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Ein Christ will Muslime missionieren

Hugo Stamm am Donnerstag den 22. August 2013
Muslime hören sich in Winterthur die Freitagspredigt an. (Keystone/Alessandro Della Bella)

Anscheinend hat Gott die Muslime nach Europa geschickt, damit sie Christen werden: Muslime hören sich in Winterthur die Freitagspredigt an. (Keystone/Alessandro Della Bella)

Eines der Merkmale freikirchlicher Gläubiger ist, dass sie die Welt gern aus ihrer individuellen Perspektive interpretieren. Diese Perspektive ist bestimmt durch ihren radikalen Glauben an die Bibel und an ihre Definition von Gott. Beides prägt ihr Weltbild. Ein Weltbild, das von Hoffnungen, Ängsten und Sehnsüchten bestimmt wird.

Ein Beispiel für diese These ist Andreas Maurer, Maschineningenieur und Dr. theol. Der 61-jährige Theologe promovierte zum Thema «Christentum und Islam, Bekehrungsmotive von Christen und Muslimen». Er gehört zu den wenigen Theologen, die sich auch im Islam auskennen. Und wie bei vielen Freikirchlern macht auch Maurer seine Passion zur Mission. Doch das ist schwierig: Wie missioniert man Muslime? Man mag den Auftrag von Gott erhalten haben, doch man gerät trotzdem in Teufels Küche. Denn Muslime zu missionieren, ist mehr als delikat.

Maurer geht natürlich nicht hin und verkündet: «Ich missioniere Muslime.» Er vermeidet den Ausdruck im Interview mit der freikirchlich orientierten Zeitschrift «idea/Spektrum» tunlichst. Er besuche Moscheen, spreche mit Muslimen und stelle Fragen. Immer wieder Fragen. So erreiche er die Gläubigen. Der Rest besorge Gott: Diesem stelle er sich zur Verfügung und sei ein Zeugnis. Die unausgesprochene Botschaft: Ich sichere den Kontakt, das Werk muss aber Gott vollenden.

Um seine Arbeit in die Breite zu tragen, hat Maurer das Buch «Islam und wie Christen mit Muslimen ins Gespräch kommen» geschrieben. Der Autor sagt, dass er den Muslimen gern erkläre, was er unter Wahrheit verstehe. Wahrheit kann für ihn nur Jesus und die Bibel sein. Doch was passiert dann? Das sagt Maurer im Interview nicht. Immerhin erwähnt er, dass er schon von fanatischen Muslimen bedrängt und bedroht worden sei. Deshalb gehe er nur noch zu zweit in Moscheen.

Eine der Fragen lautet, warum Muslime fünfmal am Tag beten würden. «Durch einfache Fragen kommen Muslime oft ins Nachdenken und merken, dass der Koran vieles ja gar nicht sagt.» Zum Beispiel, dass Gläubige fünfmal beten müssen. Maurer kommt zum Schluss, dass der Islam ein Glaube der Angst sei. Dann setzt er noch einen drauf: «Über 70 Prozent von dem, was viele Muslime denken, steht gar nicht im Koran.» Und man fragt sich, woher Maurer diese erstaunliche Zahl hat.

Als Maurer erklärt, Gott schicke Muslime nach Europa, reibt man sich endgültig die Augen. Er wolle, dass Muslime auch das Evangelium hörten. Dann wird Maurer prophetisch: «Ich sehe für den Islam weltweit eine ähnliche Entwicklung, wie die des Kommunismus: Er fällt zusammen.»

Die nackten Zahlen sprechen aber eine andere Sprache. Ein Beispiel mehr dafür, wie ein fundamentalistischer Glaube das Denken bestimmt. Und das Handeln.

 

 

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458 Kommentare zu “Ein Christ will Muslime missionieren”

  1. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Dominican Republic: “Community organizations held a press conference in Constanza yesterday to denounce sexual abuse allegedly committed by a local parish priest, Father Juan Manuel de Jesús Mota. The groups made the complaint via the Cibao Women’s Coordination Group and called on the La Vega prosecution office to open an investigation into the case: despite being informed of the allegations two weeks ago the authorities have not yet taken any action. A priest identified as Juan Manuel de Mota (Padre Johnny) who has served the church in Constanza for 15 years, is accused of sexually abusing several young girls, some of them members of the parish choir.” (29.8.13)

    http://www.dominicantoday.com/dr/local/2013/8/29/48790/Constanza-priest-accused-of-sexual-abuse

  2. Alienus sagt:

    @Tim 29.08.2013 um 15.21 Uhr

    Aber Tim, die Schreibe von der Zahnfee und dem rosarotem Hasen oder von göttlichen fliegenden Nudeln sind doch ein Witz. Von mir aus eine Burleske. Oder sogar Ironie. Vielleicht Sarkasmus. Von mir aus sogar eine Zynik. Aber es ist doch keine Beleidigung. Was mir als ein auch ehemals sehr gläubigen Mensch auffällt, ist dieses, dass bei der Reflektion der Wissenschaft allzu oft die Gläubigen sehr dünnhäutig reagieren. Sie haben ja auch geschrieben, den Gläubigen würde der IQ-Wert von Idioten mit der Skalierung 75 attestiert. Meines Wissens entspricht dies nicht der Wahrheit. Das ist eine Schutzbehauptung. Und ich warte noch immer mit freudiger Erregung auf Ihre Angaben zu diesen Fundstellen.

    Die Wissenschaft und die Religion befinden sich leider m. E. in zwei etwas verschiedenen Ebenen. Die Religion kommt aus der archaischen, uralten Tiefe, bei der die oberen Stockwerke des Menschseins noch nicht voll entwickelt waren, immer noch sehr schwer heraus. Wo offensichtlich der Witz, die Finte oder der Scherz noch nicht entwickelt waren und offensichtlich auch noch nicht bei allen Gläubigen ist. Die Wissenschaft kommt aus der oberen, jüngeren und anders strukturierten Schichtung mit all ihren Stärken und NATÜRLICH ihren Schwächen. Hier in der Wissenschaft ist der Selbstzweifel eher daheim. Na ja, zumeist mindestens. Aber der scheint bei vielen Tiefreligiösen zu fehlen.

    Habe mit einem, aus meiner und sogar seiner eigenen Sicht, ultrakonservativen Gläubigen gesprochen. Bei der Argumentation der Gleichzeitigkeit von Adam mit Eva und ihrem Saurier im Schrebergarten war mein Spaßpotential aufgebraucht. Am nächsten Tag musste ich zum Arzt mit einem Verdacht auf Zwerchfelldurchbruch. Religion kann auch heiter sein. Wer hätte dies gedacht!

