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Kampf für die Freiheit

Hugo Stamm am Mittwoch den 22. März 2006

Viele Leser fühlen sich durch meine kritischen Texte angegriffen, manche Reaktionen fallen heftig aus. Ich führe einen Feldzug gegen alle möglichen Glaubenskonzepte und spirituelle Erkenntnisse, werfen sie mir vor. Und gelangen zur Überzeugung, ich sei ein „gottloser“ Mensch ohne Einfühlungsvermögen.

Ich gebe es zu: Der Vorwurf der Intoleranz trifft mich. Toleranz ist für mich die Voraussetzung für Emanzipationsprozesse. Deshalb ist es mir ziemlich egal, was jemand glaubt. Das ist seine Privatsache. Und ich respektiere die verfassungsmässig garantierte Glaubens- und Kultusfreiheit. Ich lasse mich bei meiner Aufklärungsarbeit ja gerade vom Gedanken der geistigen Freiheit leiten. Doch genau diese Freiheit versuchen viele radikale Glaubensgemeinschaften und spirituelle Gruppen einzuschränken. Sie missionieren und drängen den Neugierigen mit fragwürdigen suggestiven Mitteln ihre Weltanschauung, ihren Glauben oder ihr spirituelles Konzept auf.

Ich will niemanden von seinem Glauben abbringen, niemanden von irgend etwas überzeugen (ausser natürlich dem Freiheitsgedanken). Vielmehr versuche ich anhand von Missbräuchen aufzuzeigen, wie wichtig die geistige Autonomie ist.

Freiheit und Glauben müssen nicht in Widerspruch zueinander stehen. Auch als gläubiger Mensch kann ich dem Freiheitsprinzip nachleben. Man ist kein Ketzer, wenn man kritische Fragen stellt. Es muss auch in Glaubensgemeinschaften erlaubt sein, Autoritätspersonen und Dogmen zu hinterfragen. Wo dies nicht möglich ist, herrschen sektenhafte Strukturen vor.

Mit meinen Texten versuche ich, die Leser in dieser Hinsicht zu sensibilisieren. Dies ist gerade in Glaubensfragen wichtig. Wohl in keinem andern Lebensbereich ist die Sehnsucht nach Heil und Erlösung so gross. Nirgends sonst ist die Möglichkeit der Beeinflussung grösser. Um nicht von euphorischen Gefühlen mitgerissen und von spirituellen Autoritätspersonen instrumentalisiert zu werden, brauchen wir gerade in Glaubensfragen die geistige Freiheit. Nur so können wir prüfen, ob eine Gemeinschaft seriös ist oder ob sie mit verdeckten Methoden versucht, uns in eine Scheinwelt zu locken und in eine Abhängigkeit zu ziehen.

Fromme aus Freikirchen werfen mir vor, ich sei gar nicht berechtigt, in Glaubensfragen zu urteilen, denn ich hätte keinen Massstab. Es gäbe nur eine wahre Richtschnur, nämlich die Bibel. Es gibt aber auch das Prinzip der geistigen Freiheit als Leitlinie. Wenn ich die vielen Missbräuche im spirituellen und religiösen Bereich erlebe, dann regt sich bei mir auch der Gerechtigkeitssinn. Denn religiöse Manipulation ist für mich Freiheitsbeschränkung. Ich möchte die Leser ermuntern, sich gegen einseitige Beeinflussung und Beschneidung der Freiheit zu wehren.

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57 Kommentare zu “Kampf für die Freiheit”

  1. studi sagt:

    sehr geehrter herr stamm,

    wir unterliegen tag für tag den verschiedensten arten von beeinflussung… und wenn wir gerade bei “einseitiger beeinflussung” sind: ihr blog gehört wohl leider dazu, da sie kontinuerlich nur die schattenseiten religiöser praxis anprangern. mir ist bewusst, dass man mit prägnanten und dementsprechend polarisierenden aussagen auf mehr feedback stösst. aber es ist für eine freiheitliche religiöse entwicklung nicht sinnvoll.

    vor allem die letzten artikel in ihrem blog sind von etwas geprägt, das schon an eine religiöse paranoia grenzt. überall nur das schlechte zu sehen (oder zu beschreiben) hilft auch nicht, sondern macht nur angst. und angst macht uns nun mal nicht frei.

    wenn sie wirklich zur freiheit als grundwert jeglicher religiöser praxis aufrufen wollen, möchte ich sie ermutigen, auch mal etwas positives zu schreiben. zum beispiel über eine form von gelebter religiosität, welche zwar ihnen persönlich vielleicht nicht entspricht, aber mit ihrem freiheitsgedanken zu vereinbaren wäre.

    freiheit ist übrigens so eine sache… um nach john locke zu argumentieren: freiheit ohne grenzen, die uns vor sümpfen und abgründen schützt, ist keine dem vernünftigen menschen würdige freiheit, sondern würde uns auf das niveau von wilden tieren herabsetzen. freiheit für den einzelnen gibt es nur da, wo er dem anderen seine freiheit lässt (und damit implizit seinen handlungsradius eingrenzt). ansonsten wird die freiheit zu einem hobbes’schen naturzustand: jeder gegen jeden.

    freiheit ist also in sich auch kein absolutes ideal. und wenn sich menschen in einer gewissen form von religiosität wirklich wohl und geborgen fühlen, sind auch sie, geehrter herr stamm, nicht berechtigt, diesen menschen ihr freiheitsbild aufzudrücken, da diese menschen das, was sie als freiheit erachten, als bedrohung empfinden. der vorwurf einer gewissen, wenn auch sicherlich nicht gewollten intoleranz ist für mich durchaus nachvollziehbar, auch wenn mein persönliches freiheitsempfinden wahrscheinlich eher bei dem ihren liegt als bei dem von angehörigen gewisser religiöser strömungen.

    und noch kurz zur bibel als richtschnur: ich möchte mich davon hüten, mit der bibel in der hand zu richten, da ich mir bewusst bin, wie ein biblisches urteil über mein eigenes leben aussehen würde. zum glück glaube ich aber nicht primär an ein biblisches gericht, sondern an eine biblische frohbotschaft, eine botschaft der freiheit (!) und der gnade. so falsch ist das mit der bibel als richtschnur also nicht… es hängt aber sehr wohl vom verständnis derselben ab. und hierin hat wohl kein mensch die letzte und allein richtige einsicht.

  2. Rosenstengel sagt:

    Herr Stamm

    Ich gebe zu, dass ich mit Sekten nicht auskenne. Ausser von Zeugen Jehovas wurde ich eigentlich noch nie von Sekten kontaktiert. Ausserdem ist in der Gegend wo ich lebe, sowieso jeder anständige Mensch katholisch. Aber es gibt sie auch bei uns, diese Gruppierungen, die Ihnen so auf dem Magen liegen.

    Lassen Sie mich diesbezüglich eine kleine Geschichte erzählen.

