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Reiche brauchen auch in Indien keine Götter

Hugo Stamm am Montag den 30. Dezember 2013
Wirklich fromm sind in Indien vor allem die armen Leute: Der Elefantengott Ganesh. (Reuters/ Vivek Prakash)

Wirklich fromm sind in Indien vor allem die armen Leute: Der Elefantengott Ganesh. (Reuters/ Vivek Prakash)

Ich bin zurzeit in Indien unterwegs und beobachte das religiöse Leben der Bevölkerung. Auffällig und gewöhnungsbedürftig sind die vielen «Tiergötter». Der Affengott Hanuman, der Stier Nandi Bull und der Elefantengott Ganesh begegnen uns fast auf Schritt und Tritt, in den Tempeln und auf den heiligen Plätzen. Die hinduistische Idee, dass Götter sich in Tieren inkarniert haben, mutet eigenartig an. Es handelt sich um eine Frühform religiöser Konzepte, die bis in die heutige Zeit überlebt hat. Dies scheint nur deshalb möglich zu sein, weil wir fähig sind, religiöse Vorstellungen von unserem kritischen Bewusstsein abzuspalten. Denn es mutet eigenartig an, wenn in der Zeit des Internets gläubige Hindus vor einer Affenstatue niederknien und hingebungsvoll beten.

Speziell ist auch die Verehrung von Lingams, den phallischen Symbolen aus Stein. Sie sind Ausdruck der Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Es ist kein Zufall, dass das männliche Geschlechtsorgan als religiöses Symbol verwendet wird. Der Mann war früher schon das Zentrum des religiösen Kosmos – und ist es in der indischen Macho-Gesellschaft immer noch. Zwar ist eine sanfte Aufweichung der Normen spürbar, aber die Vorherrschaft des Männlichen verläuft immer noch quer durch die Gesellschaft. Deshalb verstehen viele Inder immer noch nicht, weshalb die Vergewaltigung von Frauen ein schweres Verbrechen sein soll.

In Indien ist auch deutlich sichtbar, dass der Glaube von ökonomischen Faktoren abhängig ist. Wirklich fromm sind vor allem die armen Leute. An den heiligen Flüssen nehmen vorwiegend wenig begüterte Gläubige die rituelle Waschung vor.

Übergewicht als Ausdruck des Wohlstandes

Während den Weihnachtsferien fielen beispielsweise in Hampi, einer Kulturstätte in einer phantastischen Umgebung, die reichen Inder mit ihren Geländefahrzeugen ein. An den Pilgerplätzen sah man sie nie, dafür umso häufiger im Restaurant Mango Tree, dem besten Lokal des Ortes. Das Festmahl schien ihr religiöses Ritual zu sein. Wie häufig sie sich diesem hingeben, zeigte sich an ihrem Übergewicht. Ihre körperlichen Rundungen werten sie als Ausdruck des Wohlstandes, den man gern zur Show stellt. Viele wären nicht einmal mehr fähig, die Stufen der Ghats hinunter zum Fluss zu nehmen.

Atheisten sind sie aber nicht, dazu fehlt es am kritischen Bewusstsein. Ausserdem ist die Völksfrömmigkeit zu tief in der indischen Seele verwurzelt. Auch die meisten Reichen glauben an Hanuman und Ganesh, doch der Glaube prägt ihren Alltag weit weniger.

Der Wohlstand setzt den Religionen also auch in Asien zu. Wer mit dem Geld die Welt dirigieren kann, braucht keine Götter, die einem beschützen und Wohlstand versprechen. Wer im Diesseits viel besitzt und viel zu verlieren hat, verliert auch in Asien das Interesse an metaphysischen und transzendentalen Ideen. Man darf also die Prognose wagen, dass die Blütezeit von Hanuman und Ganesh überschritten ist.

Allerdings sind mir hier in Indien die Gläubigen sympathischer als die diejenigen Leute, die im Ritual des Essens einen Religionsersatz sehen.

