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Die andere Weihnachtsgeschichte

Hugo Stamm am Sonntag den 20. Dezember 2009

Was wäre, wenn Jesus zu seinem Geburtstagsfest für eine Stipvisite auf die Erde käme? Ein Besuch bei der Stätte seines Wirkens nach rund 2000 Jahren?
Wenn er beispielsweise inkognito an der Christmette im Petersdom teilnehmen würde? Und dann einen Weihnachtsgottesdienst im Zürcher Grossmünster besuchen? Was ginge ihm dabei wohl durch den Kopf?

Um Bilanz über sein Lebenswerk ziehen zu können, würde er zuerst eine Bestandesaufnahme machen. Alle Achtung, würde er den Christen zurufen. Ihr habt das Christentum zur grössten Religionsgemeinschaft getrimmt. Das lässt sich sehen.

Doch beim Studium der Kirchenstrukturen käme Jesus ins Grübeln. Was für ein chaotischer Flickenteppich! Da sind die Grosskirchen. Die Katholiken, die Protestanten, die Anglikaner, die Orthodoxen. Und dann noch Zehntausende kleiner und grosser Freikirchen.

Habe ich euch geheissen, Kirchen zu gründen und Hierarchien aufzubauen, würde Jesus ihnen in Gedanken zurufen. Habe ich euch geheissen, euch gegenseitig zu bekämpfen und einander Gläubige abzujagen? Überhaupt: Ihr glaubt alle an mich, ihr liebt mich gleichermassen. Ihr betet alle meinen Vater an und den heiligen Geist. Und stützt euch auf das gleiche Wort, mein Wort, festgehalten in den Evangelien.

Und was ist daraus geworden? Jede Kirche lehrt etwas anderes! Jede interpretiert mein Wort unterschiedlich. Ihr habt nicht einmal den gleichen Glauben, sprecht nicht die gleiche Sprache. Und ihr kämpft verbissen um den Anspruch, die wahren Christen zu sein. Irgend etwas muss da gründlich schief gegangen zu sein.

Beim Besuch im Vatikan würde der Prunk Jesus blenden. Mein Stellvertreter in Gold bestickten Gewändern in einem Palast? Hey, würde ihm Jesus gern zurufen, ich pilgerte mit meinen Aposteln umher, ausgerüstet mit wenigen Habseligkeiten.

Verwundert würde Jesus die Fahrt des Papstes beim Besuch seiner Gläubigen im Papamobil beobachten. Panzerglas? Hast du Angst vor deinen Gläubigen, lieber Benedikt? Muss ich dir in Erinnerung rufen, dass ich zu den Armen und Kranken gegangen bin, ihnen Trost und Heilung gebracht habe? Dass ich mich mit den Huren unterhielt und die Pharisäer aus dem Tempel warf? Und du willst mein Stellvertreter sein? Du, der du abgeschieden und fern der gesellschaftlichen Realität in einer Männerwelt lebst?

Nächste Station würde Jesus bei den Protestanten machen. „Bei euch gefällt mir, dass ihr keinen Machtapparat mit hohen Würdenträgern aufgebaut habt. Ausserdem gesteht ihr den Gläubigen zu, den Glauben individuell auszugestalten. Doch in eurer grenzenlosen Toleranz duldet ihr auch Fundis in euren Reihen, die meinen Glauben verdrehen. Ihr seid mutlos und habt kein Profil.“

Bei den Orthodoxen bliebe Jesus nicht lang. Ihr seid so verstaubt und konservativ, würde er ihnen sagen. Ihr klebt so ängstlich am Wort, dass ihr das Leben verpasst. Glauben heisst Leben. Die Bibel ist nur eine Richtschnur. Alles ist in Bewegung, im Fluss, wie könnt ihr euch da starr an den alten Buchstaben klammern?

Dann nähme Jesus die Hunderttausenden Pastoren und Prediger der Freikirchen an seine Brust. „Jeder von euch behauptet, in direktem Kontakt mit mir zu stehen und aktuelle Worte von mir zu empfangen. Ich kann mich nicht erinnern, je mit einem von euch gesprochen zu haben. Ihr seht Dinge, die es nicht gibt und hört Botschaften, die nur in eurer Fantasie bestehen.“

Zum Schluss würde Jesus alle Bischöfe, Pfarrer, Vikare und Geistlichen zusammen rufen. Ich habe in der Bibel nichts gesagt von prunkvollen Gotteshäusern. Ich habe euch nicht angewiesen, in vornehmen Pfarrhäusern zu wohnen, hohe Saläre von den Gläubigen einzufordern. Ich habe euch nicht gesagt, ihr sollt Reichtümer anhäufen und gesellschaftliche Macht anstreben. Ich habe euch nur aufgetragen, zu den Menschen zu gehen und ihnen vom Glauben zu erzählen.