    Die Aussage von Ihnen bezüglich des Glaubens, den man selber erfahren soll, ist schon etwas schwierig. Denn wie soll man seinen eigenen Erfahrungen einer anderen Person mitteilen als über die Gedanken, Sprache und das Schreiben. Diese sind alles Dämpfungs- und Veränderungssysteme über solcherartigen Erfahrungen und Gefühle, und das noch bei dieser beweisunfähigen Sache wie Gott und den Glauben an ihn.

    Sie scheinen ja auch grundsätzliche Bedenken gegen die Wissenschaft zu haben, wobei z.B. die Wissenschaft scheinbar-tatsächlich ihre Beweisführungen zumindest etwas leichter hat als die Beweisführung über eine Sache wie Gott, der sich naturgegeben jedwelcher Beweise einfach entzieht. Wo NICHTS ist hilft sicherlich glauben weiter. Dieses NICHTS zu beweisen ist sicherlich unmöglich, aber es ist die Aufgabe der Wissenschaft, mitzuteilen, dass bei der Untersuchung dieser Sache noch nichts raus gekommen ist. Auch scheint es mir legitim, bei dieser unmöglichen Beweisführung einklares NICHT VORHANDEN in der derzeitigen Erkenntnis zu postulieren. Da bleibt logischerweise nur noch der Glaube an ihn übrig. Aber Sie können natürlich durch die Worte hier nicht automatisch den falschen Schluss ziehen, dass die Wissenschaft per se gegen Gott ist. Was nicht existent zu sein scheint wird logischerweise als nicht vorhanden angesehen und es werden vorauseilende Mutmaßungen, Theorien, Hypothesen u.ä.m angestellt – und dann meist ergebnisoffen nach der Existenz des Dinges gesucht.

    Wenn man sich mit den Neanderthalern oder den Römern beschäftigt, kann man ja auch eine vernünftig seiende Meinung zu diesen haben, ohne je solch einer gewesen zu sein oder gar in deren Umfeld gelebt zu haben.

    Was meinte der gute Albert Einstein so tröstlich: Alles ist relativ!

  3. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “Another 26 claims of clergy sexual abuse against priests with the Archdiocese of Dubuque have been settled for cases from the late 1940s through the 1970s. The archdiocese paid a total of $5.2 million to the abuse survivors: 22 men and four women, according to attorney Chad A. Swanson of the Waterloo, Iowa, firm Dutton, Braun, Staack & Hellman. The firm has resolved 83 clergy sexual abuse claims against the archdiocese since 2006. The priests named in the latest group of claims served in schools, hospitals, colleges, convents and parishes big and small. A group representing clergy sex abuse victims said there are likely many more victims who have not reported their abuse.” (28.8.13)

    http://www.thonline.com/news/breaking/article_fd6c32c0-0fef-11e3-8c2f-001a4bcf6878.html

  4. Tim sagt:

    @ Michael Bamberger

    Nein, noch mehr Beispiele brauche ich nicht, danke! Es scheint mir da aber doch einen geringfügigen Unterschied zwischen dem Glauben an die Zahnfee und den Glauben an Gott zu geben. Aus irgendeinem Grund glaube ich heute ja nicht mehr an eben diese Zahnfee und kann meinen Glauben an Gott trotzdem noch mit meinen Erkenntnissen über Welt und Wissenschaft vereinbaren. Ich denke keineswegs geringfügig über Kinder und ihren kindlichen Glauben, aber wenn ich Ihren Glauben (oder ihre Überzeugung – what ever) an die Wissenschaft mit dem Glauben an ein rosarotes Einhorn vergleiche, würde das bei Ihnen wohl ungefähr die gleichen Gedanken auslösen, nicht?

  5. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “New allegations of child sex abuse emerge related to the Catholic church. A Youngstown man claims he was molested at age 13 by a teacher at St. Christine’s School in the city. Jerry Arnal, now 51 years-old, stood outside the Catholic Diocese of Youngstown telling 21 News he felt compelled to publicly reveal his painful past in hopes that he could prevent the crimes from happening to any other young children. Arnal says he was repeatedly molested by a deacon and Catholic school teacher at St. Christine’s back in 1976. The Youngstown man also claims the alleged abuser still works in the diocese, a claim the Youngstown Diocese vehemently denies.” (29.8.13)

    http://www.wfmj.com/story/23282506/man-claims-abused-by-catholic-school-teacher

  6. Michael Bamberger sagt:

    @ Alienus

    Pardon, neu formatiert:

    “…die Schreibe von der Zahnfee und dem rosarotem Hasen oder von göttlichen fliegenden Nudeln sind doch ein Witz. Von mir aus eine Burleske. Oder sogar Ironie. Vielleicht Sarkasmus. Von mir aus sogar eine Zynik.

    Wie kommen Sie zu diesem Schluss? Was unterscheidet Götter und Göttinnen von Zahnfeen, Osterhasen, oder fliegenden Teekannen, könne Sie mir das bitte erläutern?

  7. Michael Bamberger sagt:

    @ Tim

    “…aber wenn ich Ihren Glauben (oder ihre Überzeugung – what ever) an die Wissenschaft mit dem Glauben an ein rosarotes Einhorn vergleiche, würde das bei Ihnen wohl ungefähr die gleichen Gedanken auslösen, nicht?”

    Nein, das würde es nicht auslösen, denn im Gegensatz zum rosa Einhorn, welches einen Glauben voraussetzt, ist dieser bei der Wissenschaft irrelevant (so auch die Überzeugung), denn die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung lassen sich beobachten (verifizieren), da sie Fakten darstellen. Bei bekanntwerden neuer Fakten, revidiert die Wissenschaft ihre Theorien (Beispiel Newton / Einstein), was beim rosa Einhorn und bei Göttern aus bekannten Gründen kein erfolgversprechendes Unterfangen sein kann.

    Übrigens, Sie haben zu den Griechen und Römern, bzw. Poseidon und Neptun nicht reagiert, sondern nur die Kinder betreffend, warum?

  8. Albert Baer sagt:

    @Tim

    Wissenschaft hat übrigens nichts mit Intelligenz und auch nichts mit Universitäten und Akademien zu tun. Wissenschaft ist vor allem eine bestimmte Haltung gegenüber der Welt und Haltungen sind sehr stark von Gefühlen beeinflusst.

    Es können als ganz normale Menschen die noch nie eine Uni von innen gesehen haben eine wissenschaftliche Haltung gegenüber der Welt haben.

    Und hier erfährt man, dass selbst Kinder wissenschaftlich tätig sein können:

    http://www.ted.com/talks/beau_lotto_amy_o_toole_science_is_for_everyone_kids_included.html

  9. Albert Baer sagt:

    @Tim

    Wissenschaft hat übrigens nichts mit Intelligenz und auch nichts mit Universitäten und Akademien zu tun. Wissenschaft ist vor allem eine bestimmte Haltung gegenüber der Welt und Haltungen sind sehr stark von Gefühlen beeinflusst.