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286 Kommentare zu “Reiche brauchen auch in Indien keine Götter”

  1. olive sagt:

    @Edi

    sympa, dass ihm das Richten zuwider ist
    🙂

  2. Hypatia sagt:

    Wächter sagt: 5. Januar 2014 um 20:53

    “Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. (nicht ein Weg, eine Wahrheit und ein Leben)

    Der Herr möge allen die Augen öffnen und segnen!”

    Das ist die Hybris aller Glaeubigen, die meinen Waechter zu sein, denn was meinen sie anderes als das sie das Auge, das Ohr und der Mund Gottes sind? – Was ist verwerflicher als diese Selbstueberschaetzung? So also missbraucht der Glaeubige seinen Glauben nicht nur, ja missbraucht sogar das, woran er glaubt!

  3. Freichrist776 sagt:

    Eigentlich brauchen auch die Reichen Religion. Und zwar eine praxisorientierte Religion. Ein Mensch sollte nicht beten. Sondern jedesmal, wenn ein Mensch eine wesentliche Steigerung seiner Willenskraft und Liebe erreicht, kann er (zusätzliche) göttliche Kräfte aktivieren. Evtl. ist dann noch eine leicht zu erlernende Technik erforderlich. Z. B. Traumdeutung gemäß C. G. Jung. Im Übrigen gibt es keinen absolut vollkommenen Gott. Sondern Gott ist alleine vollkommen, aber in seiner Beziehung zum Menschen unvollkommen.

  4. Karl Martell junior sagt:

    @Bamberger
    Vielen Dank für Ihre unbeirrten Berichte aus der Welt, wie sie ist, und nicht, wie die meisten Forumsteilnehmer –, sich wichtig und enorm überschätzend — von einer Welt schwafeln, wie sie sein sollte.

  5. Der Prophet Roland K. Moser verkündet sagt:

    @ Wächter
    5. Januar 2014 um 20:53

    Ihr Aussage ist ein Verstoss gegen Art. 261 StGB, der da lautet:
    Wer öffentlich und in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in
    Glaubenssachen, insbesondere den Glauben an Gott, beschimpft oder
    verspottet oder Gegenstände religiöser Verehrung verunehrt,…
    wird mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft.

    Sie behaupten, es gäbe nur den Gott der Christen, was eine Verhöhnung der Überzeugung in Glaubenssachen anderer ist!

  6. Katharina sagt:

    @Nada:

    „Ist die Tea Party eigentlich konsequent, was den minimalen Staat betrifft oder befürwortet sie staatliche Leistungen (z.B. Agrarinvestitionen), wenn diese den eigenen Anhängern nützen?“ (Nada, 4. Januar 2014 um 20:51)

    Ich denke, Sie können dies für jede beliebige Partei (oder Vertreter von Interessen) des ganzen Planeten selber beantworten. Kurz: Nein.

    Ich hab jetzt nicht genau im Kopf, wer in DC am meisten betreffend Agrarsubventionen und -regulative lobbyiert, aber ich tippe da mal zuerst auf die Agrotechnologiekonzerne (Conagra und Monsanto (GMOs) als grosse Fische).

    Übrigens, die Republikanische Partei ist nicht dasselbe wie die Tea Party. Und weiter bedeutet, dass jemand Farmer oder Rancher ist, auch nicht automatisch , dass er/sie Republikaner oder gar Teebeutel ist. Ich kenne das Farmbusiness nicht gut, vermute aber, dass viele mit der Art und Weise, wie die zuständigen Bundesbehörden funktionieren, also USDA und FDA, ganz gut leben können, also eigentlich in der demokratischen Ecke gut versorgt sind. Eine landesweite Untersuchung über Farmer und politischer Orientierung würde wohl eine Verteilung zeigen, die derjenigen über alle Berufszweige hinweg etwa ähnlich ist. Oder denken Sie, alle Schweizer Bauern seien Mitglied der SVP?

    Item. Sie können ‘Earmarks‘, ‘Pork Belly Fat‘ und ‘Federal Budget’ googeln. Sie werden sehen, dass alle Kongressabgeordneten eben ihre ‘Pet Projects’ haben, um dafür, dass ihr Wahlbezirk sie gewählt haben, etwas Geld vom Bundesbudget abzuzweigen. Besagt auch, warum sie gewählt wurden.

