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Macht es Sinn, das Leben mit allen Mitteln zu verlängern?

Hugo Stamm am Montag den 28. Oktober 2013
Das Schlafmittel Pentobarbital wird zuhause von Sterbewilligen eingenommen, aufgenommen bei EXIT Schweiz in Zuerich, am Freitag, 5. Dezember 2008. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Sterbewillige erhalten in der Schweiz Pentobarbital, aufgenommen bei Exit, 5. Dezember 2008. (Keystone/Alessandro Della Bella)

Blogger «ungläubiger Katechet» hat folgenden Impulstext verfasst:

Sowohl Ludwig Feuerbach als auch Friedrich Schleiermacher stellen die These auf, dass der angeblich nach Gottes Ebenbild geschaffene Mensch vielmehr das Göttliche nach seinem eignen Ebenbild geschaffen hat. Nach Feuerbach entfremdet sich der Mensch von sich selbst und schafft ein ideales Geschöpf, nämlich Gott. Dabei erkennt er nicht, dass er in Gott letztlich sein eigenes Wesen betrachtet und bewundert.

Wenn der Mensch also nur das Produkt der Evolution ist und nicht speziell von einem Gott erschaffen wurde, so ist er im Prinzip nicht mehr und nicht weniger wert als jedes andere Geschöpf auf diesem Planeten. Der Mensch zeichnet sich gegenüber wahrscheinlich allen anderen Lebewesen nur dadurch aus, dass er ein grösseres Hirn hat und damit intellektuell und bezüglich Bewusstsein allen anderen Geschöpfen überlegen ist. Seine Überlegenheit wird noch zementiert von Gottes biblischem Auftrag, alle Lebewesen untertan zu machen.

Aus all diesen Aspekten leiten die Menschen ihre Gewissheit ab, dass ihr Leben wertvoller ist als dasjenige von allen anderen Geschöpfen. Daraus ergibt sich auch, dass wir alles tun müssen, um auch die Schwächsten und im Prinzip nicht lebensfähigen Menschen mit allen Mitteln am Leben zu erhalten und entsprechend pflegen müssen, auch wenn es Milliarden kostet. Es werden sogar Menschen am Leben erhalten, deren Gehirn seit Geburt oder nach einem Unfall so stark geschädigt ist, dass sie ihre Umwelt gar nicht wahrnehmen können, sondern einfach dahin vegetieren ohne eigentliches Bewusstsein.

Es stellt sich deshalb die Frage, ob wir solche Menschen wirklich mit allen Mitteln am Leben erhalten sollen. Für einen gläubigen Menschen, der sogar eine Abtreibung für eine Todsünde hält, ist eine solche Frage ketzerisch und nicht verhandelbar. Und da der Mensch für Gläubige ein von Gott geschaffenes Wesen mit einer unsterblichen Seele ist, so haben wir die Pflicht, jeden Menschen am Leben zu erhalten, ob geistig behindert, schwer krank oder aus anderen Gründen im Prinzip nicht lebensfähig.

Wenn ein Tier, auch ein liebgewordenes Haustier, nicht oder nicht mehr lebensfähig ist, so haben wir die Möglichkeit, es einzuschläfern. Was wir meistens aus Mitleid tun. Wenn wir dies bei einem Menschen tun, auch wenn sein Zustand noch so unwürdig ist, so machen wir uns im höchsten Masse strafbar. Denn in unserem religiös-moralischen Denken ist fest verankert, dass der Mensch eben ein göttliches Wesen ist.

Darum stelle ich die Frage zur Diskussion, ob aktive Euthanasie in gewissen, klar definierten Fällen, erlaubt werden soll. Oder wäre es sinnvoll, Maschinen abzustellen, an denen quasi Hirntote angeschlossen sind? Sollten wir nicht versuchen, der Natur mehr Raum zu geben statt das Leben mit allen Mitteln künstlich zu verlängern?

PS: Sogar der bekannte Theologe Hans Küng plädiert in seiner letzten Schrift «Erlebte Menschlichkeit» für einen selbstbestimmten Tod und hat sich dafür bei der Sterbehilfeorganisation Exit angemeldet.

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432 Kommentare zu “Macht es Sinn, das Leben mit allen Mitteln zu verlängern?”

