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Religiöse Empfindungen stammen vom Hirn

Hugo Stamm am Montag den 30. Juli 2012

Der folgende Text ist ein Auszug aus einer Buchbesprechung meines Redaktionskollegen Jean-Martin Büttner.

Wenn das Gehirn ein Flugsimulator wäre, wäre der Pilot gleich mitkonstruiert: Skulptur von Jan Fabre. (Keystone)

Wenn das Gehirn ein Flugsimulator wäre, wäre der Pilot gleich mitkonstruiert: Skulptur von Jan Fabre. (Keystone)

Was macht das Bewusstsein aus? Die Erkenntnisse der Hirnforschung legen eine neue, radikale Antwort nahe. Der deutsche Philosoph Thomas Metzinger hat in seinem Buch «Der Ego-Tunnel» (Berlin-Verlag) ein neues Modell des Bewusstseins formuliert. Es kommt ohne Seele und ohne Selbst aus – aber nicht ohne Ethik. Mit seiner Hilfe lässt sich immer genauer messen, welche Hirnregionen für welche Regungen, Gefühle, Reaktionen und Wahrnehmungen zuständig sind. Und wie das Gehirn diese einprasselnden Reize der Innen- und Aussenwelt aufnimmt, filtert und zu Reaktionen bündelt. Wie kommt es, dass wir uns als jemand fühlen, eine Identität von uns selbst haben? Wie entsteht der «unhintergehbare Eindruck hinter den Augen», wie er es einmal nannte?

Wir sind eine Rechenleistung

Die abendländische Philosophie verstand das Selbst oft als Substanz, von den Religionen als Seele beschrieben, die über den Tod des Menschen weiter besteht. Die neuen Bewusstseinsforscher glauben das nicht mehr. Das Bewusstsein, sagt Metzinger, sei ein Prozess, ein Konstrukt, man könnte in Anlehnung an die Computertechnik auch sagen: eine Rechenleistung, eine Art virtuelle Realität. Oder darwinistisch formuliert: Das Selbstbewusstsein entstand als Teil der Benutzeroberfläche eines Gehirns, das sich im Laufe der Evolution dermassen komplex entwickelte, dass es ein virtuelles Zentrum brauchte. Nur auf diese Weise liess sich diese Komplexität so weit vereinfachen, dass der Mensch sich als jemanden wahrnehmen kann: als Selbst.

Nur existiert dieses Selbst nicht, sagt Metzinger, es ist eine subjektive Erscheinung, die der Mensch von sich hat, in seinen Worten: ein «phänomenales Selbstmodell». Diese innere Wirklichkeit kann der Mensch nicht als Modell erleben. Das erst macht es für ihn möglich, als Individuum zu funktionieren. Metzinger nennt diese subjektive Innenwelt den «Ego-Tunnel».

Zur Illusion eines Selbst gehört nicht nur die Wahrnehmung des eigenen Körpers, sondern auch der Aussenwelt. Diese Wahrnehmung wird von den Sinnesorganen als Gesamtbild vermittelt. Doch sind auch diese Bilder nicht real, sondern eine Simulation unseres Gehirns. Was wir zum Beispiel als Farbe erkennen, sind in Wirklichkeit elektromagnetische Wellen. Die Welt, wie wir sie wahrnehmen, entsteht erst in uns selbst. Unser bewusstes Modell der Wirklichkeit, schreibt Metzinger, sei eine Projektion «der unvorstellbar reicheren physikalischen Wirklichkeit, die uns umgibt und uns trägt». Deshalb sei das bewusste Erleben «weniger ein Abbild der Wirklichkeit als vielmehr ein Tunnel durch die Wirklichkeit. Wir leben unser bewusstes Leben im Ego-Tunnel.»

Der virtuelle Pilot im Hirn

Diese Erkenntnis formulierte der Buddhismus schon vor 2500 Jahren. Metzinger fasst sie in die Metapher des Flugsimulators, in dem ein Pilot sitzt, der die Flugbahn und das Rütteln der Flugmaschine für echt hält – und sich für den Piloten. Im Gehirn aber wird der Pilot sozusagen gleich mitkonstruiert, er ist das Bild, das das Flugzeug von seinen eigenen Kontrollvorgängen besitzt, aber nicht als solches erkennt. Nur deshalb kann das Flugzeug gesteuert werden, auch wenn sowohl der Pilot wie der Himmel vor ihm virtuell konstruiert sind.

Metaphern erklären zwar, aber sie belegen nicht. Belege liefern kann nur die Hirnforschung. Um aber wirklich zu verstehen, wie die Virtualität des Bewusstseins funktioniert, müsste sie direkt erfahrbar werden. Dabei helfen psychologische Experimente, die erst heute, dank den neusten Erkenntnissen der Neurowissenschaften, richtig eingeordnet werden können. Berühmt geworden ist das Experiment mit der Gummihand, die vor der Versuchsperson auf dem Tisch liegt, während sie ihren Arm unter dem Tisch hält. Werden sowohl die Hand wie auch die Gummihand im gleichen Rhythmus gestreichelt, nimmt die Versuchsperson nach kurzer Zeit Letztere als Teil ihres Körpers wahr und spürt sogar die Berührung in der Gummihand. Anders gesagt: Das virtuelle Körperbild bestimmt, was als Körper wahrgenommen wird.

Wie ist der Philosoph überhaupt auf den Verdacht gekommen, das Selbst sei ein Konstrukt? Metzinger berichtet von ausserkörperlichen Erfahrungen, die er schon mit jungen Jahren hatte und die von vielen Menschen erfahren werden, etwa bei Nahtod-Erlebnissen, heftigen Stress-Situationen oder beim Aufwachen aus der Narkose. Dabei kommt es zur Erfahrung, dass man seinen eigenen Körper verlässt und ihn von aussen betrachtet. Solche ausserkörperlichen Erfahrungen hätten wohl nichts mit einer Seele zu tun, die den Körper verlässt, schreibt der Philosoph. Sondern der schwebende Körper über dem daliegenden, realen Körper errechne sich «aus reiner Information, die im Gehirn fliesst», sie sei der Stoff, aus dem das Selbstmodell gemacht ist.

Wie die neuere Hirnforschung zeigt, lassen sich sehr ähnliche Erlebnisse auch durch gezielte Aktivierung im Gehirn provozieren. Das Gefühl, jemand zu sein, einen Körper zu haben und sich mit ihm zu identifizieren, lässt sich sogar auf einen virtuellen Körper übertragen, der im Computer erzeugt wird. Selbst quasi-religiöse Gefühle können bereits durch elektrische Stimulationen erzeugt werden. «Gott ist eine Substanz», notierte Gottfried Benn. Die Erkenntnisse der Neurowissenschaften lassen vermuten: Das religiöse Erleben ist auch ein Zustand im Gehirn.