    Es können als ganz normale Menschen die noch nie eine Uni von innen gesehen haben eine wissenschaftliche Haltung gegenüber der Welt haben.

    Und hier erfährt man, dass selbst Kinder wissenschaftlich tätig sein können:

    http://www.ted.com/talks/beau_lotto_amy_o_toole_science_is_for_everyone_kids_included.html

  10. paprika sagt:

    @ Michael Bamberger
    29. August 2013 um 17:18

    @ Alienus

    “…die Schreibe von der Zahnfee und dem rosarotem Hasen oder von göttlichen fliegenden Nudeln sind doch ein Witz. Von mir aus eine Burleske. Oder sogar Ironie. Vielleicht Sarkasmus. Von mir aus sogar eine Zynik.”

    Wie kommen Sie zu diesem Schluss? Was unterscheidet Götter und Göttinnen von Zahnfeen, Osterhasen, oder fliegenden Teekannen, könne Sie mir das bitte erläutern?

    Fragen Sie das ernsthaft?

    Zahnfee und Teekanne sind sofort erkennbar als amüsante Vergleiche
    aber sie haben nichts zu tun mit wettermachenden Göttern und schon gar nicht mit dem einen Übervater, dessen Gebote unser Leben bestimmen und dessen Schriften Antwort auf existenzielle Fragen geben sollen.

  11. Alienus sagt:

    @Michael Bamberger 29.08.2013 um 17.18 Uhr

    Ihre Frage hat mich fast zum Wahnsinn getrieben!!!
    Denn wie kann man an solchen Göttern zweifeln und sie auch noch als Burlesken darstellen? An der Zahnfee, dem rosaroten Hasen und den fliegenden Nudeln bzw. insbesondere der fliegenden Teekanne!

    Nach reichlicher Überlegung gibt’s nur einen Fluchtweg: Die Nichtgöttlichkeit dieser Objekte beweisen!
    Untersuchen wir die Götter / Göttinnen (vorausgesetzt wir meinen die üblichen Verdächtigten), werden wir feststellen, dass sie deshalb so genannt werden, weil sie von den Menschen / Gläubigen angerufen werden wollen / müssen. Ihr verbaler Ursprung und Sinninhalt verweist darauf hin. Also muss an die „echten und traditionellen“ Götter ein Anrufungsritual, welches auch noch nur durch die Anrufungen und Erbittungen durch sog. „Sachkundige = Priester, Schamane und andere Scharlatane“ durchgeführt werden müssen. Dieses Kriterium der notwendigen Anrufungen erfüllen unsere Fee, die UFOs als fliegendes und farbiges Getier und Gerät nicht. Diese sind einfach da und somit ein Produkt von uns Märchenonkels Bamberger und Alienus.

    Ganz im Gegensatz zu den besagten Göttern. Die würden wir sicherlich nicht aus deren Nichtexistenz bzw. dem eindimensionalen Raum zu uns auf die Welt locken können. Mindestens nicht in diesem Blog. Also sind die übrigen Genannten nur einfache Existenzen der dreidimensionalen „Wirklichkeit“ bzw. der mehrdimensionalen „Phantasie“. Die Harmlosen wie unsere Phantasmen sind in der Regel harmlos. Die wirklich Wirklichen, die Unsichtbaren, die Nichtseienden, wie der monotheistische Gott und sein kumpelhafter Antipode, der Teufel, die sind eher die schwierigen und teilweise gefährlich. Zumindest für die, da an diese Dinge wirklich glauben.

    Fazit: Die beschriebenen sichtbaren Witzfiguren sind glaubhaft witzig! Die Götter jedoch sind nur durch glauben an sie und durch einen glaubhaften Glauben vorhanden!

  12. Tim sagt:

    @ Alenius

    “…Und ich warte noch immer mit freudiger Erregung auf Ihre Angaben zu diesen Fundstellen.”

    Ich hoffe, es ist Ihnen nach langer Suche und dem nicht fündig werden mittlerweile klar, dass meine Aussage nicht 1 zu 1 in dieser Diskussion zu finden ist. Natürlich habe ich es überspitzt formuliert, aber im Grunde widerspiegelt es einfach das, was mir im durchlesen der jeweiligen Kommentare entgegengekommen ist. Aber als kleines Beispiel: Wenn ein gewisser Herr Balmberger die ganze Zeit Berichte zum Thema “Missbrauch in der Kirche” hochlädt, dann frage ich mich, welchen Zweck das erfüllen soll!? Genau so gut und ebenso sinnlos wäre es, wenn ich hier Artikel von Straftaten aufführen würde, die von nichtchristlichen Menschen begangen wurden. Kranke Menschen gibt es überall und leider auch Viele im christlichen Bereich. Aber dass weiss ich auch ohne, dass ich ständig daran erinnert werde. Und so frage ich mich: Wenn diese Artikel nicht rein zur Information in diesem Chat stehen, wozu dann?

    Wie schon gesagt, ich bin nicht gegen die Wissenschaft. Und es ist mir auch vollkommen logisch, dass die Wissenschaft den Glauben an Gott widerlegen oder bestätigen kann. Allerdings gehe ich von einer anderen Grundlage aus: Der Glaube an Gott ist eine freie Entscheidung von jedem einzelnen Menschen. Würde Gott so auftreten, dass wir keine andere Möglichkeit haben, als an ihn zu glauben (z.B. als 100 Meter grosser Gandalf mit Zauberstab), dann wäre es recht schwierig, nicht an ihn zu Glauben. Gott würde uns also quasi dazu zwingen uns mit ihm zu beschäftigen. Doch Gott wünscht sich mehr als das. Er wünscht sich eine Beziehung, eine geistliche Verbundenheit mit uns und diese funktioniert schlussendlich nur, wenn wir das aus freien Stücken wollen und uns somit auch dagegen entscheiden können. Ich sage also, solange sich Gott nicht durch die Wissenschaft finden lassen will, wird die Wissenschaft auch keinen Beweis für Gott finden. Ich habe aber auch nicht den Auftrag, Gott vor der Wissenschaft zu verteidigen (ups das tue ich ja gerade:), sondern Menschen durch meinen Lebensstil und meine Erfahrungen auf das aufmerksam zu machen, was sie bei Gott finden können. Und wenn sich jemand wirklich für Gott interessiert, Er wird sich finden lassen.

  13. Alienus sagt:

    @paprika 29.08.2013 um 18.35 Uhr

    Vorsicht: Nicht alles ist so wie es scheint und nicht alle scheint so wie es ist!

  14. Michael Bamberger sagt:

    @ Alienus
    Cc. Paprika

    “Fragen Sie das ernsthaft?”

    “Fazit: Die beschriebenen sichtbaren Witzfiguren sind glaubhaft witzig! Die Götter jedoch sind nur durch glauben an sie und durch einen glaubhaften Glauben vorhanden!

