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Gott entsteht im Hirn

Hugo Stamm am Samstag den 12. April 2014
Hugo Stamm

Durch Trance zu Gott: Gläubige in einer evangelikalen Kirche in den USA. Foto: Reuters

Religion und Glauben sind an Rituale gebunden. Der Grund: Die beiden Phänomene appellieren an die rechte Hirnhälfte, also ans emotionale Zentrum, das unser Gefühlsleben steuert. Da Worte eher abstrakt sind, müssen religiöse Botschaften über suggestive Elemente und starke Gefühle transportiert werden. Ein Glaube ohne Rituale wird zur geistigen Schwerarbeit. Es braucht das Gemeinschaftsgefühl als Katalysator, um religiöse Gefühle im Bewusstsein zu verankern und Begeisterung oder gar Ekstase auszulösen.

Zu den wirkungsvollsten Ritualen gehören Meditation und Gebet. Diese kollektiven Formen der spirituellen Versenkung werden seit mehreren Tausend Jahren angewandt. Religionsgründer hatten schon früh erkannt, dass man Gläubige mit emotionalen Elementen nähren muss, um sie emotional zu berühren und an sich zu binden.

Seriöse Geistliche wissen um die Kraft der religiösen Rituale und setzen sie zurückhaltend ein. Denn die freigesetzten Emotionen können auch dazu missbraucht werden, Abhängigkeiten zu schaffen. Sektenführer und manche Prediger von Freikirchen benutzen aber Rituale gezielt, um die Gläubigen an sich oder die Glaubensgemeinschaft zu binden. Der indische Guru Bhagwan, der sich später Osho nannte, erfand mehrere Rituale, die die Anhänger in emotionale Grenzzustände oder gar Ekstase trieben. In der dynamischen Meditation tanzen sich die Anhänger beispielsweise die Seele aus dem Leib, sie schreien, lachen und weinen, um hinterher ganz still und leer zu sein. Oder durch Hyperventilieren wird im Hirn ein Sauerstoffüberschuss produziert, der rauschartige Zustände bewirkt.

Ähnliche Effekte erzeugen viele charismatische Freikirchen. Mit lauter Musik und eindringlichen Predigten, bei denen die Pastoren ihre biblischen Botschaften stakkatomässig einpeitschen, werden die Gläubigen «aufgeladen». Sie schliessen die Augen, reden tranceähnlich in anderen Zungen, heben die Arme und wiegen glückselig den Kopf. Dieses Schaumbad der Emotionen interpretieren die Gläubigen gern religiös: Sie glauben, Gott habe sie soeben berührt. Dass die starken Gefühle primär durch äussere und autosuggestive Einflüsse entstanden sind, erkennen sie nicht. Gott entsteht dann im Hirn, das Adrenalin bringt uns ihm näher.

Sicher ist aber, dass bei solchen Ritualen, ja sogar bei stillen Gebeten, die Hirnfunktionen heruntergefahren werden, wie mehrere Untersuchungen zeigen. Denn die Ratio ist der Feind des Glaubens. Radikale Glaubensgemeinschaften fürchten deshalb Zweifel und Kritik der Gläubigen. Denn keine Glaubensgemeinschaft ist frei von Widersprüchen. Es ist auch kein Zufall, dass schon in der Bergpredigt steht: Selig sind die Armen im Geiste, denn ihnen ist das Himmelreich.

Erst kürzlich hat der dänische Religionswissenschaftler Uffe Schjodt nachgewiesen, dass sogar gebetsartige Fürbitten von Predigern die Hirnfunktion der Gläubigen vermindern. Durch bildgebende Untersuchungen (MRI) zeigte er auf, dass Hirnregionen, die für die selektive Aufmerksamkeit, das kritische Denken, die Planung und die Willensbildung zuständig sind, deutlich weniger aktiv waren als bei weltlich orientierten Personen.

Der Philosoph Ludwig Feuerbach nahm die Erkenntnis schon vor weit über 100 Jahren vorweg, als er sagte: «Das Dogma ist nichts anderes, als ein ausdrückliches Verbot zu denken.»

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324 Kommentare zu “Gott entsteht im Hirn”

  1. Hugo Stamm sagt:

    Lieber Herr Schlegel,

    ich machte in der Diskussion deutlich, dass ich bisher keinem Gottesbild oder religiösen Konzept begegnet bin, das mir nur halbwegs plausibel erschien. Auch meine persönlichen Erfahrungen sprechen klar gegen die Vorstellung von einem Gott – wie er auch immer geartet sein mag. Aus geistiger und intellektueller Redlichkeit heraus sage ich aber: Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt. Deshalb glaube ich schon gar nicht an einen solchen. Aber eben: Ich GLAUBE. Ich masse mir nicht an, zu WISSEN. Denn eines habe ich gelernt: Meine Ratio und mein “Geist” sind viel zu beschränkt, um die komplexen Zusammenhänge in allen Bereichen auch nur im Ansatz zu erfassen.