    Weil unser System dringend eine Reform betreffend neuen Parteien und der Parteifinanzierung im Allgemeinen braucht, diese aber fehlt, hat eine dritte Partei keine Chance. Es gibt im mittleren Spektrum zwischen Republikanern und Demokraten viele, die sich lieber einer dritten Partei, oft als Independent bezeichnet, zuwenden möchten. Wenn es der republikanischen Partei nicht gelingt, die Teebeutel zu isolieren, könnte dies wiederum Hoffnung geben, dass die gemässigten sich doch abspalten und die dritte Partei Realität wird. Sie sehen, die vermeintliche Polarisierung und die Geiselhaft, der die Republikaner durch die Teebeutel unterstehen, kann auch so und damit positiv gesehen werden. Auf Ebene Mitgliedsstaaten und Bezirke haben einige Independent als Gouverneure kandidiert und erhielten grossen Zuspruch. Einige dieser Amtsperioden werden mehrheitlich als die am besten geführten Ämter gesehen. Jeder Versuch, solche auf ebene Bund als Präsidentschaftskandidaten zu lancieren, versandete bis jetzt. Oft erhalten sie nicht einmal genug Gehör bei den landesweiten Medien, und dies während der Kandidatur. Sie sehen, die inzwischen groteske Spaltung der politischen Landschaft hat System, auch was die Medien betrifft. Ich vermisse die Zeit, als ein Mandat bestand, das diese Medien jedem Kandidaten von Anfang der Kandidatur an die gleiche Sendezeit zur Verfügung gestellt werden musste. Heute haben wir oft nur noch die Wahl zwischen dem kleineren oder dem grösseren Übel. Exemplarisch dazu die Kandidatur zwischen McCain und Obama. McCain hatte auch bei Demokraten viel Zuspruch und lange war es knapp. Seine Nominierung von Palin hat das aber sehr schnell geändert, weil er erstens eine Politikerin nominierte, die an den äussersten Fringes der Szene operiert und die rational nicht nachvollziehbare Nominierung ernsthafte Zweifel darüber entflammte, wie er den Rest seines Teams bilden würde. McCain war aber einer der wenigen DC Politiker, der über Partei- und Ideologiegrenzen hinweg Lösungen suchte.

  7. Katharina sagt:

    @Nada: 4. Januar 2014 um 21:23

    Danke für die kurze geschichtliche Zusammenfassung. Wie gesagt, ich kenne das Land wenig, gebe auch zu, dass es mich wenig interessiert. Dass die indischen Politikerinnen zur mächtigsten Kaste gehören und oft an westlichen Spitzenunis promovierten, war mir bekannt. Ich finde es dennoch, angesichts des durch mich von aussen wahrgenommenen Frauenbildes in Indien seltsam und erstaunlich, dass sie es trotzdem schafften. Wenn eine stark patriarchalisch strukturierte Kaste eher eine Frau als Nachfolgerin lanciert, heisst das wohl auch, dass jene Frauen mehr Profil und Stärke hatten, das Amt auszufüllen, bzw. die männlichen Kandidaten innerhalb der Kaste wirklich Nüsse sein mussten.

  8. Edgar sagt:

    Moser

    Andere zu verunglimpfen scheint Ihnen Spass zu machen. Diese anderen finden vielleicht Frieden, indem sie eine Kerze in einer Kirche anzünden. Im Gebet. Was bereitet Ihnen echte Freude? Wo finden Sie zum Frieden? Schreiben Sie uns davon. Vielleicht bieten Sie damit ja echte Alternativen.

  9. Edgar sagt:

    Steinlaus

    Ich danke Dir. Du bist auch für mich da, wenn ich am Schwächsten bin.

    Danke.

  10. Der Prophet Roland K. Moser verkündet sagt:

    @ Edgar
    6. Januar 2014 um 19:27
    Worauf beziehen Sie sich?

  11. Der Prophet Roland K. Moser verkündet sagt:

    Darum werden ihre Plagen auf einen Tag kommen: Tod, Leid und Hunger; mit Feuer wird sie verbrannt werden; denn stark ist der Prophet, der sie richten wird.