    Unter den richtigen Götter, also jene zu denen man beten kann so oft man will, können durchaus ultra-witzig sein, so zum Beispiel Pan oder Dionysos, oder Ganesha aus der indischen Götterwelt, um nur die wenigen zu nennen.

  15. Nada sagt:

    @Tim: Wenn ein gewisser Herr Balmberger die ganze Zeit Berichte zum Thema “Missbrauch in der Kirche” hochlädt, dann frage ich mich, welchen Zweck das erfüllen soll!? Genau so gut und ebenso sinnlos wäre es, wenn ich hier Artikel von Straftaten aufführen würde, die von nichtchristlichen Menschen begangen wurden

    Wenn diese Straftäter auch fast alle den gleichen Arbeitgeber hätten, der seinen Angestellten kaum haltbare/unmenschliche Vorschriften zum Privatleben macht, dann wäre es sinnvoll, wenn sie darüber aufklären würden. Schliesslich könnte ein Zusammenhang zwischen Taten und Regeln bestehen

  16. Michael Bamberger sagt:

    @ Nada

    Danke für Dein Votum um 20:11. Siehe dazu u.a. die Rundschau von gestern Abend.

  17. Hypatia sagt:

    Tim 29. August 2013 um 18:50 @ Alenius

    “Und es ist mir auch vollkommen logisch, dass die Wissenschaft den Glauben an Gott widerlegen oder bestätigen kann.”

    Die Wissenschaft kann “den Glauben an Gott” weder widerlegen noch bestaetigen. Sie kann hoechstens sagen, dass es Gott sehr wahrscheinlich nicht gibt.

  18. Hypatia sagt:

    Nada29. August 2013 um 20:11@Tim:

    “Schliesslich könnte ein Zusammenhang zwischen Taten und Regeln bestehen”

    Welcher Zusammenhang zwischen Taten und Regeln besteht, wissen Sie doch und Sie wissen auch, dass dieser Zusammenhang nur auf den ersten fluechtigen Blick etwas mit Religion oder Religionsausuebung zu tun hat. Die Regel ist, dass phaedophile/phaedosexuelle Maenner eine legale Naehe zu Kindern suchen, um dann dieses legale Schlupfloch auszunutzen und ihre perverse Veranlagung zu befriedigen. Das Problem ist in der Tat, dass unter dem Maentelchen des Zoelibats Phaedosexuellen ein legales Schlupfloch geboten wird, um ihrer perversen Veranlagung nachzugehen. Darin aber auch gleich eine Regel zu sehen? – Der Punkt ist, das zoelibataer Lebende nichts mit Kindern zu tun haben koennen sollten!

    Da sollte einfach konsequent und schon laengst ein Riegel vorgeschoben werden.

  19. andersen sagt:

    Tim, Sie fragen warum, der Bamberger die endlosen Pädolinks aufgreift.

    Um die Menschen zum Atheismus zu bekehren oder noch einfacher Ausgedruckt, um mehr linksradikale Menschen zu gewinnen, die sein Guru der Michael Schmidt-Salomon bei seinem Machenschaften unterstützt.

    Übrigens der Teekanne und rosarote Eichhörnchen stammt aus der Feder von Bamberger’s Guru.

    Ich kenne niemanden, der durch der Glaube -und auch niemand die in einer Zölibat pädophil geworden ist.

  20. andersen sagt:

    @Nada

    Vergessen Sie nicht, dass die Priester erwachsene Menschen sind, die sich freiwillig für ein Zölibat entschiedet hat, obwohl es nicht in der Bibel steht und die Forderung nach Enthaltsamkeit lässt sich biblisch kaum begründen.

    Im Kirchenrecht verankert wurde der Zölibat erst im Jahr 1139 unter der Ägide von Papst Innozenz II.
    Ein bedeutendes Motiv für die Einführung des Pflichtzölibat war ökonomischer Natur, denn die Kinderlosigkeit schützte vor Entfremdung des Pfrundgutes.

    Und für die katholische Kirche sind das Einzeltäter, die die Neigungen (pädophil) unter der Deckmantel Priester auslebt.
    Der gleiche Meinung bin ich auch.

  21. paprika sagt:

    @Hypatia

    ” Darin aber auch gleich eine Regel zu sehen? – Der Punkt ist, das zoelibataer Lebende nichts mit Kindern zu tun haben koennen sollten!”

    Dann hätten wir aber alle säkularen Männer, die dann als Lehrer, Trainer , Erzieher arbeiten und nicht zölibatär leben, nicht erfasst.

    Es gibt psychologische Erklärungen, wonach junge angehende Priester sich zum zölibatären Leben hingezogen fühlen, weil sie im Bezug auf ihre Sexualität unsicher sind und unbewusst hoffen, durch das zölibatäre Leben komme alles in “Ordnung”, sie sind also schon vorher geneigt in Richtung Homosexualität.

    Heterosexuelle Priester gehen ja oft geheime Beziehungen zu Frauen ein und wenden sich nicht kleinen Jungen zu.

  22. Rabbi Jussuf sagt:

    paprika
    Es scheint, als ob du in deinem Text einen Durcheinander machst.
    Homosexualität hat nichts mit Pädophilie zu tun.

  23. paprika sagt:

    @Rabbi

    Im Allgemeinen nicht, aber im zölibatären Umfeld möglicherweise schon.

    Wenn man dem Zölibat Schuld daran geben will, dass “normale” Männer sich an Kindern vergreifen, wieso sollte dann ein homosexueller Priester sich nicht an Jungen vergreifen?

    Wie verwirrlich Sexualität sein kann, erfahre ich gerade jetzt beim Lesen des Buches “Mein Abschied vom Himmel”.

    Mutig, dieser Hamed Abdel-Samad.

  24. Alienus sagt:

    @Tim 29.08.2013 um 18.50 Uhr

    Habe mich über Ihr Schreiben gefreut, denn Sie sind der Thematik nicht ausgewichen. Es ist uns allen klar, dass man bei so einem Thema und diesen Platzverhältnissen hier vieles am Schreiben nur konzentriert, vereinfacht und überspitzt bringen kann.

    Das von Ihnen aufgeführte Beispiel von Herrn Bamberger ist schon leicht bizarr angehaucht, auch ist es etwas ermüdend in seiner Dauerhaftigkeit, aber trotzdem hat sein Hinweisen meines Erachtens einen gewissen tieferen Sinn. Der Sinn könnte darin liegen, unaufhörlich etwas Salz in die moralischen Wunden der kirchlichen Organisationen zu streuen. Denn deren oft überhöhten theologisch-moralischen Ansprüche werden von einigen institutionellen Mitgliedern mit Füßen getreten. Denn wer am Sonntag auf der Kanzel von höchster Moral predigt, sollte nicht am Montag in die tiefste Sudelkuhle herabsteigen! Gott, den Allmächtigen greift er ja objektiv gesehen nicht an. Es ist auch nicht erkennbar, ob er an Gott glaubt oder auch nicht!