    Ich nenne mich vorwiegend Skeptiker, weil ich nicht von einer Bewegung oder Organisation instrumentalisiert werden möchte.

  2. Rabbi Jussuf sagt:

    um musad
    “Wer nimmt da was an? … doch eher Hugo Stamm, dass Gott im Hirn entsteht. Ich hingegen nehmen nicht einfach etwas an, sondern stütze mich auf Aussagen des Korans.”

    Ich habe doch kurz vorher dargelegt, warum der Koran keine Quelle sein kann um etwas über die Existenz von Gott anzunehmen. Es sei denn, Du deklarierst die Bibel als vollkommen falsch und alle anderen Heiligen Schriften aller anderen Religionen auch. Dazu müsstest Du aber wieder gute Gründe haben.

  3. Bernhard Schlegel sagt:

    @Hugo Stamm

    Besten Dank für die klaren Worte und Ihre weiteren Erläuterungen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit.

  4. um musad sagt:

    @ Jussuf

    Ich habe doch kurz vorher dargelegt, warum der Koran keine Quelle sein kann um etwas über die Existenz von Gott anzunehmen

    Was hast du genau dargelegt? Ich verstehe nicht warum der Koran k e i n e Quelle sein kann um etwas über die Existenz von Gott anzunehmen.

    Es sei denn, Du deklarierst die Bibel als vollkommen falsch und alle anderen Heiligen Schriften aller anderen Religionen auch. Dazu müsstest Du aber wieder gute Gründe haben.

    Warum muss ich die Bibel als vollkommen falsch deklarieren, und andere Heiligen Schriften ?

    U.M.

  5. um musad sagt:

    @ Olive

    Natürlich ist es eine Glaubenssache.
    N u r wenn ich jetzt gezwungen würde mich zu entscheiden zwischen dem was Hugo Stamm in seinem Blog Text schreibt über Gott und was im Koran steht über Gott, dann komme ich zur Erkenntins,dass Koran ein paar eigentliche Informationen gibt über Gott ( ob ich das nun glaube  oder nicht glaube).

     Hingegen Hugo Stamm beschreibt in seinem Text seine Beobachtugen von Religionen/ Sekten / Menschengruppen  und nicht ‘eigentliche ‘ Informationen über Gott . Hugo Stamm’s Text beschreibt  Menschen die Wünsche von Gott haben, oder hungrig sind etwas Spirituelles zu erleben .  

    Ich persönlich  glaube,dass Gott kein Wunschobjekt  ist. Hugo Stamm sieht ‘ Gott ‘als solches. Das dies bei ihm dazu kam, ist nicht sehr verwunderlich, nach vielen Einblicken  inSekten und Erfahrungen damit.

    U.M.

  6. olive sagt:

    @um musad

    kannst du über den PC “Club” in SRF schauen?
    Wenn ja, dann könntest du hören, wenn HS berichtet, wie ihm Zweifel kamen, als das zweite vatikanische Konsil verkündete, dass Mischehen nach wie vor nicht erlaubt seien.( als Katholik )
    Wie sein Gerechtigkeitsempfinden erwachte, da sein Vater reformiert war und deshalb ein Mensch zweiter Klasse sein sollte.

    Wie er Fragen, Zweifel hatte, wie er begann, zu hinterfragen.

    Wie er in der Mittelschule die fransösichen Existenzialisten kennen lernte und dies die Offenbarung war, so kann es nicht sein.
    Also noch nichts von Sekten und Einblick in solche. Auch keine Vorstellung über Gott, die für andere Geltung haben soll.

  7. olive sagt:

    @um musad

    Nachtrag

    “N u r wenn ich jetzt gezwungen würde mich zu entscheiden zwischen dem was Hugo Stamm in seinem Blog Text schreibt über Gott und was im Koran steht über Gott, dann komme ich zur Erkenntins,dass Koran ein paar eigentliche Informationen gibt über Gott ( ob ich das nun glaube oder nicht glaube).”

    Wenn du zur Erkenntnis kommst, dass der Koran Informationen über gott gibt, dann glaubst du schon, und zwar, dass der Koran:
    -die Wahrheit sagt
    -dass es einen Gott gibt
    -und dass es im Koran Informationen über Gott gibt.

    Das meine ich .

  8. Carl Dal Pund sagt:

    @Hugo Stamm:

    Menschen mit echtem Gerechtigkeitssinn sind die einzige Hoffnung der theokratisch geknuteten und mit Neokolonialkriegen, Kriegen und Buergerkriegen ueberzogenen Welt. Das wichtigste Fundament der Gerechtigkeit ist die Gleichbehandlung ohne Diskriminierungen und Privilegierungen.

