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Sekten als Schmarotzer

Hugo Stamm am Samstag den 28. Juni 2014
SCIENTOLOGY, SCIENTOLOGE, FREIKIRCHE,

Angebote von Scientology sind so teuer, dass sie die Anhänger wirtschaftlich schwer belasten können. Foto: Lukas Lehmann/Keystone

Die meisten Gurus und viele sektenhafte Gemeinschaften zeichnen sich durch Egoismus und Rücksichtslosigkeit aus. Gleichzeitig gebärden sie sich als Hüter der letzten spirituellen Wahrheiten. Spiritualität trifft auf Egozentrik. Deshalb stört es sie auch nicht, wenn sie immense Kollateralschäden verursachen und sich als Sozialschmarotzer gebärden.

Ein paar Beispiele: Scientologykurse für Fortgeschrittene sind derart teuer, dass sie für viele Anhänger unerschwinglich sind. Die Sekte ködert sie mit dem Angebot, Mitarbeiter zu werden und kostenlos «studieren» zu können. Der Haken: Lohn gibts keinen, die Sozialleistungen sind minimal. Manche verschulden sich und werden im Alter Sozialfälle. Ausserdem isolieren sie sich und brechen oft den Kontakt zu Freunden und Familie ab, wenn diese kritische Fragen zu Scientology stellen. Opfer von Scientology sind deshalb oft nicht nur die Anhänger, sondern auch die Familien. Eltern leiden oft viele Jahre unter der Entfremdung ihrer Kinder.

Viel Leid erzeugen auch radikale Freikirchen. Rutscht ein Ehepartner in eine solche christliche Gemeinschaft ab, bricht die Beziehung meist auseinander. Eine Ehe mit einem «Ungläubigen» – dazu gehören auch Protestanten und Katholiken – geht gar nicht. Dramatisch wird es auch für Kinder, die gegen den radikalen Glauben der Eltern rebellieren. Manche werden mit Liebesentzug bestraft, der Kontakt wird auf Eis gelegt. Selbst die Eltern leiden, weil sie glauben, versagt zu haben und von Gott dafür bestraft zu werden. Ausserdem befürchten sie, ihre Tochter oder ihr Sohn sei dem Teufel anheimgefallen. Suizide sind nicht selten. Besonders hart trifft es Homosexuelle, die stigmatisiert werden.

Schwer geprüft werden auch Eltern, deren Kinder bei den Kindern Gottes (Schicksal der Ironie: auch «Die Familie» genannt) gelandet sind. Sie betteln sich durch das Leben und haben oft viele Kinder. Der Kontakt zu den Eltern wird auf ein Minimum beschränkt. Steigen die Mitglieder der «Familie» aus, stehen sie vor dem Nichts: keine Ausbildung, kein Job, keine Verbindung zur Aussenwelt. Oft springen dann die leiblichen Eltern ein, die jahrelang verteufelt worden waren. Oder eben der Staat.

Die meisten Sekten sind Sozialschmarotzer, hinterlassen Opfer und bringen viel Leid in Familien und Freundeskreis. In ihrem Egoismus fühlen sie sich von Gott oder einer kosmischen Instanz geleitet, in Wahrheit leben sie in einer absurden Parallelwelt.

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278 Kommentare zu “Sekten als Schmarotzer”

  1. Edi Brugger sagt:

    @Stefan Reber

    “Sie können nicht Bibelzitate einfach so aus dem Kontext reissen, sondern müssen diese im Kontext mit dem Gesamtkörper der Biblischen Texte verstehen. Ferne auch vor dem historischen und kulturellen Hintergrund der Bibel.”

    Sagen sie das bitte erst einmal den religiösen Organisationen inkl. Freikirchen. Die schmeissen uns doch dauernd Bibelzitate um die Ohren, ohne jegliche Rücksicht auf den Kontext, sei es auf Plakaten, in Todesanzeigen, um die Gläubigen an die biblischen Ordern zu erinnern oder auch nur um uns religionsfreie zu diskreditieren.

  2. Stefan Reber sagt:

    @M.B.
    Das mag wohl sein, aber heute betreibt doch kein Menschen mehr eine Inquisition.

  3. Michael Bamberger sagt:

    @ Stefan Reber

    “Das mag wohl sein, aber heute betreibt doch kein Menschen mehr eine Inquisition.”

    Was Sie nicht sagen!?!

    “Im ARD-Magazin Kontraste (03.03.2005) äußerte sich Joseph Ratzinger vor einigen Wochen zu seinem Titel »moderner Großinquisitor«. Und siehe da: Ratzinger hatte mit dem Begriff »Inquisitor« überhaupt kein Problem – im Gegenteil: Er sah sich mit der Inquisition früherer Jahrhunderte in einer kontinuierlichen Linie! Der einzige Unterschied: Heute bediene man sich anderer Methoden. Und dann kam die makabre »Krönung«: Ratzinger wertete die Folter-Verhöre der Inquisitoren des Mittelalters gar als »Fortschritt« – schließlich hätten »Untersuchungen« stattgefunden. Ratzinger wörtlich: »Großinquisitor ist eine historische Einordnung, irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen heut’ das, was nach damaligen Methoden, zum Teil kritisierbar, gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen statt finden mussten.«” (Spiegel, 15.4.2005)

  4. Stefan Reber sagt:

    @M.B.
    Aber sie stimmen mir doch zu, dass die katholische Kirche keine Folter mehr betreibt, eher das atheistische Militär auf Guantanamo, und getötet wurde wegen der katholischen Kirsch schon lange niemand mehr.

  5. Thomas Jefferson sagt:

    Die meisten Sekten sind Sozialschmarotzer, hinterlassen Opfer und bringen viel Leid in Familien und Freundeskreis.

    Zuerst müsste es wohl heissen: “Die meisten Sektenführer” oder “die meisten Sektenmitglieder”. Eine Organisation kann nicht schmarotzen, nur ein Mensch.

    Wenn man die etwas schludrige Formulierung so korrigiert, ist der Satz wohl richtig, aber tautologisch, weil diese Eigenschaften definitionsgemäss zu Sekten gehören, wie die meisten Äpfelbäume Äpfel tragen.

    Neben dieser formalen Kritik stört mich halt der Absatz über die “radikalen Freikirchen”, weil eigentlich, wie alle hier wissen, alle Freikirchen gemeint sind, denn alle sind radikal, weil sie die allgemeine Glewichgültigkeit zum Glauben, nicht teilen, und deshalb sind eigentlich alle Sekten.

    Ich kann mir durchaus christliche Gemeinden vorstellen, wo Exogamie sanktioniert wird, ich denke da zum Beispiel an die Brüdergemeinden, wo man von solchen Ausschlüssen hört.

