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Angst schränkt die Freiheit ein

Hugo Stamm am Freitag den 3. März 2006

Glauben und Angst sind unheilige Geschwister. Im Windschatten von Ideologien, religiösen Heilsrezepten und spirituelle Konzepte segelt stets die Angst mit. Zwar versprechen alle Gurus, Meister und Propheten die geistige, religiöse oder spirituelle Befreiung, oft auch die absolute Freiheit, doch die Frohbotschaft marschiert durchwegs einher mit der Drohbotschaft.

Ein paar Beispiele.

Christen, die kein gottgefälliges Leben führen und sündig werden, verpassen das Seelenheil. Ihnen wird mit der Apokalypse, dem Fegefeuer oder der Hölle gedroht. In vielen Freikirchen lauert sogar der Satan hinter Büschen und Hausecken. Die Bedrohung wird greifbar.

Auch im Koran finden sich viele Drohbotschaften, im Hinduismus gibt es Hunderte von bösen Geistern und Dämonen, die es täglich zu besänftigen gilt – zum Beispiel mit Opfergaben. Und wer karmische Belastungen auf sich lädt, wird im nächsten Leben dafür bestraft: Er kommt in einer tieferen Kaste zur Welt.

Dass in traditionsreichen Glaubensgemeinschaften, deren geistige Wurzeln mindestens 1500 Jahre alt sind, das Angstprinzip enthalten ist, lässt sich mit dem damaligen Weltbild erklären. (Deshalb hat die evangelisch-reformierte Kirche die Drohbotschaften schon zu einem guten Teil aus den Kirchen verbannt.) Erstaunlich ist aber, dass die „modernen“ esoterischen Erlösungsprinzipien den alten Zopf übernommen haben. Spirituelle Gemeinschaften und Meister kennen ebenfalls ein „Strafsystem“. Wer nicht meditiert, übersinnliche Rituale betreibt oder das höhere Bewusstsein entwickelt, vegetiert als dumpfer Geist auf der grobstofflichen Ebene. Er hat nie die Chance, erleuchtet zu werden und den Wiedergeburtszyklus zu durchbrechen.

Wer Angst hat, kann nie frei werden. Ich werde oft gefragt, ob es denn keine guten Sekten gebe. Meine Antwort: Nur Gemeinschaften, in denen ein Klima der Angstfreiheit herrscht, sind auch frei von sektenhaften Aspekten.
Weshalb regiert denn in fast allen Glaubensgemeinschaften und spirituellen Kreisen – mehr oder weniger ausgeprägt – die Furcht? Es ist in erster Linie eine Macht- und Geldfrage. Über die Angst können Menschen diszipliniert werden. Glaubensgemeinschaften, in denen das Freiheitsprinzip das höchste Gut ist, müssen damit rechnen, dass sich die Mitglieder die Freiheit herausnehmen, lautstark Kritik zu üben, Protest anzumelden und locker den Austritt zu geben, wenn sie sich nicht mehr wohl fühlen.
Die Krux liegt darin, dass sich die religiösen oder spirituellen Fundamente nicht in Einklang mit den kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen der modernen Zivilisationen bringen lassen. Aufklärung, Emanzipationsbestrebungen und Eigenverantwortung führen zu individuellen und sozialen Freiheiten. Angst hingegen hemmt den Prozess der Bewusstseinserweiterung. Die weltlichen und religiösen Entwicklungen driften immer weiter auseinander.

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22 Kommentare zu “Angst schränkt die Freiheit ein”

  1. Sandro sagt:

    Auch für den Aufstieg der Rechstpopulisten wie der SVP ist absichtliche Angstmacherei massgeblich verantwortlich…

  2. Andreas sagt:

    Treffende Analyse, Herr Stamm. Weiter so.

  3. Trude sagt:

    Treffende Analyse, Herr Stamm. Weiter so.

  4. Guten Tag Herr Stamm

    Es gibt für mich nicht viel zu Ihrem Artikel zu sagen, weil er eigentlich nur zu bestätigen ist.

