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Für Gott – gegen die Tochter

Hugo Stamm am Samstag den 26. April 2014
Hugo Stamm

Christina Krüsi arbeitet inzwischen als Künstlerin und engagiert sich gegen Kindesmissbrauch. Foto: Sophie Stieger

Die Winterthurer Künstlerin Christina Krüsi ist als kleines Mädchen von freikirchlichen Missionaren im Urwald von Bolivien sexuell missbraucht worden. Ihre Eltern hatten für die Missionswerke Wycliff und SIL im Dschungel die Bibel übersetzt.

Wie reagieren fromme Eltern auf die erschütternden Enthüllungen? Martin und Dorothee Krüsi lebten als freikirchliche Missionare für die Idee, den bolivianischen Indianern das Wort Gottes zu bringen. Es war ihr Lebenswerk. Dann das. Ihre frommen Freunde, mit denen sie gebetet und die Bibel übersetzt hatten, entpuppten sich als pädophile Peiniger, die ihre Tochter jahrelang schändeten.

Die Eltern fragten sich: Wie konnte Gott dies zulassen, wieso hat er unsere Tochter nicht beschützt? Auf der Homepage von Wycliff Schweiz erklären sich Martin und Dorothee Krüsi. Ihre Texte machen sprachlos. Christinas Eltern thematisieren ihre Ängste, Zweifel und moralischen Anfechtungen. Von ihrer Tochter sprechen sie kaum, eine Entschuldigung sucht man vergebens. Ihre hauptsächliche Sorge: Wie können wir wieder zum Glauben an Gott finden? Sie schreiben über ihre seelischen Nöte, als seien sie die Opfer, nicht ihre Tochter.

So schreibt die Mutter: «Weshalb hat Gott unsere Tochter nicht bewahrt? So viele Freunde in der Heimat hatten treu für uns gebetet. (…) Eines Tages wurde mir mit Schrecken bewusst, dass ich, wenn ich weiter an Gott zweifelte, bald mit leeren Händen, ohne Hoffnung und ohne jeden Lebenssinn dastehen würde.» Sie erinnerte sich an einen Psalm, in dem steht, Gott sei «allezeit meines Herzens Trost und mein Teil». Deshalb habe sie sich mit ihrem Mann entschieden, Gott weiterhin zu vertrauen.

Vater Martin schreibt: «Meine grösste Krise war die geistliche.» Durch Gottes Gnade habe er wieder zum Herrn gefunden.

Die zentralen Fragen beantwortet das Ehepaar Krüsi nicht: Wo war Gottes Gnade, als seine Tochter von seinen Freunden geschändet worden war? Wie war es möglich, dass ihre Tochter quasi unter ihren Augen jahrelang missbraucht und gepeinigt werden konnte, ohne dass sie es bemerkten? Die Anzeichen bei Christina waren jedenfalls überdeutlich.

Die blinde Flucht in den Glauben lässt sich bei frommen Gläubigen oft beobachten. In ihrer religiösen Verblendung sehen sie nur das eigene Seelenheil. So entschieden sich die Eltern von Christina Krüsi für Gott – und gegen ihre geschändete Tochter, die sie im Stich liessen.


«Ich bin kein Opfer mehr – missbraucht im Namen Gottes»: Der Dok-Film über Christina Krüsi auf SRF.

Hier noch ein Artikel, der die Geschichte von Christina Krüsi nachzeichnet:

Die Kindheit der Winterthurer Künstlerin Christina Krüsi war ein Albtraum im Paradies. In einem idyllischen Dorf an einem kleinen See im bolivianischen Urwald ging sie durch die Hölle. Sie war sechs Jahre jung, als es begann. Mehrere christliche Missionare missbrauchten sie sexuell, schändeten das Mädchen immer wieder. Auf der öffentlichen Toilette, nach der Schule und dem Klavierunterricht. Fast unter den Augen der Eltern. Sechs Jahre lang litt Christina Qualen.
Den Horror im Paradies hat die inzwischen 46-jährige Christina Krüsi im Buch «Das Paradies war meine Hölle» dokumentiert. Sie hoffte, sich das Trauma von der Seele schreiben zu können. Die Verarbeitung gelang ihr gut, viele Wunden begannen sich zu schliessen. Doch nun holt sie die Vergangenheit wieder ein. Denn die freikirchlichen Missionswerke Wycliff und SIL, für die Christinas Eltern im bolivianischen Indianerdorf Tumi Chucua («Insel der Palmen») die Bibel übersetzten, tun sich schwer mit der Aufarbeitung. Seit Jahren ziehen sich die Untersuchungen hin, die Opfer – neben Christina Krüsi schändeten die pädophilen Missionare 16 weitere Mädchen und Knaben – wurden immer wieder vertröstet.
Unterstützung bekam Christina Krüsi von den Missionswerken kaum, sie musste sich selbst aus dem Sumpf ziehen. Denn sie fühlte sich auch von ihren frommen Eltern im Stich gelassen. Diese tun sich schwer damit, dass ihre Tochter ihr Lebenswerk besudelt und die Missionswerke im Buch anprangert.
Dass Christina Krüsi das Trauma wieder einholt, hat mit einem Kindsmord zu tun. Als sie zehn Jahre alt war, wurden sie und andere Kinder nach dem Eindunkeln von einem Missionar auf den Friedhof gelotst. Dort standen Männer um einen reglosen Kinderkörper. Christina wurde aufgefordert, Blut aus einer Schale zu trinken. Nun gehöre sie zu den Auserwählten, hatten ihr die Männer gesagt. Der Schock sass nach den jahrelangen Missbräuchen durch die gleichen Männer noch tiefer.
Film im Schweizer Fernsehen
Dem Pfad zum Friedhof ist Christina Krüsi kürzlich wieder gefolgt, gefilmt von einem Team des Schweizer Fernsehens. Doch es ist nicht primär die Rückkehr in den Urwald, die Krüsi zusetzt, sondern die Reaktion des Kinderschutzbeauftragten von SIL, Keith Robinson. Im Film sagt dieser aus, praktisch alle Täter würden die Verbrechen abstreiten, «von Anfang bis Ende». Oder sie seien inzwischen verstorben. SIL habe auch nicht die Möglichkeit, ihnen den Prozess zu machen. «Wenn es tatsächlich passiert ist, wäre es total grauenvoll», sagt der Beauftragte weiter. Sie hätten keine übereinstimmenden Aussagen, dass es wirklich geschehen sei.
Missionswerke blocken ab
Diese und weitere Aussagen werfen die Winterthurerin und die andern Opfer bei der Verarbeitung wieder in die Kindheit zurück. Christina Krüsi ist aufgewühlt. «Vier von uns haben klare Erinnerungen an das tote Kind», erklärt sie.
Das Erlebnis beschäftigt sie immer noch intensiv. Sie hatte 20 Jahre gebraucht, bis sie fähig war, über die sexuellen Missbräuche zu sprechen. Aus Angst, man würde ihr nicht glauben. Doch die Veröffentlichung des Buches hat den Damm gebrochen. Nun will Christina Krüsi auch wissen, was damals im Urwald mit dem toten Kind passiert ist. Ihre Anfragen und Vorstösse bei den Missionswerken verhallten aber weitgehend ergebnislos, ihre Mails blieben oft unbeantwortet. SIL und Wycliff haben zwar die systematischen Übergriffe auf die 17 Kinder untersucht und bestätigt, beim Kindsmord blocken sie aber ab, wie die Reaktion des Kinderschutzbeauftragten Keith Robinson im Dokumentarfilm zeigt.
Justiz soll ermitteln
«Er glaubt mir nicht und macht mich ­erneut zum Opfer», erzählt Christina Krüsi. «Das lasse ich mir nicht mehr gefallen.» Sie hatte geglaubt, den Albtraum überwunden zu haben, doch nun reissen ausgerechnet die Missionswerke die Wunden wieder auf, die für ihr jahrelanges Martyrium mitverantwortlich sind.
Krüsi nahm sich einen Anwalt und traf sich kürzlich mit SIL-Verantwortlichen in Amsterdam. Zwar zeige das Missionswerk Bereitschaft, Untersuchungen zum Kindsmord anzustellen, doch das Vorgehen sei ernüchternd. Falls es sich um einen Mord handle, sei es ein Fall für die bolivianische Justiz, sagten ihr die SIL-Vertreter. Sie seien nicht zuständig für den allfälligen Mord, sondern höchstens dafür, dass die Kinder dieses Verbrechen mitansehen mussten.
«Eine sehr christliche Einstellung», sagt Krüsi lakonisch. «Wir wurden nicht wirklich entschädigt, wir mussten sogar unterschreiben, keine Forderungen an SIL und Wycliff zu stellen, und nun sollen wir auch noch dafür sorgen, dass dieser Kindsmord untersucht wird? Die Missionswerke haben doch alle Unterlagen. Sie müssen uns wenigstens Anwälte zur Verfügung stellen, die den Fall vorantreiben und Anzeigen einreichen.»
Wycliff und SIL haben bisher keine Genugtuung oder Entschädigung bezahlt. Es wäre dringend, denn fast alle Opfer leiden heute noch unter den traumatischen Erlebnissen, bringen ihr Leben nicht auf die Reihe oder kämpfen nach wie vor mit psychischen Problemen. Deshalb fühlt sich Krüsi für ihre Leidensgenossen mitverantwortlich und kämpft auch für ihre Interessen. Zu schaffen macht ihr auch, dass ihre Eltern sie in ihrem Kampf nicht unterstützen und nicht hinter ihr stehen. Ihre Tochter gab ihnen das Buchmanuskript vor der Veröffentlichung zu lesen und akzeptierte auch die meisten Änderungsvorschläge. Trotzdem taten sie sich schwer damit, dass ihre Tochter mit der Geschichte an die Öffentlichkeit ging.
Eltern distanzieren sich
Die Eltern weigerten sich, mit Journalisten über die Vorfälle in Bolivien zu sprechen. Ihre Gründe legten sie in einem Brief dar. Aus diesem Schreiben liest Christina Krüsi im Film Passagen vor. Diese lassen den Schluss zu, dass die ­Eltern gewisse Aussagen ihrer Tochter anzweifeln. Im Film gerät Christina Krüsi denn auch darüber in Rage, dass ihre Eltern nicht zu ihr stehen.
Seit dem Besuch im Dschungeldorf vermutet Krüsi, dass die Täter die sexuellen Übergriffe damals nicht restlos geheim halten konnten und etliche Mitwisser hatten, die das Verbrechen totschwiegen. Gespräche mit Einheimischen, die in jener Zeit in Tumi Chucua lebten, machten es ihr deutlich.
Der Film endet mit dem Kommentar: «Dass die Täter nie zur Rechenschaft und Verantwortung gezogen wurden, bleibt ein Skandal und wirft ein schlechtes Licht auf Wycliff und SIL.»