  1. schöne Leserbriefe sagt:

    h ttp://www.taz.de/Asylpolitik-in-Deutschland/!127235/

    Mit uns nicht, sagt die Bevölkerung….(BRAVO!!!) es ist also möglich: ein Aufstehen gegen Kommerzialisierung, Obrigkeit, Staaat, Lobbyisten und was sonst noch diktiert werden soll
    h ttp://www.zeit.de/sport/2013-11/olympia-muenchen2022-wahl-ioc

  2. Buchtipp sagt:

    “Ich bin mal eben tot” Thelen, Rosen
    h ttp://www.aachener-zeitung.de/lokales/nordkreis/ich-bin-mal-eben-tot-buch-geht-unter-die-haut-1.294365

  3. Christian Duerig sagt:

    ZUR SACHE
    Koma
    Wachkoma
    Anne Horner
    Locked-In-Syndrom
    VS
    PVS
    Karen Ann Quinlan

    Es kann jeden von uns treffen.
    Gönnen Sie sich die Zeit, um den aussergewöhnlichen Film von Julian Schnabel “Le Scaphandre Et Le Papillon” anzuschauen. Via Google finden Sie die Informationen, die Sie motivieren werden, meinem Tip zu folgen.
    Ferner gibt es einen sehr guten Beitrag von Antonio Damasio zu: “Die Herausforderung, das Bewusstsein zu verstehen”, via You Tube.

    Es sind die Ärzte und die Angehörigen, die in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Grundlagen die Entscheidungen treffen, die sie für richtig finden.

    Wir Aussenstehende sind Stümper und sollten schweigen. Crigs

  4. Pasionaria sagt:

    Alienus

    “Leinen los und lasst uns frohen Sinnes ins „Mare Terror“ stechen”

    Hm…….
    ‘Deine’ Navis Longos
    brechen die friedliche Ruhe
    der Weltmeere
    eines ist genug
    um der Welt den Schlaf zu rauben.
    Lasst uns die Narrenschiffe
    wieder auf Kurs bringen!

  5. andersen sagt:

    Ja, Herr Duerig, das ist genau, worum es geht:

    Bewusstheit.

    Die Angst für eine Behinderung, ein fortschreitende Atemlähmung, die Angst, die Sprechfähigkeit zu verlieren, die Gedanke macht man sich wenig, wenn man erfolgreich und gestresst sind.

    Es erinnert hier an ein arabische Gedicht:
    “Die Menschen schlafen, solange sie leben, erst wenn sie sterben, erwachen sie”
    So lernen wir etwas von der Dringlichkeit der Zeit.
    Der Wert dessen, was jetzt ist, wird dafür umso wichtiger.

  6. andersen sagt:

    Darum soll man ja nicht um ein Stadt suchen, die bleibt, sondern die Zukünftige.
    Darum, wenn es so weiter geht, mit der Entwicklung, dann dürfen Sie, Herr Pfarrer auch in ein paar Jahren heiraten, womit er mich antwortete:

    ” I werd’s nimmer erlebn, aber vielleicht meine Kinder¨!”

  7. Hypatia sagt:

    An alle Anhaenger des REDUKTIONISTISCHEN MONISMUS:

    Ich empfehle die nicht uninteressante Lektuere des schmalen Buechleins von THOMAS NAGEL, das den in deutscher Sprache uebersetzten Titel traegt: GEIST UND KOSMOS.

  8. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Nein, nein, Pasionaria, nicht „meine“ Navis Longos brechen den Frieden der Weltmeere, sondern die bereits dort fahrenden und „sauber“ operierenden freibeuterischen Schiffe des Todes sind es. Unsere kleine Schiffs-Parabel ist jedoch noch nicht beendet. Es geht mit dem alltäglichen und globalen Wahnsinn weiter.

    Werden die von der Schweiz oder Deutschland freigegebenen Kriegsgeräte in die „heißen“ Zonen verfrachtet, erfolgt dies überwiegend übers Meer. Danach blickt der Kaufmann des Todes „eiskalt“ auf sein Konto, ist von seiner Glückseeligkeit besoffen und kann danach „lauwarm“ einen winzigkleinen Obolus an die „christlich orientierten“ Parteien ausschütten.

    Der moderne Ablass mit garantiert moralischem Reinigungseffekt. Und auch noch steuerlich absetzbar. Eine Hand wäscht die Andere, und wenn es sein muss auch mit den Tränen der Opfer.

    Ok, lassen wir die Geschichte zum Narrenschiff auf Kurs bringen!

    .
    Logik des Schreckens

    Verkaufen wir unsere feinen Rüstungsgüter,
    fragt mancher – sind wir des Nachbarn Hüter?

    Liefern die Sachen – gegen gute Batzen,
    entblößen dabei ihre schrecklich Fratzen!