    Die von ihnen selektiv verschonten Ketzer auf bigottfemokratischen Abwegen sind jedoch kein Jota besser als die von Ihnen mit den Sekten und den Andersgleubigen entlarvend kritisierten Papisten. Die Ketzer hatten sich von 1848 bis 1971 als Saekularisten getarnt, um sich eine Scheinlegitimation fuer die Fortsetzung des jahrhundertealten Religionskrieges gegen die Papisten zu verschaffen. Zu dieser Tarnmasche geheorte auch eine selektive Toleranz, wobei die Papisten zwar alles hoellisch heiss anrichten, aber erst bei angenehmer Temperatur essen. So wirft die paepstliche Schattulle bis zu 3 Kindesalimente pro “Zoelibataer” aus, schickt ihre Priester aber erst zum Psychiater, wenn sie eine der Muetter heiraten wollen. Inzwischen ist die saekulare Larve ueber der ketzerschen Fratze gefallen. Die ketzerische Hetze gegen Minarette und fuer obligatorische Kruzifixe in staatlichen Schulzimmern im Wallis (eine Initiative, die von den papistischen Grossraeten beerdigt wurde) lassen gruessen.

    Das Verhaeltnis der Papisten zu den Ketzern unter Bruedern in Christo ist ungefaehr so “edel” wie das der Sunis zu den Schitis bei den Musels. Pack schlaegt sich bis hin zu Kriegen, Pack vertraegt sich insbesondere dann, wenn unheilige Allianzen zu noch Andersgleubigeren oder Ungleubigen geschmiedet werden…,

    Der Religionsfrieden wird Illusion bleiben, solange (noch) nicht (re)saekularisierte Staaten Religionen privilegieren und gar auch subventionieren, und schon damit, und zudem darueberhinaus andere diskriminieren….

  9. Bonanza sagt:

    Bravo Carl

  10. Bonanza sagt:

    Lieber Herr Schlegel,

    ich machte in der Diskussion deutlich, dass ich bisher keinem Gottesbild oder religiösen Konzept begegnet bin, das mir nur halbwegs plausibel erschien. Auch meine persönlichen Erfahrungen sprechen klar gegen die Vorstellung von einem Gott – wie er auch immer geartet sein mag. Aus geistiger und intellektueller Redlichkeit heraus sage ich aber: Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt. Deshalb glaube ich schon gar nicht an einen solchen. Aber eben: Ich GLAUBE. Ich masse mir nicht an, zu WISSEN. Denn eines habe ich gelernt: Meine Ratio und mein “Geist” sind viel zu beschränkt, um die komplexen Zusammenhänge in allen Bereichen auch nur im Ansatz zu erfassen.

    Ich nenne mich vorwiegend Skeptiker, weil ich nicht von einer Bewegung oder Organisation instrumentalisiert werden möchte.

    Der letzte Satz scheint ja WICHTIG….was schreiben Sie denn für Tagi? Sie instrumentalisieren doch auch? Und werden es doch indem Sie in den Medien erscheinen? Sie dienen doch der Staat? und der instrumentalisiert doch Menschen? Unter Gott meine ich sogar? Wenn Sie konsequent wären müssten Sie dort anfangen.

  11. Bonanza sagt:

    Ich bekenne mich zu den Skeptikern weil ich nicht von einer Bewegung instrumentalisiert werden möchte…..

    Eben ,Sie sind instrumentalisiert von den Skeptikern….

    Grins wenn Sie sich dazu bekennen müssen Sie auch Atheisten genau so skeptisch begegnen…tun sie dies?

  12. ungläubiger Katechet sagt:

    @Atheist

    Warum benützen Sie eigentlich dieses Pseudonym, wenn Sie mit Sicherheit ein gläubiger Mensch sind.
    Sie kritisieren, dass Hugo Stamm von einer anfänglich gutgemeinten Warnung vor Sekten zu einem Missionar der Atheisten geworden ist. Er hat vermutlich wie ich eingesehen, dass nicht nur Sekten gefährlich sind für unser Verhalten und uns abhängig machen von Dogmen, sondern dies auch für alle Religionen dieser Welt gilt.

    Es ist mir natürlich bewusst, dass praktisch alle Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind und die Religionen geben in vieler Hinsicht hier Halt und versprechen sogar ein „Leben nach dem Tod“. Nur müssen wir uns endlich mal damit abfinden, dass wir Menschen nur ein Glied in der Kette der Evolution sind und keine unsterbliche Seele haben. Oder kann mir jemand sagen, wo sich der Seelenfriedhof aller bisher verstorbenen Menschen befindet ? So eine dumme Frage! Natürlich im Himmel, der Hölle oder im Fegefeuer ! Aber wo im Universum sind diese verheissenen Orte ?

