Logo

Die Kraft des positiven Denkens

Hugo Stamm am Donnerstag den 27. April 2006

Die esoterische Weltsicht basiert über weite Teile auf den Vorstellungen des „positiven Denkens“. Was die wenigsten wissen, die den Begriff in harmloser Weise als durchaus sinnvolle Aufmunterung brauchen: Hinter dem unscheinbaren Allerweltsbegriff versteckt sich ein komplettes spirituelles Konzept, das sich optimal an die wirtschaftlichen und sozialen Ziele unserer Gesellschaft anpasst: Wie in unserem Alltag sind auch beim positiven Denken Effizienz, Erfolg und Egozentrik die zentralen Werte. Die Suggestivmethode erweist sich als angeblicher Zauberstab, mit dem sich auf „geistigem Weg“ und ohne Anstrengung angeblich alles auf der spirituellen und vor allem materiellen Ebene erreichen lässt. Es geht also beim eigentlichen positiven Denken nicht darum, mit Optimismus den Alltag zu bewältigen, sondern es beinhaltet ein Heilsystem, mit dem sich utopische Wunschvorstellungen vermeintlich mühelos realisieren lassen.
Beim positiven Denken geht es darum, unser Bewusstsein mit suggestiven Kräften zu programmieren. Das Credo: Wir sind, was wir denken, und die Welt lässt sich mit der geistigen Kraft des positiven Denkens beliebig bewegen. Wenn ich im Geist eine positive Welt kreiere, dann wird sich mir diese genau so manifestieren.
Für positive Denker funktioniert die Psyche wie ein Computer, den man programmieren kann. Doch das Unbewusste löscht keine Eindrücke, auch wenn man tausendmal die Delete-Taste drückt.
Vater des positiven Denkens ist der Amerikaner Joseph Murphy. Er hat unzählige Bücher dazu geschrieben. Er behauptet, die suggestive Methode garantiere Reichtum und Wohlstand. Alles, was wir in Gedanken visualisierten, verwirkliche sich in der materiellen Welt. Autos, Häuser und Wolkenkratzer waren laut Murphy einst lediglich Ideen oder Gedankenimpressionen im Geist eines Menschen, die ins Unterbewusstsein gesickert und später realisiert worden seien. Für ihn ist „Wohlstand eine Geisteshaltung“. Beim positiven Denken werde das Wachbewusstsein des Menschen von seinem Unterbewusstsein aktiviert, und „das Gesetz der Anziehung setzt Reichtümer zu ihm in Bewegung – aussersinnlich, geistig und materiell“, behauptet Murphy, ohne das Phänomen näher zu erklären.
Um reich zu werden, muss man sich laut Murphy nicht anstrengen, alles lässt sich im Schlaf erreichen. Beim Hinübergleiten soll ein Wort „festgehalten“ und wiederholt werden, nämlich der Begriff „Wohlstand“. „Reichtum ist eine gute Gewohnheit, Armut dagegen eine schlechte – das ist der ganze Unterschied zwischen Reichtum und Armut“, schreibt der Millionär Murphy in einem Anfall von Zynismus. Und er erklärt die Armut für eine geistige Krankheit.
Der Vater des positiven Denkens übergiesst alle Menschen mit Hohn und Verachtung, die ihren Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit verdienen. Der Guru des positiven Denkens behauptet, im Schweisse des Angesichts zu Reichtum zu kommen sei lediglich eine zuverlässige Methode, früh auf dem Friedhof zu landen. Es sei völlig unnötig, seine Kräfte auf diese Weise zu verschwenden. “Wer sich reich fühlt, wird reich.”
Das positive Denken ist eine geistige Zwangsmethode. Die propagierten Effekte wie ein vollkommen angstfreies Leben, ewige Harmonie, absolute Gesundheit und Reichtum sind unreife Ziele und widersprechen allen Lebenserfahrungen. Hier werden kindliche Paradiesvisionen gezüchtet. Positive Denker können eine emotionale Regression erleiden. Es führt letztlich zu Narzissmus, Egoismus und zu einer Selbstvergottung.
Der Schweizer René Egli bringt es in seinem Buch „Das Lola-Prinzip“ auf den Punkt. Er schreibt: “Wir sind eins mit Gott. (…) Also: wir werden nicht sein wie Gott, wir sind Gott! (…) Entweder wir sind hier und jetzt Gott – oder wir werden es niemals sein. Wir sind Gott. Jetzt. Wir haben lediglich vergessen, dass wir Gott sind.” Die Geschichte lehrt uns aber, dass Menschen, die sich göttliche Fähigkeiten zugemessen haben, kein Segen für die Menschheit waren.

« Zur Übersicht

84 Kommentare zu “Die Kraft des positiven Denkens”

  1. studi sagt:

    sehr geehrter herr stamm,

    und was bleibt uns nun, da ja jede tendenz positiv zu denken, autosuggestiv ist, wie sie uns gerade zu suggerieren versuchen?

    haben sie eventuell schon mal daran gedacht, dass auch negative denkmuster durchaus autosuggestive züge bekommen können? ich halte weder viel von murphy’s theorie des positiven denkens noch von endlich absoluten ansätzen in religiösen systemen. aber ohne negative denkmuster unter zuhilfenahme von anderen, positiven denkmustern, zu durchbrechen, bleibt uns weder in der psychotherapie noch in der seelsorge viel übrig, was wir für die menschen tun könnten.

    sollen wir jetzt alle melancholisch dahinschwelgen, weil wir uns nicht mehr positive denkmuster angewöhnen können?

    was hilft wohl mehr: zum depro-goth-gruftie zu werden und jeden tag zum vornherein verfluchen oder jeden tag mit einer (notfalls eingeübten, also zumindest ansatzweise autosuggestiven) positiven haltung zu begrüssen?

    wir menschen sind nur die personen, die wir uns in irgend einer form suggerieren (oder suggerieren lassen) zu sein, denn die identität einer menschlichen existenz ist in seinen grundfesten nicht durch empirische oder andere scheinbar neutrale aussagen zu beschreiben.

    wir sind alle autosuggestive wesen… auch wenn sie sich gerade einzureden versuchen, es nicht zu sein. (achtung, ironie!)

    einmal mehr: unter substanz verstehe ich etwas anderes. unter differenziertem journalismus ebenfalls. aber wenn es der reinen provokation zwecks gesprächsanregung dienen soll: warum auch nicht. dazu könnte man jedoch auch schlicht auszüge streitbarer autoren zu bestimmten religiösen themen veröffentlichen und bräuchte sich nicht immer wieder etwas scheinbar neues aus den fingern zu saugen.

    mfg,
    studi

  2. rd sagt:

    Joseph Murphy war mir bis dato nicht bekannt. Hingegen kam ich als Jugendlicher mit Emil Coué (1857 – 1926) in ‘Kontakt’. Er formuliert die Beeinflussung durch positive Ausrichtung der Gedanken so:
    Vorstellungskraft und Gedanken
    • sind die leitenden Kräfte im Menschen
    • sind lenkbar
    • haben das Bestreben, sich zu verwirklichen

    Aus diesen Grundsätzen beruht die Selbstbeeinflussung:
    1. Zielsetzung
    2. Entspannung
    3. Grundformel
    4. Suggestionen
    5. Bewusste Anwendung

    Gehe ich recht in der Annahme, dass das Fokussieren der Gedanken auf positive Aspekte zuerst einmal nur meinen Handlungsspielraum erhöht und vorderhand noch keine esoterische ‘Wirkung’ hat?

    Ich gehe mit Ihnen einig, dass das Versprechen, alles auf einmal und mühelos via Suggestion erreichen zu können, was andernorts nur mit Mühe oder gar nicht erreicht werden kann, schlichtweg illusorisch – ja missbräuchlich – ist.

  3. Sandro sagt:

    Um reich zu werden, muss man sich laut Murphy nicht anstrengen, alles lässt sich im Schlaf erreichen.

    Arghhh, wieso klappt das bei mir nicht, ich übe seit Jahren… 🙂

  4. Gerber sagt:

    Die Kraft des positiven Denkens nach Murphy ist eine Methode der reinen Symptombekämpfung, um von den wahren Grundfragen der Gesellschaft, wie jener des Werte- und Gesellschaftssystems abzulenken.
    Eine Philosophie, bei der der schnöde Mammon das einzige erstrebenswerte Ziel der menschlichen Existenz sein soll, kann nie aufgehen, kann die Menschheit nicht weiterbringen.
    Übrigens: Wie viel verdienen Sie mit Ihren Blogs, Herr Stamm?

  5. FdG sagt:

    @studi – kommt Ihr Name eigentlich von Studium? Im Altertum ergab man sich dem Studium für sich selbst; jetzt tun sie es für andere, um in deren Augen als informiert und gebildet zu gelten; sowie sich erhaben zu wähnen, unbequeme Mitmenschen zu belehren und zu beleidigen, schade!