  9. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Das ‘Dein’ war in Anführungs- und Schlusszeichen, selbst erklärend………

    Logische Fragen:

    Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Meere
    in den künftigen Jahrzehnten noch finden?
    wie weit öffnet sich noch die Schere
    zwischen arm und reich, Sehenden und Blinden?

    Keiner sollte einfach Ruhn,
    doch, was sollen wir denn tun?
    Wo sind sie geblieben, die Revolutionäre,
    die sich erheben gegen die Milliardäre?

    Lasst uns wenigstens Sorge tragen zu Mensch und Erde,
    auf dass es rundum humaner werde!

  10. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Erschröcklich-hoffnungsvolle Antwort
    .

    Die Ausbeutung wird ihr baldig Ende finden,
    wenn wir unsere Gürtel etwas enger binden.

    Die Schere zerschneidet das rettende Band,
    welches uns zurückhält vom bröckelig Rand.

    Die Neoliberalen zählen weiter ihre Batzen,
    die Doofen lassen ihre Illusionen platzen.

    Ökologie gemeinsam am Zug mit der Ökonomie,
    Neolibs, die schreien – das ist doch Blasphemie.

    Der Ruf nach echten Ökolo-Revolutionären,
    verpufft in Werdung vieler Ökono-Schimären.

    Berechtigt sind die Sorgen über unsere Erde,
    damit man diese nicht zu Grabe tragen werde.

    Drum lasst uns weiter kämpfen für dieses Ziel,
    zur Rettung der Erde – das ist doch nicht viel.

  11. Pasionaria sagt:

    Alienus

    Dein klar formulierter Positivismus in Ehren
    darum die Neolibis sich kaum scheren.
    Beginnen wir, jeder einzeln schon
    und steigen mal um, auf sauberen Strom
    Dann Oeko-Produkte wir wagen
    füllen mit saisonalen Produkten den Magen.
    unterstützen den fairen Handel
    und stemmen uns gegen den Klimawandel.
    Weniger ist in jedem Fall mehr,
    Das Lebensmotto soll heissen: fair und nochmals fair
    ob gegenüber Luft, Erde und Meer.

  12. Glyphosat sagt:

    Ausbeutung der Familie

    Perter Scholl-Latour…

    (in diesem Falle würde ich mich sogar eher mit Evchen .H. verbändeln…jedenfalls nicht mit Konsorten MB, N-A-T oder RJ :- ( )

    h ttp://kreidfeuer.wordpress.com/2013/11/13/einschuechterung-und-drohungen-gegen-compact-konferenz-teilnehmer/

    (neben Compact git es auch campact)

  13. Laß fahren dahin sagt:

    sie habens kein Gewinn…

    Da fährt er dahin, der “gemeine” U-Bahn-Fahrer mit den 3 befristeten Billig-Jobs. Ein betrogener Single mit Träumen. Die Stöpsel brav in den Ohren, so blendet er den ideologischen Lärm aus. Oder die nahezu 30 knackfrishen PIN-Codes, die er im Sinn haben muß.Der Blick auf das Display gerichtet. Amerikanische Multis fahren mit. Er fährt vorbei an Frankfurt, dem Herzen der internationalen Datenautobahnen. Er fährt nach Ramstein, vorbei an Glyphosat-Feldern, dem Steuerzentrum für US-Drohnen für Somalia.
    Wenn es gelangt hat, hat er morgens Genmais gefrühstückt (Marke K.) mit Gen-Soja übergossen. Er fährt zu seinem einsamen, vereinzelten Nachtjob an der Raps-Tanke….zuvor hat er sich in Eile das vermeintlich gesunde Gemüse gedünstet und noch einen Schluck Uran-Wasser aus der Bleileitung gegönnt. Allerdings nur einen Schluck (der es jedoch) reichlich in sich hat, da die verdreifachte Mieterhöhung jegliches Mehr verbietet.

    “Nehmen sie den Leib, Gut Ehr, Kind und Weib…”

    Der neue Typ “U-Bahn-Fahrer”, wie er gewünscht ist international von vielfarbenen Chefideologen. Gerade will Brüssel beschließen, dass er mehr konsumieren muß!

    (Leider habe auch ich diese “feste Burg” schon lange nicht mehr.)

  14. Laß fahren dahin II sagt:

    und so fährt er dahin
    durch sein perspektiveloses Leben und ahnt nicht einmal etwas von seiner Nebennierenunterfunktion (Cortisol) oder als Dunkelmann von Vit.D3 bei seinem exzessiven Lebensstil. Während die Architekten dieser Generation sich im Eustress die Pöstchen und Funktionen und die Schlacht am BuFETT teilen. Generation 68 bis 78…: allen voran die Päpste ab 70…(gute Chancen auf Beschäftigung im Alter)
    Gauck, Adam.-Schwätzer, Ströbele, Stoiber….kein Mangel an Namen
    all die Staatsbeamten, die alten Gesellen, die bei Pension sich ein oder mehrere weiteres Zubrot verdienen, ihre gute Laune, ihr vermeintliches Ansehen und maßlos durch die TV-Tanz-Shows huschen.