    Von Methodisten über Heilsarmee bis zum IFC, dürfte aber ein von der Institution getragenes Verbot, mit abtrünnigen Kindern zu verkehren, kaum zu beobachten sein, Und ob Brüdergemeinden eben, wenn sie sich wirklich so verhalten, noch als Freikirchen zu definieren sind, das ist dann eben eine Frage des Standpunktes.

    Aber das mit den Sektren hauen und die Freikirchen meinen, ist in diesem Blog schon seit Jahren so, und ewig grüsst das Murmelltier. Wenigstens hat man nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben, wenn man nach ein paar Jahren zufällig beim Zeitungslesen auf so einen Beitrag stösst und melancholisch wird..

  6. "erweckt und bibelfest" sagt:

    the beat goes on

    was Gott wollte

    sozusagen:
    gottgewollt

    sie wußten es, sie wissen es! Und schoben ihrem Hüh-und Hott-Gott heute dies unter und morgen das
    (und “Inquisition” ist durchaus Praxis…..das Ausspionieren des Haushaltes einschließlich des Kochtopfes -des Geldbeutels? – und der Gesinnung…am liebsten kehrten sie die letzten Seelekammern aus)

    h ttp://www.idea.de/nachrichten/detail/glaube/detail/ulrich-parzany-87196.html

    Eine theologische Position, wie sie der letzte ( wegen Gender und Diversivität umstrittene) ev. Präses Schneider in Sachen Armut und Verteilungsgerechtigkeit vertrat (Handeln VOR Mission) , wird man in jenem Spektrum nicht antreffen. (Barmer Erklärung)

    Es ist schon abenteuerlich, wenn man in so eine Gemeinschaft mitgeht (nicht ausgeschlossen wird, sondern selber aus eigener Überzeugung weg bleibt – weil einem die Spucke wegbleibt? – Nein, weil man NIE “EINGESCHLOSSEN” worden ist, weil die Aufnahmerituale fehlten, die die ANERKENNUNG verweigert wurde, weil nichts als ein Vakuum möglich war, sondern nur dieses *Friß oder stirb*)
    Und so lavieren sie sich (die einzelnen “Sekten” oder Denominationen) nun selber durch den Dachverband des kleinsten gemeinsamen Nenners. Fatal sind die alten Knallchargen aus den verschiedenen Lagern, hervorgegangen aus den vielen Spaltungen. Und so ein Wind weht immer noch. Manche steift er, andere haut er um. Wie gesagt, mit so etwas wird das normale evangelische oder katholische Kirchendummschäfchen ja nicht konfrontiert. Und zurück blickend war es als Christ und Nachfolger in den frühen Jahren ja gar nicht fähig zu lesen und zu verstehen, sondern mußte über gebildete Ausleger für bare Münze nehmen, was der Herrgott angeblich direkt und wörtlich diktiert hat.

    Nono…das Pietisten-Charismatiker-Gemisch ist wohl eher ein gutbetuchter Wohlstands-Stall mit höchstwilligen Eseln, denn ein Schmarotzerhaufen. Sie alle zücken kräftig das Portejuche und sitzen nicht nur auf Butterbergen, sondern auch auf Immobilien. Eher vergeht sich die Gesellschaft an diesen (siehe auch Piketty – Testosteron-Gier-Gewinne) :
    h ttp://www.nachdenkseiten.de/?p=22229#h01
    Mittlerweile gibt es vierzehn Millionen Dollarmillionäre.(USA, Japan, D)

    Herr Parzany ist mit seinem Mittelstand und seinen christlichen Geschäftsleuten doch gut bedient! Die Kassen klingeln, der abgeworbene Zulauf strömt. Die großen Stelldicheins prassen.

    Gell, da kommen Verschwörungsgedanken auf :- ) h ttp://kreidfeuer.wordpress.com/2014/06/29/der-weg-in-die-nwo-diktatur/
    und man fragt sich: was hat die Allianz damit zu tun?

    Das geht mich ja alles gar nichts an, die ich so gut wie gar nichts mehr tun kann FÜR Demokratie :- (

    Mich stört – egaoistisch – einfach nur die (Achtung Tautologie: bornierte Ignoranz all dieser (Glaubens-) F u n k t i o n ä r e OHNE MENSCHLICHHKEIT! , die infiziert ihre selbsternannten bis technokratischen oder narzißtischen Rollen spielen, die es doch einen Dreck selber schert, welche verheerenden Auswirkungen ihre Rumkritteleien an einzelnen Menschen oder ganzen Familiensystem FÜR GENERATIONEN! nehmen.

    Nö, Herr Parzany, Evangelikale sind nicht fundamentalistisch, überhaupt nicht….

    ——-

    “Melancholie”?
    Omega3 mit EPA!

    Aufeinmal “kann niemand etwas für seine Veranlagung” lach

  7. "erweckt und bibelfest" sagt:

    von wegen “Geistliche Kammerjäger” (Parzany) über Weltanschauungsbeauftragte und Medien.

    Es ist schon ein LEBENSTHEMA. Und man sollte auch wissen, was idea ist: ein strategischer Glätterer, ein Ökumenemehrheitenbündnissucher…

    mittlwerweile vollzieht sich allüberall diese Gesamtglättung. Auch im erwähnten Freising. Sicher müßten einige schlucken, wenn sie am gleichen Ort ihre gebilligten Heiligen und Mystizismus und Eklektizismus bis Schamanismus bis Hellinger begegnen und das alles nun passend in den Evangelikalenkontext gebettet sehen. Das sind mittlerweile schon Kopf-und Bauch-vergewaltigungen. Aber die Schäfchen lassens mit sich machen.

    Ja, offenbar ein Lebensthema (auch die großen spirituellen Krise) Gerade bin ich angeschrieben worden mit einem halben Pfund Papier (neue Marketingmethoden?) von einer namhaften Klinikkooperation (fängt mit Hei an) , die ich vor etlichen Jahren nach 2 Wochen wieder verlassen hatte, die sich diesen Themen widmet und die alle Strömungen und Glaubensprobleme “therapiert” …(aber nicht wegtherapiert) hat sie’s “nötig”? Mehr Patienten?

  8. "erweckt und bibelfest" sagt:

    ich behaupte jetzt einfach mal so, dass man sich bei Quäkern oder Amishen wohl eher geborgener und sicherer fühlen könnte, weil eine überzeugendere Orientierung gegeben ist….