  6. Philip sagt:

    Ich denke, in unserer Gesellschaft überwiegt die Macht des negativen Denkens und das empfinde ich als sehr viel schlimmer als die Kraft des positiven Denkens. Diese Macht wird still und heimlich auf uns ausgeübt. Damit es uns nur nicht plötzlich zu gut geht und wir noch glückliche Menschen werden.

  7. studi sagt:

    @fdg:
    mein name rührt einerseits von meiner diesbezüglichen fantasielosigkeit, anderseits daher, dass ich theologie studiere und anfangs primär herrn stamms artikel, welche das christentum direkt betreffen, kommentiert habe.

    aber zurück zu ihrem kommentar: was genau möchten sie mir sagen? denn irgend eine substanz bezüglich des eigentlichen themas (i.e. herrn stamms blog-eintrag) ist darin ja nicht zu finden.

    nicht, dass ich es für nötig halten würde, eine persönliche apologie hier abzugeben… aber einige äusserungen sollen ihnen doch nicht erspart bleiben:

    ich habe es nicht nötig, unbequeme menschen zu beleidigen. belehren – das ist wieder eine sache für sich. wenn herr stamm offensichtlich nicht mal im lexikon nachgeschlagen hat, was hermeneutik ursprünglich und in den meisten fällen auch heute noch bedeutet, kann ich mich kaum erwehren, ihm diesen missstand mitzuteilen.

    desgleichen, wenn herr stamm nicht zu einem differenzierten und reflektierten umgang mit dem begriff (auto)suggestion im zusammenhang mit positiven/negativen denkmustern in der lage ist; auch dann kann ich mir nicht verkneifen, zumindest kurz auf die offensichtlichen scheuklappen hinzuweisen, welche aus der perspektive eines solchen artikels ersichtlich ist.

    ob es dabei um belehren geht, sei dahingestellt. sie und ihr geliebter herr stamm nehmen sich schliesslich auch heraus, scharf auf andere mitmenschen und ihre ansichten zu schiessen. wie heisst es so schön: wie man in den wald ruft…

    und zu guter letzt: für was, wenn nicht für kritische äusserungen, existiert die kommentar-funktion in einem blog? wohl kaum, um herrn stamm mit verbalen streicheleinheiten in form von laudationen, welche in ihrem fall noch dazu völlig substanzlos sind, einzudecken.

    mfg,
    studi

  8. Peter Berger sagt:

    Lieber Herr Stamm,

    Sie klären meiner Meinung nach völlig zurecht über positives Denken à la Murphy auf. Ich teile Ihre Meinung, dass die Anwendung dieser Methode durchaus negative Effekte (z.B. Realitätsverlust) haben kann. Allerdings scheint mir die Krux weniger in der Anwendung positiven Denkens als autosuggestiver Methode per se zu liegen, sondern darin, ob und inwieweit jemand fähig ist, auch das Gegenteil in erträglichem Masse zuzulassen – negatives Denken oder negative Gedanke (im Sinne von Denken an nicht wünschenswerte oder unerfreuliche Dingen). Hier würde ich mir von Ihnen etwas mehr Differenzierung wünschen. Einige Äusserungen von Ihnen geben mir dann doch zu denken.

    <<Hinter dem unscheinbaren Allerweltsbegriff versteckt sich ein komplettes spirituelles Konzept.>> – Das mag ja bei Murphy so sein, entspricht aber nicht der landläufigen Anwendung von positivem Denken. Es handelt sich de facto tatsächlich um eine Allerweltsmethode.

    <<Das positive Denken ist eine geistige Zwangsmethode.>> – Den Zwang tut man sich dabei offensichtlich selber an. Wenn Murphy für sein Produkt Werbung macht und dabei Geld verdient, was soll’s? Ich brauche den Müesliriegel aus der Werbung ja auch nicht und kaufe ihn trotzdem.

    <<Hier werden kindliche Paradiesvisionen gezüchtet.>> – Wie gesagt, dies hängt wohl davon ab, ob und inwiefern jemand fähig ist, auch das Gegenteil von positiven Denken zu betreiben. Ich gebe Studi recht, wenn er meint, das positive Autosuggestion durchaus eine taugliche Methode sein kann, den Ungemach des Lebens zu ertragen.

    <<Positive Denker können eine emotionale Regression erleiden.>> – Das Gegenteil ist mindestens ebenso wahr: Negative Denker können ebenso eine emotionale Regression erleiden. Den Sinn dieser Aussage, bleibt mir verschlossen.

    <<Es führt letztlich zu Narzissmus, Egoismus und zu einer Selbstvergottung.>> – Das tun viele andere Trends auch: der Körperkult, die Konsumgesellschaft, die Ich-AG-Philosophie und charakterisiert das positive Denken à la Murphy eher schlecht.

    <<Die Geschichte lehrt uns aber, dass Menschen, die sich göttliche Fähigkeiten zugemessen haben, kein Segen für die Menschheit waren.>> – Das Gegenteil ist mindestens ebenso wahr: Menschen die sich göttliche Fähigkeiten zugemessen haben, waren ein ganz besonderer Segen für die Menschen, z.B. Jesus Christus in Johannes 10, 34 (unter Berufung auf Psalm 82,6): <<Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: ?>> Ich gebe Ihnen allerdings recht, dass Christus seine Einsicht wohl kaum der Macht positiven Denkens zu verdanken hat.

    Ich finde es schade, wenn das Thema mit einem Rundumschlag in die Sektenecke geschoben wird. Die wirkliche Frage ist doch: Wie schaffe ich es als Mensch, den Unbill des Hier und Jetzt auszuhalten, ohne das Kind mit Bade auszuschütten und gleich Atheist zu werden, oder?

  9. Peter Berger sagt:

    Hier noch das Christus-Zitat ausJohannes 10, 34 (unter Berufung auf Psalm 82,6): <<Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: ?>>

  10. büezer sagt:

    Dieser Artikel von Herr Stamm ist das Letzte, was ich je gelesen habe. Jahrzehnte wurde ich als Büezer ausgenutzt. Dank postivem Denken und einer fundamentalen Änderung meiner Einstellungen habe ich heute aus eigener Kraft die Abhängigkeit userer Arbeitswelt überwunden. Es ist Wahnsinn, zu welcher Unselbständigkeit und Unterwürfigkeit wir in unserer Arbeitswelt erzogen werden. Es gilt noch immer: Der Arbeiter arbeitet, der Schef scheffelt. Nun will Herr Stamm uns tatsächlich erzählen, dass diese Art von Abhängigkeit und Unselbständigkeit sinnvoll sei. Sinnvoller als durch positives Denken diese Abhängigkeit zu überwinden. Das Los des Büezers besteht darin, nie zu Reichtum zu kommen weil er vor lauter Arbeit nicht zum Geldverdienen kommt. Nur durch eigenständiges, mutiges und positves Denken kann man sich aus dieser miesen Situation lösen und Erfolg haben. Es stimmt schon: Den Erfolg muss mach sich erst denken, dann muss man sich den Erfolg detailliert vorstellen, man muss genau wissen, wie man diesen Erfolg erzielt und dann – handeln. Durch das Positive Denken bringt unser Tun dann auch den erwarteten Erfolg. Man nennt das auch das Glück des Tüchtigen.

    Es fällt mir auf, dass Herr Stamm uns zu einem krassen 08.15 Verhalten erziehen will. Aber genau diese Haltung, die Angst vor allem Positivem erzeugt, fördert die Erstarrung der Schweiz in der Vergangenheit. In einer Welt, die sich verändert, müssen auch wir uns verändern. Wir müssen aktiv und eigenständig handeln, aktiv und nicht reaktiv. Wer nicht positiv denkt und lenkt, der wird gelenkt und manipuliert. Ist manipuliert werden eine attraktive Alternative zum positiven Denken?

    Ich rufe alle auf, eigenständig und positiv zu denken. Gedanken materialisieren sich, Gedanken werden Realität. Und allein deshalb lohnt es sich schon, sich eine gute, erfolgsversprechende Welt vorzustellen. Eigenständiges, positives Denken führt zu Unabhängigkeit, Wohlstand und Glück. Eigenständiges, positvies Denken führt aus der Abhängigkeit von allen Zwängen, die uns unsere Gesellschaft auferlegt. Positives Denken macht aus uns Lohn-Sklaven wohlhabende, wertvolle, eigenständige und glückliche Menschen, die ihr Leben selbst gestalten. Dafür lohnt es sich doch, positiv und eigenständig zu denken. Dazu braucht es zwar Anregung, aber sicher keinen Vordenker. Keinen Vordenker, der sich für einen Realisten hält, aber in Tat und Wahrheit negativ ist. Getraut euch, eigenständig und positiv zu denken und wundert euch, was für eine schöne Veränderung in eurem Leben passiert.