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425 Kommentare zu “Für Gott – gegen die Tochter”

  1. hm sagt:

    @ olive,
    (cc Baumberger)
    aus Ihrem Link: “Wir konnten erstmals beweisen, dass traumatische Erfahrungen den Stoffwechsel beeinträchtigen und diese Veränderungen erblich sind”.
    Traumatas sind also nur noch “erblich”.
    Oder zeigen Sie doch auf, wie durch Traumata hervorgerufene Stoffwechselbeeinträchtigungen sich auf das Erbmaterial auswirken, statt einfach nur etwas zu behaupten, das Sie irgendwo aufgepickts haben, wie Traumata seien vererbbar!
    Ich denke sie machen krank, und was krank macht, wirkt sich auf den Stoffwechsel aus.
    = 1. nobelpreiswürdige Erkenntnis.
    So.
    Stoffwechselbeeinträchtigungen wirken sich dann aufs Erbmaterial aus, für mich als Laie ebenfalls plausibel, ich wage zu ergänzen: “gegebenenfalls”. Daraus folgt (= 2. nobelpreiswürdige Erkenntnis), dass, auch wenn sich Traumata auf den Stoffwechsel auswirken, sie nicht bewiesenermassen als vererbbar gelten können, da der direkte Zusammenhang erst noch bewiesen werden muss.
    Ich für meinen Teil erachte eine positive Korrelation zwischen Traumata elterlicherseits und einer Zunahme für Stressanfälligkeit und Ängstlichkeit kinderseits durchaus als möglich, nur leider nicht genau den Bereichen “genetisch” oder “sozialisiert” zuordenbar (so, Sie Dummerchen (und Sie blöder Mitleser) das zu das zu den falschen Syllgismen).