  12. Edgar sagt:

    Moser: Darauf.

    Moser

    Andere zu verunglimpfen scheint Ihnen Spass zu machen. Diese anderen finden vielleicht Frieden, indem sie eine Kerze in einer Kirche anzünden. Im Gebet. Was bereitet Ihnen echte Freude? Wo finden Sie zum Frieden? Schreiben Sie uns davon. Vielleicht bieten Sie damit ja echte Alternativen.

  13. Edgar sagt:

    Freichrist776

    Vollkommen unvollkommen… Ist das eine Art Orgasmus, den man bereut?

  14. Steinlaus sagt:

    @ Edgar

    Es gäbe so viel dazu zu sagen. Aber nicht hier. Der Dank ist auf meiner Seite. Und ja, ich bin da. Immer. Ohne Wenn und Aber.

  15. Edgar sagt:

    Steinlaus

    Schreib nur, was Du schreiben willst. Ruhig hier. Ich bin nur, wer ich bin.

  16. Edgar sagt:

    Steinlaus

    Ich bin ein offenes Buch

  17. Ueli sagt:

    @Roland K. Moser
    Der Sozialismus ist nach der Theorie von Marx die Übergangsphase vom Kapitalismus zum Kommunismus. Es geht aber nicht darum, wie immer wieder falsch behauptet wird, dass diese “Diktatur des Proletariats” eine Diktatur im herkömmlichen Sinne darstellen würde – sondern bezeichnet schlicht ein Zwischenstadium, in dem der Klassenkampf auf rationellste und humanste Weise durchlaufen werden kann. Bis zu ihrem Absterben bleibt “die Diktatur des Proletariats” mit allen ihren Organen der ständigen, wirklich-demokratischen Kontrolle unterworfen (im Gegensatz zu Konzepten des langsamen, reformistisch-parlamentarischen Hineinwachsens oder der plötzlichen, spontaneistisch-anarchistischen Abschaffung des Staatswesens. Auf gut deutsch: Die Staatsmaschinerie wird nur insofern übernommen, dass die “Arbeiter”- Klasse nicht direkt ihrer eroberten Herrschaft verlustig geht, andererseits werden die eigenen Abgeordneten und Beamten, ohne alle Ausnahme für jederzeit absetzbar erklärt.
    Nun können Sie natürlich darauf hinweisen, dass es so etwas in der jüngeren Geschichte nur für ganz kurze Perioden (Pariser Kommune, Spanien in den 30er Jahren u.s.w.) in Ansätzen schon mal gegeben hat. Trotzdem können Sie mir wohl kaum beweisen, dass es irgendein unumstössliches Naturgesetz gäbe – welches die kapitalistisch-bürgerliche Ordnung dazu prädestinierte für alle Zeiten die einzige Möglichkeit zu sein, wie wir hier auf diesem Planeten zusammenleben können. Ich würde sogar sagen, dass die letzten drei Jahrzehnte gezeigt haben, dass man sich wohl zu früh gefreut hatte als man nach dem Kollaps des Ostblocks das “Ende der Geschichte” ausrief. Wenn schon war es das Ende der Fahnenstange für beide Staatskapitalistischen Systeme – sowohl in Ost wie West – nur hat man das im Westen noch mit ein wenig Fiat Money, Fractional Reserve Banking, Staatsverschuldung, Privatverschuldung, Unternehmensverschuldung, Dotcomblasen, Finanzblasen und Staatsverschuldungsblasen, Peak-Alles, massiver Zerstörung von Umwelt und Menschen – aufschieben können im Sinne von: Nach uns die Sintflut.

  18. Carl Dal Pund sagt:

    “Die Tea Party wiederum fordert einen minimalen Staat. Sie ist rassistisch im Sinne, dass mittelwestliche weisse, evangelikale Lebensweisen die einzig richtigen seien. Sie ist aber nicht faschistisch, weil sie eben einen auf sein Minimum reduzierten Staat fordert.”