Aufklärung 2.0

Daraus ergeben sich weitreichende Implikationen, die Metzinger als Gefahr und Chance analysiert. Die Gefahr besteht für ihn darin, dass die Religiosität von einem materialistischen Denken abgelöst werden könnte, das alleine von den Naturwissenschaften bestimmt wird. Die Entzauberung des Selbst könnte die gesellschaftliche Entsolidarisierung oder den religiösen Fundamentalismus verstärken. Viele Menschen klammerten sich an ihre Glaubenssysteme und hätten Angst, «ihre innere Lebenswelt könnte durch die neuen Naturwissenschaften vom menschlichen Geist kolonisiert werden.»

Dennoch plädiert der Philosoph dafür, die neuen Erkenntnisse über das Bewusstsein auszuhalten und einen offenen und kreativen Umgang damit zu suchen. Die Bewusstseinsrevolution, die Metzinger auch als «Aufklärung 2.0» beschreibt, verlange nach einer neuen moralischen Verantwortung. Die Forscher müssten sich mit der Leere auseinandersetzen, die durch ihre Resultate unweigerlich entstehe. Für den Philosophen drängt sich deshalb eine neue Ethik des Bewusstseins auf. Diese hält er schon deshalb für nötig, weil die Forschung es künftig leichter machen wird, unser Bewusstsein anders einzustellen und zu manipulieren.

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876 Kommentare zu “Religiöse Empfindungen stammen vom Hirn”

  1. Albert Eisenring sagt:

    Danke Hypatia für Deine sehr interessante und tief durchdachte Replik!
    Grundsätzlich geht es wohl nach wie vor um die Frage „Wer denkt?“
    WER denkt, dass das schreibende „es“ Teil des „Selbstes“ ist? – Klar kommt aus dem Verstand wahrscheinlich ziemlich schnell die Antwort „ICH“, womöglich begleitet von einem sehr persönlichen, intimen Ich-Gefühl. Auf die Frage jedoch, WAS dieses „Ich-Empfinden“ ist, gibt es unzählige Antworten, von denen meines Erachtens keine falsch, aber auch keine richtig ist.
    Also frage ich weiter, WER denkt das alles; WER nimmt das alles wahr? „Ich selbst“ jedenfalls finde einfach niemanden, der den Verstand bedient, der denkt, der wahrnimmt, etc. Es mag Vorstellungen von Wesen, Seelen oder Entitäten geben, von göttlicher Energie, von Geist und Geistern oder was auch immer als Antwort auf die Frage „Wer denkt?“ kommen mag. Doch all das ist nichts weiter, als genau das, was es ist: VOR-STELLUNGEN. Oder wie Kant sagte: Imagination.
    Alles, was als Antwort daherkommt, ist ein Konstrukt unseres Verstandes; nichts weiter, als eine Reaktion aus dem Gehirn. Womöglich fragt sich der Geist sogleich weiter, welche der vielen Antworten aus dem Verstand wohl am besten die Realität zu treffen vermag? Doch wie sinnvoll ist diese Frage?
    Gibt es überhaupt zwei Menschen, die unter „Realität“ genau dasselbe verstehen? Ist es nicht eher so, dass eine spezifische, aber individuelle Antwort aus dem Verstand eine nicht weniger spezifische, individuelle „Realität“ nach dem darin passenden Schloss abscannt? Kommt noch erschwerend dazu, dass sich das persönliche Verständnis von Realität immer mal wieder etwas ändert – und so werden parallel dazu auch die Erklärungsmodelle immer wieder aktualisiert. Und so sind wir alle ein Leben lang Suchende – sogar die Wissenschaft kann uns keine verbindlichen Erklärungen geben; auch sie sieht sich gezwungen, ihre Erklärungsmodelle laufend dem fortschreitenden Stand der Forschung anzupassen. Etwas polemisch sage ich jeweils gerne, dass jemand, der sich auf dem letzten Stand der Forschung wähnt, sich bloss auf dem neuesten Stand des Irrtums befindet…
    Doch wenn durchschaut wird, dass diese ganze Suche nach unserem Ursprung, nach dem Sinn des Lebens und „wer bin ich“, etc. sinnlos ist und keine Antworten je unseren Durst nach Erklärungen zu löschen vermag (denn auf jede noch so gut erscheinende Antwort folgt zwingend die nächste Frage), dann kehrt Ruhe ein. Die Suche nach weiteren Erklärungsmodellen mag zwar weitergehen – die jedoch nicht mehr als ernst, wichtig oder gar als heilig empfunden werden kann; eher so in Form von kindlicher Neugierde und zum reinen Amüsement mag man sich eventuell weiterhin noch die Welt erklären.
    In diesem Zusammenhang finde ich kein besseres Wort, als jenes, das Du Hypatia eingebracht hast: Einsicht. Einsicht ist etwas, das nicht durch Antworten von anderen, von der Wissenschaft oder vom eigenen Verstand erreicht werden kann. Sondern – wenn denn überhaupt – vielleicht am ehesten durch Leerlaufen lassen des Verstandes; und hierzu eigenen sich meiner Erfahrung nach am besten Fragen wie „Wer denkt?“, „Wer nimmt wahr?“…

  2. Rabbi Jussuf sagt:

    Christian Duerig
    “Es gibt nur eine Welt. Es ist die Quantenwelt. Forscher beschreiben diese Welt mit der Quantenmechanik. Wer behauptet, diese Welt zu kennen, der ist ein Lügner.”

    Na das ist doch mal ein Wort!
    Für Duerig gibt es nur eine Welt.
    Duerig versteht diese Welt nicht.

  3. @ Rabbi Jussuf
    Die theoretischen Physiker und Mathematiker sind daran, diese Welt kennen zu lernen. Sie wissen viel mehr, als Sie mit Ihrem Kurzschluss. Crigs

  4. Pasionaria sagt:

    Christian Duerig
    “Es gibt nur eine Welt. Es ist die Quantenwelt…..”
    Haben Sie auch schon von der “Viele-Welten-Interpretation von Hugh Everett III” gehört?
    Ich meinte, folgendes Buch könnte für Sie von Interesse sein: H. Dieter Zeh: Physik ohne Realität (Tiefsinn oder Wahnsinn?)
    Ich habe davon nur die Rezension gelesen, da es für mich > Nichtmathematikerin……. zu anspruchsvoll ist. Tönt aber trotzdem spannend, vorallem die Klammerfrage!

  5. Albert Eisenring sagt:

    An die Admin dieses Blogs:
    Bitte keine Beiträge herauslöschen, welche schon kommentiert worden sind – zumal von diesen Kommentaren trotz Entgegnung auf einen beleidigenden Beitrag erst noch keiner nach Zensur verlangt hat. Andererseits machen diese Kommentare (Pasionarias vom 15.08. um 21:56 Uhr und meinen vom 15.08. um 22.23 Uhr) auf einen nun gelöschten Beitrag von Christian Duerig fortan keinen oder nur noch teilweise Sinn.
    Danke!

  6. @ Pasionaria
    Ich vermute, dass es in diesem Buch um die 5 Stringtheorien geht, die die Welt beschreiben sollen. Edward Witten konnte zeigen, dass diese 5 verschieden Darstellungen äquivalent sind und nur verschiede Ansichten von ein und derselben Welt darstellen. Edward Witten nannte die Vereinheitlichung die M-Theorie. Er verschwieg weshalb er diesen Namen wählte. Ich meinerseits antworte schlicht mit: M hat 5 Ecken stellt aber nur einen Buchstaben dar. Voilà.
    Ich werde Ihren Hinweisen nachgehen. Wir werden sehen. Bis später.

