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Gott, Herrscher über den Regen

Hugo Stamm am Sonntag den 14. Juni 2009

Die Familienlobby, ein Zusammenschluss freikirchlicher Sittenwächter, kämpft gegen die Verluderung von sittlichen Werten. Die Familie ist ihr heilig, Sexualität gehört in die Ehe, Homosexualität ist des Teufels. Die Familienlobby erklärt, konfessionell neutral zu sein. In Wirklichkeit ist es ein Verein mit freikirchlicher Prägung.
Seinen grossen Auftritt hatte der Stosstrupp Gottes bei der Euro-Pride in Zürich. Die Familienlobby machte mobil gegen die „Homo-Lobby“. Der Anlass werbe «unlauter für einen Lebensstil, der erwiesenermassen in grosses Unglück stürzt».
Das Weltbild der Familienlobby kennt kaum Nuancen. Sie schreibt:
„Seit Karl Marx und Friedrich Engels wollen linke Meinungsmacher und Politiker/-innen die Familie abschaffen. In jüngster Zeit sind es die 68er, die vehement an der Zerstörung der Familie arbeiten. Nach ihrem Gang durch die Institutionen haben sie in wenigen Jahren eine neomarxistische, konsumfixierte Anarchie errichtet. Die brüchigen Säulen ihres familienpolitischen Programms heissen:
* Sex nach Lust und Laune
* Abtreibung ungewollter Embryos
* Abschieben der Kinder in Krippen und Horte
* Scheidungen im Schnellverfahren ohne Schuldfrage
* Homosexualität als legitimes Partnerschaftsmodell
* … und wenn’s nicht mehr hinhaut, den Giftbecher bestellen
Der Wunsch nach treuer Liebe in Ehe und Familie ist zu tief im menschlichen Herz eingegraben. Höchste Zeit, der destruktiven Propaganda der Neomarxisten entgegenzutreten und das Modell der traditionellen Familie neu zu propagieren.„
Im Vorfeld der Euro-Pride haben die Sympathisanten der Familienlobby Organisatoren und Sponsoren mit Protestbriefen eingedeckt. Schweiz Tourismus hat mehrere Hundert Schreiben erhalten.
Die Briefe waren so ehrverletzend, dass die Organisatoren eine Strafanzeige gegen Daniel Regli, Präsident der Familienlobby, eingereicht haben. Regli präsidiert auch die SVP des Zürcher Kreises 11.
Aufschlussreich ist das religiöse Weltbild der Familienlobby. Es macht deutlich, dass freikirchlich Gläubige ein Gottesbild pflegen, wie es normalerweise kleine Kinder entwickeln. Eine Pressemitteilung der Lobby macht es deutlich. Darin heisst es, die Organisatoren hätten  100’000 Besucher zur Parade 6. Juni 09 erwartet. Es seien aber laut Polizeiangaben nur 15’000 bis 20’000 gewesen. (Der Veranstalter zählte 50’000.)
De Familienlobby glaubt, viel zum Misserfolg beigetragen zu haben. Die Anhänger beteten zu Gott, er möge es regnen lassen.  Wörtlich heisst es in der Mitteilung: „Zwar brachen die Teilnehmer in Jubel aus, als kurz vor Start des Umzugs die Sonne durch die Regenwolken hervor brach. Schon wähnte man sich im Sieg über Christen, die für Regen beteten, um die Parade zu verhindern. So setzte sich der Tross im Schatten des Ostwindes mit lauter Musik in Bewegung. Kurz vor fünf siegte dann aber der Westwind. Druck- und Gegendruck hatten eine riesige Wolkenwand aufgebaut, die sich mit Blitzen, Donner und heftigstem Regen im Zürcher Stadtzentrum entlud.“
Die Freikirchler geben ihren „Misserfolg“ teilweise zu: „Nun, auch die Familienlobby hat ihr Ziel verfehlt, die ganze Parade durch Regen zum Flop werden zu lassen. Gott, der Herr der Wetterlage, hatte offensichtlich einen etwas differenzierteren Plan. ‚Er lässt Seine Sonne scheinen über Gerechte und Ungerechte’ (Mt. 5,45). Er gibt auch Homosexuellen Freiraum, ihr Leben auszuprobieren. Jedoch macht Er ebenso deutlich, dass die Versuche, sich auf diese Art das Glück zu sichern, in heftigem Unwetter enden.
        Die Familienlobby kann mit dieser weisen Lösung gut leben. Sie wird ihre Aktivitäten zum Schutz und zur Förderung familiären Lebens weiter forcieren und auch in Zukunft mit dem HERRN der Wetterlage zusammenarbeiten.“
Damit ist die Frage der Theodizee eindeutig beantwortet: Die Anhänger der Familienlobby sind offensichtlich überzeugt, dass Gott jeden Regentropfen gezielt steuert.

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1.107 Kommentare zu “Gott, Herrscher über den Regen”

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