    @Katharina (4. Januar 2014 um 19:57):

    Ein auf sein Minimum reduzierter Staat kann nicht einmal sein fisisches, geschweige denn sein strukturelles Gewaltmonopol durchsetzen. Jedes Machtvakum fuellt sich automatisch. Jedes Land hat frueher oder spaeter eine Armee; wenn nicht die eigene, dann eine fremde. Landesintern wird jedes strukturelle oder gar fisische Machtvakum von privaten Banden usurpiert; illegalen verfolgten, illegalen beguenstigten und von korrupten Politikern legalisierten. Das oeffnet privater Willkuer bis hin zur Ausuferung der Lohn- in die Erbschuldsklaverei und dem Missbrauch des Tausch- und Wertaufbewahrungsmittels Geld zur Keule privater Macht ueber Mitbuerger Tuer und Tor.

    In einem Staat mit keinem oder nur theoretischem Gewaltmonopol des Staates ist die Freiheit des Buergers nicht nur vom Staat, sondern auch von Mitbuergern und insbesondere Mitbuergerbanden bedroht. Gegen die monopolisierte Staatsgewalt, kann in einem Rechtsstaat mit nur dillettantischen statt auch bandenmaessig korrupten Politikern und Richtern gegen auch disziplinarisch Verantwortliche Beamte und deren politkriminelle Befehlskette vorgegangen werden.

    Die USA haben von den Indianergenozidern ueber die Cowboylynchgaengs und die Einwanderersloems bis hin zu den von Haeftlingen statt dem Staat beherrschten Gefaengnissen (in Louisiana seit 1918 gar mit Entlassung der staatlichen Waerter und deren Ersatz durch “vertrauenswuerdige” Haeftlinge gar offiziell und nicht nur faktisch) die Entwicklung von der Barbarei in die Dekadenz ohne Umweg ueber die Kultur “geschafft”…….

  19. Ueli sagt:

    @Carl Dal Pund
    “Jedes Machtvakuum füllt sich automatisch.” Ja – das kann man ja jetzt an der von den Amerikanern “befreiten Zone” namens Irak wieder mal schön beobachten. Paul Bremer hatte ja schon kurz nach dem Sturz des alten Regimes den totalen Bürgerkrieg heraufbeschworen, indem er hunderttausende Mitglieder des Militärs, Polizisten, Beamte, Lehrer, Professoren – quasi die ganze vorherige Intelligenzia, die auf dem Papier “Partei-Mitglieder” waren – ohne Abfindung in den Ruhestand beförderte. Das einzige Ministerium welches während den massiven Plünderungsorgien, welche auf diese “weise” Entscheidung folgten, geschützt wurde – man hätte es kaum erraten: Das Erdölministerium. So sieht der Traumminimalstaat “american style” also aus – ein Trümmerhaufen vom ersten Tag an. Auch in Amerika selber gibt es ja schon längstens so etwas wie ganze Stadtviertel in Detroit, Los Angeles, New York, New Orleans oder Chicago wo man sich ohne Knarre oder die richtige Hautfarbe überhaupt nicht mehr blicken lassen sollte – da man sonst im glimpflichsten Fall ausgeraubt wird. Viele Menschen fühlen sich heute schon in südamerikanischen Städten um einiges sicherer als in den USA – diese Einschätzung scheint mir nicht allzu irrational zu sein.

  20. Carl Dal Pund sagt:

    “Das Erdölministerium.”

    @Ueli (7. Januar 2014 um 10:13):

    In der Politik gibts oft mehrere Begruendungen, insbesondere fuer Angriffskriege und Besetzungen. Selten wird die wahre veroeffentlicht. Menschenrechte und Frauenprivilegien waren sowohl in Afganistan als auch im Irak nur Deckmaentelchen zur Sedierung der Wahl- und SteuerbuergerInnen, die schon mit einer fuer die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung personell und materiell unterdotierten Militaerverwaltung illusorisch blieben.