Doch eher gehe ich durch ein Nadelöhr, als dass es mir gelingen würde, die immensen Kirchenstrukturen zu zerschlagen. Der Fehler meines Vaters war wohl, dass er euch Menschen den Machtdrang gegeben hat.

Jesus erhob sich und machte sich rasch davon.

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896 Kommentare zu “Die andere Weihnachtsgeschichte”

  1. zoe sagt:

    pufendorf

    doof? im 16 jahrhundert? käumlich.

  2. Olive sagt:

    @Dr. Emanuel Kaschinsky:
    29.12.2009 um 18:28

    Sie betrachten sich offenbar als Erzieher.
    Dass es Ihnen nicht gut geht ist offensichtlich, sie sollten sich besser um sich selbst kümmern.

  3. Dr. Emanuel Kaschinsky sagt:

    Olive

    Sie schliessen von sich auf andere. Gönnen Sie sich einmal LSD. Es wird schon werden.

  4. Dr. Emanuel Kaschinsky sagt:

    Pufendorf

    Nostradamus Ratschläge geben? Frivol aber cool. Dieser Blog ist tot. Okay. Aber der Leichengeruch zieht die Geier an. Siehe Olive und zoe, Felix und sogar Dobra. Wünsche därmeziehenden Leichenschmaus….

  5. Dr. Emanuel Kaschinsky sagt:

    offen wir, dass Prinzessin Steinlaus Genesung zuteil wird in all diesem lutheranischen Schmach!

  6. Dr. Emanuel Kaschinsky sagt:

    Hoffen wir…

  7. Dr. Emanuel Kaschinsky sagt:

    Christoph Blocher verschwieg als Bundesrat dem Kollegium eine Darmoperation und führte dieses an der Nase herum. Hat er damit gegen seine Pflichten verstossen?

    Steht die Schweiz wie wir sie kennen am Abgrund?????????

  8. Dr. Emanuel Kaschinsky sagt:

    «Gefahr, dass wir zur Schweizer Langsamkeit zurückkehren»
    Interview: Claudio Habicht

    Riesen Lacher! Endlich ist es soweit. Stop the motor! Wir haben die Schnauze voll. Zurück zur Bergziege!

  9. Jhonnie sagt:

    Scheisse in diesem Blog wird die Schweizerwirtschaft verarscht. DAS MUSS AUFHöREN!

  10. Hugo Stamm sagt:

    Ich bitte die BloggerInnen zur Vernunft zurück zu kehren. Sonst schliesse ich den Blog. Ich mache das hier nicht für Kasperlitheater!

  11. Hugo Stamm sagt:

    Es ist mein Ernst!

  12. mawi sagt:

    “Die spinnen die Römer!”

    Feiern am Ende des 12. Monats das Ende des Jahres. Mit einem 13. Monatslohn.
    Ein Liter hat 12 Deziliter.
    Eine Oktave ist ein 10er Schritt.
    Julius und Augustus freuts.

    Sylvester war von 314-335 Papst. Der 31. Dezember ist sein Todestag.

    “Nimm Dir einen Moment bevor Du böllerst!”
    Aus den Geschichtsbüchern: Sylverster war ein christlicher Papst, der durch grausame Folterungen Tausende von Juden mordete. An diesem Tag feierten die Christen und führten schwere Pogrome gegen Juden durch, peinigten und töteten sie. Sie haben Väter und Mütter in siedendem Öl verbrannt. Sie haben Juden in Fässer gesteckt, diese zugenagelt und Abhänge hinunterrollen lassen. Sie haben Juden über glühende Bleche laufen lassen, und die Juden sprangen, bis sie verbrannt waren.(Sie nannten das ‘die tanzenden Heizer’) Kurzum, hätte man Sylvester nach Hitler benannt, hättet Ihr dann auch gefeiert?

