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Gläubige haben es in der Ehe nicht besser

Hugo Stamm am Samstag den 7. April 2012

Die Postmoderne meint es schlecht mit Strenggläubigen aller Buchreligionen. Die Säkularisierung in vielen Lebensbereichen arbeitet ihren Dogmen entgegen. Während sie laufend Mauern bauen, um den Einbruch ihrer moralischen, ethischen und religiösen Grundsätzen zu verhindern, bröckelt das Fundament bedrohlich ab. 

Eine zentrale Bruchstelle ist auch die Ehe. Diese Institution ist Strenggläubigen heilig. Familien sind die Zellen der Glaubensgemeinschaften und der Hort, der den Nachwuchs zu sichern hat. Was Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht trennen, lesen wir folgerichtig in der Bibel. Ein Grundsatz, dem Gläubige nachzuleben versuchen. 

Nun lässt sich streiten, ob Gott bei der Partnersuche tatsächlich Regie spielt. Biologen führen eher evolutionäre Argumente an. Frauen achten stark darauf, die besten Gene für die Aufzucht zu selektionieren. Auch Soziologen halten sich lieber an wissenschaftliche Erkenntnisse denn religiöse. Sozialer Status und wirtschaftliche Potenz spielen bei der Partnersuche eine wichtige Rolle, denn die Existenzsicherung ist ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl. 

Da sich Strenggläubige mit wissenschatlichen Erkenntnissen oft schwer tun, weil sie im Widerspruch zu biblischen Aussagen stehen, klammern sie sich lieber ans Bild der heiligen Ehe. So heilig scheint diese Institution aber nicht (mehr) zu sein. Hansjörg Forster, der den Arbeitszweig FamilyLife der freikirchlichen Bewegung Campus für Christus leitet, macht düstere Prognosen. Er muss es wissen. FamilyLife betreibt quasi christliche Familienpolitik und führt unter anderem Eheseminare durch. Der christliche Spezialist für Ehe- und Familienfragen hat festgestellt, dass Scheidungen bei Gläubigen ähnlich häufig vorkommen wie bei säkular orientierten Paaren, wie er dem freikirchlich ausgerichteten Magazin Idea/Spektrum erklärte. 

Irgend etwas läuft da offensichtlich schief. Entweder sind Strenggläubige nicht die besseren Eheleute, obwohl sie von sich glauben, von Gott geführt oder begleitet zu werden. Oder ihr Glaube, Gott habe ihrer Ehe den Segen gegeben, auf dass der Mensch sie nicht mehr trenne, ist ein Mythos.   

Noch schwerer wiegt für Strenggläubige der Umstand, dass sich selbst freikirchliche Leitungspersonen, die glauben, in besonderer Gnade von Gott zu stehen, immer öfter scheiden, wie Forster bestätigt. Er macht überhöhte Ideale dafür verantwortlich. “Vielfach sind die Gründe aber auch vergleichbar mit nichtchristlichen Paaren: Druck und Stress im Leben, mangelnde Kommunikation”, sagt der Ehespezialist.  

Kurz: Gläubigen hilft der Glaube wenig, wenn es darum geht, die Tücken des Lebens zu meistern. 

Ich wünsche allen frohe Ostern – und inspirierende stabile Beziehungen. Mit Gott oder ohne. 

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608 Kommentare zu “Gläubige haben es in der Ehe nicht besser”