  15. provokant, oder? sagt:

    lesenswert, gesehen bei kreidfeuer:

    Political Correctness und die Frankfurter Schule
    Veröffentlicht am 2013/11/14 von Carolus

    Wer sich fragt, warum die heutige politische Situation so ist, wie sie ist, findet vielleicht hier einige entscheidende Puzzleteilchen:
    Giselher Suhr: h ttp://www.freiewelt.net/political-correctness-mehr-als-ein-streit-um-worte-teil-zwei-10015894/ (12.11.):

    … 1933, als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland ergriffen, flohen die Mitglieder der schon damals so genannten Frankfurter Schule. Die meisten gingen in die Vereinigten Staaten. An den dortigen Universitäten begaben sie sich auf die Suche nach den Ursachen des Hitlerfaschismus, dem sie entkommen waren.

    Die Emigranten der Frankfurter Schule machten in den USA unzählige Studien über Meinungen, Einstellungen und Werte, die aus ihrer Sicht verantwortlich für den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland waren. Sie fanden die Ursache in den Grundlagen der Westlichen Kultur: Christentum, Kapitalismus, und in den in der Gesellschaft verwurzelten Vorstellungen von Autorität, Familie, Patriarchat, Hierarchie, Moral, Tradition, sexueller Enthaltung, Loyalität, Patriotismus, Nationalismus, Vererbungslehre, Ethnozentrismus, Konventionen und Konservativität.

    Es sind, nicht nur prima vista, genau jene Werte, die aktuell zu vertreten in Deutschland schnell als politisch unkorrekt gilt. …

    … Die Autoritäre Persönlichkeit wurde zum (ungelesenen) Handbuch für Kampagnen gegen jede Form von vermeintlichen Vorurteilen und Diskriminierungen. Wer nicht gegen jede Erscheinungsform der autoritären Persönlichkeit kämpft, würde sich am Ende mitschuldig machen an einem zukünftigen Holocaust.

    PC bedeute zugleich den Beginn des Kampfs gegen alle bürgerlichen, westlichen Werte. Zur Erinnerung: Das waren (laut Frankfurter Schule) die einmal tief in der Gesellschaft verwurzelten Vorstellungen von Autorität, Familie, Patriarchat, Hierarchie, Moral, Tradition, sexueller Enthaltung, Loyalität, Patriotismus, Nationalismus, Vererbungslehre, Ethnozentrismus, Konventionen und Konservativität. Es sind wohl diese Werte, die der eingangs zitierte [Georg] Lukács ins Visier nahm:

    Ich sehe die revolutionäre Zerstörung der Gesellschaft als die eine und einzige Lösung für die kulturellen Widersprüche unserer Epoche an
    und:
    Ein weltweiter Umsturz von gesellschaftlichen Werten kann nicht geschehen, ohne dass die alten Werte vernichtet und neue von den Revolutionären geschaffen werden.

    Eine sehr anspruchsvolle mehrteilige Zusammenstellung zur Frankfurter Schule findet sich hier: h ttp://deutschland-politik-21.de/tag/kulturrevolution/.

  16. Carl Dal Pund sagt:

    Die Evolution ist – wenn immer noch moeglich – der Revolution vorzuziehen. Freiheit, Gleichheit und Bruederlichkeit brauchen nicht neu erfunden, sondern nur wieder durchgesetzt zu werden.

  17. Alienus sagt:

    @Pasionaria 13.11.2013 um 22.54

    Nun, Pasionaria, Deine Hoffnung auf bio-ökologischen Wandel in Ehren, aber da bin ich ein zu pessimistischer Optimist. Der Umstieg als solches als sog. Paradigmen-Wechsel von Z auf A wird sicherlich honorig erscheinen, jedoch wird es das Grundübel, den durch Menschen verursachten unkontrollierten Abbau und die Abnutzung von Ressourcen nicht wettmachen können. Bio-Kaffe hin und Bio-Baumwollsocken her!