  7. Dieser Blog trägt einen Heiligenschein.
    Schauen Sie das Logo an.

  8. @ Passionaria
    Die Kurzbiographie über Hugh Everet veranlassen mich, seinen Ideen nicht weiter nachzugehen. Woran das liegt: Später in seinem Leben wurde er ein Kettenraucher und ein starker Trinker. Er litt an Übergewicht.
    Oh weh, wie hat er sich mit all seinem Wissen vernachlässigt.
    Ich suche Menschen, die den Humor nicht verlieren. (Beleidigungen werden mit einem Lächeln und Schmunzeln weggesteckt. Oh weh, wieso fühlen sich diese Menschen beleidigt ?)

  9. Albert Eisenring sagt:

    @ Christian Duerig 16.08.2012, von 3:09 Uhr: dem Fragezeichen wurde vielleicht deshalb ein Heiligenschein aufgesetzt um nicht ganz ernst gemeint zu betonen, dass es in diesem Blog mehr um Fragen geht, als um dogmatisch schön herausgeputzte Antworten (wie z. B. “es gibt nur eine Welt; es ist die Quantenwelt” 🙂

  10. Pasionaria sagt:

    Christian Duerig
    um 13.36h
    “Die Kurzbiographie über Hugh Everet veranlassen mich, seinen Ideen nicht weiter nachzugehen. Woran das liegt: Später in seinem Leben wurde er ein Kettenraucher und ein starker Trinker. Er litt an Übergewicht……”
    Das ist nun wirklich eines Ihrer schwächsten Argumente – schon Voltaire wusste “In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich!”
    Wir kennen ja die Beweggründe seines ‘Sich-Vernachlässigen” keineswegs – und deshalb sein Buch nicht zu lesen, sehr fadenscheinig und alles andere als klug.
    Wieso sprechen Sie gerade bei mir über humorlose Menschen – mein Schatten heisst > Humor in den meisten Lebenslagen! Ich verfechte ja die Aussage: Humor ist keine Gabe des Geistes, sondern eine des Herzens. Humor-Lose sind meist Nieten!

  11. @ Albert Eisenring
    Die Welt kann nicht mit Ursache-Wirkung erklärt werden. Sie ist auf Wahrscheinlichkeit aufgebaut. Das ist kein Dogma, sondern das Resultat von sehr vielen Beobachtungen, die man überprüfen kann. Quantenmechanik ist nur die Sprache, mit welcher wir dieses sonderbare Verhalten der Natur beschreiben können. Das Verstehen setzt viel später ein. Heute sind wir auf dem Weg dazu.

  12. @ Pasionaria
    Diese Argumente brauchen Sie nicht zu überzeugen. Sie genügen für mein Verhalten. So lange ich auswählen kann, welchen Weg ich gehen will, dann wähle ich den Weg, der mir am besten gefällt.
    Auf You Tube können Sie mit Michio Kaku mehr von diesen Parallelwelten lernen. Er ist sehr witzig, intelligent, konstruktiv, phantasiereich. Er sagt selber: Was geschehen wird, können wir nicht wissen. Sehr vieles ist möglich, sogar Dinge, die uns heute als unmöglich erscheinen. Viel Spass mit Michio.

  13. @ Pasionaria
    Wir leben nicht in einer irrsinnigen Welt. Sie haben nur Schwierigkeiten, mit ihr zurecht zu kommen.

  14. @ Christian
    Weshalb bemühe ich mich um Antworten von so schwierigen Fragen, wenn ich schon an sehr einfachen Fragestellungen scheitere. ?
    Beispiel: Sie haben ein 6 x 6 Schachbrett vor sich auf dem Tisch (36 Felder). Die Reihen verlaufen von links nach rechts und rechtwinklig dazu die Kolonnen. Nun legen Sie 18 Dominosteine so auf dieses Brett, dass jedes Feld belegt wird.
    Sie beobachten, dass jede Belegung mindestens eine Gerade (von links nach rechts oder rechtwinklig dazu) enthält, die keinen Dominostein schneidet. Sie vermuten, dass diese Beobachtung immer gilt.
    Aufgabe: Können Sie begründen, weshalb ihre Vermutung wahr ist ?
    Bemerkung: Sie brauchen nichts über Mathematik zu wissen. Die Lösung finden Sie nur mit dem Richtigen Denken. Es heisst Mathematik. (Jeder von uns hat etwas Mathe in sich)
    Viele werden sich nicht bemühen. Sie werden die Lösung nie kennen. Erzähle ich ihnen die Lösung, dann werden Sie sie rasch wieder vergessen. Sie können die Lösung nicht verstehen, obwohl Sie sie gehört oder gelesen haben. Falls Sie die Lösung aber selber finden, dann werden Sie sie niemals mehr vergessen. Sie betrachten Sie als eine kleine Perle. Crigs
    Anmerkung: Diese Zeilen waren ein “Selbstgespräch”. Weshalb haben Sie “mitgehört” ?

  15. @ alle
    Die Evolution hat uns gelernt, die Welt so zu sehen, wie wir sie heute wahrnehmen. Mit folgendem Link können Sie dies rasch überprüfen: http://www.focus.de/wissen/videos/illusion-der-woche-die-irritierende-bewegung-raetselhafter-masken_vid_32688.html
    Die Welt so zu sehen, wie es theoretischen Physikern und Mathematikern gelingt, müssen wir durch ein langes, hartes Studium aneignen. Am Schluss werden wir dann noch verspottet.
    Ich tröste mich damit, doch mehr gesehen zu haben als viele meiner Mitmenschen. Crigs

  16. Pasionaria sagt:

    Christian Duerig
    “Wir leben nicht in einer irrsinnigen Welt…..”
    Aufgepasst, guter Christian Duerig – sich für völlig normal zu halten, ist nur eine Form des Verrücktseins…..