    Auf zwei Aspekte möchte ich hinweisen: Sie sagen, dass Aufklärung zu Individuation führt. Hier möchte ich den Bogen noch etwas weiter spannen: Die Moderne macht aus einer Masse einzelne Individuen. Doch damit ist der Lauf der Geschichte noch nicht fertig. Die Postmoderne macht aus Individuen eine Gemeinschaft. (Genauer die Post-Postmoderne, aber was ist das schon für eine Bezeichnung). Sie erwähnen diese (angstfreien)Gemeinschaften ja auch.
    Eine Masse, Horde oder Herde besteht aus einer undifferenzierten, unkreativen Ansammlung, der man sagen muss, was sie tun soll (und ihr Angst einjagen muss, „du sollst nicht…“), damit sie sich keine Goldenen Kälber bastelt und darum herumtanzt. Die Mitglieder einer Gemeinschaft hingegen sind eigenständige, individualisierte Menschen sind, die sich und somit ihre Fähigkeiten, ihre Visionen, ihre Individualität, ihr ganzes Menschsein einbringen. Meines Erachtens geht der Prozess der Individuation in diese Richtung.

    Zweitens sprechen Sie davon, dass die religiösen und spirituellen Fundamente sich nicht in Einklang befinden mit der weltlichen Entwicklung. Dass Religion und Welt immer mehr auseinander driften. Das ist sehr spannend, nicht wahr? Ich jedenfalls bin sehr gespannt, ob und wie sich die religiösen Institutionen wandeln werden, und wenn nicht, auf welche Weise sie weiter existieren wollen/können.
    Der Punkt, warum ich darauf zu sprechen komme, ist, dass sie „religiöse und spirituelle Fundamente“ zusammen nennen. Religion und Spiritualität haben nicht dieselben Fundamente. Religionen haben einen Religionsstifter als Fundament (auch wenn der Religionsstifter keiner sein wollte), also die Erfahrungen eines ANDEREN, Spiritualität tiefe EIGENE Erfahrungen.
    Gemeinsame Fundamente haben religiöse und gewisse „spirituelle“ Institutionen, aber Religion und Spiritualität an sich nicht.
    Ich denke nicht, dass Spiritualität (wie auch immer man sie definiert Definition, siehe z.B. in meinem Beitrag unter „Alles nur Suggestion“ http://hugostamm.kaywa.ch/esoterik/alles-nur-suggestion.html#c117 darstelle) und die Welt sich entfremden, sondern immer mehr zusammenwachsen. (Was eine Leistung ist, eine Premiere sozusagen).

    herzlich

    Martin Schmid

  5. adam sagt:

    Treffende Analyse, Herr Stamm. Weiter so.

  6. Alex sagt:

    Ja, schon der Gedanke an Angst ist etwas Unerträgliches, was in uns weilt und uns in unbeschreiblich konträre Welten überträgt.

    Wie schon Platon, aber auch Sokrates immer wieder bemängelt hat, ist Angst, ja Angst vor dem Morgigen eine Kreatur des Bösen, etwas Unanständiges. So war es und so ist es auch noch heute.

    Während Feigheit gemäss Platon in absoluter Opposition mit der Angst einhergeht, sind Angst und Feigheit unvereinbare Grössen und sollten sich ineinander ergänzen.

    Nur so sind die bemerkenswerten Äusserungen von Hugo Stamm zu interpretieren. Gerade das macht die überragende Persönlichkeit einer geistig kultivierten Person aus, oder auch nicht, ganz wie man will.

    Mein persönlicher Dank gilt hier Herr Martin Schmid, dessen ÜBERRAGENDE geistig durchwirkte Intelligenz im besonderen hervorzuheben ist. Er hat als einziger erkannt, dass Angst und Spiritualität nicht mit normalem Menschenverstand zu begreifen sind, sondern Platon und Sokrates müssen hierbei Hilfestellung leisten.

    Meine Bitte deshalb an Hugo Stamm und Martin Schmid (beide Herren sind meiner Meinung nach in gewisser Hinsicht „göttlich“): Machen Sie weiter so!! Siegen Sie im Namen der humanitären, disstingierten Welt!! Zeigen Sie uns den Weg aus der Angst in die Freiheit der individuellen Kraft, welche uns der Schöpfer oder die Natur möglicherweise gegeben hat.