    Mit höllischen Grüssen aus dem Fegefeuer
    Ihr ungläubiger Katechet

  13. ungläubiger Katechet sagt:

    Einen Nachtrag zu meinem Statement von soeben:

    Warum nehmen auch gläubige Menschen Drogen oder andere Rauschmittel (Alkohol) wenn die Religion ihnen genügend Sinn im Leben geben würde und sie sich nicht fürchten müssten vor dem unabänderlichen Tod ? Aber ich kenne in meinem Umkreis niemanden, ob gläubig oder nicht, der nicht Angst hat vor dem Tod. Es gibt dagegen nur zwei Mittel, die Ekstase in einem religiösen Wahn oder eben der Drogenrausch.

  14. olive sagt:

    @ Bonanza
    16. April 2014 um 15:28

    “Bravo Carl”

    Na bravo, Bonanza

    Bonanza
    16. April 2014 um 15:35

    “Lieber Herr Schlegel”

    Sie lesen aber flüchtig, Das hat Herr stamm an Herr Schlegel geschrieben.

  15. Albert Baer sagt:

    Zur Club-Sendung auf SRF:

    Ermüdend wie da über den Glauben gestritten wurde.

    Fazit:
    Der Glaube ist persönlich/Privatsache und somit nur von persönlicher Wichtigkeit. Damit erledigt sich auch der sogenannte “richtige” Glaube und damit religiöse Dogmatik.

  16. Eleni sagt:

    @Albert Baer: Zur Club-Sendung auf SRF:Ermüdend wie da über den Glauben gestritten wurde

    Gestritten? Entweder haben wir nicht dieselbe Sendung geguckt oder Sie haben ein andere Vorstellung von Streiten.

  17. Albert Baer sagt:

    @Eleni

    “Gestritten? Entweder haben wir nicht dieselbe Sendung geguckt oder Sie haben ein andere Vorstellung von Streiten.”

    Dann halt diskutiert. Auch das ist beim Glauben (wie beim Geschmack) sinnlos. Ergo Privatsache.

  18. Bonanza sagt:

    Für Olive die Männer mit Bart liebt.

  19. hm sagt:

    Skepsis ist eine Methode und Skeptizismus hat als Gegenstück “Dogmatismus”. Jetzt weiss ich nicht (ich hab’ den Zischtigsclub nicht gesehen), aber natürlich kann man einem Skeptiker verwerfen, seine Skepsis wäre nichts weiter als eine Immunisierungsstrategie … etwas (chrzgmpfl?) gegenüber …
    Etwas dümmlich dünkt mich, zudem bei einem Fachmann in Sekten- und Glaubenfragen.
    🙂
    @ ungläubiger Katechet: “Aber ich kenne in meinem Umkreis niemanden, ob gläubig oder nicht, der nicht Angst hat vor dem Tod. Es gibt dagegen nur zwei Mittel, die Ekstase in einem religiösen Wahn oder eben der Drogenrausch.”
    Ich glaube es gibt noch andere Mittel dieser Erkenntnis zu begegnen: Ich denke das häufigste wird “leben” genannt. Das kann schon in Richtung Erlebnishunger gehen, also Richtung Kick vor dem Absprung und ähnlichem.
    Ich werde diesbezüglich mal wieder auf Reisen gehen (ganz bünzlig auf den Eifelturm oder so).

  20. Albert Baer sagt:

    Darum gehört vor jede Glaubensschrift oder Glaubensrede folgende Präambel:

    “Der Glaube ist Privatsache.”

  21. Carl Dal Pund sagt:

    “Der Glaube ist persönlich/Privatsache und somit nur von persönlicher Wichtigkeit. Damit erledigt sich auch der sogenannte “richtige” Glaube und damit religiöse Dogmatik.”

    @Albert Baer (16. April 2014 um 16:47):

    Bingo!

    In Theokratien muessen allerdings dafuer erst mal die selektiven Subventionen und anderen Privilegien auf dem Misthaufen der Geschichte entsorgt werden. Und in bereits (re)saekularisierten Staaten bleibt die staatliche Pflicht zum Schutz aller Buerger vor Zwangsmissionierung aus dem Ausland und fuer den Opferschutz ueberfluessiger ideoluegischer Beschraenkungen der Grundbeduerfnisse und Grundrechte durch kolliktiven oder gar bis zum Einsatz von chemischen Waffen gewalttaetigen Terror privater Religionsgaengs…..