    Und da ist sie wieder, die schwache Spur, die zum tollkühnen Tolkien führt: Gandalf. Irgend wie wird man den Verdacht nicht los, Tim könnte eventuell auch Hobbit sein. Das ist nur ein flüchtiger Gedanke. Zur Ihrem Wissenschaftsbild möchte ich noch ne Anmerkung loslassen. Die Wissenschaft, in all ihren Stärken und insbesondere Schwächen, muss ALLES hinterfragen…… können und dürfen. Davon kann nicht einmal Gott ausgenommen werden.

    Aber diese Problematik darf nicht so enden wie im wilden Mittelalter, als die Wissenschaft sich auch noch mit der fast unlösbaren Frage herumschlagen musste, wie viel Engel auf einer Nadelspitze platz hätten.
    Würde ich Herr Duerig sein, würde ich Sie fragen: Wie viele waren es?

  25. Nada sagt:

    @Paprika: Wenn man dem Zölibat Schuld daran geben will, dass “normale” Männer sich an Kindern vergreifen, wieso sollte dann ein homosexueller Priester sich nicht an Jungen vergreifen?

    Ich bezweifle, dass der Zölibat, hetero- und homosexuelle Männer, die frei von pädophilen Neigungen sind, dazu bringt sich an Kindern zu vergreifen. Es läuft wohl eher andersrum, der Zölibat “zieht” Männer an, die Probleme mit ihrer Sexualität (vielleicht erhofft sich mancher auch eine Heilung von seinen Neigungen, wenn er diesen Berufsweg wählt) oder mit persönlichen Beziehungen haben. Dies gilt zumindest für die reicheren Ländern, wo grosse Armut herrscht, lassen sich wahrscheinlich auch Männer auf ein solchen inhumanen Arbeitsvertrag ein, die rein gar nichts vom Zölibat halten.

  26. gelesen sagt:

    Paprika

    Es scheint für mich auch etwas verwirrlich mit der Pädofilie. Warum soll ein homosexueller Prister sich an Jungen vergehen und ein Heterosexueller geheime Liebschaften mit Frauen haben?

  27. Nada sagt:

    @Alien: Irgend wie wird man den Verdacht nicht los, Tim könnte eventuell auch Hobbit sein.

    man? Auf diese Idee wäre ich nie gekommen, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass an ihrem Verdacht irgendwas dran ist.

  28. Michael Bamberger sagt:

    @ Tim

    “Wenn ein gewisser Herr Balmberger die ganze Zeit Berichte zum Thema “Missbrauch in der Kirche” hochlädt, dann frage ich mich, welchen Zweck das erfüllen soll!?“

    Wie uns von Hugo Stamm schon mehrmals mitgeteilt wurde, lesen täglich mehr als 2‘000 Personen in diesem Blog mit, während die wenigsten mitschreiben. Wenn nur ein einziges Kind durch diese Art der Aufklärung verschont werden kann, weil nur ein einziges Elternteil oder nur ein einziger Erzieher unter den Lesern durch die vom mir reingestellten Links zusätzlich sensibilisiert wird und entsprechend Vorsicht walten lässt, dann hat sich der Aufwand für dieses einzige Kind schon gelohnt.

  29. Nada sagt:

    @gelesen: Warum soll ein homosexueller Priester sich an Jungen vergehen und ein Heterosexueller geheime Liebschaften mit Frauen haben?

    Kann ich mir auch nicht erklären. Homosexuelle Priester haben doch mindestens ebenso gute Möglichkeiten ihre Sexualität heimlich mit erwachsenen Partnern auszuleben wie heterosexuelle. Da früher nur Buben Ministranten werden durften, erstaunt es wenig, dass sich in der RRK eher Pädokriminille finden, die an Jungs interessiert sind.

  30. gelesen sagt:

    Nada

    “Kann ich mir auch nicht erklären. Homosexuelle Priester haben doch mindestens ebenso gute Möglichkeiten ihre Sexualität heimlich mit erwachsenen Partnern auszuleben wie heterosexuelle. ”
    Die Möglichkeit ist bestimmt nicht so gut, das Outing um einen Partner anzusprechen ziemlich erschwert, weil Homosexualität ja nochmals 1 bis 2 (oder noch mehr) Sündepunkte draufkriegen, als die Heterosexuellen Zölbatspriester. Das heisst aber doch nicht automatisch, dass sie nach Jungs greifen.

  31. gelesen sagt:

    Das heisst aber doch nicht automatisch, dass sie nach Jungs greifen….. die Möglichkeit bestimmt verschärft. Der Satz von Paprika ist aber trotzdem falsch.

  32. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Deutschland – “Da sich die Institutionen mit der Aufklärung schwertun – die katholische Kirche hat gerade einen zweiten Anlauf gestartet, um ein Team von Forschern dafür zu finden – fordern Matthias Katsch und andere Betroffene eine unabhängige Untersuchungskommission, die institutionenübergreifend und systematisch das Thema aufarbeitet, finanziert vom Bund. Johannes-Wilhelm Rörig, der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, unterstützt diese Forderung.” (30.8.13)

    http://www.tagesspiegel.de/politik/die-angst-vor-dem-desinteresse/8714086.html

  33. andersen sagt:

    @Gelesen

    Homosexualität ist kein Sünde und auch kein Krankheit.
    Homosexuellen vergreifen sich nicht an Kinder, darum hab ich auch keinerlei Bedenken, dass Homosexuellen auch Kinder haben können.
    Für mich sind das erwachsende Menschen, die durchaus das gleiche Recht hat, wie Hetrosexuellen die Liebe zur ein andere Mensch auszuleben.

    Die Neigung zur Pädophil-Sein sind leider wenig erforscht.
    Heute wissen die Pädophilen, dass es ein chronischer Krankheit ist und dies ist nicht heilbar.
    Aber ich denke nicht, das dieser Neigung durch die Seelenheil von einer Kirche nützlich sein kann oder das Zölibat.
    Viele Ärzte bieten Therapien an und Medikamente, die die Neigung auf andere Gedanken bringen kann.
    Und das hält die Pädophilen viel mal ab, sich weiter an die Kinder zu vergreifen und es gibt wenige Suizid-Opfer.

    Eltern müssen auch die Kinder lernen, nein zu sagen.

    Ich, persönlich habe nie die Erfahrung gemacht, dass jemand in meiner Umkreis pädophil war oder ist.
    Weder ein Priester oder ein Lehrer.