    …….edia sei Dank, welcher Spezie die Mathematiker entspringen:
    Die Mathematik ist eine erfundene Wissenschaft – und eine egoistische noch dazu. Sie ist die einzige Wissenschaft, die sich ausschließlich mit sich selbst beschäftigt. Zwar bedienen sich einige Naturwissenschaften mathematischer Hilfsmittel, der Mathematik als solchen ist das aber herzlich egal. Im Grunde ist Mathematik das Paradebeispiel für eine reine Geisteswissenschaft: Sie entspringt dem Geist, sie nährt sich vom Geist und führt so zuweilen zu völliger Entgeisterung.
    Das Problem an der Mathematik ist, dass man ihr kaum entrinnen kann. Schon früh werden junge Menschen mit mathematischen Fragestellungen belästigt und die Quälerei scheint kein Ende zu nehmen. Selbst Individuen, die rein gar nichts mit Mathematik anfangen können und sich folglich nicht die Bohne für sie interessieren, werden immer wieder mit Fragen konfrontiert, deren Beantwortung mathematische Kenntnisse erfordert. Diese Gemeinheit hat die Mathematik mit der Logik gemein und auch ein bisschen mit der Physik. Archimedes bemerkte schon früh sehr treffend: „Mathe ist ein A……. und Physik sein kleiner Bruder!“ Der Philosoph steckte damals sehr tief in der BadewanneMaterie…
    Wer sich nicht regelmäßig zum Vollhonk machen will, dem sei empfohlen, die Zahlen von Null bis Neun zu lernen, sowie sich über die Bedeutung von + und – zu informieren. Damit lässt sich der Alltag eingermaßen meistern. Wer sich hingegen ernsthaft für Mathematik interessiert, sollte sich zusätzlich schon mal ein Toupet besorgen, da Mathematiker die Veranlagung haben, unter frühzeitigem Haarausfall zu leiden.
    Den natürlichen Sprachen ist die Mathematik unterlegen, da sie nur auf eine Menge von zehn verschiedenen Ziffern zugreifen kann, während es ersteren mehr als 24 verschiedene Buchstaben zur Verfügung stehen.
    Einst gab es in Babylon ein überlegenes System mit 60 Ziffern; dieses wurde jedoch vom überabzählbar mächtigen Last Axiom Hero ausgelöscht……

    Endlich, endlich, und Wiki sei Dank, habe ich Ihre Biographie gefunden (Sie waren doch Mathematiklehrer, oder?

  17. Pasionaria sagt:

    Ch. Duerig
    sorry, es sollte heissen: “……edia sei Dank, weiss ich endlich, welcher Spezie die Mathematiker entspringen:”

  18. @ Pasionaria
    Dort wo Sie richtig ticken, dort sind Sie mathematisch. So einfach ist das. Überwacht man Sie längere Zeit, werden mehr und mehr Eigenschaften Ihrer Persönlichkeit sichtbar. Vielleicht hat Ihr Partner Sie angeblich so (zufällig) aufgespürt, wo er doch genau einem Duft folgte. Sprechen Sie mit ihm und stellen Sie ihm die Frage. Viel Spass.

  19. Antonius sagt:

    (Religiöse) Empfindung ist eine sinnliche Wahrnehmung, ein Gefühl, ein Sinneseindruck (Gemütsbewegung).

    Das unmittelbare Wahrnehmen des Unwahren und des Wahren ist der entscheidende Faktor – nicht der Intellekt mit seiner Logik, die auf seiner Gerissenheit, seinem Wissen, seinen Verpflichtungen beruht.

    Gibt es einen Handelnden ohne Handeln?
    Wer ist zuerst da – das Handeln oder der Handelnde?
    Ist der Denker von seinen Gedanken getrennt, der Beobachter von dem, was er beobachtet, der Erfahrende von seinen Erfahrungen?

    Wenn wir diesen Vorgang sorgfältig beobachten, genau und intelligent untersuchen, werden wir erkennen, dass immer zuerst das Handeln kommt und das Handeln mit einem Ziel vor Augen den Handelnden erschafft.

    Ist das Handeln auf ein Ziel ausgerichtet, bringt das Erreichen dieses Zieles den Handelnden hervor.

    Wenn der Denkende zuerst kommt, ist er wichtiger als das Denken und alle Philosophien. Alle Sitten, Gebräuche und Aktivitäten in unserer gegenwärtigen Zivilisation beruhen auf dieser Annahme.

    Sich selbst zu verstehen geschieht von Augenblick zu Augenblick. Zu einem grundlegenden Verstehen des eigenen Inneren kommt es nicht durch Wissen oder das Sammeln von Erfahrungen.

    Das blosse Festhalten an Informationen, an den Erfahrungen anderer, an dem, was jemand gesagt hat, wie grossartig es auch sein mag, und der Versuch, das eigene Handeln dem anzunähern – all das ist Wissen.

    Um etwas Neues zu entdecken, muss man sich allein auf den Weg machen, man muss sich völlig entblösst auf die Reise machen, insbesondere entblösst von Wissen, denn es ist sehr einfach mit Hilfe von Wissen und Gedanken Erfahrungen zu machen, aber diese Erfahrungen sind nur das Produkt der Projektionen von eigenen Gefühlen, Wünschen und Vorstellungen.

  20. Albert Eisenring sagt:

    @ Christian Duerig, vom 16.08.2012 um 14:09: Endlich mal eine einigermassen begründete Entgegnung. Dass die Welt nicht mit Ursache-Wirkung erklärt werden kann, ist übrigens genau auch meine Meinung.

  21. Albert Eisenring sagt:

    @ Christian Duerig, vom 16.08.2012 um 14:17: Mit diesem Satz „So lange ich auswählen kann, welchen Weg ich gehen will, dann wähle ich den Weg, der mir am besten gefällt.“ haben Sie sehr schön das Prinzip erklärt, wie jeder Mensch Entscheidungen fällt. Sogar wenn die Entscheidungsmöglichkeiten eingeschränkt würden, bleibt bei jedem Menschen der Wille bis zur Bewusstlosigkeit/Tod bestehen, das bestmögliche zu tun. Was jedoch jeweils das Bestmögliche ist, wird von Mensch zu Mensch je nach seinen Neigungen, Erfahrungen, Informationen, Intelligenz, Wissensstand, etc. als verschieden empfunden. Es lässt sich sogar sagen, dass es jedem Menschen völlig unmöglich ist, sich für etwas anderes, als das Günstigste, Beste, Idealste oder Genussvollste zu entscheiden.

    Zudem müssen wir bedenken, dass sogar dem intelligentesten Menschen nicht mal ein Bruchteil aller in diesem Universum vorhandenen Informationen zur Verfügung steht. Und das was jedem Menschen zur Verfügung steht, ist niemals deckungsgleich mit irgendeinem anderen Menschen. Kann es da wirklich noch wundern, weshalb in ähnlichen Situationen von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich entschieden werden kann?

    Doch auch hier haben wir nur ein scheinbares Ursache-Wirkungs-Prinzip; denn der Mensch fällt seine Entscheidungen zwar aufgrund der von ihm vorgefundenen Umstände und wählt jene Möglichkeit aus, von der er sich die für ihn, für seine Liebsten, die Menschheit oder gar den Kosmos bestmögliche Wirkung erwartet. Da scheint er also plötzlich ursächlich entscheiden und handeln, sowie dadurch entsprechende Wirkungen erzielen zu können. Normalerweise gehen wir alle davon aus, dass der heranwachsende Mensch, welcher ungefragt durch seine Eltern gezeugt wurde, irgendwann plötzlich ursächlich den Lauf der Welt beeinflussen kann. Auch wenn es kein Hitler oder Gandhi ist, sondern „nur“ Lieschen Müller an der Supermarktkasse, so gehen wir gewöhnlich davon aus, dass dieser Mensch auf den Lauf der Welt eine Wirkung ausübt – wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmass.