  7. E.Huber sagt:

    “Glauben und Angst sind unheilige Geschwister”
    Ich denke es gibt da noch ein paar Geschwister mehr.Sie kommen aus Politik,Militär Wirtschaft und Medizin.Auch hier gibt es nicht wenige angstschürende Ideologien und Frohbotschaft und Drohbotschaft.
    Uns wird bis zum Gehtnichtmehr eingetrichtert, alleine die liberale,globale freie Marktkwirtschaft löse alle unsere sozialen und wirtschaftlichen Probleme.
    Aber dafür müssen wir natürlich Opfer bringen:Längere Arbeitszeiten, Lohnkürzungen,Lebensarbeitszeiterhöhung etc.Viele fürchten sich am meisten vor Verlust der Arbeitsplatzes und anschliessender Ächtung durch die Gesellschaft.
    Dann wer seine freie Meinung zu gewissen Themen äussert muss fürchten, als antisemitisch oder rassistisch bestraft zu werden.Leider wird der Begriff “Antisemitismus” und das Anti – Rassismus Gesetz nicht von Wenigen missbraucht, um fragwürdigen Eigeninteressen weiterhin ungehindert nachgehen zu können.
    Vom Militär werden Feindbilder erschaffen, welche Ängste schüren.Es wird behauptet, Militär braucht es um Krieg zu verhindern, dabei ist genau das Gegenteil der Fall.Von der Medizin werden Ängste geschürt durch Seuchen wie AIDS, SARS und sehr aktuell der Vogelgrippe.Hinter all diesen “Geschwistern” der Angst stecken Autoritäten und Machtträger.Und egal ob diese “Geschwister” aus Sekten, Kirche, Staat oder wo auch immer herkommen ist eines gemeinsam:Sie wissen genau, dass sie ihre Macht nur mit dem Druckmittel Angst behalten können.Daher sind sie an freien, furchtlosen Menschen gar nicht interessiert.Es fängt schon bei der Erziehung an: Das Kind fürchtet sich von den Eltern, dem Lehrer oder gar dem Pfarrer für etwas bestraft zu werden.Erwachsen geworden fürchtet man sich vor Behörden, Arbeitgeber, Ehepartner etc..Der Satz “Über die Angst können Menschen diszipliniert werden.” entspricht einer grossen Wahrheit.Doch wie gesagt, kommt dies in unserer Kultur und der jetzigen Zeit immer weniger vom Glauben.Die Angst hat sich längst neue,andere hässliche Gesichter zugelegt.

  8. g.barmettler sagt:

    Lieber Herr Stamm,

    nun das ist ja sehr nett, was Sie da schreiben. Ein einfaches Weltbild in Gut und Bös. Die Bösen sind die, welche Angst benutzen um Menschen zu manipulieren.
    Das macht mir ja richtig Angst Herr Stamm, sind Sie wohl auch einer, der das nutzen will?

    Religiöse Gruppierungen sind doch viel komplexer, als was Sie da beschreiben. Sie ziehen in wenigen Sätzen gleich mal ein
    paar grosse Weltreligionen über den Tisch.
    Sie unterschlagen einfach, dass diese grossen Religionen über Jahrhunderte gewachsen sind, wo Angst sicherlich auch einen
    Platz einnimmt. Das auch zu Recht, ist doch Angst ein wesentlicher sehr intelligenter seelischer Bestandteil des Menschen in
    seiner Lebensplanung.

    Reduzieren wir mal diese grossen Gemeinschaften auf eine kleine Gemeinschaft. Eine Familie. In der Erziehung
    eines Kindes sind Ängste vorprogrammiert, weil man als Erwachsener die Gefahren kennt, die es nun mal gibt.
    Wollen Sie etwa behaupten, ein Vater schüre in seinem Kinde Angst, damit er es ausnutzen kann, Macht und Geld von ihm nehmen kann?
    Die Frage beantwortet sich wohl selber Herr Stamm.
    Liebe beinhaltet auch Angst! Angst ist auch da um zu bewahren!