    Zeitrechnung
    Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Schöpfung der Welt, wie sie sich aus der Zurückrechnung der exakten biblischen Chroniken ergibt. Demnach schuf Gott die Erde (zumindest was Adam und Chava anbelangt) im Jahr 3761 vor der säkularen Zeitrechnung.
    Der Kalender basiert auf dem Mondjahr. Die Torah verlangt aber, dass auch dem Sonnenjahr Rechnung getragen werden muss. Pessach muss im Frühling und Sukkot im Herbst sein. Das Mondjahr hat 354 Tage, hingegen das Sonnenjahr 365 Tage. Jedes Jahr hinkt das Mondjahr mit 11 Tagen dem Sonnenjahr hinten her. Daher werden in einem Zyklus von 19 Jahren sieben Schaltmonate eingebaut (19×11 Tage = 209 Tage = 7 Monate). Alle 2-3 Jahre hat das Jüdische Jahr 13 Monate. Daher werden die einzelnen Feiertage zwar immer in der gleichen Jahreszeit begangen, doch die konkreten Daten im Säkularen Kalender ändern sich von Jahr zu Jahr.

  13. mawi sagt:

    @ Hugo Stamm
    War gerade am Schreiben, als Sie Ihre Kommentare gesetzt haben, ehrlich.
    Hoffentlich sind die genug vernünftig…

  14. mawi sagt:

    @ Hugo Stamm
    ich meine natürlich : hoffentlich ist der (meiner) genug vernünftig.

  15. Hugo Stamm sagt:

    Nein, mawi. Um solche nichtssagenden Beiträge geht es mir. ES REICHT!

  16. Steinlaus sagt:

    @ mawi

    Vorsicht, Mawi, das ist nicht Hugo Stamm – da erlaubt sich jemand ein übler Scherz. Es gibt leider seit längerem Leute, die alles dran setzen, diesen Blog zum Erliegen zu bringen. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken!

  17. Steinlaus sagt:

    Abendgruss einer sprachlosen Steinlaus:

    “Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spiel. Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte.

    Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in viele kleine Teile. Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei.

    Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.

    Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe.

    Das Kind sagte: “Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.””

    (Quelle unbekannt)

  18. Steinlaus sagt:

    Es liegt allein an uns,
    ob wir aus den vielen Steinen,
    die wir einander in den Weg legen,
    Mauern oder Brücken bauen.

    Ernst Jetzel

    Damit setze ich heute einen ersten Stein, in der Hoffnung, es möge daraus eine verbindende, tragende Brücke entstehen.

    Ich wünsche allen eine gute, friedliche Nacht.

  19. Anna sagt:

    @ alle
    zur Info und fürs Protokoll
    Die heutigen Atalaia-Beiträge sind nicht von Atalaia.

  20. Felix sagt:

    Pufendorf

    Was soll man denn NOCH tun mit diesem Chaschperli?

    Das Kaspertheater ist ein dem Märchen vergleichbarer Mikrokosmos mit überschaubaren Verhältnissen, aber deutlich satirischen und clownesken Zügen.

    Ursprünglich war es ein Jahrmarktsvergnügen für Erwachsene und Jugendliche. Die Grundlage war meist dem in England populären „Punch and Judy“-Spiel entlehnt: Mr. Punch soll auf sein Kind aufpassen. Da es schreit, wirft er es zum Fenster hinaus, bekommt Streit mit seiner Frau Judy, verprügelt diese und schlägt der Reihe nach alle Personen und Gewalten tot, die ihm begegnen (Polizist, Krokodil, Teufel und sogar den Tod). Diese Geschichte sprach wohl die vielfach unterdrückten Aggressionen der Zuschauer an und bot ihnen ein Ventil für ihre Verdrossenheit mit der Obrigkeit. Oft wurde das „Punch and Judy“-Spiel wegen Unmoral verboten und die Puppenspieler vertrieben oder bestraft.

  21. Felix sagt:

    Dr. Emanuel Kaschinsky

    üse chummerbueb…..

  22. Felix sagt:

    Steinlaus

    Sorry, aber einen Stein des Anstosses habe ich schon zu setzen versucht, offenbar erfolglos.

  23. Felix sagt:

    mawi

    Steinlaus hat recht. Es gibt hier schon lange keinen Steuermann mehr, – nur einer, der ab und zu Steine in den See wirft, manchmal grössere, manchmal kleinere, und manchmal ist’s halt nur heisse Luft…

  24. mawi sagt:

    @ Steinlaus, Felix
    Ok, danke.
    Hmm…

  25. mawi sagt:

    Felix, Steinlaus
    Dann bauen wir dann doch besser Mauern, denn falls da noch viele grosse Steine in den See geworfen werden, wärs vielleicht besser, man hätte eine gute Ufermauer. Wegen der Überschwemmungen und so.
    Auf der Mauer könnte man dann tanzen.