    Doch lässt sich nirgends dieser Punkt im Leben eines Menschen finden, bei welchem sich sagen liesse, dass er genau ab hier verantwortlich für sein Handeln ist. Da es so etwas also nicht gibt, wir jedoch alle so tun, als ob jeder Mensch verantwortlich ist, ist zumindest der Zeitpunkt, ab welchem einem Menschen Verantwortlichkeit zugeschrieben wird, reine Willkür.
    Meines Erachtens ist es immer ein Willkürakt, aus der unendlichen Kausalkette von Ursachen und Wirkungen den Menschen herauszugreifen und ihn für seine Taten verantwortlich zu machen – und das erst noch nach einem beständig wechselnden Raster an „Verbindlichkeiten“ (heute beispielsweise kann jemand wegen Verstosses gegen Rassimus angeklagt werden und noch vor ca. 50 Jahren konnte ein unverheiratetes Paar wegen Benützung eines Hotelzimmers bestraft werden).

    Auch wenn es sich paradox anhören mag, aber zu erkennen, dass es nirgends einen Verantwortlichen gibt, macht übrigens alles andere als verantwortungslos. Denn der Mensch ist nach wie vor quasi dazu verdammt, so zu entscheiden und zu handeln, dass er sich daraus die günstigsten, besten, vielversprechendsten, oder von mir aus auch „ganzheitlichsten“ Wirkungen zu ernten verspricht.

  22. Albert Eisenring sagt:

    @ Antonius vom 16.08.2012 um 19:25 Uhr: Sie haben mir mit ihrem Beitrag aus dem Herzen gesprochen – sehe dies genau gleich wie Sie.

  23. Steinlaus sagt:

    @ Albert Eisenring
    @ Antonius

    Danke – ausgezeichnete Beiträge!

  24. ex sagt:

    “falsche Wahl” ???
    “eigene Verantwortung”???

    wer etwas “von Psychologie versteht”

    wird den Menschen auch nicht vormachen …”das haben wir doch gleich gewusst”….sondern niemand kann VORHER WISSEN
    Eine “gelingende” Ehe ist weitgehend GLÜCK (und von ein paar mehr Bedingungen abhängig)

  25. ex sagt:

    es ist manchmal viel “primitiver”… es ist “naheliegend”, scheint v e r n ü n f t i g, abwägend aber ohne BERECHNUNG

    und es fühlt sich augenscheinlich in dem Moment RICHTIG an.

  26. @ Antonius 16.08.2012 um 19:25
    Ihr erster Satz ist keine Aussage, denn Empfindung = Gefühl ist wahr (Synonym) und, Sinneseindruck = Gemütsbewegung ist falsch. Ein Foto ist kein Film.
    Ihr Satz enthält Wahrheit und Falschheit zugleich. Ich habe keinen Hinweis, welches von beiden zutreffen soll. (Falls beide zutreffen sollten, erhalten sie einen Widerspruch. Sie erfahren nichts über die Welt. Es wird sehr brenzlig. Sie müssen genau wissen, wie Sie Widersprüche in der Formalen Logik einsetzen. Sie müssen es lernen. Ich musste es auch tun.)

    Der 2. Satz ist falsch. Erst das Nachdenken über die Wahrnehmungen führt zu erfolgreichem Lernen. Sie müssen Assoziationen aufspüren können. (Bei primitiven Lebensformen spricht man von Rückkoppelungen “Taxien”. Beispiele: Phototaxi, Chemotaxi, etc. Sie können positiv oder negativ gerichtet sein.) Der Mensch ist lernfähig. Er ist aber zum Teil auch taxiert. (Dem Hungergefühl können Sie kaum widerstehen. Trotzdem können Sie mit Willen, den Hungertod einleiten.)

    Anschliessend beschäftigen Sie sich mit dem “Huhn-Ei-Paradox” (Ich kenne die Lösung.)

    René Descartes lässt grüssen. Messproblem im modernen Sinne. Zwei sehr verschiedene Probleme betrachten Sie plötzlich als ein und derselbe “Vorgang” (was immer das sein soll). Hier sind Sie auf verlorenem Posten. Sie irren und beginnen zu spekulieren. Die Schlussfolgerung ist falsch. (Wie verhält sich der Elektronenspin ? Sie erhalten die Antwort mit: Spinaxiom, Kochen-Specker-Paradox, Pereskonfiguration, Free Will Theorem)

    Ich brauche Ihnen nicht weiter zu folgen. Crigs

    Anmerkung: Trotzdem finde ich ab und zu Perlen in Ihrem Wirrwarr. (In der Grossen Victoria Dessert habe ich auch Opal gefunden.)

    @ Eisenring 16.08.2012 um 21:46 (Ich bitte Sie um Entschuldigung, dass ich Sie für kurze Zeit “Eisenstein” nannte. Das war ein Flüchtigkeitsfehler.)
    Sie beginnen sehr gut; aber plötzlich schliessen Sie falsch. Die Verallgemeinerung “Es lässt sich sogar sagen, dass es jedem Menschen völlig unmöglich ist, sich für etwas anderes, als das Günstigste, Beste, Idealste oder Genussvollste zu entscheiden.” ist falsch.
    Gegenbeispiel: Wie oft haben Sie schon Ihr Handeln bereut ? Vielleicht sind Sie vor Ihrer Geliebten auf die Knie gefallen und baten um Verzeihung.

    Wer verlangt schon nach all diesen Informationen ?
    Nur im Klassischen Denken (Newton, Lagrange, Hamilton) hat man mit solchen Annahmen gearbeitet. Tempi passati.

    Nun beginnen Sie zu philosophieren. Hier will ich Ihnen nicht mehr folgen.

    Ratschlag: Schauen Sie sich die 4 Kurzvideos über Schleimpilze via You Tube an. Sie werden Ihr Denken korrigieren müssen.
    Vergessen Sie den Anspruch auf “Ganzheitlichkeit”, ein Wort, das nichts taugt.
    Die Allmenge gibt es nicht. (Paradox von Bertrand Russell).
    Seien Sie vergnügt, dass Sie leben. Crigs

    @ ex sagt 17.08.2012 um 07:32
    Wir können nur von Tendenzen sprechen. (Wie wahrscheinlich ist es, dass….. geschieht.)
    Ihr VORHER WISSEN müssen Sie anpassen.

    @ ex sagt 17.08.2012
    Reflexartiges Verhalten, dressiertes Verhalten, gedrilltes Verhalten.
    Haben Sie W3 Zellen in Ihrem Gehirn ? (Diese gibt es bei den Mäusen !)
    Ihr Arzt überprüft Reflex (Kniereflex, Wadenreflex, Augenreflex, etc. Er weiss, wie der gesunde Mensch reagiert. Er hat “Vorher Wissen” (Wissen über ein Ereignis, das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreffen wird.) Mit seinem Wissen stellt er die Diagnose.
    (Dabei kann er sich auch irren, denn…. ) Viel Spass. Crigs

    Schlussbemerkung: Der Blog hat an Seriosität gewonnen. Danke.
    Ich will nicht aus dem Herzen sprechen, sondern zum Lernen auffordern.
    Unser “Hirn” ist keine Rechenmaschine. Unser Denken kann viel mehr.
    (Wie bringen Sie einem Computer Topologie bei ? Wie kann ein Computer mit dem Transfiniten umgehen ? Wie kann ein Computer das Theorem von Galai [Es geht um die Existenz von monochromatischen Quadraten in einem mehrfarbig gefärbten Lattice] beweisen ?) Computer sind sehr beschränkt.
    Prof. Thomas Metzinger fabuliert weiter mit Ich-Modell. Sehr unterhaltsam.
    Mit Avatar verbreitet man Angst und Schrecken. Es liegt an Ihnen zu entscheiden, was Sie mit diesen Meldungen anstellen. Crigs

  27. Antonius sagt:

    @ Crigs

    Könnte es sein, dass der Wirrwarr bei Ihnen ligt?