    Neben einer Autowaschanlage, wo ich immer mein Auto wasche, hat sich so eine christliche Gruppe einen Raum gemietet. Da treffen sich ca. 30 Leute jeden Mittwoch und Sonntag für 1 Stunde. Da singen sie dann und was sie sonst noch machen weiss ich nicht, aber es kann nichts schlechtes sein und ich sage Ihnen auch warum.

    Es kommt manchmal vor, dass ich gerade dann mein Auto wasche, wenn diese Leute aus ihrem Raum herauskommen.

    Da sieht man nur glückliche, freundliche, zufriedene und schöne Gesichter. Da könnte man richtig neidisch werden und man fragt sich, was haben die da drin bloss gemacht? Und diese Leute sind „ansteckend“. Da können Sie noch so schlechte Laune haben, plötzlich beginne auch ich zu lächeln und freue mich, dass es so was Schönes noch gibt.

    Sie können jetzt natürlich sagen, dass die alle eine Gehirnwäsche bekommen haben. Aber das glaube ich nicht. Das waren alles Leute, die mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben sind.

    Fazit:

    Wollen Sie diesen Leuten die Freiheit nehmen, dass sie glücklich und zufrieden sind und sich damit wohltuend vom Rest der Bevölkerung unterscheiden?

    Und noch etwas: Von denen hat mich noch keiner gefragt, ob ich zu ihnen kommen möchte, obwohl sie sicher gemerkt haben, dass mir das ganze ziemlich gut gefallen hat.

    Denken Sie mal darüber nach.

  3. a.n.onym sagt:

    Wunderbar! Langsam geht es zur Sache!

    Dieser Artikel von Herrn Stamm wird wahrscheinlich vielen Frommen wieder nicht passen. Meist _muss_ man aus frommer Sicht seine Freiheit einschränken, weil… und dann folgt eine Argumentationsliste. Die ist sicher z.T. berechtigt.

    Persönlich finde ich aber gerade dieser Beitrag von Herrn Stamm doch recht, ähm, christlich. Wenn ich mich recht erinnere, war es der Paulus in der Bibel, der gefunden hat, [der Glaube an] Christus mache frei vom Gesetz. Da würde ich mir eben wünschen, dass die Frommen das Gesetz nicht trotzdem wieder – auch wenn mit guten Argumenten – irgendwie einführen würden.

    Freiheit. Das ist es.

    In dem Sinn: christliche Grüsse und einen schönen Abend.
    ~dale villod

  4. A. H. sagt:

    Lieber Herr Stamm,

    Für die geistige Freiheit kann man leider sogar noch heutzutage nicht genug kämpfen. Daran ist sicher nichts “gottloses” – im Gegenteil. Machen Sie weiter so!

    Kritik an jeglicher Form religiöser Gehirnwäsche ist immer notwendig. Die heutige Presse setzt sich für die geistige Freiheit für mich persönlich in manchen Punkten eher zu zaghaft ein, z.B. in Benug auf fanatischen Islamismus.

    Freundlicher Gruss

    A. H.

  5. Es ist erlaubt, zu fragen:

    Hat jedes Feedback ein Körnchen Wahrheit?
    Was ist kreativer: Rechtfertigung oder Selbsthinterfragung?
    Was ist Rechtfertigung, und was ist Klärung?
    Was ist eine sachliche Diskussion?
    Worauf beruht eine sachliche Diskussion?
    Auf welcher Ebene wird eine sachliche Diskussion geführt?
    Ist eine Ansammlung vieler Einzelereignisse Grundlage für eine sachliche Diskussion?
    Was ist der Unterschied zwischen „Tendenzen aufzeigend“ und Verallgemeinerung?
    Was ist der Unterschied zwischen einem Archiv von Ereignissen und wissenschaftlich fundierten Fakten?
    Wie kann man in einer sachlichen Diskussion subjektive Ansichten/Meinungen/Erlebnisse platzieren, dass sie der Sache Farbe, Saft, Leben geben?
    Kann Subjektives das Sachliche relativieren?
    Kann das Sachliche das Subjektive relativieren?
    Kann das Subjektive auf das Sachliche reduziert werden?
    Kann das Sachliche auf das Subjektive reduziert werden?
    Was ist der Unterschied zwischen der Landschaft und der Landkarte?
    Was ist die Gemeinsamkeit von Landschaft und Landkarte?
    Wie ergänzen sich Landschaft und Landkarte?
    Steht das, was man aus dem Ofen nimmt, in einem kausalen Zusammenhang zu dem, was man hinein geschoben hat?
    Wie gross ist der Spielraum der Interpretation?
    Welches Gewicht gibt man dem Faktor Interpretation?
    Ist es wichtig, wie man etwas sagt?
    Ist es wichtig, in welchem Kontext man etwas sagt?
    Inwiefern ist ein Sektenblog der richtige Kontext für eine Rubrik „Islam“?
    Was sind die Chancen eines Blogs?
    Was sind die Gefahren eines Blogs?
    Können ausschliesslich negative Beispiele die geistige Autonomie fördern?
    Können auch positive Beispiele die geistige Autonomie fördern?
    Was heisst objektive Berichterstattung?
    Was heisst selektive Berichterstattung?
    Kann auch ein einem vorselektierten Berichterstattungssektor objektiv Bericht erstattet werden?
    Heisst eine Berichterstattung positiver Entwicklungen, eine Heilsbotschaft zu verkünden?
    Heisst eine Berichterstattung positiver Entwicklungen, Partei zu ergreifen, die Sachlichkeit zu verlieren?
    Heisst eine selektive Berichterstattung negativer Ereignisse, ein Anti-Guru zu werden?
    Ist es möglich, mit einer Kritik diejenigen zu erreichen, die die Kritik angeht?
    Wie sieht eine konstruktive Kritik aus, so dass sie angenommen werden?
    Kann durch objektive Berichterstattung der Vorwurf entstehen, intolerant zu sein?
    Muss ein Berichterstatter urteilen?
    Ist der Berichterstatter in der Berichterstattung wichtig?
    Kann es ein Akt der Freiheit sein, sich von euphorischen Gefühlen mitreissen zu lassen?
    Gibt es Freiheit in einer Gemeinschaft?
    Gibt es Unabhängigkeit in einer Gemeinschaft?
    Gibt es überhaupt Unabhängigkeit?
    Wenn sich jemand in der Freiheit einschränken lässt – wessen letztliche Entscheidung ist das?
    Was ist der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung?
    Ist Verantwortung eine Last?
    Ist Verantwortung Freiheit?
    Ist Freiheit Verantwortung?
    Was ist der Unterschied zwischen Beschuldigung und Ermutigung?
    Was ist der Unterschied zwischen Anprangern und Fördern?
    Ist eine Anprangerung ohne Förderung sinnvoll?
    Heisst geistige Freiheit Wahlmöglichkeit?
    Gibt es Menschen, die freiwillig in einer Gruppierung sind?
    Gibt es Menschen, die freiwillig in einer Sekte sind?
    Was ist das „Freiheitsprinzip“?
    Ist Freiheit ein Prinzip?
    Ist Freiheit ein Gedanke?
    Ist Freiheit eine Idee?
    Ist Freiheit eine Qualität?
    Wer entscheidet, was Freiheit ist?
    Wann ist Kampf sinnvoll? Falls ja, wie sieht dieser Kampf aus?
    Gibt es einen „friedvollen Krieger“?
    Sind Reaktionen auf Berichterstattung wichtig?
    Ist es relevant, was der Leser über den Berichterstatter denkt? Wenn ja, für wen?