  26. Anna sagt:

    Jemand sollte ein neues Diskussionsthema vorschlagen.
    Hier eine Idee: Warum behaupten eigentlich immer alle, das Nackt-Sein sei der¨”natürliche” Zustand des Menschen? In der Natur gibt es keine Nacktheit; niemand käme auf die Idee zu behaupten, die Seelöwen im Zoo oder die Pferde am CSI seien nackt.
    Oder?
    Discuss.

  27. Felix sagt:

    Steinlaus

    Du hast mich schon ein paarmal erstaunt mit deinen Geschichten, wirklich, und nun erzählst du uns von deinem Onkel… Ist dein Leben wirklich so verflixt und zugenäht sonderbar? Ich staune jedenfalls immer wieder auf’s neue. Nun dieser Pfarreronkel. Wie alt warst du da, als er so ehrlich war? – doch wohl schon erwachsen? und wenn, – hast du ihn nicht gefragt, weshalb er die Kutte denn nicht endlich an den Nagel hängt? Oder waren es einfach nur finanzielle Gründe? –

    Und noch etwas möchte ich dir sagen. Deine Sprache, – manchmal wirkt sie direkt kitschig. Und doch hat sie Hand und Fuss. Wohl ein Zeichen deines wunderlichen Lebens? Deine Sprache ist so ohne jeden Riss und fügt sich immer wieder in ein Ganzes, eine zarte Blüte, und rundherum kracht und bricht es, dass einem das Herz stillsteht, ob deinen Geschichten…..

    Wie geht das zusammen, dieses zerreissende Leben und diese zärtlich poetische Sprache? – Und in alledem wirkst du so ruhig und bedacht, wie eine Festung, die sich den Widrigkeiten des Lebens entgegenstemmt ohne jede Hast und ohne jede Verlorenheit. Wie kommt es, dass es offenbar in dir so einen beruhigen Ozean gibt? Und rundum bebt die Erde….

  28. Felix sagt:

    Mawi

    Keine Mauern, und keine Wellenbrecher, und manchmal bleibt es still und nur ein Flirren der Mücken über den Wassern. Windstille. Mittag des Tages, die Sonne brennt, man sucht den Schatten, – und wartet.

    Wie kommst du eigentlich dazu von einer “säkularen” Zeitrechnung zu sprechen? n.Chr. bzw v.Chr. bezieht sich doch offensichtlich auf ein nicht säkulares Ereignis? – Wie kam es überhaupt dazu? Kannst du mir da weiterhelfen?

  29. zoe sagt:

    felix

    ja felix, sie hätten die chance gehabt die steinlaus kennenzulernen, aber… sagt die zoe süffisant. heimatland, ich ich lese mich wie solo!

    steinlaus, du bist und bleibst ein schatz!

  30. Anna sagt:

    Also @ Herrn Kaschinsky, was meinen Sie jetzt diesem Thema? Schreiben Sie mir was Hübsches, anstatt andere Blogger zu imitieren.

  31. Felix sagt:

    zoë

    Wann war das?

  32. Steinlaus sagt:

    @ Felix

    “Ist dein Leben wirklich so verflixt und zugenäht sonderbar?”

    Ja. Und ich erzählte euch bisher nur einen kleinen Teil davon. Mein Leben ist unendlich viel grösser, tiefer und noch viel, viel sonderbarer, als man bisher ahnt.

    “Nun dieser Pfarreronkel. Wie alt warst du da, als er so ehrlich war?”

    Ich war zwischen 7 und 8 Jahren alt als ich ihn so sprechen hörte.

    “hast du ihn nicht gefragt, weshalb er die Kutte denn nicht endlich an den Nagel hängt?”

    Ich habe nie mit ihm gesprochen, Felix, weil ich Angst vor ihm hatte. In seiner Nähe hat es mir immer die Häärchen gestellt und den Atem genommen. So blieb ich still in seiner Gegenwart, duckte mich. Und nach allem, was ich von ihm gehört habe, habe ich gut daran getan.

    “Und noch etwas möchte ich dir sagen. Deine Sprache, – manchmal wirkt sie direkt kitschig.”

    Ich weiss es, Felix. Danke für deine Offenheit. Ich habe keine andere, arbeite aber daran. Und nun weine ich, weil mir die Worte fehlen. Ich bin sehr durchlässig im Moment, versuche, meinen leidenden Partner am Leben zu halten mit meinem Licht, meiner Liebe. Mehr habe ich nicht.