  22. Albert Baer sagt:

    Das wäre ein revolutionärer Schritt des Papstes wenn er verkünden würde, dass der Glaube für die RKK ab sofort Sache der Person ist und die RKK sich deshalb ab sofort “nur” noch als Dienstleistungsorganisation versteht.
    Das würde alle Betonköpfe aller Glaubensrichtungen hoffentlich etwa durchschütteln.

  23. Albert Baer sagt:

    Übrigens:

    Wissenschaft ist auch nur ein Glaubenssystem

    “Selbst in den derzeit anerkannten Aussagen der Naturwissenschaften steckt eine Portion Glaube. Streng genommen ist nämlich nichts davon wirklich bewiesen. Die Wissenschaft lebt davon, Hypothesen aufzustellen. Wenn diese lange genug nicht widerlegt werden konnten, nimmt man an, dass sie wohl stimmen: Man beginnt, an sie zu glauben. Dieser Glaube kann jederzeit erschüttert werden – wenn eine neue Beobachtung der Hypothese widerspricht.”

    Aus: “Dürfen Forscher glauben?” http://www.pm-magazin.de/a/d%C3%BCrfen-forscher-glauben

  24. Bonanza sagt:

    Alles basiert auf glauben und Annahmen..ich denke das es besser ist bescheiden zu bleiben und die Macht einer Gott zu zu schreiben..

  25. Bonanza sagt:

    Es kommt nämlich nicht so darauf an , wenn nur Moral gäbe…und die ist im ökonomischen Geflecht schlecht zu entdecken.

  26. Bernhard Schlegel sagt:

    Albert Baer
    16. April 2014 um 19:06
    Übrigens:

    Wissenschaft ist auch nur ein Glaubenssystem.

    Waschen Sie sich die Hände.

    Ignaz Semmelweis ( postum )

  27. Olive sagt:

    @Albert Baer

    lassen Sie. etwas fallen, das nicht mit Helium gefüllt ist..
    Die Anziehungskraft der Erde ist kein Glaube
    Der “Glaube” spielt überall mit, aber “die Wissenschaft ist auch nur ein Glaubenssystem” stimmt wohl nicht ganz.

  28. Albert Baer sagt:

    @Schlegel
    @Olive

    Ok, da bin ich wohl auf dem Holzweg. Wissenschaft ist wohl eher ein System zur Erkenntnisgewinnung.

  29. Albert Baer sagt:

    …oder wie es ein Philosoph sagte:

    Wissenschaft ist ein “Notwendigkeitssystem” um überhaupt etwas definieren oder aussagen zu können.

  30. Bernhard Schlegel sagt:

    Albert Baer

    Vielleicht ist die höchste Erkenntnis, dass man begreift, wenn man auf dem Holzweg ist. Wobei, ein Holzweg per se. So ein schöner Steg. Der hat was für sich…

    Einsicht wünsche ich allen und vor allem mir selbst (das ist noch nicht mal egoistisch gemeint).

  31. Bernhard Schlegel sagt:

    Albert Baer: “Wissenschaft ist wohl eher ein System zur Erkenntnisgewinnung.”

    Wissenschaft, echte Wissenschaft, tapfere, durchlittene, grandiose Wissenschaft IST Erkenntnisgewinnung. Und seien wir gnädig (Tamiflu etc.), Wissenschaft, die in der Tradition des Evolutionären steht, wahrhaft und gültig (Schierlingsbecher, Galileo Galilei etc. etc.), Wissenschaft, die Wissen schafft ist das einzig Gute im Leben von uns allen.

    Man kann es nur würdigen und versuchen den eigenen Geist dahingehend frei zu behalten, dass man echte Genialität wenigstens erkennt.

  32. Bonanza sagt:

    Die Behauptung das bewiesen ist das Schwerkraft eine anziehende kraft ist ,ist sogar Nonsens. Wir beobachten höchstens das ein Apfel zur Erde Fällt…..Was Schwerkraft ist und ob sie anzieht wissen wir nicht.

  33. Carl Dal Pund sagt:

    “Wissenschaft, die Wissen schafft ist das einzig Gute im Leben von uns allen.”

    @Bernhard Schlegel (16. April 2014 um 21:52):

    Waehrend Baer die (mit unzaehligen klar verifizierten Formeln untermauerte) Naturwissenschaft auf Glaubensfantasien von Theokraten kleinschreibt, muss auch die Verklaerung zum “einzig Guten im Leben von uns allen” nicht nur in Anbetracht der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und dem atomaren Homizidpotenzial der Grossmaechte relativiert werden.