    Ohne Antworten herzlich

    Martin Schmid

  6. Matthias sagt:

    Herr Schmid!
    Das ist ein toller, konstruktiver Beitrag. Genau das ist das Muster einer religiösen Verklärung. Jedes Mal wenn es heiss wird, dann wird das Thema gewechselt.
    Im Prinzip weiss nämlich jeder religiöse Fanatiker intuitiv, dass er keine Chance hat gegen geballte Vernunft.
    Dumme Dogmen zu befolgen, dass muss der Sinn des Lebens sein!

  7. Alex sagt:

    Mensch, wenn ich könnte, so wie ich wollte, wenn man das drucken würde, aber der Zensor radiert ja alles weg.

    Was hier für geistige Tiefflieger ihre Meinung wiedergeben dürfen, das ist UNTER ALLER SAU!!!!!!!!!!!!!!!

    Das ist eine Schande und entspricht genau dem Dekadenz-Grad unserer Gesellschaft.

    Pfui Teufel, ich muss aufhören, sonst muss ich kotzen.

    Diesen Scheissdreck schaue ich mir NIEMALS mehr an, aus und vorbei, und der Tagi ist von nun an für mich GESTORBEN.

    EOM

  8. Realo sagt:

    Sehr geehrter Herr Stamm

    Ich verstehe Ihre Betroffenheit über die aus ihrer Sicht heftigen Reaktionen auf Ihren letzten Artikel zum Thema “Kindliche Paradiesvisionen”. Zu jenem Artikel möchte ich noch anmerken, dass das Gegenteil von “gut” nicht immer “schlecht” ist, sondern oft auch “gut gemeint”. Gerade der Begriff “kindlich” in der Überschrift wird ja naïve und streng wortgläubige Menschen darin bestätigen, dass sie eigentlich richtig liegen, denn in der Bibel in Matthäus 18 steht ja auch “2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen”. Jener Artikel verfehlt das Ziel vor allem deshalb, weil er Glaubensinhalte lächerlich macht, aber kaum Praktiken anprangert, die in die Abhängigkeit führen. Zum Beispiel empfinde ich als Christ die Art und Weise, wie Sie die Hindus angreifen, eher als rassistisch denn als tolerant. Solche Sätze sind der Stoff, aus dem Religionskriege entstehen.

    Vielleicht wäre eine Auszeit das Richtige. Etwas Abstand vom Thema könnte helfen, wieder klarer zu sehen und Glaubensinhalte nicht mit Methoden zum Abhängigmachen zu verwechseln. Die Quantität Ihrer Artikel steht in krassem Gegensatz zur Qualität Ihrer heutigen Arbeiten.

    Wo operative Hektik herrscht, herrscht geistige Windstille. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Einsichten und dass Sie Ihren Geist zur Ruhe kommen lassen, auf dass Ihre Arbeit wieder auf den Missbrauch fokusiert und nicht die Religiosität als solche aufs Korn nimmt.

    Herzliche Grüsse

    Realo

  9. ma sagt:

    Glaubenskonzept Freiheit? So sehr der Glaube an Märchenwesen, wie Gott, und transzendentale Gebrauchsanweisungen einem wahrheitsbewussten Geist zuwiderlaufen. Wie unbeholfen, wenn auch lobenswert, der Hugo Stamm’sche Kampf gegen die sektierischen Hörigmachungen doch ist.
    Der Kern der Erscheinung ist doch, dass unter Berufung auf die Glaubens- und Gewissensfreiheit eine Massenverdummung betrieben wird. Bereits im Kleinkindalter werden die Bürgerseelen mit Unwahrheiten programmiert; gleich einem Computervirus, der einen Teil des Systems unwiderruflich löscht.
    Nur wohin bringt uns das Glaubenskonzept Freiheit? Bin ich nicht auch frei, als Gegenleistung für die Aufnahme in eine Sekte, einen Teil meiner geistigen Festplatte zur Programmierung durch den Priester freizugeben? Frei, die von der Gesellschaft mir aufgezwängte Einsamkeit und Orientierungslosigkeit durch Aufgabe meiner “geistigen Freiheit” durch Beitritt in eine Sektengruppe zu meistern?

    Ein gemässigter Satanist? Eine rhetorische Frage.

  10. blicksam sagt:

    Ausgezeichnet Herr Stamm. Sie führen die Aufklärung vor, als wäre sie doch tatsächlich nur die geschmähte Illusion auf Bequemlichkeit bedachte Pfaffen.

    Ich hoffe sehnlichst, dass sie aber nicht auf diese unschuldigen sowie wehrlosen Frommen einhauen, obwohl das Hacken reinster Volkssport ist, denn die können sich gar nicht richtig argumentativ wehren. Nachgiebig appelliere ich, dass sie ihre berechtigte Gesellschaftskritik entweder im Felde einer Soziologie vollstrecken oder auf subtile abstrakte Kombinationen setzen, die den eingeengten Dogmatiker sowieso nicht erfassen kann. – Vielleicht werden sie aus seinem Unbehagen, oder aus purem Trotz, bzw. Hauptsache Widerspruch, eine boswillige Reaktion ernten.

    Lassen sie sich von diesen alten Philister nicht einschüchtern und “glauben” sie an die Aufklärung, dessen Ausgang bekanntlich ungewisser ist denn je.

    Grüssewohl
    blicksam

  11. studi sagt:

    @ma:

    religiöse themen mit verdummung gleichzusetzen ist…

    a) … diskriminierend, weil damit suggeriert wird, dass sämtliche menschen, welche religiöse gedanken oder gefühle hegen, minder reflektiert oder geistig beschränkt sind. gottes existenz ist sowenig endgültig rational beweisbar wie das gegenteil, somit sind jedem seine eigenen schlüsse gestattet, ohne sich von jemandem mit mangelnder toleranz und weitsicht als dumm bezeichnen lassen zu müssen.

    b) … beschränkt, weil aktuelle soziologische und psychologische erkenntnisse zeigen, dass religion, in einem individuellen und freiheitlichen rahmen praktiziert, der psychischen integrität und der sozialen eingliederung förderlich sind.