    “Und doch hat sie Hand und Fuss. Wohl ein Zeichen deines wunderlichen Lebens?”

    Ja, Zeichen meines wunderlichen Lebens, Zeichen meines Ausgespannt-Seins zwischen Verzweiflung und Glück.

    “Deine Sprache ist so ohne jeden Riss und fügt sich immer wieder in ein Ganzes, eine zarte Blüte, und rundherum kracht und bricht es, dass einem das Herz stillsteht, ob deinen Geschichten…..”

    Mein Herz steht oft still, Felix, und ich kann gut verstehen, dass meine Worte für euch gleichermassen zuviel und zuwenig sind.

    “Wie geht das zusammen, dieses zerreissende Leben und diese zärtlich poetische Sprache?”

    Ich weiss es nicht, Felix, wie das zusammengeht. Aber es geht, weil ich leben, atmen, lieben, sein will. Indem ich mit den Schatten flüstere, wächst mein inneres Licht, das mir den Weg weist. Indem ich liebe, wird mein Herz trotz grosser Last leicht. Mehr habe ich nicht, mehr bin ich nicht.

    “Und in alledem wirkst du so ruhig und bedacht, wie eine Festung, die sich den Widrigkeiten des Lebens entgegenstemmt ohne jede Hast und ohne jede Verlorenheit.”

    Es muss eine unglaublich starke Kraft in mir sein – ansonsten hätte ich keine 5 Jahre auf dieser Erde überlebt.

    Aber du täuschst dich, Felix: Das Gefühl des Verloren-Seins begleitet mich immer, es gehört zu mir. Dennoch empfinde ich mich gleichermassen als zutiefst Geborgene. In dieser Polarität bin ich ausgespannt und es gilt tagtäglich, diese Spannung auszuhalten, beweglich zu bleiben und zu einem Einverständnis damit zu finden.

    “Wie kommt es, dass es offenbar in dir so einen beruhigen Ozean gibt?”

    Indem ich mich berühren lasse vom Wunder des Lebens, des Seins. Indem ich berühre und mich berühren lasse. Vor allem aber, indem ich liebend mich verschenke. Das ist mein Ozean des Seins, des Trostes, der Zuversicht trotz allem. Das ist alles, was ich bin. Nur das.

    “Und rundum bebt die Erde….”

    Ja, natürlich. Und meine Seele bebt mit ihr und mit allen, die hungern, die einsam und verloren sind. Mein Herz fühlt den Puls dieser bebenden Erde und lächelt und weint.

    Ich bin nur Mensch unter Menschen und das reicht.

  33. Steinlaus sagt:

    @ alle, die heute an meiner Seite waren (Zweifler, b, olive, zoe, Dobra, Horatio, Rabbi Jussuf, Nada, Felix….sicher unvollständig)

    Ich danke euch. Gute Nacht!

  34. mawi sagt:

    Felix
    Da haben Sie recht, das Wort säkular passt schon nicht richtig hierhin, andersrum, wer realisiert schon wirklich und verbindet unsere Zeitrechnung mit Seiner Geburt ?
    Wie es überhaupt dazukam, bin ich grad überfragt, kann ich nicht weiterhelfen. Kann aber sicher jemand anders.
    … war das ein Angebot zum du oder ein Vertipper?

  35. solochrist sagt:

    @ zoe, 29.12.2009 um 12:33

    schrieb: ‘solo
    …wieso schreibst du in weissdergeier in wievielter person von dir?’

    dä solochrischt
    simmär nüd ali mängmol chli zwiispältig oder verwundärät übär öis?

  36. Felix sagt:

    mawi

    Manchmal spüre ich ein Du vor mir und dann sag ich einfach du.

    Steinlaus

    Ich wünsche dir und deinem Lebenspartner viel Kraft.

    Manchen ist es gegeben, in der Verlorenheit Halt zu finden, nicht allen, beileibe nicht allen, und jene sind die besonderen, die wenigen.

    Lass dich umarmen
    F.