  11. nk sagt:

    also nun fühle ich mich mal gedrängt herrn stamm recht zu geben.

    es ist in der tat so, dass jederman in bestimmten situationen sehr empfänglich sein kann für solche denkkonzepte. ob es einem zeitweise an optimismus mangelt oder ob jemand einfach in einem moment des pessimismus erwischt wird und in eben jenem moment sehr empfänglich ist für solche ideen. ich denke das gilt für die gesamte sektenproblematik. das suchen nach identität ist die eigentliche triebfeder.

    suggestion ist die basis dieses konzeptes. (ich ziehe da parallelen zur hypnose.)

    innere bilder haben grosse wirkung auf den menschen. sie verändern sich im laufe der zeit allmälich. mit dem positiven denken konzentriert man sich dabei auf bestimmte aspekte des eigenen selbst. das führt dazu dass man diese teile isoliert wahrzunehmen beginnt. wo dies hinführt weis ich nicht. psychologie ist nicht mein gebiet. doch ich könnte mir vorstellen, dass es zu einem eher haltlosen zustand führt. genau so als würde ich an einer hand bluten und mich dabei einfach auf die andere – heile hand konzentrieren. die hand blutet jedoch weiter.

    die suggestion versucht noch diesen prozess zu beschleunigen und das eigene weltbild – das eigene selbstbild zwangsweise zu verändern.

    das kann gut gehen oder auch nicht. es ist jedoch eine gefährliche waffe, die sich gegen andere einsetzen lässt. in schwächerer form begegnen wir ihr auch in form der politischen propaganda oder auch in der werbung. in besonders ausgeprägter form bei der gehirnwäsche. die suggestion bewegt sich irgendwo dazwischen.

    der mensch reagiert unglaublich stark auf innere und äussere bilder. bewusst und immer auch unbewusst. was ich sehe, das glaube ich. das ist die basis auf dem suggestion aufbaut. dies zu wissen schützt jedoch nicht davor ihr zu erliegen.

    dass es sich um einen egoistischen przess handelt ist nur natürlich. denn ich bestehe ja nur aus mir selbst.

    für einen der reflektion nicht oder nur teilweise fähigen menschen bedeutet dies also eine grosse gefahr der manipulation von aussen wie auch von innen. wenn man es schafft jemandem seine eigenen vorstellungen als dessen eigene zu verkaufen, kann man sich …naja “glücklich” schätzen die höchste art der manipulation erreicht zu haben.

    ich möchte jedoch nicht alle in einen topf werfen und muss gerechter weise anmerken, dass sicherlich für ein nicht unwesentlicher teil der leute, die diese methoden für sich in anspruch nehmen durchaus sogar selbstlose ziele ausschlaggebend sind. diese also anderen leuten zu helfen versuchen.

    man sollte diese methode in diesem rahmen also als eine art anstoss zur selbsthilfe verstehen die zweifelsohne auch wirken kann. immer von den itentionen des ähm kann man da therapeuten sagen? abhängig.

    ich möchte jedoch nun eine dicke linie ziehen.

    ————————————–

    so.

    die eigene gedankenwelt, die einge fantasie ist meines erachtens jedoch ein ebenso grosses werkzeug des positiven (was für ein doofer begriff… positiv…pff – egal) wie es ein psychisches flächenbomardement sein kann (na DAS ist doch ein wort!)

    ich glaube fest daran, dass die eigene gedankenwelt grosses vollbringen kann. doch glaube ich nicht daran, dass man sie zwingen kann dazu. aber wie eine pflanze gehegt und gepflegt – kann sie wachsen. eine positivere welt kann sich also manifestieren, indem ich alleine an sie glaube. doch wird sie nicht von dauer sein, wenn ich sie nicht in irgendeiner weise aktiv umsetze. denn dann bleibt sie ein traumbild.

    dass autos und wolkenkratzer vor ihrer entstehung bloss gedanken waren muss ich hoffentlich keinem kindergärtler mehr erklären.

    zu murphy nur so viel: es scheint für mich logisch, dass er an sein konzept glaubt, denn bei ihm hat es ja auch gefruchtet. nur glaube ich nicht dass er arm war bevor er es angewendet hat. sondern ich bin sicher, dass diese ideen mit seinem erfolg mitwuchsen und sich ihm selbst nun als ausgangslage manifestieren weil möglicherweise schon immer so ein gedanke in ihm drin war. im nachhinein hat man es ja immer schon gewusst. doch wäre es anders gekommen – er würde nicht so gross rumposaunen.

    ps: ist murphys gesetzt dass alles schiefläuft, was schieflaufen kann vom selben murphy? weiss das jemand?

    dass wohlstand eine geistehaltung und armut eine krankheit ist kann nur jemand behaupten, der von seinem eigenen reichtum so weit korrumpiert wurde, dass er so hilflos nach einer rechtfertigung dafür sucht.

    +Das positive Denken ist eine geistige Zwangsmethode. Die propagierten Effekte wie ein vollkommen angstfreies Leben, ewige Harmonie, absolute Gesundheit und Reichtum sind unreife Ziele und widersprechen allen Lebenserfahrungen.+

    dies zeilen nur als wiederholung – ich kann es nur bestätigen.

    positives denken resultiert aus der erkenntnis eines eigenen defizites und führt nach dessen “überwindung” und dem damit verbundenen “hoheitsgefühl über sich selber” zwangsläufig zu einer egoistischen haltung. wie sich halt jeder besser fühlt, der für sich selbst etwas erreicht hat. dass es aber in eine so dramatische abhängigkeit führen kann zeigt auf, was man denn da wirklich erreicht hat und ob seine eigenen defizite nun eher überwunden oder neue dazugekommen sind. vor allem wenn man damit beginnt andere zu bevormunden.

    zum schluss noch ein letztes:
    hilf dir selbst dann hilft dir gott. dass wir hier unten unsere eigenen “götter” sind heisst nur, dass wir selber entscheiden mögen, was mit uns passiert. doch macht es uns nicht frei von verantwortung, nein es auferlegt sie uns zwangsweise…. mann und das aus meinem munde…

    ich habe geschlossen

  12. Peter Berger sagt:

    Mit diesen Anführungs- und Schlusszeichen geht es Christus vielleicht besser:

    Jesus Christus in Johannes 10, 34 (unter Berufung auf Psalm 82,6): “Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: ‘Ich habe gesagt: Ihr seid Götter’?”

    Grüsse an alle Bloger, Peter

  13. Rosenstengel sagt:

    Was hat eigentlich der Berger andauernd mit seinem Jesus Christus, Johannes 10 und Psalm sowieso?

    In jedem Blog von Herr Stamm taucht immer wieder ein neuer Wahnsinniger auf.

    Hochinteressante Entwicklung. Passt wohl irgendwie zum Thema.

  14. S.M. sagt:

    Lieber Studi,

    Sie sind doch Religionswissenschaftler und kennen sich in Hermeneutik aus. Ich habe einmal eine Statistik über die Häufigkeit der verwendeten Begriffe in Herrn Stamms Beiträgen im Blogg aus dem Jahr 2006 über den Rechner laufen lassen. Dabei ist in etwa folgendes herausgekommen:

    66 x Spiritualität/spirituell/-es
    43 x Glaube/-nsfragen/-bekenntnis etc.
    38 x Esoterik/esoterisch
    31 x Heil/Heilmethoden/Heilskonzepte
    31 x Gott/Gotteserfahrung/Gottesbilder/göttlich
    27 x Sientologe/-ology/-ologisch etc.
    25 x Religion/religiös
    24 x geistig/geistlich
    22 x Freiheit/freiheitlich
    19 x denken/Denker/Denken
    18 x Missbrauch/missbraucht
    16 x Macht/-missbrauch/-gefälle
    15 x Angst
    14 x andere/n
    14 x Psyche/psychisch/psychologisch/psychotisch
    12 x Wissenschaft/wissenschaftlich
    12 x Eltern
    12 x Oper
    10 x Sekte/Sektencharakter/Setierer
    10 x Suggestion/suggestiv etc.
    10 x Erkenntnis/se
    9 x Ritual/e
    8 x behaupten /-ung
    8 x Aberglaube
    8 x Erfahrung
    8 x Bewusstsein
    7 x Gemeinschaft/-serlebnisse
    7 x Energie
    7 x Aufklärung
    6 x Sexualität/sexuell etc.
    6 x Freikirche
    5 x Fundamentalismus/-sten
    5 x beinflussen /-ung
    3 x charismatisch/e
    4 x Abhängigkeit

    Immer wieder hört man, dass es in den letzten Jahren in der Anti-Sekten-Szene einen Wandel weg von den Glaubensinhalten hin zu den Strukturen und Methoden gegeben hätte (Methoden der Beieinflussung, vertikale Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse). Die obige ungefähre Statistik scheint diese Annahme nicht gerade zu stützen. Herr Stamm scheint es doch eher um die Religion zu gehen als um die Strukturen. Was meinen Sie?

    Ihr
    S.M.