    übrigens: kein wirklich vernünftiger mensch würde seine meinung je als absolut setzen. eine solche haltung zeugt allenfalls von mangelnder selbstreflektion, einer gewissen ignoranz und einem hang zum narzissmus.

    mfg
    studi

  12. studi sagt:

    – nachtrag –

    @matthias:

    mit “religiöser verklärung” hat schmids kommentar wohl nur sehr wenig zu tun. vielmehr könnten seine fragen als grundlage für eine dialektische und differenziertere betrachtung des themas glauben und freiheit betrachtet werden.

    der begriff “freiheit”, wie er von herrn stamm verwendet wird, ist zwar wunderschön plakativ. wer möchte schon nicht frei sein? aber es gibt z.b. keine absolute freiheit. in der schweiz sind wir z.b. nur frei, wenn wir uns innerhalb der schranken des hier geltenden rechts bewegen.

    wenn herr stamm sich also schon gegen einseitige beeinflussung einsetzen möchte, dann sollte er feuer nicht mit feuer bekämpfen sondern seine begrifflichkeiten etwas differenzierter erörtern.

  13. @ Matthias

    Dogmen sind nicht verhandelbare, unantastbare Aussagen. Aussagen, die meist jegliche Logik ausschliessen – und daher nicht vernünftig und logisch zu begründen sind und, um eine Gültigkeit haben zu können, absolut gesetzt werden müssen. Es sind also keine Tatsachen, sondern Subjektives, das objektiviert wird. Und die Objektivierung kann nur dadurch geschehen, indem das Subjektive als nicht verhandelbar hingestellt wird. (Dazu kommt unter Umständen Angstmacherei – „Wenn du die Aussage in Frage stellst, kommst du nicht in den Himmel“.)

    Falls Sie mit dieser Definition übereinstimmen („,Dogmen sind nicht verhandelbare, unantastbare Aussagen.“), und es ist ja nicht meine persönliche Definition, sondern die allgemeingültige, dann würde eine vernünftige Argumentation Ihrerseits nun dazu führen, dass sie aufzeigen, wo in meinem Beitrag mit den Fragen Sie genau eine solche Aussage finden.
    Oder haben Sie da selbstimmunisierend etwas hineingelesen, das nicht dasteht?

    Interessant ist auch, dass Sie meine Fragen als Themawechsel empfinden. Ich sehe sie als Hilfe, in die Tiefe zu gehen, nicht in eine andere Richtung.

    Ist das nun ein Themawechsel, eine intuitive Reaktion des „dummen Dogmatikers“ gegen „geballte Vernunft“?

    herzlich, oder vernünftig, oder beides?

    MS

  14. Tomas sagt:

    Lieber Herr Stamm,

    ich hatte Freude an vielen Beiträgen in diesem Blog.
    Ich bin ein religiöser Mensch, mit gutem Grund. Ich erlebe schon seit vielen Jahren mediale Erfahrungen, die die meisten Menschen nicht kennen. Meine Veranlagung hat mich dazu geführt nach Antworten zu suchen. Mit Menschen, die Religion total ablehnen habe ich nur insofern Verständis, dass sie nicht wirklich erkennen was Beeinflussung heisst:

    – Der Mensch ist immer geleitet von Suggestionen (Beeinflussungen), die er mit seiner Freiheit zulässt oder aussucht.

    – An den Früchten, die aus dem Zulassen der Beeinflussungen entstehen erkennt man ob etwas gut oder schlecht ist.

    Uns ist jedoch die Tragweite und aller Dinge Schluss natürlich nicht oder nur teilweise bekannt. Doch selbst bei den überschaubaren Dingen belügen wir uns. Auch die selbsternannten freidenkerischen Atheisten.
    Als Beispiel könnte ich Hardrock-Musik anbringen. Ein junger Mensch spricht, “diese Musik tut mir gut, weil…”. Im Gegenzug kämpft er vielleicht ständig unter Minderwertigkeitsgefühlen oder sogar Depressionen. Er weigert sich jedoch mit dem Verstand heftig dagegen, dass das überlaute Hören seiner Lieblingsmusik etwas damit zu tun haben könnte.
    Man unterdrückt tagtäglich und fast ununterbrochen die feinen Impulse, die uns aus der Innerlichkeit aufsteigen und zur “Vernunft” bringen möchten. Man ist nicht ehrlich genug mit sich selbst.
    Da kommt die Religion als Richtschnur sehr wohl zum tragen und ist auch unersätzlich.
    Paulus spricht: “Prüfet alles und das Gute behaltet.” Man müsste anfügen, “aber ehrlich und gut.” Doch wo sind die religiösen Führer, auf die man sich verlassen kann, die über die bekannten Grenzen hinweg doch souverän sind?
    Ich behaupte es gibt sie. Die drängen sich jedoch nicht auf und werden meistens total verkannt. Aber suchen muss man sie, denn das ist aus meiner heutigen Sicht ein Gesetz, dem jeder Mensch unterordnet ist. Jeder Mensch macht nur soweit Fortschritte in seinem geistlichen Denken und Handeln, wie weit er ehrlich sucht. Ich denke auch Sie Herr Stamm, haben da in der Vergangenheit öfters ins Fettnäpchen gelangt. Nicht alles ist Sekte, das man nicht verstehen kann oder will. Wir stehen halt hier auf der Erde, zwischen Himmel und Hölle. Da ist ein gigantisches Kräftespiel im Gange. Ganz besonders jetzt in dieser Zeit.

    Ich wünsche Ihnen alles nur erdenklich Gute für die Zukunft.

    Tomas

  15. andreas sagt:

    Yeah, endlich geht es mal zur Sache.

    Schade nur, dass die grosse Mehrheit der Blogger hier das Statement von Herrn Stamm nicht richtig gelesen haben. Wie oft soll er Euch noch sagen, dass es in jedem Glaubenszirkel erlaubt sein MUSS, Dogmen und Autoritätspersonen zu hinterfragen. So einfach. Herr Stamm betont ja ausdrücklich, dass er Euren Glauben respektiert. Er möchte ja nur den MISSBRAUCH damit stoppen, himmelherrgottnochmal. Lest doch einfach mal Herrn Stamms Blog nochmals in Ruhe durch, und geifert nicht gleich mit Euren vorgefertigten Meinungen los. Oder haben einige von Euch Angst, Eure Schäfchen könnten diese Blogs auch lesen?

  16. Ein Anonymer sagt:

    Es können noch so viele Herr/Frau Rosenstengels von den Friede-Freude-Eierkuchen-Gemeinschaften zu berichten wissen, so steht es doch ausser Diskussion, dass es einige sehr gefährliche Gruppierungen im religiös, spirituellen Umfeld gibt, welchen unbedingt Einhalt geboten werden muss. Und um die geht es doch eigentlich. Also können wir – die Faust im Sack machenden Anonymen – froh sein, dass es die Spezies Hugo Stamm gibt, welche etwas dagegen unternimmt. Viele Vertreter gewisser Gruppierungen fühlen sich durch seine Artikel angegriffen und wehren sich mit Vehemenz dagegen, oft ohne dass sie direkt genannt wurden. Das ist für mich ein klares Indiz, dass eben sehr viel Wahres von Herr Stamm verbreitet wird. Was er betreibt, ist Aufklärung. Die Freiheit, uns trotzdem in die offenen Armen von Sekten, etc. zu begeben, haben wir weiterhin. – Aber wie sieht es umgekehrt aus?