  37. Moria sagt:

    Dr. E. Kaschin- resp. Kaschoutsky:
    Meint: “Die Einseitigkeiten und Simplifizierungen mit denen hier gegen Religionen vorgegangen werden sind frappierend und stossend!“
    Ist die Verteidigung einer Religionsgemeinschaft nicht die groesste, unueberbietbarste aller Einseitigkeiten?
    Ihrer einen Seite anzugehoeren fuehrt – wie Beispiel zeigt – zu ungeniessbaren Urteilen……

    STEINLAUS
    Leider auf die Schnelle, aber es passt m.E. zum heutigen Blogtag :
    Ein Zeichen von Kraft ist es, wenn man weder die Tugend leugnet, weil man einmal getäuscht (oder enttaeuscht….Anm.M.) worden ist, noch das Glück, weil man leidet.
    (Sully Prudhomme)
    Mach’s einfach gut!

  38. pufendorf sagt:

    @Anna

    “Jemand sollte ein neues Diskussionsthema vorschlagen.
    Hier eine Idee: Warum behaupten eigentlich immer alle, das Nackt-Sein sei der¨”natürliche” Zustand des Menschen? In der Natur gibt es keine Nacktheit; niemand käme auf die Idee zu behaupten, die Seelöwen im Zoo oder die Pferde am CSI seien nackt.
    Oder?
    Discuss.”

    ?

  39. heidi reiff sagt:

    Mein autistischer Sohn hatte manchmal extreme Wutanfälle, er war extrem akriebisch , extrem Augenmensch, wenn er wütend war, hat er leider sich selbst an den Kopf geschlagen. Wenn er auf einem Tisch eine Brosame entdeckte, sprang er wie ein Hecht über den Tisch um diese Brosame zu entfernen, gewalttätig war er nie gegen andere. Kraft hat er viel in seinen Händen und Beinen, Laufen gehen ist seine Lieblingsbeschäftigung, wenn er extrem unruhig ist, geht einfach ein Betreuer oder eine Betreuerin mit ihm
    hinaus, einfach Laufen. Ich ging oft mit meinem Sohn als er klein war im Wald spazieren, ich musste nie sagen oder warnen vor Blaubeeren , die ja giftig sind, intuitiv hat er das wahrgenommen, dass die giftig sind, anziehend waren für ihn die Pflanzen Spitzwegerich, heute sehe ich
    das so wie ein kleiner Hinweis an mich, eine stille Botschaft an mich, wenn ich Husten hatte, hab ich mir Spitzwegerichsirup gekauft, hat meinen Husten gelindert, ich habe Fotos von meinem Sohn, da steht er einfach in der Natur, den Kopf nach oben, sein Gesicht ist total entspannt, es kommt mir so vor er schwebt einfach in einer andern Welt, ich kann einfach nie in ein anderes Gehirn sehen, ich habe etwas Mühe mit ständig faulen Ausreden! Das habe ich geerbt das Leben ist bunt. Mit meine Onkeln und Tanten habe ich immer gute Erfahrungen gemacht, komisch die waren zu mir einfach nett, haben mir immer Schokolade gebracht wenn sie auf Besuch kamen , den Onkel Hans habe ich noch in guter Errinnerung, ein einfacher Mensch mit dem Herz auf dem “richtigen Fleck “, habe gerne gefestet mit Korkenknallen und vielem, jetzt am Silvesterabend findet um 12.30 ein Feuerwerk statt aus einem Schiff ausgesendet vom Rhein, ich öffne mein Fenster aus dem vierten Stock , das Feuerwerk, für mich einfach ein Urknall, die Raketen haben für mich so etwas Ursprüngliches, muss sagen das freut mich mehr als Standpauken und Moralpredigten, haben wir das Staunen verlernt ? Ich bin gar nicht so ein Pechvogel wie ich immer meinte, ich werde so akzeptiert von Menschen wie ich bin, einfach so normal, ich werde endlich verwöhnt von allen Seiten, oft ist es ein kleines “Lächeln”, für dieses Lächeln brauche ich keine Evangelien und keine Bibel. Ich bin keine Kennerin der sog. Wahrheit, ich kenne nur meine Eigene, ausser der Flasche Wein habe ich meine eigene Leichen aus dem Keller geholt, dafür braucht der Mensch Begleitung, ECHTE, ohne
    Moralpredigten und Standpauken, definieren wir uns nach wie vor mit Prunk und Bluff, hat der Papst oder der Bischof nur noch eine Chance mit der Mitra und Bischofsstab rumzulaufen, sind das alles “KAPUTTNI”? Suchen Sie Zuwendung zur Kompensierung für den eigenen Frust? M.H. Bamberger liefert klärt einfach auf ohne zu MORALISIEREN, er entlarvt einfach die verlogene HEUCHELEI, Kindsmissbrauch ist nach wie vor das grösste Verbrechen, da gibt es kein JA ABER . Mein physischer Körper lügt nicht, ich hab es bis heute nicht erfasst was Seele ist, mit rationalem Verstand vermutlich einfach nie erfassbar, ein Rätsel, ein Phänomen, wir wissen es vermutlich alle nicht, von diesen Spekulationen von frühere und späteren Leben halte ich Null und Nichts, klammern wir uns extrem an ein Jenseits, das Paradies findet für mich im hier und jetzt statt, für mich stimmts. Jetzt hab ich Guru Hellinger vergessen, ich bin zwar kein typischer Hyppie, die 68-er waren ein Schritt in Befreiung einfach ein kleiner Schritt, um den geheuchelten Kadavergehorsam zu entlarven, die Täter werden nach wie vor idealisiert, ist der Hiob noch aktuell, lassen wir uns nach wie vor in die Pfanne hauen. Ich mag Blut und Leberwürste nicht brrrrrrrrrrr, da gehe ich lieber Pilze sammeln im Wald, keine Fliegenpilze, ich mag Pilze zum Essen, Morcheln mag ich sehr, Katzen und Hunde möchte ich nie auf meiner Spêisekarte, Chinesen fressen Katzen das ist Pervers einfach , hat da AUFPLUSTERER MAO nach wiê vor die Macht in den Händen? Oder Ghadaffi mit seinen extremen Einschüchterungsstrategien^? Lassen wir uns nach wie vor Einschüchtern von Killern und Machthabern, ist Kadavergehormsam der Weg , Kuschen ?