  9. "erweckt und bibelfest" sagt:

    zur BR Radiosendung:
    h ttp://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung828008.html

  10. "erweckt und bibelfest" sagt:

    ich selber bin gar nichts…mehr
    und schon gar nie war ich erweckt oder bibelfest

    ich habe auch keine Ambitionen mehr mir eine Gemeinschaft zu suchen oder in die ev. Kirche zurück zu gehen. Die Phasen gab es…aber es gab weder Gehör noch Hilfen in bestimmten Fragestellungen.
    Auf dem SCHADEN, dem UNSÄGLICHEN Schaden von Spaltung und Zwietracht und Familienauseinandersprengung und den Kollateralschäden
    bleibe ICH sitzen.

    Tja, wer den Schaden hat….

    Und nicht die Prediger oder die eingesafteten Sippen und Gotteswahrheitspächter.

    IRREVERSIBEL. Das ist auch ein Stigma…Aber auch mehr.

  11. oder so? sagt:

    —->”Fußball Gott – das Tor zum Himmel”

  12. Warnsignale sagt:

    Frauenrechte sind Menschenrechte

    inwieweit das auf Sekten und Freikirchen zutrifft, ist die Frage
    Welche Ungleichgewichte der Geschlechter sind dort verbreitet?
    Und es geht nicht immer “nur” um das große Niederringen und das Veilchen oder gebrochene Nasenbein, sondern auch um die vielen kleinen “Gemeinheiten” und Privilegien.

    eine Comic-Ausstellung nennt die Signale, die Potentiale für häusliche Gewalt anzeigen
    und das sind erschreckend viele, welche man in fundamentalistischen Gemeinden antrifft
    “Erste Signale werden viel zu oft übersehen”, sagt U.S, eine Gleichstellungsbeauftragte. Um das zu ändern, hat sie gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Gewaltprävention und der VHS eine Ausstellung im Rathaus organisiert, die Gewalt in der Partnerschaft thematisiert und für mögliche Gefahren sensibilisiert.

    (Zaghaft wurde die Tatsache auf Allianz-Seite einmal thematisiert)

    Und wenn es doch gar ein “europäisches Problem” ist, warum sollte es denn ausgerechnet vor derartigen ideologisch Diffamierenden (und deren Türen) Halt machen?

    Politik
    EU-Studie
    05.03.14
    Gewalt gegen Frauen wird zum europäischen Problem

    Eine aktuelle Studie offenbart: Sexuelle und psychische Gewalt in der Partnerschaft sind in Europa viel weiter verbreitet als bisher angenommen. Dabei dürfte die Dunkelziffer noch viel höher liegen.

    Von Silke Mülherr
    Verbreitung von Stalking, sexueller und psychischer Gewalt

    Eine unangenehme Berührung, körperliche Gewalt oder der offene Zwang zu sexuellen Handlungen: Gewalt gegen Frauen kann sich in den unterschiedlichsten Formen äußern. Ist Ihnen davon etwas in den vergangenen zwölf Monaten widerfahren? Insgesamt 42.000 Frauen in den 28-EU-Mitgliedsländern haben diese Fragen beantwortet. Und bei der Auswertung der Ergebnisse zeigt sich: Gewalt gegen Frauen ist in Europa weiter verbreitet als bisher angenommen – und die Dunkelziffer hoch.

    Jede zehnte Frau zwischen 18 und 74 Jahren hat demnach seit ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Gewalt erfahren, jede zwanzigste wurde vergewaltigt. Zu diesem Schluss kommt eine an diesem Mittwoch veröffentlichte Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA), die ihren Hauptsitz in Wien hat.

    Erschreckend ist dabei vor allem die Häufigkeit von Gewalt in der Partnerschaft, mehr als jede fünfte Befragte wurde schon einmal Opfer innerhalb ihrer Beziehung. Vergewaltigung in der Ehe ist für viele Frauen in Europa offenbar eine bittere Realität: Ein Drittel der Befragten gab an, schon mehr als sechs Mal von ihrem Partner missbraucht worden zu sein. Trotzdem meldeten nur 13 Prozent der Frauen ihre schwerwiegendste Misshandlung im Rahmen einer Beziehung.

    Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit

    “Die Zahlen sind absolut alarmierend”, sagt Joanna Goodey, eine der Autorinnen der Studie. “Schließlich wurden sie in Europa erhoben, das sich allgemein für ziemlich fortschrittlich hält.” Es sei höchste Zeit, dass die politische Ebene aktiv werde. “Um wirkungsvoll auf Missbrauch in Beziehungen zu reagieren, muss der Staat Gewalt in der Partnerschaft als eine öffentliche und nicht als eine private Angelegenheit behandeln”, so Goodey.

    Ein erster, wichtiger Schritt dafür sei die Verabschiedung von Rechtsnormen wie der Istanbuler Konvention für besseren Opferschutz. “Dazu konnten sich bisher gerade einmal drei EU-Staaten durchringen.”

    Im europaweiten Vergleich der Ergebnisse fällt auf, dass Frauen in Deutschland überdurchschnittlich häufig Opfer von Stalking (bis zu 29 Prozent der Befragten) durch ehemalige oder aktuelle Partner werden. Trotzdem gehen drei von vier Opfern nicht zur Polizei – und das, obwohl die Verfolgung durch den Stalker bei jeder fünften Frau länger als zwei Jahre angedauert hat.

    “Die psychologischen und emotionalen Folgen von Stalking sind gravierend, weil die Belästigung den Alltag verändert”, sagt Autorin Goodey. 23 Prozent der befragten Frauen erklärten, ihre E-Mail-Adressen und Telefonnummern geändert zu haben, um den Stalkern zu entkommen. Ähnlich häufig wie in Deutschland werden Frauen nur noch in Frankreich, den Beneluxstaaten, Dänemark und Finnland verfolgt. Auch wegen der hohen Verbreitung fordert Strafrechtlerin Joanna Goodey die Ausweitung der Schutzeinrichtungen für Opfer.

    Gravierende Unterschiede in Europa

    Noch drastischer sind indes die Zahlen zum Thema psychische Gewalt in Deutschland. Laut der Erhebung leiden bis zu 59 Prozent der befragten Frauen unter Misshandlungen wie der Herabsetzung und Demütigung durch den Partner, der Androhung von körperlichen Verletzungen oder dem Verbot, die Wohnung zu verlassen. So verbreitet wie in Deutschland ist das Phänomen außerdem in den Niederlanden, Schweden, Finnland, Estland und Litauen. Noch häufiger tritt psychische Gewalt durch den Partner nur in Dänemark und Lettland auf. Auffällig niedrig hingegen sind die Zahlen für Süd- und Osteuropa.

    Die Autoren der Studie verweisen auf verschiedene Erklärungsansätze. Der wichtigste in den Augen Goodeys: In den einzelnen Ländern existierten große kulturelle Unterschiede im Umgang mit Gewalterfahrungen. “Wo Beziehungsfragen als private Angelegenheit gelten, werden Misshandlungen auch eher vor der Familie und vor allem vor offiziellen Stellen verschweigen”, sagt die Strafrechtlerin.