  17. ma sagt:

    Wenn man zwischen den Zeilen der Forumsbeiträge liest, auf den Verfasser durchguckt, kann man rausfiltrieren, dass gerade gemässigte Vertreter von Aber- und anerkannten Glaubensrichtungen sich an den Aussagen von Stamm reiben. Interessant.

    @studi:
    Ihre Aussagen sind inhaltsleer, Sie wiederholen und bringen nichts Konstruktives. – Auf Ihre durchwegs von Unreife zeugenden Aussagen nur so viel:
    Zu b): Genau dasselbe habe ich, auf einer satirischen Stilebene ausgedrückt.

  18. studi sagt:

    @ma:

    falls es ein zeugnis von unreife ist, wenn man nach toleranz und achtung gegenüber der religiösen praxis anderer menschen aufruft (schliesslich sprachen sie ja von “verdummung” in bezug auf religiöse bildundung, was im besten fall pointiert, im schlechteren ebenfalls schlicht unreif und unreflektiert ist), dann lasse ich mich gerne als unreif bezeichnen.

    meine aussagen als inhaltsleer hinzustellen, ist übrigens nicht mehr als ein billiger trick und beweis dafür, dass sie weder an einer sachlichen diskussion interessiert sind, noch in der lage sind auf die argumente anderer einzugehen. damit wären wir wieder bei der frage nach dem beschräkten blickwinkel wären.

    und falls meine aussage in b) tatsächlich eine andere ausdruckweise ihres kommentars ist, wieso sollten dann mein kommentar inhaltsleer sein?

    ist ein bisschen widersprüchlich, nicht wahr?

    und wenn wir gerade bei widersprüchen sind: sie gebrauchen eine auffalend totalitäre religiöse rhetorik gerade gegen totalitäre und fundamentalistische religiöse gedanken… fragt sich wohl, wer hier am ende der wahre fundi ist.

    und ausserdem: dass sich gerade gemässigte vertreter an herr stamms ausführungen stören liegt wohl daran, dass man als “gemässigter” viel zeit damit verbringt, nicht ständig mit irgenwelchen randgruppen-fundis in einen topf geschmissen zu werden und vielleicht gerade von herrn stamm einen anderen grad an differenziertheit erwarten würde als beim wöchtentlichen svp-stammtisch in hinterpfüpfikon.

    @andreas:

    es geht hier nicht ums schäfchen zählen (oder verlieren). sondern darum, dass panikmachende berichterstattung ebenso kontraproduktiv ist für die religiöse emanzipation des einzelnen wie totalitäre und einengende botschaften fundamentalistischer religiöser gruppierungen.

    @ein anonymer:

    hitler glaubte auch, einer religiösen richtung und damit einem bestimmten volk, einhalt gebieten zu müssen… solche gedanken sind deshalb gefährlich, weil sie ebenso fundamentalistisch und totalitär sind, wie die damit bekämpften religiösen ansichten. die folgen davon sind meist verheerend.

    man kann niemandem eine religiöse meinung verbieten, es sei denn, diese gefährde den staat in seinen grundfesten (z.b. wenn eine revolution herbeigeführt werden sollte)

    gegen hugo stamms ziel der religiösen aufklärung ist nichts einzuwenden… solange er dieses ziel mit einer möglichst objektiven und vielseitigen berichterstattung geschieht. reine panikmache und ständige hexenjagden gegen irgendwelche auswüchse am rande des soziologischen phänomens religion schadet jedoch wahrscheinlich mehr als es nützt.

  19. @ ma

    Sagen Sie tatsächlich, Sie hätten dieselbe inhaltsleere, durchwegs unreife und nicht konstruktive Aussage auch schon gemacht?

    Wie kann es geschehen, dass ich aus einer Aussage von studi, die Sie als inhaltsleer bezeichnen, Inhalt ziehen kann?

    Was kann ich daraus schliessen, wenn ich in Ihrer Antwort an studi nichts Konstruktives finden kann?

    @ Hugo Stamm und die Tagi-Blog-Zensur

    In meinem Empfinden sind doch immer wieder Beiträge nah an der Ehrverletzung. Somit unterscheidet sich der Blog leider nicht wirklich von anderen Blogs, deren Beiträge nicht geprüft werden. Die Konsequenz daraus ist, dass immer mehr seriöse Beitragsschreibende abspringen werden.

  20. studi sagt:

    @martin schmid:

    wie es geschehen kann, dass sie aus meiner aussage, die ma als inhaltsleer bezeichnet, inhalt ziehen können? ganz einfach: sie denken über den tellerrand hinaus und setzen ihre eigene meinung nicht als absolut und endgültig.

  21. incognito sagt:

    Die Reaktionen auf Hugo Stamms stets mutigen, objektiven und belegbaren Argumente bestätigen die Tatsache, dass die glücklichen Sklaven (lies Verfechter, Anhänger von fanatischen Gruppen) die erbittertsten Feinde der Freiheit sind!
    Bitte machen Sie weiter so – Herr Stamm -zum Glück gibt es noch Menschen, die den Mut der Ueberzeugung haben! Solche beherzte (im wahrsten Sinne des Wortes) Aufklärer braucht unsere verrückte, desorientierte Welt! Danke.

  22. studi sagt:

    @incognito:

    ich sehe hier weder verfechter fanatischer gruppen noch feinde der freiheit. lassen sie doch jeden für sich selbst entscheiden, was für ihn oder sie freiheit bedeutet… ansonsten berauben sie ihn/sie der freien entscheidung.

    damit wären wir doch wieder mal beim thema: was ist freiheit?

    ist doch immer wieder schön, wie plakativ und wiedersprüchlich man ein wort verwenden kann…

  23. andreas sagt:

    @studi:

    Du hast absolut recht, wenn Du sagst, dass Panikmache kontraproduktiv ist. Nun, in meinen Augen macht Herr Stamm aber keinen auf Panik. Sondern sagt klipp und klar: Wenn Euer “Umgang” so und so funktioniert: Vorsicht.

    Also dann, schönen Abend.

    Gruss Andreas.