  40. Moria sagt:

    PUFENDORF
    ANNA

    Vielleicht meint Anna, die Nacktheit ihrer Gefuehle, die kann unter Umstaenden viel anstoessiger sein, als die des Koerpers?
    Ist der Wahrheit bedeutendster Schmuck nicht deren Entbloessuing….?

  41. Moria sagt:

    b1:
    Verstehe schon, was Du meinst, solche Ehen unter Evangelikalen, wie Du sie offensichtlich erleben und ueberleben musstest, kommen einem Todesurteil gleich, das jahrelang vollstreckt wird……! Schauderhaft.

    SWISSWULF
    auch Dein Votum hat seine Richtigkeit – aber wieso heisst ‘es’ denn so schoen: Gehst du in die Kirche, so bete! Gehst du zur See – bete zweimal! Gehst du in die Ehe – bete dreimal?

  42. Moria sagt:

    SOLOCHRIST
    Cc Zoe
    Weisst Du, was mich bei Dir manchmal duenkt? Sobald Du im Blog das Wort ergreifst – verschlaegts Dir und uns oftmals die Sprache….. Taeusche ich mich jetzt, oder habe ich ein wenig recht?

  43. swisswulf sagt:

    @Pufendorf

    Seit wann kommen Kinder mit Pampers auf die Welt? Oder vollständig bekleidet? Könnte es sein dass im Laufe der Entwicklung unsere natürliche Ganzkörperbehaarung nachgelassen hat wegen des ständigen Tragens von Kleidern?

    Oder ein anderes Beispiel. Wenn man Sie fernab der Zivilisation nackt zurücklassen würde, währe dann nicht Ihr erster, bzw. höchster Instinkt Nahrung zu beschaffen und zu überleben? Die Bekleidung hat sicher seinen praktischen Zweck..bei mir auch einen kaschierenden…aber die Ureinwohner gewisser Regenwaldgebiete hatten auch nie Probleme mit der Nacktheit…bis die dämlichen Missionare kamen.

    Es ist natürlich so, dass auch ich Schamgefühle wie jeder andere hat. Aber als ich im November zum ertsen Mal in meinem Leben 4 Tage Wellnessen konnte, war es selbstverständlich im ersten Moment schon komisch nackt in eine Solebad zu stegen, oder in die Sauna, oder mich vor einer fremden (blutjungen) Masseuse auszuziehen. Aber genau so wie uns unsere Schamgefühle im Verlaufe der Zeit anerzogen wurden, verschwinden diese auch wieder im entsprechenden Umfeld.

  44. Emeli sagt:

    @ anna

    weil wir keine Tiere sind! Das Nacktsein macht nur dort Sinn wo es dafür genügend warm ist.