  28. @ Albert Eisenring 16.08.2012 um 21:46
    Es gibt Eigenschaftswörter, die sich nicht steigen lassen. Zum Beispiel: extrem, optimal, logisch, ganzheitlich, uam. Politiker sind bekannt für sprachliche Missbräuche. Geschickt drehen sie ein Versprechen in einen Versprecher. Viel Spass. Crigs

  29. Albert Eisenring sagt:

    @ Christian Duerig vom 17.08.2012 um 12:54 Uhr: Ihr Gegenbeispiel mit dem Bereuen einer Handlung taugt nicht, weil es kein Gegenbeispiel ist. Selbst wenn Ihre Geliebte Ihnen nach einem Seitensprung verzeiht (womit Ihr Bereuen den angestrebten Zweck, Sie nicht zu verlassen, erfüllt hätte :-)) – wäre es durchaus möglich, dass diese Geliebte dann sogar ihre Frau wurde und sie nun nach 20 Jahren vielmehr bereuen, dass Sie damals bereut und um Verzeihung gebeten hatten :-).

    Ich will damit sagen, dass Sie vielleicht alle Ihre Entscheidungen und Handlungen später bereuen können – aus dem ganz einfachen Grund, weil Sie immer nur aufgrund eines Bruchteils der vorhandenen Informationen entscheiden können. Sie können weder die Zukunft wissen, noch wissen Sie alles über die Gegenwart/Vergangenheit, noch besitzen Sie je 100-%ige Menschenkenntnis – und trotzdem müssen Sie, wie jeder Mensch, auf dieser immer sehr unvollständigen Basis täglich Entscheidungen fällen.

    Vielleicht grämen Sie sich in 10 Jahren darüber, dass Sie bloss aufgrund der Ihnen widerstrebenden Kurzbiographie von Hugh Everet nichts von seiner interessanten „Vielen-Welten-Interpretation“ haben lernen wollen. Vielleicht jedoch werden Sie „zufälligerweise“ mit den Fehlern in seiner Theorie konfrontiert (was aufgrund Ihres Fokus wohl eher geschehen könnte, als das Geniale in Hugh Everet sehen zu können), was Sie dann einmal mehr zu sich selbst sagen liesse, wie recht Sie doch lagen, Ihre kostbare Zeit nicht mit solchem „Schwachsinn“ 🙂 zu vertrödeln.

    Also nochmals: niemand weiss, was die Zukunft bereit hält und niemand weiss um alle bestimmenden Faktoren in einer gegebenen Situation. Und doch sind wir trotz dieser Umstände alle dazu verdammt, tagtäglich Entscheidungen zu treffen.
    Dass die intelligenteren Menschen gegenüber den weniger intelligenten tendenziell im Vorteil sind, liegt auf der Hand, sind sie doch in der Lage, die relevanten Faktoren schneller und umfassender zu erkennen. Nur ist es mir schleierhaft, wie ein intelligenter Mensch darüber stolz sein kann und sein Ego damit aufplustert, was für ein Crack und edler, disziplinierter Mensch er doch sei. Der Intelligentere Mensch kann doch gar nicht anders, als gegenüber den weniger intelligenten mehrheitlich zu gewinnen. Als Auswirkung davon gilt es besonders zu berücksichtigen, dass sich eine erfolgsgewöhnte Psyche ganz anders verhält und denkt, als die Psyche eines mehrheitlich Unterlegenen.

    Wenn Sie beispielsweise als Lehrer einem Schüler an den Kopf werfen, dass er Schwachsinn erzähle, kann das vor allem den Verlierertyp für sein weiteres Leben und vor allem für seine Lernmotivation sehr negativ prägen. Gerade Sie haben hier in diesem Blog mit negativen Klassifizierungen und Beleidigungen um sich geworfen, allerdings sicherlich ohne sich bewusst zu sein, welch negative Folgen das haben könnte – ansonsten würden Sie ja nicht so agieren. Okay, vielleicht haben Sie ja diese Sicht doch miteinbezogen, die dann in Ihrer Interpretation allerdings den Kürzeren gezogen haben muss gegen die „Lernförderung“ nach dem Prinzip des „In-den-Allerwertesten-Tretens“ :-).

    Nicht das ich gegen Letzteres besondere Einwände hege – alle Methoden können unter bestimmten Voraussetzungen Erfolg zeitigen; aber genau so auch Misserfolg. Und aus all den dargelegten Gründen kann kein Mensch mit absoluter Sicherheit in einer gegebenen Situation sagen, was das jeweils Beste ist. Eigentlich können wir immer nur Annahmen treffen.

    Wieso also noch Vorwürfe und Schuldzuweisungen machen?! Sowas ist doch unter diesem Verständnis nichts weiter, als enorme Energie- und letztlich Lebenszeitverschwendung.
    Wenn beispielsweise ein Attentat passiert ist mit Hunderten von Toten und Schwerverletzten, bemühen sich die Regierungschefs in aller Welt um die Verurteilung der Tat aufs Schärfste. Solche Verurteilungen sind meines Erachtens nichts weiter, als pure Heuchelei – denn solchen Politikern geht es sicher nicht darum, diesen Verbrechern das Handwerk legen zu wollen (denn diese Verbrecher fühlen sich doch nachgerade stolz, je mehr sie von diesen Regierungschefs verurteilt werden), sondern einzig darum, vor der Öffentlichkeit immer gut und sauber dazustehen und sich ihre Wiederwahl weiter zu sichern. Ausser Spesen 🙂 können Schuldzuweisungen wirklich nichts bringen.