    Wenn es um Menschenrechte ginge, muesste zuerst gegen Genozide und Sklaverei Krieg gefuehrt werden. Aber wenn die Genozierten oder Versklavten das Pech haben, nicht auf wirtschaftlich oder stratigisch fuer einen Eroberungskrieg der biblistischen Weltbelehrer ueber Menschenrechte attraktivem Gebiet zu sterben oder zu leben, haben sie Pech gehabt. Die Million in Ruanda Genozierten lassen gruessen….

  21. Ueli sagt:

    @Carl Dal Pund
    “Selten wird die wahre veröffentlicht”. Für Angriffskriege hat nicht einmal Hitler die “wahren Begründungen” geliefert. Nein, es werden immer hehre Ziele vorgeschoben – vor allem dann wenn es sich um unglaubliche Schweinereien handelt. Mit dem “Schutz des Erdölministeriums” wollte ich aber auch nicht andeuten, dass das Erdöl der einzige und wahre Kriegsgrund darstellte – aber man hat halt seine “Prioritäten” und es spricht nun mal Bände, dass man ohne mit der Wimper zu zucken z.B. das irakischen Nationalmuseum, welches 6000 Jahre alte Schätze beherbergte (Kulturzeugnisse der Menschheit!) von dahergelaufenen Amateurdieben bis auf die Grundfesten plündern lässt – damit zeigt man wie viel “Respekt” man tatsächlich vor dem “befreiten” Volk hat: Gleich Zero.
    So lange wie die Bush-Junta als freie Männer und Frauen herumlaufen und sich auch noch mit einem Bush-Museum für über eine halbe Milliarde Dollar “verewigen” dürfen – kann man davon sprechen, dass die USA vom Pentagon und der Waffenlobby in Washington regiert werden und der Kongress nichts anderes als Helfershelfer eines schwerkriminellen militärisch-industriellen Komplexes sind.

  22. Carl Dal Pund sagt:

    @RKM:

    Auch beim Sozialismus muesste zuerst vor der eigenen Tuer gewischt werden.

    In der Schweiz sind die Opfer die “Buerger” der Mittelschicht, aber nicht die Millionaere oder gar Milliardaere.

    Einer nicht erwerbstaetigen 4-koepfigen Wirtschaftsfluechtlingsfamilie (2 Erwachsene, 2 Jugendliche) werden in einer Schweizer Grossstadt an Sozialleistungen rund 6 000 Franken monatlich ausgeworfen – steuerfrei.

    Als in Ausbildung und Beruf zu fleissiger noch nicht erwerbstaetiger Rueckwanderer mit gleich”wertiger” Familie, AHV und teuerungsbeklautem Kapitalabschmelzrentlich aus der Berufs”vorsorge” haben Sie ein Familieneinkommen von 8 000 Franken monatlich. Weil die billigen Wohnunen schon laengst von Sozialtanten fuer Sozialabhaengige offiziell oder hinten herum zwangsverwaltet werden, zahlen sie fuer Ihre Wohnung rund 1000 Franken mehr als die Wirtschaftsfluechtlinge (bzw. der Steuerzahler fuer diese). “Differenz” 400 Fraenkli pro Monat.

    Bei der Bahn zB bleiben dem Weichenschmierer und dem Lokfuehrer reinnetto fast gleich wenig. Ein alimentenpflichtiger Lokfuehrer riskiert gar, dass ihm weniger bleibt, Die kalte Progression wurde nur teilweise ausgeglichen. Die indirekten Steuern schlagen voll durch. Fuer Geringverdiener gibts massive Subventionen von Fastgratiskrippen bis zur Bezahlung der Krankenkassenpraemien (ca. 1000 Franken fuer die 4-koepfige Familie). Der Sozialismus hoert erst beim (fast steuerfreien) Vermoegen und bei Erwerbseinkommen ab ein paar hunderttausend Franken auf. Bei ein paar hunderttausend Franken Einkommen hoert die Progression auf. Und auf Vermoegenseinkommen gibts gar immer groessere Spezialrabatte.

    Frueher wurden die Armenfonds aus Spenden und Steuern der Reichlinge gespiesen. Heute werden in Ausbildung und Beruf (zu) Fleissige auch bis fast aufs soziale Existenzminimum ausgepluendert, derweil die gestapelten Millionen und Milliarden munter weiter explodieren, statt fiskalisch auf ein sozialvertaeglicheres Mass gestutzt werden…..