  34. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    New Zealand – “A former Catholic priest has been found guilty of sexually abusing eight boys, including five counts of rape, at two Victorian schools. David Edwin Rapson, 60, pleaded not guilty to eight charges of indecent assault and five counts of rape at Salesian College’s Lysterfield and Rupertswood campuses between the 1970s and 1990. During his nine-day trial in the Victorian County Court, prosecutor David Cordy said Rapson had abused eight boys, sometimes with witnesses around, and assumed he would get away with it.” (30.8.13)

    http://www.tvnz.co.nz/world-news/former-priest-guilty-abusing-boys-in-victoria-5549974

  35. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Italy – “Priest must pay €700,000 over alleged child abuse – An Italian court has ordered a priest and his parish to pay €700,000 compensation after he allegedly spent years sexually abusing a girl. The ruling has been hailed as a first of its kind in Italy by the family’s lawyer.” (29.8.13)

    http://www.thelocal.it/20130829/priest-must-pay-700000-over-alleged-child-abuse

  36. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “In a lawsuit, three former students accuse Brother Kenneth Ward of sexually abusing them while he was the dean of students from 2000 to 2006. Horrifying accusations of sexual abuse are being leveled against a former teacher at Monsignor Edward Pace High School in Miami Gardens. Attorney Ira Leesfield represents the alleged victims and says: “This was not isolated. It wasn’t one time. In the case of one of the boys it was over 80 individual times that he was sexually abused.” The Archdioceses of Miami is also named in the lawsuit filed on behalf of the three young men identified only as John Does.” (28.8.13)

    http://www.nbcmiami.com/news/local/Lawsuit-Alleges-Past-Sexual-Abuse-at-Miami-Gardens-Catholic-School–221550211.html

  37. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “Dubuque archdiocese reaches $5.2 million settlement with abuse victims – “I am sorry on so many levels,” Archbishop Michael Jackels said as he announced the settlement, which is the 4th in a series of agreements the archdiocese has reached with abuse victims.” (29.8.13)

    http://www.catholicculture.org/news/headlines/index.cfm?storyid=18871

  38. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – “The advocacy group that challenged the Catholic Diocese of Youngstown this week to disclose information about a former parochial school teacher accused of abusing a student has now demanded that local church officials reveal information about a former local priest as well. For the second day in a row, members of the Survivors Network for Those Abused by Priests (SNAP) protested in Youngstown. The group is asking Bishop George Murry to provide information about where former priest John Warner, 69, is living and if he is still undergoing treatment.” (30.8.13)

    http://www.tribtoday.com/page/content.detail/id/592339/Church–abuse-group-spar-for-second-day.html?nav=5021

  39. Nada sagt:

    @gelesen: Die Möglichkeit ist bestimmt nicht so gut, das Outing um einen Partner anzusprechen ziemlich erschwert, weil Homosexualität ja nochmals 1 bis 2 (oder noch mehr) Sündepunkte draufkriegen, als die Heterosexuellen Zölbatspriester.

    Kommt wohl drauf an, in welchem Umfeld sie jemanden ansprechen. Ich habe meinen Beitrag etwas unglücklich formuliert, für alle Priester ist es entwürdigend Beziehungen heimlich führen zu müssen und es ist sicher nicht einfach einen Partner oder eine Partnerin zu finden, der/die sich auf so etwas einlässt. Ich halte aber die Annahme, dass es für homosexuelle Priester so viel schwieriger ist erwachsene Partner zu finden (sei es für eine feste Beziehung, einen One-Night-Stand oder käuflichen Sex) als für heterosexuelle und sie sich deshalb schlussendlich an Kinder vergreifen, für grundfalsch.

  40. Lisa sagt:

    @ nada
    @ gelesen

    Ist doch eigentlich gar nicht so schwierig zu verstehen. Zum einen sind beide Neigungen in allen Menschen angelegt. Warum sich der eine so oder der andere anders entwickelt mag mit vielem zusammenhangen, wohl u.A. mit Erziehung und gesellschaftlichen Normen. Daneben ist das eben auch eine hormonelle Angelegenheit die wir nicht steuern können, ob das nun jemandem passt oder nicht.

    Wenn Menschen – aus welchem Grund immer – Teile von sich abspalten, d.h. sie verdrängen oder verdrängen müssen obwohl sie zu jedermanns Leben gehören, suchen sich diese Teile (bekannterweise übrigens) selbst ihren Weg. Wahrscheinlich ist, dass bei Geistlichen nicht die Stimme Gottes befiehlt Kinder und Jugendliche beiden Geschlechts zu missbrauchen, sondern ein ganz persönlicher eigener innerer Dämon der diese frommen und weniger frommen Leute quält die es sich verklemmen müssen diese Züge mit gleichwertigen Erwachsenen auszuleben. Da gebe ich @ nada Recht, da ist bei der RKK der Arbeitgeber mitverantwortlich, der von seinen Angestellten nicht nur absoluten Gehorsam fordert sondern auch absolute Abstinenz im geschlechtlichen Bereich. Ich erinnere mich (gerne) an unseren Vikar der uns in der Religionsstunde über die Rollen von Mann und Frau aufgeklärt hat, auch über Sex! Getrennt nach Geschlechtern versteht sich. Er tat dies so abstrakt, dass ich mich als Primarschülerin danach weigerte meinem Vater auch nur die Hand zu geben geschweige denn ihn zu umarmen. Ich vermeinte zu wissen, dass sich Männer und Frauen durch Berührung begatten (!!!) und ich wusste, dass Frauen mit unehelichen Kindern kein leichtes Leben hatten. Ich vermied also jeghe Berührung und stellte in Frage ob es sinnvoll sei mit unserem Vater zusammen zu wohnen weil er ab da eine Gefahr für mich darstellte. So abstrakt sprach der Geistliche über die Natur des Menschen, so abstrakt muss er sich doch auch selbst dazu gestellt haben. Er wurde dann versetzt und meines Wissens als untauglich aus dem kirchlichen Dienst ausgeschieden weil er Dinge tat wie mit dem Trottinett für alle sichtbar um die Kirche zu fahren und andere Spässe mehr. Er hob sich in absonderlicher Art vom Rest der Besatzung ab. Vom scheinbar total vergeistigten Pfarrer und den Deckelschnecken (die sschwarz verhüllten Damen eines geistlichen Ordens) mit dem schwarzen VW die ein Vergnügen hatten uns im Kindergartenalter ein Trauma zuzufügen indem sie uns Filme und Bilder von der Hölle zeigten.