    Ich muss jetzt aufhören, weil ich noch anderes zu tun habe, obwohl ich noch viel dazu sagen könnte.

    Mit freundlichen Grüssen
    G. Barmettler

  9. Vladimir Mitrovic sagt:

    Hallo Herr Stamm,

    Haben Sie sich schon mal überlegt, dass Sie genau so mit Angst arbeiten, wenn Sie (meistens sogar durchaus berechtigt) vor Sekten warnen? Sind Botschaften die manchmal ein bisschen Angst auslösen immer nur falsch?

    Natürlich ist Angst meistens nichts Gutes. Doch von Ihnen erwarte ich eine differenziertere Darstellung der Angst. Es gibt da nämlich noch die gesunde Furcht, die man manchmal mit Angst verwechselt.

    Wenn ich meinem Kind sage, es soll nicht zu nahe an das Feuer, weil es heiss ist und “Aua” macht, kämen nicht einmal Sie auf die Idee, mir vorzuwerfen, dass ich manipulativ mit Angst die Kontrolle über mein Kind ausübe.

    Genauso falsch ist es zu behaupten, dass Christliche Gemeinden mit Angst operieren, sobald der Prediger es einmal wagt, nicht nur von der Liebe Gottes zu reden, sondern auch vor negativen Konsequenzen falschen Handelns zu warnen.

    “Die Furcht des Herrn ist der Anfang aller Weisheit” steht in der Bibel. Ist das jetzt Angstmacherei oder eine Aufforderung zu vernünftiger Ehrfurcht.

    Fürchten sich die Intelligenten, Emanzipierten Freigeister nie vor den Konsequenzen ihres Handelns? Oder sind es doch eher stolze Dummköpfe die nie Angst haben und allergisch sind auf Warnungen.

    Gott bietet uns die Freiheit zu wählen und zeigt uns den Segen oder den Fluch als Konsequenz unserer Entscheidung. Netterweise warnt er uns noch vor den Folgen der falschen Entscheidungen. Ist das Angstmacherei?

    Natürlich gibt es auch in christlichen Kreisen Leute die Angst verbreiten und sonst noch viele Fehler machen, und deren Gemeinschaften deshalb sektenhafte Züge annehmen. Dennoch ist es Unrecht alles was nach Warnung tönt als Angstmacherei zu bezeichnen.

    freundliche Grüsse
    Vladimir Mitrovic

  10. Andreas
    2006-03-03 11:41:46

    Treffende Analyse, Herr Stamm. Weiter so.

    (und allen anderen auch..)

    ..

    ..

    Ich muss jetzt aufhören, weil ich noch anderes zu tun habe, obwohl ich noch viel dazu sagen könnte.

    Mit freundlichen Grüssen

  11. flegel vanderzocht sagt:

    very nice

  12. paul anton zorn sagt:

    treffende anal(nyse).. herr stamm
    xo
    pay .. ups.. paz

  13. bobo sagt:

    reffende Analyse, Herr Stamm. Weite

  14. Birgit Amsler sagt:

    Guten Tag Herr Stamm

    Danke für diesen Artikel, er ist nur zu wahr- Angst gehört zum Menschsein und bietet sich deshalb bestens an, als eines der mächtigsten Manipulationsmittel, egal in welchem Jahrhundert, egal in welcher Gesellschaft, benutzt zu werden. Wieder gilt es, Religion und Spiritualität zu trennen…
    Religiöse Fundamente haben in der modernen Zivilisation immer weniger Platz, weil Religion der Individualität des Menschen zu wenig entspricht. Je weiter das Bewusstsein, desto weniger ist ein Mensch bereit, sich an die Vorgaben eines Religionsoberhauptes (Wurde Jesus nicht erst 40 Jahre nach seinem Tode dazu “ernannt”? Ob er das wirklich wollte?) zu halten. Das eigene Erforschen, Erfahren und sich trauen nimmt immer mehr Raum ein, führt zu immer mehr Eigenständigkeit und hoffentlich auch zu mehr Eigenverantwortung. In unserer modernen Gesellschaft wird diese Individuation zum Glück immer mehr geduldet.
    Und spirituelle Fundamente werden immer mehr ihren Platz finden, immer vereinbarer mit der modernen Gesellschaft werden, weil sie zur Entwicklung passt: Es reifen Gesellschaft und Individuum gemeinsam.
    (Mir ist klar, dass es nur theoretisch möglich ist, ein Fundament auf einen Aspekt einzuengen. Fundamente bestehen aus mehreren Komponenten und wir werden sicherlich Vermischungen aus Religion, die rein kulturmässig in uns ist, und Spiritualität, die angeboren in uns ist, vorfinden.)