    Je größer hingegen die Gleichstellung der Geschlechter und je mehr Frauen erwerbstätig seien, desto wahrscheinlicher ist es, dass Fälle von sexueller Gewalt öffentlich gemacht werden. Zudem können Trinkgewohnheiten eine Rolle spielen. “Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen starkem Alkoholkonsum des Partners und vermehrter Gewalt gegenüber seiner Frau”, sagt Goodey. Dies sei auch als wachsende Frustration der Männer über sich verändernde Geschlechterrollen zu begreifen. “Es ist also so eine Art Gegenreaktion auf den Machtverlust”, glaubt die Autorin.

    Gefährdung von Frauen in Führungspositionen

    Die auffällig hohe Betroffenheit von Frauen in Führungspositionen dürfte diese These stützen: 75 Prozent der Befragten in dieser Rolle gaben an, in der Vergangenheit bereits Opfer von sexueller Belästigung im Berufsalltag geworden zu sein. Die Gründe werden einerseits in einem von Männern dominierten Umfeld gesucht. “Andererseits aber sind beruflich erfolgreiche Frauen auch stärker dafür sensibilisiert, sexuelle Belästigungen als solche einzuordnen”, sagt Goodey.

    Überdurchschnittlich häufig machen zudem junge Frauen Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Jede fünfte Frau wurde schon einmal ungewollt berührt, umarmt oder geküsst. Die Täter waren dabei in 32 Prozent der Fälle ein Kollege, Vorgesetzter oder Kunde. Besonders niedrig scheint die Hemmschwelle dabei in den sozialen Medien zu sein. Jede zehnte Frau berichtet zudem von unerwünschten, sexuell expliziten Textnachrichten oder E-Mails. “Es braucht zielgerichtete Prävention gerade für junge Frauen zwischen 18 und 29 Jahren, die am stärksten gefährdet sind”, sagt Goodey.

    Die europäische Grundrechteagentur formuliert auf Basis dieser neuen Erkenntnisse Forderungen an die politischen Entscheidungsträger, um die Gewalt gegen Frauen besser einzudämmen. Bisher werden EU-Maßnahmen zum Opferschutz nicht ausreichend angewendet, so die Kritik. Nicht alle europäischen Staaten haben beispielsweise die Richtlinie umgesetzt, die Mindeststandards für die Rechte, den Schutz und die Unterstützung von Opfern in der EU festlegt. Es geht dabei zum Beispiel um die Schulung von Polizisten, Staatsanwälten und Richtern im Umgang mit Betroffenen.

    Gewalt bleibt im Verborgenen

    Die spürbare Folge: Nur jedes dritte Opfer von Gewalt in der Partnerschaft und jedes vierte Opfer außerhalb meldet den jüngsten und schwerwiegendsten Fall der Polizei. “So bleibt ein Großteil der Gewalt im Verborgenen, und Täter müssen sich nicht dem Recht stellen”, sagt Goodey. Als Begründung gelten vor allem Scham und Angst der Frauen. “Es existiert eine Kultur, dem Opfer die Schuld zu geben.” Insbesondere wenn sich die Gewalterfahrung wiederholt, führe das mittelfristig zu einem Verlust des Selbstvertrauens bei den Frauen.

    Auch die mangelnde Zufriedenheit von Opfern mit der Polizei spiele eine Rolle. Die befragten Frauen gaben an, sie hätten sich vor allem Fürsorge und ein offenes Gespräch (bis zu 54 Prozent) gewünscht – das aber finden sie bei Polizisten häufig nicht. Wichtig sei daher, Anlaufstellen zu sensibilisieren. Eine Lösung könnte eine ärztliche Befragungsroutine sein, wenn Anzeichen von Misshandlungen entdeckt werden. Wenn sich also Frauen selbst nicht trauen, den Missbrauch aufzudecken, dann könnte so wenigstens die Chance auf Hilfe von außen steigen.## WELT

  13. andersen sagt:

    Gruppendynamik in sektenhaften Gruppen

    Die in sektenhaften Gemeinschaften auftretende Gruppendynamik ist eine missratene Gruppenarbeit.
    Dies sieht man in der Beziehungsstruktur, denn Mitglieder haben kaum Kontakt zu andere Gruppen sowie zu Nichtmitgliedern.
    Der Kontakt zu Familie und Freunden wird oftmals abgebrochen.
    Die Gemeinschaft unterstützt Freundschaften und Beziehungen unter Mitgliedern.
    Innerhalb der Gruppe gelten sehr klare Regeln. So ist den Mitgliedern verboten, Informationen gegen aussen preiszugeben.
    Es wird Intransparenz gewährt. Regelbrüche oder Infragestellungen anderer Mitglieder müssen gemeldet werden und führen zu harten Strafen. Beim Scientology heisst es RPF(Straflager).
    Neue Mitglieder werden von einem Mentor betreut und haben generell keinen Kontakt zu anderen neuen Mitgliedern.
    Es herrscht eine klar gegliederte innere Hierarchie.
    Durch gute Leistungen können sie aufsteigen: Wenn Regeln richtig befolgt werden und die Mitglieder auch der Kontrolle dabei helfen, sind dies Gründe für einen Aufstieg in der Hierarchie.

    Quelle: Scharfenberg 1980.S.118, Edding/Schaffenhofer 2009, S.339.

    Belohnungs-und Bestrafungsprinzip.

    Ist es positiv?
    Nein, Gehorsam ist keine Schöpfung, es kann sieben fatale Folgen haben:
    1. Die intrinsische Motivation kann ausgelöscht werden
    2. Die Leistung kann geschmälert werden
    3. Die Kreativität kann vernichtet werden
    4. Wohlwollendes Verhalten kann verdrängt werden
    5. Betrügereien und unethisches Verhalten können unterstützt werden
    6. Sie können abhängig machen
    7. Das Kurzzeitdenken kann gefördert werden
    Quelle: Pink, 2010, S.76, Experimente durch Karl Duncker “Kerzenproblem”.

  14. Michael Bamberger sagt:

    @ Stefan Reber

    “Aber sie stimmen mir doch zu, dass die katholische Kirche keine Folter mehr betreibt, eher das atheistische Militär auf Guantanamo, und getötet wurde wegen der katholischen Kirsch schon lange niemand mehr.”