  2. hm sagt:

    So, soll ein anderer übernehmen.
    Ich mach’ Feierabend.
    Tschö

  3. olive sagt:

    @hm

    na immerhin halten Sie es jetzt nicht mehr für unmöglich.
    Lange dachte man, das Erbgut sei eine stabile Grösse, heute weiss man, dass es beeinflussbar ist durch die Biographie.

    Mir scheint das jedenfalls nicht so absurd und, wie gesagt, da werden wir dereinst wahrscheinlich mehr wissen.

  4. hm sagt:

    Hab’ immer noch nicht fertig, denn es nervt mich:
    a -> b
    b -> c
    ergo:
    a -> c
    Oder anders gesagt (das statistische Material ist für die USA vorhanden): Es gibt eine negative Korrelation zwischen IQ und Fertillität, d.h. Probanden mit hohen IQ-Werten stammen aus Familien mit wenig Kindern. Kinderreiche Familien sind bekanntlicherweise schwarzafrikanischen oder hispanisch-katholischen Ursprungs:
    ergo sind Bamberger und olive schwarz oder hispano.
    🙂

  5. Michael Bamberger sagt:

    @ Olive

    Die ETH Studie belegt die Vererbung von Traumata, da kann hm noch so trotzköpfig tun.

  6. olive sagt:

    @ Michael Bamberger
    2. Mai 2014 um 18:16

    Grad gelesen, faszinierend.
    Danke.

  7. olive sagt:

    @b

    jetzt wissen wir, warum die Menschen böse und lieblos sind
    Reptiloiden stehen hinter uns und ziehen die Fäden.

    Ich hoffe, ich sehe mal einen

    http://www.youtube.com/watch?v=BbjqVcDXrrI

  8. Pasionaria sagt:

    Guter hm,
    Sie sollten sich unbedingt naeher mit Epigenetik befassen. Ein hoechst aktuelles und interessantes Forschungsgebiet, das in Hochbluete steht…..

    Prof. Florian Holsboer, der am Max-Planck-Institut für Psychiatrie epigenetische Ursachen posttraumatischer Belastungserkrankungen erforscht: “Traumata verursachen Narben am Erbgut”
    Zudem meint er: “Man kann auf der Couch (oder im Blog > Anm. P.) darüber sprechen, was ein Trauma bei einem in Gang gesetzt hat. Aber nur im Labor kann man aufklären, welche chemischen Prozesse bei oder nach einem Trauma ablaufen – also die Methylierungen und Acetylierungen und damit das epigenetische An- und Abschalten von Genen.
    Die Epigenetik macht uns verständlich: Psychische Ereignisse materialisieren sich durch chemische Prozesse.”

    Noch mehr dazu finden Sie auf > Planet Wissen, Natur, Technik, Forschung

  9. Pasionaria sagt:

    Carl Da la Amargura
    Ihre Verbitterung ist leider grenzenlos. Immerhin koennen Sie diese aussprechen (etwas zu oft, zu intensiv fuer meinen Geschmack), gefaehrlich wird es erst, wenn dies bei Menschen nicht mehr moeglich ist.
    Klar kann/koennte man ob den Ungerechtigkeiten, Absurditaeten und Bosheiten dieser Welt verzweifeln. Aber wo es Menschen gibt, herrschen solche leider, leider.
    Es gibt neben den Weissen auch Schwarze, Gelbe, Globalisierte, Indigenous, Reiche, Arme, Europaer, Amerikaner, Afrikaner etc., einfach alles, was andere unterdrueckt und misshandelt.

    Dass es in Ihrem Leben ganz besonders erniedrigende und ungerechte Ereignis gab, ist aeusserst bedauerlich.