    Vielleicht sind dann Glaubensgemeinschaften keine solchen mehr, sondern Erfahrungsgemeinschaften, in denen Angst nur noch als natürliche menschliche Reaktion auf Veränderungen vorkommt. Wo nichts mehr versprochen wird, weil allein schon das Versprechen zeigt, dass es um Abhängigkeit geht.(auch wenn viele Menschen mangels Eigenkompetenz Abhängigkeit (oft unbewusst) suchen und die Möglichkeit dazu deshalb auch nötig ist.) Kein wahrer Guru oder Meister würde etwas versprechen, weil ein Versprechen ein Ziel festlegt und dieses bei spirituellem Wachstum nicht wichtig, ja sogar unmöglich vorauszusagen ist. Ein Lehrer lehrt gewöhnlich einen vorgegebenen Weg (ein guter Lehrer, der den Weg integriert hat, d.h., aus sich selber heraus lehrt, ist deshalb kein “Lehrer” an sich mehr), ein “echter” Weiser IST der (sein) Weg, und wessen Bewusstsein so erweitert, transformiert ist, hat es nicht mehr nötig, Menschen zu manipulieren, sondern ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen, inklusive aller Fehler, die authentisches Wachstum erst ermöglichen. Er geleitet sie hindurch. (Im Gegensatz zur Kirche, wo Fehler Sünde und tunlichst zu vermeiden sind. Damit wird auch Wachstum vermieden, was ja erwünscht ist.)

    Ich wünsche allen, die bewusst auf ihrem Weg sind, Mut, Liebe und Gnade.

    Mit freundlichen Grüssen
    Birgit Amsler

  15. Birgit Amsler sagt:

    Nachtrag:

    Natürlich wünsche ich Mut, Liebe und Gnade überhaupt allen Menschen….

    Herzliche Grüsse
    Birgit Amsler

  16. Urs Marthaler sagt:

    Herr Hugo Stamm hat ein sehr eingeschränktes politisch wie religiöses Weltbild.
    Die grössten Ängste verbreiten nicht mehr die Religionen und Sekten, sondern die Politiker, die die Religion wie den Terrorismus als Vorwand für ihre Freiheitsbeschneidungen ihrer Völker vorbringen. Allen voran die USA und die EU. Wir Christen sollten zuerst einmal vor der eigenen Haustüre kehren. Wir haben genügend Jahrzehntelange Konflikte, sozialer wie religiöser Natur. Nordirland, Baskenland, Balkan, Tschetschenien usw. Die USA mit ihrem immer noch andauernden Rassismusproblemen, der Unterdrückung von Indianern und ihren fanatischen christlichen Fundamentalisten. Vielleicht sollten sich die christlichen Theologen wirklich einmal Gedanken machen das “Alte Testament” ganz zu streichen (Es macht Angst)?
    Solange wir unsere Hausaufgaben nicht selber gelöst haben, sollten wir andern Völkern und Religionen nicht vorschreiben was sie zu tun und zu lassen haben. Unsere Vorstellung von Recht und Freiheit ist nicht Absolut. Die “Demokratie” in sehr vielen westlichen Ländern ist “reine Makulatur”. Freiheit heisst nicht tun zu können was man will, sonder nicht tun zu müssen was man nicht will.
    Auch in der Schweiz wird mit Angst versucht zu manipulieren, nicht einmal unsere Politiker, Parlamentarier, ja sogar unsere Bundesräte, schrecken davor zurück.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Konflikte bewusst geschürt werden. Meint ihr nicht auch?