    Der Exorzismus der Annelise Michel – mit deren Tod im Jahr 1976 – unterscheidet sich wohl kaum von herkömmlicher Folter. Ähnliches lässt sich auch über den indischen Priester sagen, der 1990 ebenfalls nach einem Exorzismus umkam. Bekannt ist auch der Fall der rumänisch orthodoxen Nonne Maricica Cornici, welche 2005 während eines Exorzismus an ein Kreuz gebunden wurde und darauf verstarb. Von den Tausenden weltweiten Exorzismen ohne Todesfolge, dafür aber mit schweren psychischen Folgeschäden, ganz zu schweigen.

    Wie Sie darauf kommen, dass das US-Militär in Guantanamo atheistisch sein sollte, ist mir ein Rätsel, denn die Studie “MLDC Issue Paper No. 22” vom, Juni 2010 besagt, dass lediglich 12.1% des gesamten US-Militärpersonals religionsfrei ist, während dies bei 15% der gesamten US Bevölkerung der Fall ist. (Quelle: Wiki)

  15. Rabbi Jussuf sagt:

    Stefan Reber
    Michael Bamberger

    Ist mir ja auch ein Rätsel, wie man darauf kommen kann, das amerikanische Militär als atheistisch zu bezeichnen.
    Zumal es völlig unwichtig ist, ob die ausführenden Soldaten irgend einem Gott anhängen oder nicht.
    Die Intention und die Ausführung zu Guantanamo kamen doch bekanntermassen von ganz oben und ganz oben hockte ein überzeugter Methodist, ein wiedergeborener Christ.
    Hier zu lande würde man diesen Mann als fundamentalen Evangelikalen bezeichnen. Ein “Freikirchler”, der doch ganz auf Ihrer Linie liegt Herr Räber.
    Wie stark diese Fundis in den USA sind, zeigt doch schon das Unvermögen Obamas, Guantanamo endlich schliessen zu können.

  16. andersen sagt:

    Bamberger

    Wurde Sie von ein katholische Pfarrer gefoltert?
    Ich nicht, ich kenne der Don Camillo am Merlot Teich.
    Ein neuer Buch von Ihm gibt es in 2015 im Knapp Verlag:

    “Domspatzen und Säulenheilige”

  17. andersen sagt:

    Bamberger

    Wurde Sie von ein katholische Pfarrer gefoltert?
    Ich nicht, ich kenne der Don Camillo am Merlot Teich.
    Ein neuer Buch von Ihm gibt es in 2015 im Knapp Verlag:

    “Domspatzen und Säulenheilige”

  18. Warnsignale sagt:

    und ? kriegt der Mann Osteoporose oder die Frau??? Und weshalb wohl?
    Und? hat der Mann “nach Familie”, nach Ausstieg, nach Beruf, nach Ehe….usw. bessere Chancen, Neueinstiegs-/ Wiederverwendungs-und Anschluß-Möglichkeiten
    oder die Frau?

    für mich ist und bleibt “evangelisch-freikirchlich” (einschl. methodistisch) S E K T E ! Da kann so viel dementiert werden, wie will. Und ob!! Hierarchie eine Rolle spielt und vieles andere (“Weltliche”) auch.

  19. Stefan Reber sagt:

    @Warnsignale
    Was hat denn Osteoporose mit dem Glauben zu tun? In der Gemeinde Arbeit unserer Freikirche ist die Frau sehr gut positioniert, sie muss gar nie neu Einsteigen, denn sie steigt nie aus. Hierarchien spielen bei uns keine grosse Rolle und jeder kann ja jederzeit aussteigen, wenn ihm etwas nicht gefällt.

  20. Michael Bamberger sagt:

    Brandaktuelles zum Thema Exorzismus:

    “Der Heilige Stuhl erkennt internationale Exorzisten-Vereinigung an – Der Exorzismus – eines der Werke der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit. Eine ‚dramatische Wirklichkeit’, die oft ignoriert und unterbewertet wird. Rom: Der Heilige Stuhl hat die Internationale Vereinigung der Exorzisten (Aie) rechtlich anerkannt. Die Kongregation für den Klerus hat deren Statuten bereits am 13. Juni auf der Grundlage von can. 322, §2 bestätigt, so die vatikanische Zeitung „L’Osservatore Romano“ in ihrer heutigen Ausgabe. Der Vereinigung gehören rund 250 Exorzisten aus 30 Ländern an…Für Präsident P. Francesco Bamonte aus der Kongregation der Diener des Unbefleckten Herzens Mariens ist die Anerkennung der Vereinigung durch den Heiligen Stuhl „nicht nur Grund zur Freude für die Mitglieder, sondern für die ganze Kirche“. Der Präsident erinnerte gegenüber dem „L’Osservatore Romano“ daran, dass Gott einige Priester „zu diesem kostbaren Dienst des Exorzismus und der Befreiung“ berufe. Aufgabe des Exorzisten sei es, demütig, voller Glaube und Liebe Menschen zu begleiten, die einer spezifischen geistlichen und pastoralen Aufmerksamkeit bedürften, um ihnen zu helfen, sie auf dem Weg der Befreiung zu ermutigen und in ihnen erneut die Hoffnung zu wecken.” Bamonte sprach den Wunsch aus, dass sich weitere Priester dieser „dramatischen Wirklichkeit“ bewusst werden, die oft ignoriert und unterbewertet werde: „Auch der Exorzismus ist eine Form der Nächstenliebe, zum Wohl von Menschen, die leiden. Er gehört zweifellos zu den Werken der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit“.” (Quelle: kath.net, 3.7.14)

    und

    “Papst gibt Exorzisten seinen Segen – Der Vatikan hat die in etwa 30 Ländern vertretene internationale Vereinigung der Exorzisten (AIE) offiziell als private rechtsfähige Gesellschaft anerkannt. Als Exorzismus bezeichnet man die Teufelsaustreibung…Papst Franziskus hat mehrfach darauf hingewiesen, dass es das Böse und damit auch den Teufel sehr wohl auch heute gibt, ohne dabei direkt von Exorzismus zu sprechen.” (Quelle: srf.ch, 3.7.14)

    und

    “Vatikan erkennt Teufelsaustreiber an – Der Vatikan hat die „Internationale Vereinigung der Exorzisten“ offiziell anerkannt. Schon unter Papst Franziskus’ Vorgänger Benedikt XVI. hatte die katholische Kirche wieder deutlich mehr Teufelsaustreiber zugelassen…Exorzisten müssen speziell ausgebildete Geistliche sein, die nur im Auftrag ihres Bischofs handeln dürfen. Papst Franziskus spricht in seinen Predigten oft vom Teufel; so sagte er nach seiner Wahl: „Wer nicht zu Gott betet, betet den Teufel an“.” (FAZ, 3.7.14)

    und

    “Pope Francis makes exorcisms official Catholic practice as demon-fighting priests recognised under canon law – It gives legal recognition to the performance of an exorcism, and was a cause for joy – according to the head of the association…More than many of his predecessors, Pope Francis likes to encourages the personification of Satan and speaks frequently about the Devil’s work…Earlier this year, a number of Catholic churches across Italy and Spain were reported to have recruited at least 18 priests between them to tackle “an unprecedented rise in cases of demonic possession”. Rev Bamonte then told La Repubblica: “Diabolical possessions are on the increase as a result of people subscribing to occultism. “The few exorcists that we have in the dioceses are often not able to handle the enormous number of requests for help.” (Source: The Independent, 3.7.14)