  15. andy sagt:

    herr stamm

    sehr gute sache, dass sie immer wieder blogs lancieren. sie checken so die eso-scene ab.sie setzen die neuen medien sehr gezielt ein. wir können uns über die Esozszene aufregen und uns gedanken machen.nehmen wir es doch endlich wahr, dass wir in der schweiz in der esoszene sehr verstrickt sind.alles ist so verschwommen.denken,heilen,medidieren… die ewige jagd auf das glück,die gesundheit und ehrlich gesagt auch um etwas besseres dazustehen.
    Das gibt mir zu denken.
    Frage:Die christlichen werte begeleiten uns schon viele jahre.Ist das alles nonsens. as glaubt ihr ja wohl selber nicht. das postive denken hebelt die christlichen grundwerte doch aus, oder nicht?

  16. Walter Rohrbachw sagt:

    Ich glaube nicht, dass Hugo Stamm es nötig hat, Blogs zu lancieren. Eigentlich ist er als Autor und Journalist überaus erfolgreich (sein letztes Buch liess sich weit über 400.000 Mal verkaufen!!!). Da kommt doch eine hübsche Summe herein. Ich denke auch, Hugo will die Leserschaft zum Nachdenken und Mitreden animieren. So erlaubt er sich manchmal, provozierend zu sein. Positiv finde ich, dass er sich heute einem Streitgespräch beim 20 Minuten stellt. Ich bin gespannt darauf.
    Bis bald und Tschüss.

  17. blogleser sagt:

    @S.M.
    Was soll das?
    Man kann in der Tat mit der Statistik alles “beweisen”, aber nur für jemand, der von den elementarsten Dingen keine Ahnung hat! – In einer Kultur, die der Statistik mit Ehrfurcht begegnet, kann man nie wissen, was für ein Unsinn sich schliesslich in den Köpfen der Menschen festsetzt!

  18. Für uns Büezer braucht es keine hochtrabende Versprechungen. Wenn ich jeweils Berge von Arbeiten hatte, dachte ich manchmal daran: hättest du nur ein Senfkörnchen Glauben, du könntest Berge versetzen. Es ist mir nie gelungen, Berge zu versetzen. Der Büezer lebt in der Welt des Realen. Hat er finanzielle Probleme, wird ihm eher das Sozialamt helfen als ein gütiger Spender, der da zufällig herbeikommt. Religion, Esoterik im gehobenen Zustand ist eher für die wohlhabenden Leute, die es sich leisten können, bei angesehenen Persönlichkeiten eingeschrieben zu sein. Die bringen diesen Lehrern auch das entsprechende Geld. Und der Meister wird dabei unheimlich reich, denn er kann viel versprechen. Reich und naiv, das gehört ziemlich zusammen. Grüsse von Walter.

  19. Blogleserin sagt:

    Ich finde es immer wieder amüsant, wie die Christen in einer Selbstherrlichkeit schreiben; aber Christus hat gesagt… oder in der Bibel steht dass…

    Aber wer sagt, dass er es wirklich gesagt hat und wer dass die Bibel stimmt? Dann wären wir beim Thema Weltreligionen und dass schlussendlich jede Religion näher beim lieben Gott zu sitzen glaubt als die andere.

    Grüsse von Jacqueline

  20. Gerd sagt:

    @blogger

    Hat jemand Lust den Artikel “Mit hohen Spenden das Himmelreich erkaufen” zu kommentieren?

    Euer, Gerd

  21. Christian sagt:

    Kein Wunder dass unsere Gesellschaft sich in diesem erbärmlichen geistigen Zustand befindet, wenn solche Leute wie der Herr Stamm einen Blog auf einer bedeutenden Tageszeitung habe.

  22. Hans Müller sagt:

    Also ich habe da meine eigene Auffassung.
    Besonders in schweren Zeiten ist es für einen Menschen sehr wichtig, positiv denken zu können, oder es zu erlernen. Mit Schicksalsschlägen, welche man nicht verkraften kann, kann man so besser umgehen. Hier hilft das positive Denken durchaus, weil es einem das Rückgrat erhält, das innere Lot. Manchmal braucht man diese Stütze im Leben.

    Aber es gibt wohl auch die alltäglichen Situationen, wo sich eben genau eine solche Haltung als sektiererisch herausstellt. Wenn man sich Positivismus, und damit zusammenhängend den gewünschten Erfolg, einredet, dann unterscheidet sich dies nicht vom Glaube in einer Sekte, wo alles auf bestimmte Vorgaben herausläuft, und wohl durchweg sehr positive Vorgaben.(Wer wollte nicht die Welt verbesser, aber blinder Eifer macht alles kaputt.)

    Es ist im Leben vielfach sehr schwer abzuschätzen, wann man welche Methode anwenden soll, was legitim ist und was nicht. Vielfach hilft einem nur, seinen Geist wach zu halten und immerdar seinen Standpunkt zu hinterfragen. Und man muss auch den Mut besitzten, sich Fehler eingestehen zu können. Aber auch das ist noch kein Garant für den Erfolg, sich nicht in Positivimus und Negativismus zu verlieren.

    Naja, bei mir hat es trotzdem immer funktioniert. Vermutlich weil ich nicht allzu verbort auf etwas sitzengeblieben bin. Vielleicht würde dies auch vielen anderen Leuten helfen, auch oder gerade hier im Forum. 🙂

    Statt dauernd alles in Frage zu stellen sollte man hier im Forum besser einen Vorschlag machen, wie man diese Fehler vermeiden kann, oder erzählen, wie man bei sich selber verfährt, dass man nicht auf diese Schiene zu stehen kommt. Das würde allen viel mehr nützen. Kritik zum Zwecke der Kritik oder aus emotionalen Gründen ist sinnlos, oder befriedigt nur gerade das Bedürfnis des jeweiligen Autors.

  23. Werner sagt:

    @ studi

    Lieber ‘studi’

    Ich lese jetzt nun schon eine ganze Weile deine Posts.

    Weshalb schreibst du hier überhaupt noch, wenn für dich alle Behauptungen nicht sind? Wenn du dir eine Meinung gemacht hast, dann ist das schön für dich und für uns alle, aber dann verschone bitte die anderen Forumsteilnehmer mit deinen Bemerkungen. Denn für uns ist das vollkommen uninteressant, ob du Herrn Stamm dauernd in Frage stellen willst oder nicht. Herr Stamm macht diesen Blog, um die Diskussion anzuregen, und nicht um alles in Frage zu stellen, sondern um den Leuten Zeit zu geben, ihre eigene Situation wieder einmal zu überdenken. Ist doch alles gut so, oder? Mehr kann man von der journalistischen Tätigkeit gar nicht erwarten.

    Hans hat recht, deine Kritik ist gegenstandslos und vollkommen überflüssig. Und nebstdem auch langweilig für alle Blogleser. Also bitte verschone uns alle mit weiterer Kritik, ausser du erzählst mal was aus deinem Leben, und warum du diese Ansicht hast. Dann können wir auch mal mitreden, und dann finden wir vielleicht ganz andere Gründe für deine ständige Kritik.

    Ich denke du magst Herrn Stamm prinzipiell nicht, und ich denke dir ist irgend-jemand mal auf den Schlips getreten, und nun willst du dich an allen dafür rächen, welche dir weg getan haben, oder dir etwas weggenommen haben.

    Bitte überwinde dich und träge mal etwas konstruktiv bei. Warum kannst du nicht diese Beiträge, welche du nennst, welche streitig sind, nicht einfach einfügen, damit wir alle von deinem Wissen profitieren können? Es geht gar nicht darum, ob Herr Stamm recht hat oder nicht. Das war niemals die Frage. Das scheinst du noch immer nicht begriffen zu haben.

  24. studi sagt:

    @werner:

    ich bin der ansicht, dass man von einem erfahrenen journalisten mehr erwarten kann, als plumpe, auf halbwahrheiten und ausklammerung beruhender provokation – nämlich gut recherierte fakten und zumindest eine grobe skizze im sinne des rhetorischen dreischrittes these-antithes-synthese. dann könnte man herrn stammst beiträgen wenigstens etwas konstruktives entlocken.

    ich denke, dass herr stamm durchaus zu solchen beiträgen in der lage wäre. weshalb er sich aber dem entgegen zu antireligiöser propaganda hinreissen lässt, ist mir ein rätsel.

    ich habe nichts gegen herrn stamm als person. ich durfte ihn schon einmal flüchtig persönlich kennenlernen und habe ihn in guter erinnerung. gerade deshalb würde ich etwas mehr von ihm erwarten. und mit dieser erwartung bin ich offensichtlich nicht alleine, wenn ich mich bei den kommentaren zu herrn stamms beiträgen umsehe.

    ausserdem: wieso sollte meine persönliche meinung weniger interessant sein als herrn stamms hetzkampagne?

    solange sich tagi.ch dazu hergibt, diesen blog unter ihren fittichen zu publizieren, werde ich nicht ablassen, mir ein bild von den geboteten artikeln zu machen und allenfalls zu kommentieren. wieso auch, das blog ist ja zur diskussion da.