    Meilleures salutations
    Urs Marthaler

  17. Hallo Hugo,

    gefällt mir sehr gut – Dein Artikel!
    Aus psychologischer Sicht möchte ich nur beitragen, dass Angst meist das RESULTAT von NICHT WISSEN ist!

    Angst lässt sich in dem Maße reduzieren, in dem Wissen, Klarheit, Logik bezgl. eines spezifischen Sachverhalts Raum einnimmt.

    Was natürlich hinsichtlich bestimmter Glaubensaspekte nicht immer ganz leicht ist…

    Mit einem Gruß aus München,
    Dein Dieter.

  18. Johnny sagt:

    Treffender Kommentar! Angst ist das probate Mittel, um die Massen zu manipulieren – schon sei jeher. In allen Lebensbereichen, sei es religiöser oder politischer Art, wird gezielte Angstmacherei verwendet. Indem Menschen Angst haben – vor Androhung von Strafe – machen sie, was man erreichen will. Hinterfragen wir uns, so müssen wir uns wohl zugestehen, dass hinter nahezu allen unseren Lebensbereichen verborgene Ängste stecken können. Offenbar braucht der Mensch die Angst im Hinterkopf, um so seine wenigen Freiheiten, die ihm noch bleiben, gänzlich zu unterlassen (?). Ist es zu komplex und zu mühsam, sich seine Gedanken selber zu machen und ist es einfacher, einer Masse zu folgen, und die damit verbundenen Einschränkungen in Kauf zu nehmen? Offenbar…
    Nur eine Spiritualität oder “Religion”, die gezielt das Bewusstsein, das Denken und die Kritikfähigkeit jedes einzelnen Menschen anspricht und fördert – statt stumpfen, irrationalen Glauben zu proklamieren – kann die Menschen aus ihren irrationalen Ängsten, die sie seit Jahrhunderten herumschleppen, befreien. Die religiösen oder spirituellen Fundamente sollten auf Tatsachen wie z.B. Wissenschaft begründet sein – wobei auch hier wieder Vorbehalten existieren, denn die aktuelle Wissenschaft kann auch wieder nicht ein komplettes Abbild der Realität schaffen… wiederum genug Platz für Interpretationen, Glauben, Ängste, etc. 🙂

  19. moser sagt:

    Guten Tag Herr Stamm,

    mit wachem Interesse verfolge ich die Bloggs.

    Ihre kurze und doch recht neutrale Aufklärung gerade auch was die charismatischen Gottesdienste anbelangt finde ich gut. Wir selber sind aus diesen Kreisen geflüchtet nachdem wir die Manipulation erkannt hatten.
    Die Reaktion einiger Führer war grausam und brachte die Zertrennung unserer Familie. Unsere mittlerweile sehr stark besuchte Webseite wird vorallem dazu benuzt herauszufinden, ob man sich in einer verreinnahmenden und Missbrauchtreibenden religiösen Sonderbeweung befindet.
    Es ist wie Sie schon mal an anderer stelle schrieben.”Der Name Freikirche schützt nicht vor sektierischen Tendenzen”
    Wir selber sind Bibelgläubig geblieben obwohl manchmal fast am unchristlichen Verhalten der Führer verzweifelt.
    Liebe Grüsse aus dem Wallis
    Moser Br
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  20. Andy sagt:

    Lieber Herr Stamm
    Ich habe etwelche Mühe mit Ihrem Artikel.
    Sie tendieren immer wieder dazu undiferenziert alles in die selbe Sektenschublade zu versorgen. Ich habe meine Aufnahme und Teilnahme in einer Freikirche ganz anders “befreiend” erlebt. Auch mit meinen Unzulänglichkeiten, sprich Sünden, wurde ich nie unter Druck gesetzt und stets akzeptiert. Es sind Ihre Pauschalurteile, welche mir Angst machen.

    Freundliche Grüsse
    Andy

  21. Pernau, Stephan sagt:

    Sehr geehrter Herr Stamm

    Ja, wer Angst hat, dem geht es schlecht !

    Aber, was weiter ist denn Glaube als eine tolle Fähigkeit, genau wie die Fähigkeiten Laufen, Atmen und Singen ? Glauben, das kann jeder Lernen.