  21. Kant sagt:

    und seine Empfehlung

    h ttp://www.online-artikel.de/article/wenn-geliebte-menschen-von-sekten-psychisch-mental-vereinnahmt-werden-51936-1.html

  22. at Th. Jefferson sagt:

    “Wenigstens hat man nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben, wenn man nach ein paar Jahren zufällig beim Zeitungslesen auf so einen Beitrag stösst und melancholisch wird..”

    Was sollte man denn verpaßt haben? Sie sehen, die Sektenanführer und Missionare agieren noch immer auf die gleiche Weise.
    Deshalb könnten Sie Ihre Beschwerde auch an die richten.

  23. Gruppendynamik sagt:

    “Mitglieder haben kaum Kontakt zu andere Gruppen sowie zu Nichtmitgliedern.
    Der Kontakt zu Familie und Freunden wird oftmals abgebrochen.
    Die Gemeinschaft unterstützt Freundschaften und Beziehungen unter Mitgliedern….”

    Das ist ein ganz heikles Gebiet.

    In der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde ZU NÜRNBERG (gibt mehrere dort) war das so! Kontakt zu Nachbarn, Aussenstehenden, “Weltlichen”, anderen Kirchen uvam. war nicht erwünscht.

    Aber umgekehrt hat man sich gern dreingesetzt, hat abgeworben, eingeladen und “bekehrt” zu den eigenen Bedingungen. und auf die eigneen (“besseren”) Veranstaltungen hingewiesen …Und das konnte sehr giftend sein mit üblen Konsequenzen.

    Tatsächlich handelte es sich meist um verordnete Gemeinschaft. Die Mitglieder liefen nicht gerade froh herum, ob der wenigen Möglichkeiten, Freundschaften (wie es hieß:Gemeinschaft) zu haben. Halt eine träge Masse….

  24. @ Stefan Reber sagt:

    sprechen Sie nur von Eingeborenen? “Keine Einsteiger”? Warum steigt wohl selten jemand aus? Vor allem Frauen?
    Dass Sie glauben, dasss die Frau in Ihren Freikirchen gut positioniert ist, das glaube ich ihnen. :- ) Das glauebn Frauen ja sogar selber.
    Und ja, überlegen Sie einmal: was hat Osteoporose mit Freikirchen zu tun? Und mit weiblichen Rollen? Und mit Kinderreichtum in frömmsten Kreisen?

  25. Freikirchenzorn sagt:

    wollte heute auf eine freikirchenfreie Insel fahren….hätte spätestens um halb fünf aufbrechen müssen. Man wird alt – ein anderes Mal…
    Wie leben die Menschen dort? So ohne missionarische Dauernachstellung? Finden sie ihr Seelenheil? Kommen sie ins Himmelreich? Oder sagt der liebe Gott: Nö xxx fällt komplett ins Wasser….

    statt dessen die Festlandthemen:

    h ttp://web.de/magazine/finanzen/steuern/uli-hoeness-steueraffaere/19094864-uli-hoeness-steuersuender-jva-landsberg-bevorzugte-behandlung-geniessen.html#.channel2_6.%22Er%20wird%20k%C3%B6niglich%20behandelt%22.871.5341

    h ttp://www.idea.de/nachrichten/detail/menschenrechte/detail/abtreibung-ist-die-haeufigste-todesursache-auf-der-welt-87210.html

    h ttp://pius.info/archiv-news/736-buch/8846-kinder-brauchen-muetter

    h ttp://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2298:die-besonders-negativen-effekte-der-zerstoerung-der-familie&catid=1:neuestes&Itemid=33

    Ich seh das nicht mehr so eng, wo man sich die brauchbaren inputs und infos holt :- )

    Jürg Willi hat z.B. recht unparteiische, unfraktionistische Erkenntnisse/Tipps zur Paarbeziehung ausserhalb von charternder Freikirchenideologie.

  26. Freikirchenzorn sagt:

    und gegen den Sektensumpf des verordneten Abschottens

    “Jürg Willi im Buch ‘Ko-evolution – die Kunst gemeinsamen Wachsens’ (1985), dass der Mensch sich von Geburt bis ins Alter durch mitmenschliche Beziehungen entwickelt. Der Mensch findet in der Auseinandersetzung mit andern Menschen zu sich selbst und nicht in der Abschirmung von Ausseneinflüssen.” h ttp://www.juerg-willi.ch/

    andere Sichtweise auf die “Insulaner”?

  27. Stefan Reber sagt:

    Nicht alle haben gleich viel Kinder in unserer Gruppe. Für Kinder kennen wir keinen Taufzwang wie die Reformierte Kirche. Die Taufe findet erst im Erwachsenen Alter statt und ist freiwillig. Was wir anbieten sind Kinderhort und eine eigene Schule, also nichts Ungewöhnliches. Das liegt durchaus im Trend der Zeit.

  28. hm sagt:

    Karl Martell junior, Ihr 2. Juli 2014 um 17:20, Thema Zuwanderung in die Sozialwerke durch faule Muslims;
    Lesen:
    http://www.zuwanderungspolitik.ch/fileadmin/kampagne-zuwanderung/PDF/Faktenblatt7.pdf

  29. Freikirchenzorn sagt:

    Kontrolle, Intimschnüffelei, Ausspionieren, Gewissensausforschung

    weiß gar nicht, worin sich Freikirchensekten, NSA und GfK unterscheiden: Sie alle bearbeiten dasselbe “Gebiet”.

  30. Trend der Zeit sagt:

    so weit ist es nicht gekommen: eigener Freikirchenhort, eigene (Indoktrinations)Schule…war aber durchaus auf der Wunschliste der Treiber

    Hauptsache Wendehälse finden ihre gottgewollte Begründung und Rechtfertigung.

    ——

    Wie wär es mit Bewerungen (wie in USA) von Freikirchen und ihren Predigern durch die (zahlenden) Schäfchen?