    übrigens, nur so von wegen gewinnbringendem inhalt und so: ob meine kommentäre im allgemeinen (diesen beinahe apologetischen hier mal ausgeschlossen) bar jeglichen gewinnbringenden ihnalts sind, sei mal dahingestellt… ich bekam auch schon andere reaktionen. aber wo bitte ist dann ihr konstruktiver beitrag, wenn sie diesen schon bei meinen beiträgen einfordern?

    reflektion ist etwas schönes. selbstreflektion ab und zu weniger, stimmts?

    mfg,
    studi

  25. blogleser sagt:

    @Werner
    Sie sprechen wohl einigen am Thema interessierten Bloglesern aus dem Herzen. Sie argumentieren mit Anstand und das macht Sinn. Für einige (die offensichtlich ein oder mehrere Probleme haben)könnte H.Stamm über alles und jegliches schreiben, seine “Feinde” würden ihn im vornherein “sezieren”. Also es brauchen ja nur diejenigen an der Diskussion teilnehmen, die auch wirklich daran interessiert sind und nicht daran, einen seriösen Journalisten zu beleidigen. Die aufgeworfenen Themen sind nämlich hochinteressant und diskussionswürdig. Danke Werner!

  26. murphy? kenn ich. wobei, es könnte auch ein namensvetter sein. nämlich der vom murphys gesetz:
    “falls irnzwo irnzwas schieflaufen kann, dann wird es das auch..”
    oder mit anderen worten:
    “shit happens, rama-lama-dingdong”
    na ja, zugegeben, ich weiss nicht, ob es derselbe murphy war. ich fänds zwar echt genial, weil er hätte somit alle seiten der chose abgehakt, und gar nix dem zufall überlassen, oder öppe nöd?
    huch, da kommt mir grad noch einer in den sinn: wirkliche optimisten seien schein’s pessimisten, schwarzseher und so, sagte irnzwann auch irnzso einer.
    jedenfalls, auch ich sekten-experte:
    mit sechzehn die lutheranische konfirmation verweigert, mit siebzehn nach heavy scharmützeln mit den kindern gottes bei der harvey kirschmann sekte gelanded, kurz darauf carlos castaneda gelesen (one hell of a big mistake), später in nordkalifornien gelanded.
    san rafael, marin county 1985: eine wohnung im zweiten obergeschoss, grosses wohnzimmer, hundekackebrauner hochfloor-teppich. wir sollten uns da reinknien, und die erde fühlen – “feel the earth”, befahl der oberguru. trotz guten willens fühlte ich jedoch nur hundekackebraunen plastik-hochfloor-teppich. da war mein spiritueller ofen aus.
    wobei..
    nicht ganz.. und noch heute nicht..
    aber davon später (muss weg..).

    übrigens: nina hagen schreibt über scientology und so.. auf ihrem blog http://ninahagen.beeplog.de/blog.pl?blogid=1508&sess= büschen scrollen, einige tage..

    rama lama ding dong..

    dorftrottel..halt..

  27. Gerd sagt:

    @ Werner (der inoffizielle Blogsprecher)

    Du hast dem Studi geschrieben:

    – “[…] verschone bitte die anderen Forumsteilnehmer mit deinen Bemerkungen.”

    Ja, lieber Werner, Toleranz ist ach so schwierig – und unbequem dazu. Warum den Studi nicht einfach wegdenken? – Dann gibt es ihn sicher auch nicht mehr: Think positive!

    – “Herr Stamm macht diesen Blog, um die Diskussion anzuregen, und nicht um alles in Frage zu stellen.[…]”

    Eine Diskussion, in der man nichts ins Frage stellt – hm? Das wär einmal etwas neues – vermutlich einfach etwas kurz und leise … *schweig*.

    – “Deine Kritik ist … vollkommen überflüssig.”

    Ja! Wenn Kritik überflüssig ist, dann sollten wir uns vielleicht doch alle besser einfach umarmen, oder zumindest doch alle die gleiche Meinung haben, nicht wahr?

    – “[…] verschone uns alle mit weiterer Kritik, […]”

    Es war einmal eine Zeit, da gingen die Wünsche noch in Erfüllung. Lieber Werner ,Du unser gemeinsamer Blog-Sprecher, welche Erzählungen fangen so an?

    – “[…] ausser du erzählst mal was aus deinem Leben.”

    Oh! Der Werner ist neu dabei. Er hat die älteren Blogs noch nicht gelesen. Ich auf jeden Fall weiss, wie Studi aufgewachsen ist, und das Denken trotzdem nicht verlernt hat.

    – “Ich denke, du magst Herr Stamm prinzipiell nicht […]”

    Oh je! Das wäre aber schlimm! Jetzt bin ich sicher, wir sollten uns alle umarmen oder noch besser uns mal an einer Kuschelparty treffen – und im Blog dann unsere Erfahrungen beschreiben.

    – “Es geht gar nicht darum, ob Herr Stamm recht hat oder nicht.”

    Nein, sicher nicht. Den Herrn Stamm kümmert’s nämlich genauso wenig, ob das, was er schreibt, stimmt oder nicht.

    Nichts für ungut, mein Lieber Werner
    Dein Gerd

  28. Hallo Studi – wird es Deine Blogs einmal in Buchform geben? Ich finde sie sehr spannend und herausfordernd. Jedenfalls bringst Du noch manchen Blogleser auf die Palme. Mach` weiter so! Danke.

  29. Rosenstengel sagt:

    Ach, das mit der Kraft des positiven Denkens, das ist doch alles Humbug.

    Sicher kann einem das in schwierigen Lebenssituationen helfen, mit etwas besser fertig zu werden. „Nach vorne schauen“, wie man so schön sagt.

    Aber reich und erfolgreich werden kann man damit nicht, denn vor dem Erfolg haben die Götter den Schweiss gesetzt. Aber das allein langt auch nicht, denn man muss vor allen Dingen eines haben, und das ist GLÜCK.

    Und das Glück lässt sich bekanntlich nicht biegen, da kann man so positiv denken wie man will.

    Aber was ist nun Glück? Glück ist für mich mein PERSÖNLICHES SCHICKSAL, das ich von Geburt an mitbekomme und dieses Schicksal ist UNABÄNDERLICH. Es ist der „rote Faden“ meines Lebens.

    Ich bin leider nur in der Lage, kleine Details meines Lebens frei zu gestalten. Der Rest ist für mich nicht beeinflussbar.

    Ich muss also bei wichtigen Entscheidungen in meinem Leben alles gut vorbereitet haben, alle negativen Aspekte wohldurchdacht haben und darauf HOFFEN, dass das Schicksal es gut mir meint.

    Wenn ich dann noch positiv über die Sache denke ist das sicher von Vorteil, aber einen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte hat es GANZ SICHER NICHT.

    Denn wie heisst es so schön: „Es kommt sowieso immer anders als man denkt“.

    Der Murphy ist für mich also ein Scharlatan und Geschäftemacher und sonst nichts.

  30. Gerd sagt:

    @ Werner

    Du hast dem Studi geschrieben:

    – “[…] verschone bitte die anderen Forumsteilnehmer mit deinen Bemerkungen.”

    Ja, lieber Werner, Toleranz ist ach so schwierig – und unbequem dazu. Warum den Studi nicht einfach wegdenken? – Dann gibt es ihn sicher auch nicht mehr: Think positive!

    – “Herr Stamm macht diesen Blog, um die Diskussion anzuregen, und nicht um alles in Frage zu stellen.[…]”

    Eine Diskussion, in der man nichts ins Frage stellt – hm? Das wär einmal etwas neues – vermutlich einfach etwas kurz und leise … *schweig*.

    – “Deine Kritik ist … vollkommen überflüssig.”

    Ja! Wenn Kritik überflüssig ist, dann sollten wir uns vielleicht doch alle besser einfach umarmen, oder zumindest doch alle die gleiche Meinung haben, nicht wahr?

    – “[…] verschone uns alle mit weiterer Kritik, […]”

    Es war einmal eine Zeit, da gingen die Wünsche noch in Erfüllung. Lieber Werner ,Du unser gemeinsamer Blog-Sprecher, welche Erzählungen fangen so an?

    – “[…] ausser du erzählst mal was aus deinem Leben.”

    Oh! Der Werner ist neu dabei. Er hat die älteren Blogs noch nicht gelesen. Ich auf jeden Fall weiss, wie Studi aufgewachsen ist, und das Denken trotzdem nicht verlernt hat.

    – “Ich denke, du magst Herr Stamm prinzipiell nicht […]”

    Oh je! Das wäre aber schlimm! Jetzt bin ich sicher, wir sollten uns alle umarmen oder noch besser uns mal an einer Kuschelparty treffen – und im Blog dann unsere Erfahrungen beschreiben.

    – “Es geht gar nicht darum, ob Herr Stamm recht hat oder nicht.”

    Nein, sicher nicht. Den Herrn Stamm kümmert’s nämlich genauso wenig, ob das, was er schreibt, stimmt oder nicht.