  24. Merky sagt:

    Ich hätte gern mal den Kommentar eines Psychologen zu diesen ewigen Auseinandersetzungen selbsternannter Freiheitsverfechter und Aufklärer wie Stamm (der leider immer sehr plakativ und undiffferenziert ist) und den religiöse berührten, die verständlicherweise ihre Erfahrung schützen, die ihnen durch ihre jeweilige spirituelle Praxis zu teil wurde. Das ganze ist immer so verfahren! Die ersteren scheinen stur, geistig dumpf und rechthaberisch ohne Reflexion, die zweiten naiv, sehnsüchtig, gutgläubig und verletzt. Ich wünschte mir, wie hätten eine geistig aufgeklärte Kultur, so wie sie Tibet eine zeitlang hatte, wo man geistige Dinge differenziert lehrt und erforscht und wo die Leute nicht so viel neurotische Material in diesem Bereich haben. Soll ich jetzt zu Gott dafür beten oder zu den Neurologen, dass sie etwas vorwärtsmachen (Neurologen haben interessante Dinge entdeckt: z.B. dass es kein Ich gibt oder dass jegliche Wahrnehmung intern und selbstkonstruiert ist. Aus diesem Blickwinkel müsste man mal die spirituellen Dinge ansehen, aber da können wir noch Jahrzehnte warten, is sowas mal im Tagi steht)

  25. Merky sagt:

    Und wo es kein Ich gibt, fallen Begriffe wie Entscheidung, Verantwortung und Freiheit auch ins Bodenlose…. da ist niemand, der frei sein könnte oder unfrei, da ist niemand der entscheidet etc…. dies alles aus Neurologie, Buddhismus, Advaita oder David Hume etc…

  26. andreas sagt:

    @studi:

    Du hast absolut recht, wenn Du sagst, dass Panikmache kontraproduktiv ist. Nun, in meinen Augen macht Herr Stamm aber keinen auf Panik. Sondern sagt klipp und klar: Wenn Euer “Umgang” so und so funktioniert: Vorsicht.

    Also dann, schönen Abend.

    Gruss Andreas.

  27. STOPP GM sagt:

    ich schliesse mich den Worten von Andreas an. Auch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die grosse Mehrheit der Blogger das
    Statement von Herr Stamm nicht richtig gelesen haben.
    Ich verstehe es auch so, dass Hugo Stamm nur den Missbrauch stoppen möchte. Dieses ist auch unser Ziel.
    Was wir mit der Leitung einer charismatischen Schweizer Freikirche erlebten und noch erleben ist wie eine Kriminalgeschichte. Ich glaube sowas ist einmalig. Was die Unwahrheiten, Bunkermentalität, Kritikunfähigkeit, Unversöhnlichkeit und Diskursunfähigkeit dieser Leiter betrifft hätten sie einen Platz im Guinessbuch der Rekorde verdient. Purer Horror !

    Es gibt ein Taschebuch welches heisst: “Wölfe im Schafspelz” Der Norweger Seelsorger Edin Lovas schreibt:

    “Nach vierzig Jahren Jahren seelsorgelicher Arbeit bin ich entsetzt darüber,welches Ausmass an Leiden durch Machtmenschen (Prediger/ Pastoren, freikirchliche Gemeindeleiter ,Aelteste etc…) einzelnen Christinnen und Christen und christlichen Gruppen und Gemeinden zugefügt werden. Es bestehen Rivalitäten,Geltungssucht, Unversöhnlichkeit und Neidereien, Zertrennung”

    Aus unseren persönlichen Erlebnissen bleibt mir nichts anderes übrig als die Aussagen von Edin Lovas zu bestätigen.
    _________________________________________
    Ich schätze die Aufklärungsarbeit von Hugo Stamm und verachte die hinterhältigen Machenschaften von Freikirchen Leitern.
    Ok, man soll ja nicht pauschalisieren und nicht alle in einen Topf werfen, möcht ich auch gar nicht und es ist nicht überall so, doch durch unsre Aufklärungsarbeit werden wir immer mehr mit Opfern konfrontiert, die traumtisiert sind. Das schlimmste ist, wenn an jungen Menschen Gehirnwäsche gemacht wird sodass sie anfangen, die eigenen Eltern zu verleugnen und über Jahre, manchmal auch für immer den Kontakt abbrechen.
    Es ist geradezu ideal dass sich ein Aussenstehender wie Herr Stamm zu Missständen äussert. Wenn wir dies tun, dann wird es in frommen Kreisen als Rache betrachtet, bei Herr Stamm ist dies ja wohl kaum der Fall.
    STOPP GM,Postfach 180,3902 Glis

  28. studi sagt:

    @andreas:

    vor gefahren warnen ist nie falsch. aber gerade beim thema religion, wo sehr persönliche überzeugungen tangiert werden, ist mit der art und weise vorsicht geboten. jede spirituelle wahrnehmung und gotteserfahrung in einen topf zu werfen ist da meines erachtens schlicht nicht angebracht, sondern weit unter dem niveau eines journalisten wie herrn stamm.

    @merki:

    dass das “ich” neurologisch auseinander genommen werden kann ist nur eine seite. dass tatsächlich keine “seelische” dimension besteht ist aber damit noch lange nicht bewiesen. vielmehr müsste man da fragen: nach welchen mustern werden wahrnehmungen gegliedert, resp. wieviel der persönlichkeit hängt von diesen mustern ab, etc.

    alleine schon, dass wir uns derartige gedanken um die existenz unseres “ichs” machen ist indiz (oder gar beweis?) genug dafür, dass es eben doch um ein wenig mehr als die reine verkettung chemischer reaktionen geht.

  29. studi sagt:

    @stopp gm:

    sie sagen es schön: man sollte nicht pauschalisieren… weder bei den gruppierungen noch bei den angehörigen einzelner gruppierungen.

    ich bin selbst ein “aussteiger” aus einer charismatischen freikirche. ich fühlte mich eh immer mit einem fuss draussen, weil ich lieber mit dem kopf durch die wand renne als mir vorschreiben zu lassen, was ich genau wie, wo und wann tun soll. dennoch habe ich bekannte, die nach wie vor in dieser freikirche verkehren. und stellen sie sich vor: die sind happy damit. sie wollen gar keine andere form von freiheit, weil sie sich von der gemeinschaft getragen fühlen. und obwohl mir das ganze zu eng ist, finde ich es okay für sie… weil diese menschen kenne, und weiss, dass es ihnen dabei wirklich gut geht.

    dass sie als anlaufstelle für aussteiger mit den negativsten erfahrungen konfrontiert werden, ist klar: die zufriedenen und glücklichen werden sich wohl kaum an sie wenden.

    am ende bleibt es jedem selber überlassen, welchen weg er/sie wählt. und herr stamms freiheitsbild ist sicherlich auch nicht jedermanns sache.

  30. Schindler Adrian sagt:

    Im Gegensatz zu Herrn Schmid muss ich Herrn Stamm leider jegliche Bibel – Kenntnisse absprechen. Seine Kommentare / Beurteilungen sind nicht fundiert sondern aus irgendwelchen esoterischen Sphären entsprungen. Schade….

    PS. Besuche seit dem Jahre 2000 das ICF. Komisch , wurde noch nie zum Zehntel verknurrt….?? Gebe einen Anteil zum Beispiel lieber Herrn Pfarrer Sieber…das ICF (ihre Lieblingssekte) , oh Wunder, übrigens auch.

  31. schnitzel sagt:

    hugo stamm rockz teh world!!
    hugo stamm 4 president!!

    weiter so !!!
    arr arr arr narf!