    Wir fressen ohne Grenzen offensichtlich unseren eigenen Untergrund unter uns im wörtlichstem Sinne selbst weg. Deshalb kann man den Ablauf der hier geltenden Systems des Fressens auch in dem bisherigen Ablaufschema A bis Z weiter laufen lassen. Der einzige Vorteil dabei ist, dass dann die Menschheit schneller an den Rand des „Nichtmehrsolaufenlassenkönnen“ gelangt. Diese Auto-Kannibalisierung schein ein „humanes“ Prinzip zu sein, welches wahrscheinlich nur von äußeren Faktoren, z. B. des Mangels, spekulativen Rückhaltungen beeinflussbar sind. Jedoch diesen „Mangel“, hier meinend eine gewisse selbstauferlegte „Fasten-Funktion“ erscheint all zu vielen Menschen als ein Graus. Welch eine grause Wirklichkeit in einer neoliberalen Scheinwelt!

    Wie ist das derzeitig vorherrschende Motto bei diesem Thema: Eine neoliberale Hand wäscht die öko-niederträchtige Hand, und wenn’s halt mit den Tränen der Opfer ist.

    Apropos Tränen:

    Im neoliberalen Tal der blutigen Tränen
    .

    Neoliberalismus – oft ein Händeler des Todes,
    Überlebende beweinen die Opfer des Mordes.

    Tränen, kristallklar, rinnen über die Wangen,
    mit Tüchern kann man sie nicht mehr fangen.

    Über Gewässer sie fließen zum großen Meer,
    vermischen sich dort – sind keine Tränen mehr.

    Es ist nur noch Wasser in diesem Gewässer,
    verwischt sind die Spuren, das ist doch besser.

    Wasser verdunstet, bildet mächtige Wolken,
    so ward dieses Meer von der Hitze gemolken.

    Es geht eine traurige Träne auf große Reise,
    nach Europa, zahlt jedoch mit blutigem Preise.

    Über’m Jammertal, den Wolken wird’s gefallen,
    sie öffnen sich und viel Tränen hernieder fallen.

    Der Neoliberale ist froh und sehr beschwingt,
    schön ist’s, was diese Wolke ihm Wasser bringt.

    Es ist nicht nur Wasser mit ettlichen Tränen,
    es gibt auch Blut, verursacht durch diese Hyänen.

    Ob unendlich riesiger Erfolge und bester Zahlen,
    Opfer – die dies mit Tränen und Blute bezahlen.

    Der Täter erhält meist eine gigantische Gabe,
    das Opfer vermodert jedoch im eigenen Grabe.

  18. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Wie recht Du doch leider ‘Gottes’ (wo ist er geblieben?) hast.
    Trotzdem kämpfe ich gegen die Tränen,
    indem ich folgendes möchte erwähnen:

    Keine Träne wert:

    Den Traum von einer intakten Welt ausgeträumt?
    Nein…… späte Einsicht, aber nicht total versäumt,
    noch ist der letzte Sturm nicht verweht,
    die Vernunft ein’ger Wenigen zurecht gedreht.

    Von den Tränen sich nun befreit,
    viele Bewusste auf der Welt weit und breit,
    Hoffnung soll wieder kehren ein,
    mit Wort und Tat in unserem Sein.

    Der neoliberale Bumerang in grau gefärbt,
    wird unverzüglich mit allen Mitteln enterbt.
    keine Wirtschaftszwänge mehr zugelassen,
    zu happig war’s um davon neue zu zulassen.

    Neoliberales Handeln wie von Gift betäubt,
    ab heut wird dagegen gesträubt,
    in deren Ansinnen nur lieget Zwang,
    nicht mehr deren Wege gehen wir lang.

    Von grossem Tatendrang unsere ‘Seele’ bewohnt,
    eine intakte Welt für die es sich lohnt,
    das neoliberale Damokles-Schwert
    ist nicht mal eine einzige Träne wert…..

  19. Alienus sagt:

    Erlösung!?
    .

    Unkonzentriert sitz ich hier herum,
    bastle an diesen Zeilen ad infinitum,
    zuvor braucht’s eine Lösung in Futur,
    damit sich rasch erholet die Natur.

    Drum braucht’s einen Neo-Perikles,
    gegen das Schwert des Damokles,
    damit man beseitigt die Bedrohung,
    diese global-neoliberale Verrohung.

    Dazu braucht’s ein scharfes Schwert,
    damit man sich tapfer dagegen wehrt,
    der liberalen Hydra abhackt alle Köpfe,
    in Zerberus’ Napf dann diese schöpfe.

    Hoffentlich ist dieser Spuck bald vorbei,
    Heureka – waren wir dann je dabei!?
    Vom Neo-Liberalismus entlich befreit,
    ist dann die Erde für neue Wege bereit!?