    Wenn mal die bibeltheokratischen Beschneidungen der Grundbeduerfnisse und Grundrechte (und gar auch der Penisse) auf den Misthaufen der Geschichte entsorgt werden, koennen auch die Opfer von Bibeltheokratien gar auch vorwissenschaftliche gute Legensgenuesse (wieder)entdecken……

  34. Bernhard Schlegel sagt:

    Ich weiss, dass ich nichts weiss. Aber ich ich weiss das. Also weiss ich etwas. Ich weiss auch, dass der Mensch Mensch ist. Und ich weiss auch, dass es Idioten gibt, die sich selbst als Übermenschen erachten. Diese Menschen sind in der Regel soldatisch religiös. Im Osten Europas darf ein Einwohner keine Schwarze heiraten. Das Kind würde zermürbt bereits im Kindergarten.

    Mit letzter Kraft lache ich diese Idioten aus.

    Und wenn ich gar keine Kraft mehr haben sollte, dann speie ich ihnen ins Gesicht.

    Mensch: Sei mein Ebenbild.

  35. Bernhard Schlegel sagt:

    Jeder Mensch kann sich im Spiegel anschauen und sich einigermassen finden.

    Aber schaut er in ein fremdes Gesicht, findet er sich nicht.

    Wie unglaublich dumm ist das!

  36. Carl Dal Pund sagt:

    “Im Osten Europas darf ein Einwohner keine Schwarze heiraten.”

    @Bernhard Schlegel (17. April 2014 um 01:12):

    Nicht nur im Osten grassiert die Neoapartheid…..

  37. andersen sagt:

    Der Poesie des Menschen werde wieder entstehen, wenn sie die eigene Worte Lauscht, bevor sie sie ausspricht, darum bleibt es ein langsame Kunst.
    Somit erweckt es die Gefühle, wenn man die Augen für die Welt öffnet und Lauscht.
    Dann braucht die Menschen nicht der Esoterische Kitsch.
    Sich ein bisschen Zeit nehmen und auf sich einwirken zu lassen.
    Das Lauschen im Flüstern des Windes, im Plätschern des Baches, im Krachen des Donners oder im Rauschen des Regen oder in einen Song, die Gestern komponiert wird oder in einem Film, die jetzt gedreht wird.
    Alle Sinnen wahrnehmen, die ja auch in der Atmosphäre der Erde existiert, in süssen Duft der Rose oder in der Wärme der Sonne.
    Das Lauschen auf der lauten pochender Herzschlag und Atemzug, die so ehrfurchtgebietend wie der Nachthimmel ist.

  38. andersen sagt:

    Und das schönste ist auch dabei, es schont der Geldbeutet.

    Hm, viel Spass in Paris, es lebe der Personenfreizügigkeit.

  39. Werner Graf sagt:

    Alles nur nur Glauben? Eine neue Zeit bricht an, wo wir die natürlichen Grenzen der Welt respektieren könnten. zB. Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten Klimawandel ist ein globales Gemeingüterproblem, ist einer der Ansätze, die Wege jenseits des herrschenden, wachstumsfixierten Paradigmas bieten können. Aus Sicht der dominierenden (neoklassischen) Schule der Ökonomie aber sind Gemeingüter ineffizient, also schlecht. Fraglich ist ob Wachstum, auf das die Wirtschaft in ihrer gegenwärtigen Verfassung auf Gedeih und Verderben angewiesen ist, in den reichen Ländern überhaupt noch möglich ist. Vorwärts in den Abgrund? Äusseres kurzfristigem Glück eines Individuums auf Kosten der anderen. Spirituelle Systeme hätten das Potential ein Gegengewicht zu bilden. Wenn es dem Grundsatzfolgen würde: „Wie würde unsere Welt aussehen wenn ALLE sich so verhalten würden, besser oder schlechter?“ Wir sind eine Menschheit ein kollektiv – sind aber erst dem Urschlamm entstiegen. Haben noch viel Potential und Wege vor uns.

  40. um musad sagt:

    @ Olive

    kannst du über den PC “Club” in SRF schauen?

    Ja, hab ich mir inwinzwischen angeschaut.

    Ok, liebe Olive, dann liege ich meinetwegen und deinetwegen halt falsch, mit der Annahme, dass sein aktueller Blogtext v o r a l l e m ( um zu präzisieren ) Erkenntnisse von seiner langjährigen Tätigkeit auf seinem Gebiet sind.

    Und ja, du siehst es eigentlich sehr klar wenn du sagst:
     Wer an einen Gott glaubt, der uns erschaffen hat und der ewig ist, der kann sich mit obigem Bild niemals anfreunden.

    Wer glaubt, dass das Phänomen “Gott” im Menschen entsteht, sieht es anders.
    Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    U.M.