  32. Claude sagt:

    @Merky

    Vielleicht steht ja eines Tages mal etwas über Advaita im Tages Anzeiger. Bis dahin empfehle ich das Magazin SPUREN …
    http://www.spuren.ch

  33. Sandro sagt:

    Weiter so Herr Stamm, Ihre Arbeit ist sehr wichtig und absolut korrekt. Wenn man jemandem auf die Zehen steht schreien diejenigen immer am lautesten, die zustimmenden schweigen.

  34. STOPP GM sagt:

    @ Studi,

    sicher gibt es Menschen die sich in solchen Kreisen sehr wohl fühlen. Der Paulus der Bibel sagte doch schon anno dazumal zu den Korinthern:

    “Ihr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausnützt, wenn euch jemand gefangennimmt, wenn euch jemand erniedrigt, wenn euch jemand ins Gesicht schlägt.”

    Heute ist das nicht anders.
    Solange diese Leute allem zustimmen und nicht selbst in der Bibel nachlesen, was eigentlich Gottes Wille ist,wird es ihnen in solchen Vereinen sehr gut gehen.
    Auch wir haben über die ganze Schweiz verteilt liebe Bekannte in charismatischen wie nicht charismatischen Freikichen (Freikirchen mit Charisma)
    Sie sehen zwar, dass dies und jenes nicht stimmt aber sie wurden gelehrt, dass man den Gesalbten des Herrn nicht antasten darf. Irrlehre. Doch es wird geschluckt.

  35. @ Schindler Adrian,

    Hallo ICF Fan.

    Du schreibst, dass Du noch nie zum Zehntel verknurrt wurdest. Villeicht wirds ja auch etwas versteckter gemacht damit es die Mitglieder nicht recht kapieren?
    In der BewegungPlus- der Freikirche mit Charisma werden zum Beispiel die Mitglieder auch selten mehr direkt zum Zehnten geben aufgefordert. Es geschieht nun eher indirekt. So beschlossen die Bewegungsleiter an einer Versammlung, dass man nun vorallem den jungen , (noch unerfahrenen und leichtgläubigen? )Menschen predigen soll, sie würden besonders gesegnet, wenn sie den Zehnten geben würden. Die ältere Generation hätte da mehr Mühe.
    Wir kennen das Spiel. Je mehr Du gibst, je mehr wird es Dir von Gott zurückerstattet.
    Vorbildlich wäre auch die spanisch sprechende Gemeinde, die jeweils Busse täte vor dem Zehnten geben. (Wahrscheinlich Busse darüber, dass sie nicht immer den Zehnten voll gegeben hatten)
    Ausserdem steht dann in diesem Protokoll,dass immer weniger Mitglieder den Zehnten bezahlen könnten, weil sie ein Chaos mit den Finanzen hätten. Deswegen müsste man überlegen, wie man ihnen helfen könnte, Ordnung in ihre Finanzen zu bringen.
    Also, schlussendlich dreht sich doch alles um den “Zehnten”,nur wird es evtl. getarnt gemacht sodass es die Mitglieder nicht recht realisieren.
    Mein Mann liess letzten Dezember diverse Leiter von einem Untersuchungsrichter zum Thema “Zehnten” befragen .
    Interessant waren die Antworten der diversen Leiter. Sie können nachgelesen werden im Forum für Freikirchenaussteiger.
    Die Sätze in Klammern wurde von mir eingefügt)
    Es gibt sicher auch Mitglieder, denen ist es Wurst, ob man von ihnen den “Zehnten” erwartet. Haben sie selber kein geld mehr, fragen sie beim Sozialamt um Unterstützung, damit sie dann wieder treu den “Zehnten” geben können. Es gibt nichts was es nicht gibt !

  36. STOPP GM sagt:

    An alle frommen Stamm Kritiker

    Matthäus Kapitel7 spricht hier zu Frommen!
    21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
    22 Viele (Fromme) werden an jenem Tag zu mir sagen:“ Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
    23 Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes! „

    (Möglicherweise tut Herr Stamm den Willen Gottes mehr als viele fromme Kirchengänger, welche, Halleluia kreischend neben Verwundeten Richtung Himmel eilen und dabei noch einige genüsslich zertrampeln. (Herr Stamm erinnerte mich auch schon an den barmherzigen Samariter.)

    Jeder prüfe sein eigenes Herz!

  37. studi sagt:

    @sandro:

    naja, so still und schweigsam sind sie offensichtlich auch nicht. das problem ist meines erachtens nicht, dass herr stamm gewissen leuten auf die zehen tritt… es kommt aber sehr wohl darauf an, wie gross der “kollateralschaden” bei den religiösen gefühlen gemässigter und wohl reflektierter menschen ist.

    @stopp gm:

    ich kenne durchaus auch leute, die ihre gemeindeleitung (konstruktiv) kritisieren und trotzdem in einer gemeinde bleiben… weil es nie eine perfekte kirche geben wird. es kommt immer auf die person und den jeweiligen rahmen an, ob es stimmt oder nicht. und es hängt mit sicherheit nicht nur an mangelnder reflektion und blindem dogmengehorsam zusammen, dass sich viele menschen in charismatischen freikirchen wohl fühlen (wobei ich mich selber klar nicht zu diesen menschen zähle).

  38. Rosenstengel sagt:

    Willkommen bei der abendlichen Bibelstunde vom Hugo Stamm Sektierer-Klub.

    Ich möchte den Gruftis und anderen Neurotikern hier meinen Segen aussprechen:

    „Der Herr segne Euch und behüte Euch“
    „Der Herr erhebe sein Angesicht auf Euch und gebe euch FRIEDEN“

    Amen.

    Ja, ruhet in FRIEDEN, aber RUHET.

    Bitte, bitte, um Gottes Willen RUHET.

  39. STOPP GM sagt:

    @ Studi,

    ich gebe Dir gerne Recht, dass sich viele in solchen religiösen Sondergruppen wohlfühlen und ein gewisses Mass an Manipulation schlichtweg brauchen.
    Es gibt Mitglieder, die sind glücklich, wenn sie während eines Gottesdienstes bellen und gackern und kreischen und sich am Boden herumwälzen dürfen.Viele finden es herrlich, mal ein bisschen verrückt sein zu dürfen und dabei erst noch als besonders fromm und Geisterfüllt angesehen zu werden.
    Kann ich stehen lassen, ich muss ja den Zirkus nicht mitmachen.

    Doch hier geht es ja nicht um diejenigen, die zufrieden sind.

    Ich zitiere aus dem Buch “Macht und Manipulation in der Gemeinde(Freikirche)”

    Es gibt viele Leiter, die dazu ermutigen, eine erwachsene, selbständige und charakterfeste Haltung einzunehmen. So soll es sein! Es gibt aber auch Leiter, die klein und abhängig machen wollen. Sie streben mit jeder Faser nach Macht und benutzen ihre Führungsposition zur Stärkung ihres Selbstwertgefühls.
    Solche Leiter trifft man zuweilen auch in christlichen Gemeinden. (Freikirchen)Doch auf den ersten Blick erkennt man sie meist nicht. Indem sie den Namen Gottes für ihre ganz eigenen Ziele verwenden, ist ihr Einfluss auf die von ihnen zugeordneten Mitmenschen aussergewöhnlich gross und extrem schädlich.
    Derartige Machtmenschen schätzen lästige Fragen und kritische Bemerkungen nicht. Recherchen und selbstständiges Denken werden nicht toleriert….