  1. Lisa sagt:

    @ pasionaria / moria

    Es ist die Art und Weise in der ich immer mal wieder – ohne, dass ich das will oder danach fragen täte – erfahre, wer zum X-ten Mal in für mich nicht nachvollziehbaren Weise ein anderes Studium begonnen habe und, dass die XY in für mich auch nicht nachvollziehbarer Weise ihre Probleme gelöst habe (sie war nie aktiv involviert, es haben ihr immer andere “geholfen” – daher das Recht so blöde über sie herzuziehen, die Bildli im Internet findet man dann selber schon). Irgendwie fragt man sich dann einerseits ob der X, die Y oder Z überhaupt in der Lage sind grade aus zu gehen resp. logisch zu denken und eigene Entscheidungen zu treffen aber irgendwie kommt einem die Galle hoch wegen der Person, die sich bemüssigt fühlt das derart breit derart publik zu machen mit den dümmlichen Bemerkungen die eigentlich nicht passen, da das Spielchen ja dazu da ist, die eigenen Bedürfnisse abzudecken. Nur so – weil sonst nicht viel vorhanden wäre – schafft man es immer mal wieder die ganze Welt merken zu lassen was für ein toller Typ man selber doch ist. Man schaut zurecht auf all die Versager und Dummköpfe herab. Das glauben leider dann zu allem Überfluss viele Leute. Lisa eigentlich nie, Lisa hat viel mitbekommen, oft die Klappe gehalten und bereut das heute manchmal fast ein wenig. Vielerorts hätte sie allerdings mit vernünftigem Reden nichts oder das Gegenteil, dessen was sie sich erhofft hätte erreicht, und so war es vermutlich Schadensbegrenzung, ihr Schweigen zu gewissen Dumm- und Bösartigkeiten.
    Macchiavelli lässt grüssen, da er ja schreibt, ein Fürst muss nicht gut sein – das Gegenteil ist manchmal erforderlich so es seinem Machtstreben und seinem Ansehen dient. Nicht wörtlich aber sinngemäss kann man das nachlesen. Und das war zu Zeiten als grade scheinbar hervorragende Leute Intriganz früh lernen mussten um nicht plötzlich das Zeitliche gesegnet zu haben. Viel hat sich zwar nicht verändert, immerhin aber haben wir ein humanes Rechtssystem und entlegene verschlossene Aufbewahrungsorte für Leute die deren Grundprinzip doch immer noch nicht begriffen haben.

  2. Lisa sagt:

    @ pasionaria / moria

    Es ist so, ich bin tendentiell zurückhaltend und eher korrekt. Wenn man aber immer mal wieder Anstalten macht mir schmerzhaft auf die Zehen zu treten und dann zu sagen meine Rückmeldungen dazu seien blöd oder so, habe ich mir Ausdauer und grosse Ehrlichkeit angewöhnt. So habe ich damals als meine frommen Verwandten am Mittagstisch über unsere gemeinsame reformierte Verwandte herzuziehen begannen konkrete laute Rückfragen nach dem Wahrheitsgehalt gestellt und als man dann versuchte mir die Sache “mit der Strafe Gottes” näher zu bringen und zu suggerieren in meinem Leben gäbe es da halt Hinweise darauf habe ich erwidert, wenn dieses böse Maul nicht blitzartig schweige, werde ich ein paar Themen diskutieren deren Titel ich ebenso laut aufzählte. Es war eigenartig, dass danach ein eigentlich recht vernünftiges Gespräch möglich war ohne andere mit Dummkopf, vom richtigen Weg Abgekommene, eben die Falschen mit all den möglichen Titeln (Sie kennen sie, da Sie sie regelmässig auf mich anwenden) zu verunglimpfen. Ein späterer Anruf mit einem nochmaligen Versuch mich zum einen oder anderen anzustacheln, ,man weiss ja nie, vielleicht wäre da doch was zu machen gewesen, selber hat man halt nicht wirklich Lebensinhalte ausser anderen ihre Zufriedenheit zu vermiesen. Das habe ich mit einem entsprechenden Brief gekontert auf den ich zum zweiten Mal in meinem Leben die schriftliche Rückmeldung erhielt, solche Briefe seien dorten unerwünscht. Klar, da wäre man auf den Punkt der Realiltät geraten, Realität die eigentlich gesünder wäre als üble Beleumdungen hinter vorgehaltener Hand. Na ja, und wenn man meine Briefe nicht zu schätzen weiss, dann schreibe ich nicht mehr. Meinerseits kann ich gut auf jene Gesellschaft verzichten, die ich mit Ihnen gleichstelle. Distanz ist da immer der beste Rat.

  3. :- ( sagt:

    es sind zwei Welten
    Blog und Alltagsleben
    wenn man freundliche Leute treffen will, sollte man nicht ins Internet gehen :- (

    und ich habe mir in der virtuellen Welt ein Urteil angemaßt über Reformen in diesem Lande. Es gibt Schottland und es gibt Schrottland. Schottland zu sehen, war mir bisher nicht vergönnt.

    Ich weise nochmals darauf hin, dass man die Rahmenbedingungen von CH und BRD vergleichen kann, wie Äpfel mit Birnen. HIER geht ALLES den Bach runter.
    Die Bildungsministerin von HINTEN. KEIN INTERVIEW! (immerhin hat manN/frau mit “C” die Studiengebühren zurück genommen. Für s o ein Schrottstudium – wie Bachelor – auch noch zahlen?!)