  41. Klara Brunner sagt:

    @ carl dal pund

    Wo denn noch? solche Aussagen ohne entsprechende Ausdeutschung, was denn damit gemeint ist, wirkt u.U. als Hetze.
    Meine betagte Mutter wurde vor einigen Jahren von jemandem der sowas macht heimgesucht und ist noch immer aufgewühlt wenn sie über jene Begegnung erzählt. Es war die Person, die m.E. genau so versucht hat in einem multikulturell zunehmend durchmischten Quartier Leute gegeneinander aufzuhetzen. Es gab damals so eine Art von Quartierpersönlichkeit mit einflussreicher Stellung die sozusagen Quartierbereinigung vollzog und dafür sorgte, dass solche Auswüchse nach Möglichkeit sofort eliminiert werden. Ich bin deswegen für solche Aussagen sehr sensibel weil ich sie für sinnlos und irgendwie auch dumm halte.

  42. Klara Brunner sagt:

    @ werner graf

    Momentan geht es doch in erster Linie darum die sog. freien Güter für die Menschheit zu bewahren die gefährdet sind. U.A. Luft und Wasser. Wasser gäbe es zwar aber für viele Menschen ist lebensnotwendiges sauberes Wasser nicht zugänglich. Wie Sie wissen gibt es in Japan und China Grossstädte in denen Menschen nur mit Atemmaske ins Freie gehen können weil die Luft derart verschutzt ist und die Atemwege gefährdet. Das sind Tatsachen und aktuell Realität. Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, weil die Medien oft und ausführlich über die Folgen menschlicher Inventionen berichten. Und die sind uns mall nicht zuträglich. Es spielt dabei keine Rolle ob heute “nur” Leute irgendwo weit weg darunter leiden “die uns nichts angehen” weil diese Distanz sich uns zunehmend annähert und wir mit den Händen gefaltet darauf warten bis es zu spät ist.

    Wenn Missstände so offensichtlich sind müsste die Menscheit an und für sich handeln, was sie nicht tut resp. was geschieht hat für mich Alibi-Funktion. Wir könnten zwar auber offenbar ist es für die meisten Länder die für Umweltschäden verantwortlich sind noch immer nicht schlimm genung und könnte zudem ihren Profit und somit den relativen Wohlstand senken. Das ist eine Seite.

    Daneben hat es schon immer starke klimatische Veränderungen gegeben. Wüsten waren fruchtbare Gebiete, heute bevölkerte Landstriche waren unter Wasser z.B. im Meer usw.. Es hat auch schon immer jene Naturkatastrophen gegeben wie die Flutwellenkatastrophe denen zwar tausende Menschen zum Opfer fielen, solange aber keine Touristen darunter waren wurde viel vertuscht. Einiges ist eben Naturgewalt, dagegen können wir Menschen überhaupt gar nichts bewirken. Wir können Seebeben, Erdbeben, Vulkanausbrüche, überschwemmungen die regelmässig ganze Landstriche unter Wasser setzen nicht verhindern. Selbst wenn wir guten Willens dazu wären ist das äusserste was in unseren Möglichkeiten liegt frühzeitige Evakuierung gefährdeter Gebiete in der Hoffnung jenen Menschen später wieder eine Existenzsicherung zu ermöglichen. Sicher ist dabei gar nichts. Hier bie uns gibts aufgrund der Normalroutine etwas zuviele Ignoranten und Selbstgenügsamen die erst dann laut schreien wenn sie persönlich betroffen sein werden. Leider ist es dann zu spät.

  43. Klara Brunner sagt:

    @ werner graf

    Und welche Auswirkungen solche spirituellen Systeme auf Menschen haben wurde aus den Ashrams von osho und anderen ähnlichen Leute zur Genüge bekannt. Wenn wir darauf bauen würden müssten wir “einfach” vorher genügend psychiatrische Anstalten mit grossem Fassungsvermögen bauen weil solche Methoden viele Menschen in den Suizid treiben. Sei machen kaputt weil da andersrum geschieht was man an der RKK kritisiert. Teile der Persönlichkeit müssen abgespalten werden die aber weiterleben und sozusagen irgendwann eigendynamisch reagieren. Man sollte bei derartiger PR Sinn und Unsinn gegeneinander abwägen und gescheiter auf dem Boden unserer Wirklichkeit bleiben. Damit wäre schon viel gewonnen.

  44. Werner Graf sagt:

    @Klara Brunner und gescheiter auf dem Boden unserer Wirklichkeit bleiben…. viel Spass bei Ihrer Wirklichkeit

  45. Carl Dal Pund sagt:

    @Klara Brunner (17. April 2014 um 12:14):

    Nicht ich, sondern Ihre Gesinnungsgenossinnen und deren Lila Pudel sind es, die aus Neid und Eifersucht gegen farbige oder auch erwachsene junge Frauen auf dem Sex- und Heiratsmarkt zur Neoapartheid nicht nur hetzen, sondern das Familienleben von Mischehen oder Ehen mit grossen Altersunterschieden mit Komplizenschaft der dazu schweigenden Presse theokratisch, politkriminell und amtsmissbreuchlich sabotieren….