    An einen Ausspruch erinnere ich mich, der mir beim Lesen Ihrer Beitraege immer wieder in den Sinn kommt:
    Demjenigen, dem es nie richtig gut geht, der verbittert. Wem es nie richtig schlecht geht, der versauert.
    Bitte versauern Sie uns einfach NICHT. Auf ein gutes Gelingen.

  10. Test sagt:

    Gott hat hohe Nebenkosten

    Fr, 02.05.2014 | 20:15 – 21:00 Uhr

    Doku

    In Deutschland geniesst die Kirche verschiedene Sonderrechte, an denen die Gesellschaft selbst dann nicht rütteln darf, wenn sie für einen Grossteil der Kosten aufkommt.

    Weil sie sich von ihrem Mann trennte und zu ihrem neuen Partner zog, wurde die Leiterin eines katholischen Kindergartens entlassen. Die Kirche wertete ihr Verhalten als Ehebruch und damit als Verstoss gegen die Loyalität zu ihrem Arbeitgeber. Kündigungsgründe wie dieser gehören zu den Sonderrechten, welche die Kirche in Deutschland geniesst – selbst dann, wenn Einrichtungen wie besagter Kindergarten zu 100 Prozent mit öffentlichen Geldern finanziert werden.

    In ihrer Doku greift die Filmemacherin Eva Müller den Fall der Kindergarten-Leiterin auf und geht anhand diesem und anderer Beispiele der Frage nach, welche Freiheiten die Kirche hat, woher sie ihr Geld bekommt, und wie sie es einsetzt. [Joel Hanhart]

  11. @TA-Media sagt:

    Leider haben sich die Verantwortlichen entschieden, diesen Blog weiterhin als Trashblog zu führen, wo beleidigende, rassistische und frauenfeindliche Kommentare gemacht werden dürfen, die in anderen Blogs nicht erwünscht sind.

  12. Ecclesia sagt:

    “… die in anderen Blogs nicht erwünscht sind.”

    Ist doch auch mal was, abgesetzt von den von Gutmenschen ausgelatschten Trampelpfaden des Mainstreams!

    Hypokrisie zieht immer solch fürchterliche Empfindlichkeiten nach sich. 🙁

  13. Reichlich scheinheilig sagt:

    @Ecclesia

    Wer sich wie Sie empört, wenn mal ein Beitrag in einer Fremdsprache erscheint, aber gleichzeitig dafür eintritt, dass die anderen Richtlinien übertreten werden dürfen, sollte andere nicht über Heuchelei belehren. Wenn Ihnen der sogenannte Mainstream dermassen auf den Zeiger geht, dürfte es im Internet genügend einschlägige Foren geben, wo Sie Ihr Gedankengut pflegen können, ohne dass Ihnen Gutmenschen in die Quere kommen.

  14. Ecclesia sagt:

    @ Reichlich scheinheilig (2. Mai 2014 um 21:21):

    Das haben Sie sehr schön formuliert. 🙂

  15. Ecclesia sagt:

    Es freut mich immer wieder ungemein, wie genau mein Geschreibsel gelesen wird. Als wir noch Primarschüler waren, hatten wir einmal heimlich die Schubladen des Lehrerpultes durchsucht. Da kamen Fichen zum Vorschein. Auf derjenigen Fiche, die meine Person betraf, hiess es lapidar: Begabung zum Schriftsteller. Ich versuche, dieser schmeichelhaften Feststellung, die immerhin schon mehr als dreissig Jahre zurückliegt, ein wenig nachkommen zu können.

    Es sei auch noch die nüchterne Anmerkung erlaubt, was plumpe Begriffe wie “Mainstream” oder “Gutmensch” auslösen können, ebenso ein absichtlich gewähltes Fremdwort wie “Hypokrisie”. Sind wir alle nicht ein bisschen überdreht ob solch namentlich medial geprägter Abstrakta?

    Andere Foren, wo sich vermeintlich Gleichgesinnte tummeln, sind indes reichlich langweilig. Der Reiz liegt doch darin, einen möglichst echten Diskurs führen zu können. Was Glaubensfragen anbelangt, erscheint mir dafür dieser Blog einer Schweizer Qualitätszeitung sehr geeignet.