    Kaputtreformiert
    Kaputtmissioniert

    das nimmt sich nichts. Die Pensionen unserer Minister und Pfarrer sind sicher!

    Weshalb weint PH Carstensen zum Abschied in SH Krokodilstränen???? Weil wie woanders die öffentliche Hand am Boden liegt? Alles Kommunale dicht macht?
    Weil die Monopolisten im Vormarsch bleiben? Aufkäufer….Benzingiganten diktieren…MedizinmonsterAG …Hauptsache AG!(Rhön-Fresenius)…bald Bildung? (Bertelsmänner?)

    das “Unkraut” ist ausgemerzt….

  4. Lisa sagt:

    @ pasionaria / moria

    Ich kenne schweizweit etliche Leute, die das Bild eines strafenden und belohnenden Gottes aufrecht erhalten, bei denen man den Eindruck haben, sie wüssten gar nicht wovon sie da reden. Ganz wie Sie selbst. Die Strafen Gottes sind da nur so niedergeprasselt über die Jahre. Weil er wohl einsehen musste, dsss er nichts bewirken kann, weil die Leute überhaupt kein Gewissen haben, hat er resigniert. An seine Stelle ist der gehässigste Teufel getreten der momentan daran ist, sich zu Tode zu ärgern.
    Ich glaube nicht an sowas. Aber die, die daran glauben sind in aller Regel besonders fromm und besonders bösartig. Ergo, man meide Kirchen zu betreten, am besten reisse man sie ab. Dann würde es auch viel weniger öffentliches Gezänk über Religionsausübung geben Und mancher Pfarrer wäre dann weniger von einem bösen Weib geschlagen, wie ich es über Jahre erlebt habe und mitertragen musste, weil jene Familie partiell sozusagen am Arbeitsplatz gelebt hat, eine Direktionssekretäre als Kindermädchen und Hundespaziererin missbrauchte, weil sich die Nachbarin nicht mehr missbrauchen liess und wir alle an ihrer Gehässigkeit teilhaben mussten. Ein Ehepartner war reformierter Pfarrer, versteht sich resp. er ist es noch, eben oder leider.

  5. Lisa sagt:

    @ pasionaria / @ moria

    Wir hatten damals alle vor allem grosses Mitleid mit den Kindern und dem Hund des Paars. Sie störten unseren Betrieb zwar – tat der Ehepartner ja auch – wären aber ziemlich oft bei Schnee und Eis, Regen und Kälte nächtens ausgesperrt auf der Strasse gestanden. Nota bene die Eheleute waren sehr fromme Akademiker. Na ja, die haben ganz viel profitiert von allen Mitarbeitern jenes Betriebs und der Infrastruktur überhaupt. Ganz eigentlich wäre nicht schlecht gewesen, wenn die Familie da ganz eingezogen wäre. Dann hätten wir mit ein bisschen therapeutischen Anstrengungen einiges an mitmenschlicher Unfähigkeit korrigieren können, damit später die Kinder ein normales Leben zu führen in der Lage gewesen wären. Na ja, es ist wie es ist und eines der “Kinder” kann auch im öffentlichen Raum einer grösseren Stadt seine Herkunft wahrhaftig nicht verleugnen.
    Wo halt nicht einmal mehr Teufel was zu tun haben wollen wirds schwierig. Jemand sollte es den Leuten sagen. Aber ich bin da nicht verwandt, sonst hätte ich das längst gemacht.

  6. Max Blatter sagt:

    Auf der Suche nach dem Bibelzitat “Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen”, bin ich auf diesen Artikel gestossen. Ich möchte die Gelegenheit gleich nutzen, meinen Kommentar zu hinterlassen.

    Ich kann definitiv nicht nachvollziehen, wie man dieses Zitat als Argument gegen die Ehescheidung interpretieren kann. Eheschliessung und Ehescheidung; beide werden von Menschen vollzogen. Im Falle der Eheschliessung meinetwegen von einer Pfarrerin, einem Pfarrer oder einem (zölibatär lebenden!) Priester, aber in jedem Fall auch “nur” von einem Menschen.

    Einen Sinn macht das Zitat m.E. nur, wenn man es etwa so auffasst: Wenn zwei Menschen sich sexuell angezogen fühlen (was ein gottgewolltes Gefühl ist), soll die Gesellschaft ihre Beziehung nicht durch menschengemachte moralische oder ethische Prinzipien verhindern. – So klingt das doch schon ganz anders, oder?

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