  23. Karma oder Kinder sagt:

    sag ich ja: in München kann man entweder nur leben, wenn man V O L L die Hand aufhält, oder man ist zahlungskräftig!
    Ich “brauche” diese Globalisierung nicht! :- (
    oder die Autobahnen für Kabul,
    während vor der Haustür die Schlaglöcher senkrecht stehen! Was für eine ar_ _ __verblödetete Gesamtdenke hat sich da breit gemacht! Absolut nicht stimme ich für die NWO. MEHR “Europa” war allemal, bevor die Grenzen offen waren! Mehr Respekt, mehr Geheimnis…mehr Interesse am ANDEREN….
    Ud ich bin auch kein “Kosmopolit” gröl….

    DIe überfrachte Bevölkerung, die Menschheit, wird sich von der Natur übermannen lassen, und es werden entsetzlich angepaßte Monster “evolutionieren”.
    Vorher allerdings sinnt der Globalkonzern noch über Sättigungsszenarien: Reis, Mais, Banane, Bittergurke….
    285 Millionen Menschen weltweit haben Diabtes II, davon 80 Prozent in armen – asiatsichen- und mittleren Ländern… (also nicht die meisten im reichen Westen!) weil sie an der Stärke”nadel” hängen resp. in der Glutenseuche schwappen.

  24. olive sagt:

    @Karma oder Kinder

    “285 Millionen Menschen weltweit haben Diabtes II, davon 80 Prozent in armen – asiatsichen- und mittleren Ländern… (also nicht die meisten im reichen Westen!) weil sie an der Stärke”nadel” hängen resp. in der Glutenseuche schwappen.”

    Woher haben Sie diese Info?
    In Hirse, Mais und Reis sowie Pseudogetreide wie Quinoa, Amarant und Buchweizen hat es ja kein Gluten.
    Stärke schon, aber KH und Gemüse waren ja schon ewig DIE Ernährung, wie z.B Mais und Bohnen.

    Der moderne Weizen soll das Schlimmste sein .

  25. Amrit sagt:

    “Sie täten aber gut daran, auch die Kehrseite der religiösen Traditionen zu bedenken.”
    Herr Stamm, da muss man Ihnen doch auch mal sagen, dass Sie gut daran täten, nicht immer nur die Kehrseiten der religiösen Traditionen hervorzuheben, nur die negativen Seiten dieses wunderbaren Landes zu beleuchten, sondern auch mal die positiven Seiten zu beschreiben. Ich vermisse in Ihren Zeilen das staunende Auge und die Liebe zum Unbekannten. Ihr sezierender kritischer Blick ist geradezu bösartig, fremdenkulturfeindlich… und ewig die gleiche langweilige Leier!
    Warum ist es so schlecht, wenn Menschen irgendwo etwas Trost suchen, und warum so verwerflich, wenn ihnen jemand das anbietet, was sie so dringend ersehnen? Es hilft ihnen doch auch, ihr erbärmliches Schicksal zu ertragen, ihre Misere zu akzeptieren. Das Rezept, das Sie ihnen anbieten, nämlich sich dagegen aufzulehnen, macht sie nur unzufrieden und unglücklich. Versuchen Sie es doch auch mal von dieser Seite her zu betrachten.

  26. Kurkuma sagt:

    da es hier egal ist, worüber man schreibt, schreibe ich oot

    BLACKROCK-Monster-Marionetten

    wußtet ihr dies?
    schlimmer als Verschwörung! Und für mich unfaßbar im neuen “Wir/Alle-lieben-Deutschland-Dusel”

    auch weil wir nun mit vdL die DROHNENHOHEIT über die Kinderbetten serviert KRIEGen.
    Ob “Mutti” uns gegen das —-> Blackrock <—– – Netzwerk schützen wird???
    h ttp://programm.ard.de/Programm/Sender/die-story-im-ersten–geld-regiert-die-welt/eid_2810611333295558?sender=28106&list=main&first=1&source=tagesprogramm

    War erstaunt, sowas noch im deutschen TV sehen zu d ü r f e n ! Und während ich hier schreibe, recherchiert und spioniert im Dienste des Geldadels ein Mega-Überwachungsnetzwerk….