  45. b1 sagt:

    dreimal beten…

    das sind ja nun nicht alles fromme Ehen.
    meine Kinder waren in den verschiedensten Familien zu Gast, wir wohnten lange zwischen Methodisten, und stets in Gegenden mit konservativer Wählerschaft…die Nachbarinnen waren eisern bemüht, immer die Form zu wahren und die Unwahrheit zu sagen… das ist leider über Generationen so gelaufen. Mütter, die Alkoholikerinnen waren, gab es en masse quer beet , quer Beten. Ich stelle die Frage, wo es hingeht? Nicht profitierende Mütter – wie im Beispiel Süddeutsche Magazin = zweimal geschieden, nicht zahlende Väter, welche die dicken Autos fahren , die Mutter ihrer Kinder mit Fahrrad und Gelumpsch erst in die Kitas, dann in den Minderjob schickend- sind zunehmend die Regel. In der Oberschicht wird ManN sich schon rechtzeitig durch Verträge bewahren! War auch in “besseren” Freikirchens üblich: Ehevertrag. Die ganz normale Ehe .. ich hatte sie (nur in manchen Bereichen in der gesteigerten Form) Es sollte das “gesunde” und gottgewollte Modell gewesen sein 🙁
    was ist daran gesund, werte Freikirchenheinis? 6, 8, 12 Kinder? Haben Sie es geschafft, die alle ohne Oropax aufwachsen zu lassen? Ohne nächtliche Beißschiene?Sie alle, “werte” Freikirchenmacker(Prediger, Mitlaufende, Älteste, Allianz-Vor-Stände usw. haben für mich eine Meise! …davon habe ich mich befreit. Diese Infizierung hat bei mir nie gezündet!

  46. Olive sagt:

    @b1

    solche Fragen stellen sich nicht nur in frommen Ehen.
    Das wichtigste ist die Ausbildung für eine junge Frau. Die SVP mag die Familie und die Mutterrolle noch so propagieren, auch zu Recht, denn ich denke, für Kinder gibt es nichts besseres als eine intakte Familie

    aber: wenn es nicht klappt, dann gute Nacht.

    Die von jemandem erwähnten alten Paare mit der gewohnten Rollenverteilung in der Ehe, das war oft nicht das Gelbe vom Ei, diese Ehen “hielten” nur, weil die Frau sich klein machte und manchmal sogar unsichtbar, damit sie in der Versorgung bleiben konnte.
    Die Folgen waren/sind oft Unselbstständigkeit und Depressionen, und spätestens wenn der Partner vor der Frau stirbt, fällt sie in ein Loch und weiss nicht einmal, wie man eine Einzahlung macht. Das kann man erleben an den heutigen Witwen.

    Hat Frau das Glück, einen guten selbstbewussten Mann zu finden, der partnerschaftlich leben will, mag sie das Risiko eingehen, auf Lohnarbeit zu verzichten und einige Jahre nur für die Kinder da zu sein .

  47. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Vatikan – Die andauernde Unterlassungssünde von Papst Pius XII.: „Le long péché par omission de Pie XII“ (29.12.09)

    http://www.lemonde.fr/opinions/article/2009/12/29/le-long-peche-par-omission-de-pie-xii-par-patrick-kechichian_1285753_3232.html

  48. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – Neue Anklage gegen katholische Diözese: “Lawsuit Launched Against Local Catholic Diocese” (29.12.09)

    http://www.cbs7kosa.com/news/details.asp?ID=17150

  49. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – Die Namen von 3300, wegen Sexualmissbrauch angeklagten pädokriminellen Priestern, sind nun auf bishopaccountability.org veröffentlicht: “The Names of 3300 Pedophile Priests accused of sexual abuse, are now available on bishopaccountability.org. An online registry of sex offending priests and clergy, the website makes these lists available to the public. Victims asked the Roman Catholic Church to release more information on Monday in a Providence news conference.” (29.12.09)

    http://www.examiner.com/x-31031-Providence-Headlines-Examiner~y2009m12d29-Guilty-priests-BishopAccountabilityorg-tracks-clergy-sex-offenders

  50. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    USA – Namen von 60 bis 70 angeklagten Priestern veröffentlicht, welche irischer Herkunft sind und in den USA pädokriminell rückfällig wurden: „Yesterday, a Waltham-based group that has been chronicling the US clergy sexual abuse scandal released the names of 60 to 70 accused priests it says were born in Ireland or are of Irish descent who came to the United States and were reoffenders.” (29.12.09)

    http://www.boston.com/news/local/massachusetts/articles/2009/12/29/group_releases_names_of_irish_priests_accused_of_child_sexual_abuse/