    Gott ekelt sich vor Manipulation. Sie macht ihn wütend.
    Wenn wir in unserer Umgebung Anzeichen für Manipulation wahrnehmen, dann sollten wir darauf reagieren. Ignorieren wir sie lieber? Oder gehen wir auf die Barrikaden?
    Indem wir schweigen, unterdrücken wir vorerst das beunruhigende Gefühl, das in uns aufsteigt. Dadurch geben wir den Machthungrigen Gesellen aber genau den Freiraum, den er braucht. Die Folgen sind auf die Dauer nicht mehr übersehbar.”
    Ende
    ***

  40. studi sagt:

    @stopp gm:

    gott muss sich wahrscheinlich noch vor vielem ekeln, das tagtäglich geschieht. aber zur manipulation gehören immer beide seiten: täter und opfer. und ein opfer ist nur, wer sich dazu machen lässt. und wenn man’s nicht sein will, kann man immer noch aussteigen.

    es gibt eh genügend einiger massen liberale freikirchen, wenn man vor der grossen freiheit der landeskirche angst hat… es braucht oft eine gewisse zeit, um mit freiheit umgehen zu können. und ich habe meinen umgang mit völliger gedanklicher freiheit auch in einer freikirche gelernt, in welche ich jederzeit zurückkehren würde, wenn ich nicht mehr in der reformierten kirche beruflich tätig wäre.

    fazit: opfer ist nur, wer sich auch dazu machen lässt.

  41. andreas sagt:

    @ Stopp GM:

    Schliesse mich Deiner Meinung an. Viele rennen in den Himmel und zertrampeln dabei noch ein paar, die am Boden liegen… ja, ein guter Christ oder guter Moslem ist nicht, wer möglichst viele Male in die Kirche / Moschee gegangen ist oder am lautesten betet. Sondern dann, wenn er in seinem alltäglichen Leben anständig ist, nicht auf andere (andersgläubige) herunterschaut.

    @ studi:
    Doch, GENAU DA (bei der Religion) muss gewarnt werden, GENAU DA wo persönliche Gefühle verletzt werden könnten, da muss man zur Vorsicht mahnen.

  42. andreas sagt:

    @ stopp gm:

    Mensch, ich habe grade Eure Homepage besucht. Sehr gut, was Ihr da schreibt. Das kann man kaum fassen…. Weiter so, und lasst Euch nicht unterkriegen!

    Andreas.

  43. pete sagt:

    Hi Leutz
    Als Christ und Mitglied in einer Freikirche lese ich Hr. Stamms Artikel stets mit Interesse. Vieles ist meiner Ansicht nach gut, anderes etwas übertrieben.
    Wichtig ist jedoch, dass man nie selbst aufhört zu denken, nie aufhört sich selbst, und das was man glaubt auch zu hinterfragen, denn wenn man das Denken anderen überlässt dann kann es nicht gut kommen. Als Betreiber eines christlichen Forums
    Christsein Heute: http://f3.webmart.de/f.cfm?id=906296 bin ich auch immer wieder mit den verschiedensten Strömungen und Theologien konfrontiert und ich frage mich hin und wieder, ob es noch etwas gibt, was mich überraschen könnte…… und immer wieder bin ich überrascht. Vor allem wenn ich mit meiner Meinung nach echt lebensfremden Ansichten konfrontiert werde…… Daher ist Aufklärung sicher eine gute Sache, damit niemand als Suchender Mensch in eine Sekte reinrutscht, die dann eben Leben mit Freude nicht mehr möglich macht.
    Es grüsst Pete, Christ mit Freude

  44. Adrian Schindler sagt:

    Hallo BewegungPlus Ex

    Schöner Name ,kannte ich bis anhin noch nicht…Grundsätzlich mag ich nicht mit Leuten diskutieren,die sich nicht outen können und hinter Pseudonymen verstecken.
    Ein Punkt trotzdem : Es ist primitiv,mich als ICF-Fan zu titulieren,denn das ICF fing schon manche Kritik von meiner Seite ein! Aber was den Zehntel anbelangt…schlichtweg einfach unwahre Darstellungen! Das ICF sieht von mir z.B so geschätzte 200 sFr im Jahr….und dies für CD’s.Wenn man so labil ist dass man sich von dem kurzen Input bei der Kollektensammlung zum Zehntel vergewaltigt fühlt , dann viel Spass im Privatleben! Dann kauft man wohl auch dem Staubsauger-Vertreter gleich 10 Stück ab. Daher : Nicht einfach den linken Medien nachplappern , ist ein wenig zu einfach….

  45. BewegungPlus Ex sagt:

    Hallo Adrian Schindler,

    Du wärst nicht der Erste der etwas gegen Pseudonamen hat und mir im nachhinein (beim näher kennenlernen)zugibt,selbst unter falschem Namen zu schreiben.
    Es ist nicht nötig dass die halbe Welt weiss wer wir sind, es reicht, dass es die Bewegung weiss.Google findet fast alles.
    Adrian Schindler gibt es auch mehrere.
    Was den Zehnten bei ICF angibt, da weiss ich zuwenig Bescheid. Wenn man in Google ICF und Zehnte eingibt, liest man allerdings auch davon, dass dieser erwartet würde.

  46. Überleger sagt:

    Herr Stamm,

    Gedenken sie auch etwas darüber zu schreiben, was Familien durchmachen wenn ihre Kinder, die in sektierische Freikirchen geraten sind von heute auf morgen den Kontakt zu Eltern, Geschwistern und Freunden abbrechen müssen und dies oft über Jahre oder für immer.
    Oder wenn sektiererische Leiter die Opfer unter Druck setzen. Entweder über solche Missstände zu schweigen oder mit Klage rechnen.

  47. Überleger sagt:

    Hab grad gesehen, dass meine @ Adresse nicht korrekt geschrieben steht.

    Sie lautet richtig
    filmreif2006-alarm@yahoo.de

  48. Murmi 27 sagt:

    Erinnere mich mit Freuden an den “Dienstags – Club” zurück mit Herrn Stamm, Leo Bigger , Jeannette Macchi und Stephanie Berger. Nicht mal in erster Linie wegen dem “voll-ins-schwarze-treffenden Konter” von Bigger auf die stupide Anspielung,dass im ICF früh geheiratet wird (Insider erinnern sich an die Antwort…) , sondern viel mehr die unbekümmerte Art, wie Stephanie den Glauben an Gott auch ohne Kirche euphorisch erlebt. Da konnte selbst der so “weise” Herr Stamm mit “Achtung Sekte!” nicht dramatisieren….

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