    Ich wundere mich ohnehin, dass Sexualität und Geschlecht ausgerechnet bei diesen weltabgewandten ( vergeistigten) Personen immer wieder zu einem derart gewichtigen Thema wird, das aber meist innerkirchlich (der Vatikan hat eine eigene Rechtssprechung von der m.W. nie etwas nach aussen dringt) abgehandelt wird. Zugegeben, alle Menschen die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben können tatsächlich in Versuchung des Missbrauchs geraten, man liest und hört heute mehr darüber. Wir hatten z.B. einen Primarschullehrer, ein hysterischer Choleriker, verbal und physisch gewalttätig, der uns Mädchen betatschte obwohl es damals noch nicht zu betatschen gab und während des Unterrichts sämtliche Langhaarfrisuren auflöste. Unsere Eltern haben das zwar beanstandet aber die Schulbehörden haben ausschliesslich über Jahrzehnte mit Schweigen reagiert. Was heute sexuelle Belästigung ist war damals nichts oder man hielt uns für fantasierende Kinder und Jugendliche.

    Wenn hier mal wieder Islam im Kern des Themas liegt möchte ich es nicht unterlassen, die Diskriminierung udn Belästigung aller Frauen – vor allem der Nicht-Muslime – in den Asyl- und Gastländern zu erwähnen, weil man uns – Westeuropäerinnen usw – für Schlampen, Huren, und dergl. mehr hält und das ganz unverhohlen und offen sagt.
    Ich würde z.B. jede Muslima die sich hier bei uns schwarz verschleiert ihrem Mann unterwerfen muss (wie es bei uns etwa vor 200 Jahren war) erleichtert wäre, wenn ihre Religion Nächstenliebe und Gleichberechtigung predigen würde. Wenn sie “Christus” annehmen dürfte der für unsere Welt am Kreuz hing weswegen Gott barmehrzig alle Sünden verzeiht. Wie schon geschrieben, wenn Andreas Maurer gescheit genug vorgeht bei seiner Mission, könnte er durchaus Erfolg haben. Dann stünden wir aber vor einem Problem der Parallel-Gesellschaften weil im Islam dann jene Abtrünnigen aus der Familie nicht nur ausgeschlossen werden sondern ganz nachhaltig und in ganz gewöhnlichen alltäglichen Dingen “bis aufs Blut” (lesen Sie bitte nach, das ist tatsächlich so) schikaniert werden. Islam funktioniert etwa wie die RKK vor noch 200 Jahren die kraft kirchlichen Rechts Ketzer zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt hat. Für ev. Beschönigungen liefere man mir bitte Fakten die nichts mit kunstvoller Architektur oder so zu tun haben weil das sehr weltliche Dinge sind und ausschliesslich materiellen Reichtum signalisieren…..

  41. Lisa sagt:

    Das ist übrigens eine weitere Tatsache die mcih am Islam stört. Er fordert gleiche Rechte, kommt aber den damit verbundenen Pflichten in keinster Weise nach. Religionsfreiheit würde nämlich bedeuten dass Konversion möglich ist. Konversion ist aberim Islam ein Vergehen das eben sozusagen von der innerkirchlichen Rechtssprechung abgehandelt wird. Somit ist sie nicht praktizierbar weil unmöglich, auch hier bei uns und in anderen westlichen Ländern, in denen das heute so selbstverständlich ist.
    Ich warte wohl vergeblich darauf, dass jemand diesen “blinden Fleck” zu beleuchten sucht und öffentlich abzuhandeln wagt. Wer Rechte fordert – das ist mein Rechtsverständnis aufgrund unserer Gesetzgebung – hat auch Pflichten und trägt Verantwortung resp. muss für sein Verhalten zur Rechenschaft gezogen werden. Das ist bislang nicht der Fall, das Thema Islam wird ausschliesslich auf der Basis der “armen Ausländer (das sind doch fast ausschliesslich Erwachsene)” diskutiert wird. Wer anderer Ansicht ist ist ein Rassist (ich z.B.). Für mich völlig falsch.

    Im Falle des Missionierens empfinde ich das immer als äusserst belästigend, egal woher diese Aktivität kommt. Ich weiss aber daneben auch, dass der Islam grade in Westeuropa missioniert und da mit ziemlich harten Bandagen kämpft, besonders gegenüber von uns Frauen. Man sehe und höre dazu die Youtube-Videos mit Pierre Vogel (ein konvertierter (!!!) Muslim, ein Deutscher, der grossen Gefallen daran findet sich islamisch v.A. über die Frauen zu erheben. Solche Leute u.A. aus der 68-Szene und ihren Nachfolgern und Nachahmern gibt es viele. Auch Frau Illi und ihr Mann aus dem Berner Oberland leisten da Anschauungsunterricht obwohl für mich cabaratmässigen. Der Ehemann hebt sich nämlich – vor allem äusserlich aber wahrscheinlich auch sonst – nicht besonders stark von anderen Oberländern und Bergbauern ab, ausser der Tatsache, dass er zum “richtigen und einzigen Glauben” übergetreten ist. Diese sehr einseitige Sache die eigenlich pervertiert wird spaltet offensichtlich ebenfalls Teile eines normalen menschlichen Lebens ab.

  42. Lisa sagt:

    @ nada

    Ich bin nicht so wirklich überzeugt von Ihrer Aussage. Man erinnere sich welch exzessives Saufen die Prohibition hervorgerufen hat und das Verbot Schwedens. Die Hurtigruten-Postschiffe boten (und bieten? weiss ich nicht) Fahrten auf ennet der schwedischen Grenzen an wo sich die abstinenten Schweden regelmässig mit grösseren Quantitägen ins Koma saufen konnten.
    Verbote haben die Eigenheit das Gegenteil des Erwünschten zu bewirken. Wer auf legitimem Weg nicht seine Bedürfnisse befriedigen kann, für den werden sie auf lange Sicht zum Problem. Zu Ballermann in Mallorca haben nicht nur die “Deutschen” sondern mindestens ebenso nachhaltig die Schweden beigetragen. Da gab es nämlich scheinbar wohlsituierte Leute die dort vom ersten bis zum letzten Tag mit Alkohol zugedröhnt waren resp. besoffen, die dann mit einem riesigen Kater und einer grossen Portion Salzheringe wieder nach Schweden zurückreisten.

    Für mich ist und bleibt Nachdenken und Hinterfragen lernen resp. die praktizierte Aufklärung des Geistes und also Bildung der einzig mögliche Weg exzessives und scheinbar (nicht in Realität, man “erwischt” die Täter nur so selten) in der Grauzone liegendes kriminelles Verhalten zu verhindern. Menschen die lernen – das ist lebenslänglich – mit Freiheit und Verantwortung umzugehen werden mit einiger Wahrscheinlichkeit derartp perverses Verhalten abzulegen überhaupt in der Lage sein.

  43. Carl Dal Pund sagt:

    “da ist bei der RKK der Arbeitgeber mitverantwortlich, der von seinen Angestellten nicht nur absoluten Gehorsam fordert sondern auch absolute Abstinenz im geschlechtlichen Bereich.”

    @Lisa (30. August 2013 um 11:14):
    Die RKK wirft pro Kleriker bis zu drei Kindesalimente aus, auch fuer Kinder verschiedener Muetter. Ohne sie disziplinarisch fertig zu machen. Sie weigert sich lediglich sich und ihr Kader auch mit der Laien vorbehaltenen Ewigehe ruinieren zu lassen…..