    Tatsächlich sind Nicht-Glauben (an die Liebe Gottes) und Angst die Geschwister. Denn wer an den Allmächtigen glaubt, der weiß das Schwierigkeiten Sinn haben und hat weniger Angst.

    Ich bin sicher, daß religiös Gläubige weniger Drogen und Medikamente nehmen, um Angst zu mindern. Sicherlich leben sie auch angenehmer. Schade, dass es dazu keine wissenschaftlichen Statistiken gibt. Wann beginnt der Tagi die richtigen Fragen zu stellen anstatt Stolz zu sein, dass Zürcher die schnellsten Fussgänger der Welt hat?

    An Gottes Tips zur Lebensführung “glauben” als Best-Practice, so in etwa ist der Mechanismus, der in allen Heiligen Schriften versprochen wird.

    Natürlich kann man auch das Gegenteil machen, z.B. Lügen, Stehlen, Betrügen. Aber wer weiss nicht, dass dadurch der eigene innerste Kern des Selbstes auf Dauer verkommt und man sich selbst nicht mehr mag?

    Nur weil die Theologen verschiedener Religionen noch nicht verstanden haben, dass Religion immer aus nur ein und derselben Quelle stammte, die den Menschen anleiten wollte, wird Glaube nicht zum Angsttreiber.

    Zeitung wurde erfunden die Menschen zu bilden. Nehmen Sie Ihren Job doch bitte auch ernst !

    Mit freundlichen Grüssen

    pernau@gmx.com

  22. Moser sagt:

    Grüss Gott Herr Pernau Stephan,

    Sie fragen an, wann der Tagi endlich beginne, die richtigen Fragen zu stellen.
    Wie sollten denn ihrer Meinung nach diese richtigen Fragen aussehen?
    Sie schreiben, dass Sie sicher seien, dass Gläubige weniger Drogen nehmen (mag stimmen, dafür nehmen nicht Wenige im Versteckten Psychopharmaka, Alkohol )
    Was wäre denn, wenn der Tagi plötzlich die Frage stellt,weshalb sich in den Psychiatrien so viele Leute aus christlichen Gemeinden, sprich christlichen Sekten oder wie man heute auch sagt, aus religiösen Sonderbewegungen befinden?
    Oder wenn der Tagi mal fragt, was denn eigentlich mit den Fischli-Christen los sei,dass sie im Web so aufeinander losgehen? Von angenehmerem Leben keine Spur! Gläubige sind oft kein Deut besser als Ungläubige, so steht es auch in der Bibel.Und am Schlimmsten sind oftmals die Führer .Sie lehren die Leute, was sie tun sollen, denken aber nicht daran,es selber vorzuleben. Nicht umsonst gibt es bereits mehrere Bücher und Seminare die das Thema Machtmissbrauch und Manipulation in der Gemeinde-sprich Freikirchen besprechen.
    Philip Yancey in seinem Buch:”Warum ich heute noch glaube” schreibt:”Ich habe die meiste Zeit meines Lebens damit verbracht, mich von der (christlichen ) Gemeinde zu erholen. Ist das nicht tragisch? Leider geht es vielen andern auch so.
    Angesichts dieser tragischen Tatsachen sollte man sich über Nebensächlichkeiten wie den schnellsten Fussgängern nun wirklich nicht stossen.
    Sie schreiben auch, dass man natürlich auch das Gegenteil von Gottes Tip machen könne und stehlen, lügen, betrügen.
    Pardon, genau solche Dinge werden leider von angeblich besonders Gläubigen auch praktiziert. Und dies sogar von Pastoren!und ich kann es nachweisen!
    Also, nichts gegen Gläubige die sich an die Gebote Gottes halten, aber Freikirchen Christen haben keinen Grund zum Hochmut. Wenn mal alle hinter die Kulissen sehen könnten, dann gäbe es noch mehr Traumatisierte, Schockierte und Frustrierte.
    Sie können mich gerne anschreiben, wenn Sie Zweifel zu meinen Äusserungen haben.
    Schalom