  20. Pasionaria sagt:

    Alienus
    spät aber dafür umsooo freier resp. in Anlehnung an Kurt Tucholsky

    Stimmt einmal nicht mehr des Arbeitgeberskasse
    nimmt er Zugriff auf die Masse.
    Er setzt frisch und munter,
    die Löhne recht massiv herunter –

    Des Arbeiter Geld ist in allen Welten:
    und das Gesetz des Mächtigeren soll gelten
    Kapital und Dividenden und Zubehör
    heisst global unser gross Malheur

    Wer sich nicht mehr wehren kann,
    ist neben der Natur der Arbeitsmann.
    Der Revoluz, der schon immer nur verhetzte,
    dem wird genommen nun das Letzte.

    Umweltsünden, Arbeiterblut muss man keltern.
    Gespart wird an den niedrigen Gehältern.

    Die Globalisierer haben im Schädel nur ein Wort:
    entweder Expansion oder Export!
    Kaum möglich mehr ein eigener Hausstand,
    Immobilienbesitzer meist wohnen im Ausland!

    Für’s Volk gibt’s kaum noch Waren,
    derart ist es gezwungen, täglich nur zu sparen.
    Der richtige Globalisierer, dieser Kapitalist
    hat verdient als es dem Volk noch gut gegangen ist.

    Er hat einen guten Magen,
    das Risiko muss nicht er tragen…..
    er gibt es skrupellos und gar nicht schlapp
    dem biederen Konsumenten ab.

    Wir wissen’s nicht erst seit heut, nein schon viel früher
    Gott segnet nach wie vor, all diese Wirtschaftsverfüher!

    Wir geben das Risiko traurig und schlapp
    inzwischen in der Garderobe ab.

    Was macht man mit Arbeitermassen?
    Entlassen! Entlassen! Entlassen!
    Wir haben die Lösung gefunden:
    Krieg den eignen Kunden!
    Dieweil der deutsche Kapitalist
    Gemüt hat und Exportkaufmann ist.
    Wußten Sie das nicht schon früher –?
    Gott segne die Wirtschaftsverführer!

  21. Ueli sagt:

    @Alienus @Pasionaria
    Dichter aller Länder – Vereinigt euch!

    Der Staat, er falle! Ob er Monarchie,
    Ob Republik, ob sozial sich nenne.
    Denn nie ist es geschehn, nie sag ich, nie,
    Dass je im Staat der Freiheit Fackel brenne!
    Der Staat ist Zwang. Er kennt nur Herrn und Knechte.
    Wir aber wollen keins von beiden sein.
    Wir wollen unsere heiligen Menschenrechte,
    Um sie zu deuteln, keinem zweiten leihn!

    Ist das den Damen zu “anarchistisch”?

  22. Pasionaria sagt:

    Ueli
    ……vom Knecht zum Anarchisten…..

    Dietrich Bonhoeffer würde sagen: Das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freisein für etwas. Freisein allein um des Freiseins willen aber führt zur Anarchie..

  23. Ueli sagt:

    @Pasionaria
    Herr Bonhoeffer war im Gegensatz zu den meisten feigen Gläubigen – man lese nur die Hirtenbriefe der Bischöfe aus der Hitlerzeit einer der wenigen, die Widerstand leisteten. Dies verdient Respekt und Andenken. Trotzdem ist es natürlich totaler Blödsinn zu behaupten, dass Anarchisten einfach nur mal auf Teufel komm raus “frei” sein wollen – ohne einen Plan zu haben “für was”. Das ist eine bösartige Unterstellung – welche Sie freilich auch nicht beweisen können. Anstatt die altbackenen Vorurteile zu wiederholen – könnten Sie doch einfach mal einen so hellen Kopf wie Gustav Landauer lesen. Danach wissen Sie vielleicht auch, dass Anarchisten sehr wohl ein “Freisein für etwas” im Sinne haben.

  24. Alienus sagt:

    @Ueli 24.11.2013 um 17.12

    Ohne Sinn
    .

    Anachronistisch für Damen?
    Fallen Sie nicht aus’m Rahmen!

    DichterInnen aller Länder?
    Schwierigkeit beim Gender!

    Um dies je zu akzeptieren,
    müsste man mich opperien.

    Alienus ist mein real Name,
    Aliena – wäre fantastic Fame.

  25. Ueli sagt:

    @Alienus
    Herr Alienus weist auf sein Gender hin
    Und nennt dies ganze: Ohne Sinn

    Ich entschuldige mich für mein Latein
    Meine Dichtung interessiert wohl auch kein Schwein.