  44. heidi reiff sagt:

    Es gibt auch eine philosophische Aussage – Ratschläge sind auch Schläge –

    Ich hab gute und schlechte Erinnerungen von meiner Vergangenheit. Ich wohnte mal auf dem Bruderholz als Kind, in der Nähe des Wasserturms. Da kam glaub einmal pro Woche ein altes kleines Männlein vorbei, er trug eine weisse Schürze und Heilandsandalen, er verkaufte Brot – keine Hostien – er war aus der Ecke Jehovaszeuge – – übrigens er hatte einen langen weissen Bart- wir Kids sprachen einfach vom Sandalenmännli- apropos Sandalen zum anziehen – das ist im Sommer äusserst gesund.

    Seitenwechsel
    Auf meinem BildschirmTV zu hause, gibts 235 Sender, ich befasse mich nach wie vor mit den Kriegsgeschehen , klar der 2. Weltkrieg ist zum Glück längst zu Ende…….. am 22.September 2013 ist Abstimmung – eine Initiative ist – eine Schweiz ohne Armee, der Bundesrat empfiehlt, diese Initiative abzulehnen , heil altbundesrat CH. Blocher.

  45. paprika sagt:

    @Nada

    ja, das meinte ich mit dem Satz:

    Es gibt psychologische Erklärungen, wonach junge angehende Priester sich zum zölibatären Leben hingezogen fühlen, weil sie im Bezug auf ihre Sexualität unsicher sind und unbewusst hoffen, durch das zölibatäre Leben komme alles in “Ordnung”, sie sind also schon vorher geneigt in Richtung Homosexualität.

    dass sich “Vorbelastete” dazu hingezogen fühlen. Im Übrigen weiss ich nicht, ob man die Pädosexualität so so scharf abtrennen kann von anderen “Vorlieben”.

    Dass sich Homosexuelle dagegen verwahren, in diesem Bereich mit Vorurteilen belastet zu werden, verstehe ich .
    Aber wenn ich lese, wieviele Männer im Internet Kinder anschauen, die offenbar mehr durch Zufall und “Gelegenheit macht Diebe” auf den Geschmack kommen und die Bilder dann konsumieren, dann halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass zölibatär Lebende zu so einem Ausweg greifen, den Weg des geringsten Widerstandes.

    @gelesen

    Hamed Abdel-Samad’s Buch und “verwirrliche Sexualität” habe ich erwähnt, weil dieser als Kind zweimal missbraucht wurde und dann in einer befreundeten Familie feststellte, dass ein auf seinem Schoss sitzender Junge ihn erregte.

    Er war vollkommen erschüttert und stellte aber später fest, dass er auf Frauen “steht”.

    Das meine ich mit :

    kann man das überhaupt scharf voneinander trennen?

  46. Hypatia sagt:

    paprika30. August 2013 um 07:57@Hypatia

    ”Darin aber auch gleich eine Regel zu sehen? – Der Punkt ist, das zoelibataer Lebende nichts mit Kindern zu tun haben koennen sollten!”

    “Dann hätten wir aber alle säkularen Männer, die dann als Lehrer, Trainer , Erzieher arbeiten und nicht zölibatär leben, nicht erfasst.”

    So ist es. Darum gibt es keine Regel, die uns veranlassen koennte, insbesondere die berufenen Anhaenger des Katholizismus als latent paedosexuell zu brandmarken.

  47. gelesen sagt:

    Paprika

    “kann man das überhaupt scharf voneinander trennen?”

    Weiss nicht, kenne mich da nicht so aus. Jedoch schreibst Du in diesem Satz:
    “Hamed Abdel-Samad’s Buch und “verwirrliche Sexualität” habe ich erwähnt, weil dieser als Kind zweimal missbraucht wurde und dann in einer befreundeten Familie feststellte, dass ein auf seinem Schoss sitzender Junge ihn erregte.
    “Er war vollkommen erschüttert und stellte aber später fest, dass er auf Frauen “steht”.”

    Das heisst doch auch, dass Heterosexualität oder Bisexualität und Pädophilie, bzw. von Jungen erregt werden/sein, sich nicht ausschliessen.

  48. gelesen sagt:

    Nada
    30. August 2013 um 11:01

    Es ist leider immer noch eine Tatsache, auch in nicht-religiösen Kreisen, aber in Religiösen generell noch schwieriger,dass ein Outing als Homosexuelle/n schwierig ist, weil wir in einer Heterogesellschaft leben und die Homosexualität nur am Rand existiert und in Würde kommuniziert wird, in religiösen Kreisen ist s generell noch schwieriger, da es noch ein grösseres Tabu ist. Daher meine ich, dass es schwieriger ist für einen Homosexuellen Prister als für einen Heterosexuellen, weil er da eine zusätzlich “Bürde”(=von der Religion aufgedrückt) trägt.

    “…und sie sich deshalb schlussendlich an Kinder vergreifen, halte ich für grundfalsch.”
    Halte ich auch für grundfalsch, diese These.

  49. paprika sagt:

    @gelesen

    Das stimmt. Ich sagte nicht, dass es ausschliesslich so ist.Wahrscheinlich müsste man in jedem Einzelfall genau wissen, ob und was in der Kindheit passiert ist.

    Hab mittlerweile das Buch von Abdel-Hamad fertig gelesen. Er sagt darin, dass er, weil er seine eigene Kindheit verloren hatte, resp. sie ihm geraubt wurde, versucht habe, sich die unschuldige Kindheit der “Objekte seiner Begierde” anzueigen.

    Ich weiss nicht, es sich so verhält, er empfindet es so.

    Aber zu den Klerikern:
    Da es doch nicht wenige Priester gibt, die eine heimliche Geliebte und sogar Kinder haben, nehme ich an, dass es sich bei diesen um Heterosexuelle und nicht um Homosexuelle handelt.

    Eugen Drewermann hat mal ein Buch geschrieben
    “Kleriker ”
    oder das Psychogramm eines Ideals

    darin er in den jungen Männern eine Art Unreife beschreibt, die sie vor der Auseinandersetzung mit dem weiblichen Geschlecht zurückschrecken lässt, sie erhoffen sich vom Zölibat Klärung und Rettung vor den sexuellen Turbulenzen des Lebens.

    Bitte nicht auf diesen einen Satz behaften, das Buch hat fast tausend Seiten und ist hochinteressant.

  50. gelesen sagt:

    paprika

    “Bitte nicht auf diesen einen Satz behaften, das Buch hat fast tausend Seiten und ist hochinteressant.”
    Ja, ich werde es jetzt auf sich beruhen lassen. Es hört sich auch für mich hochinteressant an, das Buch.