    Nichts für ungut, mein Lieber Werner
    Dein Gerd

  31. wv sagt:

    naja, in zeiten, in denen wir uns kommentarlos dem wirtschaftsfeudalismus unterwerfen, (beinahe) schon wieder religionskriege anzetteln und knapp vor einer weiteren «französischen revolution» stehen (erinnert sich eigtl. noch irgendjemand, wofür und wozu die gut war? genau, man hat damals die herrsch- und geldsüchtigen geköpft), in solchen zeiten also muss man sich nicht wundern, dass alles als system- und verschwörungstheorie anzusehen ist.

    im weiteren stellt sich zurecht die frage, zu was denn positives denken gut sein soll, wenns doch nur den bossen nützt und die mit unserem geld die wirtschaft nach ihrem gutdünken manipulieren, bis auch der letzte büezer sein geld daran verliert – vor allem, wenns als funktion systemimmanent wird. hat sich schon einmal jemand gedanken gemacht, was «unsere» banken, versicherungen und pharmariesen jährlich an gewinnen einstecken? damit lassen sich wohl zuhauf lobbyisten anheuern, die wiederum die politik steuern – oder sogar ganze staaten lenken, ohne hier einer verschwörungstheorie aufsitzen zu wollen 🙂 aber vielleicht ganz gut, wenn der einfache mensch in solchen momenten «positiv denkt», ich wage die scharmützel gar nicht vorzustellen, wenn sich darüber ein jeder gewahr würde …

    einziger trost des positiven denkens: es enthält immerhin den begriff «denken» in sich, eine attitüde, die – so scheints – nicht mehr vielen menschen zugesprochen werden kann (siehe cs-/ubs-kunden, tamiflu-hysteriker, politische landschaft).

    ps: man sollte vielleicht auch noch einmal lesen, dass hugo stamm eben gerade darauf hinweist, dass das landläufig verwendete «positive denken» einer nicht gerade vornehmen gesinnung entspringt und sich in der heutigen bedeutung also umgekehrt hat.

  32. E.Huber sagt:

    Also ich meine es ist ein Irrtum Joseph Murphy als den Vater des positiven Denkens hinzustellen, es ist eher Norman Vincent Peale, der ja auch das gleichnahmige Buch “Die Kraft positiven Denkens” verfasst hat.Auch finde ich dass positives Denken nicht unbedingt in die Esoterik, sondern eher im weiten Sinn in die Psychologie gehört.
    Aber ich bin mit Hugo Stamm einig, dass das positive Denken viele Gefahren birgt.
    Es verführt nämlich dazu, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen.Man betreibt “Vogel Strauss” Politik, man sieht das Schlechte, die Fehler nicht mehr.Es verhindert zu handeln und gegen das Schlechte zu kämpfen und Fehler zu korrigieren.Man nimmt alles kritiklos entgegen.Ich denke gar das positive Denken spielt in die Hände des Bösen und so kann es sich besser ausbreiten, da ihm ja nichts mehr entgegengesetzt wird und so können sich die heute Mächtigen aus Politik und Wirtschaft mit ihren Raubtierkapitalismus ungehindert entfalten.Kritiker werden überhört.
    Natürlich ist der Gedanke der Vater aller Dinge.Doch ohne die Mutter, die Handlung, wird aus ihm nichts entstehen.Ebenso gefährlich ist negatives Denken, ein Mensch der eher negativ denkt wird manche Chance verpassen und in allem Guten welches im wiederfährt ein Haar in der Suppe suchen.Besser ist realistisch zu denken, das Glas ist weder halb voll noch halb leer, sondern es ist zur einen Hälfte voll und zur anderen Hälfte leer.

  33. Die meisten Blogschreiber sind wahre Sprachkünstler. Hochbegabt, intelligent, gebildet und sicher auch in angenehmen Lebensumständen lebend. Mit einem vollen Bauch lässt sich so leicht philosophieren. Es ist ja eine Art Zeitvertreib, um ehrlich zu sagen. Die Elite kann es sich leisten, denkerisch tätig zu sein.
    Aber schauen wir doch das Volk an, wo holen sie sich die Kraft des positiven Denkens. Am Samstag stürzen sie sich in den Einkaufsrummel und beleben sich mit materiellen Dingen. Man ist gut gelaunt, man schwatzt miteinander, man kann Geld ausgeben etc. Eigentlich ist man sehr zufrieden. Und am 1. Mai ist erst noch arbeitsfrei! Schönen Sonntag.

  34. Beat sagt:

    Ein “Guru” zeichnet sich meiner Meinung nach dadurch aus, dass er Konzepte oder vielleicht gar Rezepte anbietet, die der Menschheit dienen sollen. Ob die angepriesene “Erlösung” nun auf spirituellen, religiösen oder wissenschaftlichen Grundsätzen basiert spielt dabei eine sekundäre Rolle und ob die Methode letzlich tatsächlich umsetzbar ist, ist nochmals eine ganz andere Frage.

    Die Rolle des “Gurus” existiert in diesem Kontext in zwei grundsätzlich verschiedenen Ausprägungen. Einerseits gibt es solche, die sich den Kopf darüber zerbrechen, was alles möglich sein könnte, was der Mensch alles zu bewirken imstande sein könnte. Ihre Denkergebnisse und Erfahrungen müssen natürlich nicht als absolut gültig angesehen werden, doch immerhin sollten sie als eine von verschiedensten Möglichkeiten akzeptiert werden. Andererseits gibt es solche, die sich vermeintlich rational mit den Auswüchsen der erstgenannten “Guru”-Kategorie auseinandersetzen. Ihre Ergebnisse beschränken sich nicht darauf, Möglichkeiten für ein (vielleicht) besseres Leben aufzuzeigen, sondern massen sich an zu bestimmen, was gefährliche Hirngespinnste sind. Den entsprechenden Autoren bietet sich unter anderem die Möglichkeit, ihre Warnungen vor existenziell bedrohlichen Gefahren (wie zum Beispiel das positive Denken eine ist)in Form eines Blogs zu publizieren.

    Losgelöst vom alleinigen Streben nach materiellem Gewinn muss ich sagen, gefällt mir die Gesellschaft positiv denkender Zeitgenossen bedeutend besser als diejenige von Leuten, die zwar mit weit geöffneten Augen durch die Welt marschieren, diese aber bloss deshalb so weit geöffnet halten, um auch jede einzelne potenzielle Gefahr zu erkennen. Ich selber halte es nicht für eminent wichtig, ständig davor gewarnt zu werden, einen Blick um die nächste Ecke zu riskieren. Natürlich ist es möglich, dass dahinter ein Dieb nur darauf wartet, mich auszurauben – aber vielleicht finde ich um die Ecke auch bloss ein wichtiges Geschäftsdokument, für dessen Rückgabe der Besitzer eine beträchtliche Summe zu bezahlen bereit ist. Vielerlei Dinge könnten entdeckt oder gefunden werden – allerdings werde ich es nie erfahren, muss ich doch meine Neugier und mein positives Denken zügeln, weil ich schliesslich keine “ehrlich” arbeitenden Pessimisten verhöhnen will.

  35. Thomas Allmendinger sagt:

    Vieles, ja allzu vieles in diesen Stamm-Blogs ist leider ungenau, insbesondere was geschichtliche Bezüge betrifft (welche allerdings meist fehlen). So stammt der Titel “Die Kraft des positiven Denkens” nicht von Joseph Murphy, sondern von Norman Vincent Peale, dessen Buch bereits 1952 erschienen ist (während Murphys Buch “Die Macht Ihres Unterbewusstseins” erst 1962 folgte). Bei Peal spielen christliche Gedanken eine grosse Rolle; man kann es also nicht als esoterisch bezeichnen. Überhaupt beinhaltet der Begriff “esoterisch” nicht per se auch die von Stamm oben beschriebene Mentalität, sondern heisst schlicht “nur für Eingeweihte verständlich”. Er ist also das Gegenteil von “exoterisch”. Solche angeblich esoterischen, letztlich aber bloss die Vorstellung “Nimm Dein Leben selbst in die Hand” beinhaltende Parolen hört man freilich in den Strategiesitzungen jeder besseren oder sich besser vorkommenden Firma, vorzugsweise in Aufschwungphasen. Murphy liefert hierfür lediglich den tiefenpsychologischen Unterbau. Doch neu ist diese “Philosophie” keineswegs. Früher nannte man dies einfach anders, nämlich “magisch”.

  36. Melvin sagt:

    Positives Denken sollte am Anfang stehen,
    positive Taten sollten dann aber folgen.
    Für einen Menschen der viel negatives erlebt hat ist positives Denken vielleicht der einzige Weg um nicht dem negativen Denken zu verfallen, und sich völlig zu blockieren.
    Die Gedankenwelt und Erlebnisse der Menschen sind doch zu viel zu vielfältig um einfach sagen zu können so zu denken sei gut, und so schlecht.
    Herr Stamm, Herr Murphy, ich glaube Sie irren alle beide!