  31. Trend der Zeit sagt:

    Freikirche also ein selbst gebasteltes nach Gutdünken Erstelltes und gar nicht mehr von Gott Diktiertes, Gegebenes? Sondern ein Wandelbares? WOW…
    was fürn Zufall, wo man gerade ist

  32. at Stefan Reber sagt:

    warscheinlich unterscheidet sich die Kinderzahl Ihrer Gruppe zwischen sieben und zwölf? (Wie soll sich Frau sonst auch beschäftigen?)

  33. andersen sagt:

    Stefan Reber

    Ich weiss nicht warum Sie sich von eine anerkannte Landeskirche erhoben möchte.
    Sie gehen nicht mit der Fakten um.
    Der Reformierte Kirche hat keinen Taufzwang, jeder kann trotzdem ein Mitglied sein und sie schicken die Kinder in der öffentliche Kinderort und in der öffentliche Schule, wo auch der Biologieunterricht nicht verboten ist.
    Kinder brauchen die Vergleichsmöglichkeiten und mit andere der Austausch mit andere, was nach meiner Sicht wichtig für die Persönlichkeitsentfaltung ist.
    Und somit entsteht keine Berührungsängste für die moderne Welt oder mit andere Glaubensrichtungen.

    Bamberger

    Der Satan ist ganz klar eine Erfindung des Menschen.
    Was man in der heutige Zeit erlebt, ist beim viele Menscheneine selbstzerstörende Aktivität.
    Ebenso führen-wenn auch in einem etwas geringeren Ausmass-Selbstgefälligkeit, Sichgehenlassen und Gier zu physischer Krankheit oder einem Mangel an Wohlbefinden.
    Ich denke, der Fall Anneliese Michel, angesicht der moderne Medizin, dass sie unter eine organische Krankheit gelitten hat und das der Wissenschaft zu wenig weit waren, dies zu erkennen.
    Und es nicht gut, wenn jemand die Tonbänder(Aufnahme der Stimme von Anneliese Michel) benutzt, um die Welt beweisen zu wollen, dass es der Satan gibt, nur damit, um das der Religion um jeden Preis behalten zu wollen.
    Der moderne Medizin ist ein Errungenschaft, die organischen Krankheiten heilen kann, die Menschen hilft, in den Alltag zurückzukehren, damit sie nicht der Bezug zur der Realität verliert.

  34. hm sagt:

    Noch zum Impulstext, insbes. dem Passus “die meisten Sekten sind Sozialschmarotzer”, der ja als Quintessenz am Schluss des Textes steht, nicht etwa am Anfang als Hypothese oder Fragestellung.
    Ich würde behaupten, die vielen Spinnereien kosten die Betroffenen viel Zeit und Energie, häufig ein Leben lang und häufig in einer Form, aus der sie sich nicht oder zur unzureichend zu lösen vermögen. Dass sich dies auch ökonomisch auswirken kann ist nahe liegend. Trotzdem, und dies wäre meine Ausgangshypothese, wäre es doch gut, dazu ein paar Zahlen zu bekommen, denn sonst bleitb die Aussage einfach Behauptung. Insbsondere fragwürdig erscheint sie tatsächlich, wenn Kraut und Rüben zusammengeschmissen werden, also z.B. Freikirchen und Scientologen. Da ist m.E. kein solcher Sdchluss möglich.

  35. hm sagt:

    Ich denke aber indertat –so ist die Aussage Stamms jedoch wohl nicht zu verstehen – dass viele Betroffene nach bzw. aufgrund ihrer Erfahrung an sozialer Kompetenz verloren haben.
    Insofern sind Sekten schon „sozial“-„schmarotzend“.
    🙁

  36. christliche Golfplätze sagt:

    von christlichen Geschäftsleuten und Geschäftsleuten des vollen Evangeliums
    wer ko, der ko
    Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute
    h ttp://www.jesus.ch/magazin/geld_und_geist/128907-mit_im_angebot_lebenssinn.html

    Geschäftsleute des vollen Evangeliums
    h ttp://www.religio.de/sekten/full.html

    wäre genau hinzuschauen, wo in diesem Umfeld schmarotzt wird

    ——

    auch wir (Ausgestiegene) haben als Familie ALLES SELBST BEZAHLT! Kein Sterntaler fiel vom Himmel.
    aber es ist schon richtig: auch ein IMMENS finanzieller Schaden aufgrund dieses Weges durch die Freikirche ist schon zu verzeichnen. Das läppert sich.
    Das zusammen zu zählen, gehörte auch einmal in die Waagschale geschmissen. Wer dagegen am selben Ort bleiben kann in seiner “Bahn” , auf seinem Kurs, in seinem Vertrauten, in seinem Heimvorteil, hat weniger Gewerch.

  37. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Portugal – “A priest and his accomplice have been charged with sexually abusing patients in several hospitals across Portugal, prosecutors say. The alleged crimes were reportedly committed between 2004 and 2010 in hospitals run by the Roman Catholic order. “The charge relates to the sexual abuse of four patients in the care of institutions run by the Hospitaller Order of Saint John of God,” prosecutors said in a statement on Thursday. The order operates more than 250 medical centers around the world. One of the hospitals mentioned in the indictment is an institution specialized for the mentally ill. The latest church scandal is unveiled as the Portuguese Catholic Church is already under fire for the case of another priest named Luis Miguel Mendes. He was sentenced in 2013 to ten years in prison for the sexual abuse of six minors aged between 13 and 15.” (4.7.14)

    http://www.presstv.ir/detail/2014/07/04/369785/priest-charged-with-sexual-abuse/

  38. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Scotland – “Four men face charges over ‘abuse’ at Catholic school in FifeFour men have appeared in court over years of alleged physical and sexual abuse of boys at a Fife school run by a controversial Catholic group. Michael Murphy, 74, of Dunfermline, William Don, 60, of Leven, Edward Egan, 76, of Altrincham, and Timothy Foxall, 63, of Hexham, face 68 charges. The abuse is alleged to have taken place at the former St Ninian’s school in Falkland, Fife, which was run by the Irish Christian brothers.” (3.7.14)

    http://www.bbc.com/news/uk-scotland-edinburgh-east-fife-28151385

  39. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “Shame again falls on Catholic leadership for harmful handling of sexual abuse cases – A scathing arbitration decision released this week adds to the shame of Bishop Robert Finn’s leadership of the Diocese of Kansas City-St. Joseph. The stunning denunciation hit area Catholics almost six years after the church signed a $10 million settlement with 47 people who said they or a family member were sexually abused by priests. Yet arbitrator Hollis Hanover, who handled a breach of contract lawsuit filed in 2011 that grew out of the 2008 settlement, concluded that top Catholic officials purposefully did not carry through on some pledges.” (2.7.14)

    http://www.kansascity.com/opinion/article663675.html#storylink=cpy

  40. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Australia – “The truth is that child abuse in Australia has a distinctively Catholic character – The royal commission into child abuse’s interim report has found Catholic institutions were the commonest sites for abuse…The report records that 87% of alleged abusers were male, and 29% of those were clergy. The next largest group were teachers, at 16%, but the commission notes that “alleged perpetrators could be both members of the clergy and teachers”. Catholic institutions were also the most commonly reported sites for abuse. Of 1,033 faith-based institutions reported to the commission, 68% were Catholic. When broadened out to include non-faith government and private sites, Catholics still comprised 41% of the total – the largest group.” (2.7.14)