  30. Albert Eisenring sagt:

    Christian Duerig vom 17.08.2012 um 13:59 Uhr: Sie sind ein Scherzkeks; wieso wohl hatte ich “ganzheitlichst” in Klammern gesetzt? 🙂

  31. ex sagt:

    von der Blödheit , intellgent sein zu wollen

    es gibt sehr intelligente/Intellekt gesteuerte Exemplare, die vor Intelligenz nicht in die Pötte kommen (wie sie sollten/wollten, gerne würden?), um ein beriedigendes “Rundum”-Leben zu führen, da sie die alltäglichsten “niederen” Voraussetzungen nicht erfüllen

    Beispiel: Autisten?

    http://www.molthagen.de/alte-inhalte/blog/sonstiges/648-religioese-duemmer-als-atheisten :- )

    http://wiki.bildungsserver.de/index.php/Hochbegabung

    —-

    und manchmal zerfrisst halt schon eine frühe Depression oder Magersucht (den so hoffnungsvollen Kinderchen …oder Alkohol oder Psychose…..) die einst so grauen Zellen…was in der Pubertät noch vorhanden war, ist in der Adoleszenz bereits futsch

    oder auch die “Kunst” der Anpassungsfähigkeit wäre gefordert

    btw. ich bin es nicht: anpassungsfähig. und mir macht es überhaupt nichts mehr aus, für blöd gehalten zu werden, ohne dabei arrogant zu sein, nämlich dummarrogant 🙂

    aber ich kann es schlichtweg nicht mehr ertragen: “die intelligenten Horden” bürokratie-technokratischen Besserwissens und zwanghaft-optimierenden Weg-Rationalisierens

    EINFACH LEBEN

    was anderes hat sowieso keinen Zweck
    🙁

    hätte, hätte, wenn…..

  32. :- ) sagt:

    Yes, we can
    oder
    das haben wir doch gleich gewußt
    (youtube)
    http://www.taz.de/Video-der-Woche/!99879/

  33. ex sagt:

    @ Chr. Duerig

    das VORHER WISSEN bezog sich auf das IDEALE Bild der Ehe/Familie
    heile Familie = Vater, Mutter, Kind

    im fundamentalistischen Sinne geht es beim heilen Familienbild jedoch eben so um das Gemeinschaftswohl, eigentlich müssten sie es zugeben: um GLEICHSCHALTUNG, ja eigentlich müssten sie geklont sein, ja eigentlich “dürfte” es nicht mal Frauen geben :- (
    (sondern nur gottgeliebte/gottgleiche Patriarchen)
    Spannend wird es, “heile Familie” zu sein, wenn UNTERSCHIEDLICHKEIT und ENTWICKLUNG gelebt werden können. Unplanbares und Abweichendes.

  34. olive sagt:

    @Christian Dürig

    “Anschliessend beschäftigen Sie sich mit dem “Huhn-Ei-Paradox” (Ich kenne die Lösung.)”

    Verraten Sie sie mir?

  35. @ olive
    Es gibt nichts zu verraten. Sie brauchen nur nachzudenken. Also:

    vivipar / ovipar Es gibt Schlangen, die sind beides.

    Entwicklung des Menschen
    Wir durchlaufen im Schnelltempo einen grossen Teil der Evolution. Start mit befruchtetem Ei (Zygote), Übergang zum Mehrzeller (Blastula), ….Fischstadium…. Mensch.)
    Sogar das Huhn beginnt mit dem Ei.

    Fakten zum Start
    http://www.uni-graz.at/communication/news/archiv/2003/graz2003/projekte/PDF/DOHR1.PDF

    Biologische Fakten zur embryonalen Entwicklung
    http://www.svss-uspda.ch/de/facts/biologie.htm

    Der gute Mensch
    Weil wir ihn nicht definieren können, streiten wir uns darüber. Oh weh !

    Anmerkung
    Ab der 8. Entwicklungswoche handeln wir nur gestützt auf Reflexe (Taxien).
    Vor der 24 Entwicklungswoche haben wir Menschen noch kein Bewusstsein.

    Die Entwicklungsgeschichte der Lebewesen zeigt auf, dass das Ei vor den Mehrzellern (sogar Huhn) in Existenz trat.

    Anmerkung: Die Philosophen stellen geschickt Fallen, in die sie dann selber treten.
    Beispiel: Lebenskünstler (Er steckt in Las Vegas einem Tigermännchen heimlich ein Hühnerei in den Hintern und zeigt dem ängstlichen Publikum den Tiger auf der Schaubühne. Der Lebenskünstler verkündet mit sehr überzeugender Stimme: “Hier sehen sie ein eierlegendes Tigermännchen ! ” Das Publikum schüttelt den Kopf. Das ist doch gar nicht möglich. Der Lebenskünstler streichelt dem Tiger zärtlich den Rücken, worauf dieses Tigermännchen das Ei legt. Der Lebenskünstler hebt es auf und ruft: “Sie haben es gesehen ! Das Tigermännchen hat ein Ei gelegt ! ” Überrascht klatschen die meisten Zuschauer laut Beifall. Nicht genug: Der Lebenskünstler lässt das Ei in eine Glasschale fallen, damit alle Zuschauer auch das Gelbe vom Ei sehen können. Die Zuschauer können nicht glauben was sie sehen. Sie spenden noch mehr Beifall. Der Lebenskünstler verbeugt sich demütig und kassiert ab. Er kann damit gut Leben.) Nur wenige Menschen durchschauen den Betrüger.)

    Viel Spass mit Huhn und Ei. Crigs

  36. @ ex sagt
    Sie sind sehr frustriert. Sie müssen sich mit Ihrer Lebenssituation abfinden. (Ich meinerseits habe die Welt umrundet, aber nicht aus Frust. Ich war schlicht zu neugierig.) Wo liegt Ihre Neugierde ?

  37. @ Albert Eisenring 18.08.2012 um 00:35
    Wenn ich eine Entscheidung bereue, dann weiss ich, dass ich nicht mein Bestes gegeben habe. (Spinnen Sie nicht weiter. Sie irren sich. So einfach ist das.)
    Ein Buch mit dem Titel “Tiefsinn oder Wahnsinn” sagt mir bereits, dass es sich hier um populärwissenschaftliche Darstellungen handelt. Wäre Hugh Everett wahnsinnig geworden, dann würde ich auch Neugierde aufbringen, ihn kennen zu lernen. Er ist leider im Alkohol verblödet. Im Vergleich dazu erwähne ich Georg Cantor. Er wurde wahnsinnig. Er war tiefsinnig. Er war beides.
    Ich habe im australischen Erziehungswesen gearbeitet. Es war verboten, die Noten von den Examen allen zugänglich zu machen. Jeder Schüler kannte nur seine Note. An all die Noten, die er zu hören bekam, musste er glauben. Beleidigungen und Schülervergleiche führten zur sofortigen Entlassung der Lehrkräfte. Verglichen sich die Schüler, dann wurden sie angehalten, dies zu unterlassen.
    Hier im Blog sind wir nicht in einer Schule. Hier treffe ich auf erwachsenen Menschen. Viele bilden sich sehr viel ein. So einfach ist das.
    Ich mache keine Schuldzuweisungen, sondern verweise nur auf begangen Fehler hin, auf falsches Denken, auf falsches Interpretieren, auf Philosophieren etc.
    Sobald ein mathematischer Beweis erbracht wurde, erübrigt sich jede weitere Diskussion. So einfach ist das.
    Trotzdem arbeiten Mathematiker weiter daran, noch elegantere Beweise zu präsentieren. Ab und zu gelingt es.
    Gegenwärtig arbeite ich auch im Buch “Das Buch der Beweise” von Martin Aigner und Günter M. Ziegler aus dem Springer Verlag. Hugh Everett muss warten.
    Crigs

  38. anima sagt:

    @ crigs

    “Nur wenige Menschen durchschauen den Betrüger”

    Wenn man ein Leben lang betrogen wird, von Bildungswesen, Politik, Medien, Gesellschaft generell, dann ist es sehr schwierig, den Betrug zu durchschauen.
    Mehr noch, die Wahrheit löst Empörung aus.