    Und irgendwann habe ich auch mal vor, mit den Schilderungen zu beginnen, weshalb eine missbräuchliche Schädigung meiner geistigen Persönlichkeit durch die Römisch-Katholische Kirche und deren Diener vorliegt. Das indes muss nicht unbedingt hier in diesem Blog sein.

  16. Rabbi Jussuf sagt:

    “missbräuchliche Schädigung meiner geistigen Persönlichkeit”

    Autsch.

    Der schriftstellerische Erfolg wird wohl noch weitere 30 Jahre warten müssen.

  17. Ecclesia sagt:

    @ Rabbi Jussuf (2. Mai 2014 um 23:38):

    Aber, aber, Rabbuni Josef, nicht jede Schädigung ist missbräuchlich. Denken Sie zum Beispiel an die Konkurrenz in der Marktwirtschaft. Dort finden Sie ohne Weiteres rechtmässige (also nicht rechtswidrige und schon gar nicht missbräuchliche) Schädigungen, das heisst rechtmässige Verursacheun von Vermögensminderungen.

    Die geistige Persönlichkeit ist sehr wohl von der körperlichen zu unterscheiden. Ein Missbrauch der geistigen Persönlichkeit und der körperlichen Persönlichkeit kann zwar zusammenfallen, muss aber nicht.

    In dreissig Jahren bin ich im Übrigen – hoffentlich – tot. Begabung heisst – nochmals im Übrigen – auch nicht Erfolg. Ich schreibe jetzt nicht, dass eine sorgsame Lektüre, die halt etwas abverlangt, Voraussetzung von jedem Diskurs ist.

  18. Ecclesia sagt:

    00:08 – Lies “Verursachung” statt “Verursacheun”. Sorry.

  19. Pasionaria sagt:

    Rabbi Jussuf
    Cc Ecclesia
    Subtile Feststellung……, herrlich.
    Jetzt weiss ich endlich – Ecclesia und Dir sei Dank -, dass das Geistige seinen Ausdruck in der Traumwelt und der Fantasie hat.

  20. mein Kommentar wartet nicht mehr sagt:

    Hirnforschung

    ausgerechnet Christa Meves setz ich euch noch ins Nest! (Kleine Magenreizung für die “hauptamtlichen Kinderschützer”)
    h ttp://kreidfeuer.wordpress.com/2014/05/02/buchempfehlung-christa-meves-geheimnis-gehirn/

    Das moderne (auch hier bloghaft ) übernommene Fuzzitum setzt ja u.a. darauf staatlich früh sexualisierende (Gender) Kindheit zu organisieren….

  21. Ecclesia sagt:

    @ Carl Dal Pund (3. Mai 2014 um 13:44):

    Nationalrätin Federer? Ist das nicht die Schwester von Abt Urban von Einsiedeln?

  22. Pasionaria sagt:

    Ecclesia
    um 14.03h

    …..nein, die Cou-Cousine des Ku-Kusins von Roger Federer!!

  23. Ecclesia sagt:

    @ Pasionaria (3. Mai 2014 um 17:53):

    Also iim zwölften Grad verwandt!

    So betrachtet hätte Nationalrätin Federer in der Arena ein wenig besser aufschlagen können. 🙂

  24. hm sagt:

    Rabbi Jussuf: “Der schriftstellerische Erfolg wird wohl noch weitere 30 Jahre warten müssen.”
    Nicht doch, dazu: Susan Sontag: «Write ugly, write bullshit, but write»
    @ Pasionaria
    Werde bei Gelegenheit auf das Epigenetikzeugs zurückkommen, hab’ im Moment einfach keine Zeit dazu da anzudocken.

  25. solochrist sagt:

    auf der suche nach den wurzeln des römerbriefes treffe ich auf diesen beitrag.
    der dok-film hat meine suche sehr bereichert und natürlich den horizont erweitert…

    herzlichen dank frau krüsi für diese offenheit. diese gibt mir kraft!

    dä solochrischt