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jul/01/the-truth-is-that-child-abuse-in-australia-has-a-distinctively-catholic-character

  41. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    UK – “Jehovah’s Witnesses criticised over handling of sex abuse – A woman who was sexually abused by a Jehovah’s Witness elder as a child has criticised the way the church handled her complaints. Karen Morgan said elders should have acted to stop the abuse when she first reported it and wants the way it deals with allegations investigated. Mark Sewell, 53, was jailed for 14 years for abusing women and girls at his Barry congregation.” (3.7.14)

    http://www.bbc.com/news/uk-wales-south-east-wales-28151300

  42. Andreas Müller sagt:

    Die Kirche, egal welcher Geschmacksrichtung, ist und bleibt so etwas wie die Avantgarde der intellektuellen Nachhut. Die Husarentruppe der geistig Daheimgebliebenen (Jörg Schneider).

  43. Ex-Freikirchler--Ex-Frau sagt:

    at Stefan Reber

    Man merkt Ihnen an, dass Sie sich so richtig schön eingerichtet haben in Ihrer Freikirchenselbstgefälligkeit-und Herrlichkeit. Da stimmt einfach alles! Suboptimal. Probleme? Keine.

    at all
    Ich frage mich natürlich schon lange, ob ich das alles einmal niederschreiben soll. (schon für meine Kinder, die überhaupt nichts begreifen) Dafür wären Mitstreiter von Vorteil, die Selbiges erlebt haben: Eine Biografie, noch lange ans Haus domestiziert. Wie bei hospitalisierenden Zootieren. Auch ein Behinderter, lange angepaßter und “gefügig gemachter” Insasse zum besseren Handling durch die Angestellten in einem “Heim”, wird kaum noch etwas mit Lockerungen oder möglichen Querumstiegen in seiner Diakonie angfangen können: immer dieselben ausgetretenen (“sicheren”) Pfade.

    Ja, darin zeigt sich “Gottes ganzes Entwicklungs-und Entfaltungspotential”! 🙂

    Ich war in den 80er Jahren Mitgängerin im Fränkischen in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde meines Mannes (Brüder) Dass das kein leichter Stsand ist, weiß ich Jahrzehnte später. Ganz genau so wird es anderen “Sekten”-Aussteigern gehen. Den Anschluß an “aussen” oder früher verloren. Kein Kleingeld für neue persönliche Infrastruktur? (bei Renteneinsteigern sollen ja Kreuzfahrten übers tote Loch helfen) Die Kinder ausgeflogen. Eigene Verwandte tot. Keine Kollegen mehr. Freunde hatte man ja weit weg hinter sich gelassen. Der Gemeinschaft und dem Mann zur Liebe! 🙂 ‘Schwerpunkte hatte man während der erschöpfenden Kindererzieherjahre in der Fremde (ohne Unterstützer) langzeitig anders gesetzt, als sich fürs Alter Netzwerke zu schaffen….

    Ich wollte damals mit den Verantwortlichen darüber sprechen: Keine Resonanz: WIR SIND NICHT ZUSTÄNDIG. Bei Kirchens blitzte man eebenfalls ab mit dem Thema. (die hatten wohl selbst ihre Scherereien auf anderer Ebene mit jenen Geschwistern im Glauben)
    Deshalb erwäge ich, evtl. einen Austausch darüber anzubieten.

    Was bleibt? Mal schauen.

  44. Ex-Freikirchler--Ex-Frau sagt:

    bei Freikirchlern ist IMMER alles paletti…und sie sind die glücklichsten und erfolgreichsten Menschen der Welt
    und machen stets alles richtig, weil sie ja der Führung vertrauen
    aber ohne Permanentschleife-Wiederholung der gegenseitigen Beschwichtigung kommen sie nicht aus

    seltsam…wenn man einer Joyce Meyer zuhört (dann fragt man sich…mit wem redet die? wen hat die vor sich? Dumme oder Doofe?…Sorry)
    seltsam, wenn man dann mitbekommt, wohin Freikirchler MIT Problemen ihr Geld hintragen: Kurse, Bibelschulen, Hirnwaschevents, Privatschulen, Abos, christliche Reisen, christliche Bücher, christliche DVDs, christliche CDs, Ehe-Seminare, Drogen-oder Porno-Entzugsprogramme…

    noch Fragen?

  45. Ex-Freikirchler--Ex-Frau sagt:

    cc Drogen = Tabletten, Alkohol, Nikotin
    🙁

  46. hm sagt:

    @anderson
    Satan ist keine Erfindung, sondern ein Hirngespinst. Aber eigentlich ist er eine Lüge.
    Und als Selbstreferenzialität, also als ein Begriff, der auf sich selbst Bezug nimmt, so ist er ein Paradox.
    have a nice weekend

  47. Ueli sagt:

    @andersen
    Wenn “Satan” (der Staatsanwalt Gottes kommt immerhin 2-3 mal in der Bibel vor) ganz klar eine Erfindung des Menschen für Sie darstellt – wieso soll dann gerade der christliche “Gott” (Richter und Henker in einer Person) “real” sein? Das “Böse” wird freilich von unseren “wohlwollenden Christen” sowieso mal outgesourt – wohin auch immer…am besten trifft die ganze Schuld der Mensch (Erbsünde) oder die “gefallene Natur” ist an allem Schuld oder “Eva” oder die “Schlange”…

  48. at Stefan Reber sagt:

    solchen Männern kann man nur erläutern: da ist nichts “quitt” für die Frau. Finanzielle Gerechtigkeit sollte etwas Selbstverständliches sein, jedoch weder Gnade noch Goodwillakt. DARÜBER HINAUS verweigern sie jedoch oft einen AUSGLEICH!

  49. Bernhard Schlegel sagt:

    @Bamberger

    “Ja, mich dünkt zuweilen, der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man an sie glaubt.” – Heinrich Heine: “Reisebilder. Dritter Teil: Italien, Reise von München nach Genua”, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 181

    Wikipedia

  50. andersen sagt:

    Andreas Müller

    Reisende darf man nicht aufhalten-die muss man ziehen lassen.
    Leave-love it or Change it.

    Wünsche alle viel Spass!