  37. werner sagt:

    Hallo zusammen

    Dass ich den Blog so angeheizt habe, freut mich, denn nur durch weiten der Betrachtung, kann man gewinnbringend diskutieren. Nach meinem Beitrag ist das Niveau der Posts mit einem Male sehr gestiegen. Sobald man an die Grenzen geht, weiten sich dich Sichten. Und das ist gut so.

    Ich möchte ich hätte die Schreibkraft von Herr Stamm, und das Durchhaltevermögen. Seine Beiträge erfreuen mich immer. Ich kann seine Texte 100 mal lesen und immer wieder fällt mir etwas neues dazu ein. Und das ist doch das interessante daran. Jedesmal entdeckt man wieder eine neue Seite. Vielleicht hat man schon mal etwas erlebt, aber man sieht es nun nochmals anders.

    Diese Beiträge sind ausserdem eine Wonne und sehr interessant, weil sie auch sehr schön aufzeigen, wie es innerhalb einer Sekte selbst zugehen muss. Es gibt Verfechter, welche mit dem Schwert ihre Meinung vertreten, wie der Studi, zum Beispiel. Oder aber es gibt solche, welche mit wissenschaftlicher Akkribie auf irgendwelche Fehler hinweisen, und gar nicht mehr merken um was es des eigentlichen geht. Ein grosser Teil der Forumsteilnehmer würden gute Sektenanhänger werden, weil sie die besten Voraussetzungen haben sich niemals vom Fleck zu bewegen.

    Ein bisschen Öl ins Feuer schütten wirkt manchmal Wunder.

    @studi
    Ganz zum Schluss noch ein Wort an den Studi. Bitte entschuldige, ich habe zwar deinen Beitrag gelesen, habe inne gehalten, und bin dann aber weitergefahren. Es hat mir einfach nichts gesagt! Sorry. Ich habe mir dann nur gedacht, dass ich schon an anderer Stelle von Pseudo-Studierten als Vollidiot hingestellt worden bin, und auch da mich abgewendet habe. Und da ich bis jetzt damit immer gut gefahren bin, habe ich mir gedacht, wäre es wohl das beste, wenn ich auch diesmal dem ganzen nicht weiter auf den Grund gehe. Ich möchte zwar schon, aber ich kann mir im besten Fall nicht vorstellen, dass es dir um eine Kommunikation geht, um eine Weitergabe deines Wissens oder deiner Erfahrung. Also bitte entschuldige, es ist keine Absicht.
    Nein, halt. Ich stelle mir vor, dass genau solche Leute wie du die besten und eifrigsten Sektenverfechter sind. Und ich rechne dich mal genau so einer Sekte zu. Du bist ein jemand, welcher durch die Aufklärungsarbeit von Herr Hugo Stamm irgendwann mal arg in Bedrängnis gekommen ist. Und nun willst du dich an Herr Stamm rächen. Das glaube ich. Deshalb nimm es nicht persönlich, wenn ich vermutlich auch nicht auf deine Post eingehen würde wenn du es sogar ehrlich meintest.

    So, und nun habe ich die Diskussionen wieder angeheizt und euch gezeigt, dass selbst in einem Blog man sehr schön die Tendenzen aufzeigen kann, wie es überhaupt zu sektierischen Tendenzen kommen kann. Bitte einfach die Maske runterreissen und wieder Mensch werden, ja. Kann doch nicht so schwierig sei, oder? Danke!

  38. Rosenstengel sagt:

    @Werner

    So, so, Sie sind also der Anheizer hier.

    Arbeiten Sie bei der Bahn?

    Aber es gibt doch gar keine Dampflokomotiven mehr.

    Einbildung ist auch eine Bildung.

  39. Rosenstengel sagt:

    @Rohrbach

    Wissen Sie, was mir an Ihnen so gut gefällt?

    Sie schreiben klar und deutlich und Sie verpacken das ganze mit einer feinen Ironie, die zum Nachdenken anregt.

    Ich habe sehr gut verstanden, was Sie sagen wollen.

    Es ist schon so, dass wir uns unter anderem unser positives Denken beim Einkaufsbummel holen. Wobei wir natürlich sehr positiv darüber nachdenken, was wir uns denn heute noch Gutes antun können.

    Und dann gehen wir genüsslich nach Hause, setzen uns vollgefressen und satt vor den Computer und füllen Blogs. Ja, so lässt sich’s leben, so macht es Spass zu philosophieren, keine Frage.

    So eingefahren in unserem Wohlstand und unserer heilen Welt vergessen wir sehr schnell, dass es noch eine andere Welt gibt, weit, ganz weit entfernt von uns. Über diese Welt sollte man am besten gar nicht nachdenken. Da könnte man sich direkt ein schlechtes Gewissen holen und unser positives Denken wäre nachdrücklich in Gefahr.

    Aber es gibt sie diese Welt. Und das einzig positive Denken von den Leuten die in dieser Welt leben besteht darin, das sie es noch einmal geschafft haben einen Tag zu überleben, ohne verhungert zu sein. Aber die meisten haben nicht den Hauch einer Chance, irgendwann ist es dann vorbei….wie haben sie einfach verhungern lassen, so ist das.

    Wissen Sie, mein lieber Rohrbach, manchmal hadere auch ich mit meinem Herrgott und wünsche mir, dass er mal bei uns so richtig reinhaut und uns mal ein bisschen was von dem wegnimmt, was wir im Überfluss haben und denen gibt, die NICHTS haben. Aber er tut es nicht. Ich weiss nicht warum? Sind wir denn soviel bessere Menschen als die da in der anderen Welt?

    Der „studi“ müsste doch darauf eine plausible Antwort kennen.

    Ja, Herr Rohrbach, wie Sie sehen, haben Sie mich mal wieder zum Nachdenken gebracht. Aber keine Sorge, das hält nicht lange….nein….das vergeht ganz schnell….das fehlte noch…..möchte mir doch mein schönes Leben nicht vermiesen…..meiner Seel.

    Ja, so sind wir eben…..wir „Gutmenschen“.

    Ich bedanke mich für Ihren Beitrag und wünsche auch Ihnen einen schönen Sonntag.

  40. alf sagt:

    Guten Abend

    Erstaunt darüber bin ich schon, dass in zwei Tagen so viele Meinungen (manchmal habe ich den Eindruck, wir befinden uns im verbalen Krieg) abgegeben werden zu einem Beitrag, der lesenswert ist.

    Wir wissen doch Alle, dass ein System a la Murphy “ich stelle mir das oder jenes vor – und die Welt gehört mir” ins Reich der Märchen gehört.
    Wir wissen doch Alle, dass in einer Welt wie der, die uns heute umgibt, keine Schnellschusslösungen möglich sind.
    Wir wissen doch Alle, dass sture und unverrückbare Standpunkte als Lösungsansätze ausgedient haben.
    Wir wissen doch Alle, dass uns weder eine Murphy- noch sonst eine esoterische- oder abergläubische These wirklich weiterbringt.

    Wenn Herr Stamm diese Tatsachen etwas ausleuchtet, finde ich das gut.
    (was nicht heissen soll, dass ich ihm jetzt hörig bin …)

  41. Werner Heiz sagt:

    Lieber Herr Stamm
    wie bei Infosekta schätze ich bei Ihnen als Person die Kritik an allen unfrei machenden sektiererischen Organisationen und Einzeltätern. Aber Sie stehen auf Eis. Wer Unfreiheit anprangert, ist nahe daran, Freiheit zu verordnen; das wird paradox.
    Die Macht des positiven Denkens ist existent, auch bei Ihnen. Nur: so einfach wie sich das Herr Coué und sein amerikanischer Nachfolger vorstellen, so einfach es nicht.
    Das Unbewusste versteht keine Verneinungen. Wenn wir zu em kleinen Kind sagen: “Fall nicht in die Grube dort vorne!”, ist recht wahrscheinlich, dass das Kind eben fällt. Deshalb sind psychologische Mittel wie Selbtshypnose und Suggestion, aber auch Hypnose immer eher positiv orientiert, und das ist richtig und gut so. So einfach wie es die Sektengurus darstellen, ist die Sache nicht, aber nicht gänzlich falsch oder: ein Teil der kollektiven Wahrheit.

  42. studi sagt:

    @rosenstengel:

    habe keine endgültige antwort. ebenso wenig, wie auf die frage, wieso dass wir nicht mit unserem überfluss dafür sorgen, dass die anderen nicht mehr ganz so wenig haben.