    Was erwachsene Homos miteinander treiben, ist deren Sache, solange sie damit nicht Unbeteiligte behelligen. Das Gleiche muss auch fuer erwachsene Heten gelten, die sich theokratischen und femokratischen Anmassungen gegen Minderheiten nicht mehr beugen und brechen lassen wollen….

  46. Carl Dal Pund sagt:

    Eine interessante Schaetzung hat der Praesident der Freidenker geaeussert. Bei den Bibeltheokraten gehen 70 Prozent der Ausgaben in die Verwaltung, den Prunk und Pomp und die Missionierung im Ausland, und nur 30 Prozent in Gemeinnuetzigkeit im Inland….

    Am 18. Mai: Nein zu Zwangskirchensteuern fuer seelenlose juristische Personen im Kanton Zuerich!

  47. Markus Meier sagt:

    Da widerlegt sich Stamm ja gleich selber.

    Erst: “Gott entsteht im Hirn” behaupten, und dann so argumentieren: “Sicher ist aber, dass bei solchen Ritualen, ja sogar bei stillen Gebeten, die Hirnfunktionen heruntergefahren werden, wie mehrere Untersuchungen zeigen.

    Wenn also die Hirnfunktionen heruntergefahren werden, dann entsteht durch das Gehirn auch kein Gott. Denn eben: Es wurde ja heruntergefahren.

  48. Markus Meier sagt:

    Michael Bamberger: “Wo denn anders als im Gehirn von Homo sapiens sollen denn die Götter und Göttinnen Osiris, Isis, Zeus, Hera, Neptun, Thor, Odin, Jahwe, Allah und wie sie alle heissen, entstanden sein, und was soll denn an diesem Faktum dogmatisch sein?

    Dies ist die Rede eines Gläubigen. Auf keinen Fall ist dies die Rede eines Wissenschaftlers.

    Es ist definitiv KEIN Faktum, dass Gott im Gehirn entsteht. Aus diesem Grund ist eine solche Aussage eben dogmatisch.

  49. Hypatia sagt:

    um musad am 16. April 2014 um 11:36 @ Olive

    “N u r wenn ich jetzt gezwungen würde mich zu entscheiden zwischen dem was Hugo Stamm in seinem Blog Text schreibt über Gott und was im Koran steht über Gott, dann komme ich zur Erkenntins,dass Koran ein paar eigentliche Informationen gibt über Gott ( ob ich das nun glaube oder nicht glaube).”

    1. Erkenntnis lässt sich nicht erzwingen.
    2. Es gehört zum Wesen einer jeden Erkenntnis, dass sie kritisiert und “in eine Frage gestellt” werden kann.
    3. Information ist ein Wissen, das ein Sender einem Empfänger mittels Signalen über ein bestimmtes Medium vermitteln kann.

    Es wäre wünschenswert, wenn Sie uns auch nur eine einzige “eigentliche Information” über Gott vermitteln könnten, sodass wir ganz ohne Zwang zu der Erkenntnis gelangen könnten, dass Sie tatsächlich etwas über Gott wissen und auch nichts dagegen hätten, wenn wir Ihr Wissen über Gott auch in eine Frage stellen könnten, sodass Sie uns nicht nur erklärten, was uns denn als so fragwürdig an dem erscheint, was Sie über Gott wissen, sondern Sie uns auch die Möglichkeit bieten wollten, dieses Wissen über Gott, über das Sie offenbar verfügen, mit uns zu teilen, denn es gehört zum Wesen einer Information, dass sie nicht nur mitteilbar sondern auch verstehbar ist. Letzteres aber scheint mir zweifelhaft; dass es überhaupt etwas gibt, was unser begrenzter Verstand an Gott verstehen kann. Denn entweder ist das Wesen Gottes unverständlich oder schlicht überhaupt nicht verstehbar. Wenn es also etwas geben sollte, was wir an Gott verstehen könnten, dann stellt es sich entweder als Unsinn heraus, woran zwar religiös Gläubige glauben, ohne zu meinen, sie wüssten, oder aber es ist jenseits unseres begrenzten Verstandes, woran religiös Gläubige glauben, ohne gleich zu meinen, sie wüssten.

    Verlieren nicht gerade dann religiös Gläubige des Respekt der anderen, wenn sie meinen, zu wissen, anstatt zu glauben? –

    Verlieren nicht gerade dann religiös Gläubige auch den Respekt vor Gott, wenn sie meinen, etwas von Gott zu wissen, anstatt an Gott zu glauben? –