  26. Quatschnicks sagt:

    dachte mir,
    das gäbs nur hier
    mit dem Bus nach Basel
    kommen frische Haasel
    und zurück nach Polen
    nicht auf leisen Sohlen
    niedrig Lohn
    der gute Ton
    manch ein alter Bock
    greift senil noch nach dem Rock
    nicht nur London hält sich Sklaven
    Eigenlob für all die Braven!

  27. Alienus sagt:

    @Ueli

    Nichts für ungut
    .
    Entschuldigen Sie sich nicht für Ihr Latein,
    tatsächlich liest dies doch kein Schwein.

    Wirklich lesen tun dies krumme Hunde,
    seltsam zwar, doch eine wahre Kunde.

    Hier wimmelts nur von seltsam Viechern,
    gar lustig ist’s und viel zu wiehern.

    Quacker, Stinktier und manch Vogelart,
    streitet rum um des Propheten Bart.

    Dadurch ist jedem sein Platz gegeben,
    im Himmel oder Hölle, man trägt’s ergeben.

    Hier fühlt man sich wohl als seltsam Getier,
    und juchzet laut: Welch ein herrlich Plaisir.

  28. Quatsch-Nicks sagt:

    “Hier fühlt man sich wohl als seltsam Getier,
    und juchzet laut: Welch ein herrlich Plaisir.”

    NÖ…

    haben sich längst aandere Konstellationen ergeben.

    Unsere Merkel ist mal christlich, mal liberal. mal kummunistisch…mal….

    WER sind die FEIGLINGE????

    @ Pasionaria:

    wie der Terror hier um sich greift

    h ttp://www.pi-news.net/2013/11/lumpenjournaille-zur-compact-konferenz/

  29. Carl Dal Pund sagt:

    “Wir Aussenstehende sind Stümper und sollten schweigen. Crigs”

    @Christian Duerig (11. November 2013 um 19:02):

    Solange sich dillettanttische Theokraten und (andere) Partikularinteressen vertretende Politiker in die Fachbereiche von Experten katastofal einmengeln, tut der Kleinbuerger und Kleinkonsument gut daran, nicht wegzuschauen, insbesondere wenn es eines Tages auch ihn preichen kann.

    Zuerst waere es von den Experten zu wuenschen, dass sie auch im Interesse der Kunden und nicht nur im eigenen deutlich veroeffentlichen, was die Sicherheit, Freiheit und das Wohlbefinden des Kunden optimiert. Wenn die Versicherungsgaengster die nackte Restarbeitsfaehigkeit bis zum letzten Tropfen auspressen wollen, statt arbeitsunfaehige und fast erwerbsunfaehige bis zum Gehtnichtmehr zu schickanieren und woechentlich zur Schreubelung des Vollzeitdopings zum Arzt zu jagen, haben nicht nur Aerzte, sondern auch Dopingfabrikanten und Anwaelte allen Grund (kruzfristig) Honorarkassenfuellend zu schweigen.

    Wenn sich dann nicht nur die Patienten, sondern auch die Lohndoempingaerzte heufen, und Gebietssprachanalfabeten gleichzeitig ein paar Anestesien parallel vorbereiten und “beaufsichtigen”, laufen den zu Opfern mutierten Patienten das kalte Grauen und die Todesangst den Ruecken hinunter. Die Sahnehaube auf dem teuflischen Kocktail ist dann die Versicherungsbuerokratie zum Betrug am Patienten. Auf eine Stunde Diagnose und Behandlung kommen bald ein paar Stunden buerokratischer Leerlauf.

    Dabei funktionier(T)en paritaetische Aerztekommissionen sogar im Krieg den Umstaenden entsprechend optimal. Ueber die Repatrierung von (nur nicht mehr zur Maximierung der Kriegsanstrengungen verwendbaren Kriegsgefangenen) entschied im ersten Weltkrieg eine dreikoepfige Aerztekommission bestehend aus einem Arzt des Gewahrsamsstaates, einem Arzt des Heimatstaates und einem neutralen Arzt als Praesident. Wenn die Politiker keine idiotischen Vorgaben machen (zB Prozentgrenzen) funktioniert das System allseits befriedigend.

    Auch in der Schweiz funktionier(T)en die aerztlichen UCR und UC befriedigend, wenn die Politiker nicht immer mehr fisische oder psychische Krueppelkategorien als kriegsverwendungsfaehig vorschreiben wuerden. In der Befehlskette wird dann zusaetzlicher sachfremder Druck gemacht. Waehrend die UCR in Friedenszeiten ohne kurzfristige Kriegsgefahr im Rahmen des Politbloedsinns noch einigermassen vernuenftige Dispensraten aufweisen, sind die UC bei An- oder gar Ausexerzierten viel strenger. Immerhin muss das ins Exerzieren investierte Geld gerettet werden, auch wenn ein nicht Dispensierter fisisch oder psichisch zugrunde geht und im Kriegsfall eine Gefahr statt eine Stuetze fuer die Kriegsanstrengungen waere…..