    Kaputte Firmen und Arbeitgeber
    kaputte Quartiere und Lebensorte
    kaputte Umwelt, Infras
    und übrig bleiben die Maschinenhaften
    und ihre sinnentleerten und zerstörten Gesichter in einer öden Kapitalistenideologie

  27. Kurkuma sagt:

    und deshalb kann ich den—->* Leitgedanken* auf kreidfeuer zustimmen.(unabhängig von einer Person) DIe alten Rechts-Links-” Reviere” gelten nicht mehr.
    Auch ich beziehe mich auf eine “christliche Tradition” … ohne allerdings noch vom Namen her verplichtet zu sein…
    zu sehr haben doch die blasierten Kirchenknochen (oder analog die mit dem Kapital verflochtenen Funktionäre mancher großen Bündnisse) in ihren erlauchten geschlossenen Räumen sich selbst gefeiert.

  28. Kurkuma sagt:

    h ttp://ad-sinistram.blogspot.de/2014/01/als-mir-die-kanzlerin-die-hose-ging.html

    gesehen bei tadema

  29. Kurkuma sagt:

    Menschen, die alles mitmachen
    Reisen, Rauchen, Saufen-Trinken,”Toleranz”-Ideologien, Muskelstudios, in Bars & Co gehen, Datings, ONS’s, Drücken, Sniefen, Surfen, Weltbürger sein müssen, Rendite zocken-spekulieren-Geld “arbeiten” lassen, Konsumieren, SMSen, Facebook,E-Games, Kitas, Fleischberge weghauen, Skifahren, Ashrams, Modereligionen…:-(

    heute Abend: Asia suspekt oder was in diesen Relis nicht besser läuft, Hundemafia Thailand
    22h auf WDR

  30. Ueli sagt:

    @Kurkuma
    Rauchen, Drücken, Geld “arbeiten” lassen und saufen – gehören als Angewohnheiten nicht in die Liste von Aspekten, die einen Menschen zwangsläufig zu einem langweiligen Spiesser machen.
    Aber: Das ganze Jahr arbeiten und frustriert sein, seinen Frust mit sinnlosem Konsum von Plastikmüll aus China zudecken, den Weltbürger spielen obwohl man heimlich SVP wählt, in SMS schreiben das man den anderen “liebt” und dann einen Fussgänger überfahren, in Bars gehen und nach einem Drink besoffen sein, in den Ashram gehen weil man ein langweiliger Spiesser ist, Christ werden weil man ein langweiliger Spiesser ist, sterben weil man ein langweiliger Spiesser ist…

  31. HALLO (( ( ( (Kurkuma im Filter sagt:

    liegt es an Larry Fink???

  32. HALLO (( ( ( (Kurkuma im Filter sagt:

    bitte Beitrag freischalten!

    erster Teil

    Nachhören, …Lesen
    dradio kultur 13.1.2014

    15:07 Thema

    Mythos Leistung – Die Entzauberung eines gesellschaftlichen Leitbilds
    Gespräch mit Lars Distelhorst, Politik- und Sozialwissenschaftler

  33. HALLO (( ( ( (Kurkuma im Filter sagt:

    hier der zweite Link

    37 Grad Schüler in der Leistungsfalle
    h ttp://37grad.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/4c838ba6-ed58-3a59-b347-4a973ae03531/20255868?doDispatch=1

    trotzdem bitte den gesamten Beitrag freischalten!

  34. Kurkuma sagt:

    Esoterik, Asia suspekt…die “Besser-Relis” 🙂

    heute Abend TV Thaimassagen

  35. Gottes Stellvertreter auf Erden Roland K. Moser verkündet sagt:

    @ Amrit
    14. Januar 2014 um 04:23
    Indien hat positive Seiten, z.B. die Räucherstäbchen und die Seifen. Dass der Hinduismus eine schön farbige Sache ist, gefällt mir auch.
    Religion ist trotzdem eine Krankeit.