gibt es keine, ausser die Tugendhaftigkeit.

    Wer ist dabei?

    😀

  20. at hm sagt:

    Was Sie hier seitenlang herunterbeten lässt sich in einem Satz sagen: Wasser ist nass!

  21. olive sagt:

    @at Olive

    “Was soll Ihnen Aqua erzählen, Sie und die anderen Hauptdarsteller hier, verstehen es ja doch nicht.”

    Ach ja, da haben Sie wohl Recht, Sie Schlaukopf.
    Und wenn Sie nicht aqua, aber auch nicht Sensei sind, verstehen Sie es wohl auch nicht.
    Also, was ist Ihr substantieller Beitrag?

    Schön zu sehen, dass dieser Typ Troll nie ausstirbt.

  22. at Olive sagt:

    Nur der Form halber: Aqua hat damit nichts zu tun.

  23. at Olive sagt:

    Es reicht doch, dass IHR euch für Senseis haltet.

  24. at Olive sagt:

    “Also, was ist Ihr substantieller Beitrag?”

    An vielen anderen Stellen wurde von mir schon alles gesagt. Ihr habt nicht zugehört. Alles, was euch trieb, war, Weiterdenkende in die Enge zu treiben, um sie lächerlich zu machen. Kein Wunder, wenn hier keiner lange Stand hält und ihr wieder unter euch bleibt. So könnt ihr euch gegenseitig pushen. Dann macht also schön weiter so.

  25. at Stamm sagt:

    Hier mein Final-Beitrag zum Thema Natur.

    “Die Wissenschaft kann das letzte Geheimnis der Natur nicht enträtseln. Das liegt daran, das wir letzten Endes selbst Teil der Natur und damit Teil des Geheimnisses sind, das wir zu enträtseln suchen.”
    Max Planck

  26. Alienus sagt:

    at X

    Wenn Sie diesen Blog hier für einen Club der toten Dichter halten, sei die Frage erlaubt, warum Sie augenscheinlich wie ein Nekrophiler so lustvoll um diese Leichenhalle herumschleichen?

  27. at Alienus sagt:

    Sie können nicht lesen, Alienus, ich sagte “Klub der geistig toten Dichter”. Geistige Leichen stinken nicht.

  28. Alienus sagt:

    at X

    Sie können wohl nicht denken. Wenn man geistig tot ist, ist man auch körperlich tot, oder. Also sind Sie nun ein geistig toter Nekrophiler oder ein Untoter oder gar ein mesozonaler Zombie?

  29. Chüng sagt:

    at Olive schreibt am 26. September 2014 um 20:09:

    “Ihr habt nicht zugehört.”

    Das kann ich nur bestätigen. Punkt 3 und 4 von Küngs 18:00 haben sich heute (hoc die) erfüllt. Ich danke.

  30. Hypatia sagt:

    Alienus am 26. September 2014 um 15:21@Hypatia 26.09.2014 um 11.38

    Danke für die ausführliche Auskunft. Aber ob Gaias Ungeheuer aus ihrem Schoss “kchait” sind, scheint nur eine Vermutung von Ihnen zu sein? –

    Küng am 26. September 2014 um 16:15 @ Hypatia am 26. September 2014 um 11:51

    Vom Zorn Gottes handelt das Alte Testament ausführlich.

  31. Küng sagt:

    Hypatia: Vom Zorn Gottes handelt das Alte Testament ausführlich.

    Nun, ich hätte Ihnen ein wenig mehr zugetraut. Aber auch egal. 🙁

  32. Maria M. sagt:

    Wir Schweizer, als eines der reichsten Länder der Welt sind wohl die Falschen, um über das Thema Natur “fachzusimplen”.
    Unsere Gesellschaft hat sich bereits soweit von der Natur entfernt, dass wir (ausser ein paar Bergler evtl.) keine Ahnung mehr davon haben, ein Leben im Einklang zur Natur zu führen.

  33. Ave Maria sagt:

    @ Maria M.

    Was für eine Erkenntnis. Sind Sie da selber drauf gekommen?

  34. Maria M. sagt:

    Geehrte Ave Maria
    Sie sprechen wohl die Falsche an. Mag mich nicht erinnern, dass in all den Blog-Beiträgen eine Ave Maria vorkommt? Ich bin es ja nicht, die derart “weltfremde” Kommentare postet. Wollen sie eine konkrete Frage an mich stellen oder mich lediglich provozieren?

  35. aqua sagt:

    @Küng

    Ist die postulierte Liebe des “Gottes” nicht ebenfalls eine menschliche Projektion?