    @werner:

    dass dir meine kommentare nichts sagen, wenn du dir nicht mal die mühe gibst und zeit nimmst, diese zu lesen, weil du von derartigen vorurteilen mir gegenüber verblendet bist, wie du sie selbst geschildert hast, sollte es dich selbst so wenig wie mich wundern, dass du meinen posts nichts abgewinnen kannst – weil du das schlicht und ergreifend nicht willst. sonst hättest du mit sicherheit bemerkt, dass ich durchaus willens bin, das bisschen wissen, welches ich mir während meines theologiestudiums bisher angeeignet habe, so differenziert und reflektiert wie möglich weiterzugeben – nicht als absolute wahrheiten, aber als mögliche perspektiven, welche ein bisschen weniger schwarz-weiss sind als herrn stamms.

    und von wegen sekten-verfechter: ich gehöre der psycho-sekte der evangelisch-reformierten landeskirche an. zu meiner verteidung: ich gehöre eher zum liberalen flügel. aber um so mehr finde ich es hinfällig, wenn kulturpessimisten wie herr stamm zum vorherein nur die schattenseiten religiöser phänomene schilern und diese durch tendentiöse berichterstattung zum teil noch finstrer schildern als sie wirklich sind.

    en schöne sunntig allersits
    studi

  43. Danke Rosenstengel für das positive Echo. Das gibt mir natürlich auch “positive Kraft”, weiterhin meine Betrachtungen anzustellen. Ich bin ein begeisterter Michel-de-Montaigne-Anhänger!

  44. Alois sagt:

    Da habe ich noch eine Buchempfehlung:
    Günter Scheich: Positiv denken macht krank. Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen; Eichborn-Verlag, 1997. 210 Seiten.
    (Schliesslich wird mit all diesen Postitiv-denken-Büchern eine Stange Geld verdient. – Muss der Preis bei Nichtgelingen eigentlich rückerstattet werden?)
    eine schönen Sonntag wünscht Alois

  45. Melvin sagt:

    @Werner und @Studi

    Ihr solltet vielleicht etwas positiver übereinander denken..;)

  46. Haarindersuppe sagt:

    Es ist Zeit mich weiterzubilden, deshalb wird jetzt eingebloggt. Kann mir jemand erklären, welches Problem Hugo Stamm damit hat, wenn ich eins mit Gott bin? Mein schmales Hirni kann sich nicht vorstellen, welchen Schaden dies anrichten könnte.

  47. werner sagt:

    @studi

    Ach so, jetzt zeigst du dein wahres Gesicht. Du siehst dich also als Verteidiger der wahren religiösen Werte.

    Junge, du redest von Metaphysik, nicht von einer strengen Wissenschaft. Metaphysik wird bis Ende dieser Welt eine reine Meinungssache sein. Also was willst du uns da für einen Bären aufbinden?

    Herr Stamm ist Journalist, und muss unheilvolle Tendenzen, Streitigkeiten, falsche Entwicklungen und negative Strömungen aufzeigen. Journalisten stellen sich wie Ärzte in den Dienst der Menschen. Ausserdem muss er die Probleme so angehen, wie sie sich dem Allgemeinbürger darstellen, und diese Probleme sind dort meist sehr drastisch und fragen nicht nach Definitionen.

    Wo also bitte schön liegt dein Problem?

    Ich kann dir sagen, wo dein Problem liegt. Du hast einfach keinen Respekt vor der Meinung anderer Leute. Und genau das ist auch in Sekten so. Genau so wie du Herrn Stamm behandelst, werden in Sekten die Mitglieder behandelt und unter Druck gesetzt, damit sie die Gruppe nicht verlassen, und damit sie machen, was andere für sie bestimmen.

    Du bist das Musterbeispiel eines Sektierers. Und alles, was du sagst, legitimiert sich aus einer Pseudo-Wissenschaft, was sich nennt Metaphysik.

    Leute wie du haben es wirklich nicht verdient studieren zu können und massenweise Steuergelder zu zerfressen. Du bist mit deiner arroganten Haltung nichts als eine Belastung für die Allgemeinheit. Wenn ich die Macht hätte Studies in die Wüste zu schicken, dann würde ich das mit dir jetzt tun und das Studium von jemand anderem finanzieren, welcher zumindest die Meinungen anderer Leute achtet und nicht PRINZIPIELL und BÖSWILLIG in Frage stellt.

    Wenn du jetzt den Unterschied nicht kennst zwischen den verschiedenen Formen von Kritik, dann können dir nicht mal mehr deine Eltern aus deiner Krise helfen. Du wirst ein lausiger Theologe, das kann ich dir jetzt schon versprechen.

    Für mich ist hier Ende Feuer. Kannst wieder mit anderen Leuten deinen Hampelmann machen.

  48. Lieber Hugo – hast Du schon wieder ein neues Thema in der Esoterik ausgeheckt. Dieses letzte mit dem positiven Denken war nicht übel: zumindest hat man von Dir abgelenkt, man hat sich ja im vorletzten Blog ziemlich auf Dich eingeschossen. Das “Positive Denken” ist erschöpft, man kann sich nichts mehr aus den Fingern schreiben.
    Schöner 1. Mai.

  49. IzQb sagt:

    Ich finde positives Denken angenehmer als negatives Denken. Es erleichtert mir die Dinge irgendwie …
    Also warum denn auch nicht – hmmmmm !

  50. studi sagt:

    @werner:

    mit der art und weise deiner aussagen diskreditierst du dich schlussendlich selbst.

    1. ich habe mich in keiner weise als verfechter irgendwelcher werte bezeichnet. da musst du etwas hineingelesen haben. bitte nochmals lesen, denn lesen bildet. wirklich. ich verlange von herrn stamm nur, dass er die perspektive seiner artikel ein wenig weiter fasst.

    2. ich rede nicht von metaphysik im eigentlichen sinne (wobei man sich hier auch über die definition von metaphysik streiten könnte) – sondern von religonsphilosophischen denkmustern und modellen. jede wissenschaft arbeitet mit modellen, sogar die naturwissenschaft. der einzige unterschied ist die eindeutige empirsche überprüfbarkeit.

    3. derjenige, der sich gegenüber anderen meinungen respektlos verhält ist in diesem blog meines erachtens in erster linie herr stamm, indem er konstant religiöse minderheiten in einer stigmatisierenden weise diskriminiert. andere meinungen zu respektieren scheint aber auch nicht gerade deine stärke zu sein – ansonsten könntest du ja damit leben, dass andere einen anderen standpunkt vertrete. ich hab nichts gegen deine meinung… solange du sie mir nicht aufdrücken willst.

    4. du scheinst mich ja bestens zu kennen… ich bin der erste, der aus eigenen erfahrungen vor gewissen religiösen strömungen warnt. aber ich versuche dabei, die menschen, die sich in diesen kreisen bewegen, nicht zu diskriminieren. denn die absichten dieser gemeinschaften sind meist bei weitem nicht so finster wie herr stamm sie hinstellt. im gegenteil: sie scheitern (genau wie herr stamm) bei der art und weise, wie sie diese umsetzen wollen. errare humanum est. das gilt für mich wie für dich, herrns stamm und jegwelche religiösen gruppierungen. ich wünschte mir hier ein wenig mehr dialogbereitschaft – sowohl seitens der religiösen gruppierungen, aber auch herr stamm. denn niemand hat die weisheit mit löffeln gefressen. aber genau den eindruck machen herrn stamms artikel konstant, und damit lässt er sich auf das propagandistische und totalitäre niveau religiöser gruppierungen, die wir so gerne als “sekte” bezeichnen, herunter.

    5. deine vorurteile gegenüber studenten schreien zum himmel – und du willst mir noch erklären, dass ich arrogant sei? wer mit einem finger gegen andere zeigt, zeigt zugleich mit drei fingern auf sich.

    der einzige grund, wieso ich herr stamm konstant kritisiere, liegt in (der meines erachtens, für einen renommierten journalisten) zu beschränkte perspektive. herr stamm hat einen tunnelblick: er sieht nur die negativen randerscheinungen. eine grundsätzliche kritik an diesen ist durchaus angebracht. aber dann sollte man die kritisierten erscheinungen möglichst genau abgrenzen, um zu verhindern, dass nicht solche stigmatisiert werden, welche eigentlich gar nicht zum zielbereich von herrn stamm gehören.

    ich laste herrn stamm an, dass er mehr oder weniger bewusst kollateralschäden in kauf nimmt. und ich halte dies für nicht akzeptabel. es geht nicht an, dass ein einzelner, offensichtlich betriebsblind gewordener journalist generell menschen, welche sich auf einen spirituellen sinnsuche befinden, durch den kakao zieht.

    und im falle des positiven denkens: wer glaubt im therapeutischen bereich heute noch an murphy? keine sau. dennoch: positive grundhaltungen einüben gehört zu den zentralen massnahmen in einer psychotherapie oder einer seelsorgerlichen begleitung. und durch herrn stamms artikel sind eben diese praktiken mit ins schussfeld geraten. von jemandem, der von einer solchen praxis jedoch schlicht und ergreifend keine ahnung hat. muss er ja auch nicht, da er nur vor gefährlichen randerscheinungen warnen will – aber dann sollte er diese bitte vom therapeutischen mainstream, welcher vielen menschen tag für tag in einer angebrachten weise hilft, klar und deutlich abgrenzen.

    so. und jetzt singen wir gemeinsam die internationale. en schöne 1. mai allersiits.

    studi