    Bei Abtreibungen ist es absurd, einerseits den Schutz erst werdenden Lebens mit Verweigerung von Gratisabtreibungen oder gar Bussen zu bewehren und taeglich 25 000 Geborene verhungern und noch viel mehr in die Kindersex- und -zwangsarbeitssklaverei druecken zu lassen. Andererseits muss zum Schutz vor Missbreuchen bereits Geborener voll gewaehrt werden. Es geht nicht an, Kinder mit untaetigen Staatsanwaelten aktiv oder auch “nur’ passiv zu euthanasenn, wenn sie atmed die Scheide passiert haben. Abtreibungen nach dem dritten Monat sollten nicht mehr mit psichischen Gefaelligkeitsgutachten bewilligt werden, nur weil der angepeilte (Zahl)vater keine Lust zeigt, sich ungefragt oder gar betruegerisch zum Alimentenzahlsklaven machen zu lassen. Sondern nur noch bei fisischer Lebens- oder Invaliditaetsgefahr fuer die Mutter, ohne Toetungslizenz fuer ein ueberlebensfaehig zu spaet abgetriebenes Kind….

    Bei nicht mehr urteilsfaehigen Abkratzern ist die Lage viel heikler. Einerseits das Interesse des Patienten, nicht noch heilbar eutanasiert zu werden, andererseits das Interesse der Versicherungen und Erben, Rentner statt Praemienzahler moeglichst schnell zu entsorgen. Theokraten und Versicherungsgaengster sowie pflegefaule ErbInnen sind da ebnso schlechte Ratgeber wie die offensichtlich nicht mehr nur Hipokrates und dem Genfer Eid, sondern auch dem eigenen Portemonee verpflichteten behandelnden Aerzte. Da waere eine EC aus einem von den Theokraten und einem von den Versicherungsgaengstern ernannten Arzt und einem neutralen Arzt als Praesidenten fuer einen erstinstanzlichen Entscheid ideal…..

    Der Entscheid wuerde lauten: Von den Leiden passiv befreien; nur noch Paillatieren; Heilung versuchen…..

    Ein EC-Antrag auf aktive Sterbehilfe bei besonders schmerzgeplagten oder sonst medizinisch oder juristisch komfortberaubter Patienten sollte einem Fachgericht mit ausgewogenen Richtern und einem neutralen Praesidenten zum Entscheid vorgelegt werden muessen…..

  30. Alienus sagt:

    @Pasionaria

    Genugtuung und Illusion
    oder
    Macht es Sinn, das Leben der Liberalen mit allen Mitteln zu verlängern?
    .

    Die Libs aus’m Bundestag geschossen,
    nie köstlicher hat man’s je genossen.
    Das machten jetzt die Arbeitermassen,
    haben gelbe Schwätzer nun entlassen.

    Ob’s besser wird kann man nur erhoffen,
    Schwarze und Rote reden sich besoffen.
    Trotz all dieser politisch Farbenlehren,
    wird’s uns nie an Illusionen entbehren.

  31. Pasionaria sagt:

    Alienus

    Lieber farbenblind als blinde Farben.

    Wie kaum anderswo,
    Deutsche, ach so farbenfroh
    Der Farbe schwarz,
    verdanken sie, oh Schande, Hartz.
    Ganz unter’m Motto liberal,
    des Jahrhunderts weltweite Qual.

    Rot ist auch praktisch tot,
    tat diese Koalition denn Not?
    Grün nur noch ein Farbenflecken,
    die kultivieren bloss noch Zecken.

    Gelb ist selbst nicht nur für Farbenblinde,
    keine Farbe, nur noch Staubkorn im Winde.
    Wo seid ihr Revolutionäre, schrei ich laut.
    Ohne sie wird unsere Welt.
    Ja, bald nur noch liberale Krieger
    wo sind die moralisch-wahrhaftigen Sieger?
    In der Allgemeinheit wird nur noch gegrummelt,
    und sie merkt nicht, wie man sie beschummelt.

  32. Pasionaria sagt:

    Alienus

    Korr.:
    ……
    Wo seid ihr Revolutionäre, schrei ich laut.
    Ohne sie wird unsere Welt. versaut…
    ……….