    Meine Aussage “Gott ist Liebe” entspringt meiner Erfahrung. Als ich eben meine “Gottesvision” hatte, war es diese Erkenntnis, die ich daraus gewonnen habe.

    Stellen Sie sich vor, sie würden von einer enorm grossen Energie getroffen. Diese Energie fühlt sich an wie Liebe, (die logischerweise von einem Liebenden kommt). Eine unglaublich beglückende Erfahrung, so, als ob das ganze Universum der vor Freude überschäumende alte, schon lange nicht mehr gesehene Freund wäre, der Dich wieder gefunden hat und Dich jetzt mit seiner gesamten Liebe überschüttet. Derart, dass man inner Sekundenbruchteilen in Todesangst gerät, weil man merkt, dass man dabei förmlich in Flammen aufgeht und wohl von dieser unendlichen Liebe verschlungen würde.

    “Gott ist Liebe” ist also keine Projektion auf Gott, sonder das, was man erfährt, wenn man auf Gott trifft. “Gott ist Liebe” heisst bei mir also konkret, dass ich Gott so wahrgenommen habe. Das ist der Eindruck, den er hinterlassen hat. Was bleibt, ist Sehnsucht. Eigentlich stellt diese Aussage also nicht fest, wie Gott ist. Die Aussage beschreibt viel mehr, wie er/sie/es bei uns ankommt.

    Sollten Sie also je auf Gott treffen, und nicht sofort in Flammen der Liebe aufgehen, dann ist es nicht Gott, sondern irgend ein Arsch. 😉

    @ olive: “Bitte erzählen Sie.

    Siehe oben. Aber all dies und noch viel mehr habe ich in diesem Blog ja schon erzählt. Und wenn ich nicht irre, waren Sie damals auch schon dabei.

  36. Ave Maria sagt:

    @ aqua, 27. September 2014 um 14:06

    Dann kennen Sie ja nun die Bedeutung von “Das Reich Gottes ist inwendig in euch.” Es müsste “nur” aktiviert werden.

  37. Alienus sagt:

    @Hypatia 26.09.2014 um 22.04

    Die Sache mit der Gaia ist nicht meine Vermutung sondern eine plausibel scheinende Ableitung.

    Mit einem Schwiegervater in spe hatte ich mich für ein Studiensemester in ehem. Deutsch-Südwest-Afrika / Namibia vorbereitet. Das Besondere mit dem Herrn war dieses. Er war in 3. Generation in DSWA geboren worden. Durch einen frühkindlichen Unfall benötigte er dauernde Hilfe. Die erhielt er durch eine indigene Frau, eine Khoisan („Buschmann / -frau“). Diese Frau muss einen Tabubruch begangen haben und ward aus ihrem Stammesverbund ausgeschlossen worden. Sie fand eine Anstellung als dauernde Begleitung beim besagten Herrn. Durch den langjährigen engen Kontakt mit ihr hatte er sogar die Sprache (die mit den Klicklauten!) der Khoisan erlernt. Da er auch ein Freizeit-Ethnologe geworden war, hatte er durch seine „Na“ einen recht glaubhaften Einblick in die Welt dieser einzigartigen Menschen.

    Dadurch konnte er verschiedene Lebensumstände dieser Menschen näher beschrieben. Die Geburt z. B. erfolgt außerhalb des bewohnten Areals durch die Frau alleine. Dabei wird eine kleine Kuhle angelegt und der Geburtsvorgang erfolgt in einer knieenden / sitzhockenden Position. Nun, da den Khoisan ein langer und einzigartiger entwicklungsgeschichtlicher Stammbaum nachgesagt wird, gehe ich davon aus, dass sich hier etliche archaische Formen der Menschwerdung noch erhalten haben.

    Bei den Griechen kann man auch ein vergleichbares Verhalten annehmen, da sie als Indoeuropäer für solch eine Göttin sogar die Bezeichnung beim Geburtsvorgang gewählt haben. Mythologisch ist auch die auffällige Nähe dieser Göttin zur Erde erkennbar. Der oben angeführte Herr hatte ethnologische Literatur, die Bezug zu anderen Göttinnen mit ähnlichem Ritus hatte. Die römische Entsprechung der gr. Göttin Gaia wird „Tellus“ d.h. auf Deutsch „Erde“ genannt.

    In Süd-Amerika gibt’s die „Pachamama“ als Mutter der Welt / Erde. Auch hier ein auffälliger Bezug zur Ede.

    So bekommt der Spruch: „Von der Erde kommst Du und zur Erde wirst Du“ einen doch erweiterten Sinn.