    Das ist auch das Grundthema des Haddyschen Haushalts hier im Blog, auf diese Fehlkonditionierung aufmerksam zu machen.

    😉

  39. anima sagt:

    @ crigs

    Auch Sie sitzen einem solchen Betrug auf.
    Dem Meister und Schüler Betrug.
    Einmal im Leben sollte der Punkt erreicht sein, wo man aus sich selber heraus leben kann.
    Einmal im Leben sollte der Punkt erreicht sein, wo die Weisheit aus seinem selber herausflutet.
    Einmal im Leben sollte der Punkt erreicht sein, wo man erkennt, dass ein anderer nicht mehr zu bieten hat, als man selber.

  40. anima sagt:

    Einmal ist der Schüler selber Meister, und diesen Uebergang, diesen Wandel wahrzunehmen, da haben viele Probleme.

  41. @ anima
    Das tue ich die ganze Zeit in diesem Blog. Kein Meister oder Lehrer von mir würde daran teilnehmen wollen. Die meisten sind verstorben, und die wenigen, die noch leben, widmen sich ihrer Neugierde. Ich sehe neugierig auf die Reaktionen, die meine Beiträge auslösen. Wie ich darauf reagiere, sehen sie selbst.
    Verschwörungstheorien, Unterstellungen uam. lehne ich ab. Ich akzeptiere und respektiere die Bemühungen. Ich höre Bach, Jacques Loussier, Golden Gate Quartet, Abbey Lincoln, Beatles, Hilary Hahn, uam. Ich bestaune Kunst. Ich kenne “Power Of Art”. Ich weiss um den Missbrauch. Ich besuchte als Nichtkatholik den Vatikan. Ich besuchte die Aborigines in Australien. Ich besuchte Philosophievorlesungen. Ich…. Nichts kann mich so begeistern wie die Mathematik. Die Betrüger bleiben draussen. Sälü. Crigs

  42. anima sagt:

    Ich höre…
    Ich bestaune…
    Ich besuche…
    Alles, was MICH WEITER bringen könnte, VERMEINTLICH weiter bringen könnte.
    Sich der Neugierde widmen. Der Gier nach Neuem. Die ewige Jagd nach dem Neuen…
    kann auch eine Flucht sein…wovor ?
    Dem ANKOMMEN ? Der ANKUNFT ?

  43. anima sagt:

    ZERFALL und AUFLOESUNG, das wären die eigentliche Themen des letzten Lebensdrittels.
    REIF werden für den TOD, wie ein Buch von Kübler Ross so schön heisst.
    Es ist das mit Abstand anspruchsvollste Drittel, vorallem auch, weil unsere Gesellschaft dem Betrug Jugendwahn verfallen ist.
    Und so rennen viele dem eigentlichen Thema davon, bis sie eingeholt worden sind, überrascht werden von Krankheit, Betagtheit und Tod. Viele sterben “jung”, nicht “reif”.
    😉
    Crigs, Sie sind nicht gemeint, ich führe Selbstgespräch, was mir soeben eingefallen ist zum Thema.
    Braucht nicht das Geringste mit Ihnen zu tun zu haben.

  44. @ anima
    Mit Kübler Ross sind Sie es, die auf den Betrug reinfällt. Ich kenne die Geschichten um diese zwielichtige Gestalt. Die Welt hat sich kaum verändert. Es ist Ihre selbst aufgeschaukelte Lebenseinstellung, die Sie zu diesen Äusserungen treibt.
    anima, führen Sie keine Selbstgespräche. Gehen Sie zum Arzt. Erzählen Sie ihm alles. Lassen Sie sich helfen.
    Meine Neugierde für Hypnose, lernte mich folgendes erkennen: Sie können jederzeit Ihren Gefühlszustand verändern. Sie müssen nur wollen. “Anne Of Green Gables” muss sich selber kneifen, um festzustellen, dass ihr Glückszustand kein Traum ist.
    anima, tun Sie etwas Ähnliches. Lösen Sie sich aus Ihren Rückkopplungen. Versuchen Sie mit Neugierde festen Halt zu finden. Vielleicht ist Musizieren ein Weg, vielleicht Malen, vielleicht Mathe. Werfen Sie das Buch von Kübler Ross in den Kehricht. Beschäftigen Sie sich nicht mit dem Tod, sondern suchen Sie nach Freude im Leben. Crigs

  45. anima sagt:

    Crigs

    Wie soll ich ein Buch, das ich nicht besitze in den Müll werfen ?
    🙂
    Jugendwahn. ein grosser Betrug dieser Gesellschaft.
    In der Natur zerfällt und löst sich alles auf – mit der Zeit, einzig der HOCHZIVILISIERTE Mensch hält sich diesbezüglich selber zum Narren.
    Die “neugierige” Neunzigjährige von heute , sieht sie nicht eher aus wie eine Närrin ?

    http://www.blick.ch/people-tv/international/die-mama-ist-rocky-aus-dem-gesicht-geschnitten-id2002183.html

  46. @ anima
    Die Jugend ist viel fröhlicher geworden. Ich bin neidisch auf die Jugend, weil ich all die kommenden Gadgets, nicht mehr miterleben kann. Der Mensch sehnt sich nach einem angenehmeren Leben. Die Traditionen haben nichts anderes zu bieten als Langeweile und Unterwerfung. Ich selber sehe keinen Jugendwahn.
    Mama-Rocky ist sicher nicht neugierig. Sofort schaute ich weg. Oh weh !
    Viele Menschen sind mit 40 bereits Schrott. Wenige gehören nie zum Schrott. Mama Rocky war vermutlich nur für Rocky kein Schrott. Ich will mir keine weiteren Gedanken dazu machen. Basta.

  47. anima sagt:

    “Ich bin neidisch auf die Jugend, weil ich all die kommenden Gadgets, nicht mehr miterleben kann.
    Die Traditionen haben nichts anderes zu bieten als Langeweile und Unterwerfung.”

    Die Gadgets von morgen sind die Langeweile und Bestandteile der Tradition von Uebermorgen.

    Wie erschreckend sich die heutige Jugend einzwängen lässt in die Computerwelt, das hat vor einiger Zeit eine Computergrösse in Zürich beklagt, leider finde ich das Interview nicht mehr.

  48. @ anima
    Niemand konnte die Computerrevolution voraussehen. Das Beherrschen von Information wird es uns ermöglichen, zukünftig die Nahrung aus der Steckdose zu beziehen. Folgen Sie Michio Kaku auf You Tube. Er erzählt noch von viel verrückteren Dingen.
    Anmerkung: Wir müssen Schritt halten können mit den Entwicklungen. Die Jugend, die Lehrer, die Professoren sind gefordert. Also auf zum fröhlichen, frustfreien Lernen. Yes, we can. Crigs